Filmkritik: „Grand Isle – Mörderische Falle“ (2019)

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GRAND ISLE – MÖRDERISCHE FALLE

(GRAND ISLE)

Story

 
 
 
Während ein Hurrikan wütet, entsteht für den jungen Vater Buddy besonders im Haus von Walter eine große Gefahr, denn der Mann ist wahnsinnig und niemand kann ahnen, was für ein Spiel in „Grand Isle“ eigentlich gespielt wird.

 
 
 


 
 
 

GRAND ISLE – Kritik

 
 
Nicolas Cage dreht auch weiterhin fleißig Filme, um seine Schulden abzubezahlen. Die Qualität der Streifen ist dabei nicht wichtig, aber unter all den Gurken befindet sich manchmal ja auch eine echte Perle. „Grand Isle – Mörderische Falle“ gehört leider nicht dazu. Cage darf sich noch als kleines Highlight bezeichnen lassen, der Rest plätschert belanglos vor sich hin.
 
 
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Im Jahr 1988 muss der gerade erst Vater gewordene Buddy sehen, wie er an Geld kommt, um seine Familie zu versorgen. Erschwerend kommt hinzu, dass sein Baby gerade ernsthaft krank geworden ist. Da bietet sich eine gute Gelegenheit beim ominösen Walter, der gerne seinen Zaun repariert haben möchte. Doch der Zeitdruck ist groß, weil ein Hurrikan angesagt wurde. Buddy schafft es nicht rechtzeitig und muss dann bei Walter und seiner Frau Fancy übernachten. Während sie sich scheinbar in den jungen Burschen verguckt, dreht Walter mehr und mehr durch und im Keller lauert ein düsteres Geheimnis. Das Drehbuch hätte gut sein können, wenn es nicht so lustlos wirken würde. Es gelingt „Grand Isle“ einfach nicht, den Zuschauer für die Geschichte zu interessieren. Da man so ein großes Geheimnis um die Auflösung macht, ist das allerdings überhaupt nicht förderlich. Lange Zeit kann man nicht wissen, was sich dort abspielt, bis sich hinterher Indizien vermehren. Der Twist haut dann sicher nicht vom Hocker, ist aber noch ganz okay. Nur wirken die zahlreichen Elemente hier allgemein sehr ungenutzt. Dass es nebenbei noch etwas Kriegs-Kritik gibt, geht völlig unter und so kann man wohl behaupten, dass hier Potenzial verschenkt wurde.
 
 
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Sowieso wirkt der Film erstaunlich unentschlossen und macht einfach nichts aus seiner Prämisse. Dass sich das Geschehen in den Südstaaten im Jahre 1988 abspielen soll, bemerkt man als Zuschauer schon mal überhaupt nicht. Und dass man hier eigentlich ein recht breites Spektrum an Atmosphäre bedient, leider ebenfalls nicht. So ist „Grand Isle“ am ehesten ein Thriller, der aber auch das Horror-Genre ein wenig bedient und ab und zu etwas an Mystery erinnert. Letztendlich gibt es auch eine gute Portion Drama mit dazu, nur gehen diese ganzen Elemente ziemlich unter. Das liegt allerdings am ehesten an der Langsamkeit. Fast die gesamte erste Hälfte über geschieht fast nichts, was die Story irgendwie vorantreiben würde. Obwohl viel gesagt wird, wird eben doch nichts gesagt und selbst wenn das mit seiner lockeren Art und Weise manchmal sympathisch wirkt, beginnt man sich alsbald etwas zu langweilen. Wenn hinterher das Tempo angezogen wird und es mehrere Wendungen gibt, entsteht leider auch kaum Spannung, aber wenigstens ist dann etwas mehr los. Trotzdem sind die knapp 100 Minuten Laufzeit zu ereignislos und somit kann man hier von keinem guten Unterhaltungswert sprechen.
 
 
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Aus handwerklicher Sicht mag das passabel gestaltet sein, aber die Inszenierung wirkt zu beliebig. Große Ambitionen scheinen nicht hinter „Grand Isle“ gesteckt zu haben, denn das Ergebnis ist dafür einfach zu lustlos. Wenigstens sind die Darsteller aber noch ganz brauchbar. Nicolas Cage wirkt anfangs ebenfalls etwas lustlos, darf hinterher aber gewohnt souverän den Psychopathen mimen und seine obligatorischen Ausraster fehlen zum Glück ebenfalls nicht. KaDee Strickland ist nicht schlecht und bringt ein wenig Sexappeal mit ins Geschehen. Nur Luke Benward geht als reiner Milchbubi etwas unter. Die Figurenzeichnung hätte, so wie die Geschichte selbst, Potenzial gehabt und manchmal möchte man wirklich gerne etwas mehr über die seltsamen Charaktere erfahren. Leider jedoch zu selten. Die Dreiecks-Beziehung wirkt zu selten markant und am Ende bedient man auch nur wieder Klischees, die nicht sonderlich sympathisch erscheinen.

 
 


 
 
 

GRAND ISLE – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
„Grand Isle – Mörderische Falle“ hätte auf jeden Fall das Zeug zu einem besseren Film gehabt, denn die Zutaten sind gut, nur hat man aus diesen einfach viel zu wenig gemacht. So wirkt die mysteriöse Geschichte von Anfang an zu uninteressant, die Figuren bleiben im Endeffekt zu nichtssagend und die Inszenierung wirkt doch ziemlich gelangweilt. Das ist handwerklich zwar okay gemacht und besitzt brauchbare Darsteller, hat aber so gut wie keinerlei Highlights zu bieten. Nicht alles daran ist völlig langweilig, aber Spannung sieht definitiv anders aus und die eigentlich vielseitige Atmosphäre wird auch ziemlich verschenkt. Das Resultat ist nicht ärgerlich, aber nicht empfehlenswert!
 
 


 
 
 

GRAND ISLE – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Grand Isle – Mörderische Falle“ ist mit ihrer FSK16 vollkommen ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

GRAND ISLE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Koch Films (KeepCase Blu-ray)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Grand Isle; USA 2019

Genre: Thriller, Action

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 2.40:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 97 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer, Bildergalerie

Release-Termin: KeepCase: 15.10.2020

 

Grand Isle – Mörderische Falle [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

GRAND ISLE – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Koch Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Burning Speed (2019)
 
A Score to Settle (2019)
 

Filmkritik: „Frankenstein – Das Experiment“ (2015)

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FRANKENSTEIN – DAS EXPERIMENT

Story

 
 
 

Der künstlich erschaffene Adam (Xavier Samuel aus BAIT 3D) kann aus dem Labor entkommen, landet in der Welt der Menschen und stellt schnell fest, dass nicht er das eigentliche Monster ist, sondern der Mensch selbst.

 
 
 


 
 
 

FRANKENSTEIN – Kritik

 
 
 
Kaum ein Jahr vergeht, ohne dass ein neuer Film entsteht, der auf dem Roman von MARY SHELLEY basiert, den die britische Schriftstellerin in jungen Jahren geschrieben und veröffentlicht hat. Bereits im Jahre 1910 wurde das Buch FRANKENSTEIN erstmals von den EDISON STUDIOS für die Leinwand adaptiert und hat seither unzählige Verfilmungen nach sich gezogen, von denen mittlerweile niemand mehr die genaue Anzahl kennt. Viel filmisches Schindluder wurde über die Jahrzehnte mit dem Erfolgsroman getrieben, wobei vor allen in den experimentierfreudigen 1980er Jahren genug trashiges Horrorfutter für den Videomarkt produziert wurde, das kaum noch etwas mit der Originalgeschichte gemein hatte und den Fokus auf Gewalt, Blut und Spezialeffekte richtete. Gleiches gilt auch für den vorliegenden FRANKENSTEIN. Der feierte auf dem FANTASY FILMFEST 2015 Deutschlandpremiere und kam immerhin beim gewalterprobten Publikum gut an, weil er mit viel fragwürdigem Splatter die Herzen blutgieriger Gorehounds erobern konnte.
 
 
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Hinter der sehr modernen Interpretation verbirgt sich kein Unbekannter. BERNARD ROSE meldet sich nach dem Found-Footage-Schnarcher SXTAPE zurück, der mit CANDYMAN eine der wichtigsten Horrorikonen unserer Zeit erschuf und in den 90ern für CANDYMANS FLUCH reichlich Lob in Horrorkreisen erntete. Das dürfte im Falle von FRANKENSTEIN nicht so zahlreich ausfallen, denn statt eine stimmige Geschichte mit Atmosphäre und Tiefgang zu erzählen, wird geschmackloser Horror mit dem Holzhammer serviert. Rose orientiert sich – wie so viele Regisseure vor ihm – mal mehr, mal weniger lose am Buch und berichtet in seinem Film von einer desorientierten Kreatur, die sich in einer fremden Welt zurechtfinden muss und ausschließlich auf Hass, Gewalt und Verachtung stößt. Das bemitleidenswerte Wesen nennt sich Adam und wurde von Wissenschaftlern im Labor gezeugt, die eine Art Supersoldat schaffen wollten. Leider läuft das Experiment nicht nach Plan, denn die Zellteilung bereitet Probleme. Erste Komplikationen treten auf, so dass sich die Forscher dazu entschließen den künstlich geschaffenen Menschen einzuschläfern. Leider haben sie nicht mit der übermenschlichen Muskelkraft und der unbändigen Widerstandsfähigkeit ihres Testobjekts gerechnet. Das reist sich los, bringt ein paar Wissenschaftler zur Strecke und kann aus dem ungemütlichen Gefängnis entkommen. Doch die eigentliche Hölle wartet vor den Toren der Forschungsstation, denn hier draußen wird die verunsicherte Kreatur mit etwas konfrontiert, was um Längen schlimmer ist, als schmerzhafte Experimente hinter sterilen Wänden: die Bestie Mensch.
 
 
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Gute Ansätze, aber viel unnötiger Gewaltmist. Ohne Zweifel verbirgt sich hinter dieser modernen Adaption eines weltbekannten Mythos die wohl brutalste FRANKENSTEIN-Verfilmung, die die Filmwelt bis dato gesehen hat. Leider ist viel Mord und Totschlag nicht immer förderlich für einen Film, der ganz nebenbei versucht, so etwas wie Gesellschaftskritik an den Zuschauer zu bringen. Regisseur BERNARD ROSE scheint sich nicht zwischen derben Splatter-Horror und kritischem Drama entscheiden zu können, was oftmals dazu führt, dass dem Film die Ernsthaftigkeit genommen wird und die Geschehnisse ins Absurde – fast schön Lächerliche – abgleiten. So geht im Exploitation-Rausch eine nicht unterinteressante Botschaft unter, die dem Zuschauer vermitteln will, dass das grausamste und gewissenloseste aller Monster stets der Mensch selbst ist. Trotz austauschbarer Handlung und zu vielen, geschmacklosen Blutmomenten bleibt XAVIER SAMUEL im Gedächtnis. Der aus THE LOVED ONES bekannte Schauspieler verkörpert hier die Rolle eines verstoßenen Wesens, das sich in einer unterkühlten Welt nach Liebe und Zugehörigkeit sehnt mit Bravour. Samuel bewirkt im Film, dass Mitleid für eine entstellte Kreatur entsteht, die so handelt, wie man es ihr beigebracht hat. Leider ist er da aber der einzige. Die übrigen Darsteller sind kaum der Rede wert und nerven mit teils quälendem Overacting. Selbst Horror-Star TONY TODD bleibt blass. Offensichtlich hat er in der Vergangenheit an zu viel beliebigem Low-Budget-Horror mitgewirkt, dass ihm die Lust vergangen ist, sich von der besten Seite zu zeigen. Somit richtet sich der von BERNARD ROSE gedreht FRANKENSTEIN eher an ein Publikum, dem nicht die Handlung wichtig ist, sondern die Tatsache, dass möglichst viel Blut spritzt. Wem’s gefällt.
 
 
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FRANKENSTEIN – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Die Splatter-Version von FRANKENSTEIN. Ein etwas unausgegorener Mix aus Gewalt-Horror und Gesellschafts-Drama, der eine kritische Botschaft vermitteln möchte. Weil sich Regisseur BERNARD ROSE jedoch etwas zu versteift auf das Zelebrieren deftiger Splatter-Exzessen konzentriert, verliert die nicht uninteressante Gesellschaftskritik an Gewichtung und macht Platz für deftige Hausmannskost, die wohl nur bei hungrigen Gorehounds auf Zustimmung stoßen wird. Trotz guter Ansätze kann man FRANKENSTEIN keineswegs ernstnehmen, dazu spielt Macher Rose zu detailverliebt mit dem Holzhammer und verursacht damit in erster Linie Ekel statt Kontroverse. Verschenktes Potenzial.
 
 


 
 
 

FRANKENSTEIN – Zensur

 
 
 
Gute Nerven sollte man für FRANENSTEIN mitbringen, denn die gezeigte Gewalt im Film hat es in sich. Die wird roh und schonungslos auf der Mattscheibe gezeigt und reicht von eingeschlagenen Schädeln bis zum Ansägen von Hälsen mit einer Säge. Die Kamera hält in den meisten Fällen schonungslos drauf, so dass es etwas verwunderlich anmutet, dass es FRANKENSTEIN ungeschnitten nach Deutschland geschafft hat. Die FSK hat den Film in seiner kompletten Fassung passieren lassen, was wohl vor 10 Jahren undenkbar gewesen wäre. Da saßen wohl Horrorfans im Prüfungsgremium.
 
 
 


 
 
 

FRANKENSTEIN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Eurovideo Medien

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Frankenstein; Deutschland | USA 2015

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.78:1 (1920 x 1080p) | @50 Hz

Laufzeit: ca. 86 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Making-of, B-Roll, Statements, Trailer

Release-Termin: 25.05.2016

 

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FRANKENSTEIN – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken & Abbildungen liegen bei Eurovideo Medien)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Roger Cormans Frankenstein (1990)
 
Frankenstein 2 – Das Monster erwacht (2011)
 
Mary Shelley’s Frankenstein (1994)
 
Bride of Re-Animator (1994)
 
Re-Animator (1985)