Filmreview: „Vile – Pain“ (2011)

"Vile" (2011) Poster, Plakat -  Filmcheck Film-Review Filmkritik
 
 
 

Vile – Pain

Story

 
 
 
Nichtsahnend erwachen einige junge Menschen in einem verbarrikadierten Gebäudekomplex. Keiner der Anwesenden weiß, wie er hierhergekommen ist. An ihren Hinterköpfen befinden sich Schläuche, die aus ihren Schädeln herausragen und an dessen Enden sich kleine leere Behälter befinden. In Panik getrieben entdecken die Gruppe im Nachbarraum eine TV-Apparat auf dessen Bildschirm ihnen eine fremde Frau die Anweisung gibt sich selbst körperlich die schlimmsten Schmerzen zuzufügen, da im Extremfall perversester Qualen, das Gehirn ein überaus brauchbares Sekret aussondert. Diese kostbare Flüssigkeit wird dazu verwendet um eine beliebtes Designer-Droge herzustellen und das allein nur aus dem Hirn menschlicher Probanden gewonnen werden kann. Nur wenn das Gefäß an den Hinterköpfen der Anwesenden innerhalb eines Tages gefüllt werden kann, ist den Überlebenden die Freiheit gewiss. Vollkommen verunsichert und von Todesangst getrieben, schreiten die Teilnehmer zur Tat und beginnen sich körperlich selbst auf schlimmster Art und Weise zu verstümmeln. Ein Vielzahl an „brauchbaren“ Werkzeugen und Utensilien sollen die „Kreativität“ fördern und sind schnell gefunden. Was der Gruppe anfänglich noch viel Überwindung kostet, geht selbiger von Stunde zu Stunde lockerer von der Hand, denn der stete Überlebenswille jedes einzelnen Probanden lassen moralischen Normen und Werte letztendlich vollkommen vergessen.
 
 
 


 
 
 

Vile – Kritik

 
 
 
Wer denkt, dass er in sieben „Saw“-Teilen gänzlich alles gesehen hat, was sich verzweifelte Menschen in Ihre Panik vor dem eigenen Tod so alles antun können, der irrt. Denn der aktuelle Horrorstreifen „Vile“ reiht sich in jene Reihe perverser und unnötiger Folter-Tortur-Streifen, die mit allerlei ekligen und widerlichen Grausamkeiten um die Gunst der Käuferschar buhlen wollen, siegessicher ein. Mein lieber Scholli, was dem Horrorfilmfreund hier vorgesetzt wird, ist einmal mehr absolut moralisch zweifelhaft und kommt mit einer unerhört-dreisten Selbstverständlich- und Kaltschnäuzigkeit daher, dass einem als Genre-Liebhaber der Spaß am phantastischen Film glatt vergehen könnte. In „Vile“ regiert die Gewalt, der Gewalt wegen und ist wirklich einziges Mittel zum Zweck, um diesen Film überhaupt tragen zu können. Hier werden Unterkiefer eingeschlagen, Arme in kochendes Wasser getaucht, Haut mittels Käse-Reibe „abgerieben“ sowie ein heißes Bügeleisen auf menschliches Fleisch gepresst und das alles letztendlich einzig im Namen der Freiheit. Zu allem Entsetzen fügen sich die FX auch noch derart professionell in die Szenarie ein, dass sich „Vile“ sogar für „geübte“ Alles-Seher zu einer deftigen Nervenprobe entwickeln dürfte. Erstaunlicherweise handelt sich bei diesem aktuellen Werk um ein Regie-Debüt, dass zumindest in technischer Hinsicht zu überzeugen weiß und selbstverständlich die Blut-und Gore-Fraktion zufriedenstellen dürfte. Das Set ist stimmig und die Geschichte straff inszeniert. Leerlauf gibt es selten und die besagten Ekeleffekte verfehlen ihr Wirkung keinesfalls. Nachwuchs-Regisseur „Taylor Sheridan„, der sich zuvor bisher nur als Darsteller in einschlägigen Fernsehserien einen Namen gemacht hat, scheint die Drehbücher seiner bisherigen TV-Rollen genauestens studiert zu haben, denn trotz technischer Selbstsicherheit ist das notdürftig zusammengewerkelte Drehbuches seines „Vile“ kaum der Rede wert und stolpert selten auf TV-Serien-Niveau hinaus. Eine brauchbare Charakterisierung, Tiefgang oder Emotionalisierung kann Sheridian´s Erstlingswerk nicht vorweisen und so geht einem als Zuschauer das pervers-kreative Selbstverstümmeln der beliebig austauschbaren Opfer am Allerwertesten vorbei. Welche Drogen die Storyschreiber eingeworfen haben müssen, um derart kranken Quark überhaupt zu Papier bringen zu können, entzieht sich meiner Kenntnis – Fakt ist, dass „Vile“ einer dieser Filme ist, worauf die Filmwelt nun wahrlich nicht gewartet hat und letztendlich auch nicht braucht. Am Rande erwähnt, erklärt sich natürlich von selbst, dass ein Film mit derart moralisch fragwürdiger Rahmenhandlung hiesige Zensurbehörden auf die Barrikaden bringen dürfte, denn „Vile“ wird definitiv in seiner ungeschnittenen Originalversion bei der FSK keine Chance haben.
 
 
Der kranke Ideen- und Erfindungsreichtum mancher Drehbuchschreiber scheint keine Grenzen zu kennen. „Vile“ ist ein später Nachzügler des bekannten „Saw“- Franchise und kommt nicht weniger pervers und blutrünstig daher. Die Kamera hält dreist auf die Geschehnisse und der Horrorfilmfreund bekommt das, was er letztendlich auch laut Filmplakat erwartet: Gekröse, ekelige Folterspiele und perverse Abartigkeiten nonstop. Trotz inhaltlicher Leere dürfte „Vile“ zumindest die Hardcore-Fraktion befriedigen, denn die Spezialeffekte sind aller erste Sahne. Ob jedoch die Kombination aus technischem Können und inhaltlicher Leere einen guten Film zaubern, erklärt sich spätestens nach dem Abspann. Denn einen wirklich bleibenden Eindruck hinterlässt „Vile“ leider nicht. „Taylor Sheridan“ erster abendfüllender Filmbeitrag ist ein recht spezieller Film, der aufgrund seiner unkompromissbereiten Kaltschnäuzigkeit für Otto-Normalzuschauer vollkommen unzumutbar ist und scheint einer dieser Filme zu sein, die einzig dafür geschaffen sind, um den perversen Voyeurismus der blutgierigen Käuferschaft zu befriedigen.
 
 
 


 
 
 

Vile – Fazit

 
 
4 Punkte Final
 
 
Ein absolut ekliger, moralisch fragwürdiger und vollkommen perverser Schund, auf den die Welt nun wahrlich nicht gewartet hat!
 
 
 


 
 
 

Vile – Zensur

 
 
 
Der Film zeigt explizit fragwürdig derbe Folterszenen und zelebriert sie teilweise minutiös, so dass die deutsche Fassung geschnitten werden musste. Die ungeschnitte deutsche Variante wird über Österreich vertrieben.
 
 
 


 
 
 

Vile – Trailer

 
 


 
 
 
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Filmreview: „Panic Button“ (2011)

Panic Button 2011
 
 
 

PANIC BUTTON

Story

 
 
 
Vier Social-Network-User sind die auserwählten Kandidaten einer Reality-Quizshow, die saftige Gewinne verspricht. Nichtsahnend steigen die vier in einen Privatjet, wo sie in einem interaktiven Online-Quiz allerlei indiskreten Fragen über die eigene Person beantworten müssen. Anfänglich noch als witziger interaktiver Zeitvertreib vermutet, stellen die vier rasch erschreckend fest, dass die interaktive Computerstimme es nicht so lustig meint, wie anfänglich gedacht. Denn wer sich nicht an die Regeln und Anweisungen der geheimnisvollen Moderatorenstimme hält muss damit rechnen, dass das Leben eines, ihm nahestehenden Menschen vor laufender Kamera ausgelöscht wird. Als die Teilnehmer erfahren, dass das Flugzeug bewusst abstürzen und mit gesamter Besatzung den Tod finden wird, beginnt ein unerbittlicher Kampf um das Leben geliebter Menschen aus der eigenen „Freundesliste“ ihrer Social-Network-Profile….
 
 
 


 
 
 

PANIC BUTTON – Kritik

 
 
 
Nach dem weltweiten Erfolg der SAW-Reihe und dem krönenden Abschluss mit dem nunmehr bereits siebten Teil der Serie, war es nur eine Frage der Zeit, bis andere kreative Filmemacher immer noch Potenzial in der Grundidee des SAW-Franchise sahen und eine eigene Interpretation der immer noch sehr beliebten SAW-Idee auf Film bannen mussten. PANIC BUTTON hätte im Idealfall auch als „SAW 8“ betitelt werden können, denn makabere Spielchen mit sarkastischen Bestrafungen gibt es hier in Hülle und Fülle zu sehen, wobei PANIC BUTTON sogar noch frischer und besser ist als die letzten Teile der SAW-Serie. Dabei setzt PANIC BUTTON weniger auf effekthascherische und ausgewalzte Tötungsarten, sondern vielmehr auf das intensive und glaubhafte Zusammenspiel seiner Protagonisten, die auf engstem Raum an die Grenzen des psychisch Belastbaren getrieben werden. Was würde man selbst in einer sollchen Situation anstellen, wenn bewußt wird, dass man selbst nur noch wenige Minuten zu leben hat und das Schicksal geliebter Menschen beeinflussen kann?
 
Regisseur CHRIS CROW weiß durchweg zu fesseln, überzeugt und zeigt kurzweiligen Suspense mit konstant steigendem Spannungslevel. Eine beachtliche Leistung, da der gesamte Film aufgrund seines beschränkten Settings kaum Interaktionsmöglichkeiten bietet und den vier Protagonisten gerade mal zwei Räumlichkeiten (Bordtoilette und Aufenthaltsraum) zu Verfügung stellt, um darin agieren und reagieren zu können. Aufgrund raffiniert eingesetzter Kameraspielereien, hervorragend platzierter Kamerawinkel und guten schauspielerischen Leistungen (es gibt es keine zwanghaft aufgehübschten Teenies, die die Nerven der Zuschauer strapazieren ) schaut PANIC BUTTON hochwertiger aus, als manch anderer Low-Budget-Reißer ähnlicher Machart. Von stereotypen Charakteren und deren hölzerner Charakterentwicklung, haben die Drehbuchautoren FRAZER LEE und JOHN SHACKLETON die Finger gelassen. Die vier Quizshow-Kandidaten verhalten sich völlig glaubhaft und agieren nachvollziehbar. Trotzdem drängen sich während der Geschehnisse im Flugzeug doch immer wieder diverse Horrorfilm-Klischees auf. So darf natürlich die obligatorische Sexszene zweier, sich im Streßzustand befindlichen Protagonisten ebenso wenig fehlen, wie das (zugegeben recht makabre) offene Ende. PANIC BUTTON ist dennoch astreine Thriller-Unterhaltung, wie man sie sich halt nun mal wünscht: packend, spannend und kurzweilig.
 
 
 


 
 
 

PANIC BUTTON – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
SAW war gestern, jetzt kommt PANIC BUTTON. Rasant, kurzweilig und spannend, gewürzt mit bitterbösen Zynismus. Eine kleine Genreüberraschung!
 
 
 


 
 
 

PANIC BUTTON – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung ist ungeschnitten und wurde freigegeben ab 16 Jahren. Wegen dem auf der Heimkinoveröffentlichung enthaltenen Bonusmaterials ist auf der Blu-ray/DVD jedoch der rote FSK-Flatschen zu finden.
 
 
 


 
 
 

PANIC BUTTON – Deutsche Blu-ray

 
 
 
panic-button-bluray

(c) Edel Germany

 
 
 

TECHNISCHE DATEN

 

Originaltitel: Panic Button; Großbritannien 2011

Genre: Horror, Thriller

Ton:Deutsch DTS-HD MA 5.1, Deutsch DD 2.0, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 96 Min

FSK: Film: FSK16 (ungeschnittene Fassung) | Aufgrund der Extras auf der BD: Keine Jugendfreigabe

Verpackung: KeepCase im Schuber

Extras: Trailer, Deleted Scenes, Making of, Flight School, Bildergalerie, Gag Reel, Trailershow für weitere Titel

Release-Termin: 27.11.2015

 

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PANIC BUTTON – Weitere Veröffentlichungen

 
 
Neben der herkömmlichen Blu-ray erschien der Film auch als Teil eines umfangreichen Horrorfilm-Pakets mit sechs Filmen auf 2 DVDs. Auf diesem Heimkinomedium, das als PAIN & TORTURE 6 MOVIE PACK in den Handel gebracht wurde, ist der Streifen ebenso ungeschnitten enthalten, wie auf der bereits erhältlichen Einzel-Blu-ray.
 
 
 
Pain & Torture Collection

(c) SchröderMedia HandelsGmbH

 
 
 

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PANIC BUTTON – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Truth or Dare (2011)
 
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Saw 2 (2005)
 
Saw 3 (2006)