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Filmkritik: „The Blackout Experiments“ (2016)

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THE BLACKOUT EXPERIMENTS

Story

 
 
 
Einige Filmemacher wollen zusammen mit freiwilligen Probanten das Mysterium über die Lust an der extremen Angst ergründen. Sie buchen den sogenannten BLACKOUT – eine schaurige Dienstleistung, die ein amerikanisches (wirklich existierendes Unternehmen) im Internet anbietet.
 
 
 


 
 
 

THE BLACKOUT EXPERIMENTS – Kritik

 
 
 
Woher kommt eigentlich die Vorliebe für Horrorfilme und warum gibt es immer mehr Filmfans, die eine regelrechte Sucht nach Mord, Angst und Grusel im Film entwickeln? Befragt man Psychologen, wird oft von Angstlust gesprochen. Hierbei handelt es sich um eine Mischung aus Furcht und Wonne, die an eine Rückkehr zur Sicherheit gekoppelt ist. Dabei verlassen die Zuschauer nur in Gedanken die sichere reale Welt und setzen sich bewusst mit der Lust an virtuellen Gefahren aus, weil stets eine Rückkehr ins sichere Wohnzimmer möglich ist, wenn man den Fernsehapparat abschaltet. Leider scheint die Gier nach dem Nervenkitzel in Zeiten von Internet und Co. immer absurdere Dimensionen zu erreichen. So reicht Vielen das Grauen aus dem heimischen TV-Gerät nicht mehr aus, um die eigenen Grenzen erkunden zu können. Die suchen nach Extremen, um den ultimativen Kick zu erhalten. Für all jene gibt es ein Unternehmen, das sich auf sogenannte „Blackouts“ spezialisiert hat. Hierbei handelt es sich um Grenzerfahrungen, die mit Terror, Angst und Schikane bewirkt werden – insofern man dafür nötiges Kleingeld zahlt.
 
 
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Wenn Achter- und Geisterbahnen nicht mehr genügend Adrenalin ausschütten, müssen halt perfidere Methoden her, um den Puls rasen zu lassen. So existiert im amerikanischen Untergrund ein Unternehmen, das mit sogenannten „Blackouts“ Kohle macht. Auf der hauseigenen Webseite bucht man 30-minütige Quäl-Sessions, um zu einem vereinbarten Termin mit vorher besprochenen Ängsten konfrontiert zu werden. Mit dieser neuen, zweifelhaften Art der Perversion beschäftigt sich die Dokumentation THE BLACKOUT EXPERIMENTS, in der Probanten freiwillig Geld zahlen, um sich von Unbekannten zu Tode ängstigen zu lassen. So folgt diese unheimliche Doku einigen Teilnehmern mit der Kamera und versucht zu beantworten, warum sich Menschen dieser extremen Lust an der Angst aussetzen. Dabei werden die Probanten von den Filmemachern interviewt und heimlich bei der Teilnahme an Blackouts gefilmt. Zimperlich geht es da keinesfalls vonstatten, wie hektisch eingefangene Bilder von Überwachungskameras zeigen. Darauf ist zu sehen, wie unmenschliche Dinge angetan werden. Vom Blockieren der Atemwege bis hin zu Schikanen oder Waterboarding werden die Freiwilligen psychischem Terror ausgesetzt, der irgendwann nicht mehr auszuhalten ist. Manche Menschen haben schon absurde Leidenschaften.
 
 
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Echt oder fiktiv? Aufgrund der realistischen Aufmachung kommt schnell die Frage auf, ob das Gezeigte wirklich authentisch ist. Dem ist nur bedingt so. Auch wenn THE BLACKOUT EXPERIMENTS aussieht wie eine Dokumentation mit Hintergrund, nutzt der Film die gleichen Mechanismen, wie einst schon der Found-Footage-Hit THE BLAIR WITCH PROJEKT von 1999. Das bedeutet, dass besagtes Unternehmem tatsächlich existiert. Dennoch handelt es sich bei allen Menschen vor der Kamera um Schauspieler. Zudem wurden Handlungsverläufe oder Interviews zuvor in einem Drehbuch niedergeschrieben. Ein gewisser Realismus lässt sich aufgrund der glaubhaften Darstellerleistungen trotzdem nicht abstreiten, was vor allem zusätzlich durch den akribisch eingehaltenen Dokumentationsstil verstärkt wird. Der orientiert sich in seiner Machart an die reißerisch aufbereiteten Real-Life-Dokus aus Amerika, wo weniger der Inhalt zählt, als mehr der Unterhaltungsfaktor. Leider erreicht der Streifen trotz Doku-Charakter zu keiner Zeit die beunruhigende Wirkung der genannten Blair-Witch-Mockumentary. THE BLACKOUT EXPERIMENTS macht nämlich einen Fehler. Der Streifen verspricht im Trailer zu viel und hält nicht einmal annähernd, was reißerische Sprüche dort angedeutet haben. So enttäuscht was sich letztendlich auf der Mattscheibe abgespielt. Von groß angekündigter Schaufreudigkeit oder gar expliziter Quälerei ist kaum etwas zu sehen. Das dürfte vor allem Voyeure abschrecken, die sich hier mal wieder möglichst kompromisslose Filmgewalt erhofft haben. Die wenigen Erniedrigungen werden nur angerissen und der Zuschauer darf stets nur einen kurzen Blick erhaschen, bevor mit dem nächsten Interview fortgesetzt wird. Weil sich die Abläufe ständig wiederholen, stellt sich rasch Langeweile ein. Hinzukommt, dass hier eher einseitig berichtet wird. In diesem fiktiven Dokumentarfilm kommen weder Psychologen noch Experten zu Wort, um die Gier nach Angst wissenschaftlich zu beleuchten. Stattdessen werden Probanten immer wieder in die Höhle des Löwen geschickt, bis sie es nicht mehr aushalten. Anschließend werden sie nach ihren Eindrücken befragt und schildern, welche seelischen Spuren die Demütigungen hinterlassen haben. Wegen den ständig gleichen Abläufen und dem mangelnden Informationsgehalt dürften da schnell die Augen schwer werden. Demnach sollte man THE BLACKOUT EXPERIMENTS eher unter Horror verbuchen. Von ernstzunehmender Auseinandersetzung mit dem Thema Angst ist dieser Found-Footage-Streifen weit entfernt. Dazu riecht der Streifen zu sehr nach subtiler Werbung für ein Unternehmen, das mit zweifelhaften Methoden Geld verdienen möchte.
 
 
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THE BLACKOUT EXPERIMENTS – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Einfallsreicher und beunruhigender Angstmacher im Dokumentarstil mit raffiniertem Sound-Design und interessanter Thematik. Angst spielt in THE BLACKOUT EXPERIMENTS eine tragende Rolle, weil sich die fiktive Dokumentation mit der Gier nach Angst in seiner Extremform beschäftigt. Warum setzen sich Menschen freiwillig der Angst im Film aus? Und warum zahlen Menschen Geld dafür, um sich von Fremden zu Tode ängstigen zu lassen? Sonderlich aufschlussreiche Antworten erspart sich THE BLACKOUT EXPERIMENTS, was ihn relativ oberflächlich erscheinen lässt und ihn dann doch mehr in die Horrorschublade presst. THE BLACKOUT EXPERIMENTS will eher reißerisch unterhalten, statt wissenschaftlich zu untersuchen. Das macht ihn trotz der interessanten Ansätze irgendwie austauschbar. In Interviews erklärte Regisseur RICH FOX, wie ihm die Idee zum Film kam. Bei Recherchen über das Thema Angst stieß er auf einen Artikel über sogenannte „Extreme Haunts“, der seine Aufmerksamkeit erregte. So gibt es neben den beliebten Horror-Häusern in Amerika weitaus perfidere Dienstleistungen für die man Geld zahlt, um das Fürchten gelehrt zu bekommen. Einer dieser Extremformen bietet die Seite theblackoutexperience.com an. Dort werden sogenannte „Blackouts“ als ultimatives Horror-Erlebnis beworben. Man zahlt Geld dafür, um anschließend knapp 30 Minuten irgendwo in Los Angeles oder New York mit seinen schlimmsten Ängsten konfrontiert zu werden. Wird’s den Teilnehmern dann zu viel, haben die die Möglichkeit das teils rabiate Vorgehen mit einem vorher abgesprochenen Codewort zu beenden. Ins Leben gerufen wurde der fragwürdige Blödsinn von Josh Randall and Kristjan Thor, die sich mit dieser neuen Dimension der Angst ein goldenes Näschen verdient haben. Sachen gibt’s, die will man eigentlich gar nicht wissen.
 
 


 
 
 

THE BLACKOUT EXPERIMENTS – Zensur

 
 
 
Gewalt gibt es in THE BLACKOUT EXPERIMENTS nicht zu sehen. Hier werden in wenigen Einstellungen Menschen angeschrieen und schikaniert. Sollte der Film nach Deutschland finden, gibt es wohl eine FSK16 für diese Found-Footage-Dokumentation.
 
 
 


 
 
 

THE BLACKOUT EXPERIMENTS – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Vatican Tapes (2015)

The Atticus Institute (2015)

Apollo 18 (2011)

Trollhunter (2010)

Mann beißt Hund (1992)


Filmkritik: „UFO – Es ist hier“ (2016)

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UFO – ES IST HIER

Story

 
 
 
Fünf Filmstudenten machen in den Wäldern eine Begegnung mit der dritten und tödlichen Art.
 
 
 


 
 
 

UFO – Kritik

 
 
 
Hatte Regie-Legende RIDLEY SCOTT etwa noch Zeit, um während der Dreharbeiten zu PREMOTHEUS 2 heimlich an einem Alien-Sequel im Found-Footage-Format zu arbeiten? Zumindest liegt die Vermutung nahe, wenn man sich den Trailer zu UFO – ES IST HIER anschaut. Was hier gezeigt wird, erinnert schon irgendwie an die vielen Plagiate des Science-Fiction-Klassikers ALIEN – DAS UNHEIMLICHE WESEN AUS EINER ANDEREN WELT, der sich vor allem wegen dem von HR GIGER entworfenen Filmmonster einen Platz in den Herzen vieler Filmfans sichern konnte. Selbstverständlich hat RIDLEY SCOTT weder an UFO – ES IST HIER gearbeitet, noch dürfte er den Film überhaupt gesehen haben. Hinter dem Wackelkamera-Krimi steckt nämlich ein deutscher Filmemacher, der bereits mit DIE PRÄSENZ einen kleinen Erfolg feiern konnte. Der deutsche Geisterfilm schaffte es bis in die Kinos und erhielt reichlich Lob. Weil die Rezeptur aus Grusel in Kombination mit Found-Footage gut ankam, wird die Erfolgsformel auch gleich beim nächsten Streich angewandt. UFO – ES IST HIER besitzt all das, was man eben von Filmen dieser Art erwartet. Das bedeutet: schlechte Ausleuchtung, viel Geschrei und natürlich Gewackel, Gewackel und nochmals Gewackel. Doch hat der Film überhaupt etwas Neues zu erzählen?
 
 
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BLAIR WITCH PROJEKT lässt grüßen. Bei UFO handelt es sich um gefundenes – freilich fiktives – Videomaterial, das man 2015 in einer Scheune in den belgischen Ardennen gefunden hat. Darauf zu sehen: die fasziniere Entdeckung einer Gruppe Filmstudenten, die aber auch ihre Letzte sein wird. Eigentlich wollten die Kommilitonen eine Zoo-Dokumentation drehen. Bis sich die Tiere in ihren Käfigen merkwürdig verhalten. Der Grund ist schnell gefunden. Eine rätselhafte Himmelserscheinung macht den Tieren Angst, was aber das Interesse der Studenten weckt. Die vermuten einen herabfallenden Meteor und versuchen den Einschlagsort des Gesteins zu orten. Nach Stunden vergeblicher Suche, findet man den Krater. Doch die Nacht ist schneller da, als gedacht. Weil man die Hand nicht mehr vor Augen sieht, beschließt man das Nachtlager aufzuschlagen und die Untersuchungen am nächsten Tag vorzusetzen. Leider kommt natürlich alles anders, als gedacht. Etwas nicht Menschliches hat im Wald Zuflucht gesucht und ist nicht zu Scherzen aufgelegt. Kein gutes Omen für die fünf Freunde, die den Kampf gegen etwas aufnehmen müssen, das nicht von dieser Welt ist. Ob sie unbeschadet nach Hause finden werden?
 
 
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Besser gut geklaut, als schlecht neu erfunden. Wie bereits schon in THE BLAIR WITCH PROJECT werden Ereignisse pseudodokumentarisch aufbereitet. Der Zuschauer bekommt die Geschehnisse durch die Handkamera zu sehen, die einer der Protagonisten bei der Flucht vor Aliens mit sich führt. Das ist Found-Footage-typisch und nach wie vor eine gute Methode, um den Zuschauer in die Handlung einzubeziehen. Dem wird durch die permanente Egoansicht das Gefühl vermittelt, als wäre er selbst Teil der Gruppe. Leider hat die gewöhnungsbedürftige Ansicht auch so seine Tücken, denn stabile Bilder gibt es nur selten zu sehen. Hinzugesellen sich abrupte Schnitte und konfuses Geschüttel, das vor allem in hektischen Momenten aus dem Ruder läuft und das Folgen der Handlung erschwert. Doch nicht alles ist schlecht. Hervorzuheben wären die gut gewählten Darsteller, die zur Abwechslung auch mal was können. Die scheinen ab und an zu improvisieren, was UFO – ES IST HIER authentisch erscheinen lässt. Authentisch sind auch die simplen, aber immerhin handgemachten Spezialeffekte, die zu keiner Zeit ihre Wirkung verfehlen. Da kommen ominöse Alien-Eier vor die Linse und plötzliches Alien-Tohuwabohu, das wie aus dem Nichts vor die Kamera erscheint, lässt kurz in den Sessel rutschen. UFO erfindet definitiv nicht das Rad neu, macht aber seine Sache nicht unbedingt schlecht. Vergleicht man den Streifen mit den vielen überflüssigen Found-Footage-Filmen der letzten Jahre, kommt diese deutsche Produktion sogar noch besser weg, als so manch übler Wackel-Unsinn aus Übersee. Wer sich beim Vorgänger DIE PRÄSENZ aus der Mache von DANIELE GRIECO gut unterhalten gefühlt hat und immer noch nicht die Nase rümpft, wenn er allein nur das Wort „Found Footage“ liest, macht auch mit UFO – ES IST HIER definitiv nichts falsch. Na also, die Deutschen können auch anders, als immer nur Arthaus, Komödie und Anspruch.
 
 
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UFO – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Joar, ist halt ein Found-Footage-Film – nur eben ein deutscher. UFO – ES IST HIER ist ein Found-Footage-Mix aus THE THING, BLAIR WITCH PROJECT und ALIEN, der mit kleinem Budget große Wirkung erzielen will. Die für dieses Subgenre bekannten Regeln werden eingehalten, Protagonisten verhalten sich nicht immer nachvollziehbar und Handyempfang ist in entscheidenden Momenten nicht vorhanden, wenn Hilfe benötigt wird. Trotz Gewackel, schlechtem Bild und Klischees kann UFO etwas, was vor allem den guten Darstellern zu schulden ist, die so authentisch und sympathisch agieren, dass man meinen könnte, sie schon jahrelang zu kennen. Für knapp 100.000 Euro Budget gibt’s obendrauf seichte Gruselatmosphäre und einige geschickt getrickste Spezialeffekte. Schon beachtlich, wenn man bedenkt, dass man für gleiches Geld in Hollywood gerade mal eine vernünftige Putzfrau bekommt, die nach den Dreharbeiten das Filmset reinigt. Für Fans des mittlerweile zu oft genutzten Found-Footage-Stilmittels durchaus einen Blick wert, weil UFO innerhalb seiner Möglichkeiten einige ganz cleverer Schocks zu bieten hat. Wer ohnehin genervt von Filmen mit Wackel-Gimmick ist, dürfte auch mit UFO – ES IST HIER nichts anzufangen wissen, dafür sträubt sich der Alien-Grusler vor frischen und neuen Ideen. Da kann man nur hoffen, dass Regisseur DANIELE GRIECO als nächstes mal einen richtigen Horrorfilm ohne den unnötigen Found-Footage-Schnickschnack dreht. Könnte vermutlich ein deutsche Indie-Hit werden.
 
 
 


 
 
 

UFO – Zensur

 
 
 
In UFO – ES IST HIER gibt es nicht viel Grausames zu sehen. Der Film hat in seiner ungeschnittenen Dassung eine Freigabe ab 16 Jahren erhalten. Die ist auch berechtigt und angemessen.
 
 
 


 
 
 

UFO – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) M-Square Pictures | daredo (Soulfood)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Ufo – Es ist hier; Deutschland 2016

Genre: Horror, Science Fiction

Ton: Deutsch DD 5.1

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 1.78:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 87 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover | Erstauflage im Schuber

Extras: Behind the Scenes – Interviews mit dem Regisseur (deutsch), Behind the Scenes – Interviews mit dem Regisseur (englisch), Audiokommentar des Regisseurs, M-Square Trailershow

Release-Termin: 28.10.2016

 

UFO – ES ist hier [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

UFO – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

(Die Rechte für alle Grafiken liegen bei M-Square Pictures | daredo (Soulfood))

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Alien Abduction (2014)
 
Absence (2013)
 
The Blair Witch Project (1999)
 


Filmkritik: „Sindbad und das Auge des Tigers“ (1977)

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SINDBAD UND DAS AUGE DES TIGERS

(SINDBAD AND THE EYE OF THE TIGER)

Story

 
 
 
Seefahrer Sindbad will sein Leben als Stoff von Heldengesängen an den Nagel hängen, sesshaft werden und reist an den Hof eines benachbarten Reiches. Dort wartet seine Holde, die Prinzessin. Leider gibt´s dort auch eine böse Stiefmutter, die mit Hilfe finsterer Mächte die Angehörigen der Königsfamilie in Tiere verwandelt hat. Legenden berichten von einem Einsiedler, der die Hexerei umkehren kann. So machen sich Sindbad und seine Crew auf eine weitere große Reise, die sie in phantastische Inselreiche voller mythischer Kreaturen und kampflüsterner Monster führt. Sogar den verschollenen Kontinent Hyperborea besucht man auf der Suche nach der Rettung von Sindbads Zukunft als Ehemann und Throninhaber.
 
 
 


 
 
 

SINDBAD UND DAS AUGE DES TIGERS – Kritik

 
 
 
Die Katze aus dem Sack, bitte: SINDBAD UND DAS AUGE DES TIGERS ist ein Ray-Harryhausen-Film. Natürlich ist er das. Der 2013 verstorbene Gründervater des Stop-Motion-Effekts dürfte wohl der einzige Tricktechniker aus Hollywood oder anderorts sein, dessen Name zum Synonym der Filme geworden ist, in denen seine Arbeit zu sehen war. Die Namen der verschiedenen durchgereichten Regisseure sind da eher Nebensache. Jene der Hauptdarsteller ehrlich gesagt auch. Hat sich aber keiner dran gestört. Ganz im Gegenteil. Mancher zum Zerkrümeln langweilige Sonn- oder Feiertag konnte Kindern in aller Welt mit den phantasievollen Orient-Märchenfilmen und ihren über den Bildschirm zuckelnden Monstrositäten aus Tausendundeinernacht erträglicher gestaltet werden. Konsequenterweise fungierte der Effekt-Pionier hier auch als Co-Autor des Drehbuchs und sogar als Produzent. Somit war gesichert, wo bei SINDBAD UND DAS AUGE DES TIGERS die Prioritäten zu liegen haben.
 
 
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Der Film ist – dankenswert – eine Revue der unendlich kreativen Stop-Motion-Effekte aus erklärter Großmeister-Werkstatt. Die Finanzmenschen der Columbia Studios hatten ihrem dritten Sindbad-Film 1977 großzügige sieben Millionen Dollar Budget genehmigt. Das ist für diese Zeiten mehr als ordentlich. Zudem es sich um einen an ein kindliches Publikum adressierten Film handelt. Mit dem Geld konnten Regisseurs-Handwerker Sam Wanamaker und seine Mannschaft wunderbar stimmige Drehorte im Nahen Osten und in der Mittelmeerregion ins Auge der Kamera rücken. Die antike Felsenstadt Petra, im heutigen Jordanien gelegen, findet sogar explizit Erwähnung in der Handlung. Die Besetzung, wie erwähnt, zweitrangig. John Philip Law hatte 1977 keine Lust, den tollkühnen Märchenhelden aus Bagdad nochmal zu geben. Also fiel die Titelrolle an den armen Patrick Wayne, zeitlebens geschlagen mit dem übermächtigen Schatten seines Vaters: Western-Volksheld und ewiges Idol amerikanischer Konservativer: John Wayne. Junior macht seine von vornherein mit Einschränkungen versehene Sache gut, genau wie die über-hübsche James-Bond-Gespielin Jane Seymour an seiner Seite oder auch Peter Mayhew, der seine zweizwanzig kurz darauf ins berühmte Fellkostüm des Chewbacca am Set von KRIEG DER STERNE wickeln sollte.
 
 
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SINDBAD UND DAS AUGE DES TIGERS – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Die Orient-Abenteuer aus dem Schoß der Columbia-Studios sind in etwa sowas wie die amerikanischen Gegenstücke zu den hierzulande so beliebten Märchenfilmen aus der Sowjetunion oder der Tschechoslowakei. Ray Harryhausens Spezialeffekte im Stop-Motion-Stil bilden das Zentrum der Sindbad-Filme und wissen auch heute noch mit ihrem (inzwischen leicht antiquierten) Charme zu begeistern. SINDBAD UND DAS AUGE DES TIGERS besitzt die magische Fähigkeit, den Zuschauer zurück in die verregneten Fernsehnachmittage der Kindheit zu versetzen. Was will man von einem Film für kleine und große Kinder noch mehr?
 
 
 


 
 
 

SINDBAD UND DAS AUGE DES TIGERS – Zensur

 
 
 
Auch die nun erhältliche Blu-ray zu SINDBAD UND DAS AUGE DES TIGERS ist ungeschnitten und – wie bereits zur Kinoaufführung im Jahr 1977 – frei ab 6 Jahren.
 
 
 


 
 
 

SINDBAD UND DAS AUGE DES TIGERS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
sindbad-und-das-auge-des-tigers-bluray

(c) Koch Media Home Entertainment | Explosive Media (KeepCase mit Schuber)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Sinbad and the Eye of the Tiger; Großbritannien | USA 1977

Genre: Fantasy

Ton: Deutsch DTS-HD MA 2.0 (Mono), Englisch DTS-HD MA 2.0 (Mono)

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.85:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 113 Min.

FSK: FSK6 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover | Erstauflage im Schuber

Extras: The Harryhausen Chronicles (ca. 58 Min.), This is Dynamation Featurette (ca. 3:30 Min.), Bildergalerie (HD, ca. 2 Min.), Original Kinotrailer (ca. 2 Min.)

Release-Termin: 01.12.2016

 

Sindbad und das Auge des Tigers [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

SINDBAD UND DAS AUGE DES TIGERS – Trailer

 
 

 
 

Christian Ladewig

(Die Rechte für alle Grafiken liegen bei KOCH MEDIA HOME ENTERTAINMENT | EXPLOSIVE MEDIA)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Sindbads fünfte Reise (2014)
 
Sindbads gefährliche Abenteuer (1973)
 
Sindbads siebente Reise (1958)
 
Kampf der Titanen (1981)
 


Filmkritik: „Night of Something Strange“ (2016)

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NIGHT OF SOMETHING STRANGE

Story

 
 
 
Einige notgeile Freunde infizieren sich auf der Reise zum Spring Break mit einem hochansteckenden Zombievirus.
 
 
 


 
 
 

NIGHT OF SOMETHING STRANGE – Kritik

 
 
 
Es scheint Regisseure zu geben, denen nichts peinlich ist. Man denke an die vielen High School- und College-Komödien, die sich seit den Erfolgen der AMERICAN PIE-Filme mit Scherzen weit unter der Gürtellinie gegenseitig Konkurrenz machen wollen. Wer aber meint, dass die Ejakulation in einen Apfelkuchen die Spitze geschmackloser Absurditäten gewesen ist, hat wohl noch nicht NIGHT OF SOMETHING STRANGE gesehen. Diese Indie-Produktion zeigt eindrucksvoll, dass Niveau noch weitaus tiefer sinken kann, als man es sich je zu träumen gewagt hat, denn was man hier vor die Linse bekommt, hat man definitiv noch in keinem Horrorfilm zu sehen bekommen. Hinter der intellektbefreiten Trash-Gurke steckt Newcomer JONATHAN STRAITON. Der hofft mit Zombies, Splatter und Ekel Käufer zu finden und hat für knapp 40.000 US-Dollar Budget Mülltonnen-Horror gemacht, der zumindest auf technischer Ebene überzeugen kann. Trotz zweifelhafter Ekel-Show verblüfft NIGHT OF SOMETHING STRANGE mit souveränem Umgang von Schnitt, Musik und Kamera. Die lassen den Film nämlich nach deutlich mehr ausschauen, als er gekostet hat. In dieser Hinsicht ist der Streifen vielen Low-Budget-Filmen und Indie-Produktionen weit voraus. Dennoch bleibt ein übler Nachgeschmack, weil peinliche Dialoge und noch peinlichere Ideen der versierten technischen Machart den Rang ablaufen.
 
 
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Von immergeilen Stereotypen und einem Zombievirus, der eigentlich keiner ist. NIGHT OF SOMETHING STRANGE erzählt eine Geschichte, die so oft abgespult wurde, dass man sie auch in einem Satz zusammenfassen könnte. Mal wieder machen sich einige oberflächlich charakterisierte Teenager auf, um bei Alkohol und Sonnenschein zu feiern. Doch die feucht-fröhliche Spring Break-Party werden die Jugendlichen nie erreichen, denn eine unbekannte Bedrohung folgt ihnen auf dem Weg. Ein Virus in Form einer Geschlechtskrankheit zwingt die naiven Partygänger in die Knie. Während man in einem abgelegenen Motel Rast einlegt und ungeniert durch die Betten springt, schlägt die Krankheit zu und verwandelt die Freunde in aggressive Monster. Die kennen nur eins: töten, töten, töten. Große Erklärungen bedarf es nicht, denn die Ursache des Übels wird bereits im Prolog erwähnt. Ein triebgesteuerter Hausmeister vergeht sich im Leichenschauhaus an einer attraktiven Toten und wird so zum Überträger. Sollte hier jemand mahnende Worte zum Thema ungeschützten Geschlechtsverkehr und seine Folgen vernehmen, kann er diese getrost streichen. In Anbetracht der vielen Geschmacklosigkeiten im Film, waren die wohl mit Sicherheit nicht beabsichtigt.
 
 
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Die Idee zum Film kam Filmemacher JONATHAN STRAITON bereits vor vielen Jahren. Um genau zu sein 2007, als ROBERT RODRIGUEZ und QUENTIN TARANTINO das vielgelobte Grindhouse-Projekt bestehend aus PLANET TERROR und DEATH PROOF in die Kinos brachten. Auch Straiton wollte ein ähnliches Double-Feature zusammen mit Produzent RON BONK drehen und hatte bereits die Idee von einer Geschlechtskrankheit im Kopf, die sich wie ein Zombievirus unkontrolliert ausbreiten sollte. Letztendlich legte man das Vorhaben aber auf Eis und machte aus NIGHT OF SOMETHING STRANGE dann doch einen eigenen Spielfilm, der sich vor jenen Streifen verbeugen sollte, mit denen die beiden Filmemacher aufgewachsen waren: die Horrorfilme der 1980er. Trotz Herzensprojekt ist JONATHAN STRAITON mit dem Regiedebüt kein Hit gelungen. Hier werden hilflose Menschen angepinkelt, Leichen begattet, in Gesichter gekotet und blutgetränkte Tampons zum Mitternachtssnack geifernder Zombiefurien umfunktioniert. Nein, NIGHT OF SOMETHING STRANGE ist definitiv nichts für Feingeister und die, die es meinen zu sein. Der Film versucht mit pubertärer Fäkal- und Ekelunterhaltung bei Laune zu halten und ist dabei nicht einmal gut darin. Das Gebotene wirkt in seiner plumpen Einfachheit und zeigefreudigen Schamlosigkeit vielerorts beschämend und die vielen Geschmacklosigkeiten erzielen zu keiner Zeit den Effekt, den sich Macher JONATHAN STRAITON wohl gewünscht hat. Gute Lacher bleiben nämlich aus, was nicht gerade für NIGHT OF SOMETHING STRANGE spricht, der sogar als Horrorkomödie beworben wird. Zu Lachen gibt es herzlich wenig, außer man ist so einfach gestrickt, um sich darüber amüsieren zu können, wie sich ein testosterongesteuerte Womanizer im Film in ein dunkles Hotelzimmer schleicht und statt einer der heißen Bräute versehentlich den dicken Fettsack penetriert. Das ist selbst mit fünf Flaschen Bier intus definitiv nicht komisch.
 
 
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NIGHT OF SOMETHING STRANGE – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Trashiger Splatter-Mix aus EVIL DEAD, CABIN FEVER und NIGHT OF THE DEMONS, der zwei Dinge voraussetzt: einen gute Magen und Hang zu pubertärem Humor. Von – ohne Mist – Säure speienden Vaginas bis gefräßigen Penissen gibt es hier allerhand abartiges Zeug zu sehen, was bei den meisten erwachsenen Zuschauern auf Unverständnis stoßen dürfte. NIGHT OF SOMETHING STRANGE ist einer dieser geschmacklosen Produktionen, die man so ähnlich – wenn aber oft mit immerhin Gesellschaftskritik – in den 1980ern von TROMA zu sehen bekommen hat. Das kultige Trash-Studio steckt diesmal nicht dahinter. Stattdessen fügt Regisseur JONATHAN STRAITON (der sich übrigens die hirnrissige Story zum Trash-Debakel ausgedacht hat) eine Schippe bildgewaltiger Abartigkeit hinzu und versucht mit Ekelrezeptur zu polarisieren. Ekel wird hier weniger durch professionelle Gewalt- und Spezialeffekte bewirkt. In diesem Film sind es vor allem Körperflüssigkeiten und Fäkalhumor die Brechreiz verursachen. NIGHT OF SOMETHING STRANGE beweist mehr als deutlich, dass man nicht sonderlich helle sein muss, um das Interesse von Horrorfans zu wecken. Was hier über die Mattscheibe flimmert, entspricht in etwa der Kreativität und Phantasie eines pubertierenden 14-Jährigen, der es offenbar lustig findet, wenn in weibliche Geschlechtsorgane getreten wird bis der Schuh darin stecken bleibt. Was hier an unterirdischer Platt- und Dummheit zelebriert wird, ist kaum in Wort zu fassen – zumal der Quatsch auch kein Ende finden will. Knapp 100 Minuten zieht sich der cineastische Irrsinn, der zudem auch keinen Spannungsbogen besitzt und sich zäh von Geschmacklosigkeit zu Geschmacklosigkeit hangelt. Da ist es schon fast grotesk zu behaupten, dass die Streifen aus den schundigen SYFY und THE ASYLUM-Studios im Vergleich zu dem was hier geboten wird, ernstzunehmende Filmkunst sind. Demzufolge ist NIGHT OF SOMETHING STRANGE auch nur für jene zu empfehlen, die auch wirklich gar keinen Geschmack besitzen. Selbst von schlechtem Geschmack ist dieser Zombie-Schiss nämlich weit entfernt.
 
 


 
 
 

NIGHT OF SOMETHING STRANGE – Zensur

 
 
 
In NIGHT OF SOMETHING STRANGE wird zwar etwas an Splatter gezeigt. Der ist aber derart überzogen, dass es keine Probleme geben mit einer ungeschnittenen Freigabe geben dürfte. Man darf aber – vor allem wegen des sehr ekelhaften Humors – eine Erwachsenenfreigabe erwarten. Keine Jugendfreigabe.
 
 
 


 
 
 

NIGHT OF SOMETHING STRANGE – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen, Szenenbilder liegen bei Hurricane Bridge Entertainment)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Ghost Team One (2013)
 
Hell Baby (2013)
 
Bloody Bloody Bible Camp (2012)
 
Piranha 3DD (2012)
 
Tucker and Dale vs. Evil (2010)
 
Scary Movie (2000)
 
Scary Movie 2 (2001)
 


Filmkritik: „Drifter“ (2016)

drifter-2016-posterPoster-Copyright: ©Jonathan B Perez
 
 
 

DRIFTER

Story

 
 
 
Zwei Brüder verirren sich in die Höhle des Löwen. In einer verlassenen Wüstenstadt geraten sie in die Fänge gewissenloser Psychopathen, die ihre ganz eigenen Willkommensrituale mit Durchreisenden zu feiern pflegen.
 
 
 


 
 
 

DRIFTER – Kritik

 
 
 
Wie hätte sich das moderne Horror-Genre wohl entwickelt, wenn es nicht Regisseure wie WES CRAVEN, JOHN CARPENTER oder TOBE HOOPER gegeben hätte, die Generationen schockiert und so dem Horrorfilm zur Popularität verholfen haben? Letztgenannter brachte mit dem College-Film THE TEXAS CHAINSAW MASSACRE 1974 einen einflussreichen Wegbereiter des modernen Angstkinos in die Lichtspielhäuser, der nicht nur maßgeblich am Erfolg schmuddeliger Exploitation-Filme beteiligt war. Hoopers Paradebeispiel für kompromissloses Terrorkino polarisierte die Zuschauer und inspirierte ungezählte Filmemacher, mal mehr, mal weniger gelungene Plagiate des fix berüchtigt gewordenen Kettensägenmassakers zu drehen. Weit über 40 Jahre später hat sich da nichts geändert, wie der Indie-Horror DRIFTER beweist. Der lockt zwar nicht mit einem verheißungsvollen Massaker im Titel, ist aber bei genauerer Betrachtung nichts weiter als eine Neuinterpretation des Klassikers aus der Mache TOBE HOOPERS.
 
 
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Die zwei Brüder Miles (ARIA EMORY) und Dominic Pierce (DREW HARWOOD) kämpfen ums Überleben. In einer Zeit, in der die Welt kurz vor dem Untergang steht. Sie sind auf der Suche nach den Übeltätern, die für den Tod des geliebten Vaters verantwortlich sind und schlagen sich durch trostlose Wüstenlandschaften in denen es keine Freunde, sondern nur Feinde gibt. Nachdem ihnen mal wieder einige Fieslinge ans Leder wollen und Miles an der Hand verletzt wird, muss ein Arzt her. Doch den zu finden scheint in einem standesgemäßen Weltuntergangsszenario wie diesem schier unmöglich zu sein. So reisen die Brüder durchs Land und geraten in eine Geisterstadt, die ihnen zum Verhängnis wird. Eine Gruppe Kannibalen treibt dort ihr Unwesen und nimmt keine Gefangenen. Im übertragenen Sinn. Tatsächlich überwältigen sie die Brüder und verschleppen sie in ihren Bau. Was ihnen dort widerfährt, dürften Filmkenner bereits aus erwähntem TEXAS CHAINSAW MASSAKER sowie dessen Fortsetzungen und Prequels kennen.
 
 
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Wüsten-Massaker – nur ohne Kettensäge diesmal. Nein, DRIFTER ist trotz des Bades in der Reminiszenz keine Katastrophe. Ganz im Gegenteil. Regisseur CHRIS VON HOFFMANN hat mit seinem Spielfilmdebüt einen passablen Terrorfilm geschaffen, der vor allem durch seine durchdachte Optik zu bestechen weiß. Zu sehen gibt es durchgestylte Bilder, ungewöhnliche Kamerablickwinkel und ein schwüles Wüsten-Setting, das hin und wieder an den nachgerückten und bisher kommerziell erfolgreichsten Teil der Mad-Max-Reihe erinnert: MAD MAX – FURY ROAD. Unterstrichen wird das für Indie-Verhältnisse visuelle beeindruckende Treiben von grummelnden Bässen, Synthesizer-Klängen und verstörenden Soundeffekten, die unverkennbar durchscheinen lassen, wer Einfluss auf den Regisseur gehabt haben muss. So dürften Filmkenner akustische Anleihen zu Klassikern wie SUSPIRIA (während des Abspanns) oder dem Frühwerk des JOHN CARPENTER erkennen.
 
 
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Auf der Crowdfunding-Seite zu DRIFTER gab Filmemacher CHRIS VON HOFFMANN weiterhin zu verstehen, dass ihn aber auch Regisseure wie MARTIN SCORSESE, WILLIAM FRIEDKIN, JEAN-PIERRE MELVILLE und ABEL FERRARA beeinflusst haben sollen. DRIFTER zumindest haben die vielen Inspirationsquellen gut getan, denn die für Terror- und Backwood-Horror untypische Kulisse in Kombination mit der gelungenen akustischen Untermauerung, stellt eine gelungene Abwechslung zum teils bedeutungslosen Horror-Brei dar, der heute beinahe täglich ins Händlerregal gestellt wird. Da sieht man doch verständnisvoll darüber hinweg, dass DRIFTER im Mittelteil ein wenig schwächelt. Aufgrund der visuellen Raffinessen verliert der Regieneuling ab und an das Drehbuch aus den Augen. Das macht sich durch Leerlauf und Tempoeinbußen bemerkbar. Doch der nächste Gewaltmoment lässt nicht auf sich warten. Die sind im Film reichlich vorhanden und dürften wegen ihrer professionellen Machart Fans fürs grobe Gewaltkino zufriedenstellen. Wer sich an die härtere Gangart eines TEXAS CHAINSAW MASSACRE – THE BEGINNING gewöhnt hat, dürfte sich auch bei DRIFTER gut aufgehoben fühlen. In Sachen filmischer Kompromisslosigkeit hat Regisseur, Drehbuchautor und Produzent CHRIS VON HOFFMANN sich manchen Handgriff und Einfall von den Altmeistern abgeschaut.
 
 


 
 
 

DRIFTER – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
MAD MAX trifft auf TEXAS CHAINSAW MASSACRE. Das sind zumindest neben WOLF CREEK und THE PROPOSITION zwei weitere Titel, die der Regie-Newcomer im Informationstext seiner Crowdfunding-Kampagne aufzählt und die ihn zum Dreh seines Debütstreifens DRIFTER inspiriert haben sollen. Offensichtlich scheint er damit reichlich Interesse beim Horrorfilmliebhaber geweckt zu haben, weshalb Filmfans auf einer bekannten Crowdfunding-Plattform Geld spendeten, damit DRIFTER fertiggestellt werden konnte. Trotz bekannter Verweise ist DRIFTER aber dann doch mehr TEXAS CHAINSAW MASSACRE mit Protagonisten aus dem Modelkatalog, die nacheinander mit diversen Schieß- und Schneideutensilien ausradiert werden. Das allein ist natürlich nicht der Rede wert, wäre da nicht die versierte Symbiose aus Technik, Optik und Akustik. Diese Kombination lässt den Film nach deutlich mehr ausschauen, als er vermutlich gekostet hat und hebt ihn aus der grauen Masse an beliebigen Backwood- und Terrorstreifen hervor. Talent und Erfahrung zahlen sich eben aus. Letzteres hat Regisseur, Drehbuchautor und Produzent CHRIS VON HOFFMANN ausreichend während der Arbeit zu diversen Kurzfilmen gesammelt, die er mit viel Liebe zum Genre inszeniert hat. Mit einigen davon gewann er sogar Preise auf einschlägigen Festivals. Chapeau!
 
 


 
 
 

DRIFTER – Zensur

 
 
 
Wie es sich für einen TEXAS CHAINSAW MASSACRE-Klon gehört, geht es auch in DRIFTER nicht gerade zimperlich zur Sache. Von einem abgeschlagenen Schädel, über Einschusswunden bis zu übel zugerichteten Leichen und Gesichtern gibt es einige äußerst schmerzhafte Spezialeffekte zu sehen. Hierzulande dürfte das aber für eine Erwachsenenfreigabe reichen, ohne das geschnitten werden muss.
 
 
 


 
 
 

DRIFTER – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen, Szenenbilder liegen bei Green Star Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Blutgericht in Texas (1974)
 
Kill, Granny, Kill! (2014)
 
The Redwood Massacre (2014)
 
Wolf Creek 2 (2014)
 
Michael Bay’s Texas Chainsaw Massacre (2003)
 
Texas Chainsaw 3D
 


Filmkritik: „Blutnacht – Das Haus des Todes“ (1972)

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BLUTNACHT – DAS HAUS DES TODES

(SILENT NIGHT, BLOODY NIGHT | NIGHT OF THE DARK FULL MOON)

Story

 
 
 
Ein junger Kerl erbt das Haus seines Großvaters, das schon in dessen Jugend kein schöner Ort war. Noch früher war in dem Kasten gar eine Klapsmühle untergebracht, die maßgeblich forensisch Betroffenen bewachtes Obdach geboten hatte. Opa hat dort dann auch ein schreckliches Ende gefunden. Großbrand, Ursache unbekannt. Jedenfalls übernimmt der geschäftstüchtige Enkel eine ganze Zeit nach dem Unfall die unsympathische Immobilie und will sie zügig verkaufen. Gefällt den Anwohnern überhaupt nicht. Der angegriffene Kasten gilt als verflucht, soll laut deren Meinung aber bitte in Familienbesitz bleiben. Seltsam. Wie bestellt bricht aus der nächsten aktuell in Betrieb befindlichen Psychiatrie ein Schlitzer aus und macht Tabula Rasa in der Gemeinde. Offenbar kennt der wiederum die Hintergründe für die Katastrophen, die auch den Großvater röststeten.
 
 
 


 
 
 

BLUTNACHT – Kritik

 
 
 
BLUTNACHT – DAS HAUS DES TODES (Original: SILENT NIGHT, BLOODY NIGH) ist ein klassischer Fall eines unter dem Radar durchgeflogenen Films. Falsche Zeit, falscher Ort; und das gleich mehrfach. Seine Veröffentlichung auf VHS erlebte der Film mit dem so ungemein austauschbaren deutschen Titel weiland am abebbenden Ende der Slasher-Zeit. Hier liegt auch die Erklärung dafür, dass er maßgeblich von Horror-Fans gesichtet wurde, die sich jeden Film mit maskierten und messerschwingenden Bekloppten plus den Verstümmelungs-Exzessen á la TOM SAVINI im Kopf antun wollten. Da war THEODORE GERSCHUNYS kantiger Seventies-Reißer natürlich völlig vorbei an Trend und Stimmung. Zwar gibt´s hier auch einen übergeschnappten Mörderer und die Splattereffekte lagen deutlich über dem, was zeitgenössische Regisseure den Mägen ihrer Autokino-Zuschauer zumuteten (wenn sie nicht gerade Herschell Gordon Lewis hießen), man ließ der Handlung im Vergleich zu Jason siebenunddreißig aber viel Luft zum atmen. Atmosphärisch lässt sich auch nichts aussetzen – wenn man weiß, was man von einem Independent-Horrorfilm aus den frühen Siebzigern zu erwarten hat, dessen einziger Schauspieler mit gewissem Bekanntheitsfaktor das in seiner Rollenwahl über Jahrzehnte hinweg berüchtigt völlig schmerzfreie Schlachtross JOHN CARRADINE ist. Der Charme eines solchen Kleisterwerks ist krude, wie man so sagt. Poliert ist hier nichts und niemand, keine Kante all zu gerade. Aber stört das?
 
 
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Mitnichten! Verwirrende Entwicklungen auf jeden Fall, die BLUTNACHT – DAS HAUS DES TODES sowohl den Freunden des klassischen Horrors als auch den Videotheken-Splatter-Fetischisten durch die Lappen gehen ließ. Den einen was zu sudelig, den anderen nicht sudelig genug. Schade. Regisseur THEODORE GERSCHUNY (1933-2007), ansonsten einigen noch bekannt als Mann hinter dem für das frühe TROMA gedrehte gefertigte, an ein Bühnenstück erinnernde Erotik-Lustspiel SUGAR COOKIES, war ein mit Ex-Warhol-Girl und B-Film-Ikone Mary Woronov verheirateter Künstler, der sich nur nebenbei mit dem Medium Film beschäftigte. Seine Credits sind nicht sehr umfangreich. Vielleicht erklärt sich so die so untypische Gestalt seines Horrorfilms hier.
 
 
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BLUTNACHT – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Horrorfilm-historisch interessanter Grindhouse-Schocker, in dessen Verlauf sich altmodisch-atmosphärisch gelungener Spukhaus-Grusel und schweinischer Früh-Splatter immer wieder die Hand reichen. Jetzt findet eine schöne, limitierte Wiedergeburt des Films für den Heimkino-Markt, nachdem die Videokassette in wilden Slasher-Zeiten unverdient untergegangen war, statt. Hat er sich verdient, wie wir finden.
 
 


 
 
 

BLUTNACHT – Zensur

 
 
 
Auch BLUTNACHT – DAS HAUS DES TODES – der übrigens 2013 ein äußerst miserables Remake erhielt – hatte es in Deutschland nicht leicht. Er wurde hierzulande Anfang der 1980er erstmals auf VHS ungekürzt veröffentlicht. Doch wie die meisten Horrorfilme zu jener Zeit hatten Zensurwächter auch mit diesem Titel so ihre Probleme. 1983 indizierte die BPjS den seltenen Horrorklassiker. 25 Jahre später wurde er vom Index gestrichen. Das sah das Label SCHRÖDER MEDIA zum Anlass ihn hierzulande noch einmal unter die Leute zu bringen. Die Blu-ray zu BLUTNACHT – DAS HAUS DES TODES ist trotz Kaufhausfassung ungeschnitten. Sammler und Nostalgiker können bedenkenlos zugreifen.
 
 
 


 
 
 

BLUTNACHT – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) WGF | Schröder Media (auf 1000 Stück limitiertes BD KeepCase im Schuber)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Silent Night, Bloody Night; USA 1972

Genre: Horror, Klassiker

Ton:Deutsch (DTS-HD Master Audio 2.0 Stereo), Deutsch (DTS-HD Master Audio 2.0 Stereo), Englisch (DTS-HD Master Audio 2.0 Stereo)

Untertitel: Keine

Bild: 1,78:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 85 Min.

FSK: FSK18 – keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover und Schuber

Extras: Originaltrailer (1:13 Min.)

Release-Termin: 11.08.2016

 

Blutnacht – Das Haus des Todes [Blu-ray im Schuber auf 1000 Stück limitiert] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 


 
 
 

BLUTNACHT – Trailer

 
 

 
 

Christian Ladewig

(Rechte für Packshot, Abbildungen und Szenenbilder liegen bei WGF | Schröder Media)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Silent Night, Bloody Night: The Homecoming (2013)
 
Vor Morgengrauen (1981)
 
Halloween (1978)
 
Black Christmas (1974)


Filmkritik: „Sie sind verdammt“ (1963)

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SIE SIND VERDAMMT

(THE DAMNED | THESE ARE THE DAMNED)

Story

 
 
 
Simon, ein amerikanischer Tourist, tatsächlich hat er nach einer Scheidung seine bürgerliche Existenz in den Staaten quasi aufgelöst, lässt sich in London nieder, wo er das attraktiv-freche Straßenmädchen Joan kennenlernt. Wie bestellt lockt ihn das Mädel in einen schlechteren Teil der Stadt. Hier lauert eine Bande grober Rockabilly-Rabauken, „Teddy Boys/Teds“, wie man in damals in England gesagt hat. Simon bekommt die Fresse voll und wird ausgeraubt. Chef der Bande ist der brutale King (der brutale Oliver Reed), passenderweise Bruder von Joan. Der in einem nicht näher bezeichneten Armeejob tätige Bernard und seine Freundin, die Abstrakt-Künstlerin Freya, kümmern sich um den blessierten Touristen. Um King zu provozieren, besucht Joan Simon auf seinem Mietboot und bricht mit ihm auf eine quasi-romantische Reise ins Ungewisse auf. Die Teds machen sich auf die Jagd, King als furcht einflößender Häuptling des Rocker-Stamms ist angegriffen. Hier beginnt der zweite und insgesamt wichtigere Handlungsstrang von „Sie sind verdammt“ seine Entfaltung. Sie legen an Land an und verstecken sich im Atelier Freyas, auf das sie zufällig stoßen. In der Nacht stürzen die beiden, weiterhin auf der Flucht vor King, von einer Klippe. Ihre Retter sind merkwürdige Kinder, die in einer weitläufigen futuristischen Militäreinrichtung leben und die beiden Verletzten mitnehmen. Bernards kameraüberwachte und streng geheime Militäranlage. Es stellt sich heraus, dass die Kinder, emotionslos, kühl und wenig lebendig, fast wie künstliche Menschen wirkend, eine ausgeklügelte, genetisch modifizierte Züchtung der Regierung sind. In ihnen liegt die Hoffnung, nach dem Dritten Weltkrieg den Homo sapiens am Leben zu erhalten. In der täglichen Kommunikation mit einem per Monitor zugeschalteten Wissenschaftler der Armee werden sie gedrillt auf „den Tag, an dem ihr alles verstehen werdet“.
 
 
 


 
 
 

SIE SIND VERDAMMT – Kritik

 
 
 
Für filmische Reaktionen auf die Tagespolitik, die sogenannte Realität also, war Hammer Films nicht unbedingt bekannt. Ist schon was anderes als heimelig-schaurige Vampir-Filme. Dementsprechend obskur auch „Sie sind verdammt“. Für die Story über die irre Bedrohung des Kalten Krieges holte man sich dann auch den fast genrefremden Joseph Losey auf den Regiestuhl. Eine Konstellation, die man sich so nicht ausdenken könnte. Joseph Losey (1909-1984), ein in Europa und den USA gleich-heimischer Regisseur (in Wisconsin geboren) dreht einen finsteren Science-Fiction-Schocker für Hammer Films! Zugegebenermaßen hatte man schon bei harmloseren Weltraumfilmen der Studio-Frühzeit zusammengearbeitet. Joseph Losey war einer der wenigen Filmemacher seiner Generation, deren Status als Auteur und Favorit der Kritik noch zu Lebzeiten anerkannt war. Schon früh unterhielt sich Losey offen mit der Presse über seine Filmideen und Einflüsse aus der Kinogeschichte. 1977 war er sogar an einem in Deutschland erschienenen Büchlein über sein Werk beteiligt. Sein bekanntester Film ist die äußerst giftige Charakterstudie „Der Diener“ (1963), in dem der immer traurig dreinschauende Schauspieler Dirk Bogarde als Butler die traditionell festgelegten Beziehungen zwischen Personal und Geldadel pervertiert. Sehr gut, genau wie sein 1951 veröffentlichtes Remake von Fritz Langs Weimarer Klassiker „M – Eine Stadt sucht einen Mörder“. In „Sie sind verdammt“ verwebt Losey die Science-Fiction der viele Jahrzehnte reale Angst vorm alles zerkrümelnden Atomschlag gekonnt mit den rüden, irgendwo aber noch im britischen Realismus fußenden Jugendbanden-Aggressionen der ersten Filmhälfte. Erinnert ein wenig an Lindsay Andersons bekannteren „If…“ (1968) und dessen überbordende Gewaltfantasien unter Internatsschülern in England. Kings fiese Teddys spiegeln anschaulich auf der kleinsten Ebene wider, aufgrund welcher negativer Charaktereigenschaften die Menschheit überhaupt darüber nachdenken muss, sich um ein Leben nach der Bombe zu kümmern. D.H. Lawrence´ in Deutschland recht unbekannter Endzeit-Roman „The Children Of Light“ galt als dem Film Vorlage. Sein bedrückender Ton, etwa, wenn die Kinder ihre Betreuer in den Strahlenschutzanzügen als „Schwarzen Tod“ bezeichnen, macht auch „Sie sind verdammt“ aus.
 
 
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SIE SIND VERDAMMT – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Nicht nur, weil der Film zur magischen Kategorie „nach dem Titel hat sich eine Punkband benannt“ gehört, ist „Sie sind verdammt“ ein wunderbares Scheibchen Plastik. Obwohl „The Damned“ schon was Größeres waren. Ein ungewöhnlicher und entdeckenswerter Film, bei dem man nicht darauf käme, es mit einer Produktion aus dem Hause Hammer zu tun zu haben. Ein faszinierender Mix aus britischer Tristesse und Science-Fiction, die zwischen verrückt und nachvollziehbar oszilliert.
 
 


 
 
 

SIE SIND VERDAMMT – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung auf DVD ist genauso ungeschnitten, wie die bisher im TV ausgestrahlten Fassungen des Films. Auf dem Cover der DVD-Erstveröffentlichung ist ein blauer FSK-Flatschen ausgedruckt. Der ist auch berechtigt, denn nach deftigen Gewaltmomenten sucht man vergebens – es handelt sich schließlich um einen Film von 1963.
 
 
 


 
 
 

SIE SIND VERDAMMT – Deutsche DVD

 
 
 
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(c) Explosive Media | Sony (DVD KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Damned | These are the Damned; USA 1963

Genre: Horror, Science Fiction

Ton:Deutsch (Dolby Digital 2.0 Mono), Englisch (Dolby Digital 2.0 Mono)

Untertitel: Keine

Bild: 2.2.35:1 anamorph 16:9, PAL

Laufzeit: ca. 91 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Bildergalerie seltener Artworks, Original Kinotrailer, Trailershow

Release-Termin: 28.08.2015

 

Sie sind verdammt (DVD Erstveröfentlichung) ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 


 
 
 

SIE SIND VERDAMMT – Trailer

 
 

 
 

Christian Ladewig

(Rechte für Packshot, Abbildungen und Szenenbilder liegen bei EXPLOSIVE MEDIA | SONY)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Das Dorf der Verdammten (1960)
 
Das Dorf der Verdammten (1995)
 


Filmkritik: „The Monster“ (2016)

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THE MONSTER

(THERE ARE MONSTERS)

Story

 
 
 
Ein zerrüttetes Mutter-Tochter-Verhältnis erlebt eine Wendung, als man nach einem Autounfall im Wald auf ein Monster stößt und jetzt mit vereinten Kräften ums Überleben kämpfen muss.

 
 
 


 
 
 

THE MONSTER – Kritik

 
 
 
Es ist mal wieder Zeit für einen guten Monsterfilm – so richtig mit Tiefgang und düsterer Stimmung, wollen wir sagen. Das alles und noch mehr wird nun endlich wieder in Form eines Indie-Horrorfilms in die Wohnzimmer gebracht, der den unaufhaltsamen Legionen der Monster-Heuler bekannter Trash-Verbrechern selbstbewusst den Mittelfinger zeigt. Das ist auch bitter nötig, haben vor allem Täter-Studios wie THE ASYLUM oder SYFY das Genre des Monsterfilms zu oft durch den Kakao gezogen, dass diese Art von Streifen – vor allem aufgrund der schlechten Effekte – komplett des Schreckens beraubt wurde. Da ist es für das blutende Horrorfan-Herz eine regelrechte Wohltat, wenn dann solche Filme gedreht werden, wie THE MONSTER (sollte anfangs eigentlich THERE ARE MONSTERS heißen). Dieser Kreaturen-Streifen quält nämlich mit all dem nicht, was die Werke der oben genannten Müllschmieden auszeichnen. Statt schlechter Effekte, mieser Darsteller und (unfreiwilliger) Komik werden endlich mal wieder Ernsthaftigkeit, Atmosphäre und gute Schauspieler geboten. Aufgrund der vielen schlechten Filme der letzten Zeit klingt das doch durchaus vielversprechend, oder?
 
 
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Und Monster gibt es doch! Das zumindest müssen Mutter und Tochter am eigenen Leib erfahren. Die beiden haben sich leider mit der Zeit vollkommen voneinander entfremdet. Mutter Kathy (ZOE KAZAN) säuft wie ein Loch und lebt perspektivlos in den Tag hinein, während die kleine Lizzy (beeindruckend: ELLA BALLENTINE) tatenlos zusehen muss, wie sich das nächste Familienmitglied selbst zerstört. Als sich nach einem Streit die Fronten verhärten, will das Mädchen nur noch eins: beim getrennt von der Mutter lebenden Vater aufwachsen. Doch die Reise ins neue Leben schlägt eine ebenso sonderbare wie grauenhafte Wendung ein. Auf der Fahrt zum Vater überkreuzt ein Wolf die Landstraße und verwickelt Mutter und Tochter in einen Autounfall. Zwar sitzt der erste Schock tief, aber Hilfe ist schnell gerufen. Leider hat das Schicksal aber andere Pläne mit der kleinen Familie. Während Kathy und Lizzy im defekten Auto geduldig auf Polizei und Krankenwagen warten, zieht im Wald eine bösartige Kreatur ihre Kreise. Ob noch rechtzeitig Rettung eintreffen wird?
 
 
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Was für ein verheißungsvoller Titel zu einem doch eher kleinen Film, der mit weniger als drei Millionen US-Dollar Budget produziert wurde. Hinter THE MONSTER steckt BRYAN BERTINO. Der hat dem Zuschauer mit THE STRANGERS und PLAY – TÖDLICHES SPIEL schon zweimal Albträume beschert und wandelt auch im dritten Streifen auf Horror-Pfaden. Wer jetzt aber meint, dass hier 08/15-Monsterfutter vorgesetzt wird, dürfte sich schnell eines besseren belehrt fühlen. THE MONSTER ist nämlich keines dieser stumpfsinnigen Machwerke, in denen dumme Figuren von schlecht animierten Computerkreaturen gejagt und verspeist werden. Ganz im Gegenteil. Der Filmemacher legt in der selbst geschriebenen Geschichte Wert auf Drama und Hirn. So zeichnet sich THE MONSTER – wie bereits auch schon das Debütwerk THE STRANGERS – nicht nur durch einen fesselnden Spannungsbogen aus, der Zuschauern wie Protagonisten einiges abverlangt. Letztere durchleben im Verlauf der Handlung eine entscheidende Entwicklung und finden inmitten von Angst und Terror wieder zueinander. Überhaupt ist hier das gefräßige Monster nur Beiwerk. THE MONSTER ist eher Familiendrama mit Horror-Elementen in dem das zerrissene Verhältnis einer Mutter und ihrer Tochter in den Mittelpunkt gerückt wird. Warum sich die Figuren voneinander entfernt haben, wird in Rückblenden geschildert. Dazwischen wird mit allen Mitteln gegen ein Wesen gekämpft, das sich erbarmungslos gegen alles und jeden wendet, der zur Rettung eilt.
 
 
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Ist das Wesen hier wirklich so echt, wie auf der Mattscheibe gezeigt? THE MONSTER lässt mehrere Interpretationsmöglichkeiten zu. So funktioniert der Film als lupenreines Monsterkino ebenso, wie als beunruhigender Blick in die Seele eines desorientierten Kindes, das sich auf eine verstörende Suche nach Liebe, Zugehörigkeit und Geborgenheit begibt. Das Monster ist da freilich nur Metapher für das seelische Ungleichgewicht eines verletzten Mädchens, das jeden Hoffnungsstrang verschlingt, an den sich die kleine Hauptdarstellerin klammert. Sieht man THE MONSTER mit diesen Augen, dürften schnell Erinnerungen zu Filmen wie THE BABADOOK oder THE NOONDAY WITCH wach werden. Auch hier wurden Monster als Metapher geschaffen, um das seelische und psychische Ungleichgewicht der Filmhelden zum Ausdruck zu bringen. Allein schon der Vergleich zu genannten Psychodramen wegen, sollten Zuschauer mit Vorliebe für intelligentes und Horror-Kino einen Blick wagen. THE MONSTER reiht sich in die Gruppe mutiger und mehrdeutiger Gruselstreifen ein, die sich siegessicher gegen den austauschbaren Horror-Markt behaupten wollen und können. Klein aber oho!
 
 
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THE MONSTER – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Hervorragend gespieltes Horror-Drama, das tiefgründiger ist, als es auf den ersten Blick scheint. Wer einen hektischen Horrorfilm mit deftigen Schocks erwartet, wird enttäuscht werden. THE MONSTER ist ein ruhig erzählter Gruselfilm mit psychologischem Einschlag, der mehr als nur eine Interpretation zulässt. Nach dem eher bescheidenen Found-Footage-Streifen PLAY – TÖDLICHES SPIEL, findet Regisseur BRYAN BERTINO zu eigentlicher Größe zurück. Mit THE MONSTER hat er einen sehenswerten, intelligent inszenierten Beitrag mit Substanz inszeniert, bei dem weit mehr dahintersteckt, als nur das Abhaken von Monster- und Horrorklischees. Was ruhig und subtil beginnt, wird ab der Halbzeit immer ungemütlicher und gipfelt in einem kompromisslosen Finale, dass vor allem für die kleine Hauptdarstellerin Qual, Erlösung und Neuanfang zugleich ist. Aufgrund der guten Darstellerleistung, dem cleverem Spannungsbogen und der permanent bedrohlichen Stimmung gibt es von uns eine Empfehlung. Wer Fast-Food-Horror mit blutigem Gemansche sucht, ist hier an der falschen Adresse. Auch wenn die beiden Hauptdarsteller – wie auch im Erstlingswerk des Regisseurs: THE STRANGERS – isoliert gegen das ultimativ Böse kämpfen müssen, bleiben ausufernde Gewaltexzesse aus. Dafür wird übrigens viel handgemachtes Kreaturen-Zeugs geboten. Das Ding im Film wurde nicht mittels Computer zum Leben erweckt, sondern besteht aus Elektronik und Kunststoff. Schon allein das macht THE MONSTER sympathisch über den BRYAN BERTINO übrigens folgendes schrieb: „Geschichten über die Angst vor dem Unbekannten sind mir die liebsten. Horror lässt die üblichen Verwicklungen des Lebens außer Acht und zwingt uns dazu, etwas Tieferes in uns selbst zu entdecken. Was ist uns wirklich wichtig im Leben? Angst zeigt es auf,“ (Quelle des Zitats: blairwitch.de).
 
 
 


 
 
 

THE MONSTER – Zensur

 
 
 
THE MONSTER bietet nicht das, was man sich bei einem Film mit diesem Titel vorstellt. Der Film beschert Gänsehaut vornehmlich auf subtilem Wege. Es gibt einen toten Wolf zu sehen, einen abgeschlagenen Arm und einige Attacken der Kreatur auf Menschen. Aufgrund der dunklen Kulisse und den schnellen Schnitten, erkennt man aber kaum, was die Kreatur da in den Wäldern mit seinen Opfern genau macht. Eine FSK16 ist demnach absolut realistisch.
 
 
 


 
 
 

THE MONSTER – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen in dieser Kritik liegen bei A24)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Babadook (2014)
 
Cujo (1983)
 
Burning Bright – Tödliche Gefahr (2010)
 
The Noonday Witch (2016)
 
The Descent – Abgrund des Grauens (2005)
 
Feed the Gods (2014)
 
Under the Bed – Es lauert im Dunkeln (2012)
 
Hypothermia – The Coldest Prey (2010)
 


Filmkritik: „The Unspoken“ (2015)

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THE UNSPOKEN

Story

 
 
 
Eine alleinerziehende Mutter zieht mit ihrem Sohn in ein unheimliches Haus, in dem viele Jahre zuvor eine Familie aus unerklärlichen Gründen verschwand. Kaum eingezogen, passieren – wer hätte das gedacht – wieder merkwürdige Dinge.

 
 
 


 
 
 

THE UNSPOKEN – Kritik

 
 
 
Nicht alle Kinderstars können sich auch als Erwachsene im Filmbusiness behaupten. Viele der kleinen Promis geben für den frühen Ruhm viel auf – vor allem ihre Kindheit. Demzufolge ist es heute keine Seltenheit mehr, dass viele von ihnen vom rechten Weg abkommen und im Alkohol- oder Drogensumpf landen. Seit es Filme gibt und seit darin Kinder zu sehen sind, haben sich so drei Arten von Kinderstars herauskristallisiert. Da gibt es die, von denen man nie wieder etwas hört, die von denen man nur durch Skandale in den Medien erfährt und die, die auch im Erwachsenenalter erfolgreich in Filmen vertreten sind. Zu letzterer Kategorie gehört JODELLE FERLAND. Die war als Kind in so einigen Horrorfilmen zu sehen und dürfte vielen Genrefans noch durch Rollen in SILENT HILL, SEED und FALL 39 in Erinnerung geblieben sein. Mittlerweile ist das bleiche Gör von damals zu einer attraktiven Schauspielerin herangewachsen, die sich nicht minder erfolgreich durchs Kino und Fernsehen arbeitet. Offensichtlich scheint die kanadische Schauspielerin eine Leidenschaft fürs Phantastische zu haben. Nach Auftritten im Quotenhit SUPERNATURAL, THE TALL MAN oder CABIN IN THE WOODS ist die Mittzwanzigerin erneut in einem Genrefilm zu sehen. Leider ist es diesmal kein herausragender, sondern eher phantasieloser Gruselschauer nach üblichem Muster.
 
 
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Die alleinerziehende Mutter Jeanie (PASCALE HUTTON) und ihr neunjähriger Sohn Adrian (SUNNY SULJIC) ziehen in ein Haus, von dem die Bewohner eines kleinen Städtchens berichten, dass es darin nicht mit rechten Dingen zugeht. Die kleine Familie versucht nach dem plötzlichen Tod des Vaters wieder zurück ins Leben zu finden und wagt mit dem Wohnortwechsel einen Neuanfang. Da kommt der Umzug ins Gruselheim gerade recht, zumal es in idyllischer Lage liegt und wenig gekostet hat. Leider traut sich hier niemand hin, weshalb die Suche nach einem Kindermädchen zum großen Problem wird. Adrian ist nach dem tragischen Tod des Familienoberhaupts verstummt und braucht Betreuung. Da fällt der jungen Mutter ein Stein vom Herzen, als sich die zurückhaltende aber gut erzogene Angela (JODELLA FERLAND) zur Verfügung stellt. Die braucht das Geld und begibt sich in die Höhle des Löwen. Doch weil THE UNSPOKEN nun mal ein Spukfilm ist, dauert es nicht lang, bis der Budenzauber losgeht. Gegenstände verschieben sich wie von Geisterhand und unheimliche Visionen machen der Teenagerin zu schaffen. Doch das unerschrockene Mädchen lässt sich nicht einschüchtern. Sie stellt sich ihren Ängsten und stößt auf ein düsteres Geheimnis.
 
 
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Und noch ein weiterer Spukstreifen unter mittlerweile doch so vielen. THE UNSPOKEN ist Gruselunterhaltung von der Stange mit bekannten Gesichtern (darunter LOCHLYN MUNRO aus SCARY MOVIE oder FREDDY VS. JASON) und technisch versierter Machart. Leider ist das aber auch schon das einzige, was hervorzuheben wäre, um THE UNSPOKEN beim Zuschauer interessant machen zu können. Der Rest ist wie gehabt. Das bedeutet: zu viele Klischees, permanente Vorhersehbarkeit und unüberwindbare Müdigkeitserscheinungen. Von der plötzlich durchs Bild springenden Katze bis hin zu permanent zuschlagenden Türen ist alles dabei, was man in mehr oder weniger schlechten Spuk- und Geisterfilmen zu sehen bekommt. Dazwischen wird die Geschichte einer unsicheren Teenagerin erzählt, die sich aufgrund ihrer sexuellen Orientierung mit garstigen Schikanen homophober Landeier konfrontiert sieht und den Spuk-Erscheinungen den Kampf ansagt. Dank der hervorragenden Leistungen von JODELLE FERLAND ist der wenig kreative Spukfilm immerhin halbwegs erträglich. Sie ist gleichzeitig Identifikationsfigur fürs Publikum und gewinnt den Zuschauer wegen der CARRIE-gleichen Warmherzigkeit schnell für sich. Dennoch schwächelt die bekannte Geschichte aufgrund ihrer Ideenarmut und der Unglaubwürdigkeit. Protagonisten handeln wenig nachvollziehbar und ein nicht minder hanebüchener Filmtwist klärt auf, dass THE UNSPOKEN eigentlich gar kein Spukstreifen ist. Hier hat wohl ein findiger Drehbuchautor (SHELDON WILSON) gedacht, besonders einfallsreich sein zu müssen. Der versucht mit haarsträubender Wendung in die gleichen Fußstapfen zu treten, wie so jeder Gruselfilm seit THE SIXTH SENSE. Mit dieser Masche macht das Gruseln eindeutig keinen Spaß mehr. Trotzdem wird das viele Filmemacher nicht davon abhalten, weiteren Spuk- und Geister-Trash nach Schema F zu drehen und dem Zuschauer so Zeit zu rauben.
 
 
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THE UNSPOKEN – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Seelenloser und ideenarmer Gruselstreifen mit unerwarteter Wendung. Der Kanadier SHELDON WILSON hat hier geschrieben und gedreht. Auf seinem Mist ist das hanebüchene und löchrige Drehbuch gewachsen, das erst in den letzten Minuten zur Hochform aufläuft und den Zuschauer mit einer haarsträubenden Auflösung vor den Kopf stößt. THE UNSPOKEN ist kein sonderlich erwähnenswerter Gruselbeitrag. Im Vergleich zu dem, was der Filmemacher aber bisher verbrochen hat (darunter viel TV-Trash wie SCARECROW – DAS GRAUEN STIRBT NIE) ist dieser Film eine regelrechte Offenbarung. Trotzdem sollte man sich nicht vom stimmungsvollen Filmplakat blenden lassen. Auch wenn das Grusel und Gänsehaut vermuten lässt, wurmt in diesem wenig ambitionierten Horrorfilm so einiges. Dazu wird zu oft bei anderen Filmen kopiert. Das gelangweilte Abhaken von Gruselklischees nervt ohnehin sehr schnell. Schade um die guten Leistungen von JODELLE FERLAND. Die verkauft sich hier unter Wert. Hoffentlich hat sie wenigstens gute Bezahlung erhalten.
 
 
 


 
 
 

THE UNSPOKEN – Zensur

 
 
 
Einem Mann wird der Unterkiefer abgerissen. Ein anderer fällt in Nägel, die aus dem Fußboden herausragen. Zudem verbrüht sich ein Protagonist in einer Wanne mit heißem Wasser und Einschüsse gibt es auch zu sehen. THE UNSPOKEN ist ein sicherer FSK16-Kandidat.
 
 
 


 
 
 

THE UNSPOKEN – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Das Haus der Dämonen 2 (2013)
 
The Remains – Evil Comes to Play (2016)
 
Amityville Horror – Eine wahre Geschichte (2005)
 


Filmkritik: „Within“ (2016)

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WITHIN

(CRAWLSPACE)

Story

 
 
 
Eine Familie bezieht ein neues Haus, in dem es – Überraschung – nicht mit rechten Dingen zugeht. Da poltert es mal wieder aus nicht erklärlichen Gründen oder Möbel verschieben sich wie von Geisterhand. Spukt es hier etwa? Na, hoffentlich nicht.

 
 
 


 
 
 

WITHIN – Kritik

 
 
 
Es gibt ja immer mal wieder eingeschränkt kreative Produzenten, Regisseure oder Drehbuchautoren, die meinen, stets besonders einfallsreich sein zu müssen. Sie feilen auf Biegen und Brechen an Titelkreationen, damit am Ende ein möglichst ausgefallener Filmname möglichst viele neugierige Zuschauer ins Kino lockt. Ein durchaus cleverer Einfall, der aber die Mühe nicht wert ist, wenn er zu viel verrät. Genau das ist beim Horrorfilm WITHIN passiert. Hier entschlüsselt der Titel quasi das, worauf der Streifen abzielt. Dumm gelaufen, vor allem deshalb, weil Drehbuchautor GARY DAUBERMAN (von ihm kommen übrigens auch die Drehbücher zu den THE CONJURING-Ablegern ANNABELLE und ANNABELLE 2) vehement darum bemüht ist, die Auflösung zum Film möglichst lang hinauszuzögern. Hat man dann aber die ersten Filmminuten gesehen und zieht den Filmtitel für Erklärungsversuche heran, wird schnell klar, wohin die Reise gehen wird. Weil WITHIN von einem größeren Studio produziert wurde, kann es sich definitiv um keinen Anfängerfehler handeln. Da war wohl jemand einfach nur dumm und hat nicht mitgedacht.
 
 
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„Jede Straße hat ein unheimliches Haus und in einem dieser Häuser lebst Du!“. Jene beunruhigende Botschaft überbringt einer der Nachbarsjungen der neu hinzugezogenen Teenagerin Rebecca Howe (TEAGAN SIRSET), als die in der Garage mal wieder mysteriösen Geräuschen auf den Grund gehen will. Sie hat zusammen mit den Eltern ein schönes Anwesen in einer gepflegten Vorstadtsiedlung bezogen. Doch die Idylle ist trügerisch. Vor einigen Jahren hat sich hier Tragisches ereignet. Eine Familie kam im neuen Heim auf schreckliche Weise ums Leben. Seither machen die Nachbarn einen großen Bogen um das Haus. Spukt es hier etwa? Zumindest liegt der Verdacht nahe, denn seit dem Einzug passieren seltsame Dinge. Bilder fallen plötzlich von der Wand, Möbel werden verschoben, auf dem Dachboden rumpelt es und die Hauskatze wittert hinter den Wänden das Böse. Nach einigen Recherchen in alten Kisten der früheren Bewohner findet Rebecca eine Spur. Offensichtlich ist hier weit mehr im Busch als anfangs vermutet. Sie beginnt Ursachen zu erforschen und stößt auf ein Geheimnis, das allen bald das Blut in den Adern gefrieren lässt.
 
 
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WITHIN oder CRAWLSPACE – so wie der Film wohl anfangs heißen sollte und umbenannt wurde, weil die Auflösung dann zu offensichtlich gewesen wäre – ist leichte Thrillerunterhaltung mit ein paar unterwarteten Wendungen und dem obligatorischen Überraschungstwist. Letzterer ist im Horrorfilm mittlerweile so oft zu sehen, dass es fast schon überflüssig ist, ihn als raffiniertes Filmelement erwähnen zu müssen. Mit Spuk hat Gezeigtes natürlich wenig gemein. Die Bedrohung ist greifbar und die mysteriösen Ereignisse lassen sich rational erklären. So dürften geübte Zuschauer recht schnell erraten, worauf es hier hinauslaufen wird, obwohl lang suggeriert wird, dass WITHIN ein weiterer Spukstreifen ist. Das macht den Streifen vorhersehbar, weil Regisseur PHIL CLAYDON (LESBIAN VAMPIRE KILLERS) mit allerhand Klischees und bekannten Schreckmomenten arbeitet, um auf falsche Fährten zu locken. Leider hat man viele der Schockmomente und Handlungsabläufe so ähnlich bereits in vielen anderen Filmen gesehen, weshalb die Irreführung nur bedingt funktioniert. Hinzukommt, dass WITHIN dann doch so einige Zeit braucht, bis es wirklich mal interessant wird.
 
 
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So bleibt leider nur ein weiterer – immerhin glattgebügelter – Thriller fürs kommerzverwöhnte Mainstream-Publikum. Sonderlich viel Anspruch und Einfallsreichtum sollte man nicht erwarten, denn WITHIN will nicht die grauen Zellen fordern, sondern ausschließlich unterhalten. Wenn man den Kopf ausschaltet, funktioniert das im hektisch geschnittenen Finale sogar wirklich gut. Hier jedoch von einem außergewöhnlich guten oder gar intelligenten Thriller zu sprechen, wäre schlicht übertrieben.
 
 
 


 
 
 

WITHIN – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Wenn aus einer kleinen Idee viel Brimborium gemacht wird. WITHIN verläuft nach bekannten Mustern, und kommt nicht von gewohnten Bahnen ab. Eine Familie zieht in ein Haus, bemerkt mysteriöse Dinge, geht der Sache auf den Grund und bekämpft das Böse. Der Ablauf ist bekannt und hat man in vielen anderen Horrorthrillern so ähnlich gesehen. Relativ unverbraucht ist hier nur die Erklärung, welche sich dafür mehr oder weniger dreist bei Filmen wie DAS HAUS DER VERGESSENEN, THE BOY oder UNCERTAIN GUEST bedient. Drehbuchautor GARY DAUBERMAN hat viel Füllmaterial um einen Überraschungstwist geschrieben, der in WITHIN den eigentlichen Höhepunkt darstellen soll. Wer horrorfilmunerfahren ist, dürfte über den Twist verblüfft sein – alte Horrorhasen wittern die Fährte bereits nach wenigen Minuten. Trotz austauschbarer Handlung ist Hauptdarstellerin TEAGAN SIRSET immerhin hübsch anzusehen. Die hat in quasi jeder Szenen die Haare schön und steigt natürlich nach acht Stunden Nachtruhe perfekt geschminkt aus dem Bett. Die Dame muss am Ende gegen das personifizierte Böse kämpfen und purzelt dabei von einem Klischee ins nächste. Für Zwischendurch reicht das Gruseltheater. Sonderlich hohe Erwartungen sollte man aber nicht haben.
 
 
 


 
 
 

WITHIN – Zensur

 
 
 
Schlimme Szenen gibt es nicht zu sehen. Ein Hammer wird in einen Kopf geschlagen, einer anderen Person wird ein Kabel um den Hals gelegt und sie wird aufgehangen. Hierzulande wird es wohl eine FSK16 geben. Der Film soll Februar 2017 in Deutschland über WARNER BROS. erscheinen.
 
 
 


 
 
 

WITHIN – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken und Packshot liegen bei WARNER BROS.)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Pact (2012)
 
Uncertain Guest – Du bist nicht allein (2004)
 
Das Haus der Vergessenen (1991)
 
The Boy (2015)