Filmreview: „Raptor Ranch“ (2013)

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RAPTOR RANCH

Story

 
 
 
Auf der RAPTOR RANCH gehen merkwürdige Dinge vor sich. Dort führt Dr. Cane (Jack Gould) ominöse Experimente durch. Er züchtet prähistorische Raptoren, die von Durchreisenden versehentlich aus ihren Käfigen befreit werden. Dass das kein gutes Ende nehmen wird, liegt auf der Hand …
 
 
 


 
 
 

RAPTOR RANCH – Kritik

 
 
 
Seit die Dinos aus JURASSIC PARK 3 im Jahr 2001 das letzte Mal die Lichtspielhäuser heimgesucht haben, ist der Hype um die gefräßigen Urzeitbewohner schneller abgeebbt, als erwartet. Zwar bekommt man die prähistorischen Monster ab und an im Bildungsfernsehen der Öffentlich Rechtlichen zu Gesicht, im Genre haben sie sich jedoch rar gemacht, was für die Regiedebütanten DAN BISHOP und MICHAEL BEBERASHVILI Grund genug gewesen sein dürfte, ihren RAPTOR RANCH auf die Filmfans loszulassen. Die versuchen mit ihrem Dino-Quatsch eine unterversorgte Lücke im Horrorfilm zu schließen und knüpfen nahtlos dort an, wo Streifen wie PTERODACTYL – URSCHREI DER GEWALT (2005) oder RAPTOR (2001) kläglich gescheitert sind: unterhaltsamer Dino-Murks. Trotz TRASH-Prädikat entstand diesmal nichts unter der Fuchtel der gefürchteten ASYLUM-Müllschmiede, die ja berüchtigt dafür ist, geistlosen Hirnshit in Gold zu verwandeln. Bei RAPTOR RANCH handelt es sich um eine kleine Independent-Produktion, die sich nur selten ernst nimmt und es tatsächlich schafft, ausreichend Spaß zu bereiten. Ein Teil dessen ist der arg überzogenen Situationskomik zu schulden. Die sorgt nicht selten dafür, dass man meinen könnte mit RAPTOR RANCH eine sinnentleerte Parodie auf die beliebte JURASSIC PARK-Reihe aus SPIELBERGS Dreamwork-Fabrik in den Händen zu halten. Der dürfte sich vermutlich durch derart abgefahrenen Klamauk ganz schön veräppelt fühlen, denn nach Gehalt sucht man in diesem selbstironischen Splatter-Quatsch vergebens.
 
Wie es in amerikanischen Filmen stets der Fall ist, geht natürlich Durchreisenden irgendwo mitten in der Einöde Texas entweder das Benzin aus oder das Gefährt kommt unter beißendem Motorqualm abrupt zum Erliegen. So auch einigen Protagonisten, die sich mit Panne und ohne Sprit zu einer Tankstelle retten können, an der es kurioserweise weder Hilfe noch Benzin gibt. Die gehört einem schleimigen Widerling, der nicht nur als Tankwart arbeitet, sondern auch ein Restaurant betreibt. In dem arbeitet Kellnerin Abbi Whitecloud (eine desinteressierte und gesichtslose JANA MASHONEE) die Schulden ihrer verstorbenen Mutter ab und bringt die Gestrandeten zu einer nahe liegenden Ranch, wo Dr. Cane (JACK GOULD) komische Experimente durchführt. Davon weiß aber der unwillkommene Besuch natürlich nichts und befreit unachtsamerweise einige Dinosaurier, die nun gierig lospirschen, um sich die knurrenden Mägen zu füllen.
 
Man nehme eine handvoll skurriler Gestalten, die so unwirklich agieren, dass man meinen könnte sie wären einem Comic entsprungen, werfe sie mit nicht mehr zeitgemäßen Monstereffekten in einen Topf und würze das Ganze mit reichlich Blut und allerhand dummen Sprüchen. Fertig ist RAPTOR RANCH, ein Film der keinen Hehl daraus macht, dass er eigentlich total bescheuert ist. Die Geschichte ist hier nur notdürftiges Flickwerk und die bescheidenen Effekte befinden sich irgendwo auf Playstation 1-Niveau. Immerhin, wird trotz großzügigen Einsatzes durchwachsener CGI auch auf altbewährte Puppenanimatronik zurückgegriffen. Die schaut teilweise sogar besser aus, als das Pixelgewitter aus dem Computer, kann aber auch nicht kaschieren, dass RAPTOR RANCH nach den ersten grandios bescheuerten 45 Minuten erheblich die Puste ausgeht. Nachdem die gefährlichen Fleischfresser aus ihren Zellen entkommen konnten, verharrt der Dino-Brüller nämlich unspektakulär auf der Stelle. Das Chaos bricht aus und die Helden sehen sich leidlich darum bemüht, um ihr Überleben zu kämpfen. Immerhin haben sie während des Überlebenskampfes nicht ihren Humor verloren, denn statt gegruselt darf gelacht werden. Es wird reichlich ge-overacted, sinnbefreit gehandelt und wirr in der Gegend umhergerannt. Wir sehen, wie verschiedengroße Raptoren den Helden nach dem Leben trachten, wild in die Kamera geifern und sich die Protagonisten in den gierigen Schlund hinabwürgen. Das mag zwar anfänglich noch durchaus unterhaltsam sein; die Rezeptur wird jedoch bis zum Erbrechen wiederholt, dass schnell der Spaßofen aus ist und das permanente Rennen, Verstecken, Schreien und Gieren ganz schön auf den Zünder geht. Am Ende bleibt eine mittelprächtige Monster-Gurke, die ihr Potenzial eindeutig verschenkt hat. Was anfänglich hervorragend funktioniert, wird ab Filmmitte mangels Ideen fast schon zwanghaft wiederholt, damit man halbwegs Filmlänge erreicht. Schade eigentlich, denn wirklich guten Urzeit-Trash hätte dem Genre durchaus mal wieder gut getan. So sei RAPTOR RANCH einzig nur den Zuschauern empfohlen, die ein Faible für schlechten Geschmack besitzen, denn die dürften mit diesem Billig-Streifen trotz qualitativer Mängel eindeutig ihren Spaß haben.
 
 
 


 
 
 

RAPTOR RANCH – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
RAPTOR RANCH punktet mit hohem Spaß-Faktor und einer herrlich selbstironischen Inszenierung, die man natürlich zu keiner Zeit ernst nehmen kann. Der Splatter-Quatsch gefällt durch schräge Typen, liebenswert grottige Effekte und natürlich viel Kunstblut und einer Menge Körperteile aus Plastik. Monster-Trash wie er im Buche steht, der nicht nur Liebhabern bewusst schlecht gemachter Filme gefallen dürfte. Auch Besitzer einer Heimkinoanlage geraten bei so viel “dinoströsem” Schnaufen und Stampfen vor Freude in Entzückung.
 
 
 


 
 
 

RAPTOR RANCH – Zensur

 
 
 
RAPTOR RANCH ist eine Dino-Splatter-Komödie. Da man die übertriebenen Grausamkeiten zu keiner Zeit ernst nehmen kann und hier die Gewalt von Tieren ausgeht, dürfte RAPTOR RANCH in der ungeschnittenen Filmfassung schon für Kids ab 16 Jahren geeignet sein.
 
 
 


 
 
 

RAPTOR RANCH – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Raptor (2001)
 
Carnosaurus (1993)
 
Carnosaurus 2 – Attack of the Raptors (1995)
 
Jurassic Park (1993)
 

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Review: „Axe Giant: The Wrath of Paul Bunyan“ (2013)

AXE GIANT -THE WRATH OF PAUL BUNYAN
 
 
 

AXE GIANT: THE WRATH OF PAUL BUNYAN

Story

 
 
 
Die Kids Zack (Jesse Kove), Rosa (Victoria Ramos), Marty (Clifton Williams), Trish (Jill Evyn) und CB (Bernstein Connor) haben es faustdick hinter den Ohren. Vor einiger Zeit straffällig geworden, sollen ihnen nun die pubertären Flausen ausgetrieben werden. Kurzum finden sie sich in einem Rehabilitations-Camp im Herzen Minnesotas wieder, wo sie wieder auf den rechten Pfad geleitet werden sollen. Betreuer Hoke (Thomas Downey) kennt mit den jugendlichen Straftätern kein Erbarmen, kann aber auch nicht verhindern, dass Womanizer Zack unwissend das Grab von Babe, einem blauen Ochsen, entweiht und daraufhin den Zorn des sagenumwobenen örtlichen Butzemanns Paul Bunyan auf die Gruppe lenkt: eine riesige Kreatur, nordamerikanischer Folklore entsprungen, die sich nun an die Fersen der Teenager heftet und mit seiner monströsen Axt Vergeltung fordert …
 
 
 


 
 
 

AXE GIANT: THE WRATH OF PAUL BUNYAN – Kritik

 
 
 
Die Amerikaner sind schon ein eigensinniges Volk. Einerseits strotzen die Landsleute nur so vor Patriotismus, andererseits scheuen sie sich jedoch nicht davor, beliebte Sagen und Mythen kassenträchtig durch den Kakao zu ziehen, um schnell noch den lukrativen Dollar zu erwirtschaften. Diesmal geht es den beliebten Erzählungen rund um den friedliebenden PAUL BUNYAN an den Kragen. Es heißt, PAUL BUNYAN sei ein Holzfäller riesenhafter Größe und titanischer Kraft gewesen, der zusammen mit seinem blauen Ochsen BABE die über zehntausend Seen Minnesotas allein durch Fußabdrücke geformt haben soll. Des Weiteren soll er seine riesige Axt hinter sich hergezogen und daraufhin dem Grand Canyon zu seiner heutigen Form verholfen haben.
 
 
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In AXE GIANT: THE WRATH OF PAUL BUNYAN wird der friedliche Volksheld kurzum zum bösartigen Monster deklariert, das Konflikte allein mit seiner Axt zu lösen versucht. Der Grundstein für kommende Geschehnisse wird bereits in den ersten Filmminuten gelegt. Wie im Horrorfilm nicht unüblich, wird der Film mit einem vielversprechenden Auftakt eingeläutet, in dem PAUL BUNYAN erst einmal tatkräftig das Mordwerkzeug schwingt und seinen Unmut lauthals kundtun muss. Eine Gruppe Holzfäller, die zuvor BUNYANS Ochen erlegt und ihn nun über dem Feuer schmoren lässt, gerät in das Visier des Unholds. Dass das der Besitzer rein gar nicht gutheißen kann, steht wohl außer Frage. Und so macht sich der monströse Holzfäller an die Arbeit, jeden einzelnen der Männer graphisch in den Filmhimmel zu meucheln. Dass die Geschehnisse in AXE GIANT: THE WRATH OF PAUL BUNYAN nicht wirklich ernst zunehmen sind, scheint nach diesem übertriebenen Splatter-Auftakt wohl klar. Die Kreatur blickt nicht nur des öfteren vollkommen planlos in die Kamera, sondern schaut zudem auch an sich ziemlich bedeppert aus. Hier macht sich vor allem das knapp bemessene Produktionsbudget bemerkbar. Dem Zuschauer bleibt nicht verborgen, dass hier ein Mann in einem eher lieblos zusammengeschusterten Monsteranzug steckt.
 
 
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Trashig geht es zu. Ob nun Set, Make-up oder Spezialeffekte. Das Meiste kommt hier kostengünstig aus dem Computer und lässt den Film natürlich unglaublich blechern erscheinen. Trotzdem ist dieser Monster-Gassenhauer bei Weitem gar nicht so übel, wie man nach Sichtung des miesen Trailers gedacht hätte. AXE GIANT: THE WRATH OF PAUL BUNYAN ist so schlecht, dass er schon wieder unglaublich Laune macht. Auch wenn die gesamte Inszenierung kaum niveauvoller erscheint, als die unzähligen Kaum-Budget-Werke aus der unkreativen Filmschmiede ASYLUM. So bietet der Film hin und wieder gelungene Momente, die Freude bereiten. Die Geschichte ist hierbei eigentlich nur Mittel zum Zweck und vollkommen rudimentär. Das Hauptaugenmerk richtet sich auf das blutige Treiben des Holzfällers und rückt dem Zuschauer in unglaublich schlechten CGI auf den Leib. Fans der WRONG TURN Reihe dürften sich vage an diverse Ableger des Franchise zurückerinnert fühlen und dabei deren miserable Spezialeffekte bemängeln. AXE GIANT: THE WRATH OF PAUL BUNYAN entstammt der gleichen Tradition. Die Enthauptungen und Zweiteilungen sind vom gleichem Schlag. Immerhin sind die Kills derart überspitzt dargestellt, dass dem Horrorfan das Grinsen nicht verwehrt bleiben dürfte.
 
 
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AXE GIANT: THE WRATH OF PAUL BUNYAN ist No-Budget-Horror, der nur Trash-Fans zu empfehlen ist. Hier kämpft eine handvoll Kids gegen ein überdimensional großes Monster, das in seiner Darstellung arg an Filme wie ANGRIFF DER 20-METER-FRAU (1958) erinnert und diese ein wenig persifliert. Mit Blut-Bonus freilich. Die darstellerischen Leistungen sind harte Overacting-Schule, die Geschichte unglaublich schwachsinnig und die Effekte jenseits von Gut und Böse. Trotzdem macht der Riesen-Flick unglaublich Laune, insofern man ein Faible für schlechten Geschmack besitzt. Denn trotz semiprofessioneller Inszenierung lässt sich nicht leugnen, dass AXE GIANT: THE WRATH OF PAUL BUNYAN eigentlich recht kurzweiliger Monster-Trash ist, der diesmal nicht der Mache des berüchtigten Sci-Fi-Channel entspringt oder gar irgendwas mit der zweifelhaften Produktionswerkstatt ASYLUM zu tun hat! Von daher: Hirn aus, Bier auf und 90 sinnbefreite Minuten genießen.
 
 
 


 
 
 

AXE GIANT: THE WRATH OF PAUL BUNYAN – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Ein Film der so schlecht ist, dass er schon wieder Laune bereitet. Blutiger Monsterspaß für Horrorfans mit einer Leidenschaft für bewusst trashige Filme.
 
 
 


 
 
 

AXE GIANT: THE WRATH OF PAUL BUNYAN – Zensur

 
 
 
Die Effekte sind auf gleichem Niveau, wie zuletzt in WRONG TURN 5; natürlich weniger sadistisch. Daher wurde der Streifen hierzulande auch mit dem roten FSK-Flatschen in die Händlerregale gebracht: ungeschnitten – keine Jugendfreigabe.
 
 
 


 
 
 

AXE GIANT: THE WRATH OF PAUL BUNYAN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Paragon Movies / Edel Germany

 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Axe Giant: The Wrath of Paul Bunyan; USA 2013

Genre: Horror, Thriller, Fantasy, Trash

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 1.77:1 (1920x1080p)

Laufzeit: ca. 90 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Trailer, gelöschte Szenen, Audiokommentar

Release-Termin: 26.03.2015

 

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AXE GIANT: THE WRATH OF PAUL BUNYAN – Weitere Veröffentlichungen

 
 
 
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(c) Edel Germany GmbH

 
 
Neben der Einzelveröffentlichung von AXE GIANT: THE WRATH OF PAUL BUNYAN gibt es den Streifen in einer Horrorsammlung, die als „Ultimate Horror Collection“ in den Handel gebracht wurde und neben besagten Horrorfilm auch die Streifen HEXENJAGD, MASK MAKER, EXCISION, EVIL UNDEAD sowie CREEP VAN – TERROR AUF VIER RÄDERN beinhaltet. Leider gibt es dieses Horror-Sammlung nur auf DVD. Der Rechteinhaber hat auf eine parallele Vermarktung auf Blu-ray verzichtet. Immerhin sind alle Filme in der Box (Veröffentlichungstermin: 15. Januar 2016) ungeschnitten.
 
 
 

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AXE GIANT: THE WRATH OF PAUL BUNYAN – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Wrong Turn 4 – Bloody Beginnings (2011)

Wrong Turn 5 – Bloodlines (2012)

Angriff der 20-Meter-Frau (1958)

Angriff der 20-Meter-Frau (1993)

Godzilla (1998)

Filmreview: „Im Bann der Hexe“ (2013)

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IM BANN DER HEXE

THE WICKED

Story

 
 
 
Legenden ranken um eine kleine amerikanische Kleinstadt. Geschichten, die von einer bösartigen Hexe berichten, die tief in den Wäldern hausen und sich den Kinder des Ortes bemächtigen soll, um sich an deren Fleisch zu laben, das sie bereits über Jahrhunderte am Leben hält. Auch die siebenjährige Amanda fällt beinahe dem blutigen Treiben der gierigen Greisin zum Opfer, wären da nicht sechs Kids, die dem Wahrheitsgehalt der urbanen Legende auf den Grund gehen wollen. Zu aller Überraschungen müssen die Freunde kurzerhand feststellen, dass der Mythos über die Kinder verschlingende Kreatur reeller ist, als anfänglich gedacht. In einem leerstehenden Häuslein weit draußen im Wald, stoßen die Jugendlichen nicht nur auf die kürzlich verschwundene Amanda, sondern auch auf die wütende Hexe aus all den geheimnisvollen Legenden …
 
 
 


 
 
 

IM BANN DER HEXE – Kritik

 
 
 
Nachdem kreative Folterfürsten, menschenfleischgierige Zombies und dreiste Poltergeister die heimischen Mattscheiben und Kinosäle mannigfach bevölkert haben, sind nun bösartige Hexen an der Reihe, um den Filmfreund den unlängst gebeutelten Horrorfilm erneut schmackhaft zu machen. Nach dem internationalen Action-Spektakel HÄNSEL UND GRETEL – HEXENJÄGER und dem durchweg stimmigen MAMA keine üble Idee, denn im Fahrtwasser erfolgreicher Mainstream-Filmchen lässt sich am effizientesten der schnelle Dollar erwirtschaften. Um den vorliegenden IM BANN DER HEXE optimal genießen zu können, sollte man im Vorfeld alle Erwartung gehörig zurückschrauben, denn nur so lässt sich dieser vollkommen banale B-Movie-Aufguss am Besten goutieren. Im Zentrum der Geschehnisse stehen einige übermütige Kids, die natürlich vollkommen angstbefreit, den Legenden einer sagenumwobenen Hexe auf die Schliche kommen wollen und dabei natürlich tatsächlich auf jenes Monster stoßen. Im Keller einer zerfallenen Holzhütte hat die ihre eigene „Fleischerei“ eingerichtet und scheint mit einer Genüsslichkeit allzu neugierige Kids durch ihren hauseigenen Fleischwolf zu jagen. Doch bis es überhaupt soweit kommt, benötigt IM BANN DER HEXE (der übrigens im Original THE WICKED heisst) einen ziemlich zähen Anlauf. Nach einem stimmigen Auftakt und ansprechenden Opening-Credits vergeudet der Film geschlagene 30 Minuten damit die richtige Richtung zu finden. Da werden eine Handvoll naiver Kids in die Szenarie geworfen und blabbern fortan dummes Zeug, was der Handlung nur selten dienlich sein will. Hierbei scheint dem Film nicht gänzlich schlüssig zu sein, wie er denn nun eigentlich zum Punkt kommen soll. Es werden die obligatorischen Stereotypen eingeführt, dem ungenierten Beischlaf gefrönt und natürlich allerhand Schabernack getrieben, der nur selten wichtig für den Fortgang der Handlung sein möchte. Alles hat den Anschein, als würde dem Zuschauer hier eine erschreckend bedeutungslose Episode einer x-beliebigen TV-Serie serviert, was natürlich nicht wirklich verwundert, wenn man sich die Filmografie des Regisseurs PETER WINTHER zu Gemüte führt. Seine bisherigen Regiearbeiten beschränken sich vorwiegend auf ein breit gefächertes Sammelsurium bekannter TV-Formate. Und so überrascht nicht wirklich, dass es IM BANN DER HEXE mit einer spielerischen Leichtigkeit gelingt, dem Niveau eines günstig heruntergekurbelten Fernsehfilmchen vollends gerecht zu werden.
 
Wer jetzt jedoch denkt, dass IM BANN DER HEXE aufgrund der beschriebenen Defizite zwingend schlecht sein muss, der irrt. Denn mit dem Einbruch der Nacht, erwacht auch der Film aus seiner bedeutungslosen Lethargie und verpulvert ein kurzweiliges Action-Feuerwerk, das den penetrant-billigen Unterton dieser Low Budget-Produktion rasch vergessen lässt. Die Kids flüchten waldein, waldaus, erkunden die Hütte der Hexe, laufen erneut in den Wald, um anschließend festzustellen, doch jemanden in der heruntergekommenen Behausung zurückgelassen zu haben. Auch wenn das alles eigentlich vollkommen bedeppert scheint und die Kids natürlich brenzlich dumm agieren, so schafft es der Film ein enormen Tempo zu entwickeln, das die rund 100 Minuten(!) Spiellaufzeit wie im Flug vergehen lassen. Aufgrund der künstlich verursachten Hektik fallen auch die unzählig schlechten CGI-Bluteffekte weniger ins Gewicht, die in ihrer dilettantischen Darstellung kaum zu übertreffen sind und in ihrer nichtvorhandenen Fingerfertigkeit eine bemerkenswerte Ähnlichkeit mit denen aus den miesen WRONG TURN-Fortsetzungen besitzen. Immerhin greift IM BANN DER HEXE neben unnötigen CGI-Gekröse auch auf traditionelle Handmade-Effekte zurück und verzeichnet einen überschaubaren, wenn auch nicht minder unterhaltsamen, Splatter-Score.
 
Dass „billig“ nicht immer zwingend „Schlechtes“ bedeuten muss, hat Regisseur PETER WINTHER mit seinem ersten eigenen abendfüllenden Filmchen durchaus ansprechend bewiesen. Auch wenn die gesamte Inszenierung technisch nur selten besser ist, als die grandiosen „Kultfilme“ der unsäglich schlechten THE ASYLUM-Kreativschmiede, so bekommt der Filmfreund hier dennoch gehörig Kurzweil und Action geboten. Die Protagonisten des Szenarios werden unermüdlich durch die geradezu flache Geschichte getrieben, sodass nur selten Langeweile aufkommen will und die eigentlich vollkommen hanebüchene Geschichte geradezu bemerkenswert flott aufgewertet wird. Die Script-Schreiber haben sich zudem vom Action-Heuler JUMPER ausreichend inspirieren lassen. Denn die schauderhafte Kreatur „jumpt“ sich mit einem wahnsinnigen Einfallsreichtum durch Wald und Wiesen. Vermutlich scheint das gesamte Effekte-Budget allein nur in die etwas gewöhnungsbedürftige Fortbewegungsmöglichkeit der Hexe geflossen zu sein, sodass kaum Geld für wichtige Krösel-Effekte zur Verfügung gestanden haben muss. Die Spezial-Effekte schauen in ihrer günstig umgesetzten CGI-Pracht wahnsinnig unprofessionell aus – ein trashiger Unterton ist hierbei nicht von der Hand zu weisen. Dennoch ist IM BANN DER HEXE ein kleiner, netter Horror-Beitrag, der sich trotz seiner etwas dilettantischen Inszenierung immer noch besser macht, als all die miserablen Werke aus der grottigen THE ASYLUM-Filmwerkstatt zusammen. Als kleiner „Snack“ für Zwischendurch auf jeden Fall zu empfehlen!
 
 
 


 
 
 

IM BANN DER HEXE – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Kleines, unscheinbares Gruselmärchen, das es aber deftig in sich hat. Böse Hexe mit eigenem Schlachthaus auf der Suche nach allzu neugierigen Kiddis – da lacht das Splatter-Herz!
 
 
 


 
 
 

IM BANN DER HEXE – Zensur

 
 
 
Da der Film nur wenige Splatter-Effekte besitzt, hat es IM BANN DER HEXE mit blauem FSK-Flatschen nach Deutschland geschafft. Die Kaufhaus-Version ist ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

IM BANN DER HEXE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Sunfilm / Tiberius Film

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Wicked, USA 2013

Genre: Thriller, Horror, Fantasy

Ton: Deutsch DTS-HD MA 7.1, Englisch DTS-HD MA 7.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.85:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 105 Min. (uncut)

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Trailer

Release-Termin: 05.06.2014 (Uncut-Fassung)

 
 
 

Im Bann der Hexe [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

IM BANN DER HEXE – Trailer

 
 
 


 
 

Hellraiser80

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
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