Filmkritik: „Sea Fever“ (2019)

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SEA FEVER

Story

 
 
 

Während einer Fischereiexpedition machen Wissenschaftlicher Bekanntschaft mit einem tödlichen Parasiten.

 
 
 


 
 
 

SEA FEVER – Kritik

 
 
 
Es gibt immer noch Welten auf diesem Planeten, die von der Menschheit weitestgehend unerkundet geblieben sind. Eine dieser nennt sich Tiefsee und beherbergt Individuen, die so grotesk aussehen, dass man meinen könnte, sie wären aus einem Horrorfilm entsprungen. Was fantastisch anmutet, ist natürlich für die Filmindustrie immer wieder Grund genug daraus irgendwelche Schocker zu basteln. Da dringen nach Millionen von Jahren plötzlich Kreaturen vom Meeresboden an die Oberfläche, die nur ein Ziel kennen: ahnungslose Fischer, Taucher oder Badegäste zu terrorisieren. Offenbar auch Traumfilmstoff für Regisseurin NEASA HARDIMAN. Die hat in der Vergangenheit eher an Episoden für TV-Serien gearbeitet und liefert mit SEA FEVER ihr Langfilmregiedebüt ab.
 
 
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Darin ließ sich die Filmemacherin als bekennender Sci-Fi-Horror und Psychothriller-Fan von Streifen wie ARRIVAL, AUSLÖSCHUNG und THE THING inspirieren. Aber auch die aktuelle Klimakrise hatte maßgeblich Einfluss beim Entstehungsprozess des Drehbuchs. Letzteres wurde von Hardiman in Eigenregie verfasst, in welchem sie dem Thema Verantwortung auf den Grund geht. So erklärte die Regisseurin in Interviews, dass wir Menschen zwar nicht viel über den tiefen Ozean wissen, aber durch unser umweltfeindliches Handeln prägenden Einfluss auf die riesigen Ökosysteme unter Wasser haben. Zudem wirft sie in SEA FEVER die Frage in den Raum, inwieweit wir Verantwortung für uns selbst und für andere übernehmen müssen. Themen, die komplex erscheinen, aber nicht unbedingt tiefgründig erforscht werden. SEA FEVER ist mehr Horrorfilm als kritisches Unterfangen. Das muss aber nichts Schlechtes bedeuten.
 
 
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SEA FEVER erzählt die Geschichte der schüchternen Studentin Siobhan. Die landet im Rahmen ihres Meeresbiologiestudiums auf einem irischen Hochseefischereischiff, das hinaus aufs Meer fahren möchte, um dort einige wissenschaftliche Untersuchungen vornehmen zu können. Doch diese Seefahrt verläuft nicht nach Plan. Die Crew ignoriert Warnungen der Küstenwache und ändert den Kurs. Die Strafe folgt auf dem Fuß. Ein riesiger und nicht identifizierbarer Tintenfisch heftet sich an den Rumpf des Schiffes. Was jedoch anfangs als Sensation gefeiert wird, schlägt bald in pure Angst um. Das Wasserwesen meint, in dem Schiff tierische Beute gefunden zu haben und stößt blauen Schleim aus seinen Tentakeln aus. Darin enthalten: tödliche Parasiten, die die Crew-Mitglieder infizieren. Da stellt sich verständlicherweise Panik ein, denn niemand weiß, wie man sich vor dem mikroskopisch kleinen Killer schützen kann. Doch Studentin Siobhan hat einen Plan. Die kombiniert richtig und beweist Köpfchen. Was für ein Glücksfang.
 
 
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CABIN FEVER auf dem Meer. So ähnlich lässt sich SEA FEVER mit knappen Worten beschreiben, der ebenso von der Prämisse Gebrauch macht, dass eine mysteriöse Krankheit Menschen befällt und diese anschließend tötet. Statt tödlicher Viren werden hier jedoch kurzerhand kleine Larven für ein Massensterben verantwortlich gemacht. Minimale Unterschiede, die aber das gleiche Ziel haben: den Zuschauer mit ekligen Spezialeffekten bei Laune zu halten. Da explodieren schon mal Augäpfel. Zartbesaitet schüttelt es da verständlicherweise nicht unbegründet. Doch SEA FEVER hat mehr zu bieten als handgemachte Manschereien. Der Streifen macht sich Themen wie Klaustrophobie und Paranoia zu Eigen. Kaum mit der Gefahr konfrontiert, wird das Wasserfahrzeug zum Gefängnis. Umgeben von Wasser kann niemand entkommen, was sich natürlich auch auf die Stimmung des Films auswirkt. Da entsteht plötzlich Panik unter den Anwesenden, zumal bald niemand mehr weiß, wer als Wirt dient und den tödlichem Eindringling überträgt. Wem kann man vertrauen? Wer trägt den Erreger in sich? Und wer bringt anderen den Tod? Fragen, die vertraut klingen und Tempo in den anfangs gemächlich erzählten Film bringen.
 
 
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SEA FEVER verfügt nämlich über ein ähnliches Handlungskonzept, das sich bereits JOHN CARPENTER mit seinem DAS DING AUS EINER ANDEREN WELT zunutze machte. Dort konnte eine außerirdische Lebensform jede Gestalt von Lebewesen annehmen, was dazu führte, dass Antarktis-Forscher bald nicht mehr wussten, wer von den Kumpels menschlich ist und wer imitiert. So wurden aus Freunden Feinde, was natürlich die Spannung unter den Protagonisten ankurbelte und für psychologischen Horror sorgte. Letzterer ebnet sich auch in SEA FEVER den Weg zum Ziel. Da kippt in der Halbzeit die Stimmung. Aus Neugierde und Forscherdrang wird Ausweglosigkeit und Chaos. Rezepturen, die dem Spannungsaufbau förderlich sind. Kaum ist der erste infiziert, wird eine wissenschaftliche Expedition zum Überlebenstrip. Das bannt vor dem TV-Gerät und der Herzschlag wird schneller. Für einen Horrorfilm unabdinglich.
 
 
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Unterm Strich ist SEA FEVER ein standardisierter Horrorthriller, den sich Fans von Körper-Horror schon mal ansehen können. Die Darsteller sind gut gewählt, in technischer Hinsicht macht der Streifen eine hervorragende Figur und auch die Atmosphäre stimmt. In puncto Originalität gewinnt SEA FEVER aber keinen Filmpreis. Spätestens hier kann Regisseurin NEASA HARDIMAN die TV-Herkunft nicht leugnen. Ihr Langfilmdebüt ist kurzweilig – wie die Episode einer Fernsehserie. Blickt man aber hinter die Fassade makelloser Bilder, bleibt ein austauschbares Handlungsgerüst über, auf dem die meisten Horrorfilme aufbauen. Auch SEA FEVER bedient sich dem vertrautem Prinzip moderner Genrefilme. Darin geht es in der Regel ums Erschrecken oder zeigefreudiges Sterben. Letzterem widmet sich SEA FEVER besonders ausgiebig. Wem das bewusst ist, wird trotzdem gut unterhalten werden.
 
 


 
 
 

SEA FEVER – Fazit

 
 
7 Punkte Final
 
 
Spannender Körper-Horror, der Filme wie THE ABYSS, CABIN FEVER und THE THING zitiert. SEA FEVER gewinnt keinen Originalitätspreis. Viel Substanz besitzt dieser Streifen nicht. Der Film zieht seinen Reiz aus der Tatsache, dass darin auf eine Weise gestorben wird, die in Zeiten von COVID-19 erschreckender denn je ist. Hier stecken sich Filmfiguren mit einem Parasiten an, der mit dem bloßen Auge nicht zu erkennen ist. Als wäre das nicht schon erschreckend genug, trägt man den Übeltäter aus Unachtsamkeit von Mensch zu Mensch weiter. Unterstrichen wird die unbequeme Thematik mit Hilfe ekliger Spezialeffekte. Regisseurin NEASA HARDIMAN weiß, wie Spannung geht. Ihr gelingt es einfach klaustrophobische Atmosphäre zu erzeugen und Panik entstehen zu lassen. Ein geschickter Schachzug, denn so bekommt der Zuschauer nicht unbedingt davon Wind, dass die Story von SEA FEVER gerade einmal auf einen Bierdeckel passt.

 
 
 


 
 
 

SEA FEVER – Zensur

 
 
 
SEA FEVER ist keine Gewalt oder Splattergranate. Die Spezialeffekte sind zwar eklig, befinden sich aber im FSK16-Bereich. Daher kann man getrost von einer Jugendfreigabe für diesen Body-Horror ausgehen.
 
 
 


 
 
 

SEA FEVER – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen stammen von Dust)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Das Ding aus einer anderen Welt (1982)
 
The Thing (2011)
 
Cabin Fever (2016)
 

Filmkritik: „Dark Light“ (2019)

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DARK LIGHT

Story

 
 
 

Eine junge Mutter zieht in das Haus aus ihrer Kindheit und erlebt dort einen Neuanfang des Schreckens.

 
 
 


 
 
 

DARK LIGHT – Kritik

 
 
 
Einmal Horrorfilm-Macher, immer Horrorfilm-Macher. PADRAIG REYNOLDS erfüllt das Klischee von jenen Regisseuren, die mit dem Inszenieren von Horrorschockern Erfolg haben und damit nicht mehr aufhören können. Der bekam mit dem Genre-Werk RITES OF SPRING den Fuß ins Filmgeschäft und legte anschließend mit nicht minder gruseliger Ware wie THE DEVIL’S DOLLS und OPEN 24 HOURS nach. Mittlerweile sind wir bereits bei Spielfilm Nummer vier angekommen und der ist – man mag es nicht glauben wollen – wieder ein Horrorthriller. DARK LIGHT nennt sich das Ganze und sollte ein Okkult-Schocker mit Dämonen werden. Doch die Idee zu THE DEVIL IS REAL – so der anfängliche Titel – war den Produzenten zu abgedroschen. Deshalb bat man Regisseur PADRAIG REYNOLDS darum, das Skript umzuschreiben und daraus einen Kreaturenfilm zu machen. Ein Vorschlag, der bei genanntem Filmemacher Anklang fand. Der wollte schon immer ein Creature-Feature machen und ging mit seiner Idee zu Kumpel AARON SIMS, der bereits Spezialeffekte für Kinohits wie READY PLAYER ONE und PLANET DER AFFEN beigesteuert hat. Der kreierte zusammen mit seinem Team ein groteskes Wesen, das sich durchaus sehen lassen kann – zumindest, wenn man es nicht bei voller Ausleuchtung zu Gesicht bekommt.
 
 
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Annie Knox (JESSICA MADSEN aus LEATHERFACE – THE SOURCE OF EVIL) muss noch einmal neu anfangen. Der Gatte hat sie betrogen und die Mutter ist plötzlich verstorben. Die Folge: ein Nervenzusammenbruch. Deshalb zieht sie aus der gemeinsamen Wohnung aus und nimmt Tochter Emily mit in das Landhaus der verstorbenen Mutter weit abseits der Stadt. Hier inmitten von Maisfeldern und Wäldern ist es still, hier will die gekränkte Frau wieder neue Kraft tanken. Doch daraus wird so schnell nichts. Kaum eingezogen, passieren seltsame Dinge. In der Nacht ziehen Lichtkegel um das Haus und mysteriöse Schritte sind zu hören. Hinzukommt, dass die kleine Emily immer wieder von starkem Nasenbluten geplagt wird. Sind hier übernatürliche Kräfte am Werk? Zumindest ist sich Annie Knox ganz sicher. Doch niemand will ihr Glauben schenken – nicht einmal die Polizei.
 
 
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Effektives Verwirrspiel. Die große Stärke von DARK LIGHT liegt in der Tatsache, dass lang unklar bleibt, um was es denn nun wirklich in diesem Film geht. Wird die junge Mutter tatsächlich von boshaften Wesen terrorisiert oder sind die Erscheinungen alles nur psychische Manifestationen einer gestressten Frau, die – ähnlich wie im Mysterythriller DER BABADOOK – einfach überfordert mit ihrer aktuellen Situation ist? Regisseur PADRAIG REYNOLDS hebt sich die Antworten darauf bis zum Finale auf und verwirrt den Zuschauer mit immer wieder unheimlich ausgeleuchteten Konfrontationen zwischen der Filmheldin und obskuren Kreaturen, die die Frage in den Raumen werfen, ob das alles echt oder nur Einbildung ist. Apropos Ausleuchtung: DARK LIGHT tischt in Sachen Atmosphäre groß auf. Der Streifen ist von allgegenwärtiger Dunkelheit umhüllt. Ab und an huschen eigensinnige Schatten durch die Kamera. Seltsame Lichtstrahlen und ein unheimlicher Klangteppich sorgen für dichte Atmosphäre. Da kann nichts mehr schiefgehen – oder?
 
 
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DARK LIGHT verfügt über gute Voraussetzungen für einen schaurigen Filmabend. Leider kann DARK LIGHT das hohe Gruselniveau nicht bis zum Abspann halten. Der Streifen wandelt beim Showdown auf konventionellen Pfaden. Vorbei der bedachte Aufbau von Gruselstimmung, Schluss mit doppeldeutigem Verwirrspiel. PADRAIG REYNOLDS entscheidet sich für den Massengeschmack und macht Nägel mit Köpfen. Die Antworten werden auf dem Silbertablett serviert und sind etwas sehr platt, generisch und vorhersehbar geraten. Als wäre das nicht alles schon ärgerlich genug, wird das Publikum auch noch durch hektische Bilder und (zu) laute Schockmomente verschreckt. Letztere werden beinahe inflationär eingesetzt und reißen oft wegen der Lautstärke aus dem Filmsessel. Somit könnte DARK LIGHT auch ein beliebiger Schocker aus dem amerikanischen BLUMHOUSE STUDIOS sein. Dort zählen durchgestylte Filme mit makellosen Jungdarstellern und aggressiven Schocks mehr, als frische Ideen aus den Köpfen kreativer Drehbuchautoren.
 
 
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DARK LIGHT – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Anfangs Psychothriller, später Spukhausfilm, am Ende Kreaturen-Horror. DARK LIGHT ist ein atmosphärisch dichter Horror-Mix, der aber nach einem starken Auftakt so ziemlich hanebüchen wird. Dabei macht es das Creature-Feature vielen Horrorfilmen gleich, die es zu gut mit dem Zuschauer meinen. Die meisten Filmemacher legen sich anfangs ins Zeug, um möglichst gruselige Stimmung zu erzeugen. Leider sieht man sich nicht selten im Finale gezwungen, Selbiges mit Pauken und Trompeten abschließen zu müssen. Da überschlagen sich die Ereignisse und der Film muss zwangsläufig im lauten Effektegewitter enden. Dieser generische Ablauf ist auch in DARK LIGHT Programm. Anfangs wohlig schaurig, wird es vorm Abspann hektisch, laut und überladen. Aber das ist nicht der einzige Punkt, der übel aufstößt. DARK LIGHT erinnert stark an DEVIL’S GATE aus dem Jahr 2017. Auch darin wird ein junger Mann mit mysteriösen Dingen in einem Landhaus konfrontiert. Beinahe alles wurde aus genanntem Sci-Fi-Horror stibitzt: die Handlung, die Kulisse – selbst der Look. Das ist irgendwie frech.
 
 
 


 
 
 

DARK LIGHT – Zensur

 
 
 
DARK LIGHT hält sich in Sachen Gewalt zurück. Die Monster im Film knappern etwas an menschlichen Körpern herum. Ansonsten kommt mal kurz ein Schrottgewehr zum Einsatz. Hierzulande ist locker eine FSK16 drin.
 
 
 


 
 
 

DARK LIGHT – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Vertical Entertainment)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Devil’s Gate (2017)
 
Extraterrestrial (2014)
 
A Dark Place (2018)
 
Vergeltung – Sie werden Dich finden (2006)
 
The Hole In The Ground (2019)
 

Filmkritik: „Life-Snatcher“ (2019)

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LIFE-SNATCHER

(ASSIMILATE)

Story

 
 
 

Könnte auch aus der Feder von Stephen King stammen: Zwei Teenager decken seltsame Vorkommnisse auf, die sich in einer verschlafenen Kleinstadt ereignen.

 
 
 


 
 
 

LIFE-SNATCHER – Kritik

 
 
 
Wenn die Indie-Schmiede GRAVITAS VENTURES mal wieder einen ihrer schnell und günstig gedrehten Produktionen auf die Horrorgemeinde loslässt, ist Vorsicht geboten. Noch vorsichtiger sollte man sein, wenn hinter genau diesem Genrefilm ein Regisseur steckt, der sich in der Vergangenheit beim auf Zelluloid gebannten Horror nicht unbedingt mit Ruhm bekleckert hat. JOHN MURLOWSKI hat so ziemlich viele Videounfälle verbrochen. Der war in der Vergangenheit besonders fleißig und bescherte uns herausragende Videothekenperlen, über die nicht unbegründet heute keiner mehr reden will. Darunter so unvergessliche Highlights wie AMITYVILLE – A NEW GENERATION, RETURN OF THE FAMILY MAN oder FREEWAY KILLER. Genau dieser Regisseur hat mit LIFE-SNATCHER (im Original: ASSIMILATE) nun einen Film inszeniert, der so gar nicht zur zweifelhaften Qualität des bisherigen Schaffens passt. LIFE-SNATCHER wurde zwar auch mit kleinem Budget umgesetzt, macht aber das Beste aus dem schmalen Kapital. Das Ergebnis ist ein nettes Science-Fiction-B-Movie, das zwar fleißig bei großen Klassikern stibitzt, sich dennoch wacker schlägt. Das hätte man nicht erwartet.
 
 
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Die Teenager Zach Henderson und Randy Foster sind nicht nur beste Freunde; sie wollen auch den Leuten auf Youtube zeigen, dass ihr Heimatort gar nicht so langweilig ist, wie er auf den ersten Blick scheint. Deshalb wollen sie eine Reportage über die Stadt drehen, in der sie aufgewachsen sind und zur Schule gehen. Dass sich plötzlich seltsame Vorkommnisse in der Gegend häufen, kommt den Kumpels geradezu recht. Nachbarin Frau Bissette berichtet von einer Invasion seltsamer Insekten und auch sonst verhalten sich immer mehr Einwohner alles anderer als normal. Alles scheint, als hätten die Leute ihre Emotionen verloren. Stoff aus dem Hobbyfilmfan-Träume sind. Mit Kameras ausgestattet, geht es ans Recherchieren. Was die beiden Nachwuchsjournalisten während der Arbeit an einer Dokumentation über ihren Heimatort herausfinden, lässt das Blut sprichwörtlich in den Adern gefrieren.
 
 
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Hat ROBERT RODRIGUEZ heimlich eine Videofortsetzung zum Kassenhit THE FACULTY in Arbeit geben lassen? Oder haben sich findige Produzenten die Rechte an DIE NACHT DER CREEPS gekrallt, um schnell eine günstige Neuverfilmung des Kultfilms in die Wohnzimmer bringen zu können? LIFE-SNATCHER hat natürlich nichts mit genannten Horrorfilmen am Hut, schaut sich aber einige Kniffe ab. Hier wird eine jungendkonforme Version von DIE KÖRPERFRESSER KOMMEN auf die Horrorgemeinde losgelassen, die besser ist, als man vermuten würde. Der Grund ist in den sympathischen Figuren und der rasanten Umsetzung zu suchen, die den Zuschauer regelrecht durch eine Handlung hetzt, in der es kaum Verschnaufpausen gibt. Die Bewohner einer Kleinstadt werden durch eine größere Macht geklont und ausgetauscht. Einige High School Kids tun sich zusammen, um das Schlimmste zu verhindern. Klingt natürlich nach einer weiteren INVASION VOM MARS-Kopie und ist es letztendlich auch. Dennoch unterhält LIFE-SNATCHER ungemein. Lang gefackelt wird nicht. Schnell ist man mittendrin und begibt sich mit dem talentierten Teenager-Cast auf eine Reise voller Gefahren. Da stößt man auf glibbrige Kokons und wird bald von zombiegleichen Horden ausgetauschter Kleinstadtmenschen verfolgt, die ein ganzes Haus im wahrsten Sinne des Wortes auf den Kopf stellen.
 
 
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Regisseur JOHN MURLOWSKI zitiert nicht nur Science-Fiction-Horror der 1950er, sondern ließ es sich nicht nehmen auch eine Anspielung an den von Romero gedrehten NIGHT OF THE LIVING DEAD im Film unterzubringen. Da verschanzen sich unsere Freunde in einem Haus und werden plötzlich von vielen geklonten Menschen umzingelt, die nur eins wollen: ran an die noch nicht ausgetauscht Beute. Wir sehen Hände durch Spalten greifen und verzehrte Gesichter durch Fenster starren. Wer diese Hommage an genannten Klassiker übersieht, benötigt dringend eine Weiterbildung in Sachen Horrorfilm. LIFE-SNATCHER macht alles richtig. Statt sich darüber Gedanken zu machen, wie man die vielen Ideen mit kleinem Budget in Szene setzen kann, wird einfach umgesetzt. Natürlich bleibt bei den Spezialeffekten nicht verborgen, dass ein Sparkurs gefahren werden musste. Trotzdem tut dieser günstige Science-Fiction-Horror alles daran, um den Zuschauer auch mit kleinem Budget zu unterhalten. Mit einem Mordstempo eilt LIFE-SNATCHER dem Abspann entgegen und belehrt am Ende das Publikum eines Besseren. Letzter erkennt mal wieder, dass sich gute Horror-Unterhaltung nicht unbedingt an den Produktionskosten festmachen lässt. Billig bedeutet nicht unbedingt schlecht. Vorurteile, die man unbedingt ablegen sollte.
 
 
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LIFE-SNATCHER – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Günstig – aber oho! Spannender Science-Fiction-Horror mit hohem Unterhaltungswert. Regisseur JOHN MURLOWSKI stibitzt für LIFE-SNATCHER wo es nur geht. Ob bei DIE KÖRPERFRESSER KOMMEN, DICH KRIEGEN WIR AUCH NOCH oder DORF DER VERDAMMTEN – dieser Horrorthriller besteht beinahe nur aus Ideen anderer bekannter Horrorklassiker. Das ist zwar frech, aber unterhaltsam. Treu der Devise „Besser gut geklaut, als schlecht neu erfunden“ wird all das kopiert, was schon mal irgendwie im Horror-Genre funktioniert hat. Der dreiste Ideenklau zahlt sich aber aus. LIFE-SNATCHER besitzt zugängliche Helden und ein Mordstempo. Letzteres ist beachtlich und lässt dem Zuschauer kaum Zeit darüber nachzudenken, dass er all das hier im Film schon mal woanders gesehen hat. Ein cleverer Schachzug, denn wegen der rasanten Inszenierung fallen auch die Spezialeffekte nicht so sehr ins Gewicht, die wegen mangelndem Budget dann doch eher an so selbst produzierten Billigschund der Marken THE ASYLUM und SYFY-CHANNEL erinnern. Wäre mehr Kapital vorhanden gewesen, hätte es LIFE-SNATCHER vermutlich zum neuen Science-Fiction-Blockbuster gebracht. Das hätte man Regisseur JOHN MURLOWSKI gar nicht zugetraut, der seit den 1990ern eine Video-Schlaftablette nach der nächsten dreht.
 
 
 


 
 
 

LIFE-SNATCHER – Zensur

 
 
 
LIFE-SNATCHER hat kaum reißerische Schauwerte zu bieten. Einer Frau wird ein Gegenstand in die Brust gerammt, der Körper einer anderen Filmfigur wird so bearbeitet, dass er ohne Probleme in einen Wäschekorb gequetscht werden kann. Weiterhin sieht man Bisswunden, welche durch einen außerirdischen Käfer verursacht wurden. Hierzulande hat LIFE-SNATCHER ohne Probleme eine FSK16 erhalten.
 
 
 


 
 
 

LIFE-SNATCHER – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) SPLENDID FILM (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Assimilate; USA 2019

Genre: Horror, Science Fiction

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Niederländisch

Bild: 1.85:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 91 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: 27.09.2019

 

Life-Snatcher [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

LIFE-SNATCHER – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Splendid Film | Replicate LLC.)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Dich kriegen wir auch noch! (1998)
 
Die Nacht der Creeps (1986)
 
The Faculty (1998)
 
Body Snatchers – Angriff der Körperfresser (1993)
 
Die Körperfresser kommen (1978)
 
Invasion vom Mars (1986)

Filmkritik: „The Recall“ (2017)

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THE RECALL

Story

 
 
 

WESLEY SNIPES im Kampf gegen Aliens, die eine Massenentführung auf der Erde planen.

 
 
 


 
 
 

THE RECALL – Kritik

 
 
 
Wenn einst gefeierte Actionstars in der Versenkung verschwinden. Im Falle von Schauspieler WESLEY SNIPES dürfte er selbst nicht unschuldig daran sein, dass die großen Filmangebote mittlerweile Schnee von gestern sind. Die einst erfolgreiche Leinwandgröße wurde 2006 wegen Steuerbetrugs in Millionenhöhe verurteilt und wanderte für drei Jahre ins Gefängnis. Danach wurde es still um den beliebten BLADE-Darsteller, der vor allem in den 1990ern zu gefragten Dauergast in Action-Blockbustern großer Studios avancierte. Leider scheiterten Comeback-Pläne nach der Haftentlassung im Jahr 2013. So versuchte Snipes im Horror-Western GALLOWWALKERS an frühere Erfolge anzuknüpfen, scheiterte aber kläglich. Der Streifen erhielt negative Kritiken und wurde in vielen Ländern erst gar nicht ins Kino gebracht. Seither muss Snipes nehmen was kommt und versucht mittlerweile den Lebensunterhalt durch Auftritte in drittklassigen Videoproduktionen zu bestreiten. Damit ist er nicht allein. Auch in die Jahre gekommene Actionstars wie DOLPH LUNDGREN, STEVEN SEAGAL und JEAN CLAUDE VAN DAMME backen seit Jahren kleine Brötchen. Die haben in den 1980ern und 1990ern Action-Hits am Fließband gedreht. Heute will sie aber kaum noch jemand sehen. Das Leben schlägt manchmal eben seltsame Wege ein.
 
 
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WESLEY SNIPES auf Abwegen. Während der amerikanische Schauspieler früher mal gern bösen Jungs in Actionfilmen den Hintern versohlt hat, verpasst Snipes nun hinterhältigen Aliens eine Tracht Prügel. THE RECALL nennt sich ein schludriges Filmchen, das für den übersättigten Videomarkt produziert wurde und die Geschichte junger Menschen erzählt, die im Wald nach etwas Erholung suchen. Doch der Fahrt zum Feriendomizil wird durch ein kurioses Zusammentreffen getrübt. An einer Tankstelle begegnet man einem mysteriösen Jäger (gespielt von WESLEY SNIPES), der nicht zu Späßen aufgelegt ist. Der wurde vor Jahrzehnten von Aliens entführt und wartet seither auf deren Rückkehr, um ihnen den Marsch blasen zu können. Leider will ihm niemand Glauben schenken – und das, obwohl er vor Jahren als Staatsdiener im Einsatz war. Doch die Zeit des selbsternannten Jägers kommt schon bald, denn es dauert nicht lang bis plötzlich Menschen spurlos verschwinden. Auch die naiven Mittzwanziger dieser Geschichte erkennen schnell, dass den Außerirdischen Erholungsurlaub im Wald egal ist. Die jungen Leute werden von Aliens terrorisiert und müssen um ihr Leben bangen. Gott sei Dank ist WESLEY SNIPES ist der Nähe, um als zynischer Antiheld der außerirdischen Brut den Garaus zu machen. B-Movie-Trash vom Feinsten.
 
 
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Snipes versucht es mal mit Sci-Fi-Horror, welcher Unfug der legendären THE ASYLUM-Schund-Studios in Erinnerung ruft. Was hier bildgewaltig im Trailer gezeigt wird, ist alles andere als das. THE RECALL ist günstiges produziertes Videofutter ohne Anspruch, das wohl nur gedreht wurde, um Nachtsendeplätze der Fernsehanstalten füllen zu können. THE GHOSTMAKER-Regisseur MAURO BORRELLI bekleckert sich als Regisseur nicht sonderlich mit Ruhm. Der hatte sich in der Vergangenheit in erster Linie als Illustrator grafischer Vorabansichten späterer Filmszenen von Hollywood-Produktionen einen Namen gemacht und arbeitete dabei mit zahlreichen Größen wie TIM BURTON oder QUENTIN TARANTINO zusammen. Vielleicht wäre es besser gewesen, wenn er dabei geblieben wäre, denn als Regisseur und Geschichtenschreiber beweist er kein talentiertes Händchen. So sehen zwar die Szenarien im Film atmosphärisch aus. Inhaltlich herrscht jedoch das absolute Grausen. Das Drehbuch ist hanebüchen, die Figuren unsympathisch und sonderlich viel Sinn wollen die Ereignisse im Film auch nicht geben. Vor allem mit den Jungdarstellern meinte man es nicht gut. Nicht nur, dass das Drehbuch von Ihnen nichts abverlangt. Sie verhalten sich in THE RECALL dazu noch sinnbefreit, weshalb der Streifen vielerorts unfreiwillig komisch wirkt und deshalb zum Sondermüll avanciert. Da wird immer wieder vor Snipes dem Jäger geflüchtet, obwohl sich bald herauskristallisiert, dass er als Retter der Menschheit im Einsatz ist. Für den Zuschauer eine Nervenprobe, der sich bald wünscht, dass doch jemand dem jungen Kanonenfutter die Leviten liest. THE RECALL ist dummer Science-Fiction-Trash, welcher in der Videotheken-Ära zweifelsohne sein Dasein in den untersten Regalen gefristet hätte. Da kann einem Schauspieler WESLEY SNIPES nur Leid tun. Der scheint im Film vielerorts unterfordert zu sein und quält sich vergebens schwarzhumorig durch einen Film, der sich bereits nach wenigen Minuten als cineastischer Unfall entpuppt. Der Arme. Übrigens wurde THE RECALL im Vorfeld als neues Seherlebnis beworben. Die Macher haben den Film so gedreht, dass drei Leinwände kombiniert werden. Damit soll dem Zuschauer das Gefühl vermittelt werden, das er nicht nur dabei ist, sondern mittendrin. Bisher haben nur wenige Blockbuster von diesem Kinoformat Gebrauch gemacht. Zuletzt fand das Dreileinwand-Prinzip in STAR TREK BEYOND Verwendung. Auf dem platten Bildschirm im Wohnzimmer zumindest, lockt man mit THE RECALL leider keinen Fan mehr vorm Ofen hervor. Da kann mit noch so vielen visuellen Raffinessen im Multiplex geworben werden.
 
 
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THE RECALL – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Liebloser und sinnbefreiter Alien-Horror mit einem unterforderten WESLEY SNIPES, der wohl hier nur zu sehen ist, weil er sich Filmaufträge nicht mehr aussuchen kann. Snipes quält sich hier durch ein unbrauchbares Drehbuch, das weder Figuren noch Zuschauer fordert. THE RECALL ist nach Schema F gestrickt und sorgt sich weder um seine Helden noch um Spannung oder Originalität. So plätschern Ereignisse unaufgeregt bis zum überraschungsarmen Ende, in dem die wahren Absichten einer Alien-Invasion erläutert werden, die irgendwie gar keinen Sinn ergeben wollen. THE RECALL ist nicht sonderlich spannend. So wird es erst in den letzten dreißig Minuten interessant. Dann nämlich blickt man ins Innere eines Alien-Raumschiffs, das für weiterentwickelte Lebensformen erstaunlich unterentwickelt ist. Ob die erbärmliche Ausstattung auf Sparmaßnahmen zurückzuführen ist? Vermutlich ging das meiste Budget auf das Konto von WESLEY SNIPES, der nach seinem Gefängnisaufenthalt wohl noch offene Rechnungen bezahlen muss. THE RECALL ist nur was für leidenschaftliche Trash-Liebhaber. Der Rest dürfte mit diesem Unfug nur wenig anfangen können.
 
 
 


 
 
 

THE RECALL – Zensur

 
 
 
THE RECALL ist kein Splatterstreifen und auch sonst hält sich der Film mit Gewalt zurück. Blutige Schauwerte hat THE RECALL kaum zu bieten. Daher hat er es ohne Probleme mit einer Freigabe ab 16 Jahren in die Händlerregale geschafft.
 
 
 


 
 
 

THE RECALL – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Falcom Media Group

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Recall; Kanada 2017

Genre: Horror, Thriller, Science Fiction

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 94 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase ohne Wendecover

Extras: Originaltrailer, Trailershow

Release-Termin: 23.02.2018

 

The Recall [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 


 
 
 

THE RECALL – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Falcom Media Group)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Alien Abduction (2014)
 
Die Vierte Art (2009)
 
Extraterrestrial (2014)
 
Dark Alien (2014)
 

Filmkritik: „The Void“ (2016)

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THE VOID

Story

 
 
 

Ein nahezu stillgelegtes Krankenhaus mitten im Nirgendwo entpuppt sich für einen kleinen zusammengewürfelten Trupp zu einer Art Vorhölle …

 
 
 


 
 
 

THE VOID – Kritik

 
 
 
Nach einem eher ereignislosen Tag stolpert Sheriff Carter mitten im nächtlichen Wald ein sich auf der Flucht befindlicher verletzter junger Mann vor die Füße, den er ins nächstgelegene Krankenhaus chauffiert. Dort verrichten die letzten Mitarbeiter ihren Dienst, der hauptsächlich darin besteht, für Notfälle zur Verfügung zu stehen. Soweit dies nach einschränkenden Brandfolgen möglich ist.
Kurz darauf treffen zudem zwei äußerst aggressiv wirkende, bewaffete Männer ein, die dem gerade Eingelieferten ans Leder wollen. Doch damit nicht genug. Während die erste Krankenschwester plötzlich beginnt durchzudrehen, versammeln sich vor den Türen bereits schweigend unheimlich wirkende Zeitgenossen, deren Art Ku-Klux-Klan-Gewänder nichts Gutes verheißen. Die Nacht des Grauens kann beginnen. THE VOID bedient von Beginn an die tief verankerten Bedürfnisse von Horrorfans mit einer stimmigen Prämisse. Eine kleine Gruppe, eingeschlossen an einem trostlos einsamen Ort an dem sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen, wird mit dem Unvorstellbaren konfrontiert und kämpft verzweifelt einen aussichtslos wirkenden Kampf um ihr Leben. Wobei das Böse nach weitaus mehr trachtet.
 
 
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Nach zirka 13 Minuten beginnt die Gewaltschraube anzudrehen und gewährt erstmals einen Blick auf die recht heftigen, liebevoll handgemachten Effekte, die sich als Stärke des klassische Muster bedienenden Horror-Scifi-Zwitters erweisen werden. (Übrigens: Erstaunlich was hier inzwischen alles ab FSK16 durchgewunken wird.) Und hier gibt es tatsächlich nichts zu meckern. Seit THE THING wurde wohl nicht mehr so schön geschmaddert und tentakelt. An den deformierten Kreaturen kann sich das Herz eines jeden Creature-Feature-Fans einfach nur erfreuen. Für die Ausarbeitung der Charaktere und deren Dialoge gilt dies leider nicht. Es ist immer ungünstig, wenn man ausgerechnet mit den Bedrohten kaum mitfiebern kann, weil sie emotional nicht berühren oder phasenweise nerven. Problematisch bleibt ebenso der Umstand, dass sich die nicht wirklich innovativ aus einigen Klassikern zusammen rezitierte krude Story, vom Timing her etwas zu langatmig nur von Effekt zu Effekt hangelt. Die ernste Situation aller Protagonisten ist dabei drehbuchtechnisch durchaus erfreulich ohne Augenzwinkern frei von Komik und überflüssigen Albereien angelegt. Umso mehr stören nun jedoch naive holprige Textpassagen, die einen an den Kopf fassen lassen. So stellt ein Protagonist nachdem bereits draußen wie drinnen das Chaos wütet unvermittelt fest: „Wir sind hier nicht sicher!“ Ja, Recht hat er ja der Gute, nur war dies zu diesem Zeitpunkt bereits mehr als offensichtlich.
 
 
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Nachteilig wirkt sich neben den eher hölzernen Figurenzeichnungen (Obwohl zum Beispiel Kenneth Welsh aus TWIN PEAKS und Art Hindle aus BLACK CHRISTMAS ihr Bestes geben) der fast fehlende melodische Score aus, an dem wohl gespart werden musste, um die Kosten zu stemmen, die durch Crowdfunding aufgetrieben wurden. Von einem auch nur annähernd so wundervoll einprägsamen Thema wie bei HALLOWEEN, A NIGHTMARE ON ELM STREET oder FREITAG DER 13. ist bei THE VOID kein Ton zu hören. Dafür wabert ein Klangteppich der die trostlose Grundstimmung unterstreicht und bei Gefahren bedrohlich anschwillt. Das klingt kritisch und doch gelingt dem Streifen, der die 80er nahezu atmet, etwas was nicht viele Filme schaffen. Während man sich mit voranschreitender Laufzeit oft von dem Gesehenen distanziert, beginnt THE VOID zunehmend zu bannen und mit einem „irgendwie“ stimmigen Finale ausgesprochen versöhnlich zu enden. Der Hinweis im Abspann, dass die irre Geschichte nicht der Wirklichkeit entspricht und Ähnlichkeiten mit lebenden Personen rein zufällig wären, entlässt zudem mit einem kleinen Lächeln. Die fähigen Regisseure Gillespie und Kostanski haben die Hoffnungen der Förderer des Projekts, dass zudem in kurzer Zeit abgedreht wurde, sicher nicht enttäuscht
 
 
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THE VOID – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Bei aller Kritik und dem Verneinen von Superlativen unterhält das nahezu philosophische THE VOID durchaus und erweckt Sympathie, wenn man sich die liebevoll mit Leidenschaft für´s Genre in Szene gesetzte Story bewusster vor Augen führt. Die teils bizarre Collage aus an HELLRAISER, ASSAULT – ANSCHLAG BEI NACHT, BASKIN, THE THING u.v.a.(!) erinnernden Szenen liefert somit unterm Strich ambitioniert nostalgischen Spaß und hat bei allen Abzügen deutlich mehr zu bieten, als viele andere lieblos hingehunzte Genrevertreter. Und unter uns: Ist ein unvollkommenes, aber engagiert-ehrgeiziges B-Movie nicht deutlich charmanter als ein glatt polierter A-Blockbuster?

 
 
 


 
 
 

THE VOID – Zensur

 
 
 
Heftig und kompromisslos geht es zu. Während gestochen, gehackt und verbrannt wird, spritzen Blut und Schleim so wie es sich gehört und auch Schwangere werden nicht verschont. Sehr lobenswert, dass THE VOID trotzdem eine ungeschnittene Freigabe erhalten hat. Eine Ursache dafür mag sein, dass die Gewalt an keiner Stelle selbstzweckhaft grenzaustestend zelebriert wird, sondern eher die phantasievollen Mutationen im Mittelpunkt stehen. Auf dem Cover der erhältlichen Heimkinofassung ist der FSK16-Flatschen zu sehen. Glücklicherweise besitzt die Veröffentlichung ein Wendecover. Horrorfans und Sammler können demnach bedenkenlos zugreifen.
 
 


 
 
 

THE VOID – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Ascot Elite Home Entertainment

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Void; Kanada 2016

Genre: Thriller, Horror

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.39:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 91 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Keepcase mit Wechselcover und Schuber

Extras: Originaltrailer, Trailershow

Release-Termin: 19.05.2017

 

The Void [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

THE VOID – Trailer

 
 


 
 
 

Andy78

(Rechte für Grafiken liegen bei ASCOT ELITE HOME ENTERTAINMENT)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Thing (2011)
 
Das Ding aus einer anderen Welt (1982)
 
Black Mountain Side (2014)
 
Blutgletscher (2013)
 
Harbinger Down (2015)
 
Hellraiser – Das Tor zur Hölle (1987)
 

Filmkritik: „Das Grauen aus der Tiefe“ (1980)

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DAS GRAUEN AUS DER TIEFE

(The HUMANOIDS FROM THE DEEP)

Story

 
 
 
Ein verpenntes Nestchen in amerikanischen Küstenregionen hat eines Tages seltsame Fälle von Vandalen-Kriminalität zu beklagen. Irgendwelche noch nicht identifizierten Unholde erlegen die Hunde der Bürgerlein und die weibliche Bevölkerung wird in beunruhigendem Maße von schattigen Figuren bedrängt, die es so eigentlich nicht geben sollte. Ja, mutierte Fischmenschen plagen den Landstrich, ihre äh maritimen Geschlechtsorgane bereit zur Paarung mit nichts Böses witternden Flachland-Pomeranzen all´Americana!. Die Herren der Schöpfung verweigern sich allzu blumigen Erklärungen. Nur ein amerikanischer Ureinwohner scheint zu wittern, was die Natur mit den frechen Menschen vor hat. Niemand glaubt ihm – natürlich. Als man die Meinungen zum alten Indianer ändert, ist der Käse allerdings längst in den Brunnen gefallen und das Kind gelutscht. Beim groß vorbereiteten Stadtfest nämlich ist Land unter. Die Fischkopf-Admiräle, also Stuntmänner in Taucheranzügen und Algen obendrauf, kommen ans Ufer und verstehen die Kleinstädter als warmes Büffet. Surf And Turf.

 
 
 


 
 
 

DAS GRAUEN AUS DER TIEFE – Kritik

 
 
 
Tja, Experimente mit kleinhirnigen Meeresbewohnern und ihrem Wohnort. Blubb und Autsch! Das war damals so. Wichtige Zutat eines jedes Katastrophen-Films. Großes Genre zwischen 1970 und 1983 etwa. Ob nun mit Naturereignissen, die dem Menschen den Arsch versohlen oder durchgedrehten Expeditionen ins Tierreich. Wenn die Natur zurückschlägt, dann geht es finster aus. Für die Vergewaltigungs-Landgänge scharfer Unterwasser-Lumpen bedarf es allerdings eher eines Roger Corman als eines Stephen Spielberg. Als kein Weißer Hai hier. Manchmal, so beim fassungslosen Wegdriften in die Realität von DAS GRAUEN AUS DER TIEFE greift man verdattert zur Hülle und schaut lieber noch mal nach, ob der Film nicht doch aus Italien stammt. Vor der Kamera mit Doug McClure (der immerhin zu einer eigenen SIMPSONS-Figur mutieren durfte, mit dem Vornamen „Troy“) und dem nur wenige Jahre später am Set von einem Helikopter enthaupteten Vic Morrow Schlachtrösser des Trash- und Sudelfilms, zu denen man eigentlich Sir sagen müsste. Und hinter den Kulissen? Meine Herren, es pocht im Hause FischMac!
 
 
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Okay, selbst der einfallsloseste Drittgrad-Schreiblackel weiß es inzwischen und pupst es von den Dächern: Roger Corman war als Produzent sein Leben lang ein wahrer Mäzen, der jungen Regisseuren, Drehbuchautoren oder anderen Handwerkern des Filmbetriebs in seinen unterschiedlichen Kino-Firmen die Möglichkeit bot, unter realistischen und finanziell äußerst knappen Bedingungen ihr Metier zu erlernen. So etwa wie eine Hochdampf-Filmhochschule ohne Seil und doppelten Boden. Coppola, Bogdanovich, Demme, Nicholson – nur vier Namen von vielen, die beim Drive-In-Gott mit der sonoren Stimme durch die Lehre gegangen sind. Was nun noch kein Binsenweisheitszahn von Journalistico ausgeschlachtet hat: Sir Rogers Funktion als Pate quasi feministischen Filmemachens! Barbara Peeters, über längere Zeit als Regisseurin bei Cormans tätig, zählt zu den ersten Damen im geldscheffelnden Exploitation-Universum, die sich nicht á la Roberta Findlay oder Doris Wishman in die Niederungen der Pornographie begeben musste, um von ihrem obersten Studiochef ernstgenommen zu werden. Roger wusste, was er an der Frau hat. Zweiter Regisseur war der 2014 verstorbene Nippon-Amerikaner Jimmy T. Murakami, der bei Corman noch den irrwitzigen Ranz-Tanz SADOR – HERRSCHER IM WELTRAUM dirigieren durfte aber als Fachmann für Animation unter anderem am Kultfilm HEAVY METAL beteiligt war und Mitte der achtziger Jahre den todtraurigen Atomschlags-Trickfilm WENN DER WIND WEHT verantwortete. Sowas musste sich meine Generation von Sowjet-Fürchtern in der Schule ansehen. Anschließend tagelanges Verbarrikadieren untern Bett, meine Damen und Herren! In den Neunzigern gab es unglaublicherweise für DAS GRAUEN AUS DER TIEFE sogar ein wildes US-Fernsehremake mit ausrangierten Gesichtern aus Edel-TV wie DALLAS oder FALCON CREST. Hossa. Da rasselt´s beim alten Corman in der Kasse.
 
 
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DAS GRAUEN AUS DER TIEFE – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Gemächlich startender, dann aber in die Vollen bretternder Fischmann-Vergewaltiigungs-Trash mit gelegentlichen Ausflügen zum Splatter. Als wenn Roger Corman sich eine Story aus den Fifties geborgt und als Grindhouse-Schlammpackung zur Wiedergeburt gebracht hätte. Genossen, der kursierende Bootleg, jetzt auch schon mit zehn Jährchen auf dem illegalen Buckel, war ganz gut, landet jetzt aber bitte im Spendentopf fürs Weihnachtswichteln. Hier liegt jetzt eine offizielle Veröffentlichung von ordentlichem Karat vor!
 
 
 


 
 
 

DAS GRAUEN AUS DER TIEFE – Zensur

 
 
 
DAS GRAUEN AUS DER TIEFE wurde im Jahr 1980 ungeschnitten und für Erwachsene ins Kino gebracht. Seither erschien der Film nie legal auf DVD, VHS oder Blu-ray. Filmfans mussten demzufolge immer mit miserablen Bootlegs oder den ungeschnittenen TV-Ausstrahlungen Vorlieb nehmen. Dank dem Label OFDb FILMWORKS ändert sich das jetzt. Der Rechteinhaber bringt das GRAUEN AUS DER TIEFE erstmals ungeschnitten und offiziell auf Blu-ray und DVD in die Wohnzimmer. Die Fassung ist ungeprüft, wäre aber ein definitiver FSK16-Kandidat, sollte der Streifen der FSK zur Prüfung vorgelegt werden.
 
 
 


 
 
 

DAS GRAUEN AUS DER TIEFE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) OFDB FILMWORKS – Digipack (auf 3000 Stück limitiert)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Humanoids from the Deep; USA 1980

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch (Dolby Digital 2.0 Stereo), Englisch (Dolby Digital 2.0 Stereo)

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 1,78:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 80 Min.

FSK: ungeprüft (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Digipack limitiert auf 3000 Exemplare

Extras: Audiokommentar mit Cutter Mark Goldblatt (englisch), Audiokommentar von Kai Naumann & Marcus Stiglegger (deutsch), The Making of Humanoids from the Deep (22:42 Min.), The Deep End mit Creature Effects Artist Steve Johnson (21:46 Min.), The Corman Sounds mit Sound Designer David Lewis Yewdall (14:39 Min.), Deleted Scenes (07:11 Min.), Deutscher Trailer (02:00 Min.), Englischer Trailer (01:47 Min.), TV-Spot (00:32 Min), Radio-Spot (00:29 Min.), Fotogalerie, The Directors: Roger Corman – Dokumentation über den Produzenten (58:33 Min.), Leonard Maltin interviewt Roger Corman über die Entstehung des Films (03:26 Min.), 16seitiges Booklet mit einem Text von Thorsten Hanisch, Limitierungszertifikat mit kurzem Geleitwort zum Film, Deckblatt-Karte mit dem „gewissen Extra“

Release-Termin: 25. November 2016

 

Das Grauen aus der Tiefe [Collector’s Edition im Dipipack – BD & 2 DVDs] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 


 
 

DAS GRAUEN AUS DER TIEFE – Digipack

 
 
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DAS GRAUEN AUS DER TIEFE – Trailer

 
 


 
 
 

Christian Ladewig

(Die Rechte aller verwendeten Bilder und Abbildungen liegen bei OFDB FILMWORKS)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
It Came from Beneath the Sea (1955)
 
Humanoids from the Deep (1996)
 
Octaman – Die Bestie aus der Tiefe (1971)
 

Filmkritik: „Rupture“ (2016)

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RUPTURE – ÜBERWINDE DEINE ÄNGSTE

Story

 
 
 
Eine alleinerziehende Mutter (NOOMI RAPACE, die Heldin aus PROMETHEUS – DUNKLE ZEICHEN und die echte Lisbeth Salander) muss sich in einem abgelegenen Lagerhaus ihrer Angst vor Spinnen stellen. Doch da ist sie nicht allein. Auch andere Menschen werden hier gefangen gehalten und mit ihren persönlichen Ängsten konfrontiert. Doch wozu das alles. Ein Mysterium, das es zu entschlüsseln gilt.
 
 
 


 
 
 

RUPTURE – Kritik

 
 
 
Eine Frau wird heimlich von einer geheimnisvollen Organisation in den eigenen vier Wänden überwacht, anschließend entführt und in einen modrigen Gebäudekomplex verschleppt, wo an ihr fragwürdige Untersuchungen vorgenommen werden. Nein, RUPTURE ist kein weiterer Beitrag zur perverserweise erfolgreichen Torture-Porn-Welle, deren wohl wichtigster Vertreter von Exploitation-Hobbyfachmann ELI ROTH vor über zehn Jahren gedreht wurde. Mit HOSTEL hat dieser Film nicht im Geringsten zu tun, auch wenn die Ausgangssituation geradezu prädestiniert dafür wäre, die Folterwerkzeuge zurück vor die Kamera zu holen. RUPTURE ist einem ganz anderen Filmgenre beheimatet und lässt auch keine seiner Protagonisten reißerisch über die Klinge springen. Der Film geht sogar noch weiter. Weder Tiere noch Menschen müssen in diesem Thriller ihr Leben lassen. Regisseur STEVEN SHAINBERG konfrontiert mit Ungewissheit und geht lieber dem Warum auf den Grund, statt zu quälen oder fürs gequält werden rächen zu lassen. So kann sich die Filmheldin von ihren Fesseln befreien, schlüpft in die Luftschächte ihres ungemütlichen Gefängnisses und versucht einen Weg nach Draußen zu finden. Für den Zuschauer bedeutet das adrenalinreiche Fluchtversuche durch nicht enden wollende Gänge – immer die Angst im Nacken, dass die filmische Identifikationsfigur von den Bösewichten entdeckt wird.
 
 
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RUPTURE ist äußerst spannend, weil das Geheimnis der Entführung gut bewahrt wird. STEVEN SHAINBERG versorgt den Zuschauer immer nur mit dem Nötigsten, verrät nie zuviel und liefert nur häppchenweise Gründe für die mysteriöse Entführung. Dazwischen wird die Flüchtende mit allerhand seltsamen Vorkommnissen konfrontiert, die sie bald an ihrem Verstand verzweifeln lassen. Vorangetrieben wird die Spannung nicht zuletzt durch ein permanent beklemmende Gefühl der Ausweglosigkeit. Flucht scheint unmöglich, Ausgänge sind gut abgesichert und Mitglieder der Organisation ständig präsent. Das macht das Entkommen nicht gerade leicht in einer Szenerie, die vor allem der raffinierten Ausleuchtung wegen für Unbehagen sorgt. RUPTURE glänzt nämlich mit besonderer Ästhetik, die Dank befremdlich wirkender Licht- und Farbexperimente hin und wieder an die Werke des italienischen Altmeisters DARIO ARGENTO oder gar dessen Vorbild MARIO BAVA erinnert. Das sorgt für Atmosphäre, wenngleich die in erster Linie dafür sorgt, dass dem Zuschauer der Herz in die Hose rutscht. Stellenweise ist das STEVEN SHAINBERG ganz gut gelungen.
 
 
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RUPTURE – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Zeit, sich seinen Ängsten zu stellen. Ungemütliches Filmszenario, das aufgrund der bewusst lang hinausgezögerten Auflösung und der spärlich verstreuten Anhaltspunkte spannend bleibt. Nach der rabenschwarzen Liebeskomödie SECRETARY und dem Drama FELL – EINE LIEBESGESCHICHTE geht der US-amerikanische Regisseur STEVEN SHAINBERG ganz andere Wege. RUTPTURE hat weder mit Drama noch mit Komödie etwas am Hut. Der Film ist eher im düsteren Genre beheimatet und deswegen so interessant, weil er sich nicht zwingend an Konventionen orientiert. Keine Morde, kein Spuk und dennoch irgendwo im Horrorfilm beheimatet. Da sieht man sogar darüber hinweg, dass das Ende dann doch mit unbefriedigender Wendung auf Zwang weg will vom Happy End üblicher Genrefilme. Das wirkt etwas sehr aufgesetzt, macht RUPTURE aber nicht zwangsläufig schlecht. Wer jedenfalls erfrischende Genreware nötig hat, ist mit diesem Horrorthriller gut bedient.
 
 


 
 
 

RUPTURE – Zensur

 
 
 
Es gibt eine Leiche auf einer Barre mit fehlenden Augen zu sehen. Was mit ihr genau passiert ist, wird nicht gezeigt und lässt sich nur erahnen. Sieht man einmal von einigen fragwürdigen Experimenten an Menschen ab, gibt es bis auf den kurzen Einsatz mit einem Elektroschocker im Film keine Gewalt zu sehen. Hierzulande hat RUPTURE – ÜBERWINDE DEINE ÄNGSTE von der FSK eine Freigabe ab 16 Jahren erhalten. Ungeschnitten versteht sich. Der Film wird Ende Januar 2017 von SPLENDID FILM ins Heimkino gebracht.
 
 
 


 
 
 

RUPTURE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Splendid Film (limitiertes BD-Steelbook)

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(c) Splendid Film (limitiertes BD-Steelbook)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Rupture; USA 2016

Genre: Horror, Science Fiction

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Niederländisch

Bild: 2.40:1 (1920 x 1080p)

Laufzeit: ca. 101 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover | limitiertes Steelbook

Extras: Trailer, Trailershow, Featurette, Interviews

Release-Termin: 20.01.2017

 

Rupture – Überwinde deine Ängste [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

Rupture – Überwinde deine Ängste [Blu-ray im limitierten Steelbook] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 


 
 
 

RUPTURE – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen, Szenenbilder liegen bei Ambi Pictures | Tango Pictures | Splendid Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Martyrs (2008)
 
Grotesque (2009)
 
Hunger (2009)
 
Martyrs – Remake (2015)
 

Filmkritik: „Thirst“ (2015)

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THIRST

Story

 
 
 

Gar ungehorsame Teenager geraten in einem Boot Camp an ein hungriges Monstrum aus dem All. Langweilig!

 
 
 


 
 
 

THIRST – Kritik

 
 
 
Na? Kennt Ihr noch ALIEN und dessen Fortsetzungen? Na klar! Das Original von RIDLEY SCOTT ist bis heute unerreicht und wurde während der letzten Jahrzehnte oft und gern kopiert. Leider konnte keine dieser mehr oder weniger direkten Kopien die Klasse des wohl besten Alien-Schockers auf unserem Film-Planeten erreichen. Das ist auch kein Wunder, hat es ALIEN doch geschafft, ein ganzes Genre zu revolutionieren und nachhaltig zu prägen. Dafür muss man Regisseur RIDLEY SCOTT an dieser Stelle zu Recht Dank aussprechen. Leider hat der Science-Fiction-Klassiker auch viele Nachahmer auf den Plan gerufen. Einer derer ist GREG KIEFER. Der macht sich erst gar keine Gedanken darüber, dass das plumpe Kopieren von Scotts Weltraum-Grusler in Fankreisen nicht unbedingt auf Zustimmung stoßen dürfte und geht auf Risiko. Entstanden ist genau das, was man sich vorstellt, wenn jemand versucht ALIEN nachzueifern: Trash, Trash und nochmals Trash. Viel Action aber günstig lautet die Devise in dieser für den Videomarkt schnell gedrehten Alien-Hetzjagd in der mal wieder Menschen vor Aliens fliehen müssen und Aliens Menschen fressen. Gott, ist das einfallsreich.
 
 
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In THIRST geht es dummen Teenagern an den Kragen. Die wurden von den Eltern in ein Boot Camp gesteckt, wo sie endlich wieder auf den Pfad der Tugend gebracht werden sollen. Schluss mit Drogen, Alkohol und Ungehorsam. In staubiger Wildnis sollen die Kids Erleuchtung finden. Dazu werden aber erst einmal die Handys einkassiert. Keine gute Idee, hätten die doch manche Tragödie verhindern können. Was in THIRST niemand weiß: Inmitten der kargen Landschaft treibt ein außerirdisches Monster sein Unwesen. Das ist einige Nächte zuvor auf der Erde gelandet und scheint von der langen Reise durstig zu sein. Gut, dass die Beute im neuen Revier reich ist. So macht sich die Kreatur auf zu jagen und saugt den neunmalklugen Teenagern die Lebensenergie aus. Leider befindet sich innerhalb der Gruppe ein besonders zähes Exemplar. Das nimmt den Kampf auf und erlöst das Alien am Ende mit einem Gnadenschuss. Hat man alles schon etliche Male gesehen. Innovativ ist anders.
 
 
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THIRST verspricht auf dem Filmplakat viel, doch hält herzlich wenig. Die Mischung aus ALIEN und dem Action-Hit PREDATOR ist so einfallsreich, wie die komponierten Songs des Hit-Giganten DIETER BOHLEN. Hier läuft alles nach Schema F ab – Überraschungen: Fehlanzeige. Ein passabel animiertes Alien, das eher Ähnlichkeit mit einem Roboter besitzt, flitzt in THIRST durch die Kulissen und tötet alles und jeden. Bei einer so rudimentären Handlung kommt nur selten Spannung auf. Das hätte man durchaus verschmerzen können, wenn der Zuschauer wenigstens mit abwechslungsreichen Todesarten entschädigt worden wäre. Leider reduzieren sich die Schauwerte auf Explosionen und das Creature-Design. Auf Dauer etwas wenig, um Sci-Fi-Horror interessant zu machen. So ist THIRST auch nur denen zu empfehlen, die entweder Fans trashiger Filmstudios wie THE ASYLUM und SYFY sind oder nicht unbedingt den Kopf einschalten wollen, wenn sie sich Horrorfilme ansehen. Den benötigt man für THIRST in der Tat nicht. Ob das wiederum einen guten Film aus THIRST macht, steht auf einem anderen Blatt.
 
 
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THIRST – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Rasantes Horror-B-Movie für Trashfilm-Fans. Nur die dürften sich unterhalten fühlen. Das Filmplakat suggeriert atmosphärischen und düsteren Alien-Schauer mit grotesken Monstern und ekligen Momenten. Wer das nun von THIRST erwartet, wird dumm aus der Wäsche schauen. Offenbar scheint das ein Poster zu einem anderen Film zu sein, denn atmosphärisch ist hier vielleicht höchstens die weiße Schrift vor dunklen Hintergrund im Abspann. Günstig gedrehter Trash wird mit THIRST geboten, der eher an Filme der Produktionsstudios THE ASYLUM oder SYFY erinnert. Einzig der hohe Actionanteil dürfte vorm Einschlafen abhalten, weil nahezu ständig ein Roboter-ähnliches Alien zu sehen ist, das geifernd durchs Bild läuft. Demzufolge sollte man besser die Lautstärke herabdrehen – dann klappt’s auch mit dem Einschlafen. THIRST ist so arm an Ideen, dass man nicht viel verpasst, wenn man zwischendurch mal einnickt und kurz vorm Ende aufwacht. Das ist vielleicht auch besser, denn die Handlung ist derart zusammenstibitzt, dass Alien-Regisseur RIDLEY SCOTT wohl das kalte Grausen bekommen dürfte, wenn er erfahren würde, welche Kreise das von ihm geschaffene Alien-Franchise mittlerweile zieht.
 
 
 


 
 
 

THIRST – Zensur

 
 
 
THIRST ist 08/15-Alienhatz in dem Protagonisten nacheinander von einem Außerirdischen ausgesaugt werden oder als Snack für dessen Nachwuchs dienen. Einige Aussaug-Szenen sind ganz passabel umgesetzt. So sieht man, wie die Opfer merklich an Masse verlieren. Ansonsten ist der Gewalt- oder Härtegrad gering. Hier steht in erster Linie Action im Mittelpunkt. THIRST dürfte in Deutschland mit einer 16er-Freigabe die FSK passieren.
 
 
 


 
 
 

THIRST – Trailer

 
 

Um den Trailer zu sehen auf „Watch on VIMEO“ klicken

 
 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Aliens – Die Rückkehr (1986)
 
Pitch Black – Planet der Finsternis (2000)
 
Predators (2010)
 
Astaron – Brut des Schreckens (1982)
 
Xtro II – Die zweite Begegnung (1990)
 
X-Tro 3 (1995)
 

Filmkritik: „The Mind’s Eye“ (2015)

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THE MIND’S EYE

Story

 
 
 

Ein Arzt (JOHN SPEREDAOS aus THE INNKEEPERS und THE HOUSE OF THE DEVIL) ist besessen von Psychokinese. Er macht Jagd auf Menschen mit jener Fähigkeit und extrahiert aus ihren Körpern ein Sekret, das er sich selbst spritzt.

 
 
 


 
 
 

THE MIND’S EYE – Kritik

 
 
 
Wenn Köpfe nur mit Kraft der Gedanken zum Explodieren gebracht werden können, ist DAVID CRONENBERG nicht weit. Der Experte für Body-Horror experimentierte bereits in den frühen 1980ern mit Psychokinese und Telepathie und erschuf mit SCANNERS einen der wohl kontroversesten Genrefilme seiner Zeit, der dem Schöpfer des Körper-Horrors den kommerziellen Durchbruch brachte. Nach zwei Fortsetzungen sowie den Spin-Offs SCANNER COP 1 & 2 wurde es merklich still um das Franchise. Erst in den letzten Jahren kam der Stoff wieder ins Gespräch. SAW-Regisseur DARREN LYNN BOUSMAN hatte Pläne zu einem Remake, verwarf sie aber kurz Zeit später wieder, weil er den Film nicht ohne Cronenbergs Segen machen wollte. Dafür kann man dem lieben Gott nur danken, denn in einer Zeit in der Machern von Horrorfilmen nichts mehr einfällt, tun neue Filmideen Not. Kein weiterer SCANNERS, aber ein Streifen, der dem wegweisenden Sci-Fi-Horror nicht unähnlich ist: THE MIND’S EYE. Der könnte gut und gerne auch als weiteres Sequel der kultigen Filmreihe durchgehen, denn Regisseur JOE BEGOS zitiert hier Altmeister Cronenberg gut, häufig und unübersehbar. Wieder einmal werden Gedanken manipuliert, Köpfe per Gedankenkraft zermatscht oder von telekinetisch bewegten Gegenständen abgetrennt. Freunde nett getrickster Schweinereien wird’s freuen, denn in THE MIND’S EYE geht es alles andere als zimperlich zu.
 
 
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Psychokinetisch veranlagte Menschen haben es in diesem Film nicht leicht. So auch Zack Connors (GRAHAM SKIPPER aus DEMENTIA und WORRY DOLLS) und Rachel Meadows (LAUREN ASHLEY CARTER aus POD und DARLING), die sich auf der Flucht vor einem irren Arzt befinden. Doktor Michael Slovak hat einen Weg gefunden, die mysteriösen Kräfte psychokinetisch begabter Probanten zu extrahieren und Normalsterblichen zu spritzen, damit die über gleiche Fähigkeiten verfügen. Eine effektive Waffe, die man im Krieg einsetzen könnte. Leider fehlen potenzielle Opfer, die man melken kann. Nach langen Recherchen hat man einige ausfindig gemacht und beginnt sie zu jagen. Die werden verschleppt, tagtäglich ruhig gestellt und angezapft. Das gewonnene Sekret spritzt sich der Doktor selbst, der sich nicht nur körperlich verändert. Die Gier nach Einzigartigkeit und Forschung sorgt dafür, dass er allmählich den Verstand verliert. Doch die Opfer können fliehen. Kaum dem Gefängnis entkommen, haben auch schon Handlanger des Herrn Slovak die Witterung aufgenommen. Kein Versteck ist sich, weshalb Zack und Rachel beschließen sich dem Bösen zu stellen. Spätestens dann wird’s blutig.
 
 
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Low-Budget, aber wirklich gut. Man muss kein Genie sein, um zu erkennen, welche Dekade Regisseur JOE BEGOS am Herzen lag. Wie bereits im Vorgängerfilm ALMOST HUMAN sind es mal wieder die 1980er, die es dem Filmemacher angetan haben. THE MIND’S EYE verbeugt sich nicht nur vorm Cronbergschen SCANNERS, sondern schaut auch so aus wie ein Film, der in jener Zeit gedreht wurde. Zudem wird Retro-Feeling durch Stilmittel anderer Altmeister bewirkt. Akustische Anleihen an die Werke des legendären JOHN CARPENTER sind unüberhörbar. Aber auch die für frühere BRIAN DE PALMA-Streifen berüchtigten Kameraspielereien kommen nicht zu kurz. Das wirkt zwar oft etwas dick aufgetragen, hat aber Charme, zumal es Macher JOE BEGOS schafft wenig nach mehr aussehen zu lassen. Das macht sich vor allem bei den handgemachten Effekten bemerkbar. Die sind simpel gestickt, aber verfehlen ihre Wirkung nur selten. Da werden Schädel gespalten, Knochen gebrochen und Köpfe einmal um die eigene Achse gedreht. Der blutige Bilderrausch und die eher unkonventionelle Thematik bringen es auf den Punkt und zeigen mehr als deutlich, was Indie-Kino alles möglich macht. Hier dürfen sich Filmemacher austoben und zeigen was sie wirklich können. Das bedeutet mehr Eigenständigkeit und Erfindungsreichtum – etwas, das wegen diktierten Auflagen großer Studios in kommerziellen Filmen meist nicht möglich ist.
 
 
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In Gesprächen mit der Presse ließ Regisseur JOE BEGOS verlauten, dass ihm die Idee zum Film während der Festival-Tour zu seinem Debüt ALMOST HUMAN kam. Dort wurde er von Fans und Kritikern immer wieder gefragt, was als nächstes kommen wird. Sofort geisterten ihm Gedanken zu einem Rache-Thriller mit telekinetischen Elementen durch den Kopf – etwas, was seiner Meinung nach schon lange niemand mehr auf die Leinwand gebracht wurde. Nach dem Festival-Rummel begann er an einem Skript zu schreiben. Das ging anfangs noch eher in Richtung Home-Invasion-Horror. Doch Begos verwarf die Ideen und machte daraus Science-Fiction-Horror à la DAVID CRONENBERG. Eine gute Entscheidung, wie auch der Regisseur meint. Ihm waren die missratenen Scanners-Ableger ein Dorn im Auge, weshalb er seinen THE MIND’S EYE selbst als eine Art inoffizielle Fortsetzung zum Kulttitel beschreibt. Ganz Unrecht hat er da natürlich nicht. Vergleicht man die überflüssigen Ableger und Spin-offs der bekannten Filmreihe, ziehen die im Vergleich zu THE MIND’S EYE vor allem atmosphärisch definitiv den Kürzeren.
 
 
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THE MIND’S EYE – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
EIN MANN SIEHT ROT meets SCANNERS. Splattriger Indie-Horror für Horrorfans von einem waschechten Fan gemacht. Wer THE MIND’S EYE gesehen hat, wird wissen was gemeint ist. Regisseur JOE BEGOS verbeugt sich vor einer Zeit, in dem sich das Horrorkino enormer Beliebtheit erfreut hat. Nahezu jedes bekannte Horror-Franchise, das von Hollywood in den letzten Jahren neu interpretiert wurde, entspringt den wegweisenden 1980ern. Vor genauer jener Filmära verbeugt sich der Macher von THE MIND’S EYE, der offensichtlich eine Leidenschaft für das Vermischen von Subgenres hegt. Nach Alien-Film und Horrorschocker, kombiniert er nun Cronbergs Körper-Horror mit Rachethematik. THE MIND’S EYE fühlt sich an, wie eine Fortsetzung des Kultfilms SCANNERS. Das kommt nicht von ungefähr, denn Begos bekundete in Interviews, dass er die Sequels der Filmreihe schlecht fand. Dennoch; bei so viel Liebe zum Old School sollten man sich im Klaren sein, dass THE MIND’S EYE nichts fürs verwöhnte Mainstream-Publikum ist. Wer es schnell, hektisch und makellos mag, ist hier falsch. Der Film zitiert Klassiker wie SCANNERS oder TEUFELSKREIS ALPHA. Wer damit nichts anfangen kann, sollte ohnehin diesen Film meiden, denn THE MIND’S EYE richtet sich in erster Linie an alteingesessene Horrorfans, die des aktuellen Horrorfilmmarktes überdrüssig sind.
 
 
 


 
 
 

THE MIND’S EYE – Zensur

 
 
 
Die Splatter-Gemeinde bekommt was geboten. Es werden Köpfe zum Explodieren gebracht, Schädel gespalten und in Köpfe geschossen. Zudem gibt es viel Kleinkram und nett getrickste Spezialeffekte zu sehen. Alles hausgemacht versteht sich. Hierzulande dürfte das THE MIND’S EYE eine Erwachsenenfreigabe bescheren. Keine Jugendfreigabe – ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

THE MIND’S EYE – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Scanners – Ihre Gedanken können töten (1981)
 
Scanners II (1991)
 
Scanners III (1991)
 
Scanner Cop (1994)
 
Scanner Cop II (1995)
 
Teufelskreis Alpha (1978)
 

Kritik: „Closer to God – Frankensteins Kinder“ (2014)

 Closer to God (2014)
 
 
 

CLOSER TO GOD – FRANKENSTEINS KINDER

Story

 
 
 
Ein geklonter Junge bricht aus seinem Gefängnis aus, läuft Amok und verwandelt sich in eine Killermaschine.

 
 
 


 
 
 

CLOSER TO GOD – Kritik

 
 
 
Eine weitere Episode aus der Reihe: Unethische Experimente und ihre Folgen. Mittlerweile ist die Geschichte von Dr. Frankenstein und dem von ihm künstlich erschaffenen Menschen nicht mehr ganz so taufrisch. Knapp 200 Jahre ist es bereits her, dass der Roman aus der Feder von MARY SHELLEY anonym veröffentlicht wurde, zu Weltruhm kam und mittlerweile unzählige Regisseure zu Filmen inspiriert hat. Einer derer ist BILLY SENESE. Der befasst sich in CLOSER TO GOD – FRANKENSTEINS KINDER mit dem heiklem Thema, das wohl nie an Brisanz verlieren dürfte, denn auch die moderne Interpretation des zeitlosen Frankenstein-Stoffs klärt auf, dass die Erschaffung von Mensch und Tier lieber Gott oder Natur überlassen werden sollte. Es ist die Debatte vom Klonen menschlicher Individuen, die in CLOSER TO GOD neuen Zündstoff erhält. Darin spielt JEREMY CHILDS den modernen Frankenstein namens Victor (was für ein Zufall), dem es gelingt den ersten menschlichen Klon zu erschaffen. Das Kind namens Rebecca kommt gesund im Labor auf die Welt und wird zugleich der Presse vorgestellt. Leider findet das Experiment nicht nur Befürworter. Unmengen Gegner machen dem Wissenschaftler das Leben schwer, weshalb sich Genetiker Victor Reed in sein Anwesen zurückzieht, um den Klon dort großziehen und erforschen zu können. Was die Öffentlichkeit nicht weiß: Rebecca ist nicht die erste künstlich erschaffene Kopie eines Lebewesens. Im Haus nebenan haust hinter dicken Türen Testobjekt Ethan – ein ebenfalls geklonter Mensch, bei dessen Erschaffung nicht alles nach Plan gelaufen ist. Der deformierte Junge legt aggressives Verhalten an den Tag, flüchtet aus seinem Gefängnis und schlägt jeden mit einer Eisenstange nieder, der sich ihm in den Weg stellt.
 
 
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Bis das wütende Kind jedoch durch den Film hetzen darf, vergeht viel Zeit. Regisseur und Drehbuchautor BILLY SENESE macht nämlich von der altmodischen Methode des Angstmachens Gebrauch. Das bedeutet, dass sich der Film (zu) viel Zeit mit dem Erzählen seiner Geschichte nimmt und sich weniger auf die Zurschaustellung missgebildeter Kreaturen oder auf möglichst blutige Gewaltmomente konzentriert. Stattdessen entwickeln sich die Ereignisse gemächlich und die Gestalt des ungeliebten Klon Ethan wird aus Spannungsgründen erst am Ende gezeigt. Ein geschickter Schachzug den ohnehin gelangweilten Zuschauer bis zum Abspann vor dem Fernsehapparat zu halten, denn sonderlich packend ist CLOSER TO GOD nicht inszeniert. Interessanterweise ist CLOSER TO GOD der erst zweite Film von Regisseur BILLY SENESE, welcher sich bei seinen bisherigen (Kurz)Filmen von Thrillern der 1970ern (darunter: DER DIALOG oder DIE UNBESTECHLICHEN) inspirieren lies. Der hatte bereits 2007 den Indie-Thriller DARK AWAKENING inszeniert, war aber nach dem stressigen Dreh derart ausgepowert, dass er vom Filmemachen lange Zeit nichts wissen wollte. So fand er Erfüllung in der Produktion von gruseligen Hörspielen. Eine dieser unheimlichen Erzählungen mit dem Titel THE SUICIDE TAPES brachte er sogar 2014 in Form eines Kurzfilms auf die große Leinwand und wurde auf dem internationalen Filmfestival FANTASIA mit Preisen und Lob überhäuft. Das spornte den Filmemacher an, an einem neuen Langfilm zu arbeiten. Kurzum war die Idee zu CLOSER TO GOD geboren, die er anschließend mit kleinem Budget und viel Herzblut fürs Kino aufbereitete.
 
 
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In Interviews erklärte BILLY SENESE, dass er eigentlich nie vorhatte, in erster Linie einen Film über das Klonen zu drehen. Er war viel mehr daran interessiert, sich mit der Unvermeidlichkeit des Fortschritts zu beschäftigen. Während seiner Recherchen zum Film stieß er auf das Zitat eines Genetikers, das die Rastlosigkeit der Wissenschaft zum Ausdruck brachte. Der Gedanke, dass Experimente – wie das Klonen – durchgeführt werden, ohne dass jemand davon weiß, lies den Regisseur derart erschauern, dass er darüber ein Drehbuch schreiben musste. Leider verlieren die schaurigen Gedanken des Regisseurs im Film an Intensität, denn CLOSER TO GOD hat so seine Probleme, die im Grunde kontroverse Problematik ansprechend verpackt an den Zuschauer zu bringen. So quält sich CLOSER TO GOD damit eine Geschichte zu erzählen, die eigentlich auf einen Bierdeckel passt, jedoch auf Spielfilmlänge gestreckt werden musste, um der Bezeichnung Spielfilm gerecht werden zu können. Was bleibt ist ein zäher und trocken inszenierter Versuch sich mit Vor- und Nachteilen medizinischen Fortschritts zu beschäftigen, mit dem man sich aufgrund sperriger Inszenierung nicht ernsthaft auseinandersetzen möchte. Der zähe Mix aus Drama, Thriller, Science-Fiction und Horror kann zwar mit ungeschliffenem und morbidem Indie-Look überzeugen, dürfte aber wegen seiner spannungsarmen Inszenierung schnell zum Abschalten animieren. Mehr Pepp und Tempo hätte in diesem Falle Wunder bewirken können.
 
 
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CLOSER TO GOD – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Düstere Zukunftsvision, schaurig verpackt: Darf man Menschen künstlich erschaffen? Haben Klone ein Recht auf Leben? Welche Vorteile besitzt das Klonen menschlicher Individuen für die gesamte Menschheit? Regisseur und Drehbuchautor BILLY SENESE greift in CLOSE TO GOD essenzielle Fragen auf und beschäftigt sich in CLOSER TO GOD – FRANKENSTEINS KINDER mit der Unvermeidlichkeit medizinischen Fortschritts. Leider dürfte die brisante Thematik in diesem Falle schnell zu Ermüdungserscheinungen führen, denn CLOSER TO GOD ist ziemlich zäh und spannungsarm inszeniert. Erst im Finale erwacht der Streifen aus seiner Lethargie und kann dank amoklaufenden Probanden eines fehlgeleiteten Experiments noch Pluspunkte sammeln. Zu einem guten Film reicht es dennoch nicht. Dafür wurmt es zu gewaltig im zu lang geratenen Drehbuch, das mit viel Langeweile Lebenszeit raubt.
 
 
 


 
 
 

CLOSER TO GOD – Zensur

 
 
 
Schauwerte halten sich in CLOSER TO GOD – FRANKENSTEINS KINDER leider in Grenzen. Am Ende werden einige Erwachsene von einem aggressiven Kind mit einer Eisenstange verprügelt. Zwei Protagonisten müssen ihr Leben lassen. Doch das ist nicht alles. Auch der Schöpfer der Klone bekommt sein Fett weg und wird am Ende erschossen. Hierzulande hat der Film ohne Probleme die FSK mit einer Freigabe ab 16 passiert.
 
 
 


 
 
 

CLOSER TO GOD – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Tiberius Film

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Closer to God; USA 2014

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p) | 24 Hz

Laufzeit: ca. 80 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wechselcover

Extras: Trailer

Veröffentlichung: 11.08.2016

 
 
 

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CLOSER TO GOD – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken und Packshot liegen bei TIBERIUS FILM)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Die Wiege des Bösen (1974)
 
Die Wiege des Satans (1974)
 
Die Wiege des Schreckens (1987)
 
Godsend (2004)