Filmreview: „Almost Human“ (2013)

almost-human-2013
 
 
 

ALMOST HUMAN

TERROR HAS COME HOME

Story

 
 
 
Mark (Josh Ethier) wird von Außerirdischen entführt. Als er nach zwei Jahren wieder auf der Erde „ausgesetzt“ wird, ist nichts mehr so wie es mal war. Er verspürt nicht nur einen permanenten Tötungsdrang; auch anatomisch scheint er nicht mehr ganz Mensch zu sein …
 
 
 


 
 
 

ALMOST HUMAN – Kritik

 
 
 
Ehrenverweise sind ja im Horrorfilm schon längst keine Seltenheit mehr. Viele der heutigen Nachwuchsregisseure verbeugen sich in ihren Streifen gern einmal vor jenen Filmen und Regisseuren, denen sie besondere Anerkennung zollen. Was aber meist als Hommage gerechtfertigt wird, entpuppt sich in letzter Zeit oftmals als hinterlistiger Ideenraub, denn neue und frische Geschichten sind vor allem im Horrorfilm Mangelware geworden. Da wird lieblos recycelt, als gäbe es kein Morgen mehr, weil es immer noch genügend Horrorfans gibt, die die ewig gleichen Mogelpackungen kaufen und sehen wollen.
 
JOE BEGOS ist neu im Filmgeschäft und macht das so ähnlich. Der ist aber immerhin wirklich Verfechter des Old School Horrors der 80er und hat eine besondere Schwäche für Slasher und die Science-Fiction-Meilensteine genannter Dekade. Mit seinem ALMOST HUMAN erfüllte er sich einen langjährigen Traum und drehte einen altmodischen Horrorfilm, in dem er die beiden Subgenres miteinander kombinieren konnte. Das Ziel war es, einen Streifen zu drehen, der anders sein sollte als die bisherigen Genre-Werke der letzten Jahre. Die waren ihm schlicht und einfach zu krank und unatmosphärisch und unterschieden sich hauptsächlich durch Gewaltpegel und Härtegrad. Drum reiste er zurück in seinen Heimatort, wo er in einer idyllischen Kleinstadt heranwuchs, wie sie häufig in Stephen King Roman beschrieben wird. Eine hervorragenden Voraussetzung, gerade wenn nur knappes Budget vorhanden ist.
 
Das Schaffen eines gewissen JOHN CARPENTER dürfte den Jungregisseur stark beeinflusst haben, denn in ALMOST HUMAN hagelt es Verweise und Zitate aus gleich mehreren Horrorfilmen des beliebten Altmeisters. Die nahezu identische Schriftart in den Einführungscredits lässt darauf schließen, dass Carpenters HALLOWEEN nachhaltig geprägt haben muss und eine immer wieder monoton eingespielte Synthesizer-Melodie lässt Erinnerungen an THE THING wach werden. Aber nicht nur Carpenter stand Pate. Der Klassiker DIE KÖRPERFRESSER KOMMEN (1978) musste ebenfalls für eine Wiederverwurstung herhalten, denn BEGOS scheut nicht davor auch hier einige gut funktionierende Elemente des Science-Fiction-Klassikers loszulösen, um sie anschließend an richtiger Stelle in ALMOST HUMAN einfügen zu können. Schlecht macht der Neuling das nicht, denn auch wenn hier am laufendem Band kopiert und eingesetzt wird muss man BEGOS dafür loben, dass er seinen Wunsch nach mehr atmosphärischer Eigenständigkeit ziemlich selbstsicher umzusetzen versteht. ALMOST HUMAN besitzt einen ganz individuellen Look. Der Schocker ist ziemlich finster, dreckig und vor allem sehr gewalttätig, was Filmfans fürs Grobe hellhörig machen dürfte, geht’s doch im vorliegenden Alien-Entführungs-Slasher nicht gerade zimperlich vonstatten.
 
Wir sehen wie Mark (JOSH ETHIER) von einem blauen Licht erfasst wird und unter nicht erklärbaren Umstanden verschwindet. Zwei Jahre später wird er nackt in einem Waldgebiet von zwei Jägern entdeckt, die zugleich von der scheinbar hilflosen Menschengestalt in die ewigen Jagdgründe befördert werden. Der bis dato Vermisste verhält sich verändert und wird von einem unbändigen Hass- und Tötungstrieb vorangetrieben. Wer sich ihm in den Weg stellt wird ermordet und als Wirtskörper missbraucht, schließlich besitzt Mark neuerdings die Fähigkeit Eier oder Embryonen in menschliche Körper zu legen. Da wächst eine Art Saugrüssel aus seinem Mund, der sich fest an das Geschlechtsorgan seiner Ex-Freundin haftet, um darin ein manipulierendes Etwas verpflanzen zu können. Doch Best Buddy Seth (GRAHAM SKIPPER) ist schon auf dem Weg. Der vermutet nämlich schon seit dem damaligen Verschwinden des besten Freundes, dass hinter all dem etwas Großes stecken muss. Ganz unrecht hat er da natürlich nicht, denn bald wird klar, dass Mark von Außerirdischen entführt und an ihm herumexperimentiert wurde.
 
Eier und Embryonen in Wirtskörper legen? Richtig, auch das kommt bekannt vor und wurde stibitzt. Der österreichische Surrealist H.R.GIGER hat nämlich in der Vergangenheit mit dem berüchtigten Facehugger eine Kreatur mit ähnlichem Fortpflanzungsmechanismus entwickelt, die Horrorfans aus der legendären ALIEN Saga ein Begriff sein dürfte. In ALMOST HUMAN brechen aber nicht gemeingefährliche Kreaturen aus den Brustkörben der Opfer heraus. Vielmehr haben die eingeflössten Fremdkörper eine Art Wesensveränderung des Wirts zur Folge. Aus begatteten Leichen werden gefühllos-aggressive Marionetten, die unter fremdartigem Geschrei nach möglichen Körpern suchen und dabei unkontrolliert durch Wald und Flur flitzen. Ganz wie vom selbsternannten Slasher-Fan und Regisseur gewünscht, kommen bei den Streifzügen allerhand spitze Hiebwaffen zum Einsatz. Es werden Köpfe mit Beilen eingehakt, Kehlen mit Messern aufgeschlitzt und Menschen dank Schrottgewehr enthauptet. Die gewollte Slasher-Rezepur macht es möglich, dass allerhand fieses Gemetzel gezeigt werden kann, wobei Regisseur, Drehbuchautor und Produzent JOE BEGOS großen Wert auf Handgemachtes legt – schließlich gab es in den 80ern auch kein Blut aus dem Computer zu sehen. Leider ist es auch in ALMOST HUMAN mal wieder das Fall, dass das Budget viele gute Ideen zunichte gemacht hat, denn immer wieder fällt auf, dass BEGOS in seiner eifrigen Umsetzungseuphorie eingeschränkt war. In einer Szene sehen wir, wie aus einem enthaupteten Körper ein nicht näher identifizierbares Etwas krabbelt. Vermutlich wollte man hier THE THING-ähnliche Metamorphosen darstellen, realisierte aber bald, dass keine Kohle für extravaganten Schabernack zur Verfügung stand.
 
Trotz kleinem Kapital überrasch dennoch wie solide und kurzweilig ALMOST HUMAN geworden ist. Knapp 70 Minuten hetzt der Science-Fiction-Slasher von Set zu Set, vergisst zwar den Protagonisten eine vernünftige Charakterentwicklung einzuräumen, versorgt aber den Horrorfan mit allerhand harten Gewaltspitzen, die es zudem ganz schön in sich haben. Leerlauf gibt es nicht und mögliche Erklärungen spart sich JOE BEGOS für die Fortsetzung auf. Laut Aussage des Filmemachers soll die definitiv kommen. Mit mehr Geld und besserer Ausstattung steht spätestens dann ein ganz großer Genre-Hit ins Haus. Trotz kleiner Mankos ist ALMOST HUMAN aber auch schon jetzt ein blutiger, kleiner Stern am Horrorhimmel.
 
 


 
 
 

ALMOST HUMAN – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Die weitaus brutalere und kompromisslosere Antwort auf Carpenters THE THING und Kaufmans DIE KÖRPERFRESSER KOMMEN. ALMOST HUMAN ist eine Reminiszenz an den 80er Jahre Old School Horror mit ziemlich derben Gewaltexzessen und einigen recht gut platzierten Zitaten bekannter Kultwerke jener Dekade. Leider hat sich Regisseur JOE BEGOS etwas zu versteift auf die Spezialeffekte und den Blutgehalt konzentriert, so dass seine Figuren etwas arg kurz kommen und der Zuschauer etwas unbeholfen nach Antworten für die Geschehnissen sucht. Die sind leider nahezu kaum vorhanden, sollen aber in der Fortsetzung nachgeschoben werden. Laut Macher soll die auf jeden Fall kommen. Bis es jedoch soweit ist gibt es mit ALMOST HUMAN selbstsicher und schnörkellos abgehandelten Alien-Horror, der fast immer nach mehr ausschaut, als das Budget eigentlich hergegeben hat. Trotz Low-Budget-Status ein ansprechender Science-Fiction-Slasher für Fans von Alienfilmen. Gut gemacht, Herr BEGOS!
 
 
 


 
 
 

ALMOST HUMAN – Zensur

 
 
 
ALMOST HUMAN ist in Sachen Gewalt ganz schön kaltschnäuzig und deftig. Die deutsche FSK schien aber einen guten Tag gehabt zu haben und hat dem Streifen in ungeschnittener Form KEINE JUGENDFREIGABE attestiert. Die Kauffassung kommt demnach mit rotem 18er Flatschen und ist komplett.
 
 
 


 
 
 

ALMOST HUMAN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
Almost-Human-Blu-ray

(c) MAD DIMENSION

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Almost Human; Weißrussland 2013

Genre: Science Fiction, Horror

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 2.40:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 79 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Trailershow

Release-Termin: 27.06.2014

 
 
 

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ALMOST HUMAN – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Absence (2013)
 
Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt (1979)
 
Das Ding aus einer anderen Welt (1982)
 
The Thing (2011)
 

Filmreview: „Abducted“ (2013)

Abducted-2013-Lucy-Phillips-Glen-Scantlebury
 
 
 

ABDUCTED

Story

 
 
 
Kein Guter Tag für Jessica (Tessa Ferrer) and Dave (Trevor Morgan). Die machen nämlich einen gemütlichen Picknickausflug im Griffith Park bei Los Angeles und werden aus heiterem Himmel von Betäubungspfeilen getroffen. Als sie wieder zu sich kommen, müssen sie zusammen mit anderen Pärchen als Versuchskaninchen für ein mysteriöses Experiment herhalten …
 
 
 


 
 
 

ABDUCTED – Kritik

 
 
 
Der Titel ist in ABDUCTED (was soviel bedeutet wie „entführt“) Programm, wobei vermutlich alteingesessene Horrorfans bei Filmen mit derart reißerischer Namensgebung direkt an actiongeladene Geiselthriller aus dem unkreativen Hollywood denken dürften. Die Traumfabrik ist dem Handlungsort von ABDUCTED nicht unwesentlich entfernt und auch die Macher hinter dem vorliegenden Mysterythriller sind in Hollywood keine Unbekannten. Das verheiratete Pärchen LUCY PHILLIPS und GLEN SCANTLEBURY haben diesen Low-Budget-Hit geschrieben und umgesetzt, wobei Ehegatte SCANTLEBURY schon durch diverse Schnittarbeiten in bekannten Mainstreamgurken für Aufsehen gesorgt hat. Mit seinen Cutter-Qualitäten in A NIGHTMARE ON ELM STREET (2010), FREITAG DER 13. (2009) und MICHAEL BAYS`S TEXAS CHAINSAW MASSACRE (2003) hat er den Puls manchen Horrorfans gehörig auf Trab gebracht – wenn auch nicht immer im positiven Sinne. Immerhin kommt sein umfangreiches Wissen im Editieren von Horrorware seinem neusten Streich ABDUCTED (Produktionstitel: GRIFFITH PARK) zu Gute. Das Ding ist wirklich besser, als die etwas ausgelutschte Inhaltsangabe verspricht, wobei die erstaunlich clever ausgetüftelte Spannungsschraube rund 90 fesselnde Minuten ohne Leerlauf verspricht. In ABDUCTED wird den Protagonisten mal wieder allerhand abverlangt. Die werden aus dem Leben gerissen und dürfen die nächsten Monate in einem dunklen Fabrikloch hausen, wo ihnen seltsame Dinge von Gasmasken und Schutzuniform tragenden Fremden angetan werden. Das lässt unweigerlich an Tortur- und Zombiekino erinnern, schlägt Gott sei Dank aber eine ganz andere Richtung ein. Roten Lebenssaft gibt es in ABDUCTED rein gar nicht zu sehen, was ja in Zeiten blutreicher Horrorware schon fast etwas nostalgisch anmutet. Die Probanden finden Schritt für Schritt heraus, was ihnen im Verlauf der Handlung blühen wird, wobei PHILLIPS und SCANTLEBURY es immer wieder schaffen, den Zuschauer mit den undurchsichtigen Umständen geschickt zu verwirren. Die beiden Helden Jessica (TESSA FERRER) und Freund Dave (TREVOR MORGAN) lernen im Verlauf ihrer Gefangenschaft weitere entführte Pärchen in den einzelnen Zelltrakten kennen, wobei jedes von ihnen seine ganz eigenen Erklärungen für die Geschehnisse zu finden versucht. Während Jessica und Dave an eine Lösegelderpressung durch die Taliban glauben, tendieren Buzz (ROSS THOMAS) und Tiffany (JELLY HOWIE) zu einem geheimen Militärexperiment, das es sich zur Aufgabe gemacht hat Supermenschen zu züchten. Elliot (AIDAN PARK) und Maria (VIVAN DUGRÈ) stattdessen sind fest davon überzeugt, dass höhere Mächte hinter all dem stecken und man es hier mit weniger freundlich gesinnten Außerirdischen zu tun hat. Wie man es dreht und wendet, PHILLIPS und SCANTLEBURY schaffen das Glanzstück, das bis kurz vor Ende jede Verschwörungstheorie in irgendeiner Form zutreffen könnte, wobei man als Zuschauer erstaunt feststellen muss, dass ABDUCTED erfrischend unvorhersehbar abgearbeitet wird. Langeweile kommt in diesem Mysterythriller garantiert nicht auf und optisch braucht sich der Low-Budget-Indiegrusler vor teuren Mainstreamschinken aus Hollywood auch nicht zu verstecken. Dreckig-düstere Räume, flackerndes Licht und spartanisch eingerichtetes Setting verursachen rasch ein unangenehmes Gefühl und lassen in einigen Momenten sogar foltergeiles SAW-Feeling ins Gedächtnis zurückkehren – ohne freilich jedoch dessen unerträgliche Gewalteskapaden zelebrieren zu müssen. Verschiedene Kameratechniken aus dem Found-Footage-Bastelkasten bringen Dynamik ins Geschehen. So sehen wir die Handlung nicht nur aus der typischen Filmsicht, sondern auch aus der Überwachungskameraperspektive und in Form von Videotagebüchern, welche die Helden mit ihren Handys aufnehmen. Die glaubhaften Protagonisten (die man durchweg schon in diversen bekannten Vorabendserien bewundern durfte) entsprechen einmal nicht dem obligatorischen Horrorklischee und meistern ihre Sache routiniert, so dass sich ABDUCTED wahrlich positiv vom üblichen Horrorstandard abzuheben versteht. ABDUCTED sollte man im Auge behalten. Dieser kleine Thriller ist uneingeschränkt empfehlenswert!
 
 
 


 
 
 

ABDUCTED – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
ABDUCTED ist ultraspannend, absolut unvorhersehbar und bringt den Puls des Horrorfans definitiv in Wallung. Das Mysterywerk ist einmal mehr Beweis dafür, dass die kleinen Filme meist bessere Geschichten besitzen als teurer Mainstreamkäse fürs Multiplex.
 
 
 


 
 
 

ABDUCTED – Zensur

 
 
 
ABDUCTED hat für den Splatter- und Gewaltfan unter den Horrorzuschauern rein gar nix Nennenswertes zu bieten. Blut gibt es gar nicht zu sehen, gemeine Greueltaten ebenso wenig. Demzufolge kann man davon ausgehen, dass der Mysterythriller ABDUCTED hierzulande frei ab 16 Jahren erscheinen wird.
 
 
 


 
 
 

ABDUCTED – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Iron Doors (2010)

Saw (2004)

Cube (1997)

Filmreview: „Crawlspace – Dunkle Bedrohung“ (2012)

crawlspace_2012
 
 
 

CRAWLSPACE – DUNKLE BEDROHUNG

Story

 
 
 
Ein gescheitertes Militärexperiment bringt eine Gruppe Elite-Soldaten in eine brenzlige Situation. Auf ihrer Suche nach überlebenden Wissenschaftlern geraten Sie an telekinetisch veranlagte Probanden, die ihre ganz eigene Methode entwickelt haben, ihr Überleben zu sichern …
 
 
 


 
 
 

CRAWLSPACE – Kritik

 
 
 
In unkreativen Zeiten wie diesen muss der Zuschauer mit allem rechnen. Da kann dem Fan des grausigen Genres auch gut und gern einmal das Herz in die Hose rutschen, wenn ein Film mit dem Titel CRAWLSPACE versehen wird und ein weiteres ungutes Remake eines vielgeliebten Klassikers zu vermuten ist. Keine Angst, bei dem australischen Science-Fiction-Reißer CRAWLSPACE handelt es sich um keine Neuverfilmung des ’86er Mietshaus-Slashers mit KLAUS KINSKI. Hier hat sich ein anerkannter Fachmann für Make-up und Spezialeffekte auf den Regiestuhl begeben, der für Filme wie RED HILL (2010) und STORM WARNING (2007) das Derbe beigesteuert hat. JUSTIN AUSSIE DIX heißt der gute Mann und bannt mit seinem klaustrophobischen Kaum-Budget-Thriller sein Debüt auf Zelluloid, wobei in seinem Erstling nicht unbeachtet bleibt, dass DIX eine besondere Leidenschaft für Action-Kracher der goldenen 80er hegt. So dürfte dem Kenner definitiv auffallen, dass mit CRAWLSPACE ein ziemlich düsterer Mix aus CAMERONS ALIENS (1986) und CRONENBERGS SCANNERS (1981) präsentiert wird, freilich ohne dabei überhaupt annähernd deren Qualitäten zu erreichen. Im Mittelpunkt steht einmal mehr ein gescheitertes Experiment des Militärs. Deren Folgen hat man nun bereits in beständiger Regelmäßigkeit in unzähligen Zombie-Schoten zu sehen bekommen. Damit die Thematik dem Zuschauer nicht allzu langweilig wird, werden die Zombies kurzerhand gegen telekinetisch veranlagte Biokampfwaffen ausgetauscht, die die Fähigkeit besitzen, die Gedanken ihrer Opfer zu manipulieren, um diese so möglichst gemeingefährlich ins Jenseits zu befördern. Splatterspaß ist dabei garantiert, schließlich ist doch mit Spezialeffekt-Maestro DIX ein Könner seines Fachs am Ruder.
 
CRAWLSPACE folgt einer Gruppe von Elitesoldaten, die ein geheimes, unterirdisches Militärlabor säubern sollen. Das hat aufgrund eines gescheiterten Experiments den Kontakt zur Außenwelt verloren, so dass die Spezialeinheit nun die Wissenschaftler bergen und die Probanden vernichten soll. Das gelingt anfänglich ohne Probleme, bis die Gruppe auf das Versuchskaninchen Eve (BERNSTEIN CLAYTON) stößt, die eine erstaunliche Ähnlichkeit mit der Ex-Frau des Soldatenanführers Romeo (DITCH DAVEY) besitzt. Grund genug die verschüchterte Frau vorerst am Leben zu lassen, was sich jedoch schnell als fataler Fehler entpuppt. Denn Eve ist Ergebnis eines mysteriösen Militärexperiments, das sich auf die Kriegsgegnervernichtung mittels Telekinese spezialisiert hat. Die Anwesenden bemerken schnell, dass sie in größter Gefahr schweben, denn Eve nutzt ihre erworbenen Fähigkeiten mit erstaunlicher Selbstsicherheit.
 
Man nehme eine kleine Anzahl taffer Mitstreiter, werfe sie in eine düstere Szenerie und lasse sie möglichst spektakulär über die Klinge springen. So oder so ähnlich lässt sich das magere Skript von CRAWLSPACE – DUNKLE BEDROHUNG (unter diesem Titel kommt der Film in den deutschen Handel) in wenigen Worten zusammenfassen. Wobei man jedoch sagen muss, dass der Actiontrip durchaus souverän abgehandelt wird. Das Tempo ist straff und die Kulisse effektiv. Die dunklen Schächte und Tunnel erzeugen eine bedrohliche und vor allem klaustrophobische Stimmung der Hilflosigkeit, die bei allen Beteiligten reichlich Verwirrung und Desorientierung entstehen lässt. Das Ziel, die Vernichtung des Versuchsmaterials, ist schnell aus den Augen verloren, denn das Rettungsteam merkt in CRAWLSPACE – DUNKLE BEDROHUNG schnell, dass hier einiges im Argen liegt. Ganz so Unrecht haben die Soldaten dabei nicht. Denn nachdem ihnen ein seltsames Gorilla-Dings auf den Leib rücken will, überschlagen sich die Ereignisse und münden im regelrechten Chaos. Lobenderweise muss man DIX zugestehen, dass die Auflösung des Spuks gekonnt hinausgezögert wird und bis zur Filmmitte unklar bleibt, mit welcher Bedrohung die Elitekämpfer überhaupt konfrontiert werden. Die bewegen sich jedoch derart ungeschickt durch die leidlich ausgeleuchteten Gänge, dass der Zuschauer schnell zu sehen bekommt, was er von diesen Filmen erwartet. Da fliegen munter Handgranaten durch die Luft (macht in engen Räumen absolut Sinn) und die Wände werden ziellos mit Munition durchlöchert. Das ist zwar alles herrlich laut, aber wirkt irgendwie nur selten schlüssig – zumal sich die scheinbar gut ausgebildete Spezialeinheit für unser Empfinden eher unprofessionell verhält. Demnach werden alle Logikbarrieren im Blut ersäuft und die wenigen Protagonisten mittels obligatorischen 10-kleine-Jägerlein-Prinzips in den Kinohimmel transferiert. Immerhin lassen einige Anspielungen an genannte Klassiker diverse Makel in der Inszenierung schnell vergessen. So besitzt die Optik von CRAWLSPACE verblüffende Ähnlichkeit zu der von ALIENS. Hin und wieder wartet der Zuschauer geradezu darauf, dass gleich eines der von H.R. GIGER kreierten Gestalten durch die Pappwände brettert. Zudem besitzen die Soldaten einen ähnlichen Scanner um feindliche Bewegungen registrieren zu können, ähnlich wie die Protagonisten in der legendäre ALIEN-Fortsetzung. Als wäre das nicht schon Hommage genug, lässt Killer-Amazone Eve gleich mal einen Kopf SCANNERS-like explodieren. Das erfreut das Klassiker-Herz und erntet Pluspunkte.
 
Mit seinem Regie-Debüt hat F/X-Experte JUSTIN AUSSIE DIX ein passables Filmchen geschaffen, das zwar recht kurzweilig, aber nicht sonderlich innovativ ist. Der Digital-Look macht in Kombination mit den ziemlich geschickt gefertigten Kamerafahrten und der konstant düsteren Atmosphäre eine hochwertige Figur. Leider kann die sehenswerte technische Ausstattung nicht verhehlen, dass die Idee telekinetisch veranlagten „Bioabfalls“ zwar ganz nett ist, aber irgendwie nicht wirklich nachwirken will. Sobald CRAWLSPACE – DUNKLE BEDROHUNG gesichtet worden ist, dürfte er auch schon wieder aus den Köpfen der Zuschauer entschwunden sein. Schade, denn hätte DIX statt menschlicher Probanden blutgeile Monster durch die Kulisse sausen lassen – CRAWLSPACE hätte ein neuer Genre-Geheimtipp für erwartungsfreudige Splatter-Nerds werden können. Das hat DIX vermutlich auch gewollt, zumal in einer der ersten Szenen ein Affen-Wesen durch die Gänge tobt. Leider musste wohl sein Vorhaben aus Budgetgründen wieder auf Eis gelegt werden, was im Falle von CRAWLSPACE etwas sehr bedauerlich ist.
 
 
 


 
 
 

CRAWLSPACE – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Rasant inszenierter, klaustrophobischer Splatter-Thriller in der Tradition der ALIEN und SCANNERS-Filme. Leider sucht man hier die Monster vergebens, die CRAWLSPACE vermutlich bedeutend interessanter gemacht hätte.
 
 
 


 
 
 

CRAWLSPACE – Zensur

 
 
 
Es gibt einige Körper zu sehen, die durch Granaten zerstört wurden. Zudem explodiert ein Kopf und ein Mann verbrennt bei lebendigen Leib. Alles ganz geschickt getrickst und hat dafür gesorgt, dass CRAWLSPACE – DUNKLE BEDROHUNG hierzulande ungeschnitten im Handel zu haben ist. Die deutsche Version ist erst für Volljährige geeignet und besitzt den KJ-Stempel.
 
 
 


 
 
 

CRAWLSPACE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
Crawlspace_Blu-ray

(c) Universum Film

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Crawlspace; Australien 2012

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 87 Min.

FSK: KEINE JUGENDFREIGABE (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wechselcover

Extras: Behind the Scenes (ca. 30 Minuten, HD), Deutscher Filmrailer (ca. 2 Minuten, HD), BD-Live-Zugang, Trailershow mit sieben weiteren Filmen aus dem Programm von UNIVERSUM FILM (alle HD)

Release-Termin: 06.12.2013

 
 
 
UNIVERSUM FILM veröffentlicht den kleinen Indie-Horrorfilm jetzt auch auf Heimkinomedium. Die vorliegende Blu-ray ist zwar nichts Besonderes, dürfte aber dem Liebhaber des Genres zufrieden stellen. Nach dem Einlegen bekommt der Zuschauer erst einmal mit REDEMPTION, EVIDENCE und APARTMENT 143 drei Pflichttrailer in HD und deutscher Sprache präsentiert. Danach befindet er sich auch gleich in einem soliden, aber schickt gestalteten Bewegtmenü, das aus Szenen des Films besteht und mit Musik unterlegt wurde. Beim Bild wird kein Optimum erreicht. Das wirkt hin und wieder leicht verwachsen. In dunklen Passagen werden viele Details verschluckt; wird es hell kränkelt der Kontrast. Immerhin rumpelt es tonal hervorragend im Heimkino. Der Bass grummelt herrlich oft aus dem Subwoofer und bereitet den Zuschauer auf drohendes Unheil vor. Viele kleine Effekte ertönen aus den Rears und erzeugen eine gelungene, räumliche Soundkulisse. Zudem muss man UNIVERSUM FILM an dieser Stelle für die hochwertige Synchronisation loben. Für einen eher unbedeutenden Film wie CRAWLSPACE – DUNKLE BEDROHUNG ist die nämlich sehr gut ausgefallen. Bei den Extras wurde hingegen etwas gespart. UNIVERSUM FILM hat das Feature INSIDE THE CRAWLSPACE (ca. 30 Minuten, HD) lizensiert. Das 30-minütiges Making of beleuchtet die Produktion des Gruseltrips ausführlich, dürfte jedoch nur für jene Filmfans von Bedeutung sein, die der englischen Sprache mächtig sind. Denn Untertitel gibt es für dieses Extra (und auch den Hauptfilm) leider nicht. Weiterhin wird der synchronisierte Trailer zum Film (ca. 2 Minuten, HD) und ein BD-Live-Zugang geboten, bei dem aber eine Internetverbindung erforderlich ist, damit man mehr Bonus bestaunen kann. Eine Trailershow mit sieben weiteren Streifen aus dem Katalog des Labels hat es auch auf die Veröffentlichung geschafft. Das ist zwar alles nicht wirklich viel; weil es sich aber CRAWLSPACE – DUNKLE BEDROHUNG um ein kleines B-Movie handelt, ist der magere Bonus auch nicht sonderlich verwunderlich. Neben einer schönen optischen Präsentation der Blu-ray gibt es wie immer auch ein Wendecover ohne FSK-Zeichen. Wer Sci-Fi in Kombination mit Horror mag, darf gern zugreifen. Denn technisch macht die HD-Umsetzung einen soliden Eindruck, auch wenn beim Bild Potenzial nach oben vorhanden gewesen wäre.
 
 
 

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CRAWLSPACE – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Aliens – die Rückkehr (1986)

Scanners (1981)

Filmreview: „Absence“ (2013)

Absence 2013
 
 
 

ABSENCE

Story

 
 
 
Liz (Erin Wray) ist schwanger und wird im siebten Monat ihres ungeborenen Babys beraubt. Niemand kann sich die Geschehnisse erklären – auch die Ärzte finden keine plausible Auflösung des Vorfalls. Nur die Polizei glaubt an ein Verbrechen. Damit Liz den Kopf leer bekommt und ein wenig Erholung finden kann, nimmt ihr Freund Rick (Eric Matheny) die seelisch angeschlagene Frau mit in ein Haus irgendwo in die Einöde. Ihr Bruder Evan (Ryan Smale) soll die Schwester mit einer Videokamera begleiten. Während allerhand seltsame Dinge passieren, werden die drei wenig später mit etwas konfrontiert, was nicht von dieser Welt sein kann …
 
 
 


 
 
 

ABSENCE – Kritik

 
 
 
Achtung, Kritik enthält Spoiler!
 
 
 
Wer hätte je daran gedacht, dass sich der Found-Footage-Stil 14 Jahre nach BLAIR WITCH PROJECT immer noch oder schon wieder so großer Beliebtheit erfreut. Kaum ein Subgenre hat die Fanbase so gespalten wie der Wackelkamerafilm. Kaum ein Horrorthema existiert, das noch nicht in unscharf-verwackeltem Bildmaterial verwertet wurde. Leider hat sich der Found-Footage-Film für viele Debütanten zum Sprungbrett in die große Filmwelt entwickelt. Die hoffen nun, sich mit ihren mäßig kreativen Beiträgen auf dem internationalen Filmmarkt beweisen zu können. Vermutlich sind darunter nicht wenige, von denen der Horrorfan nie wieder hören wird. Zu recht, denn viele dieser Produktionen sind so unsagbar schlecht, dass der Zuschauer sie möglichst meiden sollte. Auch ABSENCE ist einer dieser Filme, bei dem der Zuschauer schon einmal die Kotztüte bereithalten sollte, denn auch hier wird so gewackelt, dass dem Betrachter ganz schnell schwindlig werden dürfte. Man erinnere sich zuletzt an DEVILS PASS, der trotz Wackelcam-Malus immer noch verstand, die Geschehnisse in halbwegs konstante Bilder zu packen. In ABSENCE ist das mal wieder nicht der Fall, denn hier dreht Held Evan (RYAN SMALE) mit seiner hochmodernen Digicam ein stinklangweiliges Homevideo über Schwester Liz (ERIN WRAY), die mit Freund Rick (ERIC MATHENY) in einem Landhaus Erholung finden will. Natürlich wird die Familienbande mit allerhand komischen Vorkommnissen konfrontiert, die unweigerlich nach Gefahr „schreien“, aber nicht wirklich wahrgenommen werden. Zuerst sehen die drei Freunde blau schimmernde Lichter am Himmel, die sich seltsam fortbewegen. Wenig später filmt Frauenheld Evan dreiste Gnome, die hektisch durch die Behausung huschen. Zudem werden die Anwesenden von unerklärlichen Blackouts geplagt und etwas Fremdartiges beginnt sich unter Liz´s Haut fortzubewegen. Für die Helden kein Grund, die vermeintlich sichere, ländliche Behausung zu verlassen. Stattdessen wird seelenruhig darauf gewartet, dass noch Schlimmeres passiert. Während der Zuschauer sich des Gefühls nicht verwehren kann, dass es sich hier um eine waschechte Alienheimsuchung handelt, tapsen die Helden der Geschichte weiterhin im Dunkeln, ohne überhaupt einmal darüber nachzudenken, das Videomaterial doch mal genauer unter die Lupe zu nehmen.
 
JIMMY LAWRENCE, der Verbrecher hinter ABSENCE (er schrieb, drehte und produzierte selbst) muss noch einiges zur Umsetzung von Horrorfilmen lernen. Beherzigen sollte er dabei, dass Langeweile Gift für jeden Gruselschocker ist. Sein Erstlingswerk ABSENCE ist ein Paradebeispiel dafür, wie einfach es doch sein kann, den Zuschauer in Narkose zu quasseln. Wirklich viel will hier nicht passieren. Während Brüderchen Evan in der ersten Stunde beweist, wie leicht es doch sein kann, Frauen um den Finger zu wickeln, beginnen sich die Protagonisten in regelmäßigen Abständen selbst zu erschrecken, damit die einschläfernde Handlung etwas an Fahrt gewinnt. Zudem wirkt die dialoglastige Inszenierung auf Dauer sehr ernüchternd. Hier wird zwar durchweg gut improvisiert, was die Szenerie authentisch wirken lässt; wirklich sympathisch wirken die Schauspieler in ihren Rollen jedoch zu keiner Minute. Immerhin wissen die subtilen Anspielungen zu gefallen, die als Vorbote gelten, was den Helden im letzten Akt bevorstehen wird. Trotz Mikro-Budget-Status sind die wenigen Spezialeffekte ziemlich geschickt gestrickt und bilden die wenigen Glanzmomente dieser eigentlich vollkommen unbrauchbaren Gruselgeschichte. Trotz des ermüdend langsamen Aufbaus schafft es LAWRENCE, dass sein ABSENCE in einem tobenden Finale mündet, damit zumindest die Found-Footage-Fanfraktion gänzlich auf ihre Kosten kommen kann. Auch wenn sich die Ereignisse in den letzten 15 Filmminuten überschlagen und der Film recht übereilt zum Schluss kommt, ist ABSENCE erneut eines dieser Debütwerke, die man als Horrorfilmfan nicht unbedingt gesehen haben muss.
 
 
 


 
 
 

ABSENCE – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
BLAIR WITCH PROJECT trifft INDEPENDENCE DAY – Geschickt getrickster Alienfilm in beliebter Wackelkamera-Optik. Leider gibt es bis auf die handvoll Effekt hier nichts zu sehen, was von Interesse wäre. Regisseur, Drehbuchautor und Produzent JIMMY LAWRENCE hat mit seinem Debütwerk ABSENCE ein Film geschaffen, dem es ganz einfach gelingt den Zuschauer rezeptfrei in den Schlaf zu wiegen – Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie den Videothekar Ihres Vertrauens oder meiden Sie, ABSENCE im Handel zu kaufen!
 
 
 


 
 
 

ABSENCE – Zensur

 
 
 
Gewalt gibt es bis auf eine ganz kurze Szene am Ende gar nicht zu sehen. Wäre die nicht gewesen, ABSENCE hätte frei ab 12 Jahren in den Handel kommen können. Sollte sich ein Label erbarmen und diesen Wackelkamera-Film veröffentlichen, dürfte der locker den blaue FSK16-Flatschen erhalten.
 
 
 


 
 
 

ABSENCE – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Stripped (2012)

The Dyatlov Pass Incident (2013)

The Vatican Exorcisms (2013)

The Frankenstein Theory (2013)

Apollo 18 (2011)

Grave Encounter 2 (2012)

The Dinosaur Project (2012)

The Bay (2012)

Blair Witch Project (1999)

Filmreview: „Dark Skies – Sie sind unter uns“ (2013)

dark-skies-2013
 
 
 

DARK SKIES

SIE SIND UNTER UNS

Story

 
 
 
Für Familie „Barrett“ ist nichts mehr so, wie es einmal war, als sie plötzlich mit unerklärlichen Vorfällen konfrontiert werden. Erst schleicht sich des abends ein ungebetener Gast in das Haus, dann prasseln drei bestimmte Vogelarten aus allen erdenklichen Richtungen gegen die heimischen Dachfenster. Hinzukommt, dass die Familienmitglieder mit seltsamen Blackouts zu kämpfen haben und groteske Wundmale an ihrem Körper vorfinden. In ihrer Panik wenden sich die Gepeinigten an einen Spezialisten, der den Eltern offenbart, dass die Familie Teil eines außerirdischen Experiments zu sein scheint …
 
 
 


 
 
 

DARK SKIES – Kritik

 
 
 
Wenn auf einem Filmplakat suggeriert wird, dass hinter dem vorliegenden Filmchen, die Macher der legendären PARANORMAL ACTIVITY-Serie stecken sollen, dann dürfte in der hiesigen Filmszene vermutlich schnell ein lauthalses Stöhnen die Runde machen und alteingesessene Horror-Fans den kommenden Schocker DARK SKIES rasch entnervt von ihrer Must-See-Liste streichen. Die Horror-Schmiede BLUMHOUSE PRODUCTIONS hat sich in Genre-Kreisen mit ihren günstig produzierten Found Footage-Filmchen einen beneidenswerten Namen erkämpft und versucht nach diversen Geisterfilmchen nun auch im Science Fiction-Genre Fuß zu fassen.
 
DARK SKIES ist einer jener Filme, bei denen man irgendwie nicht so wirklich weiß, wie man sie im Endeffekt bewerten soll. Ist man bereits mit dem Genre bewandert, dürfte schnell klar werden, wie der Hase läuft. Da werden die Geschehnisse mit allerlei mysteriösen Begebenheiten eingeläutet und natürlich im Verlauf der Handlung auf die Spitze getrieben. Hierbei versucht der Film sich bis zum Ende die Option offen zu halten, ob es sich denn bei all dem seltsamen Schabernack, um eine wirkliche Heimsuchung durch Aliens handelt, oder ob die Familie eventuell doch durch eine rationell erklärbare Bedrohung heimgesucht wird. Dabei gelingt es DARK SKIES durch allerlei einfache Mittel eine durchaus bedrohliche Atmosphäre zu entwickeln, die es dabei sogar kongenial schafft, falsche Fährten zu legen, um den Zuschauer reichlich zu verwirren. Das beginnt mit einem vollkommen belanglosen Durchwühlen des heimischen Kühlschranks durch etwas vollkommen Unbekanntem und endet damit, dass die Familienmitglieder von unerklärlichen Blutergüssen geplagt werden und mit absoluten Totalausfällen zu kämpfen haben. Effektiv ist das natürlich durchaus und spannend mit Sicherheit, und doch mag man am Ende irgendwie das Gefühl nicht loswerden wollen, nach der plausiblen Auflösung doch etwas vollkommen Spektakuläres und Verblüffendes erwartet zu haben.
 
Mit all seinem zwar effektiven, aber dennoch reichlich banalen Hokuspokus erinnert DARK SKIES durchweg an eine, auf Spielfilmlänge gezerrte Folge der berüchtigten Kult-Serie THE TWILIGHT ZONE, nur mit dem Unterschied, dass das natürlich alles weniger charmant und kultig wirkt und stattdessen auf ein effektgeiles Mainstream-Publikum zugeschnitten wurde. Das wird spätestens dann offensichtlich, wenn die Protagonisten versuchen, ihre Wohnung mit Überwachungskameras zu spicken und man sich als Zuschauer wieder an die diversen PARANORMAL ACTIVITY-Filme und Plagiate zurückerinnert. Verwunderlich ist das natürlich bei weitem nicht, steht ja hinter DARK SKIES auch das Produzenten-Team des berüchtigten Wackelcam-Geister-Franchise, das wohl der Meinung war, die bisher kassentauglichste Zutat ihrer Filmschmiede auch in ihren aktuellen Beitrag unterbringen zu müssen.
 
DARK SKIES scheint grob betrachtet, nicht wirklich viel Neues bieten zu können. Der Grundplot erinnert in seiner einigermaßen geschickten Umsetzung bemerkenswert stark an den Grusel-Kultfilm POLTERGEIST aus dem Jahre 1982. Auch hier sieht sich eine typisch amerikanische Familie mit seltsamen Vorfällen konfrontiert, deren Auslöser bei einem der Familienmitglieder zu suchen ist. Doch nicht nur Elemente aus INVASION OF THE BODY SNATCHERS (1978) und SIGNS (2002) sind im Film selbst wiederzufinden, auch Zutaten aus den hauseigenen Werken, wie INSIDIOUS (2010) haben es letztendlich in irgendeiner Form in den nun vorliegenden DARK SKIES geschafft.
 
Der bereits mit dem Horror-Genre vertraute Drehbuchautor und Regisseur SCOTT STEWART (LEGION (2010) und PRIEST (2011)) hat mit seinem aktuellen Beitrag den wohl bisher besten Film seines Regie-Daseins geschaffen, der zudem auch als der Film des Jahres 2013 betitelt werden darf, der sich am dreistesten an den diversen Kultfilmen des Genres vergangen hat. Hier findet man fast all das ansprechend recycelt wieder, was man bereits in diversen, in der Regel besseren Filmen innerhalb des Genres, zu Gesicht bekommen hat. Das schamlose Zitieren erfolgreicher Kultfilme dürfte bei dem ein oder anderen Filmfreund vermutlich die Schamesröte ins Gesicht treiben lassen, aber dennoch lässt sich behaupten, dass DARK SKIES trotz aller beschriebenen Vergehen, durchaus kurzweilig unterhält und gar nicht so übel ist, wie anfänglich gedacht. Zwar wirkt der Film nicht wirklich nachhaltig, aber als kleines Mysterie-Häppchen für Zwischendurch eignet sich DARK SKIES durchaus. Deshalb: dem Filmgenuß erwartungsfrei entgegenfiebern, um nicht allzu derb enttäuscht zu werden!
 
 
 


 
 
 

DARK SKIES – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Willkommen in der TWILIGHT ZONE: konventioneller Mysterie-Schocker für ein ausgehungertes Mainstream-Publikum. Trotz altbekannter Zutaten ein durchaus gruseliges Filmchen in der Tradition der POLTERGEIST und PARANORMAL ACTIVITY-Schocker
 
 
 


 
 
 

DARK SKIES – Zensur

 
 
 
Der eher harmlose DARK SKIES wurde hierzulande wenig übrraschend bereits ab 16 Jahren freigegeben. Die erhältliche Fassung ist komplett ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

DARK SKIES – Deutsche Blu-ray

 
 
 
dark-skies-blu-ray

(c) Koch Media Home Entertainment

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Dark Skies; USA 2013

Genre: Horror, Thriller, Science Fiction

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 97 Min.

FSK: FSK 16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Audiokommentar mit Regisseur und Produzenten, Alternative und geschnittene Szenen (ca. 15 Minuten), Original Kinotrailer

Release-Termin: 29.01.2015

 

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DARK SKIES – Trailer

 
 
 


 
 

Hellraiser80

 
 
 
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