Filmkritik: „The Terror Within“ (1989)

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THE TERROR WITHIN

(GOOD NIGHT HELL)

Story

 
 
 
Aus der Rubrik Corona und Co. Ein aus dem Ruder gelaufenes Biowaffen-Experiment putzt in damals naher Zukunft die Platte leer. Schlabberdibapp. Ein Grüppchen verzweifelter Überlebender – wie immer – brütet in der Mojave-Wüste in einer weitläufigen unterirdischen Bunkerlandschaft der Armee und erkundet gelegentlich das seuchenzerfressene Amerika nach anderen Übriggebliebenen. Oben herrschen säuische Tiermutanten, die von den Kellermenschen als „Gargoyles“ bezeichnet werden. Als die Belegschaft eine junge und verwundete Frau bei sich aufnimmt, macht sie einen gravierenden Fehler. Mademoiselle ist nämlich gerade von einer der Bestien vergewaltigt worden und trägt dessen viehische Saat im Leibe. Der Nachwu

 
 
 


 
 
 

THE TERROR WITHIN – Kritik

 
 
Geilste Idee vorneweg: Der wunde Punkt der zwei Meter großen Echsenmutanten mit genetisch eingebauter Anabolika-Leidenschaft liegt nicht bei ihrer Reaktion auf Atomwaffen, Motorsägen oder anderer Arten von Knüppel aus dem Sack. Nein, die Pestilenz aus dem Labor hat die Biester mit empfindlichen Hörorganen geschlagen, die mit Hundepfeifen an den Rand des Kollapses geführt werden können. Als Filmemacher auf eine solch brillante Art am Waffen-Budget zu sparen, muss man erst einmal kommen, Brüder und Schwestern.
 
 
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Erster deutscher Auftritt: Zu späteren VHS-Zeiten gab’s den spaßigen Stinker unter dem Titel GOOD NIGHT HELL in einer schicken Großbox. In Übersee erfährt er als eine der letzten nach typischer Facon hergestellten Produktionen aus der Verantwortung des mächtigen Roger Corman ein dementsprechendes Marketing. Die vorliegende digitale Auflage bedient sich endlich auch dieses werbewirksamen Prädikats. Tatsächlich erinnert der Aufbau von THE TERROR WITHIN an ganz frühe Filme des Königs der B-Movies. Eine minimal gehaltene Besetzung im Kampf gegen ein Billigheimer-Ungeheuer in Kulissen, die diese Bezeichnung eigentlich gar nicht verdient haben. Man gibt sich schon mit geeigneten Räumlichkeiten aus dem Bereich verlassener Industriegebäude zufrieden. Langt ja auch. In ernsthaftem Cineasten-Kontext würde man wohl von einer kammerspielartigen Atmosphäre schwadronieren. Zum Glück müssen wie an dieser Stelle keine Seriosität simulieren. Das Setting der Welt nach dem großen Knall oder der reinigenden Seuche (wobei die Bunkeranlage auch in jeder nicht postapokalyptischen Umgebung stehen könnte) ist ebenfalls ein Stilmittel, das El Gran Rogerio schon 1955 in seinem Frühwerk DIE LETZTEN SIEBEN zu nutzen weiß. California über alles, wie eine berüchtigte Musikkapelle schon Ende der Siebziger zu singen wusste. Dort wie hier sind die Schauspieler ein Potpourri aus Nobodys und verstrahlten Kultstars mit beschädigter interner Qualitätskontrolle.
 
 
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In THE TERROR WITHIN stehen 1989 der unverwüstliche, aus geschätzten achttausend Filmen bekannte Schrank George Kennedy und Widerling Andrew Stevens ihren Mann. Besonders Stevens scheint so ein Vergnügen an der Chose zu haben, dass er zwei Jahre später in der Fortsetzung mitspielt und obendrein auch noch Regie führt. Den wuchtigen Gargoyle mit vorbildlichem Fortpflanzungstrieb spielt ein Stuntman und Kampfsportler mit dem beneidenswerten Namen Jack van Landingham. Die Art der Action, also menschliche Monsternahrung, die durch enge Schächte gejagt wird, bevor schließlich gar blutig Sense ist, entlehnt Regisseur Thierry Notz natürlich Ridley Scotts ALIEN – DAS UNHEIMLICHE WESEN AUS EINER FREMDEN WELT (1979). Auch die Brutzeit im menschlichen Wirtskörper – die ist kurz, höchstgradig schmerzhaft und beim Wurf splatterig-tödlich – kennt der geschulte Filmfreund von den Brustzerplatzer-Crashgeburten der Xenomorph-Außerirdischen aus der Alptraumwerkstatt HR Gigers. Ja, wie dort auch haben die Monstrositäten in allererster Linie den Erhalt der Spezies auf dem Ticker und schändet jedes menschliche Wesen, das ihnen vor die pochende Schleimrute läuft. Pfui.
 
 
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THE TERROR WITHIN – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
THE TERROR WITHIN ist knuspriges Trash-Unterhaltungskino aus geschulter Hand. Produzent Roger Corman mixt wild Ideen aus Nach-dem-Weltuntergangs-Film und den Tunnelhetzjagden und Chest-Burster-Exzessen aus dem 1979er Science-Fiction-Horror-Klassiker ALIEN. So einen Film 1989 zu servieren zeugt von der Furchtlosigkeit seiner Macher. Mit dem gütigen Auge des Retro-Fandoms betrachtet, gewinnt der Spaß gleich noch einen Old-School-Sympathiebonus. Jetzt schauen wir mal aus dem Kellerfenster, ob uns COVID-19 schon Gargoyles beschert hat.
 
 


 
 
 

THE TERROR WITHIN – Zensur

 
 
 
THE TERROR WITHIN erschien ungeschnitten mit FSK18-Einstufung auf VHS-Kassette, wurde aber danach schnell auf dem Index gesetzt. Dort verweilte er zwischen 1990 und 2015. Während dieser Zeit wurde der Monster-Trash mehrfach auf DVD in unterschiedlichen Schnittfassungen veröffentlicht. Dank M-Square Pictures kommt der Ex-Indexfilm nun endlich ungeschnitten und legal als Blu-ray in die deutschen Wohnzimmer. Die aktuell im Handel erhältliche Blu-ray im Mediabook ist ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

THE TERROR WITHIN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) M-Square Classics (Mediabook – limitiert auf 1200 Stück)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Terror Within; USA 1989

Genre: Horror | Trash | Science Fiction

Ton: Deutsch DTS-HD MA 2.0 (Mono), Englisch DTS-HD MA 2.0 (Mono)

Untertitel: keine

Bild: 1.85:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 88 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Mediabook

Extras: Film zusätzlich auf DVD, 16-seitiges Booklet mit tollen Fotos und Hintergrundinformationen, Erstmals auf DVD und Blu-ray als limitierte Mediabook-Edition, Weltpremiere in HD auf Blu-ray, Uncut Fassung, Digital Remastered (Neues HD Master), FSK Logo ablösbar, Open-Matted Original Deutsch VHS Version, Originaltrailer, Artwork Galerie

Release-Termin: Mediabook: 25.09.2020

 

The Terror Within [Mediabook mit Blu-ray + DVD] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

THE TERROR WITHIN – Trailer

 
 


 
 
 

Christian Ladewig

(Rechte für Grafiken liegen bei M-Square Classics)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Terror Within II – Die Gene schlagen zurück (1991)
 
Das Nest (1988)
 
Mutant – Das Grauen im All (1982)
 
Anthony (1987)
 

Filmkritik: „Der Biggels-Effekt“ (1986)

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DER BIGGELS-EFFEKT

(BIGGLES | BIGGLES: ADVENTURES IN TIME)

Story

 
 
 
Im New York des Jahres 1986 gerät der junge Jim Ferguson in ein Zeitloch. Das katapultiert ihn ins Jahr 1917, wo er dem britischen Kampfpiloten James „Biggles“ Bigglesworth die Haut rettet. Zurückgeworfen in die Gegenwart erklärt ihm der greise Ex-Kampfflieger Raymond, dass Ferguson und Biggles Zeit-Zwillinge sind, die sich in der Not gegenseitig retten können. Gemeinsam und nach vielen Wechseln der Zeitebenen, geraten die beiden in die Lage, den drohenden Endsieg der Nazis verhindern zu können.

 
 
 


 
 
 

DER BIGGELS-EFFEKT – Kritik

 
 
W.E. Johns‘ Buchreihe über Biggles (im Deutschen knallhart auf die Schreibweise „Biggels“ umgeproft), Ferguson und ihre Zeitsprünge soll bereits 1968 verfilmt werden, Schreibprozess und Casting sind abgeschlossen, sogar die Kulissen stehen schon. Leider geht die Verfilmung mit Haudegen James Fox in der Hauptrolle den Weg alles budgetär falsch Kalkulierten auf der Welt und die Johns-Fans müssen bis Mitte der Achtziger auf eine Adaption warten. Die sieht im Script noch aus wie eine in Pulp-Roman-Ästhetik getränkte Luftfahrt-Abenteuer-Charade im Indiana-Jones-Stil und vergisst fast den Kern der Story: Die Zeitreisen. In seiner letzten Kinorolle als Airforce-Veteran Raymond dürfen wir die britische Horrorfilm-Ikone Peter Cushing bewundern. In seiner Autobiographie schreibt der große englische Mime, dass sein Leben schon 1971, mit dem Tod seiner Gattin, zuende gewesen sei. Direkt nach dem schweren Einschlag in Cushings Alltag nimmt er mehr und mehr ab, wirkt immer geisterhafter und eingefallener in seinem Auftreten. Nach DER BIGGELS-EFFEKT beendet der legendäre Professor van Helsing dann auch seine Karriere und tritt bis zu seinem Tode nicht mehr auf.
 
 
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Regie führt der Brite John Hough. Der, nächstes Jahr feiert er seinen achtzigsten Geburtstag, zählt zu jener bedauernswerten Kategorie von Filmschaffenden, die erst dann ausreichend Anerkennung für ihr Schaffen erfahren werden, wenn sie dereinst der Schlag trifft. Er leitet bereits in den Sechzigern die Aufnahme bei Folgen von MIT SCHIRM, CHARME UND MELONE (den ersten „Avengers“), dreht 1971 für Hammer den schnittigen DRACULAS HEXENJAGD, 1973 für den großen Konkurrenten Amicus TANZ DER TOTENKÖPFE und 1974 in den USA den in Drive-In-Theater-Kennerkreisen beliebten Road-Movie-Exploitationer KESSE MARY – IRRER LARRY mit Peter Fonda. Besonders interessant aber sind John Houghs Arbeiten in der Welt des Kinder-Horrors, also der gruseligen Filme zugeschnitten auf ein jugendliches Publikum. Tatsächlich zeichnet er gleich für drei hochbedeutsame Vertreter der Spielart verantwortlich: 1975 DIE FLUCHT ZUM HEXENBERG und drei Jahre später dessen Fortsetzung DER SIEG DER STERNENKINDER. Beide Alien-Kiddie-Abenteuerfilme bestechen durch ihre sorgfältige, routinierte Inszenierung und eine ganz besondere Atmosphäre. Sie taugen noch 2006 einem auch schönen Remake mit Dwayne „The Rock“ Johnson zur Vorlage. Houghs 1980 gedrehter SCHREI DER VERLORENEN, eine meisterlich orchestrierte Okkultismus- und Dämonologie-Geschichte, ist der wohl Unheimlichste im Reigen der Kinder-Verschreckungsfilme. Der Titel teilt sich innerhalb des Walt-Disney-Kanons den Meisterpokal des gruseligen Kinomatinee-Spielfilms mit der Zeichentrick-Fantasy TARAN UND DER ZAUBERKESSEL von 1986. Der Gehörnte König, Motherfuckers! Sein DER BIGGELS-EFFEKT darf sich hingegen nicht der Markierungen dieser wenig erforschten Unterkategorie des Kinos der Phantastik bedienen. Minderjährige Protagonisten, die eigentlich schon genug mit sich und ihrem inneren Entwicklungstrubel zu tun haben, landen mitten in allerlei übernatürlichen Kalamitäten und verstehen die Welt endgültig nicht mehr. Ferguson und Bigglesworth sind beide erwachsene Männer – was sie aber nicht vor den Wirrungen des Zeitreisegeschäfts schützt.
 
 
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DER BIGGELS-EFFEKT – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
Distinguiert britisches Zeitreise-Actiongeholze mit charmantem Pulp-Abenteuer-Einschlag. John Houghs Verfilmung der Sci-Fi-Bücherwelten von W.E. Johns erinnert an Kriegszeiten-Science-Fiction wie DAS PHILADELPHIA EXPERIMENT oder den herrlichen Japaner TIME SLIP von 1979. Der traurige Peter Cushing betritt die Bühne in DER BIGGELS-EFFEKT ein letztes Mal. Nur einer von vielen Gründen, diesem vergessenen Zukunfts- (und Vergangenheits- natürlich) Film ein paar Stündchen zu widmen. Kalte Winterabende und so.
 
 


 
 
 

DER BIGGELS-EFFEKT – Zensur

 
 
 
DER BIGGELS-EFFEKT erschien bisher nur auf VHS-Kassette. Dort war der Streifen aber leicht geschnitten. Leider erfolgte nie eine DVD-Auswertung. Das ändert sich aber jetzt. Das Label WICKED VISION hat sich dem Film angenommen und veröffentlicht die erste ungeschnittene Filmfassung in Deutschland auf DVD und Blu-ray. Als i-Tüpfelchen feiert der Streifen hierzulande sogar seine deutsche HD-Premiere. Wenn das mal nichts ist. Sci-Fi-Fans wird das freuen.
 
 
 


 
 
 

DER BIGGELS-EFFEKT – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Wicked Vision Media (Mediabook – Cover A – limitiert auf 333 Stück)

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(c) Wicked Vision Media (Mediabook – Cover B – limitiert auf 333 Stück)

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(c) Wicked Vision Media (Mediabook – Cover C – limitiert auf 333 Stück)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Biggles; Großbritannien | USA 1986

Genre: Abenteuer | Kinder | Familie | Science Fiction

Ton: Deutsch DTS-HD MA 2.0, Englisch DTS-HD MA 2.0

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 1.85:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 92 Min.

FSK: FSK12 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Mediabook

Extras: Film zusätzlich auf DVD, Eine limitierte Sammelkarte! (Nur für die ersten 100 Vorbesteller im Wicked Shop), Erstmals mit deutschem Ton in Stereo!, 24-seitiges Booklet mit einem Essay von Christoph N. Kellerbach, My Friends Call Me Biggles“: Interview mit Neil Dickson, „A Matter of Time“: Interview mit Alex Hyde-White, „The Stunts of Biggles“: Interview mit Stuntman Dinny Powell, TV-Mitschnitt: „Saturday Superstore“ (1986), TV-Mitschnitt: „Blue Peter“ (1986), Making-of Dokumentation, Musik-Videos, Video Game Promo, Deutscher Trailer, Originaltrailer, TV-Spots, Bildergalerie

Release-Termin: Mediabook: 25.09.2020

 

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DER BIGGELS-EFFEKT – Trailer

 
 


 
 
 

Christian Ladewig

(Rechte für Grafiken liegen bei Wicked Vision Media)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Zurück in die Zukunft (1985)
 
Zurück in die Zukunft II (1989)
 
Zurück in die Zukunft III (1990)
 

Filmkritik: „Alien Prey“ (1977)

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ALIEN PREY

(PREY | THE DESTRUCTOR)

Story

 
 
 
Ein Alien in Menschenform bezirzt eine junge Frau, die mit ihrer Freundin auf einem abgelegenen Bauernhof lebt…

 
 
 


 
 
 

ALIEN PREY – Kritik

 
 
Synthies, fette, dreckige Synthesizer spucken frühe, teils quälende Melodien und Quietschgeräusche vor die minimalistischen Credits, ein mysteriöses „I’m now in orbit“ vor schwarzer Leinwand, dann wird der Zuschauer mit der jungen Jessica synchronisiert, da sich beide mit bunten Lichtern aus dem Wald konfrontiert sehen, die in das Schlaf- bzw. Wohnzimmer der erschrockenen Dame, bzw. des amüsierten Zuschauers gelangen. Jessica ist dabei gespielt von Glory Annen, deren größter bzw. einziger Hit wohl „Felicity“ gewesen sein durfte, vor dem sie hier aber ihr Spielfilmdebüt in einer Rolle geben durfte, die sich durch Schönheit und lautes Schreien auszeichnet.
 
 
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Jessica erzählt ihrer Freundin, Josephine, von einem Alptraum über eine Kreatur sowie den sehr realen Lichtern vor dem Haus, per POV-Aufnahme erfahren wir kurz danach auch schon, dass scheinbar etwas im Gebüsch wartet. Furchtbar nachsynchronisierte Stöhner beim lesbischen Rummachen sowie den eher belanglosen Dialogen, kurz darauf wird bei Nacht ein Unbekannter unblutig umgebracht, Vampirzähne blitzen auf, mehr buntes Licht und wir befinden uns gerade einmal 5 Minuten im Film. Soll „Alien Prey“ tatsächlich die skurrile, britische, ideenreiche und kurzweilige 70s-Lesben-Alien-Unterhaltung sein, als die sie beworben wird?
 
 
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Schnitt und der nächste Szenenblock lebt in erster Linie von Jessicas unfassbar intensiv blumiger Bluse, der idyllischen Umgebung, nur mit Vogelgezwitscher unterlegt, und hin und wieder unfreiwillig komischer, verhalten trashiger Unterhaltung, da im langsamen Tempo ein komplett in grau gekleideter Mann, der sich zögerlich stotternd und wenig menschlich als „Anderson“ vorstellt, auf die beiden trifft. Die naive Jessica nimmt den Fremden gerne auf der abgelegenen Farm des Paares auf, Joe lässt sich zögerlich überreden, kurz vorher noch wird lautes Knacken im Wald mit Eichhörnchen erklärt und die toten, unangefressenen Tiere in der Umgebung natürlich mit Füchsen. Auf unbedarfte, trashige Weise weiß dieser Anfangsabschnitt zu unterhalten, wenn „Anders Anderson“ roboterhaft durch die teils hübsch eingefangenen Szenen chargiert, per halbsekündiger Zwischenschnitte immer wieder sein amüsantes Alien-Gesicht samt Reißzähnen eingeblendet wird und sogar eine kurze Jagdsequenz mit einem Polizisten entsteht. Doch was anfangs noch zu unterhalten weiß, ist mit der Zeit dann leider immer ermüdender, denn da es offensichtlich kaum ein Budget gab, nur wenige Darsteller und als „Effekt“ Kindergarten-Makeup mit dunklen Kontaktlinsen und billigen Reißzähnen herhalten muss, wird die Zeit liebend gerne mit allem anderen gefüllt. Das könnte sich durch eine motivierte Regie, wildes Editing oder ein tightes Script mit starken Dialogen bestens retten, doch leider bleibt es seht steif, sehr langsam und sehr belanglos, wenn unser Dreiergespann fortan Kleider anzieht und Sekt trinkt, oder eine zu lange lesbische Softsex-Szene folgt, während Anderson wenig spannend durchs Haus streift.
 
 
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Atmosphäre oder Anspannung wollen nie aufkommen, punktuelle skurrile Ereignisse helfen allenfalls vor dem völligen Abschalten des Zuschauers – so ist das Paar vegetarisch, weshalb unser fleischfressender Alien nach einem Bissen bereits ungeniert auf den Tisch erbricht und sich dafür später die Hühner des Hofes vornimmt. Jegliches blutiges Treiben bleibt aber passiv präsentiert und geschieht offscreen, weshalb die wohlig dröhnenden Retro-Synthesizer und die Nacktheit noch die größten Vertröster bzw. Qualitäten sind, die dieser Film besitzt. „Hand of a Stranger“ und ein weiterer, gelungen gewählter Song veredeln die Score um ein vielfaches, die Kostüme sind positiv hervorzuheben und ja, auch auf der Trash-Skala kann der turbulente, folgende Verlauf des Films einschlagen – doch dass auch nur 10 Minuten ununterbrochen ein Unterhaltungsfaktor aufkommt, ist eine Seltenheit. In einer furchtbar penetrant lauten und anstrengenden Manier wird nur noch hart übersteuert geschrien, statt geschauspielert, eine unnötig ewig gestreckte Szene zeigt Anderson mit dem Paar in Zeitlupe am panischen Herumplanschen im bräunlichen Dreckswasser, eine Fuchsjagdszene endet, ohne je einen Fuchs gezeigt zu haben und jegliche Konfrontationen oder Tode sind stumpf, unpointiert und vorhersehbar. Auf dem Papier ist das Ende überzeugend konsequent, auf dem Papier hätte sich diese großartige Prämisse aber auch für einen stilvollen Mysterythriller mit nebelverhangenem Bauernhof im britischen Hinterland, oder aber einen sleazigen Partyfilm mit schleimigen Effekten, Nacktheiten und ausgiebigen Splattereinlagen angeboten. Leider ist beides nicht geschehen.
 
 
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ALIEN PREY – Fazit

 
 
 
3 Punkte Final
 
 
Minimalistische Schlaftablette, die ihre reizvolle Prämisse auch innerhalb ihres geringen Budgets noch gegen die Wand fährt. Vereinzelt trashige Kuriositäten, ein solider Synthesizer-Soundtrack, zeigefreudige Darstellerinnen sowie eine handvoll ästhetisch ansprechender Bilder reichen hier leider nicht.
 
 


 
 
 

ALIEN PREY – Zensur

 
 
 
„Alien Prey“ war in Deutschland auf DVD und VHS nur in gekürzter Fassung zu haben. Mit der Blu-ray hat sich das geändert. Alle in Deutschland erhältlichen Blu-ray-Fassung sind ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

ALIEN PREY – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) White Pearl Movies (Blu-ray + DVD im Mediabook | auf 1000 Stück limitiert)

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(c) White Pearl Movies (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Prey; Großbritannien 1977

Genre: Horror, Science Fiction, Trash

Ton: Deutsch DTS-HD MA 2.0, Englisch DTS-HD MA 2.0

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 1.66:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 85 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Mediabook | KeepCase mit Wechselcover

Extras: Audiokommentar, Interviews, Original Trailer, Artworkgalerie | zusätzlich im Mediabook: Booklet, Film auf DVD

Release-Termin: Mediabook: 08.02.2019 | KeepCase: 11.09.2020

 
 

Alien Prey [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

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ALIEN PREY – Trailer

 
 


 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Grafiken liegen bei White Pearl Movies | DAREDO)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Des Teufels Saat (1977)
 
Xtro – Nicht alle Außerirdischen sind freundlich (1982)
 
Samen des Bösen (1981)
 

Filmkritik: „Sie kamen von jenseits des Weltraums“ (1967)

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SIE KAMEN VON JENSEITS DES WELTRAUMS

(THEY CAME FROM BEYOND SPACE)

Story

 
 
Ein rätselhafter Meteorschauer hagelt auf eine englische Ackerlandschaft hernieder. Rätselhaft? Tatsächlich, landen die außerirdischen Gesteinsbrocken doch in einer lupenreinen V-Anordnung in dem Feld nahe Cornwall. Dr. Temple, eigentlich eine große Nummer in der europäischen Alien-Forschung, nimmt nach einem Autounfall nicht an den Untersuchungen der Einschlagstelle teil, seine Freundin Lee, auch vom Fach, allerdings hat Dienst. Besser so, zumindest für Temple, da die Köpfe der an der Ortsbegehung teilnehmenden Wissenschaftler von Außerirdischen in Besitz genommen werden. Schlechter sind nur noch die Dorfbewohner der Umgebung dran. Sie werden von einer unbekannten Seuche befallen, bei der ihre Körper voller ausgetretener Blutstropfen sind, bevor schließlich unvermeidlich der Tod eintritt. Temple scheint jedoch immun gegen die Hirnübernahme und sogar die Weltraum-Seuche zu sein. Beides sind – man kann es sich denken – Maßnahmen, mit denen die Aliens hinter dem hinterlistigen Meteoriten-Angriff am End‘ den rückschrittlichen Planeten Erde übernehmen wollen.

 
 
 


 
 
 

SIE KAMEN VON JENSEITS DES WELTRAUMS – Kritik

 
 
Aliens, Seuchen, menschliche Arbeitstiere für den Mond – potent, potent! Die zaghaft unternommenen Ausflüge der beiden großen britischen Horror-Studios ins Genre der Science-Fiction sind heute beinahe völlig vergessen. Zu erschlagend und stilprägend ist das Horror-Oeuvre von Hammer Films und – wie im Falle von SIE KAMEN VON JENSEITS DES WELTRAUMS – Amicus Productions, zu klein der Gesamtoutput der berühmten Produktionsgesellschaften an Weltraum-Fantasy. Die Kulissen eines ebenfalls von Rosenberg und Subotsky produzierten Films aus der Welt von DR. WHO, der wohl berühmtesten englischen Science-Fiction-Figur, stehen noch und werden frechweg gleich nochmal verwendet. Ja, wir haben es mit einer kostengünstigen Arbeit zu tun.
 
 
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Als Star des Films sehen wir den Amerikaner Robert Hutton, einen seit 1943 maßgeblich in B-Produktionen und am Theater tätigen Leading Man klassischer Erscheinung, an den sich mittlerweile nur noch die richtig versierten Kinonerds erinnern. Freunde des absonderlichen Films könnten sich Hutton 1963 noch im amerikanischen Ultra-Billigheimer-Monster-Movie THE SLIME PEOPLE zu Gemüte führen. Dort führt er sogar Regie. Von den heimisch gezüchteten Genreprofi-Gesichtern vor der Kamera erleben wir hier nur Michael Gough als „Master Of The Moon“. Die Kollegen der schauspielerischen Gruselfilm-Prominenz, Christopher Lee, Peter Cushing und so weiter ist zum Zeitpunkt der Dreharbeiten andernorts am Set zu finden. Dafür ist durch die Regie von Freddie Francis höchster britischer Genrekino-Standard garantiert. Für das Drehbuch zeichnet niemand geringeres als Amicus-Miteigentümer Milton Subotsky verantwortlich – eine schöne Parallele zu Hammer-Films-Chef Michael Carreras, der ja gelegentlich auch mal als Autor und Regisseur in Erscheinung getreten ist.
 
 
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SIE KAMEN VON JENSEITS DES WELTRAUMS ist Science-Fiction-Trash, wie man ihn typischerweise aus amerikanischer Herstellung kennt. Unzweideutig für ein Minibudget gedreht und durchgehend mit absurden Ideen gespickt. So muss das sein. Nehmen wir etwa die Immunität des Helden gegen die außerirdischen Krankheitserreger. Dr. Temple wird nur deswegen nicht von den tödlichen Alien-Blutpocken erwischt, weil ihm infolge seines Verkehrsunfalls eine Metallplatte in den Kopf eingesetzt wurde. Auch die Psy-Attacken auf den freien Willen der Forscher wehrt die Platte im Schädel ab. Man kennt ja die blöden Witze oder todernste Aussagen von Betroffenen, die angeblich Radiosignale über solche chirurgischen Ersatzteile empfangen können. Virenresistenz ist neu – geht aber schließlich um eine Krankheit von jenseits des Weltraums. Da geht das. Auch die Umleitung über den Mond ist so gaga, dass man anderthalb Augen zudrücken müsste, wenn man denn vorhätte den Film als bitterernste Zukunftsvision zu sehen. Aber das will ja hoffentlich niemand, oder?
 
 
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SIE KAMEN VON JENSEITS DES WELTRAUMS – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
Science-Fiction, britisch und dann auch noch von den Amicus Productions, ist ein ebenso seltenes und seltsames Tier im Dschungel der B-Movie-Fauna. SIE KAMEN VON JENSEITS DES WELTRAUMS verpasst amerikanischen Außerirdischen-Invasions-Filmen einen Anstrich englischer Bedächtigkeit. Aliens suchen auf der Erde nach Sklaven für ihre Werkstatt auf dem Mond. Damit ist eigentlich alles gesagt. Space-Age-Exotica eben. Das geht immer!
 
 


 
 
 

SIE KAMEN VON JENSEITS DES WELTRAUMS – Zensur

 
 
 
Die aktuell in Deutschland erhältliche Fassung auf Blu-ray und DVD ist ungeschnitten und frei ab 12 Jahren.
 
 
 


 
 
 

SIE KAMEN VON JENSEITS DES WELTRAUMS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) White Pearl Movies (Limitiertes Mediabook)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN

Originaltitel: They Came from Beyond Space; Großbritannien 1967

Genre: Horror, Abenteuer, Science Fiction

Ton: Deutsch DTS-HD MA 2.0, Englisch DTS-HD MA 2.0

Untertitel: keine

Bild: 1.85:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 85 Min.

FSK: FSK12 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Mediabook

Extras: 16-seitiges Booklet, Original Trailer, Artworkgalerie, DVD-Fassung des Films

Veröffentlichung: Mediabook: 11.09.2020

 
 

Sie kamen von jenseits des Weltraums [DVD + Blu-ray im Mediabook] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

SIE KAMEN VON JENSEITS DES WELTRAUMS – Trailer

 
 


 
 
 

Christian Ladewig

(Die Rechte aller verwendeten Bilder und fürs Packshot liegen bei White Pearl Movies | Daredo)

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Feinde aus dem Nichts (1957)
 
Blumen des Schreckens (1962)
 
Invisible Invaders (1959)
 

Filmkritik: „World Gone Wild – Die letzte Kolonie“ (1987)

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WORLD GONE WILD – DIE LETZTE KOLONIE

(LOST WORLD – DIE LETZTE KOLONIE | WORLD GONE WILD)

Story

 
 
Anno 2087. Die Welt ist mal wieder ein postapokalyptisches Jammertal. Nach dem letzten Knall ist Wasser in der globalen Wüstenei zum wertvollsten Gut geworden. Die Überlebenden des nukleraren Feuers gründen kleine friedliche Siedlungen, die den kriminellen Elementen unter der Restmenschheit natürlich ein Dorn im Auge sind. Unter der moralischen Führung der Moses-Figur Ethan gedeiht das Nest Lost Wells halbwegs vor sich hin und steht im Fadenkreuz der Post-Nuke-Unholde des irren Derek. Abhilfe gegen die Attacken der abgerissenen Schurken soll das Anheuern eines schlagkräftigen Söldnertrupps schaffen.

 
 
 


 
 
 

WORLD GONE WILD – Kritik

 
 
Passt alles. Die Welt nach dem dumpfen Schlag, staubtrockene Wüstenaction, Brutalität und blöden Humor gibt’s als Bonus. Lee H. Katzins WORLD GONE WILD, in die stramm bestückten Reihen der Endzeit-Science-Fiction am hinteren Ende der Welle eingerückt, weiß durch einige charmante Eigenheiten zu überzeugen. Da hätten wir an erster Stelle die Handlung. Verzweifelt Gut gegen verzweifelt Böse am Abend aller Tage gibt es ja tatsächlich in einer endlosen Genre-Litanei. Hier bedienen sich die Macher zusätzlich beim Grundplot eines der beliebtesten Abenteuerfilme der Kinogeschichte.
 
 
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Die Rede ist natürlich von Akira Kurosawas DIE SIEBEN SAMURAI von 1954, dessen Prämisse seit dem Erscheinen des Films gefühlt tausend mal imitiert, persifliert oder schlichtweg übernommen wurde. Am Bekanntesten in diesem Zusammenhang sicher der legendäre All-Star-Western DIE GLORREICHEN SIEBEN, bereits sechs Jahre nach dem Japaner entstanden. WORLD GONE WILD jedenfalls lässt eine Gang brutaler Söldner gegen die Bösewichter ins Feld ziehen, die sich sehen lassen kann. Angeführt vom büffeligen Herrenfilm-Macker Michael Paré sehen wir unter anderem den erst kürzlich ins ewige Bahnhofskino abberufenen Anthony James bei der harten Arbeit. Einen Charakterdarsteller aus der Hölle, dessen genuine Superkraft war, in jeder Rolle zu wirken wie ein pervers schwitzender Sexualstraftäter. Kann auch nicht jeder. Eigenheit numero due ist die Besetzung von Derek Abernathy, dem wahnsinnigen Prediger. Dieser Gegenspieler des von Bruce Dern gegebenen Quasi-Heiligen Ethan (übrigens der letzte Schullehrer der Welt, behauptet man) wird von der leicht überforderten Schauspielkunst des britischen Sängers Adam Ant zum Leben erweckt.
 
 
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Adam war im sogenannten echten Leben ein echter Popstar, seine Band Adam & The Ants trat in Piratenkostümen auf und spielte eine entsetzliche Version an sich bereits auch schon entsetzlicher weil unterkühlt herzloser und klapprig abgemischter New-Wave-Kackmusik, die von der zeitgenössischen Presse als „New Romantic“ verkauft wurde. Weniger romantisch hingegen seine Idee eines übergeschnappten Endzeitpredigers, dessen Ersatz-Bibel aus den Schriften des Hippiegurus Charles Manson besteht. Ants Auftritt an der Schauspielfront ist der Musikpresse Ende der Achtziger beachtlich genug, WORLD GONE WILD für einen Young Artist Award zu nominieren und – unter anderem in der LA Times – in veritable Lobpreisungen über diese „lebendige Mixtur vom MAD MAX und DIE GLORREICHEN SIEBEN“ auszubrechen. Wir haben zwar mit Sonderpunkten wegen der Mitwirkung verblasster Pop-Idole von einst nix zu tun, mögen Katzins Endzeitvision aber trotzdem.
 
 
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WORLD GONE WILD – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
WORLD GONE WILD ist ein stets unterhaltsamer, zackiger Endzeitfilm aus amerikanischer Produktion. Die derbe Schmierigkeit der Genre-Counterparts aus Länder wie Italien oder gar den Philippinen weicht hier einer gewissen Hollywood-Poliertheit, was den Spaß an der „Sieben gegen die Nachzehrer Charles Mansons“ nicht schmälert. Die VHS-Kassette war nicht wirklich verbreitet und so ist die Wiedergeburt des Films in digitalen Zeiten hochwillkommen.
 
 


 
 
 

WORLD GONE WILD – Zensur

 
 
 
WORLD GONE WILD erschien in Deutschland direkt auf VHS, aber nur in einer entschärften Fassung. Diese gekürzte FSK18-Fassung wurde aber trotzdem indiziert. Erst 2014 wurde der Film wieder von der Index-Liste gestrichen. Leider erschien der Film bisher nicht auf DVD. Das ändert sich jetzt. Im Zug der ersten deutschen Blu-ray-Auswertung erscheint der Streifen nun zeitgleich auf DVD. Beide Medien (Blu-ray und DVD) befinden sich hierbei in einem limitierten Mediabook. Die wegen den damaligen Zensuren nicht synchronisierten Szenen wurden nicht übersetzt, sondern nur mit deutschen Untertiteln versehen. Immerhin liegt der Film in diesem Mediabook ungeschnitten vor. Sammler können zugreifen.
 
 
 


 
 
 

WORLD GONE WILD – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) White Pearl Movies (Limitiertes Mediabook)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN

Originaltitel: World Gone Wild; USA 1987

Genre: Action, Science Fiction

Ton: Deutsch DTS-HD MA 2.0 (Mono), Englisch DTS-HD MA 2.0 (Mono)

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.85:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 94 Min.

FSK: FSK18 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Mediabook

Extras: 16-seitiges Booklet mit Infos zu Film und Darstellern sowie vielen Bildern (kein Autor benannt), Originaltrailer, Artworkgalerie, DVD-Fassung des Films

Veröffentlichung: Mediabook: 21.08.2020

 
 

World Gone Wild – Die letzte Kolonie [Mediabook] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

WORLD GONE WILD – Trailer

 
 


 
 
 

Christian Ladewig

(Die Rechte aller verwendeten Bilder und fürs Packshot liegen bei White Pearl Movies | Daredo)

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Mad Max (1979)
 
Mad Max II – Der Vollstrecker (1981)
 
Mad Max – Jenseits der Donnerkuppel (1985)
 
Waterworld (1995)
 

Filmkritik: „Slithis – Das Schlimmste was die Hölle zu bieten hat“ (1978)

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SLITHIS – DAS SCHLIMMSTE WAS DIE HÖLLE ZU BIETEN HAT

(SPAWN OF THE SLITHIS)

Story

 
 
Verdammte gewerbsmäßige Rücksichtslosigkeit der Industrie! Auch im sonnig-schönen Südkalifornien nimmt man es an jenem Tage, Ende der Siebziger Jahre, nicht so eng mit der verflixten Reaktorsicherheit. Die satanische Uransuppe läuft dann auch aus und versaut die regionalen Gewässer tüchtig. Ein unschuldig im Nass ruhendes Reptil zieht die Goldene Arschlochkarte und bekommt den größten Teil der giftigen Sauerei ab. Jetzt schleicht der missmutige Giftmüll-Sasquatch durch die Peripherie und reißt, was ihm vor die fiesen Klauen kommt. Das wären Penner, Omis, Frauen, Kinder und andere Futtermittel. Der SPAWN OF THE SLITHIS (so der edle Originaltitel alter Schule, den diese Preziose von Monster-Schlock trägt) hat einen nur wenig unausgewogenen Diätplan, meine Damen und Herren.

 
 
 


 
 
 

SLITHIS – Kritik

 
 
Die Atomkraft hat Schuld. So. Früher wurde eine solche, vollends vernunftfundierte Allgemeinwahrheit im Reiche des Films noch als Selbstverständlichkeit erachtet. Dem alten SLITHIS ging’s da nicht anders. Seine verstrahlte Genetik entstammt direkt dem nuklearen Klärschlamm von Venice Beach in Kalifornien. Diesem entsteigt der schuppige Strolch, zwei Meter groß und insgesamt sowas wie ein glibbergrüner Rieseneidechs‘ im Aufrechtgang und mit mächtigen Aggressionsproblemen.
 
 
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SLITHIS vermittelt durchgehend den Eindruck, schon zu seiner Aufführungszeit knapp fünfundzwanzig Jahre zu spät gekommen zu sein. Unsympathisch ist das natürlich beileibe nicht. Ja, das klassische Gummimonster-lässt-die Kacke-fliegen-Zelluloidabenteuer ist 1978 durchaus längst ein Relikt der halbvergessenen Genrefilm-Vergangenheit. Blindmaskiert umhertapernde Herren, gerne Stuntmänner, in gleichermaßen phantasievollen wie sofort erkennbar kostengünstigen Kostüm-Alpträumen aus Plaste, Latex und Pappmaché wirken kurz vorm Anbruch der futuristisch anmutenden Achtziger Jahre bereits ganz gehörig aus der Zeit gefallen.
 
 
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Zwischenzeitlich hatte sich das Horror-Kino umwälzenden Veränderungen unterzogen. Die ängstlichen Monsterinvasionen wurden von nackter Haut und dem Früh-Splatter-Kino der vollen Ketchup-Eimer abgelöst und danach, etwa von Regisseuren wie George A. Romero oder Larry Cohen, mit politischem, genauer linkem Bewusstsein aufgeladen. SLITHIS stellt quasi – wenn wir hier mal für dreißig Sekunden filmhistorisch ernsthaft sein wollen – eine Vollendung des Kreises dar: Nur wenig turbulenter Monster-Trash der Fünfziger mit Gewaltanteil straight aus den Sixties und dem Siebziger-Beigeschmack des politischen Vorwurfs an eine skrupellose Atomenergie-Wirtschaft. Wunderbar!
 
 
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Was SLITHIS in den Kinos an halsbrecherischer Action und zähnezerbröselnder Spannung vermissen lässt, versucht man auf Produzentenseite seinerzeit frechweg mit dem Verteilen eines kostenlosen Billig-Überlebenssets für den Fall eines allgegenwärtig ad portas angedrohten Atommonster-Angriffs wettzumachen. Neben albernen Quizfragen zum Thema kann man für einen mickrigen Centbetrag ein geiles Autogrammfoto des Ungetüms erstehen. Unsigniert. Aus Gründen. Der Club befand sich im Bundesstaat Iowa. Dort gibt’s zwar keine kalifornischen Strände, jedoch einen überdurchschnittlichen Anteil an mutierten Amerikanern. Trump-Quote A-Plus, will man sagen. Regisseur Stephen Traxler hat nur bei SLITHIS und zwanzig Jahre später einem öligen Fernsehfilm als Regisseur gewirkt. Ansonsten tut er sich als Produktionsmanager in Edelprogramm wie Chuck Norris faschistischstem Prachtfilm INVASION U.S.A. (1985) oder Lord Costners sagenumwobenem Endzeit-Sauflop WATERWORLD im Jahre 1997 hervor. Wir finden, im Hause TROMA wäre für den Mann bestimmt ein Spind übrig gewesen.
 
 


 
 
 

SLITHIS – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
Popcornisiertes Herrenmonster-Kino wie SLITHIS hat im Bahnhofskino nur der härteste Kern der Trashologenzunft gesehen, auf nicht unbedingt verbreiteter VHS landet der Film dann in Fass-ohne-Boden-Sammlungen wie denen des Rezensenten hier. Jetzt gibt es SLITHIS in einer Herrlichkeit zu bewundern, die woanders nur seriöse Filmkunst verpasst bekommt. Hallelujah und verdammte gewerbsmäßige Rücksichtslosigkeit der Industrie!
 
 


 
 
 

SLITHIS – Zensur

 
 
 
SLITHIS – DAS SCHLIMMSTE WAS DIE HÖLLE ZU BIETEN HAT erschien bereits zu VHS-Zeiten ungeschnitten. Das hat sich auch im HD-Zeitalter nicht geändert. Alle deutschen Blu-ray-Veröffentlichungen besitzen noch die alte FSK18-Freigabe. Sammler können bedenkenlos zugreifen.
 
 
 


 
 
 

SLITHIS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) White Pearl Movies (Mediabook – Limitiert auf 1500 Stück)

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(c) White Pearl Movies (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN

Originaltitel: Spawn of the Slithis; USA 1978

Genre: Horror, Science Fiction

Ton: Deutsch DTS-HD MA 2.0 (Mono), Englisch DTS-HD MA 2.0 (Mono)

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 1.78:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 87 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Mediabook | KeepCase ohne Wechselcover

Extras: Artwork-Bildergalerie, Trailer | zusätzlich im Mediabook: DVD-Fassung des Films, Booklet

Veröffentlichung: Mediabook: 09.11.2018 | KeepCase: 07.08.2020

 
 

Slithis [Mediabook] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

Slithis [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

SLITHIS – Trailer

 
 


 
 
 

Christian Ladewig

(Die Rechte aller verwendeten Bilder und fürs Packshot liegen bei White Pearl Movies | Daredo)

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Nightbeast (1982)
 
Humanoids from the Deep (1980)
 

Filmkritik: „Sea Fever“ (2019)

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SEA FEVER

Story

 
 
 

Während einer Fischereiexpedition machen Wissenschaftlicher Bekanntschaft mit einem tödlichen Parasiten.

 
 
 


 
 
 

SEA FEVER – Kritik

 
 
 
Es gibt immer noch Welten auf diesem Planeten, die von der Menschheit weitestgehend unerkundet geblieben sind. Eine dieser nennt sich Tiefsee und beherbergt Individuen, die so grotesk aussehen, dass man meinen könnte, sie wären aus einem Horrorfilm entsprungen. Was fantastisch anmutet, ist natürlich für die Filmindustrie immer wieder Grund genug daraus irgendwelche Schocker zu basteln. Da dringen nach Millionen von Jahren plötzlich Kreaturen vom Meeresboden an die Oberfläche, die nur ein Ziel kennen: ahnungslose Fischer, Taucher oder Badegäste zu terrorisieren. Offenbar auch Traumfilmstoff für Regisseurin NEASA HARDIMAN. Die hat in der Vergangenheit eher an Episoden für TV-Serien gearbeitet und liefert mit SEA FEVER ihr Langfilmregiedebüt ab.
 
 
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Darin ließ sich die Filmemacherin als bekennender Sci-Fi-Horror und Psychothriller-Fan von Streifen wie ARRIVAL, AUSLÖSCHUNG und THE THING inspirieren. Aber auch die aktuelle Klimakrise hatte maßgeblich Einfluss beim Entstehungsprozess des Drehbuchs. Letzteres wurde von Hardiman in Eigenregie verfasst, in welchem sie dem Thema Verantwortung auf den Grund geht. So erklärte die Regisseurin in Interviews, dass wir Menschen zwar nicht viel über den tiefen Ozean wissen, aber durch unser umweltfeindliches Handeln prägenden Einfluss auf die riesigen Ökosysteme unter Wasser haben. Zudem wirft sie in SEA FEVER die Frage in den Raum, inwieweit wir Verantwortung für uns selbst und für andere übernehmen müssen. Themen, die komplex erscheinen, aber nicht unbedingt tiefgründig erforscht werden. SEA FEVER ist mehr Horrorfilm als kritisches Unterfangen. Das muss aber nichts Schlechtes bedeuten.
 
 
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SEA FEVER erzählt die Geschichte der schüchternen Studentin Siobhan. Die landet im Rahmen ihres Meeresbiologiestudiums auf einem irischen Hochseefischereischiff, das hinaus aufs Meer fahren möchte, um dort einige wissenschaftliche Untersuchungen vornehmen zu können. Doch diese Seefahrt verläuft nicht nach Plan. Die Crew ignoriert Warnungen der Küstenwache und ändert den Kurs. Die Strafe folgt auf dem Fuß. Ein riesiger und nicht identifizierbarer Tintenfisch heftet sich an den Rumpf des Schiffes. Was jedoch anfangs als Sensation gefeiert wird, schlägt bald in pure Angst um. Das Wasserwesen meint, in dem Schiff tierische Beute gefunden zu haben und stößt blauen Schleim aus seinen Tentakeln aus. Darin enthalten: tödliche Parasiten, die die Crew-Mitglieder infizieren. Da stellt sich verständlicherweise Panik ein, denn niemand weiß, wie man sich vor dem mikroskopisch kleinen Killer schützen kann. Doch Studentin Siobhan hat einen Plan. Die kombiniert richtig und beweist Köpfchen. Was für ein Glücksfang.
 
 
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CABIN FEVER auf dem Meer. So ähnlich lässt sich SEA FEVER mit knappen Worten beschreiben, der ebenso von der Prämisse Gebrauch macht, dass eine mysteriöse Krankheit Menschen befällt und diese anschließend tötet. Statt tödlicher Viren werden hier jedoch kurzerhand kleine Larven für ein Massensterben verantwortlich gemacht. Minimale Unterschiede, die aber das gleiche Ziel haben: den Zuschauer mit ekligen Spezialeffekten bei Laune zu halten. Da explodieren schon mal Augäpfel. Zartbesaitet schüttelt es da verständlicherweise nicht unbegründet. Doch SEA FEVER hat mehr zu bieten als handgemachte Manschereien. Der Streifen macht sich Themen wie Klaustrophobie und Paranoia zu Eigen. Kaum mit der Gefahr konfrontiert, wird das Wasserfahrzeug zum Gefängnis. Umgeben von Wasser kann niemand entkommen, was sich natürlich auch auf die Stimmung des Films auswirkt. Da entsteht plötzlich Panik unter den Anwesenden, zumal bald niemand mehr weiß, wer als Wirt dient und den tödlichem Eindringling überträgt. Wem kann man vertrauen? Wer trägt den Erreger in sich? Und wer bringt anderen den Tod? Fragen, die vertraut klingen und Tempo in den anfangs gemächlich erzählten Film bringen.
 
 
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SEA FEVER verfügt nämlich über ein ähnliches Handlungskonzept, das sich bereits JOHN CARPENTER mit seinem DAS DING AUS EINER ANDEREN WELT zunutze machte. Dort konnte eine außerirdische Lebensform jede Gestalt von Lebewesen annehmen, was dazu führte, dass Antarktis-Forscher bald nicht mehr wussten, wer von den Kumpels menschlich ist und wer imitiert. So wurden aus Freunden Feinde, was natürlich die Spannung unter den Protagonisten ankurbelte und für psychologischen Horror sorgte. Letzterer ebnet sich auch in SEA FEVER den Weg zum Ziel. Da kippt in der Halbzeit die Stimmung. Aus Neugierde und Forscherdrang wird Ausweglosigkeit und Chaos. Rezepturen, die dem Spannungsaufbau förderlich sind. Kaum ist der erste infiziert, wird eine wissenschaftliche Expedition zum Überlebenstrip. Das bannt vor dem TV-Gerät und der Herzschlag wird schneller. Für einen Horrorfilm unabdinglich.
 
 
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Unterm Strich ist SEA FEVER ein standardisierter Horrorthriller, den sich Fans von Körper-Horror schon mal ansehen können. Die Darsteller sind gut gewählt, in technischer Hinsicht macht der Streifen eine hervorragende Figur und auch die Atmosphäre stimmt. In puncto Originalität gewinnt SEA FEVER aber keinen Filmpreis. Spätestens hier kann Regisseurin NEASA HARDIMAN die TV-Herkunft nicht leugnen. Ihr Langfilmdebüt ist kurzweilig – wie die Episode einer Fernsehserie. Blickt man aber hinter die Fassade makelloser Bilder, bleibt ein austauschbares Handlungsgerüst über, auf dem die meisten Horrorfilme aufbauen. Auch SEA FEVER bedient sich dem vertrautem Prinzip moderner Genrefilme. Darin geht es in der Regel ums Erschrecken oder zeigefreudiges Sterben. Letzterem widmet sich SEA FEVER besonders ausgiebig. Wem das bewusst ist, wird trotzdem gut unterhalten werden.
 
 


 
 
 

SEA FEVER – Fazit

 
 
7 Punkte Final
 
 
Spannender Körper-Horror, der Filme wie THE ABYSS, CABIN FEVER und THE THING zitiert. SEA FEVER gewinnt keinen Originalitätspreis. Viel Substanz besitzt dieser Streifen nicht. Der Film zieht seinen Reiz aus der Tatsache, dass darin auf eine Weise gestorben wird, die in Zeiten von COVID-19 erschreckender denn je ist. Hier stecken sich Filmfiguren mit einem Parasiten an, der mit dem bloßen Auge nicht zu erkennen ist. Als wäre das nicht schon erschreckend genug, trägt man den Übeltäter aus Unachtsamkeit von Mensch zu Mensch weiter. Unterstrichen wird die unbequeme Thematik mit Hilfe ekliger Spezialeffekte. Regisseurin NEASA HARDIMAN weiß, wie Spannung geht. Ihr gelingt es einfach klaustrophobische Atmosphäre zu erzeugen und Panik entstehen zu lassen. Ein geschickter Schachzug, denn so bekommt der Zuschauer nicht unbedingt davon Wind, dass die Story von SEA FEVER gerade einmal auf einen Bierdeckel passt.

 
 
 


 
 
 

SEA FEVER – Zensur

 
 
 
SEA FEVER ist keine Gewalt oder Splattergranate. Die Spezialeffekte sind zwar eklig, befinden sich aber im FSK16-Bereich. Daher kann man getrost von einer Jugendfreigabe für diesen Body-Horror ausgehen.
 
 
 


 
 
 

SEA FEVER – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen stammen von Dust)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Das Ding aus einer anderen Welt (1982)
 
The Thing (2011)
 
Cabin Fever (2016)
 

Filmkritik: „Freaks – Sie sehen aus wie wir“ (2018)

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FREAKS – SIE SEHEN AUS WIE WIR

FREAKS

Story

 
 
 
Die siebenjährige Chloe muss die schmerzhafte Erfahrung machen, dass es außerhalb der eigenen vier Wänden alles andere als sicher ist.

 
 
 


 
 
 

FREAKS – Kritik

 
 
Wenn ein Film mit dem Titel FREAKS auf Blu-ray und DVD gepresst wird, stehen Filmfans nicht unbegründet die Haare zu Berge. Wurde hier etwa die Remake-Presse angeworfen? Im Fall dieser US-amerikanischen Produktion können wir aber Entwarnung geben. Hier halten wir keine Neuverfilmung des gleichnamigen Gruselklassikers von 1932 in den Händen. Stattdessen lockt man mit frischen Ideen und cleverer Erzählweise vom Ofen hervor. Das sah man auch auf einigen Filmfestivals so. FREAKS wurde als Überraschungshit in Toronto und Sitges gefeiert. Zu Recht, denn der Mix aus Science-Fiction, Horror und Drama ist nicht nur hoch spannend, sondern spielt auch noch virtuos mit der Unsicherheit des Publikums. Das klingt nach sehenswerter Gruselunterhaltung – und das ist sie auch.
 
 
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Sieben Jahre ist Chloe (LEXY KOLKER) jetzt alt und viel gesehen hat sie von der Welt noch nicht. Das hat auch seinen Grund, denn der Vater (EMILE HIRSCH aus THE AUTOPSY OF JANE DOE) hat sich zusammen mit dem Mädchen in einem heruntergekommenen Haus versteckt, wo er es vor der Außenwelt schützen will. Für Chloe unverständlich. Blickt die heimlich aus dem Fenster auf die Straße, kann sie keine Bedrohung entdecken. Doch das ändert sich schon bald. Als das Familienoberhaupt nach einem Einkauf verletzt nach Hause kommt, wächst der Widerstand zwischen den Familienmitgliedern und die Vater-Tochter-Beziehung wird auf eine harte Probe gestellt. Chloe stellt Fragen und will endlich wissen, was draußen vor sich geht. Da nimmt sich der Vater ein Herz und klärt den Zögling auf. Mit erschreckenden Folgen.
 
 
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Schwer einen Film vorzustellen, der von seinem Twist lebt. FREAKS – SIE SEHEN AUS WIE WIR (so der erweiterte deutsche Titel) beginnt wie jedes postapokalyptische Weltuntergangsszenario. Wir sehen die Geschehnisse ausschließlich durch die Augen der kleinen Chloe. Die soll auf eine nicht näher erläuterte Katastrophe vorbereitet werden, wird aber – wie der Zuschauer auch – über Hintergründe im Unklaren gelassen. So sind Antworten bewusst Mangelware, um die Spannung zu steigern. Erst nach und nach wird Licht ins Dunkel gebracht und das anfangs noch als Kammerspiel konzipierte Mysterydrama gerät aus den Fugen. Da werden erste Anhaltspunkte verstreut und die kleine hervorragend gewählte Jungdarstellerin kann aus ihrem scheinbar sicherem Gefängnis ausbrechen. Aus Mystery und Drama wird Action und Thrill. Was folgt, ist ein ungewöhnlicher Trip auf der Suche nach der eigenen Identität, der vollgestopft wurde mit interessanten Wendungen, die aus FREAKS eine überraschend kurzweilige Angelegenheit machen.
 
 
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Interessanterweise wurde der souverän verfilmte FREAKS nicht von routinierten Filmemachern inszeniert. Hinter FREAKS stecken die zwei Freunde ADAM B. STEIN und ZACH LIPOVSKY. Letzterer drehte bereits die beiden durchwachsenen Horrorfilme DEAD RISING – WATCHTOWER sowie LEPRECHAUN: ORIGINS und fungierte als Geldgeber für den Sci-Fi-Wackelfilm AFFLICTED. Die beiden Filmfans lernten sich bei Arbeiten an TV-Serien für die WALT DISNEY COMPANY kennen und stellten schnell fest, dass beide eine große Leidenschaft für Science-Fiction-Filme verbindet. Diese brachte man in einem gemeinsamen Drehbuch unter, das die Kumpels über mehrere Jahre schrieben und letztendlich mit kleinem Budget selbst verfilmten. Das Resultat ist für Newcomer-Verhältnisse mehr als solide. Was hier mit kleinem Budget über die Leinwand fegt, ist schon beachtlich. FREAKS schaut zu keiner Minute nach Low-Budget aus, was vor allem auch an den talentierten Schauspielern liegt. Nach diesem gelungenen Festivalhit kann man nur gespannt darauf sein, was das Duo als Nächstes auf die Leinwand bringen wird. Schenkt man dem Ende von FREAKS Glauben, wäre eine Fortsetzung möglich. Die würden vermutlich eingefleischte Horror- und Science-Fiction-Fans mehr als begrüßen.
 
 
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FREAKS – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Superspannender Genre-Mix, der nach deutlich mehr ausschaut, als er wohl gekostet hat. Was emotional und klaustrophobisch beginnt, verwandelt sich spätestens nach der Halbzeit in einen packenden Thriller mit jeder Menge Wendungen. FREAKS – SIE SEHEN AUS WIE WIR ist kein Film, den man sofort durchschaut. Das intelligente Drehbuch lässt den Zuschauer auf glühenden Kohlen sitzen und versorgt das Publikum nur häppchenweise mit Informationen. Eine raffinierte Hinhaltetaktik, die FREAKS weit mehr als gewöhnlich macht. Die letztendliche Auflösung macht Lust auf mehr und hält sich so einige Hintertürchen für (eine) mögliche Fortsetzung(en) offen. Unbedingt sehenswert!
 
 
 


 
 
 

FREAKS – Zensur

 
 
 
FREAKS – SIE SEHEN AUS WIE WIR ist keine Gewaltorgie. Erst in der zweiten Filmhälfte gibt es einige Tote zu sehen. Die Gewalt ist hierbei sehr reduziert. Meist blendet die Kamera weg. Hierzulande bekam der Streifen von der FSK eine Jugendfreigabe. Die deutsche Fassung besitzt einen blauen FSK16-Flatschen.
 
 
 


 
 
 

FREAKS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Splendid Film (KeepCase Blu-ray)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Freaks; Kanada | USA 2018

Genre: Thriller, Drama, Science Fiction

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Niederländisch

Bild: 2.39:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 105 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Trailer, Trailershow, Behind the Scenes

Release-Termin: 31.01.2020

 

Freaks – Sie sehen aus wie wir [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 


 
 
 

FREAKS – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Splendid Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Brightburn – Son of Darkness (2019)
 
The Road (2009)
 
Chronicle – Wozu bist Du fähig? (2012)
 

Filmkritik: „Dark Light“ (2019)

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DARK LIGHT

Story

 
 
 

Eine junge Mutter zieht in das Haus aus ihrer Kindheit und erlebt dort einen Neuanfang des Schreckens.

 
 
 


 
 
 

DARK LIGHT – Kritik

 
 
 
Einmal Horrorfilm-Macher, immer Horrorfilm-Macher. PADRAIG REYNOLDS erfüllt das Klischee von jenen Regisseuren, die mit dem Inszenieren von Horrorschockern Erfolg haben und damit nicht mehr aufhören können. Der bekam mit dem Genre-Werk RITES OF SPRING den Fuß ins Filmgeschäft und legte anschließend mit nicht minder gruseliger Ware wie THE DEVIL’S DOLLS und OPEN 24 HOURS nach. Mittlerweile sind wir bereits bei Spielfilm Nummer vier angekommen und der ist – man mag es nicht glauben wollen – wieder ein Horrorthriller. DARK LIGHT nennt sich das Ganze und sollte ein Okkult-Schocker mit Dämonen werden. Doch die Idee zu THE DEVIL IS REAL – so der anfängliche Titel – war den Produzenten zu abgedroschen. Deshalb bat man Regisseur PADRAIG REYNOLDS darum, das Skript umzuschreiben und daraus einen Kreaturenfilm zu machen. Ein Vorschlag, der bei genanntem Filmemacher Anklang fand. Der wollte schon immer ein Creature-Feature machen und ging mit seiner Idee zu Kumpel AARON SIMS, der bereits Spezialeffekte für Kinohits wie READY PLAYER ONE und PLANET DER AFFEN beigesteuert hat. Der kreierte zusammen mit seinem Team ein groteskes Wesen, das sich durchaus sehen lassen kann – zumindest, wenn man es nicht bei voller Ausleuchtung zu Gesicht bekommt.
 
 
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Annie Knox (JESSICA MADSEN aus LEATHERFACE – THE SOURCE OF EVIL) muss noch einmal neu anfangen. Der Gatte hat sie betrogen und die Mutter ist plötzlich verstorben. Die Folge: ein Nervenzusammenbruch. Deshalb zieht sie aus der gemeinsamen Wohnung aus und nimmt Tochter Emily mit in das Landhaus der verstorbenen Mutter weit abseits der Stadt. Hier inmitten von Maisfeldern und Wäldern ist es still, hier will die gekränkte Frau wieder neue Kraft tanken. Doch daraus wird so schnell nichts. Kaum eingezogen, passieren seltsame Dinge. In der Nacht ziehen Lichtkegel um das Haus und mysteriöse Schritte sind zu hören. Hinzukommt, dass die kleine Emily immer wieder von starkem Nasenbluten geplagt wird. Sind hier übernatürliche Kräfte am Werk? Zumindest ist sich Annie Knox ganz sicher. Doch niemand will ihr Glauben schenken – nicht einmal die Polizei.
 
 
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Effektives Verwirrspiel. Die große Stärke von DARK LIGHT liegt in der Tatsache, dass lang unklar bleibt, um was es denn nun wirklich in diesem Film geht. Wird die junge Mutter tatsächlich von boshaften Wesen terrorisiert oder sind die Erscheinungen alles nur psychische Manifestationen einer gestressten Frau, die – ähnlich wie im Mysterythriller DER BABADOOK – einfach überfordert mit ihrer aktuellen Situation ist? Regisseur PADRAIG REYNOLDS hebt sich die Antworten darauf bis zum Finale auf und verwirrt den Zuschauer mit immer wieder unheimlich ausgeleuchteten Konfrontationen zwischen der Filmheldin und obskuren Kreaturen, die die Frage in den Raumen werfen, ob das alles echt oder nur Einbildung ist. Apropos Ausleuchtung: DARK LIGHT tischt in Sachen Atmosphäre groß auf. Der Streifen ist von allgegenwärtiger Dunkelheit umhüllt. Ab und an huschen eigensinnige Schatten durch die Kamera. Seltsame Lichtstrahlen und ein unheimlicher Klangteppich sorgen für dichte Atmosphäre. Da kann nichts mehr schiefgehen – oder?
 
 
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DARK LIGHT verfügt über gute Voraussetzungen für einen schaurigen Filmabend. Leider kann DARK LIGHT das hohe Gruselniveau nicht bis zum Abspann halten. Der Streifen wandelt beim Showdown auf konventionellen Pfaden. Vorbei der bedachte Aufbau von Gruselstimmung, Schluss mit doppeldeutigem Verwirrspiel. PADRAIG REYNOLDS entscheidet sich für den Massengeschmack und macht Nägel mit Köpfen. Die Antworten werden auf dem Silbertablett serviert und sind etwas sehr platt, generisch und vorhersehbar geraten. Als wäre das nicht alles schon ärgerlich genug, wird das Publikum auch noch durch hektische Bilder und (zu) laute Schockmomente verschreckt. Letztere werden beinahe inflationär eingesetzt und reißen oft wegen der Lautstärke aus dem Filmsessel. Somit könnte DARK LIGHT auch ein beliebiger Schocker aus dem amerikanischen BLUMHOUSE STUDIOS sein. Dort zählen durchgestylte Filme mit makellosen Jungdarstellern und aggressiven Schocks mehr, als frische Ideen aus den Köpfen kreativer Drehbuchautoren.
 
 
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DARK LIGHT – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Anfangs Psychothriller, später Spukhausfilm, am Ende Kreaturen-Horror. DARK LIGHT ist ein atmosphärisch dichter Horror-Mix, der aber nach einem starken Auftakt so ziemlich hanebüchen wird. Dabei macht es das Creature-Feature vielen Horrorfilmen gleich, die es zu gut mit dem Zuschauer meinen. Die meisten Filmemacher legen sich anfangs ins Zeug, um möglichst gruselige Stimmung zu erzeugen. Leider sieht man sich nicht selten im Finale gezwungen, Selbiges mit Pauken und Trompeten abschließen zu müssen. Da überschlagen sich die Ereignisse und der Film muss zwangsläufig im lauten Effektegewitter enden. Dieser generische Ablauf ist auch in DARK LIGHT Programm. Anfangs wohlig schaurig, wird es vorm Abspann hektisch, laut und überladen. Aber das ist nicht der einzige Punkt, der übel aufstößt. DARK LIGHT erinnert stark an DEVIL’S GATE aus dem Jahr 2017. Auch darin wird ein junger Mann mit mysteriösen Dingen in einem Landhaus konfrontiert. Beinahe alles wurde aus genanntem Sci-Fi-Horror stibitzt: die Handlung, die Kulisse – selbst der Look. Das ist irgendwie frech.
 
 
 


 
 
 

DARK LIGHT – Zensur

 
 
 
DARK LIGHT hält sich in Sachen Gewalt zurück. Die Monster im Film knappern etwas an menschlichen Körpern herum. Ansonsten kommt mal kurz ein Schrottgewehr zum Einsatz. Hierzulande ist locker eine FSK16 drin.
 
 
 


 
 
 

DARK LIGHT – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Vertical Entertainment)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Devil’s Gate (2017)
 
Extraterrestrial (2014)
 
A Dark Place (2018)
 
Vergeltung – Sie werden Dich finden (2006)
 
The Hole In The Ground (2019)
 

Filmkritik: „Life-Snatcher“ (2019)

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LIFE-SNATCHER

(ASSIMILATE)

Story

 
 
 

Könnte auch aus der Feder von Stephen King stammen: Zwei Teenager decken seltsame Vorkommnisse auf, die sich in einer verschlafenen Kleinstadt ereignen.

 
 
 


 
 
 

LIFE-SNATCHER – Kritik

 
 
 
Wenn die Indie-Schmiede GRAVITAS VENTURES mal wieder einen ihrer schnell und günstig gedrehten Produktionen auf die Horrorgemeinde loslässt, ist Vorsicht geboten. Noch vorsichtiger sollte man sein, wenn hinter genau diesem Genrefilm ein Regisseur steckt, der sich in der Vergangenheit beim auf Zelluloid gebannten Horror nicht unbedingt mit Ruhm bekleckert hat. JOHN MURLOWSKI hat so ziemlich viele Videounfälle verbrochen. Der war in der Vergangenheit besonders fleißig und bescherte uns herausragende Videothekenperlen, über die nicht unbegründet heute keiner mehr reden will. Darunter so unvergessliche Highlights wie AMITYVILLE – A NEW GENERATION, RETURN OF THE FAMILY MAN oder FREEWAY KILLER. Genau dieser Regisseur hat mit LIFE-SNATCHER (im Original: ASSIMILATE) nun einen Film inszeniert, der so gar nicht zur zweifelhaften Qualität des bisherigen Schaffens passt. LIFE-SNATCHER wurde zwar auch mit kleinem Budget umgesetzt, macht aber das Beste aus dem schmalen Kapital. Das Ergebnis ist ein nettes Science-Fiction-B-Movie, das zwar fleißig bei großen Klassikern stibitzt, sich dennoch wacker schlägt. Das hätte man nicht erwartet.
 
 
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Die Teenager Zach Henderson und Randy Foster sind nicht nur beste Freunde; sie wollen auch den Leuten auf Youtube zeigen, dass ihr Heimatort gar nicht so langweilig ist, wie er auf den ersten Blick scheint. Deshalb wollen sie eine Reportage über die Stadt drehen, in der sie aufgewachsen sind und zur Schule gehen. Dass sich plötzlich seltsame Vorkommnisse in der Gegend häufen, kommt den Kumpels geradezu recht. Nachbarin Frau Bissette berichtet von einer Invasion seltsamer Insekten und auch sonst verhalten sich immer mehr Einwohner alles anderer als normal. Alles scheint, als hätten die Leute ihre Emotionen verloren. Stoff aus dem Hobbyfilmfan-Träume sind. Mit Kameras ausgestattet, geht es ans Recherchieren. Was die beiden Nachwuchsjournalisten während der Arbeit an einer Dokumentation über ihren Heimatort herausfinden, lässt das Blut sprichwörtlich in den Adern gefrieren.
 
 
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Hat ROBERT RODRIGUEZ heimlich eine Videofortsetzung zum Kassenhit THE FACULTY in Arbeit geben lassen? Oder haben sich findige Produzenten die Rechte an DIE NACHT DER CREEPS gekrallt, um schnell eine günstige Neuverfilmung des Kultfilms in die Wohnzimmer bringen zu können? LIFE-SNATCHER hat natürlich nichts mit genannten Horrorfilmen am Hut, schaut sich aber einige Kniffe ab. Hier wird eine jungendkonforme Version von DIE KÖRPERFRESSER KOMMEN auf die Horrorgemeinde losgelassen, die besser ist, als man vermuten würde. Der Grund ist in den sympathischen Figuren und der rasanten Umsetzung zu suchen, die den Zuschauer regelrecht durch eine Handlung hetzt, in der es kaum Verschnaufpausen gibt. Die Bewohner einer Kleinstadt werden durch eine größere Macht geklont und ausgetauscht. Einige High School Kids tun sich zusammen, um das Schlimmste zu verhindern. Klingt natürlich nach einer weiteren INVASION VOM MARS-Kopie und ist es letztendlich auch. Dennoch unterhält LIFE-SNATCHER ungemein. Lang gefackelt wird nicht. Schnell ist man mittendrin und begibt sich mit dem talentierten Teenager-Cast auf eine Reise voller Gefahren. Da stößt man auf glibbrige Kokons und wird bald von zombiegleichen Horden ausgetauschter Kleinstadtmenschen verfolgt, die ein ganzes Haus im wahrsten Sinne des Wortes auf den Kopf stellen.
 
 
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Regisseur JOHN MURLOWSKI zitiert nicht nur Science-Fiction-Horror der 1950er, sondern ließ es sich nicht nehmen auch eine Anspielung an den von Romero gedrehten NIGHT OF THE LIVING DEAD im Film unterzubringen. Da verschanzen sich unsere Freunde in einem Haus und werden plötzlich von vielen geklonten Menschen umzingelt, die nur eins wollen: ran an die noch nicht ausgetauscht Beute. Wir sehen Hände durch Spalten greifen und verzehrte Gesichter durch Fenster starren. Wer diese Hommage an genannten Klassiker übersieht, benötigt dringend eine Weiterbildung in Sachen Horrorfilm. LIFE-SNATCHER macht alles richtig. Statt sich darüber Gedanken zu machen, wie man die vielen Ideen mit kleinem Budget in Szene setzen kann, wird einfach umgesetzt. Natürlich bleibt bei den Spezialeffekten nicht verborgen, dass ein Sparkurs gefahren werden musste. Trotzdem tut dieser günstige Science-Fiction-Horror alles daran, um den Zuschauer auch mit kleinem Budget zu unterhalten. Mit einem Mordstempo eilt LIFE-SNATCHER dem Abspann entgegen und belehrt am Ende das Publikum eines Besseren. Letzter erkennt mal wieder, dass sich gute Horror-Unterhaltung nicht unbedingt an den Produktionskosten festmachen lässt. Billig bedeutet nicht unbedingt schlecht. Vorurteile, die man unbedingt ablegen sollte.
 
 
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LIFE-SNATCHER – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Günstig – aber oho! Spannender Science-Fiction-Horror mit hohem Unterhaltungswert. Regisseur JOHN MURLOWSKI stibitzt für LIFE-SNATCHER wo es nur geht. Ob bei DIE KÖRPERFRESSER KOMMEN, DICH KRIEGEN WIR AUCH NOCH oder DORF DER VERDAMMTEN – dieser Horrorthriller besteht beinahe nur aus Ideen anderer bekannter Horrorklassiker. Das ist zwar frech, aber unterhaltsam. Treu der Devise „Besser gut geklaut, als schlecht neu erfunden“ wird all das kopiert, was schon mal irgendwie im Horror-Genre funktioniert hat. Der dreiste Ideenklau zahlt sich aber aus. LIFE-SNATCHER besitzt zugängliche Helden und ein Mordstempo. Letzteres ist beachtlich und lässt dem Zuschauer kaum Zeit darüber nachzudenken, dass er all das hier im Film schon mal woanders gesehen hat. Ein cleverer Schachzug, denn wegen der rasanten Inszenierung fallen auch die Spezialeffekte nicht so sehr ins Gewicht, die wegen mangelndem Budget dann doch eher an so selbst produzierten Billigschund der Marken THE ASYLUM und SYFY-CHANNEL erinnern. Wäre mehr Kapital vorhanden gewesen, hätte es LIFE-SNATCHER vermutlich zum neuen Science-Fiction-Blockbuster gebracht. Das hätte man Regisseur JOHN MURLOWSKI gar nicht zugetraut, der seit den 1990ern eine Video-Schlaftablette nach der nächsten dreht.
 
 
 


 
 
 

LIFE-SNATCHER – Zensur

 
 
 
LIFE-SNATCHER hat kaum reißerische Schauwerte zu bieten. Einer Frau wird ein Gegenstand in die Brust gerammt, der Körper einer anderen Filmfigur wird so bearbeitet, dass er ohne Probleme in einen Wäschekorb gequetscht werden kann. Weiterhin sieht man Bisswunden, welche durch einen außerirdischen Käfer verursacht wurden. Hierzulande hat LIFE-SNATCHER ohne Probleme eine FSK16 erhalten.
 
 
 


 
 
 

LIFE-SNATCHER – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) SPLENDID FILM (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Assimilate; USA 2019

Genre: Horror, Science Fiction

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Niederländisch

Bild: 1.85:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 91 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: 27.09.2019

 

Life-Snatcher [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

LIFE-SNATCHER – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Splendid Film | Replicate LLC.)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Dich kriegen wir auch noch! (1998)
 
Die Nacht der Creeps (1986)
 
The Faculty (1998)
 
Body Snatchers – Angriff der Körperfresser (1993)
 
Die Körperfresser kommen (1978)
 
Invasion vom Mars (1986)