Filmreview: „Pig“ (2010)

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PIG

Story

 
 
 
Irgendwo im Nirgendwo: Ein Sadist hält sich auf einem abgelegenen Waldstück Menschen wie Vieh, die er erniedrigt, foltert und jagt, wann immer er Lust dazu hat …
 
 
 


 
 
 

PIG – Kritik

 
 
 
Dass das Pentium an Abartigkeiten noch längst nicht das Maximum erreicht hat, zeigen immer wieder neue Filmemacher, deren minderbemittelte Hirne stets neue Perversionen austüfteln. Regisseur ADAM MASON hat in seiner bisherigen Laufbahn bereits genug Nonsens gedreht und immer wieder seinen Hang für kranken Horror-Quatsch zum Ausdruck gebracht. Dass es in seinen Streifen nicht gerade zimperlich zur Sache geht, bewies er bereits im Jahre 2006, als er in seinem BROKEN genüsslich Frauen vor der Kamera foltern und demütigen lies. Nach wie vor ist das Werkeln von Quäl- und Folterfilmen eine begehrte Methodik, um schnell Kasse machen zu können, wobei hier die Devise gilt: Je verachtender Menschen vor der Linse behandelt werden, desto mehr Aufmerksamkeit erhalten solche Filme beim Zuschauer. Gleiches dürfte auch MASON gedacht haben, der mit seiner Schmuddel-Gewaltorgie namens PIG jedoch bei Geldgebern auf taube Ohren stieß, schien denen der Kontext des Filmes etwas zu extrem gewesen zu sein. Eine frustrierende Tatsache, die MASON dazu bewegte das Projekt zusammen mit Schauspiel-Kollege ANDREW HOWARD allein zu stemmen und fast gänzlich aus eigener Tasche zu finanzieren. Nach Fertigstellung wurde der Folter-Flick Fans kostenlos zum Download angeboten, um all den ignoranten Produzenten da draußen den Mittelfinger zeigen zu können. Eine Prämisse, die sich durchaus verkaufsfördernd auf den parallel gedrehten LUSTER (2010) ausgewirkt haben dürfte, konnte dieser sogar nach Deutschland verkauft werden, wo er bereits 2011 auf Heimkinomedium ausgewertet wurde.
 
Doch was hat der Horrorfan überhaupt von PIG zu erwarten? Die komplizierte Entstehungsgeschichte zumindest hat Spuren hinterlassen, denn der kontroverse Inhalt hat mit allerhand inszenatorischen Schwächen zu kämpfen. PIG wird in Echtzeit erzählt. Das bedeutet, dass der Streifen fast gänzlich ohne Schnitte auskommt. Ein heikles Experiment, geht MASON damit gleichen Weg, wie bereits wenige Regisseure vor ihm. Bereits HITCHCOCK experimentierte in den 40ern mit ähnlicher Filmmethodik und brachte 1948 COCKTAIL FÜR EINE LEICHE in die Kinos, der ebenso am Stück erzählt und ohne Schnitte gedreht wurde. Gleiches versuchte GUSTAVO HERNÁNDEZ, der vor einigen Jahren für sein SILENT HOUSE (2010) nur eine einzige Kamera-Einstellung benötigte, um dem Zuschauer das Fürchten zu lehren. Ein Jahr später folgte, wie so oft bei filmischen Neuerungen aus dem Ausland, eine überflüssige Neuverfilmung aus Amerika, die den interessanten Filmplot jedoch nur uninspiriert recycelte. Leider hat das Erzählen am Stück auch seine Tücken, denn wenn sich der Zuschauer nicht mit den Protagonisten identifizieren kann oder sich die Geschichte partout nicht weiterentwickeln möchte, passiert das vor dem es jeden Filmemacher grault: Der Zuschauer verliert das Interesse und schaltet ab. Ähnlichen Schicksal dürfte auch PIG erleiden, denn MASON stiert zu verkrampft nach dem rauen Exploitation-Kino der Video-Nasty-Ära, dass er dabei gänzlich den Zuschauer vergisst, der doch letztendlich unterhalten werden soll.
 
PIG handelt von einem perversen Schlächter, dem es ab und zu nach Gewalt dürstet. Dann nämlich fährt er in ein abgeschiedenes Waldgebiet, wo er hilflose Menschen foltern, quälen und ausweiden kann. Eine geistig behinderte Frau dient als Haustier. Die trägt zwar eines seiner Kinder im Leib, wird jedoch wie Vieh in einem Käfig gehalten und bekommt immer dann Auslauf, wenn „Fütterungszeit“ ist. Da werden schon mal menschliche Organe auf das Grillrost geworfen, die zuvor am noch lebenden Opfer herausgerissen wurden. Zahm geht es in MASONS Schmuddelfilm wahrlich nicht zugange, was Hobby-Sadisten durchaus hellhörig machen dürfte. PIG ist roher Tortur-Porn für genau diese Fraktion, die sich daran ergötzen kann, wenn wehrlose Opfer verachtend durch den Fleischwolf gejagt werden. Von der rektalen Einführung von Schraubendrehern, über das Anurinieren schreiender Frauen bis hin zum schaufreudigen Ausbluten zuvor zusammengeschlagener Opfer hakt MASON all jene Grausamkeiten auf seiner Liste ab, nach denen sich Gore-Bauern gierig die Hände reiben. Gewalt ist nicht alles, denn das möglichst reißerische Aneinanderreihen roher Gewalt kann aus einem 90-minütigen Film schon mal eine gefühlte Ewigkeit machen. MASONS Film verfügt über keinen Spannungsbogen und das ist das größte Problem. Zwar verkörpert HOWARD den namenlosen Killer mit erschreckend sadistischer Intensität; seine dummen Gewaltakte halten den Zuschauer jedoch nicht die gesamte Laufzeit über bei Laune. Der dürfte sich trotz bestialischem Sadismus schnell gelangweilt fühlen, wirkt zudem das Improvisationstalent von Schauspielkollegin MOLLY BLACK teils derart unbeholfen, dass deren Agieren vor der Kamera so ziemlich rasch auf den Zünder geht. Als geistig umnebelte Schwangere dürfte die als wohl nervigste Protagonistin in die Geschichte des Tortur-Porn eingehen und dem Zuschauer klar machen, dass er künftige Werke MASONS mit Vorsicht genießen sollte. Letztendlich kann man nur froh darüber sein, dass Macher ADAM MASON dann doch zur Schere gegriffen und einige Filmschnitte gesetzt hat. Laut Interview soll die ursprünglich Version von PIG nämlich zwei Stunden lang gewesen sein – Halleluja, das schreit förmlich nach einem Director’s Cut.
 
 
 


 
 
 

PIG – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Eklig, pervers und Brechreiz erregend: Eben Ferien auf dem Schlachthof. Mit PIG wollte ADAM MASON nicht nur Tabus brechen sondern auch zeigen, dass Folterfilme ziemlich langweilig sein können. Die Ursache hierfür liegt nicht am Härtegrad, sondern an der dummen Story, die aus einer wahllosen Aneinanderreihung sadistischer Unmenschlichkeiten besteht. Handwerklich kann man da freilich nicht meckern, denn die Effekte sind nicht gerade förderlich für Magen und Nerven. Zudem erinnert der dreckige Look des Streifens an das raue Exploitation-Kino der Video-Nasty-Ära. Das Ausschlachten kontrovers-schmuddeliger Filmzutaten ist jedoch das einzige auf was sich MASON in PIG konzentriert, denn eine richtige Geschichte gibt es nicht. Als kontroverses Kino-Experiment, das fast gänzlich von Filmschnitten absieht, geht PIG in Ordnung. Betrachtet man PIG jedoch als Horrorfilm enttäuscht MASONS Gewaltorgie auf ganzer Linie.
 
 
 


 
 
 

PIG – Zensur

 
 
 
Eine Fassung für Deutschland ist undenkbar. Der Streifen zeigt Gewalt derart selbstzweckhaft und geht damit so schonungslos offen um, dass bereits nach fünf Minuten Sichtung klar sein dürfte, dass die FSK hier keinen Spaß verstehen dürfte. Insofern sich überhaupt ein Label an eine deutsche Veröffentlichung wagen sollte, wird die ohnehin direkt im deutschsprachigen Ausland vertrieben werden.
 
 
 


 
 
 

PIG – Trailer

 
 
 

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Hellraiser80/ Marcel Demuth

 
 
 
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The Helpers (2012)
 
The Texas Chainsaw Massacre – Blutgericht in Texas (1974)
 
Michael Bay’s Texas Chainsaw Massacre (2003)
 

Kritik: „Unter Freunden – Komm, lass uns spielen“ (2012)

Among-Friends
 
 
 

UNTER FREUNDEN – KOMM, LASS UNS SPIELEN

(AMONG FRIENDS)

Story

 
 
 
Eine Abschlussfeier der etwas anderen Art: acht Freunde werden während einer feuchtfröhlichen Party mit ihren am liebsten verborgenen Geheimnissen konfrontiert und für ihr unkameradschaftliches Verhalten schmerzhaft bestraft …
 
 
 


 
 
 

UNTER FREUNDEN – Kritik

 
 
 
Jeder hat so seine Leichen, über die er kaum sprechen möchte und wohl am liebsten ganz schnell wieder aus dem Gedächtnis streichen würde, im Keller. Umso problematischer, wenn scheinbar vertraute Personen lange verdrängte Gewissensbisse aus der Mottenkiste kramen und sie ungefragt und skrupellos ans Tageslicht bringen. Die naiven Knallchargen in UNTER FREUNDEN – KOMM, LASS UNS SPIELEN hätten sich vermutlich auch Besseres vorstellen können, als von der besten Freundin an den Pranger gestellt zu werden. Hätte nämlich jeder der Anwesenden geahnt, welch fieses Blutgematsche die selbsternannte Moralapostelette Bernadette mit den selbstsüchtigen Übeltätern veranstalten würde, hätten sie sich wohl eher nicht gerade in den edelsten Zwirn geworfen. DANIELLE HARRIS zeichnet für den cineastischen Denkzettel verantwortlich, und liefert mit AMONG FRIENDS (so heißt der Film nämlich im Original) ihre erste eigene Regiearbeit ab. Filmfans dürfte HARRIS keine Unbekannte sein. Sie schrie sich einst als Jamie Lloyd in HALLOWEEN 4 (1988) in die Herzen der Genre-Zuschauer und gehört mittlerweile zu einer der bekannteren Schauspielgrößen des modernen Horrorfilms. Als Marybeth in der Schlitzer-Reihe HATCHET hat sie sich selbst ein Denkmal gesetzt und vermutlich während ihre (Gast)Auftritte in einschlägigen Gruselfilmchen hin und wieder auch den Regisseuren bei ihrer Arbeit über die Schulter geschaut. Umso erfreulicher, dass sie mit UNTER FREUNDEN jetzt auch einmal hinter der Kamera Platz genommen hat und beweist, dass sie nicht nur eine charismatische Schauspielerin und Synchronsprecherin ist, sondern durchaus auch ein talentiertes Händchen für ganz schön gemeine Schocker hat. Welche Beliebtheit HARRIS unlängst unter Horrorjüngern genießt, macht ihr erster Ausflug als Filmemacherin deutlich. Hier gibt sich das Who-is-Who der Horrorszene die Klinke in die Hand. Neben JASON-VORHEES-Mime KANE HOODER, der hier gleich zu Beginn mit zynischem Humor vor der Kamera posiert, bekommt der Zuschauer auch einen Kurzauftritt von XAVIER GENS und MICHAEL BIEHN zu sehen, wobei Letzterer ja gut und gerne auch mal selber Filme dreht und produziert. Der scheint mit HARRIS nicht nur gern zusammen zu arbeiten, sondern auch ein freundschaftliches Verhältnis zu hegen, ist doch die smarte Schauspielerin in letzter Zeit ganz schön oft in dessen Streifen zu sehen (THE VICTIM, THE FARM). Nach grandiosen Auftritten in ROSEANNE (1992-93), ZUM TÖTEN FREIGEGEBEN (1990) und DÜSTEREN LEGENDEN (1998), dürfte vermutlich ein jeder interessierte Fan wissen wollen, ob HARRIS´ Spielfilmdebüt eigentlich überhaupt ernstzunehmen ist, denn nicht selten erlebt der Filmfreund, dass offensichtlich erfolgreiche Leinwandgrößen gerade hinter der Kamera eine eher bescheidene Figur gemacht haben. All jenen Skeptikern sei gesagt, HARRIS´Debüt macht im Vergleich zu aktuellen Horrorschockern der letzten Zeit gar keine so dumme Figur und dürfte vor allem Liebhaber der etwas makabren Unterhaltung gut unterhalten. Während HARRIS´ bereits 2008 im Thriller PRANK neben ELLIE CORNELL (HALLOWEEN 5) und HEATHER LANGENKAMP (NIGHTMARE – MÖRDERISCHE TRÄUME) Regieluft schnuppern durfte, ist ihr nun echter Regie-Einstand – welches Wunder – auch ein Horrorfilm geworden. Hier hat sie sich von einem Drehbuch von ALYSSA LOBIT inspirieren lassen, die sogleich auch die Rolle der „wahnsinnigen“ Gastgeberin Bernadette übernahm. Während wir in UNTER FREUNDEN nicht nur Zitate bekannter Vertreter des Genres serviert bekommen (PROM NIGHT, CARRIE) erweist sich HARRIS´Debüt quasi als mehr oder weniger ernstzunehmendes Duplikat eines aktuellen Thrillers, der unter dem Titel WOULD YOU RATHER (2012) in Deutschland bereits ausgewertet wurde.
 
In UNTER FREUNDEN – KOMM, LASS UNS SPIELEN werden die Freunde Blane (CHRIS MEYER), Melanie (JENNIFER BLANC), Sara (KAMALA JONES), Marcus (CHRISOPHER BACKUS), Lily (DANA DAUREY) und die Geschwister (AJ BOWEN) und Jules (BRIANNE DAVIS) in das pompöse Anwesen Bernadettes geladen, wo unter dem Motto PROM NIGHT 1984 ein raffiniertes Rollenspiel samt Dinner stattfinden soll. Die Stimmung ist spritzig und Rauschmittel erhöhen den Spielspaß. Leider hat die Gastgeberin anderes im Sinn. Sie reichert die Bowle mit reichlich Drogen an und macht ihre Mitstreiter bewegungsunfähig, um ihnen daraufhin die Leviten zu lesen. Schnell stellt sich heraus, dass ein jeder der Anwesenden gehörig Dreck am stecken hat und dafür natürlich bestraft werden muss. Sie hält ihren Gästen mittels Videobeweisen den Spiegel vors Gesicht und versucht den reichlich unsympathischen Einfaltspinseln einzubläuen, dass die Bezeichnung „Freundschaft“ in dieser Clique etwas arg oberflächlich gehandhabt wird. So stellt Bernadette ihre ganz eigenen Freundschaftsregeln auf und schreitet mit Schere und Hammer zu Tat, um Moral und Anstand in die Hirne des reichlich selbstsüchtigen Bekanntenkreises zu schlitzen und zu hämmern. Ganz zum Leidwesen der hilflosen Opfer, die die psychopatisch veranlagte Hausherrin nach dieser versemmelten Party mit Sicherheit aus ihren Facebook-Liste verbannen dürften – vorausgesetzt sie überleben das blutige Abendessen.
 
Unangenehm gehts in UNTER FREUNDEN zugange. Nicht nur aufgrund der etwas zweifelhaften Thematik, sondern auch des klaustrophobischen Terrors wegen, der sich schleichend durch die gesamte Szenerie frisst. Anfänglich schön schrill und bunt, wirds im Verlauf der Geschichte ganz schön düster, was vor allem den vielen morbiden Geheimnissen zu schulden ist, die die reichlich hohlen Protagonisten längst im Unterbewusstsein vergraben haben. In UNTER FREUNDEN – KOMM, LASS UNS SPIELEN geht ein jeder Charakter im wahrsten Sinne des Wortes über Leichen, was gerade sensiblen Gemütern ganz schön an die Nieren gehen dürfte, wird die Vergeltung einmal mehr im typischen 08/15-Foltermurks auf dem Bildschirm zelebriert. Da wird munter skalpiert, kastriert und, ähm, pedikürt – was das Splatterherz jedoch nur selten in Wallung bringen dürfte. Die hier bebilderten Gewaltakte sind zwar vollkommen selbstzweckhaft; HARRIS blendet jedoch mit der Kamera weg, sobald es zu hart für den Zuschauer wird. Hart wirkt das alles dennoch, befindet sich das Schauspiel der wimmernden Protagonisten auf erstaunlichen hohem Niveau, so dass sich UNTER FREUNDEN mit seinem moralisch fragwürdigen Kontext vortrefflich in die Riege der vielen widerwärtigen HOSTEL-Plagiate einzureihen versteht. Immerhin weiß sich dieser Folterreißer mit seinem bitterbösen Humor vom üblichen Tortur-Gemansche abzuheben. HARRIS scheint eine Schwäche für sarkastischer Gemeinheiten zu besitzen, anders lassen sich einige der bissigen Schweinereien im Film nicht erklären. Die sorgen nämlich trotz kaltschnäutzigen Background für allgemeine Erheiterung. Auch wenn HARRIS mit ihrem zynischen Regie-Debüt ganz den Nerv gieriger Horrorfilmfans trifft, kränkelt auch dieser Film an der immens trivialen Geschichte. Die Szenarie beschränkt sich auf nur einen Schauplatz und auch das Schicksal des unnahbaren „Foltermaterial“ samt Richterin dürfte dem Zuschauer vollkommen Schnuppe sein. Dazu fehlt UNTER FREUNDEN einfach die Identifikationsfigur. Macht aber nichts, trotz Schnitzern darf Scream-Queen DANIELLE HARRIS gern weiterhin Filme drehen. Der (Horror)Regiestuhl ist wie für die zierliche Schauspielerin geschaffen und UNTER FREUNDEN gefällt mit seinen knackigen 80 Minuten Laufzeit durchaus – wenn auch vermutlich nur der Horror-Fanbase, denn Otto-Normal-Filmfreund dürfte an diesem perfiden Treiben nur wenig Freunde haben. Hoffen wir, dass HARRIS auch in Zukunft derart gemeine Streifen drehen darf und ihren ganz eigenen Humor nicht vernachlässigt. Der macht nämlich Laune und bereichert den eigentlich vollkommen austauschbaren UNTER FREUNDEN – KOMM, LASS UNS SPIELEN ungemein.
 
 
 


 
 
 

UNTER FREUNDEN – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Ein Fest für Horrorfilmfans! HARRIS Regie-Debüt erweist sich als Klassentreffen der Ikonen des modernen Horrorfilms. Blutig, zynisch und unglaublich böse geht es im Terrorstreifen UNTER FREUNDEN zugange, was zartbesaiteteren Kinogängern ganz schön an die Nieren gehen dürfte.
 
 
 


 
 
 

UNTER FREUNDEN – Zensur

 
 
 
Hart ist UNTER FREUNDEN – KOMM, LASS UNS SPIELEN auf alle Fälle – wenn auch eher auf psychologischer Ebene. Die „Kandidaten“ dieses Rollenspiels werden vornehmlich auf psychischer Ebene erniedrigt, so dass AMONG FRIENDS (wie der Film im Original heißt) hierzulande ungeschnitten durch die FSK gekommen ist. Mit dem roten KEINE JUGENDFREIGABE-Aufdruck versteht sich!
 
 
 


 
 
 

UNTER FREUNDEN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) TIBERIUS FILM / SUNFILM

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Among Friends; USA 2012

Genre: Thriller, Horror, Komödie

Ton: Deutsch DTS-HD MA 7.1, Englisch DTS-HD MA 7.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.78:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 80 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Trailershow

Release-Termin: 02.10.2014

 
 
 

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UNTER FREUNDEN – Trailer

 
 
 


 
 

Hellraiser80/ Marcel Demuth

 
 
 
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Vile (2011)

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Review: „Tödliches Spiel – Would you Rather?“ (2012)

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Tödliches Spiel – WOULD YOU RATHER?

Story

 
 
 
Um die wichtige Operation ihres krebskranken Bruders finanzieren zu können, lässt sich die hilfsbereite und rücksichtsvolle Iris von einem ihr unbekannten Milliardär namens Lambert überreden, an einer seiner großzügigen Veranstaltung teilzunehmen. Dort können interessierte Gäste eine großzügige Summe Geld verdienen, wenn sie sich nur dazu bereit erklären, an einem eigens von Lambert entwickelten Spiel mitzuspielen. Unwissend, was den Teilnehmern nach ihrer Zusage erwartet, willigen die ahnungslosen Gäste ein in der Hoffnung, jene Veranstaltung mit einer gefüllten Brieftasche verlassen zu können. Hierfür werden die Räumlichkeiten verschlossen und jedem Spieler die Aufgabe erteilt, entweder sich selbst physische Schmerzen zuzufügen oder einen der anwesenden Gäste zu verstümmeln …
 
 
 


 
 
 

WOULD YOU RATHER – Kritik

 
 
 
Das dreckige Tortur-Kino der 70er Jahre ist einfach nicht totzukriegen. Nach einem geglückten, generalüberholten und äußerst sadistischen Revival, dass durch Filme wie das TEXAS CHAINSAW MASSACRE, HOSTEL und SAW im Jahre 2003 eindrucksvoll ins Leben gerufen wurde und an brutaler Zeigefreudigkeit kaum zu übertreffen war, folgten bisher unzählige Plagiate, die mal mehr und mal weniger überzeugen konnten. Ob bei lebendigen Leibe zersägt, schaufreudig gefoltert oder lukrativ gehäutet – kaum eine perfide und präzis-dokumentierte Todesart wurde hierbei ausgelassen, um auch ja der sensationsgeilen Erwartungshaltung angehender Hobby-Masochisten gerecht werden zu können. Nach dem (eigentlich) abschließenden siebenten Teil des bekannten SAW-Franchise wurde es verdächtig „handzahm“ und ruhig um die expliziten und (teilweise) menschenverachtenden Tortur-Reißer, sodass es vermutlich Liebhaber dieses zweifelhaften Sub-Genres erfreuen dürfte, dass nun im Zuge der langsam abebbenden Folter-Welle ein weiterer Indie-Kandidat ins Rennen geschickt wurde, um einmal mehr die stahlharten Nerven unterversorgter Horrorfilmfans auf die Probe zu stellen zu dürfen. Erstaunlicherweise reduzieren sich die bisher letzten Veröffentlichungen jener Art (TRUE OR DARE, VILE, THE HELPERS, SCHLARAFFENHAUS) nicht mehr allein nur auf das blutige Ausreizen perverser Gewaltakte, sondern verfrachten das derbe Zurschaustellen abartiger Grausamkeiten auf vordergründig psychischer Ebene, wie es bereits in den Werken der experimentierfreudigen 70er Jahre der Fall gewesen war. Der krude Horror-Folterporno von Heute scheint eine Kehrtwende eingeschlagen zu haben und sich zu seinen Wurzeln zurückbegeben zu wollen, wobei nach wie vor auch heute noch der fragwürdige Ideenreichtum emsiger Filmemacher keine Grenzen findet. Und so werden grafisch ansprechende Folterakte weitestgehend in ihrer Blutgeilheit reduziert und mehr das Martyrium des Hauptdarstellers in den Mittelpunkt der Geschehnisse verfrachtet (MARTYRS), wobei deren Überlebenskampf sich unweigerlich auf den Gemütszustand des Zuschauers überträgt. Waren es vor mehr als 30 Jahren hauptsächlich Frauen, die in derart Filmen genüsslich gedemütigt, missbraucht und gequält wurden, so findet im „aufgeklärten“ und „toleranten“ 21. Jahrhundert eine Art geschlechtliche Gleichberechtigung statt, was zur Folge hat, das aktuell sogar auch männliche Protagonisten um ihr Überleben winseln, jammern und betteln dürfen.
 
Auch der vorliegende WOULD YOU RATHER ist einer dieser sagenumwobenen „Meisterwerke“, welche sich virtuos in die Reihe der Zurschaustellung perverser Abartigkeiten einzureihen weiß und sich mit allerhand moralisch zweifelhaften Interaktionen und den verstörten Denkstrukturen seiner Protagonisten beschäftigt. Dabei, und das sollte man diesem Film positiv anrechnen, erinnert sich Autor und Regisseur DAVID GUY LEVY zurück an die Glanzzeiten des allseits beliebten Terrorkinos und verfrachtet seine Geschehnisse in eine ansprechend düstere Umgebungskulisse, die in ihrem dreckigen Look teilweise an den Beginn des allseits beliebten Tortur-Kinos erinnert, welches in Filmen wie TEXAS CHAINSAW MASSACRE und LAST HOUSE ON THE LEFT seinen Anfang fand. Unüblicherweise wartet WOULD YOU RATHER mit einem ansprechenden Staraufgebot aus. War Hauptdarstellerin BRITTANY SNOW zuletzt noch munter trällernd und vor allem ungeniert jugendfrei im Teenie-Komödchen PITCH PERFECT unterwegs, so scheint sie ihr facettenreiches Schauspiel mit dem Auftritt in diesem Schreckensszenario erweitern zu wollen. Löblicherweise recht ambitioniert, scheitert doch ihre Rolle nicht an jenen stereotypen Verhaltensmustern, mit welchen man so oft in ähnliche Produktionen dieser Art konfrontiert wird. Ihr Verhalten durchzieht sich relativ glaubwürdig durch die dünne Handlung, auch wenn ihr das Drehbuch hin und wieder suspekte Denkphrasen eintrichtern möchte, die so rein gar nicht zu ihrem Charakter passen möchten. Neben Ex-Porostar SASHA GRAY, welche eine äußerst unsympathische Leidensgenossin miemt, dürften vermutlich alle Fans der Horrorlegende JEFFREY COMBS überrascht sein, dass einer der ganz großen Gerne-Helden der 80er Jahre sich für derart Quark hat überreden lassen. Dennoch bieten gerade Combs kongenialen Auftritte den eigentlichen Schauwert dieses fragwürdigen Tortur-Filmchens. Der Mann beweist einmal mehr, dass er es auch nach Kultfilmen wie RE-ANIMATOR und FROM BEYOND immer noch drauf hat, selbst dem miesesten Film das gewisse Etwas zu verleihen. Seine schwarzhumorigen Wortfloskeln bereichern den eigentlich vollkommen unwichtigen WOULD YOU RATHER ungemein, sodass die plumpe Foltergeschichte einen halbwegs seh- und ertragbaren Unterhaltungswert erreicht. Die Rolle des kompromisslosen Sadisten scheint Combs einmal mehr wie auf den Leib geschneidert zu sein und als Zuschauer spürt man regelrecht mit welcher Inbrunst der Schauspieler selbige lebt. Mit seinem Auftritt fällt und steigt der Qualitätsgehalt der Handlung und heben den zynischen Folter-Nonsens weitestgehend über den Durchschnitt.
 
TÖDLICHES SPIEL – WOULD YOU RATHER (so die deutsche Titelkreation) ist einer dieser Filme, die ihre Wirkung trotz aller Vorhersehbarkeit keinesfalls verfehlen. Zwar geht es hier nicht maßgeblich blutig zugange, trotzdem wirken einige Szenen aufgrund ihrer schonungslosen Kompromisslosigkeit erheblich hart, sodass vermutlich einige zartbesaitete Zuschauer flink zur Fernbedienung ihres Heimkino-Abspielgerät greifen dürften, um die gewalttätigen „Show-Einlagen“ leichter ertragen zu können. Die Protagonisten werden hierbei mit allerlei physischen und psychischen Unannehmlichkeiten konfrontiert, wobei sich der Film immer wieder die Frage stellt, wie kostbar letztendlich ein Menschenleben ist und wie weit jeder Einzelne gehen würde, um aus seinem selbstsüchtigen Handeln das meiste Kapital zu schlagen. Statt Augenmerk auf altbekannte Mordwerkzeuge, wie Kettensägen, Macheten und Schusswaffen zu legen, rücken hier traditionelle Folterinstrumente in den Mittelpunkt der Gegebenheiten. Neben einem primitiv zusammengewerkelten Fass gefüllt mit klarem Leitungswasser, finden sogar Silvesterraketen und Reitgerten vollkommen neue Einsatzgebiete. Zwar beginnt das muntere Treiben mit erheblich leichten Aufgaben (Vegetarierin soll Fleisch essen), diese bilden jedoch nur den Auftakt eines perfiden Sammelsuriums an kranken Ideen. Auch wenn der moralische Background durchaus Diskussionsstoff bietet, so wirkt das widerliche Szenario durchaus selbstzweckhaft, sodass die brenzliche Kontroversität des Themas im Zuge breit ausgewalzter Foltereinlagen vollkommen untergeht. Die Beweggründe der Gastgeber bleiben weitestgehend ungeklärt, sodass der Zuschauer mit allerhand Fragen zurückbleibt und nur darüber spekulieren kann, aus welchem Beweggrund Lambert diese Veranstaltung organisiert hat.
 
 
 


 
 
 

WOULD YOU RATHER – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
WOULD YOU RATHER ist hartes Gewaltkino, das stahlharte Nerven voraussetzt. Ein moralisch fragwürdiges Filmchen, das aufgrund seiner kompromisslosen Darstellung ziemlich hart daherkommt. Zudem beweist JEFFREY COMBS einmal mehr, dass seine Auftritte selbst den miesesten Horrorfilm aufwerten können.
 
 
 


 
 
 

WOULD YOU RATHER – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von TÖDLICHES SPIEL – WOULD YOU RATHER hat Glück gehabt und den Segen der FSK erhalten. Die hat den Streifen ungeschnitten ab 18 Jahren (KJ-Freigabe) freigegeben. Eine etwas skurrile Entscheidung, fühlt sich die FSK bei derart Thematik nicht selten doch arg vor den Kopf gestoßen und verweigert die Freigabe sogar oftmals. Somit kann der Filmfreund bedenkenlos zugreifen und muss keinen Umweg übers Ausland in Kauf nehmen.
 
 
 


 
 
 

WOULD YOU RATHER – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Maritim Pictures

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Would You Rather; USA 2012

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1, Deutsch Dolby Digital 2.0

Untertitel: Keine

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 93 Min.

FSK: FSK18 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Audiokommentar, Bildergalerie, Outtakes, Trailer

Release-Termin: 25.02.2014

 
 
 
Die hiesige FSK muss einen guten Tag gehabt haben, anders lässt sich wohl nicht erklären, dass der Folter-Schocker TÖDLICHES SPIEL – WOULD YOU RATHER ungeschnitten durch die Zensurinstanz gekommen ist. Anbieter MARITIM PICTURES hat sich dem Horrorfilm angenommen und veröffentlicht ihn auf einer brauchbaren Blaustrahl-Scheibe. Nach dem Einlegen geht’s auch gleich los. Der Zuschauer wird in ein äußerst liebloses Hauptmenü gelotst, das aus einer Aneinanderreihung von Szenen des Hauptfilms besteht und mit einer arg nervigen und sich ständig wiederholenden Melodie unterlegt wurde. Größeres Ärgernis bietet jedoch die unglaublich miserable deutsche Synchronisation, bei der einmal mehr die ewig gleichen Sprecher zum Einsatz kamen, die sonst auch bei Indie-Streifen aus dem Hause MARITIM PICTURES ins Mikrophon quasseln. Das raubt den Film erheblich die Atmosphäre und ist kaum zu ertragen. Besonders unglimpflich wurde JEFFREY COMBS deutsche Stimme gewählt, die ihren Text derart gelangweilt und kraftlos vom Teleprompter abliest, dass COMBS-Fans das kalte Grausen bekommen. Immerhin ist das Bild solide, das eher in erdige und farblose Töne getaucht wurde und durchaus annehmbar ist. Unter dem Menüpunkt „Extras“ werden dem Filmfreund eine kleine Anzahl an Boni geboten. Den Anfang macht eine animierte Slideshow, die aus Plakaten des Films besteht (rund 1 Minute, HD). Weiter geht’s mit 15 (!) Sekunden Outtakes (HD) und dem englischsprachigen Trailer (rund 2 Minuten, HD). Angerundet wird das Minibonuspaket mit einem filmbezogenen (und teilweise schweigsamen) Audiokommentar, bei dem aber Untertitel schmerzlich vermisst werden. Die gibt es übrigens nicht einmal für den Hauptfilm. Wer harte und professionell gewerkelte Folterfilme mag kann dennoch bedenkenlos zugreifen, zumal TÖDLICHES SPIEL – WOULD YOU RATHER ziemlich günstig zu haben ist und auch die Originaltonspur bereithält. Hier werden aber mangels deutscher Untertitelspur gute Englischkenntnisse vorausgesetzt. Wer übrigens immer noch nicht mit dem lästigen FSK-Sticker zurechtkommt, kann das Cover umdrehen, denn ein Wechselcover liegt anbei.
 
 
 

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WOULD YOU RATHER – Trailer

 
 
 


 
 

Hellraiser80

 
 
 
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