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Filmkritik: „The Greasy Strangler“ (2016)

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THE GREASY STRANGLER – DER BRATTFETT-KILLER

(THE GREASY STRANGLER)

Story

 
 
 
Die Beziehung von Vater Big Ronnie (MICHAEL ST. MICHAELS) und seinem Sohn Big Brayden (SKY ELOBAR) gerät aus den Fugen, nachdem eine Frau in die Leben der beiden einfällt und ein Killer im Viertel die Runde macht.

 
 
 


 
 
 

THE GREASY STRANGLER – Kritik

 
 
 
In Zeiten, in denen im Horror-Genre offenbar nur noch recycelt wird, dem großen Hollywood sowieso die Ideen ausgehen und man im Privatfernsehen ausschließlich gescripteten Reality-Kram vorgesetzt bekommt, tun Filme wie THE GREASY STRANGLER Not. Filme, die alles bisher Dagewesene in den Schatten stellen. Irgendwo zwischen Arthouse, Trash und Groteske wird dem Zuschauer hier filmischer Irrsinn geboten, für den man unbedingt gewappnet sein sollte. Wer hier einen Film nach klassischem Aufbau erwartet, wird zügig eines Besseren belehrt. Der Streifen besitzt weder Spannungsbogen, noch glaubhafte Interaktionen oder gar Sympathieträger in der Besetzung. Stattdessen werden Geschmacklosigkeiten am laufenden Band serviert und die stets gleichen Szenenverläufe abgespult. Rein gar nichts macht hier Sinn. Das dürfte bei den meisten Zuschauern auf Unverständnis stoßen – ist aber so gewollt, denn in diesem schwer kategorisierbaren Film soll cineastische Anarchie regieren. Wer sich demzufolge auf dieses Sammelsurium der Skurrilitäten einlässt und für knappe 90 Minuten den Verstand ausschaltet, könnte einen der abgefahrensten Filme des Jahres 2016 zu sehen bekommen. Letzterer, der Verstand, ist hier ohnehin überflüssig, denn THE GREASY STRANGLER furzt sprichwörtlich auf Konventionen und sorgt mit seinem schwarzen Humor und Bekenntnis zum Bad Taste für allerhand Schmunzler. Das haben auch die Zuschauer des FANTASY FILMFEST 2016 erkannt, wo der Streifen seine Deutschlandpremiere feierte und dort gerade wegen seiner schräg-sonderbaren Machart von der Mehrheit des Publikums wohlwollend angenommen wurde. Offenbar haben die Macher mit ihrem sonderbaren Filmexperiment genau den Nerv gelangweilter Filmnerds getroffen. Anders lassen sich wohl die vielen Lobeshymnen im Netz nicht erklären, die THE GREASY STRANGLER (zu Deutsch: DER SCHMIERIGE WÜRGER) sogar von alteingesessenen Cineasten erhalten hat.
 
 
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Von ranzigem Frittenfett und übergroßen Monster-Penissen. In THE GREASY STRANGLER leben Vater und Sohn so in den Tag hinein. Sie verdienen sich den Lebensunterhalt damit, Touristen durch Los Angeles zu lotsen und an den meistberüchtigten Discotheken Halt zu machen. Doch die tägliche Routine wird von einer Begegnung mit Folgen gestört. Bei einer dieser Führungen ist nämlich die wissbegierige Janet (ELIZABETH DE RAZZO) am Start. Die interessiert sich nicht nur für die Clubs und Diskos erwähnter Großstadt, sondern hat auch bald ein Auge auf den Guildo-Horn-gleichen Reiseführer Big Brayden geworfen. Das will dem eifersüchtigen Vater so gar nicht gefallen. Der sieht seine tägliche Ration Frittiertes in Gefahr, die vom Sohnemann höchstpersönlich allabendlich auf den Tisch gebracht wird. So versucht Vater Big Ronnie dem Sohn das Mädchen auszureden. Als das nicht funktioniert, müssen schärfere Geschütze ausfahren werden. Der knöchrige Eigenbrötler dreht den Spieß einfach um und versucht die Aufmerksamkeit der attraktiven Schönheit für sich zu gewinnen. Doch der groteske Konkurrenzkampf zwischen Vater und Sohn ist bald das kleinere Übel. In der Gegend treibt derweil ein mit Fett besudelter Killer sein Unwesen. Der erwürgt seine Opfer mit kräftiger Hand und versetzt das Viertel in Angst und Schrecken. Die Polizei steht vor einem Rätsel. Bis Einzelgänger Big Brayden eine waghalsige Vermutung aufstellt und sein bis dato geregeltes Leben auf den Kopf stellt.
 
 
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Was es nicht alles gibt. Schaut man sich nämlich die Produzentenliste genauer an, fällt ein bekannter Name ins Auge. Kein geringerer als Herr-der-Ringe-Frodo ELIJAH WOOD hat als Geldgeber fungiert. Das ist etwas ungewöhnlich, vor allem auch deshalb, weil der bekannte Schauspieler selbst durch millionenschwere Blockbuster bekannt wurde und nun einen der wohl ungewöhnlichsten Filme der letzten Jahre mitproduziert hat. Absurder Humor wird geboten, der nicht jedermanns Sache sein wird und in seiner teils sinnbefreiten Machart an die vielen Filme des französischen Regisseurs QUENTIN DUPIEUX erinnert. Letztgenannter überraschte zuletzt mit Anti-Filmen wie REALITY, RUBBER oder WRONG COPS (übrigens ebenso gelobte FANTASY FILMFEST-Beiträge) und scharte damit sogar eine kleine Fangemeinde zusammen, die in seinen sonderbaren Werken große Filmkunst sahen. Gleiches trifft irgendwie auch auf THE GREASY STRANGLER zu, der eine faszinierende Aura des Blödsinns entfacht, der man sich leider nicht entziehen kann. Was hier über die Leinwand flimmert ist so unterirdisch, dass man meinen könnte, Gedrehtes käme von einem anderen Planeten. Helge Schneider goes international. Zu sehen gibt es ekelerregende Protagonisten, die entweder nackt frittiertes Essen futtern oder mit einem rosa T-Shirt bekleidet durch die Straßen von Los Angeles watscheln. Dazwischen lauscht man simplen Dialogen und sieht dabei zu wie sich schmierige Typen gegenseitig ins Gesicht furzen. Als wäre das nicht alles bereits grenzwertig genug, baumeln auch noch übergroße Geschlechtsteile vor der Kamera oder reiben sich unästhetische Körper im Liebesakt aneinander. Nein, die gezeigten Bilder in THE GREASY STRANGLER bekommt man so schnell nicht wieder aus dem Kopf und das ist auch gut so. Regisseur JIM HOSKING traut sich zu zeigen, was sonst niemand wagt auf die Leinwand zu bringen. Der Mut das Publikum gegen sich aufzubringen macht THE GREASY STRANGLER besonders und rechtfertigt allein schon die Sichtung dieses ominösen Kinospektakels, das sich keinen Deut darum schert, was der Zuschauer davon hält. Demzufolge sollte man diese Obskurität moderner Filmkunst auch mit einer gehörigen Portion Ironie genießen, denn ein tieferer Sinn erschließt sich zu keinem Zeitpunkt. Wer sich dessen bewusst ist und zelebrierten Irrsinn mit (Bier und) einem Augenzwinkern sieht, wird gut unterhalten werden. Alles andere wäre vertane Zeit.
 
 
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THE GREASY STRANGLER – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Ein absurd-komisches Ekel-Fest für Fans von Kultregisseur QUENTIN DUPIEUX. Dieses skurrile Kinospektakel ist kein Film für Feingeister, Anstandsprediger oder Spaßbremsen. THE GREASY STRANGLER hat all das, was man eigentlich nicht in Kinofilmen sehen will: Hässliche Menschen, geschmacklose Outfits, stumpfsinnige Dialoge und eine sinnbefreite Handlung – Ekelmomente inklusive. Was nach Trash klingt, ist definitiv Trash – hat aber auch etwas von anarchistischer Kunst. Geboten wird eine gerne surreale Bilderflut an Geschmacklosigkeiten, die durchaus eine gewisse Faszination versprüht. Mut zeichnet THE GREASY STRANGER aus. Der Film folgt weder Konventionen, noch ist er an der Meinung des Publikums interessiert. Dieser Streifen folgt eigenen Regeln und das macht ihn interessant. Nichts macht hier Sinn oder entspricht gängigen Sehgewohnheiten. Ein gewisser Experimentiergeist ist da nicht von der Hand zu weisen. Regisseur JIM HOSKING (Segment „G“ in THE ABC’S OF DEATH 2) hat hier einen Antifilm inszeniert, der aber nur aufgeschlossenen Kinogängern zu empfehlen ist. Deshalb sollte man THE GREASY STRANGLER nicht mit der Hoffnung sehen, unterhalten zu werden. Wer das hier erwartet, wird enttäuscht werden. Sehen und wirken lassen, lautet die Devise. Dabei sollte der Kopf aus- und das Spaßzentrum eingeschaltet werden. Nur so wird man an THE GREASY STRANGLER Gefallen finden.
 
 
 


 
 
 

THE GREASY STRANGLER – Zensur

 
 
 
THE GREASY STRANGLER hat kaum blutige Schauwerte zu bieten. Ein paar kuriose Kills gibt es zu sehen, die aber derart grotesk zelebriert werden, dass Schmunzler nicht ausbleiben werden. Weil der Humor doch sehr speziell und derb ist, hat THE GREASY STRANGLER eine FSK16 erhalten.
 
 
 


 
 
 

THE GREASY STRANGLER – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Tiberius Film

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Greasy Strangler; USA 2016

Genre: Komödie, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 1.85:1 (1080p) | 25 Hz

Laufzeit: ca. 93 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wechselcover

Extras: Originaltrailer, Trailershow

Veröffentlichung: 01.06.2016

 
 
 

The Greasy Strangler: Der Bratfett-Killer [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

THE GREASY STRANGLER – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Tiberius Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Wrong (2012)
 
Wrong Cops (2013)
 
Rubber (2010)
 

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Filmkritik: „The Badger Game“ (2014)

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THE BADGER GAME

Story

 
 
 
Kidnapping mit Hindernissen: Opfer Liam (SAM BOXLEITNER) will nicht mit seinen maskierten Erpressern kooperieren, denn die wollen von ihm Bares. Das führt letztendlich dazu, dass die chaotische Entführung für Täter und Opfer im Desaster endet.
 
 
 


 
 
 

THE BADGER GAME – Kritik

 
 
 
Komödie, Thriller, Folterstreifen oder Drama – zu welcher Gattung Film gehört THE BADGER GAME eigentlich? Bleiben wir einfach dabei, dass dieses schwarzhumorige Stück Independent-Kino von allem etwas beinhaltet, denn in eine Schublade stecken lässt sich der neue Streifen von THOMAS ZAMBECK und JOSHUA WAGNER (Drehbuchautor von MIMESIS – NIGHT OF THE LIVING DEAD) leider nicht. Als „sexy/bloody/violent/comedic thriller“ wurde das Projekt in einer Crowdfunding-Kampagne auf der Internetplattform KICKSTARTER beworben, wo das Regie-DUO 15.000 Dollar von hilfsbereiten Fans sammelte, damit der Film fertiggestellt werden konnte. Überhaupt scheint sich Crowdfunding in den letzten Jahren zu einem rentablen Sprungbrett für ambitionierte Nachwuchsfilmemacher entwickelt zu haben. Denn nur mit Hilfe dieser neuen Finanzierungsmethode konnten mutige (Horror)Filme entstehen, die ohne die Unterstützung spendabler Filmliebhaber wohl nie das Licht der Zelluloidwelt erblickt hätten.
 
 
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Man sollte nie die Rache betrogener Frauen unterschätzen, denn die kann grausam und unberechenbar sein. Mit selbiger hat der gutbetuchte Werbefachmann Liam nicht gerechnet. Der wechselt attraktive Frauen wie Hemden, obwohl die treusorgende Ehegattin zu Haus auf ihn wartet. Auch Alex (AUGIE DUKE aus SPRING) ist eine der vielen Schönheiten im Leben des Womanizers, die aus allen Wolken fällt, als plötzlich von der Ehefrau die Rede ist. Grund genug Rachepläne zu schmieden. Zusammen mit Bruder Kip (PATRICK CRONEN) sowie den beiden Freundinnen Shelly (JILLIAN LEIGH) und Jane (SASHA HIGGINS) schmiedet die Betrogene einen teuflischen Plan. Eine Entführung soll dem triebgesteuerten Casanova einen Denkzettel verpassen. Man will Lösegeld erpressen und dem Macho die Leviten lesen. Kooperiert Liam nicht, soll die Ehefrau vom Doppelleben ihres Mannes erfahren. Leider verlaufen die Dinge anders als erwartet, denn dem Entführten sind die Forderungen egal. Als der dann auch noch aus seinem Gefängnis flieht und ein Fremder von den Plänen der Freunde erfährt, gerät die gut durchdachte Racheaktion außer Kontrolle.
 
 
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Tiermasken im Trailer und auf dem Cover legen die Vermutung nahe, dass hier Home-Invasion-Horror à la YOU’RE NEXT über die Mattscheibe flimmern wird. All jene, die von THE BADGER GAME grausame Metzelmomente erwarten, werden an dieser Stelle vorgewarnt, denn dieser Streifen hat mit jener Art von Filmen nichts gemein. THE BADGAR GAME ist ein zynisches Indie-Erlebnis mit unerwarteten Wendungen und weitaus makabrem Finale. Hier wird das bluttriefende Konzept gängiger Torturwerke über Bord geworfen. Obwohl die Protagonisten des Films immer wieder zum Folterwerkzeug greifen, bleibt unangenehmes Quälen aus. THE BADGER GAME beginnt wie jeder beliebige Folterstreifen. Dennoch distanzieren sich die Macher THOMAS ZAMBECK und JOSHUA WAGNER zügig vom sadistischen Treiben jenes polarisierenden Subgenres. Ihnen war es wichtig die dunkle Seite ihrer Figuren zutage zu fördern. Denn anders als man es anfangs erwarten würde, zeigen die vermeintlich sympathischen Entführer im späteren Verlauf, dass sie nicht weniger gewissenlos sind, als ihr hinterlistiges Opfer. Schauspielerisch ist das gebotene Kammerstück (die Haupthandlung spielt sich in einem dunklen Keller ab) für Low-Budget-Verhältnisse ganz ordentlich. Die Akteure zeigen zur Abwechslung, dass sie was können. In Filmen mit wenig Kapital ist das nicht die Regel. Vor allem im Horrorfilm fließt ein Großteil des wenigen Budgets in handgemachte Spezialeffekte, so dass nicht selten Laiendarsteller engagiert werden müssen, weil sonst das Geld nicht mehr ausreichen würde.
 
 
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THE BADGER GAME zeigt – wenn auch auf schwarzhumorige Weise – wie weit Menschen gehen, wenn schnelles Bargeld lockt. So läuft eine gut durchgeplante Entführung schnell aus dem Ruder und gute Freunde werden zu erbitterten Feinden. Der Zuschauer fungiert als Beobachter und erkennt schnell, dass diese Entführung im Chaos enden wird, handelt es sich doch bei den Tätern nicht um die hellsten Kerzen auf der Torte. Ein Missgeschick jagt das nächste und jeder der Beteiligten erhält am Ende die gerecht Strafe. Spätestens dann darf gelacht werden, ist doch Schadenfreude nun mal die schönste Freude. Trotz Humor und guter Ideen sollte nicht unerwähnt bleiben, dass THE BADGER GAME seine Längen hat. Eine straffere Inszenierung hätte durchaus Wunder bewirkt und das gemeinsame Machwerk der beiden Freunde und Regisseure THOMAS ZAMBECK und JOSHUA WAGNER unterhaltsamer gemacht. So ist THE BADGER GAME trotz Herzblut zwar ein solider Thriller; lang wird man sich an diesem durchwachsenen Genre-Mix nicht erinnern können. Denn dazu ist der Entführungsstreifen einfach zu weit davon entfernt ein guter Film zu sein.
 
 
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THE BADGER GAME – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Der etwas andere Folterfilm: zynischer Entführungsthriller mit makabrem Ende. THE BADGER GAME beginnt wie jeder andere Folterfilm, schlägt aber schnell eine ganz andere Richtung ein. Die beiden Regisseure THOMAS ZAMBECK und JOSHUA WAGNER überraschen mit bitterbösen Wendungen und sorgen dank schwarzem Humor für schadenfrohe Schmunzler. Leider hat THE BADGER GAME mit erheblichen Längen zu kämpfen. Vielleicht wäre es gut gewesen, wenn die beiden Regisseure noch einmal das eigene Drehbuch überflogen und einige Dialoge gestrafft hätten. Vor allem im Mittelteil zieht sich die Handlung wie Kaugummi, so dass man die Vorspultaste der Fernbedienung griffbereit halten sollte. Trotz mutigem Richtungswechsel – lang bleibt dieser Film nicht im Gedächtnis. Schade!
 
 


 
 
 

THE BADGER GAME – Zensur

 
 
 
Auch wenn THE BADGER GAME wie üblicher Folterbrei beginnt, die bebilderten Grausamkeiten halten sich in Grenzen. Ein Schädel wird im Off zerschmettert und ein Gesicht wird mittels Gartengerät „verschönert“. Außerdem wird eine Protagonistin erstickt. Hierzulande wird der Film eine FSK16 erhalten.
 
 


 
 
 

THE BADGER GAME – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
A Simple Plan (1998)
 
Blood Simple – Eine mörderische Nacht (1984)
 


Filmkritik: „Wrong Cops“ (2013)

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WRONG COPS

Story

 
 
 
Officer Duke (Mark Burnham) hat keinen besonders guten Tag. Seine nebenberuflichen Geschäfte laufen schleppend, er trifft auf einen Teenager mit einem ganz grausamen Musikgeschmack und zu allem Überfluss platziert er eine der Kugeln seiner Dienstwaffe versehentlich in einem Nachbarn. Die überschüssige Leiche muss natürlich diskret beseitigt werden, also fordert Duke die Hilfe seiner Kollegen, darunter Officer Rough (Eric Judor) und Officer Sunshine (Steve Little) ein. Die wirklichen Probleme beginnen erst, als sich die vermeintliche Leiche als halbwegs lebendig herausstellt …
 
 
 


 
 
 

WRONG COPS – Kritik

 
 
 
Ein Junge radelt über eine Straße und hält vor einem Polizisten an, der auf ihn wartet. Der Junge entschuldigt seine Verspätung dadurch, dass er noch Kampfsportunterricht hatte und nicht früher da sein konnte. Die Entschuldigung des Jungen ist dem Cop scheißegal, um das feinzüngige Drehbuch zu zitieren. Er greift in eine Tüte, holt eine tote Ratte heraus, die am Bauch mehrmals mit Klebeband umwickelt wurde, und drückt sie dem Jungen in die Hand. Natürlich befindet sich in der Ratte ein Bündel feinstes Gras. In der ersten Szene von WRONG COPS ist die Tatsache, dass ein Beamter und ein Minderjähriger eine dubiose Transaktion über die Bühne bringen, noch das Normalste. Willkommen im Kopf von Quentin Dupieux.
 
Wer bereits einen Film des französischen Kino-Terroristen überstanden hat, dürfte eine ungefähre Vorstellung haben, was ihn in WRONG COPS erwartet. Seine Filme sind genau so schräg und wirr wie die Musik, die er seit einigen Jahren unter dem Alias „Mr. Oizo“ veröffentlicht. Die ersten größeren Wellen in der Filmwelt schlug er mit RUBBER, der selbstverständlich um einen Reifen geht, der ein Bewusstsein entwickelt und auf eine mörderische Hetzjagd geht. In seinem darauf folgenden Stück stellte Dupieux zumindest einen Menschen in den Mittelpunkt und zeigte in WRONG die haarsträubende und rätselhafte Suche eines Mannes nach seinem entlaufenen Hund.
Alle, die mit dem Stil von Dupieux noch nicht vertraut sind, kann man nur schwer auf das vorbereiten, was auf sie zukommt. Ein schmutziger, ausgewaschener und absichtlich schlechter optischer Stil, Bilder die offensichtlich von sturzbetrunken Kameramännern eingefangen wurden, ein mit Zufallsgenerator erzeugter Schnitt und natürlich ein Drehbuch, das dem Ganzen die Krone aufsetzt. Trotzdem ergibt sich aus diesen chaotischen Zutaten ein stimmiger Film, der von einer dichten akustischen Decke aus Mr. Oizos Meisterwerken zugedeckt wird. Die fast immer präsente, pulsierende und eingängige Musik passt unglaublich gut zu Dupieux’ exzentrischem Stil. Und wenn man die Liste der Songs durchgeht und dabei auf Titel wie „Polocaust“, „Camel Fuck“, „Cut Dick“ oder Peehurts“ stößt, weiß man sowieso, wo der Hammer hängt.
 
Der größte Vorzug von WRONG COPS im Vergleich zu seinen Vorgängern ist seine Zugänglichkeit. Während das Gehirn sich bei RUBBER oder WRONG im ständigen Krampf befindet und nicht entscheiden kann, ob es in dem Dschungel aus Worten und Bildern nach einer Bedeutung suchen oder sich der Flut aus Absurdität ergeben soll, macht Dupieux es in WRONG COPS etwas einfacher. Sein neuer Film ist vor allem eins, urkomisch. Die Geschichten der verschiedenen Cops, zwischen denen Dupieux mit einer rastlosen Willkürlichkeit hin- und her springt, machen ihn um einiges dynamischer und unterhaltsamer als beispielsweise WRONG. Unterstrichen wird dies erwartungsgemäß von einem tiefschwarzen und skurrilen Humor.
 
 
 


 
 
 

WRONG COPS – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
WRONG COPS ist die wohl schrägste und schwärzeste Komödie des Jahres. Natürlich ist WRONG COPS nichts für Jedermann. Quentin Dupieux sträubt sich erneut konsequent gegen alles Herkömmliche und dreht seinen Film genau so wie er es in seinem offensichtlich ungesunden Kopf für richtig hält. Das Ergebnis ist ein Werk, das sich genau wie seine Vorgänger fast an der Grenze zum Experimentalfilm befindet und bei vielen Zuschauern auf blankes Entsetzen und vehemente Ablehnung stoßen dürfte. Für alle, die der etwas „mutigeren“ Unterhaltung nicht abgeneigt sind, alle Geisteskranken und natürlich alle, die mit Mr. Oizos Wahnsinn etwas anfangen können, ist WRONG COPS ein unbedingt empfehlenswerter Film. Extrem schräg, extrem witzig, extrem Dupieux.
 
 
 


 
 
 

WRONG COPS – Zensur

 
 
 
Der Film hat zwar den gelegentlichen (und vor allem überraschenden) Exzess, aber der komplett außerirdische und lustige Stil des Films entschärft seine blutigeren Szenen deutlich. WRONG COPS wurde mit einer 16er-Freigabe durch die FSK gewunken.
 
 
 


 
 
 

WRONG COPS – Trailer

 
 

 
 

Timo Löhndorf

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Ähnche Filme:
 
Rubber (2010)
 
Napoleon Dynamite (2004)
 
Wrong (2012)