Filmkritik: „Under the Skin“ (2013)

under-the-skin-2013
 
 
 

UNDER THE SKIN

Story

 
 
 
Den Plot haben wir schnell erzählt: Eine ebenso namen- wie gefühllose Frau fährt durch ein mythisch-malerisch gefilmtes Schottland und sammelt Partner für den Geschlechtsverkehr auf. In der Wohnung der Frau werden die Probanden allerdings in eine unnatürliche Flüssigkeit gelockt, die sie von ihrer Heut trennt. Die Frau – Scarlett Johansson natürlich – ist eine Außerirdische, ihr Anlockverhalten der Sexpartner völlig losgelöst vom zielgebundenen Balzen der von ihr beobachteten Menschenspezies.

 
 
 


 
 
 

UNDER THE SKIN – Kritik

 
 
 
UNDER THE SKIN ist der dritte Films des Optikästheten und maßgeblich als Werbefilmer und Videoclipmacher in Erscheinung getretenen Londoners Jonathan Glazer. Mitte der Neunziger war er der Kopf hinter Videos für alles, was in dieser Zeit musikalisch zum Weglaufen furchtbar war (Massive Attack, Blur, Radiohead, um nur ein paar besonders widerliche Geräuschmacher aufzuzählen). Umso überraschender dann im Jahr 2000 sein Filmregiedebüt SEXY BEAST, bei der Kritik eingeschlagen wie eine Bombe und nicht nur ein durchgestylter und beinahe schon körperlich attackierender Brit-Gangsterfilm, verflucht weit weg von den coolen Unterwäschemodel-Verbrechern seines Landsmannes Guy Ritchie. SEXY BEAST kitzelte aus seinem Hauptdarsteller, dem ewigen Gandhi und Autoritätendarsteller Ben Kingsley eine Performance heraus, die der Oscarpreisträger unter seinen größten Auftritten führt und für deren Triggern es ein Ausnahmetalent auf dem Regiestuhl gebraucht hat. Immer weiter gut in Werbung und Musik arbeitend, brachte Glazer das enttäuschende Reinkarnationsdrama BIRTH (2004) in die Kinos, das trotz der seinerzeit hervorragend zu besetzenden Nicole Kidman besser unter dem Mantel des Schweigens bleiben sollte. Letztes Jahr, neun Jährchen nach seinem letzten Versuch, traute sich der Regisseur wieder auf das Schlachtfeld der Leinwände und setzte sich mit UNDER THE SKIN auch prompt zwischen die sehr unterschiedlichen Stühle seiner beiden ersten Streifen: Was Scarlett Johansson als Hauptdarstellerin aus sich rausholt, weder Scham noch persönliche Grenzen gelten lassend, spiegelt erneut die außergewöhnliche Hand wieder, über die Jon Glazer im Bereich der Schauspielerführung zu verfügen scheint; so ist etwa der Akt mit dem missgestalteten jungen Mann besonders aufwühlend, handelt es sich hier doch um keinen Spezialeffekt – er leidet wirklich unter diesem Defekt. Damit hätten wir auch schon die Zweischneidigkeit dieses Instant-Skandalfilms. Der Film ist die Scarlett-Show vor orchestrierten wie aufgedonnerten Landschaftspanoramen eines Regisseurs, der sich seiner studierten und erprobten Kenntnis des Schauwerts so sicher ist, dass ihm das nur folgerichtige Entgleiten der Erzählebene herzlich egal sein dürfte. UNDER THE SKIN wird dem durchschnittlichen Sci-Fi oder Genrefan wenig geben, ihm zu sehr wie überkandideltes Kunstkino erscheinen. Solche Gedanken wird man sich auch beim Kinoverleih gemacht haben, als man davon absah, den Film hierzulande auf die großen Screens zu bringen. Sicher, mit dem fünfzigsten, vom Niveau eigentlich an Achtjährige gerichteten Superheldenfilm, drückt man mehr Hinterteile in Plüschsessel.
Was bleibt ist eine filmhistorische Momentaufnahme, in der eine Hollywood-Figur der A-Klasse ihre Grenzen ignoriert und im Werk eines Künstlers, nicht unbedingt Filmemachers, glänzt.
 
 
 


 
 
 

UNDER THE SKIN – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Bilderschwere und sich ihrer Wirkung beim entsprechenden Publikum fast schon zu sicher fühlende Arthouse-Science-Fiction-Breitseite. Lassen Sie Sich bloß nicht dabei erwischen, UNDER THE SKIN nicht gut zu finden. Man wird die Nicht-verstanden-Karte ziehen. Scarlett-Fans werden sich immerhin über diese One-Women-Show freuen.
 
 
 


 
 
 

UNDER THE SKIN – Zensur

 
 
 
Die deutschen Heimkinofassung wurde ab 16 Jahren freigegeben. Der Film selbst ist jedoch FSK 12, denn viel Gewalt gibt es hier nicht zu sehen.
 
 
 


 
 
 

UNDER THE SKIN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Universum Film GmbH / Senator Home Entertainment

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Under the Skin; Großbritannien 2013

Genre: Drama, Mystery, Science Fiction, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.85:1, @24 Hz (1080p)

Laufzeit: ca. 108 Min.

FSK: Blu-ray: FSK16 / eigentlicher Film: FSK 12 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Schwarze Amaray mit Wendecover

Extras: The Making of „Under the Skin“, Featurettes: Scarlett Johansson, The Hidden Lense

Release-Termin: 10.10.2014

 

Under the Skin – Tödliche Verführung [Blu-ray] ungeschnitten bei AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

UNDER THE SKIN – Trailer

 
 


 
 

Christian Ladewig

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Lucy (2014)
 
Transcendence (2014)
 
Tron (1982)
 

Filmkritik: „Coherence“ (2013)

coherence-2013
 
 
 

COHERENCE

Story

 
 
 
Ein Mystery-Thriller, der nicht viel benötigt: Ein Abendessen, acht Freunde und ein Kometenschweif am Himmel, der seltsame Vorkommnisse zur Folge hat …
 
 
 


 
 
 

COHERENCE – Kritik

 
 
 
Science-Fiction, Horror, Mystery, Drama oder Thriller – COHERENCE ist einer dieser Filme, der sich nicht so einfach kategorisieren lässt, weil er in keine Schublade passen will. Vielmehr bedient sich der auf Festivals gefeierte Überraschungs-Hit verschiedenster Genre, die hier ganz ungezwungen miteinander verschmelzen. Regisseur JAMES WARD BYRKIT, der bereits mit dem Chamäleon -Zeichentrick RANGO (Drehbuch) von sich hat hören lassen, konnte mit seinem kniffligen Rätselspaß schon einige Preise einheimsen und gibt mit dem kunterbunten Genre-Mix sein Regiedebüt, das bei Zuschauern endlich mal wieder die Köpfe rauchen lässt.
 
COHERENCE ist BYRKITS Reaktion auf seine bisherigen Arbeiten an Blockbustern wie RANGO (2011) und die FLUCH DER KARIBIK-Filme, die ihm sichtlich zu durchgeplant gewesen waren und dabei Möglichkeiten zur Improvisation zunichte machten. BYRKIT, der eigentlich vom Theater kommt, wollte sich von Konventionen lösen und sich wieder zu seinen alten Theater-Zeiten zurückbewegen, wo auf der Bühne allein Geschichte und Charaktere im Mittelpunkt gestanden haben und er die Freiheit zu experimentieren genießen konnte. Die Idee von COHERENCE war Schauspieler und Crew-Mitglieder von ihren Zwängen zu befreien. In einer Art spielfilmlangen Version einer TWILIGHT ZONE-Episode sollte durch minimalen Aufwand und mit einfachsten Mitteln maximales Unbehagen heraufbeschwört werden. Dabei war das Ziel ein filmisches Experiment zu schaffen, dass sich wie einst die Serie auch um wenige Protagonisten drehen sollte, die auf begrenztem Raum einem unheimlichen Mysterium auf die Schliche kommen. BYRKIT war darum bestrebt Augenmerk auf das Wesentliche zu legen, was wiederum bedeutete, dass Spezialeffekte vermieden werden und das Budget im überschaubaren Rahmen bleiben sollte. Gedreht wurde nicht einmal eine Woche am Stück mit kleiner Crew. BYRKIT stellte für die Dreharbeiten das eigene Wohnzimmer zur Verfügung und ein Drehbuch gab es nicht. Stattdessen erhielten die Darsteller an jedem Abend der fünf Drehtage Zettel mit Notizen, aus denen ausschließlich Informationen zum eigenem Charakter und der Hintergrundgeschichte für den jeweiligen Drehabend zu entnehmen waren. Weil keiner mit den Interaktionen des anderen vertraut war, mussten die Schauspieler Mut zur Improvisation beweisen. Ein riskantes Unterfangen, das in COHERENCE dennoch wunderbar funktioniert und wie aus einem Guss wirkt – den hervorragend gewählten Schauspielern sei Dank.
 
COHERENCE nimmt den Zuschauer mit zu einem Dinner in ein abgelegenes Haus irgendwo in Californien. Acht Freunde finden sich hier zusammen, um nach langer Zeit einander wiedersehen zu können. Ein besonderes Spektakel steht bevor, schließlich kreuzt nicht alle Tage ein Komet die Erdumlaufbahn. Doch das spektakuläre Himmelsereignis führt zu einer Reihe seltsamer Vorkommnisse. Erst zersplittern Handybildschirme wie von Geisterhand, bald schon verhalten sich die Gäste eigenartig. Als man wenig später auf Doppelgänger stößt bricht Panik unter den Anwesenden aus. Mehr über den grandios verwirrenden Plot zu verraten wäre fatal, nur soviel: Macher JAMES WARD BYRKIT bedient sich ganz clever der Thematik von Paralleldimensionen, versetzten Zeitebenen sowie Quantenphysik und konstruiert ein faszinierendes Stück Zelluloid, das reichlich Aufmerksamkeit voraussetzt, damit der roten Faden nicht verloren geht. Hierbei geht der Regieneuling den gleichen Weg wie zuletzt DENNIS ILIADIS, der im vergangenen Jahr an einem ähnlichen Film werkelte, welcher letztendlich vom deutschen Rechteinhaber UNIVERSUM FILM unter dem Titel PARTY INVADERS (im Original: +1 (2013)) ganz stillschweigend in die Händlerregale gebracht wurde.
 
Erfrischende Rezepturen gänzlich ohne Klischees und Konventionen sind im Kino mittlerweile eine Seltenheit geworden, vor allem wenn die amerikanische Traumfabrik mal wieder zugeschlagen hat, die dem Zuschauer das Denken so einfach wie möglich gestalten möchte. Ein Übel, dass BYRKIT nicht hinnehmen wollte, wie er in einem Interview verriet. Er war darum bestrebt einen Film zu drehen, der eben nicht bis ins kleinste Detail erklärt werden soll, damit ihn auch jeder Filmzuschauer verstehen kann. Vermutlich ein Grund, warum sich ohnehin kein großes amerikanisches Studio hätte finden lassen, das dazu bereit gewesen wäre, sein rätselbepacktes Filmvergnügen zu unterstützen. Dass sein Film mit einem abrupten Abschluss vollkommen aus der Bahn wirft, ohne klärende Antworten zu liefern, ist nur ein Beispiel dafür wie geschickt er sich den vordiktierten Regeln amerikanischer Hochglanzfilme entgegenlehnt, obwohl er im Grunde genommen einst selbst hier Fuß im Filmbusiness gefasst hat. Für diesen unkommerziellen Weg kann man den Filmemacher nur loben, denn auch wenn man COHERENCE vermutlich mehrmals gesehen haben muss, um auch alle Geheimnisse entschlüsseln zu können, ist dieses klug inszenierte und überraschend unkonventionelle Leinwand-Puzzle über jeden Zweifel erhaben. Für ein so sehenswertes und vor allem mutiges Erstwerk, das Hollywood rigoros den Mittelfinger entgegenstreckt, obwohl Macher JAMES WARD BYRKIT einst mit großen Blockbuster-Hits Erfolge feierte, gibt es vom FILMCHECKER eine zu recht verdiente und ungewöhnliche hohe Punktzahl.
 
 
 


 
 
 

COHERENCE – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Mysteriös-unheimlicher Puzzle-Trip, der in keiner gut sortierten Filmsammlung fehlen sollte. Manchmal ist eine gute Idee mehr Wert als viel Budget und ausufernde Spezialeffekte. COHERENCE ist ein Triumph des Low-Budget-Filmemachens, denn trotz oder gerade aufgrund der Tatsache, dass die Akteure in diesem Kammerspiels vorwiegend improvisieren und kein Drehbuch als Grundlage besitzen, um sich daran festklammern zu können, gehört COHERENCE zum Besten was das Filmjahr 2014 zu bieten hat. Regisseur JAMES WARD BYRKIT ist hier ein Kunststück gelungen, dass die volle Aufmerksamkeit seiner Zuschauer genießt, die schnell ganz leise werden, um wirklich alle Geheimnisse diese grandios verschachtelten Verwirrspiels ergründen zu können. Da stört dann auch die teils wackelige Kameraführung nicht, die zwar immer nah an den Protagonisten ist, um Authentizität bewirken zu können, aber ab und an mit den üblichen Mankos zu kämpfen hat, die man aus den vielen Found-Footage-Werken kennt. Keine Angst COHERENCE ist keiner dieser überdrüssigen Shaky-Cam-Streifen. Vielmehr ist dieser packende und klug umgesetzte Überraschungs-Hit mit all seinen unerwarteten Wendungen Pflichtprogramm für Fans des Phantastischen Films. Daher: Wer im Genre Anspruch statt Holzhammer braucht, muss diesen Film gesehen haben.
 
 
 


 
 
 

COHERENCE – Zensur

 
 
 
COHERENCE ist kein blutrünstiger Horror-Schocker. Hier passieren weder Mord- noch Totschlag. Am Ende kommt der Deckel eines Toilettenspülkastens zum Einsatz – das war’s dann aber auch schon mit der Gewalt. COHERENCE ist mit blauem FSK16-Sticker in den Handel gekommen.
 
 
 


 
 
 

COHERENCE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Bildstörung (Einzel-BD ohne Bonusmaterial)

 
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(c) Bildstörung (Limitierte Special Edition mit Bonusmaterial und Sountrack-CD)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Coherence; USA 2013

Genre: Thriller, Drama

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (@24 Hz)

Laufzeit: ca. 88 Min.

FSK: FSK 16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Einzel-BD: KeepCase mit Wechselcover / Special Editon: Amaray im Schuber

Extras: Normale BD: nur Trailer / Special Edition: Booklet mit den Regieanweisungen für die Schauspieler, Soundtrack-CD mit dem Score von Kristin Dyrud, Audiokommentar mit dem Regisseur James Byrkit und den Darstellern Emily Foxler und Alex Manugian, Making-of, Behind the Scenes, Interviews mit den Darsellern, Aufnahmen eines Testshootings

Release-Termin: 27.03.2015

 
 

Coherence (Einzel-Blu-Ray) ungeschnitten auf AMAZON kaufen
 

Coherence (Blu-ray) (Limited Special Edition-Bluray & CD)

 
 
 


 
 
 

COHERENCE – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The House ot the End Times (2013)
 
Warhouse – Kriegszustand (2013)
 
Mine Games (2012)
 
Haunter (2013)
 
Und taglich grüsst das Murmeltier (1993)
 
Triangle – Die Angst kommt in Wellen (2009)
 
Timecrimes – Mord ist nur eine Frage der Zeit (2007)
 

Filmreview: „Almost Human“ (2013)

almost-human-2013
 
 
 

ALMOST HUMAN

TERROR HAS COME HOME

Story

 
 
 
Mark (Josh Ethier) wird von Außerirdischen entführt. Als er nach zwei Jahren wieder auf der Erde „ausgesetzt“ wird, ist nichts mehr so wie es mal war. Er verspürt nicht nur einen permanenten Tötungsdrang; auch anatomisch scheint er nicht mehr ganz Mensch zu sein …
 
 
 


 
 
 

ALMOST HUMAN – Kritik

 
 
 
Ehrenverweise sind ja im Horrorfilm schon längst keine Seltenheit mehr. Viele der heutigen Nachwuchsregisseure verbeugen sich in ihren Streifen gern einmal vor jenen Filmen und Regisseuren, denen sie besondere Anerkennung zollen. Was aber meist als Hommage gerechtfertigt wird, entpuppt sich in letzter Zeit oftmals als hinterlistiger Ideenraub, denn neue und frische Geschichten sind vor allem im Horrorfilm Mangelware geworden. Da wird lieblos recycelt, als gäbe es kein Morgen mehr, weil es immer noch genügend Horrorfans gibt, die die ewig gleichen Mogelpackungen kaufen und sehen wollen.
 
JOE BEGOS ist neu im Filmgeschäft und macht das so ähnlich. Der ist aber immerhin wirklich Verfechter des Old School Horrors der 80er und hat eine besondere Schwäche für Slasher und die Science-Fiction-Meilensteine genannter Dekade. Mit seinem ALMOST HUMAN erfüllte er sich einen langjährigen Traum und drehte einen altmodischen Horrorfilm, in dem er die beiden Subgenres miteinander kombinieren konnte. Das Ziel war es, einen Streifen zu drehen, der anders sein sollte als die bisherigen Genre-Werke der letzten Jahre. Die waren ihm schlicht und einfach zu krank und unatmosphärisch und unterschieden sich hauptsächlich durch Gewaltpegel und Härtegrad. Drum reiste er zurück in seinen Heimatort, wo er in einer idyllischen Kleinstadt heranwuchs, wie sie häufig in Stephen King Roman beschrieben wird. Eine hervorragenden Voraussetzung, gerade wenn nur knappes Budget vorhanden ist.
 
Das Schaffen eines gewissen JOHN CARPENTER dürfte den Jungregisseur stark beeinflusst haben, denn in ALMOST HUMAN hagelt es Verweise und Zitate aus gleich mehreren Horrorfilmen des beliebten Altmeisters. Die nahezu identische Schriftart in den Einführungscredits lässt darauf schließen, dass Carpenters HALLOWEEN nachhaltig geprägt haben muss und eine immer wieder monoton eingespielte Synthesizer-Melodie lässt Erinnerungen an THE THING wach werden. Aber nicht nur Carpenter stand Pate. Der Klassiker DIE KÖRPERFRESSER KOMMEN (1978) musste ebenfalls für eine Wiederverwurstung herhalten, denn BEGOS scheut nicht davor auch hier einige gut funktionierende Elemente des Science-Fiction-Klassikers loszulösen, um sie anschließend an richtiger Stelle in ALMOST HUMAN einfügen zu können. Schlecht macht der Neuling das nicht, denn auch wenn hier am laufendem Band kopiert und eingesetzt wird muss man BEGOS dafür loben, dass er seinen Wunsch nach mehr atmosphärischer Eigenständigkeit ziemlich selbstsicher umzusetzen versteht. ALMOST HUMAN besitzt einen ganz individuellen Look. Der Schocker ist ziemlich finster, dreckig und vor allem sehr gewalttätig, was Filmfans fürs Grobe hellhörig machen dürfte, geht’s doch im vorliegenden Alien-Entführungs-Slasher nicht gerade zimperlich vonstatten.
 
Wir sehen wie Mark (JOSH ETHIER) von einem blauen Licht erfasst wird und unter nicht erklärbaren Umstanden verschwindet. Zwei Jahre später wird er nackt in einem Waldgebiet von zwei Jägern entdeckt, die zugleich von der scheinbar hilflosen Menschengestalt in die ewigen Jagdgründe befördert werden. Der bis dato Vermisste verhält sich verändert und wird von einem unbändigen Hass- und Tötungstrieb vorangetrieben. Wer sich ihm in den Weg stellt wird ermordet und als Wirtskörper missbraucht, schließlich besitzt Mark neuerdings die Fähigkeit Eier oder Embryonen in menschliche Körper zu legen. Da wächst eine Art Saugrüssel aus seinem Mund, der sich fest an das Geschlechtsorgan seiner Ex-Freundin haftet, um darin ein manipulierendes Etwas verpflanzen zu können. Doch Best Buddy Seth (GRAHAM SKIPPER) ist schon auf dem Weg. Der vermutet nämlich schon seit dem damaligen Verschwinden des besten Freundes, dass hinter all dem etwas Großes stecken muss. Ganz unrecht hat er da natürlich nicht, denn bald wird klar, dass Mark von Außerirdischen entführt und an ihm herumexperimentiert wurde.
 
Eier und Embryonen in Wirtskörper legen? Richtig, auch das kommt bekannt vor und wurde stibitzt. Der österreichische Surrealist H.R.GIGER hat nämlich in der Vergangenheit mit dem berüchtigten Facehugger eine Kreatur mit ähnlichem Fortpflanzungsmechanismus entwickelt, die Horrorfans aus der legendären ALIEN Saga ein Begriff sein dürfte. In ALMOST HUMAN brechen aber nicht gemeingefährliche Kreaturen aus den Brustkörben der Opfer heraus. Vielmehr haben die eingeflössten Fremdkörper eine Art Wesensveränderung des Wirts zur Folge. Aus begatteten Leichen werden gefühllos-aggressive Marionetten, die unter fremdartigem Geschrei nach möglichen Körpern suchen und dabei unkontrolliert durch Wald und Flur flitzen. Ganz wie vom selbsternannten Slasher-Fan und Regisseur gewünscht, kommen bei den Streifzügen allerhand spitze Hiebwaffen zum Einsatz. Es werden Köpfe mit Beilen eingehakt, Kehlen mit Messern aufgeschlitzt und Menschen dank Schrottgewehr enthauptet. Die gewollte Slasher-Rezepur macht es möglich, dass allerhand fieses Gemetzel gezeigt werden kann, wobei Regisseur, Drehbuchautor und Produzent JOE BEGOS großen Wert auf Handgemachtes legt – schließlich gab es in den 80ern auch kein Blut aus dem Computer zu sehen. Leider ist es auch in ALMOST HUMAN mal wieder das Fall, dass das Budget viele gute Ideen zunichte gemacht hat, denn immer wieder fällt auf, dass BEGOS in seiner eifrigen Umsetzungseuphorie eingeschränkt war. In einer Szene sehen wir, wie aus einem enthaupteten Körper ein nicht näher identifizierbares Etwas krabbelt. Vermutlich wollte man hier THE THING-ähnliche Metamorphosen darstellen, realisierte aber bald, dass keine Kohle für extravaganten Schabernack zur Verfügung stand.
 
Trotz kleinem Kapital überrasch dennoch wie solide und kurzweilig ALMOST HUMAN geworden ist. Knapp 70 Minuten hetzt der Science-Fiction-Slasher von Set zu Set, vergisst zwar den Protagonisten eine vernünftige Charakterentwicklung einzuräumen, versorgt aber den Horrorfan mit allerhand harten Gewaltspitzen, die es zudem ganz schön in sich haben. Leerlauf gibt es nicht und mögliche Erklärungen spart sich JOE BEGOS für die Fortsetzung auf. Laut Aussage des Filmemachers soll die definitiv kommen. Mit mehr Geld und besserer Ausstattung steht spätestens dann ein ganz großer Genre-Hit ins Haus. Trotz kleiner Mankos ist ALMOST HUMAN aber auch schon jetzt ein blutiger, kleiner Stern am Horrorhimmel.
 
 


 
 
 

ALMOST HUMAN – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Die weitaus brutalere und kompromisslosere Antwort auf Carpenters THE THING und Kaufmans DIE KÖRPERFRESSER KOMMEN. ALMOST HUMAN ist eine Reminiszenz an den 80er Jahre Old School Horror mit ziemlich derben Gewaltexzessen und einigen recht gut platzierten Zitaten bekannter Kultwerke jener Dekade. Leider hat sich Regisseur JOE BEGOS etwas zu versteift auf die Spezialeffekte und den Blutgehalt konzentriert, so dass seine Figuren etwas arg kurz kommen und der Zuschauer etwas unbeholfen nach Antworten für die Geschehnissen sucht. Die sind leider nahezu kaum vorhanden, sollen aber in der Fortsetzung nachgeschoben werden. Laut Macher soll die auf jeden Fall kommen. Bis es jedoch soweit ist gibt es mit ALMOST HUMAN selbstsicher und schnörkellos abgehandelten Alien-Horror, der fast immer nach mehr ausschaut, als das Budget eigentlich hergegeben hat. Trotz Low-Budget-Status ein ansprechender Science-Fiction-Slasher für Fans von Alienfilmen. Gut gemacht, Herr BEGOS!
 
 
 


 
 
 

ALMOST HUMAN – Zensur

 
 
 
ALMOST HUMAN ist in Sachen Gewalt ganz schön kaltschnäuzig und deftig. Die deutsche FSK schien aber einen guten Tag gehabt zu haben und hat dem Streifen in ungeschnittener Form KEINE JUGENDFREIGABE attestiert. Die Kauffassung kommt demnach mit rotem 18er Flatschen und ist komplett.
 
 
 


 
 
 

ALMOST HUMAN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
Almost-Human-Blu-ray

(c) MAD DIMENSION

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Almost Human; Weißrussland 2013

Genre: Science Fiction, Horror

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 2.40:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 79 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Trailershow

Release-Termin: 27.06.2014

 
 
 

Almost Human [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

ALMOST HUMAN – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Absence (2013)
 
Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt (1979)
 
Das Ding aus einer anderen Welt (1982)
 
The Thing (2011)
 

Kritik: „Die Tribute von Panem – Catching Fire“ (2013)

Die-Tribute-von-Panem-Catching-Fire (2013)
 
 
 

DIE TRIBUTE VON PANEM – CATCHING FIRE

Story

 
 
 
Katniss (Jennifer Lawrence) und Peeta (Josh Hutcherson) haben die 74ten Hungerspiele überlebt. Doch viel mehr: Sie haben dem mächtigen Kapitol die Stirn geboten. Ihr Beispiel ermutigt die unterdrückte Bevölkerung der Distrikte zur Rebellion gegen das Regime. Doch dann ändert Präsident Snow kurzerhand die Spielregeln und wählt die neuen Tribute für das Jubel-Jubiläum der Hungerspiele aus den bisherigen Siegern, um gegeneinander anzutreten. Auch Katniss und Peeta werden erneut in die Arena geschickt und müssen sich dem Kampf ums Überleben stellen. Und langsam wird ihnen klar, dass sie in Wirklichkeit Teil eines viel größeren Plans sind …
 
 
 


 
 
 

DIE TRIBUTE VON PANEM: CATCHING FIRE – Kritik

 
 
 
Der erste Teil DIE TRIBUTE VON PANEM – THE HUNGER GAMES war weltweit ein durchbrechender Erfolg und verspricht eine ähnlich erfolgreiche Saga zu werden wie der Zauberspaß um HARRY POTTER oder das Vampirdrama TWILIGHT. Mit der Verfilmung des zweiten Teils der Panem-Trilogie, CATCHING FIRE, verspricht Regisseur FRANCIS LAWRENCE, die Erfolgsgeschichte des ersten Teils fortzusetzen. Und er hält sich an seine Worte. Imposante Schauplätze, große Emotionen, mitreißende Actionszenen, dafür aber auch eine eher durchwachsene Story, machen den 146 Minuten langen Film zu einem aufregenden Hollywood-Blockbuster.
 
Nachdem im Vorgänger der primäre Fokus auf den Gladiatorenkämpfen ähnlichen Hungerspielen lag, dreht sich die Handlung in der Fortsetzung vor allem um die aufkeimende Revolution im Land und die Versuche des machthungrigen Kapitols, diese zu unterdrücken. Die größte Zeit folgt man im Sequel der Protagonistin, Katniss Everdeen (JENNIFER LAWRENCE). Hatte die unfreiwillige Heldin nach den Geschehnissen im ersten Teil nur den Wunsch, einfach nur nach Hause zu gehen, wird ihr in DIE TRIBUTE VON PANEM – CATCHING FIRE jene Illusion schnell wieder genommen. So muss sie doch die vorgespielte Romanze zwischen ihr und Peeta Mellark (JOSH HUTCHERSON) fortsetzen um die Schaulust des entertainmentgeilen Kapitols zu befriedigen. In der ersten Hälfte des Films spielt die sich andeutende Rebellion und die wachsende und ungewollte Verantwortung unserer Protagonistin die größte Rolle. Bei Actionfans dürfte der eher ruhig erzählte Einstieg einen etwas zähen Nachgeschmack hinterlassen, ist er dennoch für den Spannungsaufbau und den weiteren Verlauf der Gesamthandlung von entscheidender Bedeutung. In der zweiten Hälfte müssen die Protagonisten erneut in die tödliche Arena aus der nur ein Teilnehmer als Sieger hervorgehen kann. Ab hier sollte es zur Sache gehen. Wohlgemerkt, sollte!
 
Zwar gibt es einige schnelle Finishes zu sehen und die Protagonisten müssen sich diversen Fallen stellen, ein Herzinfaktrisiko besteht jedoch bei weitem nicht. Spätestens hier merkt man, dass die Fortsetzung die Gewichtung anders legt als ihr Vorgänger. Es geht nicht mehr nur ums Überleben; hier nehmen die Gefühlswelt der Heldin und die sozialen Probleme der Panem-Gesellschaft einen höheren Stellenwert ein. Actionfans oder Liebhaber seichter Unterhaltung könnte diese Kehrtwende zuwider sein aber gerade gesellschaftskritische Kinobesucher und Leser der Buchvorlage dürften sich an der engen Filmumsetzung stark erfreuen. So ist CATCHING FIRE keineswegs eintönig, wie ähnlich groß angekündigte Blockbuster diesen Jahres, die mit schönen Bildern und großen Namen warben, dann jedoch mit flachen und absehbaren Handlungen enttäuschten. Das Leinwandabenteuer bietet sowohl emotionsgeladene, ruhige Abschnitte aber auch einige schnelle Kampfszenen. Zudem gefallen eindrucksvolle Bilder als auch das glaubhafte Schauspiel. Der Verlauf ist glücklicherweise nicht allzu absehbar und erfreut mit einigen überraschenden Auflösungen sowohl am Ende als auch zwischendurch. Auf eine klischeehafte abgedroschene Hollywoodromanze wurde erfreulicherweise verzichtet und das obwohl die Emotionen der Protagonisten eine große Rolle spielen. Deren Dosierung ist übrigens auch für abgehärtete Zuschauer erträglich. Sie sind keinesfalls eindimensional.
 
So wird Ms. Everdeen nicht nur von schweren Schuldgefühlen und schlafraubenden Alpträumen geplagt, sondern ist auch stetig hin und her gerissen zwischen aufgezwungener Heldenrolle und quälendem Heimweh, zwischen ihren unausgesprochenen Gefühlen gegenüber ihrem Kindheitsfreund Gale (LIAM HEMSWORTH) und der zunächst vorgetäuschten Beziehung zu ihrem Überlebenspartner Peeta, zwischen wachsendem Verantwortungsgefühl für diejenigen, die abhängig von ihr sind und Abscheu gegen die Marionettenspieler hinter dem Geschehen. So verkörpert JENNIFER LAWRENCE keine furchtlose Heldin, die sich selbstlos für das Gute einsetzt, sondern durchaus ein glaubhaft wirkendes 16jähriges Mädchen, das ungewollt in die Rolle der Heldin gezwängt wurde und deren Psyche durch die erlittenen Strapazen leidet.
 
Die Actionseite des Films ist kürzer gehalten als im Vorgänger, blutfrei und weniger spektakulär. Das tut jedoch nicht unbedingt einen Abbruch, schließlich liegt im Mittelteil der Panem-Saga der Fokus auf der Gesellschafskritik, auf die Ungerechtigkeit und den Machtmissbrauch durch das System und dessen Intrigen sowie die Ausbeutung und Unterdrückung des Volkes – auch in Bezug auf die Realität. So stellt Panem das fiktive zukünftige Nordamerika dar welches sich nach einem Atomkrieg neu geordnet hat. Die Interpretation der ausschließlich schwarzen Besatzung des Distrikts 11, der für Obstanbau auf Plantagen verantwortlich ist dürfte nicht allzu schwer fallen. Natürlich wird auch das Auge ausreichend bedient. Und das nicht zu knapp. Die neuen extrem hochauflösenden IMAX-Aufnahmen sorgen immer wieder für staunen. Sei es im prunkvollen Kapitol mit seinen dekadenten Bewohnern, im HighTech-Trainingscenter der Tribute oder im üppig bewachsenen Dschungel der neuen Arena. Die Macher haben keine Mühen gescheut staunenswerte Spielorte zu kreieren. Spielorte die mit detailierten und echtwirkenden Special Effects bespickt sind. Seien es aggressive Affen, futuristische Hovercrafts, lebendig wirkender giftiger Nebel oder eins der vielen anderen Produkte aus der Animationsschmiede – sie alle sind realistisch und mit Liebe zum Detail umgesetzt. Aber auch die Kostüme sind für nicht modeaffine Zuschauer einen zweiten Blick wert. Vor allem die extrovertierte Effie Trinket (Elizabeth Banks) begeistert mit ihren originellen Outfits. So ist DIE TRIBUTE VON PANEM – CATCHING FIRE eine gelungene und werksgetreue Umsetzung des Romans von Suzanne Collins, die auch kritische Leser erfreuen dürfte und die extrem Lust auf den Abschluss der Serie, DIE TRIBUTE VON PANEM – MOCKINGJAY macht.
 
 
 


 
 
 

DIE TRIBUTE VON PANEM: CATCHING FIRE – Fazit

 
 
 
9 Punkte Final
 
 
 
Spannend, Glaubhaft, Mitreißend, Beeindruckend jedoch ruhiger und actionärmer als der Vorgänger. Wie die Altersfreigabe ab 12 schon vermuten lässt werden Liebhaber stumpfer und blutreicher Horrorstreifen wohl nicht auf ihre Kosten kommen. Für alle anderen ist CATCHING FIRE auf jeden Fall sehenswert. Wegen den beeindruckenden IMAX Bildern, die nur auf großer Leinwand wirklich zu Geltung kommen können ist der Gang ins Kino sogar sehr empfehlenswert.
 
 
 


 
 
 

DIE TRIBUTE VON PANEM: CATCHING FIRE – Zensur

 
 
 
Wie im Teil zuvor DIE TRIBUTE VON PANEM – THE HUNGER GAMES ist es ebenso erstaunlich, wie auch die Fortsetzung unbeschnitten bereits für 12-jährige freigegeben werden konnte. Hier ist wieder einmal offensichtlich, dass die Wege der FSK oft nicht nachzuvollziehen sind. Den minderjährigen Fan des Franchise dürfte es freuen, dem hiesigen Rechteinhaber ebenso!
 
 
 


 
 
 

DIE TRIBUTE VON PANEM: CATCHING FIRE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Studiocanal

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Hunger Games: Catching Fire; USA 2013

Genre: Thriller, Drama, Abenteuer, Action

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.40:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 146 Min. (uncut)

FSK: FSK12 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Digipack, FSK-Logo ist nicht aufgedruckt

Extras: Neunteiliges Making of über die Dreharbeiten, Audiokommentar von Regisseur Francis Lawrence und Produzentin Nina Jacobson, Geschnittene Szenen, Featurettes: „Die Vision“, „Rückkehr der Verbündeten“ (Die Besetzung), „Freund oder Feind“ (Die neuen Darsteller), Easter Egg, 5 Trailer, Booklet, Poster

Release-Termin: 27.03.2014

 
 
 

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DIE TRIBUTE VON PANEM: CATCHING FIRE – Trailer

 
 
 


 
 

Sören C.

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
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THE LAST DAYS ON MARS 2013
 
 
 

THE LAST DAYS ON MARS

Story

 
 
 
Noch 18 Stunden, bis acht Mars-Forscher die Heimreise zur Erde antreten. Doch eine außerirdische Lebensform macht den strebsamen Wissenschaftlern gehörig einen Strich durch die Rechnung. Als einer der Kollegen in ein Sandloch fällt, infiziert er sich mit einem mysteriösen Bakterium, das ihn in kürzester Zeit zu einer Bedrohung für die Anderen werden lässt …
 
 
 


 
 
 

THE LAST DAYS ON MARS – Kritik

 
 
 
In der heutigen Zeit sind die wandelnden Toten überall. Sie haben in der Vergangenheit, Zukunft und Gegenwart ganze Landstriche entvölkert, im Meer mit Haifischen gerungen (WOODOO – SCHRECKENSINSEL DER ZOMBIES) und sich durch ganze Metropolen gefressen (28 DAYS LATER). Der Zombie wurde zivilisiert (FIDO) und hat getanzt (DANCE OF THE DEAD); er lernte sprechen und verliebte sich sogar (WARM BODIES). Seit 1910 werden die nach Menschenfleisch lechzenden Kreaturen im Film porträtiert und bisher in verschiedenen Interpretationen dargestellt. Ob schwarz, weiß, gelb oder rot – der Zombievirus macht vor keiner Nationalität halt und gehört mittlerweile zum Horrorfilm, wie das Amen in die Kirche. Umso verwunderlicher, dass die Ideenvielfalt der Filmemacher auch 100 Jahre nach einem der ersten Zombieauftritte in FRANKENSTEIN (1910) keine Grenzen kennt – auch wenn man oftmals an der Zurechnungsfähigkeit der Köpfe hinter diesen Streifen zweifelt. Weil seit der erfolgreichen TV-Serie THE WALKING DEAD der Zombiefilm mal wieder einen Popularitätsschub erhalten hat und der Videomarkt mit unzähligen unterbelichteten Streifen dieser Art überschwemmt wird, haben viele Horrorfans die Lust an den Zombies verloren. Das Thema der stumpfsinnigen Furie, die nach ihrem Tod nur noch durch die Gegend geistert, um den Menschen nach dem Leben zu trachten wurde in den letzten Jahren einfach bis zum Erbrechen wiederholt, so dass man hinter diesen Schockern kaum noch spannende Genreunterhaltung findet. Für Regisseur RUAIRI ROBINSON Grund genug, mit diesen Vorurteilen aufzuräumen. Der Filmneuling verlagert sein Untoten-Werk einfach von der Erde auf den Mars, was für viele Zuschauer etwas ungewöhnlich anmuten dürfte, fragt man sich direkt, wie denn so ein strohdummer Zombie auf den Mars kommt.
 
Die Antwort ist plausibler als erwartet, denn die Helden des vorliegenden THE LAST DAYS ON MARS finden kurzum heraus, dass der Mars nicht nur trockenes Wüstenland beherbergt, sondern neben Sandstürmen und eisigen Nächten auch Leben versteckt. Das verbirgt sich im Planeteninneren in Form bösartiger Killerbakterien, die sich der Körper der Marsforscher bemächtigen und die nichts ahnenden Wissenschaftlern in höchst aggressive Zeitgenossen verwandelt. Die haben natürlich nichts anderes im Sinn, als den Übrigen auf den Leib und dem Zuschauer auf die Nerven zu gehen, denn wirklich klug oder wenigstens bedacht handelt in diesem Film keiner. Schnell sind die ersten Protagonisten infiziert und rasen wie von Sinnen durch die Forschungsstation. Das höchst resistente Bakterium wird durch offene Wunden übertragen und frisst sich von einem Wirtskörper zum nächsten. Vor lauter Aufregung scheinen nicht nur die noch Lebenden die Orientierung in THE LAST DAYS ON MARS verloren zu haben. Auch Kameramann ROBBIE RYAN und die Autoren SYDNEY J. BOUNDS und CLIVE DAWSON haben so ihre Problemchen mit der Thematik dieses Horrortrips. Erster war beim Drehen des Streifens etwas zu eifrig bei der Sache, so dass sein Arbeitsutensil in den hektischen Momenten etwas außer Kontrolle gerät. Die Kamera wackelt derart stark, dass man sich als Zuschauer kaum noch im Geschehen zurechtfinden kann und nach der Sichtung zur Aspirin greifen muss, weil einem bei derartiger Zappelmotorik schwindelig geworden ist. Aber auch die Drehbuchautoren scheinen die Geschichte in der Hektik des Gefechts etwas aus den Augen verloren zu haben. Während sich THE LAST DAYS ON MARS anfänglich noch als unheimlicher Sci-Fi-Spuk präsentiert, geht es ab Filmmitte mal wieder nach bekanntem Schema zugange. Die Wissenschaftler infizieren sich nacheinander mit der mysteriösen Lebensform und sind ohnehin auch nicht wirklich daran interessiert, überleben zu wollen. Sie stolpern unglaublich unvorsichtig durch die Szenarie und handeln mal wieder so, wie kaum ein normal denkender Mensch agieren würde, schließlich soll ja jeder Anwesende am Ende als hirnloser Zombie auf dem Nachbarplaneten wandeln. Statt die verwandelten Kollegen auszuradieren, anzuzünden oder möglichst handlungsunfähig zu machen, wird gerannt und geschrieen – und das nicht wenig. So ist fast die Hälfte der mageren Handlung eine wilde Verfolgungshatz zwischen Zombies und Wissenschaftlern, die von einer Forschungsstation zu nächsten flitzen, zum Mondfahrzeug laufen, um anschließend wieder zur ersten Einrichtung zu hetzen.
 
Der britische THE LAST DAYS ON MARS ist mal wieder so ein bescheidener Versuch, Science Fiction- und Horrorfilmfans gleichermaßen ansprechen und zufriedenstellen zu wollen. Die Mischung aus Zombie- und Weltraumfilm besitzt zwar eine erfrischende und durchaus grausige Kulisse, dürfte aber bei beiden Parteien kaum Zuspruch finden. Für einen Zombiefilm ist THE LAST DAYS ON MARS zudem zu unblutig geraten. Sci-Fi-Zuschauer werden mit trister Mondlandschaft und futuristischem Laborsetting abgespeist – die außerirdischen Lebensformen lassen vergebens auf sich warten. Der Film erhielt in Amiland für einen limitierten Kino-Release das jugendkonforme Freigabe PG-13 aufgedrückt und reduziert sich auf das rasende Gegeifer der infizierten Forscher. Gefressen, geschlachtet oder gar zerstückelt wird in diesem Mars-Grusler nicht. Eine gebrochene Nase, kaum nennenswerte Verletzungen und die körperliche Veränderung der erkrankten Forscher sind die einzigen Höhepunkte in diesem etwas einseitigen Genrebeitrag. Der Versuch, dem ausgelutschten Zombiegenre mit THE LAST DAYS ON MARS neue Impulse zu verleihen, ist mit ROBINSONS Regiedebüt leider gescheitert. Bis auf den außergewöhnlichen Schauplatz gibt es in diesem Horrorstück nichts, was man nicht schon in ganz vielen Untoten-Filmen besser gesehen hätte. So bleibt ein unwichtiger Sci-Fi-Horrormix, der sein ganzes Potenzial zugunsten des konventionellen Zombiekinos verschenkt hat. Schade um die sieben Millionen britischer Pfund, die man für 08/15-Ware wie THE LAST DAYS OF MARS verschwendet hat.
 
 
 


 
 
 

THE LAST DAYS ON MARS – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Yes, es wird Zeit – endlich erobern sabbernde Zombies auch den Mars. Die unheimliche und sandbedeckte Kulisse unseres rot leuchtenden Nachbarplaneten ist wie für einen gruseligen Horrorstreifen geschaffen. Leider verrennt -wie passend – sich THE LAST DAYS OF MARS mal wieder in den gängigen Konventionen des modernen Zombiefilms. Außer dem Du-bist-der-Nächste-Konzept werden kaum Neuerungen innerhalb des ausgelutschten Untoten-Genres geboten. So ist THE LAST DAYS OF MARS ein solider Lückenfüller für Zwischendurch, der aber auch ganz schnell wieder vergessen sein dürfte.
 
 
 


 
 
 

THE LAST DAYS ON MARS – Zensur

 
 
 
THE LAST DAYS ON MARS erhielt in Amerika mit der lukrativen PG13-Freigabe eine überraschend niedrige Alterseinstufung. Kein Wunder, gibt es in THE LAST DAYS ON MARS kaum etwas zu sehen, was für den Splatterfan von Interesse wäre. Es gibt eine gebrochene Nase und einige Stich- und Hiebwunden zu sehen. Die für das Zombie-Genre berüchtigten Fressszenen haben in diesem Film Sendepause. Daher wurde der Streifen hierzulande auch mit FSK16 in den Handel gebracht – ungeschnitten versteht sich.
 
 
 


 
 
 

THE LAST DAYS ON MARS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
last-days-on-mars-blu-ray

(c) Universum Film

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Last Days on Mars; Großbritannien / Irland (2013)

Genre: Thriller, Horror

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte

Bild: 2.35:1 (1920x1080p)

Laufzeit: ca. 98 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Interviews, B-Roll, Visual Effects

Release-Termin: 15.08.2014

 
 
 

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THE LAST DAYS ON MARS – Trailer

 
 
 


 
 

Hellraiser80

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Apollo 18 (2011)

The Ark (2013)

Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt (1979)

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Filmreview: „Crawlspace – Dunkle Bedrohung“ (2012)

crawlspace_2012
 
 
 

CRAWLSPACE – DUNKLE BEDROHUNG

Story

 
 
 
Ein gescheitertes Militärexperiment bringt eine Gruppe Elite-Soldaten in eine brenzlige Situation. Auf ihrer Suche nach überlebenden Wissenschaftlern geraten Sie an telekinetisch veranlagte Probanden, die ihre ganz eigene Methode entwickelt haben, ihr Überleben zu sichern …
 
 
 


 
 
 

CRAWLSPACE – Kritik

 
 
 
In unkreativen Zeiten wie diesen muss der Zuschauer mit allem rechnen. Da kann dem Fan des grausigen Genres auch gut und gern einmal das Herz in die Hose rutschen, wenn ein Film mit dem Titel CRAWLSPACE versehen wird und ein weiteres ungutes Remake eines vielgeliebten Klassikers zu vermuten ist. Keine Angst, bei dem australischen Science-Fiction-Reißer CRAWLSPACE handelt es sich um keine Neuverfilmung des ’86er Mietshaus-Slashers mit KLAUS KINSKI. Hier hat sich ein anerkannter Fachmann für Make-up und Spezialeffekte auf den Regiestuhl begeben, der für Filme wie RED HILL (2010) und STORM WARNING (2007) das Derbe beigesteuert hat. JUSTIN AUSSIE DIX heißt der gute Mann und bannt mit seinem klaustrophobischen Kaum-Budget-Thriller sein Debüt auf Zelluloid, wobei in seinem Erstling nicht unbeachtet bleibt, dass DIX eine besondere Leidenschaft für Action-Kracher der goldenen 80er hegt. So dürfte dem Kenner definitiv auffallen, dass mit CRAWLSPACE ein ziemlich düsterer Mix aus CAMERONS ALIENS (1986) und CRONENBERGS SCANNERS (1981) präsentiert wird, freilich ohne dabei überhaupt annähernd deren Qualitäten zu erreichen. Im Mittelpunkt steht einmal mehr ein gescheitertes Experiment des Militärs. Deren Folgen hat man nun bereits in beständiger Regelmäßigkeit in unzähligen Zombie-Schoten zu sehen bekommen. Damit die Thematik dem Zuschauer nicht allzu langweilig wird, werden die Zombies kurzerhand gegen telekinetisch veranlagte Biokampfwaffen ausgetauscht, die die Fähigkeit besitzen, die Gedanken ihrer Opfer zu manipulieren, um diese so möglichst gemeingefährlich ins Jenseits zu befördern. Splatterspaß ist dabei garantiert, schließlich ist doch mit Spezialeffekt-Maestro DIX ein Könner seines Fachs am Ruder.
 
CRAWLSPACE folgt einer Gruppe von Elitesoldaten, die ein geheimes, unterirdisches Militärlabor säubern sollen. Das hat aufgrund eines gescheiterten Experiments den Kontakt zur Außenwelt verloren, so dass die Spezialeinheit nun die Wissenschaftler bergen und die Probanden vernichten soll. Das gelingt anfänglich ohne Probleme, bis die Gruppe auf das Versuchskaninchen Eve (BERNSTEIN CLAYTON) stößt, die eine erstaunliche Ähnlichkeit mit der Ex-Frau des Soldatenanführers Romeo (DITCH DAVEY) besitzt. Grund genug die verschüchterte Frau vorerst am Leben zu lassen, was sich jedoch schnell als fataler Fehler entpuppt. Denn Eve ist Ergebnis eines mysteriösen Militärexperiments, das sich auf die Kriegsgegnervernichtung mittels Telekinese spezialisiert hat. Die Anwesenden bemerken schnell, dass sie in größter Gefahr schweben, denn Eve nutzt ihre erworbenen Fähigkeiten mit erstaunlicher Selbstsicherheit.
 
Man nehme eine kleine Anzahl taffer Mitstreiter, werfe sie in eine düstere Szenerie und lasse sie möglichst spektakulär über die Klinge springen. So oder so ähnlich lässt sich das magere Skript von CRAWLSPACE – DUNKLE BEDROHUNG (unter diesem Titel kommt der Film in den deutschen Handel) in wenigen Worten zusammenfassen. Wobei man jedoch sagen muss, dass der Actiontrip durchaus souverän abgehandelt wird. Das Tempo ist straff und die Kulisse effektiv. Die dunklen Schächte und Tunnel erzeugen eine bedrohliche und vor allem klaustrophobische Stimmung der Hilflosigkeit, die bei allen Beteiligten reichlich Verwirrung und Desorientierung entstehen lässt. Das Ziel, die Vernichtung des Versuchsmaterials, ist schnell aus den Augen verloren, denn das Rettungsteam merkt in CRAWLSPACE – DUNKLE BEDROHUNG schnell, dass hier einiges im Argen liegt. Ganz so Unrecht haben die Soldaten dabei nicht. Denn nachdem ihnen ein seltsames Gorilla-Dings auf den Leib rücken will, überschlagen sich die Ereignisse und münden im regelrechten Chaos. Lobenderweise muss man DIX zugestehen, dass die Auflösung des Spuks gekonnt hinausgezögert wird und bis zur Filmmitte unklar bleibt, mit welcher Bedrohung die Elitekämpfer überhaupt konfrontiert werden. Die bewegen sich jedoch derart ungeschickt durch die leidlich ausgeleuchteten Gänge, dass der Zuschauer schnell zu sehen bekommt, was er von diesen Filmen erwartet. Da fliegen munter Handgranaten durch die Luft (macht in engen Räumen absolut Sinn) und die Wände werden ziellos mit Munition durchlöchert. Das ist zwar alles herrlich laut, aber wirkt irgendwie nur selten schlüssig – zumal sich die scheinbar gut ausgebildete Spezialeinheit für unser Empfinden eher unprofessionell verhält. Demnach werden alle Logikbarrieren im Blut ersäuft und die wenigen Protagonisten mittels obligatorischen 10-kleine-Jägerlein-Prinzips in den Kinohimmel transferiert. Immerhin lassen einige Anspielungen an genannte Klassiker diverse Makel in der Inszenierung schnell vergessen. So besitzt die Optik von CRAWLSPACE verblüffende Ähnlichkeit zu der von ALIENS. Hin und wieder wartet der Zuschauer geradezu darauf, dass gleich eines der von H.R. GIGER kreierten Gestalten durch die Pappwände brettert. Zudem besitzen die Soldaten einen ähnlichen Scanner um feindliche Bewegungen registrieren zu können, ähnlich wie die Protagonisten in der legendäre ALIEN-Fortsetzung. Als wäre das nicht schon Hommage genug, lässt Killer-Amazone Eve gleich mal einen Kopf SCANNERS-like explodieren. Das erfreut das Klassiker-Herz und erntet Pluspunkte.
 
Mit seinem Regie-Debüt hat F/X-Experte JUSTIN AUSSIE DIX ein passables Filmchen geschaffen, das zwar recht kurzweilig, aber nicht sonderlich innovativ ist. Der Digital-Look macht in Kombination mit den ziemlich geschickt gefertigten Kamerafahrten und der konstant düsteren Atmosphäre eine hochwertige Figur. Leider kann die sehenswerte technische Ausstattung nicht verhehlen, dass die Idee telekinetisch veranlagten „Bioabfalls“ zwar ganz nett ist, aber irgendwie nicht wirklich nachwirken will. Sobald CRAWLSPACE – DUNKLE BEDROHUNG gesichtet worden ist, dürfte er auch schon wieder aus den Köpfen der Zuschauer entschwunden sein. Schade, denn hätte DIX statt menschlicher Probanden blutgeile Monster durch die Kulisse sausen lassen – CRAWLSPACE hätte ein neuer Genre-Geheimtipp für erwartungsfreudige Splatter-Nerds werden können. Das hat DIX vermutlich auch gewollt, zumal in einer der ersten Szenen ein Affen-Wesen durch die Gänge tobt. Leider musste wohl sein Vorhaben aus Budgetgründen wieder auf Eis gelegt werden, was im Falle von CRAWLSPACE etwas sehr bedauerlich ist.
 
 
 


 
 
 

CRAWLSPACE – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Rasant inszenierter, klaustrophobischer Splatter-Thriller in der Tradition der ALIEN und SCANNERS-Filme. Leider sucht man hier die Monster vergebens, die CRAWLSPACE vermutlich bedeutend interessanter gemacht hätte.
 
 
 


 
 
 

CRAWLSPACE – Zensur

 
 
 
Es gibt einige Körper zu sehen, die durch Granaten zerstört wurden. Zudem explodiert ein Kopf und ein Mann verbrennt bei lebendigen Leib. Alles ganz geschickt getrickst und hat dafür gesorgt, dass CRAWLSPACE – DUNKLE BEDROHUNG hierzulande ungeschnitten im Handel zu haben ist. Die deutsche Version ist erst für Volljährige geeignet und besitzt den KJ-Stempel.
 
 
 


 
 
 

CRAWLSPACE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
Crawlspace_Blu-ray

(c) Universum Film

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Crawlspace; Australien 2012

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 87 Min.

FSK: KEINE JUGENDFREIGABE (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wechselcover

Extras: Behind the Scenes (ca. 30 Minuten, HD), Deutscher Filmrailer (ca. 2 Minuten, HD), BD-Live-Zugang, Trailershow mit sieben weiteren Filmen aus dem Programm von UNIVERSUM FILM (alle HD)

Release-Termin: 06.12.2013

 
 
 
UNIVERSUM FILM veröffentlicht den kleinen Indie-Horrorfilm jetzt auch auf Heimkinomedium. Die vorliegende Blu-ray ist zwar nichts Besonderes, dürfte aber dem Liebhaber des Genres zufrieden stellen. Nach dem Einlegen bekommt der Zuschauer erst einmal mit REDEMPTION, EVIDENCE und APARTMENT 143 drei Pflichttrailer in HD und deutscher Sprache präsentiert. Danach befindet er sich auch gleich in einem soliden, aber schickt gestalteten Bewegtmenü, das aus Szenen des Films besteht und mit Musik unterlegt wurde. Beim Bild wird kein Optimum erreicht. Das wirkt hin und wieder leicht verwachsen. In dunklen Passagen werden viele Details verschluckt; wird es hell kränkelt der Kontrast. Immerhin rumpelt es tonal hervorragend im Heimkino. Der Bass grummelt herrlich oft aus dem Subwoofer und bereitet den Zuschauer auf drohendes Unheil vor. Viele kleine Effekte ertönen aus den Rears und erzeugen eine gelungene, räumliche Soundkulisse. Zudem muss man UNIVERSUM FILM an dieser Stelle für die hochwertige Synchronisation loben. Für einen eher unbedeutenden Film wie CRAWLSPACE – DUNKLE BEDROHUNG ist die nämlich sehr gut ausgefallen. Bei den Extras wurde hingegen etwas gespart. UNIVERSUM FILM hat das Feature INSIDE THE CRAWLSPACE (ca. 30 Minuten, HD) lizensiert. Das 30-minütiges Making of beleuchtet die Produktion des Gruseltrips ausführlich, dürfte jedoch nur für jene Filmfans von Bedeutung sein, die der englischen Sprache mächtig sind. Denn Untertitel gibt es für dieses Extra (und auch den Hauptfilm) leider nicht. Weiterhin wird der synchronisierte Trailer zum Film (ca. 2 Minuten, HD) und ein BD-Live-Zugang geboten, bei dem aber eine Internetverbindung erforderlich ist, damit man mehr Bonus bestaunen kann. Eine Trailershow mit sieben weiteren Streifen aus dem Katalog des Labels hat es auch auf die Veröffentlichung geschafft. Das ist zwar alles nicht wirklich viel; weil es sich aber CRAWLSPACE – DUNKLE BEDROHUNG um ein kleines B-Movie handelt, ist der magere Bonus auch nicht sonderlich verwunderlich. Neben einer schönen optischen Präsentation der Blu-ray gibt es wie immer auch ein Wendecover ohne FSK-Zeichen. Wer Sci-Fi in Kombination mit Horror mag, darf gern zugreifen. Denn technisch macht die HD-Umsetzung einen soliden Eindruck, auch wenn beim Bild Potenzial nach oben vorhanden gewesen wäre.
 
 
 

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CRAWLSPACE – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Aliens – die Rückkehr (1986)

Scanners (1981)

Filmreview: „Dark Skies – Sie sind unter uns“ (2013)

dark-skies-2013
 
 
 

DARK SKIES

SIE SIND UNTER UNS

Story

 
 
 
Für Familie „Barrett“ ist nichts mehr so, wie es einmal war, als sie plötzlich mit unerklärlichen Vorfällen konfrontiert werden. Erst schleicht sich des abends ein ungebetener Gast in das Haus, dann prasseln drei bestimmte Vogelarten aus allen erdenklichen Richtungen gegen die heimischen Dachfenster. Hinzukommt, dass die Familienmitglieder mit seltsamen Blackouts zu kämpfen haben und groteske Wundmale an ihrem Körper vorfinden. In ihrer Panik wenden sich die Gepeinigten an einen Spezialisten, der den Eltern offenbart, dass die Familie Teil eines außerirdischen Experiments zu sein scheint …
 
 
 


 
 
 

DARK SKIES – Kritik

 
 
 
Wenn auf einem Filmplakat suggeriert wird, dass hinter dem vorliegenden Filmchen, die Macher der legendären PARANORMAL ACTIVITY-Serie stecken sollen, dann dürfte in der hiesigen Filmszene vermutlich schnell ein lauthalses Stöhnen die Runde machen und alteingesessene Horror-Fans den kommenden Schocker DARK SKIES rasch entnervt von ihrer Must-See-Liste streichen. Die Horror-Schmiede BLUMHOUSE PRODUCTIONS hat sich in Genre-Kreisen mit ihren günstig produzierten Found Footage-Filmchen einen beneidenswerten Namen erkämpft und versucht nach diversen Geisterfilmchen nun auch im Science Fiction-Genre Fuß zu fassen.
 
DARK SKIES ist einer jener Filme, bei denen man irgendwie nicht so wirklich weiß, wie man sie im Endeffekt bewerten soll. Ist man bereits mit dem Genre bewandert, dürfte schnell klar werden, wie der Hase läuft. Da werden die Geschehnisse mit allerlei mysteriösen Begebenheiten eingeläutet und natürlich im Verlauf der Handlung auf die Spitze getrieben. Hierbei versucht der Film sich bis zum Ende die Option offen zu halten, ob es sich denn bei all dem seltsamen Schabernack, um eine wirkliche Heimsuchung durch Aliens handelt, oder ob die Familie eventuell doch durch eine rationell erklärbare Bedrohung heimgesucht wird. Dabei gelingt es DARK SKIES durch allerlei einfache Mittel eine durchaus bedrohliche Atmosphäre zu entwickeln, die es dabei sogar kongenial schafft, falsche Fährten zu legen, um den Zuschauer reichlich zu verwirren. Das beginnt mit einem vollkommen belanglosen Durchwühlen des heimischen Kühlschranks durch etwas vollkommen Unbekanntem und endet damit, dass die Familienmitglieder von unerklärlichen Blutergüssen geplagt werden und mit absoluten Totalausfällen zu kämpfen haben. Effektiv ist das natürlich durchaus und spannend mit Sicherheit, und doch mag man am Ende irgendwie das Gefühl nicht loswerden wollen, nach der plausiblen Auflösung doch etwas vollkommen Spektakuläres und Verblüffendes erwartet zu haben.
 
Mit all seinem zwar effektiven, aber dennoch reichlich banalen Hokuspokus erinnert DARK SKIES durchweg an eine, auf Spielfilmlänge gezerrte Folge der berüchtigten Kult-Serie THE TWILIGHT ZONE, nur mit dem Unterschied, dass das natürlich alles weniger charmant und kultig wirkt und stattdessen auf ein effektgeiles Mainstream-Publikum zugeschnitten wurde. Das wird spätestens dann offensichtlich, wenn die Protagonisten versuchen, ihre Wohnung mit Überwachungskameras zu spicken und man sich als Zuschauer wieder an die diversen PARANORMAL ACTIVITY-Filme und Plagiate zurückerinnert. Verwunderlich ist das natürlich bei weitem nicht, steht ja hinter DARK SKIES auch das Produzenten-Team des berüchtigten Wackelcam-Geister-Franchise, das wohl der Meinung war, die bisher kassentauglichste Zutat ihrer Filmschmiede auch in ihren aktuellen Beitrag unterbringen zu müssen.
 
DARK SKIES scheint grob betrachtet, nicht wirklich viel Neues bieten zu können. Der Grundplot erinnert in seiner einigermaßen geschickten Umsetzung bemerkenswert stark an den Grusel-Kultfilm POLTERGEIST aus dem Jahre 1982. Auch hier sieht sich eine typisch amerikanische Familie mit seltsamen Vorfällen konfrontiert, deren Auslöser bei einem der Familienmitglieder zu suchen ist. Doch nicht nur Elemente aus INVASION OF THE BODY SNATCHERS (1978) und SIGNS (2002) sind im Film selbst wiederzufinden, auch Zutaten aus den hauseigenen Werken, wie INSIDIOUS (2010) haben es letztendlich in irgendeiner Form in den nun vorliegenden DARK SKIES geschafft.
 
Der bereits mit dem Horror-Genre vertraute Drehbuchautor und Regisseur SCOTT STEWART (LEGION (2010) und PRIEST (2011)) hat mit seinem aktuellen Beitrag den wohl bisher besten Film seines Regie-Daseins geschaffen, der zudem auch als der Film des Jahres 2013 betitelt werden darf, der sich am dreistesten an den diversen Kultfilmen des Genres vergangen hat. Hier findet man fast all das ansprechend recycelt wieder, was man bereits in diversen, in der Regel besseren Filmen innerhalb des Genres, zu Gesicht bekommen hat. Das schamlose Zitieren erfolgreicher Kultfilme dürfte bei dem ein oder anderen Filmfreund vermutlich die Schamesröte ins Gesicht treiben lassen, aber dennoch lässt sich behaupten, dass DARK SKIES trotz aller beschriebenen Vergehen, durchaus kurzweilig unterhält und gar nicht so übel ist, wie anfänglich gedacht. Zwar wirkt der Film nicht wirklich nachhaltig, aber als kleines Mysterie-Häppchen für Zwischendurch eignet sich DARK SKIES durchaus. Deshalb: dem Filmgenuß erwartungsfrei entgegenfiebern, um nicht allzu derb enttäuscht zu werden!
 
 
 


 
 
 

DARK SKIES – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Willkommen in der TWILIGHT ZONE: konventioneller Mysterie-Schocker für ein ausgehungertes Mainstream-Publikum. Trotz altbekannter Zutaten ein durchaus gruseliges Filmchen in der Tradition der POLTERGEIST und PARANORMAL ACTIVITY-Schocker
 
 
 


 
 
 

DARK SKIES – Zensur

 
 
 
Der eher harmlose DARK SKIES wurde hierzulande wenig übrraschend bereits ab 16 Jahren freigegeben. Die erhältliche Fassung ist komplett ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

DARK SKIES – Deutsche Blu-ray

 
 
 
dark-skies-blu-ray

(c) Koch Media Home Entertainment

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Dark Skies; USA 2013

Genre: Horror, Thriller, Science Fiction

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 97 Min.

FSK: FSK 16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Audiokommentar mit Regisseur und Produzenten, Alternative und geschnittene Szenen (ca. 15 Minuten), Original Kinotrailer

Release-Termin: 29.01.2015

 

Dark Skies – Sie sind unter uns [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

DARK SKIES – Trailer

 
 
 


 
 

Hellraiser80

 
 
 
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