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Filmkritik: „The Devil Incarnate“ (2013)

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THE DEVIL INCARNATE

(COPIII: THE 1ST ENTRY)

Story

 
 
 
Die Frischvermählten Holly und Trevor Davidson reisen für Ihre Flitterwochen nach Miami. Unterwegs machen sie in Cassadaga Halt, um sich dort von einer Hellseherin die Zukunft voraussagen zu lassen. Als sie einem Landstreicher begegnen, der wirres Zeug faselt und die beiden zur verrückten Vjestica lotst, nehmen die Ereignisse eine unerwartete Wendung: Holly ist plötzlich schwanger und das Familienglück nahezu perfekt. Leider ist die Freude nicht von langer Dauer, denn die werdende Mutter beginnt sich zu verändern und scheint dem Wahnsinn nahe zu sein …
 
 
 


 
 
 

THE DEVIL INCARNATE – Kritik

 
 
 
Nach der Zombie-, Folter-, Geister- und Found-Footage-Welle scheint es an der Zeit zu sein, ein neues Thema aus der Horror-Mottenkiste zu kramen, um es dann möglichst gewinnbringend zu Tode zu filmen. Lang mussten die Filmemacher hierfür nicht suchen, schließlich sind die besten Filmideen jene, die vor Jahrzehnten schon einmal die Kassen haben klingeln lassen. Der neue Trend im Horrorfilm nennt sich Okkultismus – ein Phänomen, das bereits in den 1970ern durch die Filmlandschaft geisterte und die Menschen scharenweise in die Lichtspielhäuser locken konnte, weil Themen wie die Wiedergeburt Satans, Besessenheit und Exorzismus faszinierten. Die Folge dessen waren Meilensteine des modernen Horrorkinos, die manchen kommenden Regisseur in seinem Schaffen beeinflussten. Ganz ähnlich dürfte es auch dem Nachwuchsregisseur L. GASTAVO COOPER ergangen sein, der sich für seinen THE DEVIL INCARNATE gleich mal bei zwei der ganz großen Klassiker jener Dekade bedient und rigoros beim EXORZIST (1973) und Polanskis ROSEMARIES BABY (1968) stibitzt hat, um daraus faden Budenzauber machen zu können. Ähnlich wie im Kino-Flop THE DEVIL’S DUE oder dem hier kürzlich besprochenem DELIVERY: THE BEAST WITHIN (2013) begleitet der Zuschauer ein frisch verheiratetes Paar durch die Höhen und Tiefen einer Schwangerschaft. Die frohe Kunde vom Nachwuchs entwickelt sich leider rasch zum Albtraum.
 
Eigentlich braucht man THE DEVIL INCARNATE nicht gesehen haben, um voraussagen zu können, was in diesem Okkult-Thriller passieren wird. Filmneuling L. GASTAVO COOPER arbeitet nämlich etwas arg verkrampft jene Klischees ab, die man nun mal in einem so gelagerten Horrorstreifen erwarten würde. Deja-vu-Momente am laufenden Band sind garantiert, wenn die schwangere Filmheldin seltsame Dinge tut, die Gleichgesinnte mit Nachwuchs im Bauch eigentlich niemals veranstalten würden. Erst sind es unkontrollierbare Wutausbrüche, die die werdende Mutter (GRACI CARLI) quälen. Später gesellen sich zu vulgären Gesten fremde Sprachen, die die Schwangere in der Badewanne vor sich her säuselt, und der Schwester des Gatten reichlich Gänsehaut beschert. Letztere ist in THE DEVIL INCARNATE Hauptidentifikationsfigur. Dank Wikipedia kommt sie dem Geheimnis um die verhaltensauffällige Schwägerin recht schnell auf die Schliche, die am Ende mit einem der wohl kürzesten Exorzismen der Filmgeschichte von ihrem Leid erlöst werden kann.
 
L. GASTAVO COOPER bedient sich für sein Erstwerk rumänischer Folklore, die bis ins 15. Jahrhundert zurückreicht und von dem Pakt zwischen Alina Patkavior und einem Rachedämon erzählt. In der Legende von COPIII PIERDERE wird von der vergewaltigten Tochter einer Dorfhexe berichtet, die ihre ungewollte Leibesfrucht an einen Rachedämon verkauft, damit dieser die kaltblütige Tat rächt. Als der Dämon seine Belohnung einfordert und sich Alina nicht von ihrem Kind trennen möchte, wird sie daraufhin mit Unfruchtbarkeit bestraft, die sich in der Blutlinie der Familie fortsetzt. Durch ein blutiges Ritual kann die Strafe umgangen werden, das über Generationen in Rumänien als „Din Burta de Sarpe“ bekannt geworden wird. Auch wenn sich der rumänische Mythos so ziemlich reißerisch liest; in THE DEVIL INCARNATE ist von blutigen Ritualen und ausufernden Dämonentänzen weit und breit keine Spur. Stattdessen spult COOPER die überraschungsarme Geschichte ebenso geradlinig wie unspektakuläre ab, so dass dem Zuschauer die Augen ganz schnell schwer werden dürften. Immerhin beweist der Filmemacher technisches Geschick im Umgang mit der Kamera, denn sein THE DEVIL INCARNATE schaut manchmal sogar richtig atmosphärisch aus, obwohl COOPER nicht die Finger davon lassen kann, das längst überdrüssige Found-Footage-Stilmittel zu verwenden.
 
Identifikationsfigur Marissa Davidson (EMILY ROGERS) ist nämlich nicht nur heimlich in des Bruders attraktive Gemahlin verschossen, sondern filmt die Schwägerin bevorzugt mit der Handkamera, so dass schnell einige abnormale Verhaltensabläufe der Schwangeren auf Film festgehalten werden können. Die Übergänge zwischen den wackeligen Bilder der Digicam und dem herkömmlich gefilmten Filmmaterial verlaufen fließend und stören nicht. Trotzdem dürfen auch in THE DEVIL INCARNATE nicht jene Bildausfälle und Wackelattacken fehlen, die Zuschauer von Found-Footage-Filmen seit jeher in zwei Lager gespalten haben. Leider hat L. GASTAVO COOPER mit seinem ersten Langfilm, der auch unter COPIII: THE 1ST ENTRY sowie CURSED international vermarktet wird, keinen großen Wurf fabriziert. Dem Okkult-Grusler fehlen einfach jene spektakulären Schock- und Schreckmomente, die Filmen wie den legendären EXORZIST aus den 1970ern zum Welterfolg verholfen haben. Statt gut ausgetüftelten Spezialeffekten wird ausschließlich gequasselt und Horror auf Sparflamme geköchelt. Das wäre vermutlich auch alles gar kein Problem, würde THE DEVIL INCARNATE dem Okkult-Genre neue interessante Facetten durch frische Ideen einverleiben. Die sucht man jedoch zwischen all den üblichen Filmklischees vergebens. Daher sei THE DEVIL INCARNATE nur jenen Horrorfans empfohlen, die sich an Filmen wie ROSEMARIES BABY nicht satt sehen können. Wer spannende Unterhaltung sucht, ist hier an der falschen Adresse.
 
 
 


 
 
 

THE DEVIL INCARNATE – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Atmosphärischer Okkult-Gruselstreifen in der Machart von ROSEMARIES BABY. Letzterem wurde vor einiger Zeit eine unnötige TV-Serie abgerungen, die quasi ebenso überflüssig ist, wie THE DEVIL INCARNATE. Während Okkult-Horror in den 1970ern noch mit sensationellen Spezialeffekten in die Kinos gebracht wurde, gehört dieses Debüt zu jenen Werken, die ganz uninspiriert jene Liste an Klischees abklappern, die dem Genre über Jahrzehnte zum Erfolg verholfen hat. Leider wirken die gängigen Regeln des Okkult-Horrors mittlerweile derart verbraucht, dass man mit klassisch geschusterten Exorzismus- und Besessenheitsflicks keinen Blumentopf mehr gewinnen kann. THE DEVIL INCARNATE macht Schwangerschafts-Terror zum Geduldsspiel. Nicht weil hier Suspense in Reinform geboten wird, sondern weil die vorhersehbare Handlung schläfrig macht. Auch wenn L. GASTAVO COOPER ab und an mal was Atmosphärisches auf die Mattscheibe bringt, ist sein Erstwerk kein Film den mal unbedingt gesehen haben muss. Die Defizite sind im Drehbuch zu suchen, an dem mal wieder viel zu viele Autoren gepinselt und den Brei verdorben haben. Warum man ausgerechnet zu dritt daran feilen musste, verursacht Unverständnis, denn THE DEVIL INCARNATE ist ein dünnes Horrorsüppchen ohne nennenswerte Höhepunkte. Da kann man nur die guten Darsteller bemitleiden, die für diesen unspektakulären Unsinn ihr Talent vergeudet haben. Daher: Handwerklich solider Horror aber nicht mehr!
 
 
 


 
 
 

THE DEVIL INCARNATE – Zensur

 
 
 
In THE DEVIL INCARNATE gibt es kaum Gewalt zu sehen. Da liegt ein toter Hund im Kinderbett und homoerotischer Badespass wird ebenfalls geboten. Für eine ungeschnittene FSK16 ist das vollkommen ausreichend.
 
 
 


 
 
 

THE DEVIL INCARNATE – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Delivery: The Beast Within (2013)

Dark Circles (2013)

Hell Baby (2013)

Devil’s Due – Teufelsbrut (2014)

Rosemaries Baby (1968)

Die Wiege des Bösen (1974)

Unborn – Kind des Satans (1991)

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Filmkritik: „Long Weekend – Thongsook 13“ (2013)

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LONG WEEKEND

THONGSOOK 13

Story

 
 
 
Sechs Jugendliche wollen auf einer verlassenen Insel – wo auch sonst – eine trinkfreudige Wochenendsause in einem Strandhaus veranstalten. Leider birgt das friedliche Eiland auch eine dunkle Vergangenheit. Früher wurden dort während des sogenannten Blutmondes geheimnisvolle Opferriten durchgeführt, um die Geister der Insel zu besänftigen. Hätten die Kids gewusst, dass ihr Feiervorhaben in genau jenen Ritualzyklus fällt, wären sie vermutlich zu Haus geblieben …
 
 
 


 
 
 

LONG WEEKEND – Kritik

 
 
 
Wenn uns der Horrorfilm eins gelehrt hat, dann dass man Außenseitern besser keine gemeinen Streiche spielt, denn derart rücksichtsloses Verhalten wird im Genre eigentlich immer mit dem Tod bestraft. Bereits in Filmen wie Kings CARRIE (1976) oder dem Slasher BRENNENDE RACHE (1981) war das der Fall. Hier wurde Außenseitern derart übel mitgespielt, dass die Geschehnisse eine ungeahnte Wendung erfuhren und im Blutbad enden mussten. Auch in Thailand finden jene beständigen Horror-Regeln im Film immer wieder Verwendung. So auch in LONG WEEKEND – einem weiteren Teenie-Grusler, der freilich nichts mit dem australischen Öko-Horror von COLIN EGGLESTON zu tun hat, dem im Jahr 2008 unter gleichem Titel eine aufgehübschte Neuverfilmung folgen musste. Im thailändischen LONG WEEKEND ist es nicht Mutter Natur, die mit Umweltsündern kurzen Prozess veranstaltet, sondern eine Gruppe Thai-Kids, die unbeabsichtigt einen geheimnisvollen Schrein nach einem fiesen Streich an einem Mitschüler entweihen und die Missgunst böser Geister auf den Plan rufen. Einzelgänger und Schul-Mobbingopfer CHINAWUT INDRACUSIN fungiert hier als Medium, in dessen Körper die zornigen Geister schlüpfen nachdem dieser von seinen Klassenkameraden in eine Art Opferkammer gesperrt und seines Schutzamuletts beraubt wurde. Wenig später ist die Hölle los, denn der Rechner leistet ganze Arbeit, schließlich sind fast alle Horror-Elemente in LONG WEEKEND (der sich übrigens im Original THONGSOOK 13 schimpft) computeranimiert. Regisseur TAWEEWAT WANTHA (was für ein Zungenbrecher) übertreibt es in seinem glattgebügeltem Gruselstück ein wenig arg mit CGI-Gespuke. Zwar können sich die Spezialeffekte durchaus sehen lassen; der Film ist jedoch teilweise derart effektüberladen, dass das Wesentliche aus den Augen verloren wird. WANTHA verschwendet wenig Zeit mit der Charakterentwicklung. Stattdessen legt der Filmemacher Wert auf einem unhomogenen Klangteppich, der von anhaltendem Gewitterdonner begleitet wird und künstlich aus den TV-Boxen grummelt. Letzterer wurde zudem derart laut eingespielt, dass der Zuschauer permanent damit beschäftigt ist die Lautstärke des Fernsehapparats zu regulieren, weil ihm der Donnergeröll zu laut und die Dialoge zu leise abgemischt wurden. Die künstlichen, durch Lautstärke verursachten Schreckmomente hat LONG WEEKEND jedoch auch bitter nötig, denn ein Gruselfaktor ist kaum zu verzeichnen. Wie soll der auch entstehen, wenn ein atmosphärischer Erzählstrang und der konstant steigende Spannungsbogen zugunsten oberflächlicher Effekthascherei vernachlässigt wurde.
 
LONG WEEKEND oder THONGSOOK 13 ist jugendkonformer Teenie-Horror, der sich offensichtlich an ein junges Publikum richtet. Filmische Experimente werden nicht gewagt, stattdessen wird sich an den Konventionen des modernen Horrorkinos orientiert. Für den Zuschauer bedeutet das: Stereotype Helden, die nach dem Prinzip der 10 kleinen Negerlein das Zeitliche segnen müssen, damit der Horrorfan auch etwas Gewalt zu sehen bekommt. Für Geister-Horror aus Fernost kommt die überraschend schaufreudig daher, so dass sich auch der ein oder andere europäische Horrorfan mit LONG WEEKEND anfreunden dürfte. Warum an der hauchdünnen Handlung ausgerechnet vier (!) Autoren gleichzeitig kritzeln mussten, dürfte jedoch für immer ein Mysterium bleiben. Vermutlich war der aufgezwungene Schluss-Twist nicht anders zu bewerkstelligen.
 
 
 


 
 
 

LONG WEEKEND – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
(Er)Schreckreiche Geisterhatz aus Thailand mit bitterbösem Ausgang. LONG WEEKEND (oder THONGSOOK 13, so wie er ins seinem Entstehungsland ins Kino gebracht wurde) ist garantiert nichts für Liebhaber des Old-School-Horrors. Die Macher haben sichtlich viel Spaß mit den Fähigkeiten von Hochleistungsrechner gehabt und reichlich Bath in Computereffekte fließen lassen. Die sehen zwar ganz brauchbar aus, können aber nicht verbergen, dass das Drehbuch zum Film kaum vom Hocker reißen will. In LONG WEEKEND treffen stereotype Kids auf animierte Geister und werden nacheinander in den Filmhimmel transferiert. Gruselig ist das zwar nicht, dafür aber ziemlich schockintensiv, weil die Ton-Macher dreist an den Lautstärkereglern ihrer Mischpulte hantiert haben. Unterm Strich ist der thailändische Horrortrip keine Offenbarung – Mainstream verwöhnte Kids haben an diesem halbherzigen Spuk-Quark vermutlich trotzdem ihre Freude.
 
 
 


 
 
 

LONG WEEKEND – Zensur

 
 
 
Einiges an Gewalt wird geboten. So wird ein Kopf im Motorboot-Motor zermatscht und Gegenstände durch Köpfe gejagt. Wir rechnen mit einer Freigabe für Erwachsene: KEINE JUGENDFREIGABE.
 
 
 


 
 
 

LONG WEEKEND – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
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House of Dust (2013)
 
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The Quiet Ones (2013)