Filmreview: „P.O.E. Project of Evil“ (2012)

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P.O.E. PROJECT OF EVIL

Story

 
 
 
Einige italienische Regisseure haben sich sieben literarische Werke des amerikanischen Horror-Schreiberlings EDGAR ALLAN POES vorgenommen und filmische Interpretationen mit reichlich Blut, Sex und Gewalt gedreht …
 
 
 


 
 
 

P.O.E. PROJECT OF EVIL – Kritik

 
 
 
Horror-Anthologiestreifen sind gefragter denn je. Die kleinen Kurzfilmsammlungen erfreuen sich seit den Überraschungserfolgen von V/H/S und THE ABC’S OF DEATH wieder großer Beliebtheit und lassen ähnliche Werke wie Pilze aus dem Boden sprießen. Bereits 2011 hatten 15 internationale Regisseure das Potenzial jener Filmkunst erkannt und an einer Horrorsammlung gewerkelt, die unter dem Titel P.O.E. POETRY OF EVIL in die Händlerregal gebracht wurde. Weil das Sammelsurium bekannter Horrorgeschichten aus der Feder EDGAR ALLAN POES gut angekommen ist, folgt nun der zweite Streich für den sich noch einmal sieben italienische Filmmacher zusammengesetzt haben, um an einer blutigen Erwachsenenvariante der Poe’schen Gruselstorys zu basteln. Bevor jedoch die Freude in Euphorie umschlägt: Herr Argento ist nicht mit von der Partie, dafür aber einige Filmemacher Italiens, deren kleine Genre-Schocker es immerhin schon in den deutschen Handel geschafft haben. Zu den wohl bekannteste Regisseuren diese Riege gehört zweifelsohne EDO TAGLIAVINI, dessen blutreicher Horrorfilm BLOODLINE – DER KILLER hierzulande vom Rechteinhaber sogar in einer hochskalierten 3D-Version auf den Markt geschmissen wurde und es trotz hohem Gore-Gehalt unbeschadet durch die FSK geschafft hat.
 
P.O.E. PROJECT OF EVIL nennt sich der zweite Ausflug in die Welt des EDGAR ALLAN POE, wobei das hier servierte Geschichtengebräu nicht jedem Horrorfan munden dürfte, auch wenn es diesmal deutlich ruppiger zugange geht, als im Streifen zuvor. Die sieben Erzählungen des berühmten Horrorautors werden so ziemlich frei interpretiert und haben außer dem Titel meist kaum noch etwas mit den Schriften Poes gemein. Wirklich unheimlich wird es nicht, dafür aber sehr blutig und vor allem surreal, denn einige der Kurzwerke erinnern eher an bizarre Experimental- und Kunstfilme, als an grausigen Horror. Hier wird einmal mehr deutlich, dass Indie-Streifen meist mehr kreativen Spielraum in der Umsetzung besitzen, als manch teurer Studio-Schocker, deren Macher sich nicht selten an den Auflagen der Produzenten orientieren müssen. P.O.E. PROJECT OF EVIL ist ein engagiertes Indie-Projekt, glänzt mit eigenwilligem Konzept und überrascht durch einen zwar ungeschliffenen aber durchaus charmanten, wenn auch rauen Look. Die Ausleuchtung ist meist miserabel und die Schauspieler vermutlich von der Straße aufgelesen. Dennoch funktioniert der Film auf seine ganze eigene Weise, bietet er doch dem Zuschauer genügend Abwechslung und Abartigkeiten, so dass man auch schon mal darüber hinwegsehen kann, dass nicht alle Segmente qualitativ gleich überzeugen können.
 
Jede Geschichte trägt die individuelle Handschrift des jeweiligen Regisseurs, der hier seine ganz eigene Vision der Poe’schen Gruselmärchen auf Zelluloid gebannt und diese mit allerhand Sex, Mord und Gekröse „verschönert“ hat. Auf Konventionen wird gepfiffen, stattdessen wurde gedreht, worauf man Lust hatte. So kommt der Zuschauer in den Genuss des Stumm-Kurfilms LOSS OF BREATH, in dem ein Pornostar von zwei Schlägertypen seiner Männlichkeit beraubt wird. An Kastrationen fand man vermutlich Gefallen, so dass im recht wortkargen THE TELL-TALE HEART von einem Obdachlosen berichtet wird, der nach Thailand reist, dort seinen Penis abschneidet um ein neues Leben als Ladyboy leben zu können. Nicht minder grausam geht es in der Giallo-Hommage THE MURDERS IN THE RUE MORGUE zu, in der zwei Prostituierte von einem Affen vergewaltigt werden und blutige Rache am Besitzer des Tieres ausüben. Zitate und Verbeugungen hagelt es in P.O.E. PROJECT OF EVIL reichlich, wobei die italienischen Filmemacher vor all jenen Gruselkönigen den Hut ziehen, die im italienischen Genre-Kino Rang und Namen haben. DARIO ARGENTO wird für seine extravaganten Farbspielereien und deftigen Schlitzer-Krimis gehuldigt und der italienische Zombie-Papst LUCIO FULCIO wird mit der Untoten-Episode THE PREMATURE BURIAL noch einmal gen Himmel gepriesen.
 
Auch wenn diese Sammlung von Horror-Kurzfilmen recht durchwachsen ist und man hin und wieder nach dem Sinn in einigen Episoden sucht, bleibt am Ende ein teils verstörendes Stück Film über, das aus den klassischen Geschichten eines EDGAR ALLAN POE zeitgemäße Interpretationen zaubert, mit denen jedoch der verwöhnte Mainstream-Zuschauer herzlich wenig anfangen kann.
 
 
 


 
 
 

P.O.E. PROJECT OF EVIL – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Ein verstörend-bizarres Filmexperiment mit reichlich Sex und Gewalt, das man so vermutlich noch nicht auf dem Bildschirm hatte. Für P.O.E. PROJECT OF EVIL mussten sieben klassische Werke der Schriftstellerlegende EDGAR ALLAN POE herhalten, die hier modern aufbereitet nur noch wenig mit den eigentlichen Schriften des Autors gemein haben. Die sieben italienischen Regisseure konnten sich bei der filmischen Adaptionen soviel Freiheiten nehmen wir nur möglich und haben teils surreale Beiträge auf Zelluloid gebannt, an denen kommerzverliebte Filmfans sicher gar keine Freude haben dürften. Die meisten Segmente dieser Anthologie erinnern an blutige Kunst- und Experimentalfilme, die trotz kleinen Budgets dennoch mit ganz eigenem Look glänzen, auch wenn dieser manchmal mit einigen technischen Defiziten so kämpfen hat. P.O.E. PROJECT OF EVIL verweist ziemlich oft auf das italienische Horrorkino der 80er und huldigt ganz nebenbei die ganz Großen des modernen Euro-Horrors: DARIO ARGENTO und LUCIO FULCI. Wer sich selbst als offener Horrorfan bezeichnet und die Nase voll hat vom ständig sich wiederholenden Horror-Einerlei, sollte mal einen Blick in P.O.E. PROJECT OF EVIL werfen. Anders wie in der Vorgänger-Anthologie P.O.E. POETRY OF EVIL bekommt der Zuschauer hier eine obskure, deprimierende und ziemlich finstere Bilderflut präsentiert, die ihresgleichen sucht.
 
 
 


 
 
 

P.O.E. PROJECT OF EVIL – Zensur

 
 
 
Die Fortsetzung P.O.E. PROJECT OF EVIL ist trotz kostengünstigem Indie-Look ganz schön gepfeffert, was die Gewaltmomente betrifft. Ein Mann wird kastriert und die Kamera hält drauf. Gleich in der zweiten Episode bekommt man eine Frau zu sehen, deren Gliedmaßen abgesägt wurden. Außerdem wird hier recht krude vergewaltigt. Leider wird der Streifen hierzulande nicht veröffentlicht. Das Filmprojekt wurde im deutschsprachigen Ausland veröffentlicht und kann leider nur auf Filmbörsen oder in auf Horrorfilme spezialisierte Onlineshops erworben werden.
 
 
 


 
 
 

P.O.E. PROJECT OF EVIL – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) ILLUSIONS UNLTD. films

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: POE – Project Of Evil; Italien 2012

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch Dolby Digital 2.0, Deutsch Dolby Digital 5.1, Deutsch DTS HD 2.0, Deutsch DTS HD 5.1, Englisch Dolby Digital 2.0,, Englisch DTS HD 2.0

Untertitel: Deutsch

Bild: 2,32:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 95 (BD) / ca. 91 Min. (DVD)

FSK: ungeprüft und daher erst ab 18 Jahren (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Mediabook

Extras: diverse Trailer zum Film, 2 Kurzfilme (je ca. 10 Minuten), Trailershow mit drei weiteren Veröffentlichungen des Labels, 84-seitiges Booklet mit den deutschen Übersetzungen aller im Film gezeigten Original-Kurzgeschichten aus der Feder von Edgar Allan Poe

 
 
 
Man muss ILLUSIONS UNLTD. films an dieser Stelle einmal für die mutige Veröffentlichungspolitik loben, denn das österreichische Label bringt seit geraumer Zeit nicht ausschließlich nur Klassiker als deutsche HD-Ersterscheinungen auf den Horror-Markt. Mittlerweile erscheinen in regelmäßigen Abständen sogar neuere Produktionen im deutschsprachigen Ausland, die vermutlich ohnehin keine Freigabe hier in Deutschland erhalten würden. Nach den Splatterstreifen CROSS BEARER, THE CEMETERY und demnächst FIST OF JESUS hat sich das Horror-Label erneut die Rechte an einem äußerst „speziellen“ Indie-Film gesichert, der zur Abwechslung die Marke „Anspruch“ trägt. Auch der experimentale P.O.E. – PROJECT OF EVIL wird mit einer ansprechenden Aufbereitung im Mediabook gehuldigt, wobei man sagen muss, dass diese Veröffentlichung vermutlich die beste weltweit sein dürfte, denn neben eine schicken Verpackung hat sich der Anbieter etwas ganz besonderes einfallen lassen. Im Inneren des Buches befindet sich ein 84-seitiges Booklet mit den deutschen Erstübersetzungen jener EDGAR ALLAN POE Geschichten, die dem Film zugrunde liegen. So können alle Segmente des Streifens mit die Original-Vorlage verglichen werden. Dass sich ILLUSIONS im Gegensatz zu österreichischen Heimkino-Kollegen, wie NSM und XT nicht nur ausschließlich auf Verpackungswahn konzentriert, zeigt einmal mehr die technische Aufbereitung der gebotenen Scheiben. P.O.E. – PROJECT OF EVIL wurde nicht nur mit ansprechender deutscher Übersetzung ausgestattet (von Porno-Übersetzung keine Spur); das Unternehmen hat selbst die Titeleinblendungen der jeweiligen Kurzgeschichten ins Deutsche übersetzen lassen und an deutschsprachige Untertitel für den Hauptfilm gedacht. Zudem stimmt ein ansprechend gestaltetes Bewegtmenü auf den Hauptfilm ein. Doch all das ist natürlich längst nicht alles, denn Bonus hat es selbstverständlich auch auf die Veröffentlichung geschafft. Zu sehen gibt es neben den obligatorischen Filmtrailer auch zwei Kurzfilme (je rund 10 Minuten), die ebenfalls deutsche Untertitel erhalten haben. Drei Programmvorschauen weiterer Streifen des Publishers sind in einer Trailershow zu finden. Wer Horrorfilme jenseits des Mainstream sucht, ist mit P.O.E – PROJECT OF EVIL gut beraten, zumal sich die Veröffentlichung aus dem Hause ILLUSIONS UNLTD. durchaus gut im Sammlerregal macht. Übrigens erscheint das Mediabook in drei verschiedenen Covermotiven. Jedes Buch ist auf 666 Stück limitiert und kommt in bekannter DVD/Blu-ray-Combo daher. Schnell zugreifen heißt da die Devise, bevor das bevorzugtes Motiv ausverkauft ist und zu Mondpreisen gehandelt wird.
 
 
 
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P.O.E. PROJECT OF EVIL – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
V/H/S
 
V/H/S 2
 
ABC’s of Death
 
Two Evil Eyes (1990)
 
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Filmreview: „The Raven“ (2012)

The Raven
 
 

The Raven

Story

 
 
 
Das Amerika des 19. Jahrhunderts – düster, kühl und unheimlich. Inmitten dessen seltsam verstümmelte Leichenfunde, zu deren Handlungen es keine Verbindungen zu geben scheint. Als in einem abgeschlossen Zimmer die ermordeten Körper einer Mutter und deren Tochter entdeckt werden, gerät der ermittelnde Polizeidetektiv „Emmett Fields“ abermals in Erklärungsnot. Dennoch, schnell findet er groteske Parallelen zu einem fiktiven Mord aus der Horrorgeschichten-Sammlung des geächteten Schriftstellers Edgar Allan Poe, der zugleich als Tatverdächtiger vernommen und verhört wird, aber letztendlich seine Unschuld beweisen kann. Nur wenige Tage später werden erneut grausig zugerichtete Leichen gefunden, die allesamt eine Gemeinsamkeit vorweisen können: ihre Darstellung entspricht genau den detailliert beschriebenen fiktiven Morden der Werke des Horrorautoren. In seiner Ratlosigkeit bittet Shilds den Autoren um Mithilfe um den mysteriösen Fall zu lösen und den wahnsinnigen Serienkiller zu stellen. Doch kaum mit den Ermittlungsarbeiten begonnen, verschwindet die Verlobte des Schriftstellers …
 
 
 


 
 
 

The Raven – Kritik

 
 
 
Nach „Sherlock Holmes“ und „Abraham Lincoln“ darf nun ein weitere „Superheld“ aus Literatur und Politik auf Verbrecher- und Monsterjagd gehen. Dass es sich bei „The Raven“ ebenfalls um kein ernstzunehmendes autobiografisches Werk handelt und das simpel zusammengeschusterte Story-Fragment einzig aus den „kreativen“ Köpfen phantasiebegabter Drehbuchautoren und kommerz-orientierter Filmbosse entsprungen sein muss, dürfte findigen Filmfreunden bereits bei Sichtung der Inhaltsangabe aufgefallen sein, liest diese sich doch verdammt hanebüchen. In der aktuellen Genre-Produktion „The Raven“ verschlägt es den Zuschauer diesmal nicht in das düstere und dreckige England des 19. Jahrhunderts, sondern nach Übersee Amerika, dass in seiner tristessen, vernebelten und unheimlichen Darstellung wie für einen Serienkiller-Film dieses Kalibers geschaffen zu sein scheint. Und in der Tat, das Setting weiß vollends zu überzeugen, nie zuvor war das Amerika vor über 150 Jahren ungemütlicher, gespenstiger und dreckiger, als es der Zuschauer letztendlich in „The Raven“ eindrucksvoll zu Gesicht bekommt. Filmliebhaber des „Jack the Ripper“-Thrillers „From Hell“ aus dem Jahre 2001 dürfen sich überraschenderweise schnell heimisch fühlen, scheint die Ausstattung und das Bühnenbild der beiden Filme erstaunlicherweise wie aus einem Guss gefertigt. Gruselfeeling ist definitiv Programm, auch wenn in „James McTeigue´s“ aktueller Regiearbeit weniger der Horror Einzug hält, sondern dieser Thriller mit geradlinigem und spannendem Suspense überzeugen möchte. Bedingt ist das „The Raven“ auch herrlich unheimlich geglückt. Das muntere „Wer-ist-der-Mörder“-Ratespiel zieht sich, trotz minimaler Vorhersehbarkeit, spannend hindurch bis zum plausiblen Schluss, wobei der eigentlich Reiz in „The Raven“ die recht fragwürdige Art und Weise darstellt, mit welcher der Killer seine Taten plant, dokumentiert und ausübt. Fast schön möge der Filmfreund denken, er hätte sich in einer mittelalterlichen Episode des „Saw“-Franchise verirrt, denn einige der Greueltaten des überaus erfinderischen Serienkillers erstrahlen in unglaublich zeigefreudigem Sadismus, der mit blutroten Lebenssaft und markerschütternden Angstschreien nicht geizt. Leider sind diese optisch recht ansprechend in Szene gesetzten Mordszenen rar gesät, was den Sehgenuss gerade für blutgierige Gorehounds und Horrorfilmfans ein wenig schmälert, zumal der Zuschauer oftmals nur das Resultat eines Kills erlebt, den eigentlichen Umstand des Todes jedoch fast nie. Trotzdem, die akribisch durchdachte Planung des Mörders und das spektakuläre Einbeziehen der Kurzgeschichten Edgar Allan Poes in seine fragwürdigen Handlungen, machen erstaunlich Laune.
 
Ob nun in einem Sarg lebendig begraben, wie in „Lebendig begraben“ oder von einem schwingenden Pendel, ähnlich wie in „Die Grube und das Pendel“ unpraktisch halbiert zu werden, – fast alle wichtigen und bekannten Poe-Werke bahnen sich ihren Weg in den Film und finden Einsatz beim frivolen Ableben der nur wenigen Protagonisten. Dass sich gerade aufgrund der straffen, auf Suspense getrimmten Inszenierung, diverse Filmfehler in die Geschichte eingeschlichen haben, mag man „The Raven“ verzeihen. Denn von modernen forensischen Beweis- und Untersuchungstechniken (Haarproben, Fingerabdrücke etc. pp)scheinen die Wissenschaftler und Polizeibeamten im Jahre 1849 noch nicht einmal ansatzweise etwas gewusst zu haben, ganz geschweige davon, dass es in dieser Zeit überhaupt schon souverän geführte Polizeiämter, oder Detektiv-Büros gegeben hätte.
 
Mit „The Raven“ erhält der Zuschauer einen soliden und recht kurzweiligen Horror-Thriller, der einmal mehr Realität mit Fiktion vermischt. Unter dem Deckmantel einer fiktiven Biografie über die letzten Lebenstage des berüchtigten Schriftstellers Edgar Allan Poe serviert Regisseur James McTeigue dem Zuschauer recht unterhaltsame und arg düstere Serienkiller-Kost, die aber wenig bis kaum etwas mit dem wirklichen Leben des Horror-Legende zu tun hat. John Cusack, als versoffen zynischer Zeitgenosse und mittelloser Schriftsteller, spielt die Rolle des „Edgar Allan Poe´s“ verdammt souverän und selbstsicher, ganz so als hätte er in seinem Leben bisher nichts anderes zum Besten gegeben. Ob dennoch hinter seinem überzeugenden Schauspiel überhaupt ein Fünkchen Wahrheitsgehalt steckt, und ob der Echte „Poe“ wirklich ein derart zynisch-versoffener Zeitgenossen gewesen ist, entzieht sich meiner Kenntnis. Nichts desto trotz will man als Filmfan nicht meckern, denn „The Raven“ ist gar nicht mal so übel, wie anfänglich gedacht. Die Ausstattung ist grandios, die Kostüme pompös und die Inszenierung spannend, echten Höhepunkte vermisst man stattdessen schmerzlichst – wären die Mordszenen etwas prägnanter und zeigefreudiger ausgefallen und wäre das Finale etwas runder und pompöser inszeniert worden, hätte aus „The Raven“ ein echter Hit werden können. So jedoch bleibt der Ausflug in das düstere Amerika des 19. Jahrhunderts einmal mehr kurzweilige Durchschnittskost, die man zwar einmal gesehen hat, aber danach ebenso schnell wieder aus dem Gedächtnis radiert! Schade!
 
 
 


 
 
 

The Raven – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
Guter Serienkiller-Film, bei dem jedoch dennoch das gewisse Etwas vermisst und dem prägnante Höhepunkte fehlen.
 
 
 


 
 
 

The Raven – Zensur

 
 
 
Im Film selbst sieht man nur die Resultate der Morde, aktives Morden wird nur in 2 Szenen optisch ausgereizt, welches zudem auch noch arg krude zur Schau gestellt wird. Aufgrund der sadistischen „Pendel“-Szene wurde der Film aktuell von der FSK ungeschnitten ab 16 Jahren freigegeben.
 
 

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The Raven – Trailer

 
 


 
 

Hellraiser80

 
 
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