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Filmkritik: „Die geheimnisvolle Insel“ (1961)

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DIE GEHEIMNISVOLLE INSEL

(MYSTERIOUS ISLAND)

Story

 
 
 
Während des amerikanischen Bürgerkriegs Mitte des neunzehnten Jahrhunderts flieht ein zusammengewürfelter Haufen von Nordstaatlern im Heißluftballon vor der Gefangenschaft der Südstaaten-Armee. Sie stranden auf einer gänzlich unbekannten Insel, wo sie auf weitere havarierte Menschen treffen und sich, ganz im Geiste der Pioniere, mit der neuen Welt arrangieren. Bis sie eine große Persönlichkeit treffen: Kapitän Nemo, der sagenumwobene Kommandant der Nautilus, bekannt aus Jules Vernes 20.000 MEILEN UNTER DEM MEER, hat auf der Insel Fuß gefasst und an der Zucht gigantischer Tiere gearbeitet, mit der er das Hungerproblem der Welt in den Griff bekommen möchte.
 
 
 


 
 
 

DIE GEHEIMNISVOLLE INSEL – Kritik

 
 
 
Für Fans von Abenteuerfilmen alter Schule und handgemachten Spezial-Effekten schlicht und ergreifend traumwandlerischer Qualität, sind die Adaptionen von jedem bekannten Märchenstoffen oder der Werke klassischer Phantastik-Autoren wie H.G. Wells oder natürlich Jules Verne der größtmögliche Zelluloid-Glücksfall. Gelingt dieser Kategorie Film doch mühelos, den Betrachter in eine Vergangenheit zu entführen, in der das Kino noch in der Lage war, ohne ein alles zukleisterndes Dauerfeuer an Zynismus und ironischer Brechung das Tor in eine andere Welt zu öffnen. Ein „Match Made In Heaven“ wahrlich, wenn die dem puritanischen Geiste ihrer Entstehungszeit so bewundernswert entkommenden Bücher in Technicolor-Farben-Filmträumen wie DIE GEHEIMNISVOLLE INSEL aufgehen. Da stört es niemanden so wirklich, wenn sich das Studio die eine oder andere Freiheit genommen hat, der Stoff nicht eins zu eins aus den Seiten der Bücher übertragen wurde.
 
 
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Cy Endfield, der amerikanische Regisseur des Films, war ein weniger prominentes Hexenjagd-Objekt des antikommunistischen Psychopathen Senator McCarthy. Die Regie des Mannes von der Ostküste, dessen populärster Film wohl der hervorragende Afrika-Kolonialismus-Kriegsfilm ZULU ist und auf dessen Kerbholz auch der leicht schräge Sixties-Marquis- De-Sade-Film mit Senta Berger eingeritzt steht, bewegt sich angemessen zurückhaltend und solide durch die Laufzeit. Wie zum Beispiel bei den SINDBAD-Filmen jener Jahre nicht anders, liegt das Hauptaugenmerk auch bei DIE GEHEIMNISVOLLE INSEL auf den legendär gewordenen Stop-Motion-Zaubereien des großen Ray Harryhausen. So liest sich die Besetzung vor der Kamera auch konsequent eher unspektakulär. Einzig Herbert Lom in der Rolle des idealistischen Umweltschutz-Pioniers Kapitän Nemo ist ein Schauspieler mit gewissem Namenswert. Harryhausens Arbeit spricht wie immer für sich. Riesenhafte, die Menschen auf dem Eiland attackierende Tiere, ob mit ihren scharfen Scheren rasselnde Krusten-Ungetümer aus den Fluten des Meeres oder prähistorische Vögel aus der Luft, erstrahlen auf der Leinwand in jener einzigartigen Onkel-Harryhausen-Charme-Offensive, die den Zuseher unversehens wieder zum Kind macht und ihn den Film mit einer Tasse Kakao mit Marshmallows drinne vor der Nase anschauen lassen will. Natürlich stilecht mit der Bettdecke auf den Knien. Cinemagic.
 
 
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DIE GEHEIMNISVOLLE INSEL – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Ein im besten Sinne naiver Abenteuerfilm aus einer längst vergessenen Kino-Zeit. Nicht selten wünscht man sich als Filmfan das Tempo und die Atmosphäre einer Perle wie DIE GEHEIMNISVOLLE INSEL zurück. Kino als purer Eskapismus. Mehr davon.
 
 
 


 
 
 

DIE GEHEIMNISVOLLE INSEL – Zensur

 
 
 
DIE GEHEIMNISVOLLE INSEL erschien am 22. Dezember 1961 in den deutschen Kinos mit einer Freigabe ab 6 Jahren bereits ungeschnitten. Das sieht heute nicht anders aus. Wegen Bonusmaterial, das in Zeiten digitaler Bild- und Tonträger ebenfalls auf die Scheiben gepackt wird, ist die nun erhältliche Blu-ray Disc aber FSK12.
 
 
 


 
 
 

SDIE GEHEIMNISVOLLE INSEL – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Koch Media Home Entertainment | Explosive Media (KeepCase mit Schuber)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Mysterious Island; Großbritannien | USA 1961

Genre: Abenteuer, Fantasy, Kinder/Familie, Klassiker, Science Fiction

Ton: Deutsch DTS-HD MA 2.0 (Mono), Englisch DTS-HD MA 2.0 (Mono)

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.66:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 101 Min.

FSK: FSK12 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover | Erstauflage im Schuber

Extras: Ray Harryhausen über Mysterious Island, Islands of Mystery, Bildergalerie, TV Spots, Original Kinotrailer

Release-Termin: 17.01.2017

 

Die geheimnisvolle Insel / Mysterious Island [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

DIE GEHEIMNISVOLLE INSEL – Trailer

 
 

 
 

Christian Ladewig

(Die Rechte für alle Grafiken liegen bei KOCH MEDIA HOME ENTERTAINMENT | EXPLOSIVE MEDIA)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Sindbads fünfte Reise (2014)
 
Sindbad und das Auge des Tigers (1977)
 
Sindbads gefährliche Abenteuer (1973)
 
Sindbads siebente Reise (1958)
 
Kampf der Titanen (1981)
 
Die Geheimnisvolle Insel (1973)
 
Herrscher einer versunkenen Welt (1973)
 
Geheimnisvolle Insel (1995)
 
Mysterious Island – Die geheimnisvolle Insel (2005)
 


Filmkritik: „Wait Till Helen Comes“ (2016)

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WAIT TILL HELEN COMES

(LITTLE GIRL’S SECRET)

Story

 
 
 
Im neuen Heim geht es nicht mit rechten Dingen zu. Der Grund dafür ist nicht überraschend oder exorbitant einfallsreich: Im Garten vor dem Haus lassen Gräber die Ursache vermuten.
 
 
 


 
 
 

WAIT TILL HELEN COMES – Kritik

 
 
 
Auch ruhelose Geister brauchen Gesellschaft. So allein und verlassen im Jenseits kann es ganz schön langweilig werden. Das wird dem Publikum einmal mehr im Gruseldrama WAIT TILL HELEN COMES verdeutlicht, in welchem Geister durch Spuk versuchen sich die Ewigkeit unterhaltsamer zu gestalten. Auch der Zuschauer wird am eigenen Leib zu spüren bekommen, wie lang doch 80 Minuten sein können. Dieser Film macht dem Begriff Zeiträuber alle Ehre. Demzufolge wäre es besser Strickzeug, Bastelbedarf oder ein gutes Buch parat zu legen, denn WAIT TILL HELEN COMES kann eines wirklich gut: mit aufgewärmten Gruselgeschichten kostbare Zeit stibitzen. Da ist es beinahe nebensächlich, dass es sich hier mal wieder um eine nicht sonderlich gelungene Literaturumsetzung handelt, auf die die Welt nicht unbedingt gewartet hat. Hatten wir da nicht einige bereits in der Vergangenheit auf dem Schirm? So ungefähr, unendlich oft?
 
 
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Die Stiefgeschwister Molly und Heather (übrigens auch im echten Leben Geschwister: SOPHIE und ISABELLE NÉLISSE) verschlägt es, natürlich zusammen mit den Eltern und dem kleinen Bruder, in ein neues Heim fernab von Großstadt und Hektik. Die kleine Heather hat vor einiger Zeit die leibliche Mutter unter tragischen Umständen verloren, weshalb sie nun in der Ersatzfamilie die schrecklichen Ereignisse vergessen soll. Doch der Umzug und die neuen Familienmitglieder interessieren das kleine Mädchen nicht. Heather wirkt nach außen hin unnahbar und hat sich in ihre eigene Welt zurückgezogen. Ein großes Problem für die ohnehin überforderte Molly, die als große Schwester mit dem seltsamen Verhalten der Adoptivschwester so gar nicht warm werden möchte. Als man im Garten vor dem Haus die Grabplatte eines kleinen Mädchens findet, beginnt für die Familie eine Zeit des Grauens. So scheint die kleine Heather plötzlich Gefallen daran zu finden mit einer imaginären Freundin zu plaudern. Hobby-Geisterjäger ahnen wohl schon, was da so Schröööckliches dahinterstecken wird. Der Geist jenes Mädchens, dessen Grab vor dem neuen Zuhause gefunden wurde, treibt hier sein Unwesen. Offenbar scheint der mit dem mysteriösen Verschwinden von unzähligen Kindern in Verbindung zu stehen und hat mit ihrer Menschenfreundin eigene Pläne. Auch die große Schwester Molly wittert paranormalen Geisterspuk. Doof nur, dass ihr keiner Glauben möchte. Was folgt ist akribische Detektivarbeit und viele Stunden in den Archiven der Stadt. Ob die rebellische Molly hinter das Geheimnis des Kindergeistes kommen wird?
 
 
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WAIT TILL HELEN COMES oder LITTLE GIRL’S SECRET – so wie der Film zur Premiere auf dem amerikanischen TV-Sender LIFETIME noch hieß – basiert auf einem Roman der amerikanischen Jugendbuch-Schriftstellerin MARY DOWNING HAHN. Die ist hier in einer kleinen Gastrolle zu sehen, weil sie seit Kindertagen davon träumt, endlich mal selbst in einem Spielfilm mitwirken zu können. Die Produzenten hatten Erbarmen und erfüllten der Autorin und früheren Schul-Bibliothekarin den Herzenswunsch. So ist die Schriftstellerin – wenn leider nur in einer kurzen Szene – ebenfalls als Bibliothekarin im Film zu sehen. Doch das ist nicht der einzige Insider. Weitaus interessanter ist da schon die Tatsache, dass anfangs Scream-Queen JENNIFER LOVE HEWITT (die Heldin aus ICH WEISS WAS DU LETZTEN SOMMER GETAN HAST und der Fortsetzung des Slasher-Films) für den Regieposten angedacht war. Die sollte mit der Filmadaption zum Roman WAIT TILL HELEN COMES ihr Regiedebüt feiern, überlies die Arbeit dann doch DOMINIC JAMES, weil das Projekt nicht vorankam. Immerhin konnte Letzterer bereits Erfahrungen im Horror-Genre sammeln. Mit DIE! – EIN SPIEL AUF LEBEN UND TOD inszeniert er einen SAW-ähnlichen Horror-Thriller, der aber wegen der schleppenden Inszenierung und des mageren Blutgehalts bei Horrorfilm-Fans nicht sonderlich gut ankam. Mit ganz ähnlichen Mankos hat auch WAIT TILL HELEN COMES zu kämpfen. Der besitzt zwar mit Schauspielerin MARIA BELLO (aus DEMONIC oder COYOTE UGLY) eine Hollywood-erfahrene Darstellerin; hat aber sonst nichts zu bieten, als 08/15-Gruselstimmung.
 
 
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Mal wieder quasselt ein Mädchen mit unsichtbaren Freunden, die später als Geister entlarvt werden und das Kind bezirzen, auf dass Unheil angerichtet werden möge. Das hat man alles schon viele Male gesehen und enttäuscht deshalb, weil Regisseur DOMINIC JAMES fast gänzlich von Schocks mit Herzschlag-Momenten absieht. Stattdessen wird der Zuschauer mit seichtem Grusel gelangweilt, der sich trotz Geisterzutat eher Themen wie kindlicher Einsamkeit oder dem Zusammenhalt unter Geschwistern widmet. Demzufolge ist WAIT TILL HELEN COMES mehr Mystery-Drama mit Gruselbonus, statt waschechter Geisterspuk. Dennoch; trotz guter Absichten ist auch dieser Indie-Horror nichts, was man unbedingt gesehen haben muss. Gänsehaut kommt nur selten auf und die überraschungsarme Geschichte hat unter einem zähen Erzählfluss zu leiden. Was passieren wird, dürfte bereits nach wenigen Minuten ersichtlich sein. Weil WAIT TILL HELEN COMES den Mut scheut mal abseits der bekannten Geisterwege zu wandeln, wird dieser Film wohl bei den meisten Zuschauern ein frühes Ende finden. Schade um die guten Kinderdarsteller, die zugegeben wirklich optimal besetzt wurden.
 
 


 
 
 

WAIT TILL HELEN COMES – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Behäbig inszeniertes Mystery-Puzzle ohne Überraschungen, das nur jenen Zuschauern zu empfehlen ist, die auch jeden Geisterfilm auf ihrer Liste sehen müssen. WAIT TILL HELEN COMES oder LITTLE GIRL’S SECRET (so wie er in Amerika auch vermarktet wird) ist eine dieser Romanverfilmungen, die man nicht zwangsläufig hätte auf Zelluloid verewigen müssen. Geboten wird seichte Gruselei, der es streckenweise an Spannung mangelt. Das ist pures Gift vor allem für solche Filme, in denen es gilt, Mysterien zu entschlüsseln. Das ist auch in WAIT TILL HELEN COMES der Fall, wo mal wieder Geister spuken und der Grund dafür herausgefunden werden muss. Dank glaubhaft agierender Kinderdarsteller ist das Gebotene zumindest halbwegs ertragbar. Weil der Film aber – bis auf wenige Ausnahmen im Finale – kaum Effekthascherei zu bieten hat und die dünne Geschichte äußerst schleichend erzählt wird, dürften sich schnell Müdigkeitserscheinungen bemerkbar machen. WAIT TILL HELEN COMES ist kein nennenswerter Gruselbeitrag. Da hat man schon bedeutend bessere Schauerfilme auf der Mattscheibe gehabt.
 
 


 
 
 

WAIT TILL HELEN COMES – Zensur

 
 
 
Gewalt gibt es im Film gar nicht zu sehen. Ebenso wie knallharte Schocks. Das einzige was für Gänsehaut sorgt sind ein schemenhafte Umrisses eines Geistes, Schreie von brennenden Menschen und zwei vermoderte Skelette. Eigentlich könnte man WAIT TILL HELEN COMES (AT: LITTLE GIRL’S SECRET) ab 12 Jahre freigeben. Vermutlich wird’s aber eine FSK16.
 
 
 


 
 
 

WAIT TILL HELEN COMES – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen, Szenenbilder liegen bei Courtesy of TriCoast Entertainment)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Jessabelle (2014)
 
Ouija: Ursprung des Bösen (2016)
 
The Devil’s Backbone (2001)
 
The Darkness (2016)
 
Sensoria (2015)
 
Das Waisenhaus (2007)


Filmkritik: „I Am Not a Serial Killer“ (2016)

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I AM NOT A SERIAL KILLER

Story

 
 
 

Der Teenager John Cleaver bezeichnet sich selbst als Soziapath und versucht alles daran zu tun, dass er nicht selbst zum Killer mutiert. Doch als im Städtchen Clayton der Tod die Runde macht, kann er die Bestie in sich nicht mehr im Zaum halten.

 
 
 


 
 
 

I AM NOT A SERIAL KILLER – Kritik

 
 
 
Facettenreich sein und mal was anderes ausprobieren. Schauspieler CHRISTOPHER LLOYD ist eigentlich dafür berüchtigt in familientauglichen Filmen für Spaß zu sorgen. So hat er sich als verrückter Professor in der ZURÜCK IN DIE ZUKUNFT-Trilogie selbst ein Denkmal gesetzt und scheint nun am Höhepunkt seiner Karriere mal die Fronten wechseln zu wollen. Im Film I AM NOT A SERIAL KILLER überrascht er mit ungewohnt ernster Miene und ist zur Abwechslung keiner von den Guten – sondern blutgeil und böse. Hinter dem ungewöhnlichen Horror-Krimi steckt Regisseur BILLY O’BRIAN, der mit THE HYBRID und ISOLATION schon einige Ausflüge ins Horrorfach gewagt hat. Mit I AM NOT A SERIAL KILLER versucht er sich nun auch als ernstzunehmender Filmemacher zu behaupten, was durchaus fruchten könnte, denn hinter dem Titel steckt weit mehr als trivialer Fast-Food-Horror fürs Heimkino.
 
 
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Weil er der Mutter immer beim Präparieren von Leichen hilft und sich für das Treiben von Serienmörder interessiert, ist John (MAX RECORDS – der kleine Junge aus WO DIE WILDEN KERLE WOHNEN) ein Außenseiter und wird an der Schule gehänselt. Doch sein Interesse an der dunklen Seite von Menschen kommt nicht von ungefähr. Der Fünfzehnjährige ist nämlich fest davon überzeugt ein Soziopath zu sein und dass es sein Schicksal ist, selbst ein Serienkiller zu werden. Deswegen hat er eine Reihe von Regeln aufgestellt, die ihn daran hintern sollen ein Mörder zu werden. Doch der gute Vorsatz gerät ins Wanken, als im Heimatort obskure Dinge geschehen. Übel zugerichtete Leichen werden gefunden und ominöse Ölspuren an den Tatorten werfen Fragen auf. Leider ist die Polizei ratlos und tappt bei den Ermittlungen im Dunkeln. Als der Teenager mal wieder desorientiert durch die Straßen der Kleinstadt schlendert, kommt John dem geheimen Doppelleben des alten Mr. Crowley (CHRISTOPHER LLOYD) auf die Schliche. Der wohnt im Haus gegenüber und ist dem Schüler eigentlich als freundlichen Nachbar bekannt. Doch der Rentner kann auch anders. Als er dem betagten Herrn mit dem Fahrrad folgt, macht er im Wald eine schreckliche Entdeckung. Mr. Crowley scheint nämlich etwas zu verbergen von dem niemand erfahren soll. Doch das schreckt den Jungen nicht ab. Der entwickelt eine Faszination für die Taten des alten Mannes und wird so in einen Strudel von Umständen gezogen, aus dem es bald kein Entkommen mehr gibt.
 
 
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Der Horrorthriller I AM NOT A SERIAL KILLER basiert auf dem gleichnamigen Roman von DAN WELLS, der hierzulande unter dem Titel ICH BIN KEIN SERIENKILLER in die Buchläden gebracht wurde und der erste Teil einer Thriller-Serie ist. Zu der gehören auch die Folgeromane MR. MONSTER, I DON’T WANT TO KILL YOU, THE DEVIL’S ONLY FRIEND und OVER YOUR DEAD BODY, die die Geschehnisse um den jungen John Cleaver weiterspinnen. Wie schon das Buch, bleibt auch die Verfilmung des ersten Bandes Antworten schuldig. So bekommt es der Filmheld hier mit einem dämonischen Serienkiller zu tun, der offenbar wahllos Menschen tötet und sie ihrer Organe beraubt. Welches Ziel er damit verfolgt und wie er so lange im Geheimen morden konnte bleibt ungeklärt, denn Regisseur BILLY O’BRIAN hält sich weitestgehend an der packenden Buchvorlage, die sich vor einigen Jahren unter Horrorlesern zum Geheimtipp mauserte. Mit stimmiger 1980er Atmosphäre (der Film spielt aber in der Gegenwart) und ungeschliffene Indie-Optik wird schauriger Kleinstadt-Horror bewirkt, der vielerorts an die vielen Geschichten des jungen STEPHEN KING erinnert. So bahnt sich das Grauen langsam seinen Weg durch den Film und zeigt sich während eines nervenaufreibenden Showdown in ganzer Pracht auf der Mattscheibe. Trotz Horror- und Mystery bleiben aber nicht die Figuren auf der Strecke. Denen wird eine detaillierte Entwicklung eingeräumt. Allen voran Held John, der zwar unnahbar bleibt aber schnell wegen seiner eigensinnigen Art zum Sympathieträger avanciert. Der eigenbrötlerische Schüler begibt sich auf eine mysteriöse Serienkillerjagd und entfacht dabei just genau das Böse in sich, das er eigentlich nicht ausbrechen lassen wollte. Eine obskure Metamorphose, die den eher ruhig erzählten Film über weite Strecken spannend macht, weil lang ungewiss bleibt, wohin die Reise gehen wird. Dafür muss man Macher BILLY O’BRIAN an dieser Stelle Lob aussprechen. Der hat mit seinem Coming-of-Age-Schauer einen ungewöhnlichen Horrorthriller gedreht, der gerade wegen seinen ungewöhnlichen Charakteren und der bizarren Atmosphäre viele Horrorfilme neueren Datums in den Schatten stellt. Wer das nicht glaubt, sollte sich eines Besseren belehren lassen, denn I AM NOT A SERIAL KILLER klärt mal wieder auf, dass unkonventionelle Horrorfilme aus dem Indie-Bereich nun mal die besseren Horrorfilme sind.
 
 
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I AM NOT A SERIAL KILLER – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Sehenswerter Horror-Geheimtipp irgendwo zwischen DONNY DARKO und NAKED LUNCH. I AM NOT A SERIAL KILLER ist Indie-Horror wie er im Buche steht. Zwischen ungeschliffener Griesel-Optik und eigensinnigem Retro-Sound verbirgt sich ein unkonventionelles Coming-of-Age-Drama, das King’schem Kleinstadt-Horror ein neues Gesicht gibt. Wenn sich hinter der Fassade des liebenswerten Nachbarn das ultimative Böse verbirgt. Das sind eigentlich Geschichten mit denen der Horrorautor STEPHEN KING bekannt geworden ist. I AM NOT A SERIAL KILLER ist aber keine weitere Verfilmung aus der Mache des beliebten Gruselschriftstellers. Hinter dem Streifen verbirgt sich zwar auch eine Romanadaption; die kommt aber aus der Feder von DAN WELLS, der vor einigen Jahren mit den Geschichten um Antiheld John Cleaver bei Horrorlesern auf Zustimmung stieß. Die Filmumsetzung hält sich nah an der Vorlage und überzeugt gerade wegen seiner glanzlosen Machart und den guten Darstellern auf ganzer Linie. So gibt es ein Wiedersehen mit CHRISTOPHER LLOYD, der hier abermals mit Vielseitigkeit begeistert. Statt Späßen ist diesmal Schluss mit lustig, denn der in die Jahre gekommene Schauspieler verkörpert diesmal einen von den Bösen. Eine Rolle, die dem betagten Altstar erstaunlich gut steht. Umso mehr sei dieser sehenswerte Genrefilm jedem ans Herz gelegt, der eine Schwäche für ungewöhnliche Geschichten und eigensinnige Charaktere besitzt. Da kann man nur hoffen, dass die Leinwandumsetzung zu I AM NOT A SERIAL KILLER gut beim Publikum ankommt. Wäre da das Fall wäre es begrüßenswert, wenn Regisseur BILLY O’BRIAN auch die Folgeromane auf haargenau gleiche Weise fortführt.
 
 
 


 
 
 

I AM NOT A SERIAL KILLER – Zensur

 
 
 
Die Morde in I AM NOT A SERIAL KILLER passieren entweder in weiter Ferne oder im Off. Sonderlich blutig ist der Film demnach nicht. Immerhin gibt es einige übel zugerichtete Leichen auf dem Untersuchungstisch der örtlichen Leichenschauhauses zu sehen. Hierzulande gibt es dafür mit Sicherheit eine FSK16.
 
 
 


 
 
 

I AM NOT A SERIAL KILLER – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei IFC Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Stepfather (2009)
 
The Stepfather (1987)
 
House at the End of the Street (2012)
 
One Hour Photo (2002)
 


Filmkritik: „Sacrifice“ (2016)

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SACRIFICE

Story

 
 
 

Eine Frauenärztin verschlägt es samt ihres Gatten in die Provinz, wo sie einem mysteriösen Kult auf die Schliche kommt.

 
 
 


 
 
 

SACRIFICE – Kritik

 
 
 
Totgeglaubte leben länger! Filmemacher PETER A. DOWLING war vor vielen Jahren mal kurzzeitig ziemlich gefragt. 2008 zeichnete der für die Regie des Horrorfilms STAGE NIGHT verantwortlich und steuerte einige Zeit zuvor sogar das Drehbuch zum Thriller FLIGHTPLAN mit JODIE FOSTER bei. Danach war plötzlich Funkstille. Lange war es still um den Regisseur – jetzt ist er wieder da und zwar mit einem Beispiel für derzeit so beliebten Okkult-Horror. Wer jetzt aber glaubt, dass mit SACRIFICE beunruhigende Dämonenaustreibungen oder blutige Rituale über den Fernseher sausen, der irrt. Viel mit Horror hat der Streifen nämlich nicht am Hut. SACRIFICE ist eher im Thriller-Genre beheimatet und richtet sich mit Puzzle- und Rätseltaktik an ein eher knobelerprobtes Krimi-Publikum, das mehr an Detektivarbeit interessiert ist und weniger blutiges Einerlei auf der Mattscheibe sehen will. Demzufolge steht ein okkultes Ratespiel über mysteriöse Ritualmorde im Mittelpunkt, das es zu lüften gilt. Kinogänger mit Vorliebe fürs Grobe dürfte so etwas natürlich langweilen.
 
 
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Wieder mal verirrt sich Schauspielerin RADHA MITCHELL in einen Film fernab von Liebe und Herzschmerz. Sie scheint Gefallen an Kinostreifen gefunden zu haben, wo es gerne mal deftig und düster zur Sache geht. Zuletzt war das mit dem Mystery-Film THE DARKNESS der Fall. Aber auch in der Videospielverfilmung SILENT HILL und dem Found-Footage-Schocker EVIDENCE schlug sie sich wacker als Heldin durch ungemütliche Albtraumszenarien. Auch im mysteriösen Sekten-Thriller SACRIFICE hat sie die Heldenrolle ergattert und verkörpert Tora, eine Frau mittleren Alters, die zwar als Frauenärztin Schwangere berät, aber selbst keine Kinder bekommen kann. Nach einer weiteren Fehlgeburt, entscheidet Gatte Duncan (RUPERT GRAVES), dass das Leben auf dem Land weitergeht. Fernab der Großstadthektik soll auf den schottischen Shetland-Inseln ein Gang heruntergefahren werden. Das Leben scheint hier stillzustehen und auch der angeschlagenen Tora geht es langsam wieder besser. Leider schreibt das Leben manchmal die sonderbarsten Geschichten. Als Tora hinter dem Haus im Boden den Körper einer übel zugerichteten Frau entdeckt, ist Schluss mit Erholung. Der Leichenfund wirft Fragen auf. Nicht nur, dass auf der Haut der Toten rätselhafte Symbole eingeritzt wurden; auch das Herz der Frau wurde offenbar bei lebendigem Leibe entfernt. Leider werden die Akten bald geschlossen, denn Wissenschaftler sind sich einig, dass diese Moorleiche bereits seit Jahrhunderten ihr Dasein unter der Erde fristet. Doch Frauenärztin Tora ist da anderer Meinung. Die vermutete einen frischen Mord, stellt eigene Ermittlungen an und wittert das Werk eines ominösen Kultes, der seit Jahrhunderten auf den Inseln sein Unwesen treibt.
 
 
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Spannende Sonntagabendunterhaltung – simpel gestrickt, aber immerhin kurzweilig. Leider hat SACRIFICE ein großes Problem. Der Film ist leicht zu durchschauen und wirkt an vielen Stellen vorhersehbar. Wieder einmal ist es eine Kleinstadt, die zusammenhält. Hier kennt jeder jeden und Traditionen sind dazu da, um sie aufrechtzuerhalten. Demzufolge weiß natürlich niemand von nichts – obwohl von Anfang an klar ist, dass auf dieser Insel der Teufel zu Hause ist. SACRIFICE orientiert sich an den typischen Vertreter der Gattung Kleinstadt-Okkult-Horror, wie er Anfang der Siebziger in Robin Hardys legendärem THE WICKER MAN seine Vorlage für die Ewigkeit fand. Wer zu viele Fragen stellt wird ausradiert – ebenso die, die beim Auflösen behilflich sind. Doch die Heldin ist hartnäckig und zeigt, was eine Harke ist. Sie kommt beim Recherchieren zwar nur schleppend voran, enttarnt aber am Ende die hinterlistige Saubande. Mit Originalität hat das nichts im Entferntesten zu tun. So geht es gradlinig voran und Anhaltspunkte werden schlüssig kombiniert. Leider wirkt das Detektivspiel teils sehr konstruiert, ändert aber nichts an der Tatsache, dass man unterhalten wird. SACRIFICE erinnert an die vielen skandinavischen Thriller, die in den letzten Jahren vor allem des kühl-trostlosen Filmlooks wegen auffallen und öfters auf den Öffentlich Rechtlichen TV-Sendern gezeigte werden. Wenn man also schön gefilmten, aber anspruchslosen Stoff fürs Abendprogramm benötigt, ist man hier gut aufgehoben. Richtige Nervennahrung oder gar Suspense-Horror sieht aber anders aus!
 
 
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SACRIFICE – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
SACRIFICE basiert auf dem erfolgreichen Roman von Autorin SHARON J. BOLTON, ist aber nichts Großes. Hinter dem geradlinig erzählter Sekten-Thriller ohne Überraschungen steckt einfach gut verdauliche Detektivarbeit, bei der man irgendwie nicht das Gefühl loswerden möchte, als wollte man hier anfänglich was fürs Fernsehen drehen. Demzufolge ist Gezeigtes nicht sonderlich anspruchsvoll, glänzt aber immerhin mit typisch schottischer Kulisse. Leider hat SACRIFICE nur wenig mit Horror am Hut. Vielmehr verbirgt sich hinter dem vielversprechenden Filmtitel ein kurzweiliger Okkult-Krimi mit Thriller-Elementen, den man sich anschauen kann, wenn mal gerade nichts in der Glotze kommt. Man macht aber auch nichts falsch, wenn man SACRIFICE einfach mal auslässt. Von missraten kann hier zwar nicht die Rede sein. Trotzdem kommt – wenn man das so sieht – mal wieder die Erkenntnis in den Kopf, dass manche Bücher nicht zwingend verfilmt werden müssen. SACRIFICE gehört ins Buchregal, aber nicht auf die Mattscheibe.
 
 
 


 
 
 

SACRIFICE – Zensur

 
 
 
Wer jetzt glaubt, dass hier Gewalt zelebriert wird, der irrt. SACRIFICE ist relativ harmlos. Es gibt nahezu kaum etwas zu sehen. Am Ende bekommt ein Bösewicht einen Dolch in den Körper gejagt. Wegen der düsteren Thematik über Morde und Rituale dürfte es aber bei einer FSK16 bleiben.
 
 
 


 
 
 

SACRIFICE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei IFC)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Wicker Man (1973)
 
The Wicker Man (2006)
 
Rosemaries Baby (1968)
 


Filmkritik: „Puls“ (2016)

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PULS

(CELL)

Story

 
 
 

„… Kein Schwein ruft mich an, keine Sau interessiert sich für mich …“ tönte es vor ein paar Jährchen aus den Volksempfängern. Leider gilt das nicht für alle Protagonisten in PULS. All jene, die nicht vom Handy lassen können, verwandeln sich hier durch ein seltsames Funksignal in aggressive Furien und machen den übrigen Menschen das Leben zur Hölle. Ein Kampf um Leben und Tod beginnt.

 
 
 


 
 
 

PULS – Kritik

 
 
 
STEPHEN KING und seine Bestseller sind immer so eine Sache. Nicht jeder Horrorfan wird mit seinen Kurzgeschichten und Romanen warm, weil der Autor dafür bekannt ist, sich oft (zu viel) Zeit für den Aufbau von Grauen zu nehmen. Angesichts der Tatsache, dass heute die Konkurrenz für ein Publikum mit der Aufmerksamkeitsspanne einer Springbohne zu massiv ist, gewinnt man mit derart altmodischen Erzählform offensichtlich keinen Blumentopf mehr. Gleiches gilt übrigens auch für die Verfilmungen seiner Bücher. Auch die spalten Zuschauer und Leser gern mal in zwei Lager und können nicht immer den hohen Erwartungen gerecht werden. Einer der Gründe: viele King-Filme leiden unter einem schwerfälligen und meist zähen Handlungsaufbau, der lang benötigt, bis er eine Temposteigerung zulässt. Das ist nicht jedermanns Sache, denn in Zeiten in denen hektische Schnitte und rasante Verfolgungsjagden für Schwindelgefühle sorgen, kann so traditionelles Heraufbeschwören von Unbehagen zur ermüdenden Angelegenheit werden. Auch wenn King in erster Linie bekannt für subtile Schauer und detailliertes Erforschen von Albträumen ist, lässt sich mit dessen Werken auch Jahre nach dem Adaptions-Wahn während der 80er und 90er viel Geld verdienen. So musste nach Werken wie ZIMMER 1408 und DER NEBEL nun auch der Handy-Horror PULS dran glauben, dessen Leinwandumsetzung nach langer Entstehungszeit Anfang 2016 unter dem Titel CELL in Amerika veröffentlicht wurde.
 
 
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Wenn Technologie zum Horror wird. In PULS (so der deutsche Filmtitel) stürzen Handys und Funksignale die Menschheit ins Verderben. Sie machen aus Menschen willenlose Zombie-Marionetten. Was sich skurril anhört, macht aber Sinn. So verriet der Bestsellerautor im Interview, dass er Mobilfunkgeräte für die Geißel des 20. bzw. 21. Jahrhunderts hält und deshalb kein Handy sein Eigen nennt. Ganz so Unrecht hat er da nicht, denn offensichtlich geht ohne Smartphone und Tablet in heutiger Zeit leider gar nichts mehr. Da denkt nicht nur der Mann aus Maine, dass es eigentlich gar keine mysteriösen Signale mehr braucht. Zombifiziert sind die Jünger von Steve Jobs und ähnlichen finsteren Gottheiten sowieso schon. Das sah King als Anlass, um sich genauer mit modernen Technologien auseinander zu setzen und deren unaufhaltsamen Fortschritt zu kritisieren, der die Menschen immer abhängiger macht. Was bereits im Buch PULS aktuelles Thema war, kommt nun auch auf die Leinwand. Zwar wurden einige Handlungsstränge verändert; die Grundaussage bleibt aber die Gleiche. King-Kenner dürften sich da wohl an RHEA-M zurückerinnert fühlen.
 
 
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Im Film erlebt Comiczeichner Clay Riddell (JOHN CUSACK – nach ZIMMER 1408 wieder am Start) am Flughafen Sonderbares. Als während eines Telefonats mit dem Sohn der Akku versagt, verwandeln sich plötzlich die Menschen in seiner Umgebung in tobende Furien. Sie beginnen einander zu zerfleischen und hinterlassen eine Schneise der Verwüstung. In letzter Sekunde kann sich der Familienvater retten und verschanzt sich zusammen mit anderen Flüchtenden (u.a. SAMUEL L. JACKSON) in seinem Apartment. Schnell wird klar, dass hier Höheres im Spiel ist. Und in der Tat, das Funksignal der Handys scheint die Hirne ihrer Besitzer zu vernebeln. Die werden in fremdgesteuerte Zombies umfunktioniert, welche sich willenlos einem nichtgreifbare Macht unterwerfen und sich zu Schwärmen zusammenrotten. Gott, schon wieder wollen wir schreiben, dass sich das liest, wie eine ganz normale Szene aus dem deutschen Alltag. Nach anfänglichen Schrecken kommt die Familie in den Sinn. Riddell will retten was zu retten ist und macht sich auf, um Frau und Kind zu suchen. Leider ist der Weg bis dahin steinig, denn die zornigen Kreaturen sind überall. Ihre Geister schließen sich auf einer telepathischen Ebene zu einer neuen Existenz zusammen, die nur eines im Sinn hat: die wenigen Normalmenschen ebenfalls zu unterjochen. Wird Riddell die Familie finden und die Welt vorm sicheren Untergang bewahren können?
 
 
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Dass diese Verfilmung aus der Feder des legendären STEPHEN KING überhaupt noch das Licht der Welt erblickt hat, grenzt fast schon an ein Wunder. Die Leinwandadaption des Roman PULS sollte eigentlich bereits 2006 in den Dreh gehen. Kein geringerer als der für moderne Schnapsideen von Exploitation-Filmen berüchtigte ELI ROTH hatte sich die Filmrechte gesichert und wollte den kritischen Schauerstoff ins Kino bringen. Weil der aber seinerzeit an der misslungenen HOSTEL-Fortsetzung tüftelte und nach den Dreharbeiten feststellen musste, dass er mit Kings Werken doch nicht so kann, musste die Idee zum Film auf Eis gelegt werden. Erst 2009 kamen neue Pläne auf den Tisch. So sollte der Romanstoff als vierstündige TV-Serie ins Fernsehen gebracht werden. Leider wurde auch dieses Vorhaben schnell wieder revidiert, obwohl bereits ein fertig geschriebenes Drehbuch von King selbst vorlag. Immerhin konnte man sich fünf Jahre später einigen. Nach ersten Konzeptplakaten im Internet wurden Januar 2014 endlich Dreharbeiten aufgenommen und das Projekt nahm Gestalt an. Das schien auch King gefreut zu haben, der im Internet die Werbetrommel für den Kinostart rührte und Fans versicherte, dass das veränderte, düstere Ende neue Maßstäbe setzen würde. So Unrecht hat er da nicht. Das von ADAM ALLECA überarbeitete Drehbuch weicht nämlich großzügig von jenem Skript ab, das der Bestsellerautor extra für den Film beigesteuert hat. Statt Erlösung und Happy End gibt’s kurz vor dem Abspann den sprichwörtlichen Schlag ins Gesicht. Ein geschickter Schachzug, denn ohne Zweifel bleibt PULS mit seinem unerfreulichen Ausgang länger im Gedächtnis hängen, als es das postapokalyptische Weltuntergangsszenario anfangs vermuten lassen würde.
 
 


 
 
 

PULS – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Keine schlechte King-Verfilmung, aber auch nicht die Beste. Wie schon bei vielen anderen Leinwandadaptionen der Bücher von STEPHEN KING, hat auch PULS (Originalfilmtitel: CELL) hin und wieder Probleme mit dem Tempo. Ab und an dümpeln die Geschehnisse nämlich auf der Stelle. Zudem wird Nebencharakteren mancherorts zu viel Zeit für Entwicklung eingeräumt. Das lässt Längen entstehen. Dennoch zieht PULS seinen Reiz daraus, dass die Zombie-Problematik aus einer anderen Perspektive betrachtet wird. Bei den Kreaturen in diesem Überlebensthriller handelt es sich nämlich nicht um traditionelle Untote, wie man sie in den Werken des legendären GEORGE A. ROMERO (alter Alki-Freund Kings, von dem er sich immer wieder hat inspirieren lassen – Prost!) zu sehen bekommt. Vielmehr geht es hier um Menschen, die von einer fremden Macht manipuliert und gesteuert werden – Kritik am Fortschrittsgedanken inklusive. Wer die Bücher des erfolgreichen Romanautors mag, sollte unbedingt einen Blick riskieren, auch wenn die Verfilmung hin und wieder von der King’schen Romanvorlage abweicht. So bildet der krönende Abschluss ein Finale, das mit unerfreulichem Ausgang so manchen Zuschauer verstören wird. Spätestens hier haben Drehbuchautor und Regisseur alles richtig gemacht.
 
 
 


 
 
 

PULS – Zensur

 
 
 
PULS (der in Amerika als CELL vermarktet wird) ist keine Gewaltgranate. Zu Beginn geht drunter und drüber. Auf einem Flughafen verwandeln sich Menschen zu Furien und fallen über sich selbst her. Da gibt es kurz einige Gewaltspitzen und Knochenbrüche zu sehen. Danach ist damit größtenteils Schluss. Hierzulande hat es für PULS problemlos den blauen FSK-Flatschen gegeben. FSK16.
 
 
 


 
 
 

PULS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Concorde Home Entertainment

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Cell; USA 2016

Genre: Horror, Mystery, Thriller, Science Fiction

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Deutsch DD 2.0, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Deutsch für Hörgeschädigte

Bild: 2.40:1 | @23,976 Hz (1080p)

Laufzeit: ca. 98 Min.

FSK: FSK 16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Behind the Scenes, Deutscher Kinotrailer, Original-Kinotrailer

Release-Termin: 17.01.2017

 

Puls [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

PULS – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken & Poster liegen bei CONCORDE HOME ENTERTAINMENT)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Don’t Grow Up (2015)
 
Plague (2014)
 
Dead Within (2014)
 
The Crazies – Fürchte deinen Nächsten (2010)
 
World War Z (2013)
 
28 Weeks Later (2007)
 
28 Days Later (2002)
 


Filmkritik: „The Boy“ (2015)

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THE BOY

Story

 
 
 
Ein kleiner Junge findet einen ungewöhnlichen Draht zum Sensenmann und beginnt Menschen aus Lust am Töten zu ermorden.
 
 
 


 
 
 

THE BOY – Kritik

 
 
 
Wer fleißig auf FILMCHECKER liest, dürfte wohl schon mitbekommen haben, dass sich der amerikanische TV-Sender CHILLER zu einem Garanten für brauchbaren Horror mausert. Dank des hauseigenen Produktionsstudio CHILLER FILMS gab es in letzter Zeit abwechslungsreiches Genrekino zu sehen, das sich qualitativ schon längst von üblicher TV-Gruselei abgehoben hat. Nach DEEP IN THE DARKNESS und 5 SENSES OF FEAR haben sich die Jungs von CHILLER FILM mit dem Studio SPECTREVISION zusammengetan und an einem weiteren Film gewerkelt, der bereits auf Festivals viel Lob ernten konnte. Das ist im Grunde nichts Ungewöhnliches; würde da nicht im Zusammenhang der Name ELIJAH WOOD fallen. Dem gehört nämlich die Filmwerkstatt SPECTREVISION, die bereits mit Filmen wie A GIRL WALKS HOME ALONE AT NIGHT oder COOTIES sehenswerte Genrefilme hervorgebracht hat.
 
 
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Statt schonungslos Trash am Fließband zu fabrizieren, legt CHILLER FILMS Wert auf Klasse. Das gelingt dem Studio mit THE BOY ganz wunderbar – einem Psychothriller, der auf unbequeme Weise erläutert, wie gewissenlose Psychopathen geboren werden. Dabei scheint man auf den ersten Blick gar nicht zu vermuten, dass sich hinter dem unschuldigen Lächeln des neunjährigen Ted (hervorragend: JARED BREEZE) ein neuer NORMAN BATES verbirgt. Der lebt allein mit Vater (DAVID MORSE) und Kaninchen weit draußen in der Einöde, wo man zusammen ein marodes Motel an einem kaum befahrenen Highway betreibt. Kundschaft lässt auf sich warten, so dass sich der wortkarge Ted, völlig auf sich allein gestellt, die Zeit mit dem Aufsammeln überfahrener Tiere vertreiben muss. Doch die ewige Monotonie und die quälende Einsamkeit haben bald ein Ende. Nach einem Autounfall muss sich William Colby (RAINN WILSON) im Motel Noteinquartieren und findet schnell Draht zum minderjährigen Eigenbrötler. Zwischen den beiden entwickelt sich eine sonderbare Freundschaft, die dem Vater zum Dorn im Auge wird. Als der im Zimmer seines Sohnes Ersparnisse vorfindet und erkennt, dass der Junge schon seit längerer Zeit plant, seinen Vormund zu verlassen, nehmen die Dinge eine unerwartete Wendung.
 
 
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Psychologisches Grauen mit Anspruch – THE BOY ist keine grobe Schnetzelorgie. Der Film taucht tief ein in die Psyche eines schwerst fehlgeleiteten Jungen, der aus Einsamkeit Gefallen am (stillen) Töten entwickelt und in Momenten grenzenloser Wut Tiere quält und sogar Menschen auf dem Gewissen hat. Statt das grausame Vorgehen seines Antihelden grafisch zu unterstreichen, protokolliert CRAIG WILLIAM MACNEILL die Etappen der Verwandlung mit ruhiger Hand, nüchterner Bildsprache und langsamen Kamerafahrten. Das schwerfällige Tempo ist gewöhnungsbedürftig, zumal sich die knapp zwei Stunden lange Geschichte viel Zeit für Situation und Figuren nimmt, aber letztendlich nicht die eigentlichen Gründe der Psychopathenwerdung erforschen möchte. Denen dürfte wohl in zwei weiteren Filmen auf den Grund gegangen werden. Glaubt man den Plänen der Macher bildet THE BOY den Auftakt einer Trilogie. Die soll weitere Stadien der Kindheit eines angehenden Serienmörders beleuchten und ihren unberechenbaren Protagonisten im Alter von 9, 14 und 18 Jahren begleiten.
 
 
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Bleibt zu erwähnen, dass die Grundlage zum Film aus dem Roman MISS CORPUS des Schriftstellers CLAY MCLEOD CHAPMAN entwendet wurde. Das darin beinhaltete Kapitel THE HENLEY ROAD MOTEL wurde von Regisseur CRAIG WILLIAM MACNEILL im Jahr 2012 schon einmal in Form eines Kurzfilms adaptiert. Weil der auf dem SUNDANCE FILMFESTIVAL gut angenommen wurde, war eine Langversion die logische Konsequenz. Dennoch; Filmfans, die gerade aufgrund der reißerischen Thematik viel Mord und Totschlag erwarten, werden enttäuscht. Die Kamera blendet stets weg, wenn es unerträglich wird und blutige Schlachterei bleibt ohnehin aus. THE BOY ist ein deprimierendes Horrordrama mit gutem Hauptdarsteller und konsequentem Ende, das aufgrund der umfangreichen Laufzeit viel Geduld und Sitzfleisch voraussetzt.
 
 


 
 
 

THE BOY – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Schockierend, deprimierend und faszinierend zugleich. Klug inszenierter Psychotrip im Stile eines MANIAC, der dunkle Abgründe erforscht und den Zuschauer in den Kopf eines angehenden Killers entführt. THE BOY ist ein unbequemes und erschütterndes Horrordrama, das die Geschichte eines fehlgeleiteten Jungen erzählt, der aufgrund quälender Einsamkeit, fehlender sozialer Kontakte und der Monotonie des Alltags eine Vorliebe fürs Töten entwickelt. Der kontroverse Auftakt einer geplanten Trilogie zehrt von der Faszination des Unberechenbaren, das im Geiste eines vermeintlich gut erzogenen Jungen schlummert. Der lässt den Zuschauer wissen, dass in seiner eigenen, kleinen Welt alles etwas anders läuft, als in Köpfen gleichaltriger Buben. Viel Lob gebührt Jungdarsteller JARED BREEZE für seine herausragenden Leistungen. Viel zu erzählen hat er in seiner Rolle nicht und dennoch umgibt ihn eine allgegenwärtige Aura des Bösen. Wer eine Leidenschaft für das Reisen in Köpfe unberechenbarer Psychopathen besitzt, sollte sich THE BOY nicht entgehen lassen – auch wenn für dieses intensive, zweistündige Psychogramm viel Sitzfleisch vorausgesetzt wird.
 
 


 
 
 

THE BOY – Zensur

 
 
 
Wer glaubt, dass es in THE BOY heftig zur Sache geht – der irrt. Die Gewalt passiert im Off oder wird nur angedeutet. Wenige Szenen zeigen das Ergebnis der Gewaltausbrüche des kleinen Ted. Hierzulande darf man mit einer FSK16 rechnen.
 
 


 
 
 

THE BOY – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Headless (2015)
 
Discopath (2013)
 
Enter the Dangerous Mind (2013)
 
Hemorrhage (2012)
 
Simon Killer (2012)
 
Alexandre Aja´s Maniac (2012)
 
Magic Magic (2013)
 
The Harvest (2013)
 
Almost Mercy (2015)
 


Filmkritik: „Der Fluch von Downers Grove“ (2015)

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DER FLUCH VON DOWNERS GROVE

(THE CURSE OF DOWNERS GROVE)

Story

 
 
 
Ein tödlicher Fluch sorgt im Ort Downers Grove für Schrecken. Teenager Chrissie (Bella Heathcote) glaubt, dass sie die Nächste auf der Liste des Sensenmannes sein wird. Da wird sie in einen Strudel bedrohlicher Ereignisse gezogen.
 
 
 


 
 
 

DER FLUCH VON DOWNERS GROVE – Kritik

 
 
 
Kult-Schriftsteller BRET EASTON ELLIS meldet sich zurück. Vielen Lesern dürfte der amerikanische Romancier vor allem durch seinen Skandalschmöker AMERICAN PSYCHO in Erinnerung geblieben sein, der im Jahr 2000 mit Batman CHRISTIAN BALE in der Hauptrolle verfilmt wurde. Dass der erfolgreiche Bestellerautor nicht nur Romane schreibt, sondern auch Drehbücher verfasst, ist hingegen weniger bekannt. So steuerte er das Drehbuch für den Thriller THE CANYONS (mit Skandalnudel LINDSAY LOHAN in der Hauptrolle) bei und kümmerte sich auch um das Skript für den vorliegenden Psycho-Horror DER FLUCH VON DOWNERS GROVE (im Original: THE CURSE OF DOWNERS GROVE). Letzterer basiert auf der Novelle DOWNERS GROVE, die von MICHAEL HORNBURG veröffentlicht und 1999 in die Bücherregale gebracht wurde. Ob AMERICAN PSYCHO, DIE REGELN DES SPIELS oder THE INFORMERS; Autor BRET EASTON ELLIS weiß wie er Leser in den Bann ziehen und damit schockieren muss. So ist es der Verfall der Werte oder Themen wie Drogen und Sex mit denen er in seinen Werken stets versucht zu polarisieren. Die Verkaufszahlen seiner Romane sprechen für sich und beweisen, dass er damit genau den Nerv seiner Leserschaft trifft. Nur lässt sich die Erfolgsformel auch auf die von ihm geschriebenen Drehbücher übertragen?
 
 
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Ein Fluch hält die Bewohner des Städtchens Downers Grove in Aufruhr. Der Sensenmann persönlich fordert jedes Jahr pünktlich am letzten Schultag nach den Abschlussprüfungen das Leben eines Schülers, der die High School verlassen wird. Doch wer wird es in diesem Jahr sein? Schülerin Chrissie Swanson (BELLA HEATHCOTE) befürchtet Schlimmes. Die glaubt zwar anfangs an rationale Erklärungen; als sie aber an den unberechenbaren Chuck (KEVIN ZEGERS aus THE COLONY und ENTITLED) gerät und beinahe von ihm vergewaltigt wird, revidiert sie ihre Vermutung. Der Sohn eines einst bedeutsamen Polizisten entwickelt fortan eine krankhafte Obsession für das schüchterne Mädchen, die jedoch bald in Hass umschlägt, weil Zuneigungen nicht erwidert werden. So ist sich Chrissie ihres Lebens nicht mehr sicher und schmiedet einen schrecklichen Plan, um ihrem kranken Verehrer einen Denkzettel zu verpassen. Im smarten Bobby (LUCAS TILL aus WOLVES und KRISTY) findet sie einen Verbündeten.
 
 
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Keine Frage, der für Ellis Bücher berüchtigte unbequeme Schreibstil kommt auch im Drehbuch zu DER FLUCH VON DOWNERS GROVE zum Tragen. Abermals macht der Autor von seinen Lieblingsthemen Gebrach und vermischt bildlich dargestellte Gewalt mit der moralischen Verkommenheit seiner jugendlichen Charaktere. Die prügeln und vergewaltigen zum Spaß, wähnen sich in Sicherheit, weil die Eltern in wichtigen Ämtern der Stadt tätig sind. Regisseur DERICK MARTINI versteht es in radikalen Bildern die brutalen und abgründigen Phantasien seines Drehbuchautors auf Film zu bannen. Dennoch; trotz ausgestochenem Auge, gebrochenen Handgelenken und zerfetzten Köpfen bleibt die Glaubwürdigkeit auf der Strecke. Die meisten Figuren in DER FLUCH VON DOWNERS GROVE verhalten sich sonderbar und handeln wie von Sinnen. Da wird gemordet, geprügelt und gerächt – selbstverständlich ohne Konsequenzen. Feingeister und Logikfanatiker werden da wohl schnell die Nase rümpfen, schließlich passiert es nicht alle Tage, dass Polizeisöhne zu Stalkern mutieren und Mauerblümchen mit Schrotgewehren hantieren.
 
 
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Im Örtchen Downers Grove ist nichts wie es auf den ersten Blick scheint, denn Regisseur DERICK MARTINI gelingt es mit Leichtigkeit das Publikum zu manipulieren. Das erwartet eigentlich rätselhaften Mystery. Doch statt einem geheimnisvollen Fluch auf die Schliche zu kommen, wendet sich DER FLUCH VON DOWNERS GROVE dann doch eher dem Stalker-Genre zu. Der überraschende Wechsel kommt unverhofft und stellt vor allem die Horrorfans zufrieden – vor allem gerade deshalb, weil DER FLUCH VON DOWNERS GROVE mit seinen stereotypen Figuren, haarsträubenden Ungereimtheiten und den grafischen Gewaltmomenten dann doch eher auf Horrorpfaden wandelt, als sich ernsthaft mit seinen Helden und deren Ängsten zu beschäftigen. Wer blutigen Nervenkitzel sucht, ist hier genau richtig – auch wenn man von Skandalautor BRET EASTON ELLIS dann doch etwas weitaus Geistreicheres erwartet hätte. Immerhin: auch mit DER FLUCH VON DOWNERS GROVE dürfte es Dank seiner Hilfe gelingen zu polarisieren, auch wenn der Film wohl eher unter Horrorfans Beachtung finden wird.
 
 
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DER FLUCH VON DOWNERS GROVE – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Wendungsreicher Mysterystreifen, der eigentlich gar kein Mysteryfilm ist. Vielmehr verbirgt sich hinter dem doppeldeutigen DER FLUCH VON DOWNERS GROVE (OT: THE CURSE OF DOWNERS GROVE) ein ruppiger und nicht unblutiger Stalker-Thriller, der sich mit Themen beschäftigt, die typisch für die Bücher des Beststellerautors BRET EASTON ELLIS sind. Der hat diesmal kein Roman geschrieben, sondern ein Drehbuch verfasst und erzählt darin von gewissenlosen und verrohten Jugendlichen, denen Gesetze oder menschliche Befindlichkeiten fremd sind. Wer Geld hat und von besserem Stand ist, kann sich im Leben alles erlauben – auch wider das Gesetz zu handeln. Die kritische Botschaft bleibt nicht unerhört. Trotzdem kommt sie nicht an, weil DER FLUCH VON DOWNERS GROVE dann doch mehr auf Horrorpfaden wandelt und so seine Probleme mit der Glaubwürdigkeit besitzt. Als Teen-Horrorthriller ganz passabel. Um der Gesellschaft mit dieser Kritik den Spiegel vorzuzeigen zu können, mangelt es dem Streifen jedoch an Ernsthaftigkeit.
 
 


 
 
 

DER FLUCH VON DOWNERS GROVE – Zensur

 
 
 
Man hätte wohl nach dem eher jugendkonformen Trailer auch jugendkonforme Unterhaltung erwartet. Erstaunlicherweise geht es alles andere als zurückhaltend zur Sache. Gerade weil in DER FLUCH VON DOWNERS GROVE einige recht böse Gewaltmomente in Verbindung mit Selbstjustiz gezeigt werden, hätte man von der FSK eigentlich erwartet, dass der Film für Erwachsene freigegeben wird. Dem ist aber nicht der Fall. Die Zensurbehörde war der Meinung, dass DER FLUCH VON DOWNERS GROVE bereits für 16jährige geeignet ist.
 
 
 


 
 
 

DER FLUCH VON DOWNERS GROVE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Tiberius Film

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Curse of Downers Grove; USA 2015

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @24 Hz

Laufzeit: ca. 89 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wechselcover

Extras: Originaltrailer, Trailershow

Veröffentlichung: 04.01.2016

 
 
 

Der Fluch von Downers Grove [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

DER FLUCH VON DOWNERS GROVE – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

(Die Rechte für Grafiken liegen bei Tiberius Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Girls against Boys (2012)
 
Bound to Vengeance (2015)
 


Filmkritik: „The Circle“ (2015)

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THE CIRCLE

(CIRKELN)

Story

 
 
 
In einer kleinen Stadt im Süden Schwedens passieren seltsame Dinge. Das Böse zieht seine Kreise und ist für den Tod eines Teenagers verantwortlich. Sechs Schülerinnen des Engelsfors Gymnasiums gehen der Sache auf den Grund und lüften ein gruseliges Geheimnis.
 
 
 


 
 
 

THE CIRCLE – Kritik

 
 
 
Jetzt wird es episch, denn wer glaubt, dass nur Hollywood mehrteilige Fantasy-Romane verfilmen kann, der irrt. Schweden mischt jetzt auch mit auf dem internationalen Fantasy-Markt und hat sich der dort äußerst populären ENGELSFORS-TRILOGIE angenommen, die von MAT STRANDBERG und SARA BERGMARK ELFGREN geschrieben und sich im Land des Knäckebrots vor allem unter Teenagern großer Beliebtheit erfreut. Mit dem ersten Band CIRKELN hat man nun den Sprung auf die Leinwand gewagt, der mit einer Gesamtlänge von knapp 144 Minuten doch umfangreicher ausgefallen ist, als anfänglich geplant. Damit der erste Leinwandausflug auch ein Erfolg wird, konnte man mit Ex-Abba-Mitglied BENNY ANDERSSON einen weltweit bekannten Geldgeber finden, der die erste Verfilmung THE CIRCLE (so der internationale Titel) nicht nur mitfinanziert hat, sondern auch mit der selbst geschriebenen Filmmusik für Aufmerksamkeit sorgen soll.
 
 
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Das Böse kennt keinen Urlaub. Was bereits in HARRY POTTER, TWILIGHT und HERR DER RINGE Kernthema war, bildet auch in THE CIRCLE das Fundament für ein packendes Abenteuer voller Gefahren. Ein mysteriöser Selbstmord sorgt an der Schule des schwedischen Städtchens Engelsfors für ein heilloses Durcheinander. Sechs Mädchen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten, entwickeln plötzlich geheimnisvolle Kräfte und fühlen sich von einer bösartigen Macht bedroht, die ihnen nach dem Leben trachtet. Die Schuldirektorin klärt auf. Die Mädchen sind Hexen und seit ihrer Geburt dazu bestimmt, die Menschheit vor bösen Dämonen zu beschützen. Mit vereinten Kräften und mit Hilfe der magischen Fähigkeiten schreitet man zur Tat. Doch der Kampf gegen das Böse stellt die Teenager nicht nur vor große Herausforderungen; er konfrontiert sie auch mit ihren größten Ängsten.
 
 
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Willkommen zur schwedischen Kinoversion der beliebten US-Fernsehserie CHARMED – ZAUBERHAFTE HEXEN. So zumindest lässt sich beschreiben, was das Publikum von THE CIRCLE zu erwarten hat. Vorerst sehr wenig, denn die Filmadaption des ersten Buches CIRKELN konzentriert sich dann doch vorrangig auf seine sechs Heldinnen, die in erster Linie mit irdischen Problemen zu kämpfen haben. Statt sich in Magie auszuprobieren, sehen sich die Figuren im Film mit Problemen konfrontiert, mit denen wohl die meisten Pubertierenden gleichen Alters zu kämpfen haben. Da wird Mobbing an der Schule betrieben, aber auch das hoffnungslose Verliebtsein zum Thema gemacht. THE CIRCLE ist mehr Coming-of-Age-Drama statt Mysterystreifen, der Themen aufgreift, mit denen sich wohl hauptsächlich heranwachsende Zuschauerinnen identifizieren können – auch wenn die Protagonisten im Film wenig glaubhaft von Schauspielern verkörpert werden, die längst dem Teenageralter entsprungen sind.
 
 
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THE CIRCLE ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Mädchenfilm, dem es ein wenig an Drive mangelt. Sechs unerfahrene Schülerinnen sollen zu Nachwuchshexen ausgebildet werden, um den Wesen der Finsternis in die Allerwertesten zu treten. Das entpuppt sich in Anbetracht der viel zu langen Laufzeit als reichlicher zäher und klischeebehafteter Kinotrip in dem erhofftes Fantasy doch etwas zu kurz kommt, schließlich muss sich das Böse der Teenagerprobleme wegen zurückhalten. Da kann man nur hoffen, dass die Verfilmungen der anderen Bücher FIRE und THE KEY etwas straffer inszeniert werden, denn im direkten Vergleich zur Fantasy-Referenz zieht diese durchwachsene Romanadaption aus Schweden den Kürzeren.
 
 


 
 
 

THE CIRCLE – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Die schwedische Antwort auf DER HEXENCLUB und CHARMED – ZAUBERHAFTE HEXEN. Mit ähnlich trist-unterkühlter Bildsprache wie sie auch im schwedischen Ausnahmedrama SO FINSTER DIE NACHT verwendet wurde, hat der Schwede LEVAN AKIN das erste Buch der ENGELSFORS-TRILOGIE mit dem Titel THE CIRCLE verfilmt und liefert eine solide Leistung ab. Leider fehlt dem souverän gedrehten Streifen Tempo, denn THE CIRCLE tut sich zwischen anstrengenden Teenager- und Alltagsproblemen schwer mit dem Erzählen einer interessanten Fantasygeschichte. So gibt es statt Magie, Fantasy und Dämonen doch eher ein Coming-of-Age-Drama mit Längen zu sehen, das von der Suche nach sich selbst erzählt und Mädchen auf Ihren Weg zum Erwachsenwerden begleitet. Insofern CIRKELN (so der Originaltitel) genug Geld einspielt, sollen Verfilmungen der übrigen Bücher folgen. Bis dahin darf man davon ausgehen, dass auch Hollywood eine eigene Filmversion der ENGELSFORS-Bücher ins Rennen schicken wird. Schließlich ist die Traumfabrik nicht weit, wenn schnell Geld verdient werden kann.
 
 


 
 
 

THE CIRCLE – Zensur

 
 
 
Nein, THE CIRCLE ist kein Film für Fans des derben Gewaltkinos. Blut oder Hinrichtungen gibt es gar nicht zu sehen. Einzig die bedrohliche und düstere Stimmung des Streifens, sowie einige verstörende Spezialeffekte dürften dafür sorgen, dass CIRKELN (so wie der Film im Schweden betitelt wird) mit FSK16 nach Deutschland kommen wird.
 
 


 
 
 

THE CIRCLE – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Charmed – Zauberhafte Hexen (1998 – 2006)
 
Die Hexen von Eastwick (1987)
 
Practical Magic – Zauberhafte Schwestern (1998)
 
Der Hexenclub (1996)
 


Filmkritik: „Come Back to Me“ (2014)

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COME BACK TO ME

Story

 
 
 
Als der neue Nachbar Dale (Nathan Keyes) das Haus gegenüber bezieht, wird das Beziehungsleben von Sarah (Katie Walder) und Josh (Matt Passmore) auf eine harte Probe gestellt. Erst passieren seltsame Dinge im Haus des Paares und Sarah leidet unter schrecklichen Albträumen in denen sie sieht, wie Nachbar Dale schlimme Dinge mit ihr anstellt. Irgendwas scheint mit dem freundlichen Supermarktkassierer von Nebenan nicht zu stimmen, was die verängstigte Sarah dazu veranlasst, mehr über den ominösen Fremden in Erfahrung zu bringen …

 
 
 


 
 
 

COME BACK TO ME – Kritik

 
 
 
Die amerikanische Filmindustrie verblüfft immer wieder aufs Neue. Dort scheint man Lose zu ziehen um darüber entscheiden zu können, welche Produktionen eine Kinoauswertung erhalten und welche Filme ohne Umwege auf den Heimvideomarkt veröffentlicht werden sollen. Meist bleibt jedoch den guten Streifen der Leinwandauftritt verwehrt; die sauren Gurken kommen ins Multiplex – kein Wunder warum sich Filmfans mittlerweile den Kinogang sparen und lieber in illegalen Tauschbörsen Horrorfilme saugen. COME BACK TO ME ist so ein Fall bei dem nicht einleuchten mag, warum ein solcher Streifen in amerikanischen Kinos gebracht wurde, schließlich erinnert dieser Thriller eher an günstig gedrehte TV-Ware, wo er vermutlich auch besser aufgehoben gewesen wäre, als auf großer Leinwand. Hier geht es mysteriös einher, denn so unverständlich wie der Kino-Release des Streifens gewesen sein mag, so rätselhaft sind auch die Ereignisse, die sich in COME BACK TO ME zutragen.
 
Sarah (KATIE WALDER) und Josh (MATT PASSMORE) sind eigentlich ein glückliches Paar. Wäre da nicht der seltsame Nachbar Dale (NATHAN KEYES), der im Haus gegenüber eingezogen ist und fortan das Leben der beiden Liebenden auf den Kopf stellt. Mit dessen Einzug passieren plötzlich unerklärliche Dinge im Haus des Paares, die vor allem die verängstigte Sarah zu schaffen machen. Die leidet plötzlich unter Erinnerungslücken und wird von schrecklichen Albträumen geplagt. Als sie dann auch noch schwanger wird, obwohl der Ehemann unfruchtbar ist, überschlagen sich die Ereignisse und ein schreckliches Geheimnis kommt zu Tage.
 
COME BACK TO ME ist einer dieser Filme, bei dem man bereits nach dem Lesen der Inhaltsangabe weiß, wohin der Streifen führen wird. Der bisher hauptsächlich durch Auftritte in TV-Serien bekannte PAUL LEYDEN hat sich für diesen übernatürlichen Thriller der erste Mal als Filmemacher bewiesen und gibt hier sein Kinodebüt, dessen Idee von Romanautor WRATH JAMES WHITE zu Papier gebracht wurde. Der war einst nicht nur ein erfolgreicher Kickboxer, sondern konnte sich als Schriftsteller von Horrorliteratur einen Namen machen. Sein Roman THE RESURRECTIONIST (der übrigens auch auf deutsch unter dem Titel DER TOTENERWECKER zu haben ist) ließ sich gut verkaufen, was vermutlich auch der Grund gewesen sein dürfte, warum der Bestseller verfilmt werden musste. Dem lesefaulen Horror-Liebhaber dürfte jedoch schnell die Lust am Zusehen vergehen, denn COME BACK TO ME ist nicht nur ziemlich zäh inszeniert; Macher PAUL LEYDEN hat so seine Probleme damit, die eigentlich gar nicht mal so dumme Kernidee des Romans halbwegs fesselnd umzusetzen. Dem übernatürlichen Psychotrip mangelt es an Schrecken und Suspense, was neben dem halbherzigen Drehbuch auch den eindimensionalen Charakteren zu schulden ist, deren Schicksale dem Zuschauer egal sein dürfte. Einzig eine starke KATIE WALDER, die hier die Hauptrolle mit nötiger Sensibilität verkörpert, gelingt es Sympathiepunkte zu ernten – vermutlich auch nur deshalb, weil sie ihre Rolle als leidende Sarah im Gegensatz zu ihren Schauspielkollegen wirklich ernst nimmt und glaubhaft spielt.
 
COME BACK TO ME ist ein vorhersehbarer Stalker-Thriller, dessen Filmbösewicht nicht nur hölzern und unerfahren agiert; man will zu keiner Zeit seiner Boshaftigkeit Glauben schenken. Er schleicht sich des Nachts in die Häuser seiner Opfer, um sie dort zu quälen, zu vergewaltigen und letztendlich zu töten. Im Grunde genommen nichts neues, würde nicht ein erfrischender Mystery-Anteil dem behäbigen Treiben etwas Leben einhauchen. Der traumatisierte und mordgeile Nachbar Dale besitzt die Gabe Menschen von den Toten auferstehen zu lassen und hat sichtlich Spaß daran, unwissende Frauen zu töten, um ihnen anschließend wieder Leben einhauchen zu können. So muss auch die hübsche Sarah erst mehrmals über die Klinge springen, bevor sie dem gestörten Nachbarsjungen das Handwerk legen kann. Immerhin entschädigt eine makabre Schlusspointe für knapp anderthalb Stunden seichte Psychospielerei, die zum wohl Fiesesten gehört, was man in den letzten Jahren im Horrorfilm zu sehen bekommen hat. Besser wird COME BACK TO ME dadurch leider auch nicht, denn LEYDENS Unerfahrenheit im Filmemachen zieht sich wie ein roter Faden durch den gesamten Film.
 
 
 


 
 
 

COME BACK TO ME – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Der Horrorfilm mit der wohl fiesesten Schlusspointe der letzten Jahre! Mit COME BACK TO ME hält der Zuschauer den Film eines Mannes in den Händen, der bisher nur in TV-Produktionen zu sehen war, Regie für einige Serien-Episoden übernommen hat und nun die Möglichkeit bekam seinen ersten Langfilm in die amerikanischen Kino zu bringen. Leider ist COME BACK TO ME dort vollkommen Fehl am Platz gewesen, denn PAUL LEYDEN Kinodebüt entpuppt sich als kostengünstiger Billig-Thriller, den man hätte ohne Umwege auch gleich im TV zeigen können. PAUL LEYDEN ist noch unerfahren im Filmemachen und das merkt man auch. Dem Regisseur fehlt das Wissen, wie man Psycho-Thriller möglichst so umsetzt, dass dem Zuschauer der Angstschweiß von der Stirn perlt. Von Suspense oder gar richtigem Thrill ist in seinem Erstling kaum etwas zu verzeichnen. Stattdessen flimmert ein seichter Mystery-Thriller über die Leinwand, der kaum Potenzial aus seiner eigentlich erfrischenden Grundidee schöpft. Wir meinen: vermasselter Schlammassel!
 
 
 


 
 
 

COME BACK TO ME – Zensur

 
 
 
Nach einer ziemlich blutigen Einführungssequenz, in der mit reichlich Kunstblut Böden und Wände verschönert werden, geht es in Sachen Gewalt eher TV-typisch weiter. Viel Mord- und Totschlag gibt es nicht zu sehen, wobei einige Einschüsse und eine Vergewaltigung für eine ungeschnittene FSK16-Freigabe sorgen dürfte.
 
 
 


 
 
 

COME BACK TO ME – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Home Invasion (2012)
 
Crush – Gefährliches Verlangen (2013)
 
Stalker (2011)
 
Misery (1990)
 
One Hour Foto (2002)
 
Swimfan (2002)
 
Obsessed (2009)
 
The Roommate (2011)
 
Captivity (2007)
 
Mr. Brooks – Der Mörder in Dir (2007)
 
Eine verhängnisvolle Affäre (1987)
 


Filmkritik: „Die Verfluchten“ (1960)

HOUSE-OF-USHER-die-verfluchten-1960
 
 
 

DIE VERFLUCHTEN

(THE FALL OF THE HOUSE OF USHER)

Story

 
 
 
Der junge Philip (Mark Damon) bereist den Familiensitz der Ushers, wo seine Verlobte Madeline (Myrna Fahey) darauf wartet, endlich einen Heiratsantrag zu bekommen. Herr des sich im Zusammenbruch befindlichen Landgutes ist Myrnas Bruder Roderick (beängstigend ernsthaft und wie immer jede Minute Screentime an sich reißend: Sir Lord Vincent Price). Dieser zerfallende Quasi-Aristokrat und Blaupause für leidende Goth-Schnösel noch nachfolgender Jahrhunderte ist mit dem Bund der Ehe für Schwester und Schwager in spe überhaupt nicht einverstanden, ist er doch der Überzeugung, durch seine Familie läuft eine Historie von Wahn und Geisteskrankheit. Nach einem Zerwürfnis stirbt Madeline und Philip gerät nicht nur selbst an den Rand des verzweiflungsgetriebenen Irrsinns, nein, er muss die Wirrungen des Hauses Usher in ihrer ganzen Bandbreite erleben.

 
 
 


 
 
 

DIE VERFLUCHTEN – Kritik

 
 
 
Immer noch mit seinem knackigen Alt-Titel versehen ist Roger Cormans Literaturverfilmung einer der beiden Einträge in den Kanon der Poe-Reihe, welche die Anhängerschaft unter sich aufteilt. Die einen stellen DIE VERFLUCHTEN, mit seiner knochentrocken durchgespielten Werkstreue und Ernsthaftigkeit auf ein höheres Podest als die ebenfalls mit Recht zu Kultfilmen in Sechziger-Pathecolor avancierten aber deutlich alberneren Nachzügler á la DER RABE oder TALES OF TERROR, der hierzulande übergeschnappterweise DER GRAUENVOLLE MR.X heißt. Hier, genau wie im anderen verehrten Großfilm des Corman-Poe-Zyklus, nämlich SATANAS – DAS SCHLOSS DER BLUTIGEN BESTIE, finden wir den mächtigen Vincent Price auf der Höhe seines Schaffens und ausnahmsweise mal nicht davon überzeugt, minderwertige Drehbücher durch fast chargenhaft dick aufgetragenes Schauspiel in Grund und Boden stampfen und schnarren zu müssen. Sein Roderick Usher ist eine brillant auf die Leinwand gebrachte Interpretation der gelangweilten und in Degeneration verwelkenden Weltekel-Aristokraten im vergeblichen Kampf gegen vorbestimmte Schicksalsfallen, wie sie E.A. Poe, einer der Gründerväter des Gruselgenres wie besessen schuf. Dazu die altbekannten Kulissen, von Pfennigfuchser Roger Corman immer wieder recycled, die den Zyklus – trotz Planung und Durchführung als low budget Produktion – zu nicht weniger als dem Antlitz US-amerikanischen Upperclass-Horrorkinos machten. Neuen Masteringbemühungen sei Dank, wird uns dieses Antlitz auf der vorliegenden Scheibe kraftvoller, finsterer und gotischer denn je präsentiert.
 
 
 


 
 
 

DIE VERFLUCHTEN – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Essentieller Gothic Horror des Traumgespanns Corman/Price. Ein Klassiker des Genres und Film für die Hitlisten, der in jede Sammlung abseits des Folterporno-Spektrums gehört.
 
 
 


 
 
 

DIE VERFLUCHTEN – Zensur

 
 
 
Die deutschen Heimkinofassung wurde ab 16 Jahren freigegeben, obwohl DIE VERFLUCHTEN nach heutigen Maßstäben sicherlich auch für bereits Zwölfjährige geeignet wäre.
 
 
 


 
 
 

DIE VERFLUCHTEN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
die-verfluchten-blu-ray

(c) Explosive Media Gmbh

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Fall of the House of Usher; USA 1960

Genre: Horror, Klassiker

Ton: Deutsch PCM 2.0 (Mono), Englisch PCM 2.0 (Mono)

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 79 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover – Erstauflage im Schuber

Extras: 4-seitiges Booklet, Interview mit Mark Damon (2014), Bildergalerie seltener Artworks, Original Kino-Trailer, Explosive Trailer-Reel

Release-Termin: 05.09.2014

 

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DIE VERFLUCHTEN – Trailer

 
 

 
 

Christian Ladewig

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Fall of the House of Usher (1928)
 
Der Untergang des Hauses Usher (1928)
 
The Fall of the House of Usher (1949)
 
Die Verfluchten (1960)
 
The Fall of the House of Usher (1966)
 
The Fall of the House of Usher (1981)
 
Die Rache des Hauses Usher (1982)
 
The Fall of the House of Usher (1982)
 
The House of Usher (1989)