Filmkritik: „Deathstalker 2 – Duell der Titanen“ (1987)

deathstalker-2-1987-poster
 
 
 

DEATHSTALKER 2 – DUELL DER TITANEN

(MYSTOR – DER TODESJÄGER II / DEATHSTALKER 2)

Story

 
 
 
Barbar Mystor nimmt die üblichen Unwegsamkeiten des Fantasy-Mittelalters nicht immer so ernst wie eigentlich nötig. Er überlegt es sich erst dann anders, als er Prinzessin Evie kennenlernt. Sie hat der Hexenmeister Jarek von Thron gejagt und sie sucht nach Mitstreitern, um jetzt wiederum den wenig bezaubernden Zauberschurken in die Wüste zu schicken. Auf dem Weg dorthin wird ausgiebig gekämpft, gezaubert und menschenfressenden Amazonen vom Teller gesprungen.

 
 
 


 
 
 

DEATHSTALKER 2 – Kritik

 
 
Auch Roger Cormans letztes Werk aus seiner zackig hintereinander in Argentinien heruntergekurbelten Reihe von Fantasy-Krachern überzeugt mit allem, was diese Art des grellen Unfugskinos so schön macht. In der Hauptrolle stolziert der Fernsehschauspieler und heute vielbeschäftigte Serienregisseur John Terlesky durch die Pampa – dieses lockere Scherzchen ist hier sogar geographisch korrekt – und hat Spaß dabei und nicht nur das: Für die Rollen der knappbekleideten Sword-And-Sorcery-Babes bringt der Beach Boy gleich zwei seiner Exfreundinnen mit: Monique Gabrielle und Toni Naples, zwei Autoritäten auf dem Gebiet des Mopshüpfens und in den Jahrzehnten nach DEATHSTALKER 2 in einem halben Videothekenregal handlungsarmer Softsex-Schmonzetten zu bewundern. Mit der wuchtigen Dee Boher, die unter dem Namen Queen Kong Wrestlerin bei GLOW (der Wrestling-Show, nicht der Netflix-Serie) aktiv ist, hat er unseren Informationen zu Folge vor den Dreharbeiten kein Date gehabt. Den hexenden Unhold gibt John LaZar, ein hagerer, halbindianischer Charakterkopf, der einst bei Russ Meyer mitspielen durfte und schon in mancher Serie kriminelle Elemente verkörpert hat.
 
 
deathstalker-2-1987-bild-2
 
 
Für die Aufgabe der Regie vor Ort kommandiert Corman, dieser ewige Impressario des B-Movies weltweit, seinen Einser-Schüler Jim Wynorski, einen ausgewiesenen Fachmann für wutziges und witziges Horror-, Science-Fiction- und sonstiges Gaga-Kino, ab. Bei uns habt ihr schon über einige seiner Filme gelesen. Alles in allem ein schätzenswerter Mann.
 
 
deathstalker-2-1987-bild-1
 
 
Wynorski bestätigt später, was der geneigte Liebhaber des Achtziger-Jahre-Barbarenfilm-Booms bereits vermutet: Roger Corman kann sich nie so ganz verzeihen, dass Anfang der Achtziger andere Produzenten die Verfilmung von Robert E. Howards CONAN-Heftchen auf die Beine stellen und dreisterweise damit auch noch einen Welterfolg landen. Also will er wenigstens mit den gleichen Zutaten arbeiten und sein Stück vom Kuchen mitnehmen. Jene Zutaten stammen natürlich viel eher aus dem Regal des Discounters, machen den testosterongefüllten Zuschauer aber auch satt. Magische Fantasy-Reiche mit Muskelmännern, Titten, Schwertkampfgewalt und dem einen oder anderen Billig-Monster – was will man mehr? Was Wynorski als Bonus für seine Zuschauer gelingt, ist die Beimischung von Humor, der auf dem Papier nicht ins Genre passt. In der Praxis sieht das anders aus. Terlesky ist kein Schwarzenegger, weiß das aber. Genau wie seine Gefährten und Gegenspieler scheint der schwertschwingende Geck zu wissen, in was für einem Mumpitz er da herumstapft und die Zähne zeigt. Vom Regisseur stammt auch der so passende Spruch, dass man versehentlich eine aus der Zeit gefallene Komödie gedreht habe. Passt so.
 
 
deathstalker-2-1987-bild-3
 
 


 
 
 

DEATHSTALKER 2 – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
Auch im zweiten Teil der spaßigen Reihe – insgesamt wurden derer vier auf die Welt losgelassen – werden keine Gefangenen genommen. Unter der Regie des Schlock-Meisterwerk-Garanten Jim Wynorski wandert der Todesjäger, wie ihn die deutsche Filmwirtschaft seinerzeit verkauft, durch eine halbe Persiflage auf Fantasyfilme, haut aber trotzdem in Schleifen, was ihm vor die Klinge springt. Essentieller Trash!
 
 


 
 
 

DEATHSTALKER 2 – Zensur

 
 
 
1989 wurde DEATHSTALKER in der deutschen, ungeschnittenen FSK 18-VHS indiziert. Nach Ablauf der 25-Jahres-Frist erfolgte die Listenstreichung, was das Label daredo / Soulfood im Jahr 2019 dazu veranlasste den Kult-Trash auf Blu-ray in Deutschland angeschnitten zu veröffentlichen. Die erhältliche Fassung auf Blaustrahl und DVD ist daher ungeschnitten und komplett. Auf dem Cover befindet sich ein roter FSK-Flatschen. Interessant: Neben der Kinofassung von DEATHSTALKER 2 befindet sich auf der Blu-ray / DVD auch der Director’s Cut.
 
 
 


 
 
 

DEATHSTALKER 2 – Deutsche Blu-ray

 
 
 
deathstalker-2-1987-bluray

(c) White Pearl Movies (KeepCase Blu-ray)

deathstalker-2-1987-mediabook

(c) White Pearl Movies (Mediabook mit Blu-ray + DVD auf 1500 Stück limitiert)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Deathstalker 2; Argentinien | USA 1987

Genre: Fantasy, Action, Science Fiction

Ton: Deutsch DTS-HD MA 2.0, Englisch DTS-HD MA 2.0

Untertitel: keine

Bild: 1.85:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 77 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Mediabook | Blu-ray im KeepCase ohne Wechselcover

Extras: Audiokommentar mit John Terlesky, Toni Naples & Jim Wynorski, Originaltrailer (1:45 Min.), Artworkgalerie (0:54 Min.) | zusätzlich im Mediabook: Film auf DVD, 16-seitiges Booklet mit Infos zu Film und Darstellern sowie vielen Bildern

Release-Termin: Mediabook: 08.03.2019 | KeepCase: 27.11.2020

 

Deathstalker 2 – Duell der Giganten [Mediabook mit Blu-ray + DVD] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

Deathstalker 2 – Duell der Giganten [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

DEATHSTALKER 2 – Trailer

 
 


 
 
 

Christian Ladewig

(Rechte für Grafiken liegen bei White Pearl Movies)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Deathstalker – Der Todesjäger (1983)
 
Red Sonja (1985)
 
Conan der Barbar (1982)
 

Filmkritik: „Deathstalker – Der Todesjäger“ (1983)

deathstalker-poster
 
 
 

DEATHSTALKER – DER TODESJÄGER

(DEATHSTALKER)

Story

 
 
 
Unser Titelheld ist ein umhervagabundierender Schwertmann, der lieber für das Gute antritt. Eine Hexe gibt ihm die Mission, verschiedene magische Relikte aufzutreiben, von denen sich zwei im Besitz des Magier-Diktators Munkar befinden. Auf dem Weg zu diesem Munkar schließen sich dem Deathstalker die knapp bekleidete Kriegerin Kaira und ein findiger Taschendieb an. Sie nehmen an Kampfturnieren teil, deren Sieger zur nächsten Turnier-Runde auf Munkars Festung eingeladen werden. Wäre doch gelacht, wenn unsere Eisenbeißer nicht alle Kräfte bemühen könnten, um dem üblen Hexer das Handwerk zu legen.

 
 
 


 
 
 

DEATHSTALKER – Kritik

 
 
Passt alles. Die Gewalt ist ordentlich, Langeweile gibt’s nicht und man wird beim Anschauen des Films sofort wieder neun Jahre jung. Die Kaira spielt Lana Clarkson, jene ultra-amerikanisch aussehende Amazone, die in so manchem dieser Filme zu bewundern ist und 2003 von ihrem Mann, dem legendären Musikproduzenten Phil Spector, über den Haufen geballert wird. Angestachelt vom Erfolg des DEATHSTALKER lässt Produzent Roger Corman (ja, an dem Mann führt nix vorbei – niemals!) die Zelte am argentinischen Drehort gleich stehen und improvisiert der fitten Lana den auch geilen BARBARIAN QUEEN auf den knusprigen Leib. Prinzessin Codille wird von Barbi Benton gegeben, die eine ähnliche Biographie vorzuweisen hat, jedoch nicht erschossen wurde. Bisher noch nicht zumindest. Hach, die Barbarenfilm-Welt der frühen Achtziger! Ausgelöst vom Erfolg des geilsten aller Schwarzenegger-Böller, CONAN DER BARBAR, entfaltet sich eine regelrechte Schattenindustrie der Muskelidioten-Meisterwerke. Eine Schattenindustrie, der man noch heute jeden Abend ein Kerzchen anzünden und ein Käsebrot opfern sollte, aus Dank für all die so mordsmäßig unterhaltsamen Trash-Raketen, deren Ästhetik zwischen World Wrestling Federation, den Pulp-Gemälden Frank Frazettas und Dungeons & Dragons-Rollenspielen zuhause ist.
 
 
deathstalker-1983-bild-4
 
 
Wie bei DEATHSTALKER! Man denkt, es habe zwischen 1982 und etwa 1988 ein inoffizieller Wettstreit bestanden. Ein Turnier, in dem die rücksichtslosesten Regie-Söldner aus den USA, Italien, bis rüber auf die Philippinen beweisen müssen, wer den geilsten Muckibude-gegen-Plastikmonster-Sudelfilm aufs von jeder inneren Qualitätskontrolle befreite Publikum loslassen kann. Wer dieses Turnier auf Produzentenseite für sich entscheiden konnte, wissen wir nicht. Was wir allerdings wissen, ist der erste Platz auf dem Siegertreppchen für den Zuschauer.
 
 
deathstalker-1983-bild-3
 
 
Kinder, es gibt an manchen Tagen nichts Besseres, als Filme, in denen Bodybuilder ohne Schauspielerfahrung mit weiß glänzenden Raubtierzähnen durch das kalifornische oder römische Hinterland stapfen. Dort treffen sie auf ehemalige Playboy-Bunnys mit unglaublich hochgesprühten Mähnen, G-Strings und manchmal sogar Silikonhupen der garstigen Achtziger-Herstellungsweise – also zwei bewegungslos unter gespannter Haut steckende Tennisbälle, durch deren Mitte ein Motorrad fahren könnte. Dann noch ein Dieb, Elf, Zwerg, untalentierter Zauberer oder anderer Standard-Fantasy-Nebencharakter und die Sache kann losgehen. Gemeinsam muss die Crew wahlweise eine Prinzessin befreien, einen tyrannischen Herrscher stürzen oder einem schlecht in Stop-Motion, Pappmaché oder Pappmaché-Stop-Motion verwirklichtes Riesenmonster Mores lehren.
 
 
deathstalker-1983-bild-2
 
 
Barbarenfilme sind immer gleich. Ja, gegen den variationsarmen und eigentlich nicht zu begreifend immer unterhaltsamen Stumpfsinn nach Conan sind Genres wie Italo-Western, Kung-Fu-Filme oder Porno-Best-Ofs Blumensträuße der Abwechslung. Trotzdem: Auf der Beerdigung des Rezensenten wird neben LSD-Zwang, einer Free Jazz Band und einem Ringkampfturnier auf ein 48-Stunden-Barbarenmarathon laufen.
 
 
deathstalker-1983-bild-1
 
 


 
 
 

DEATHSTALKER – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
Ihr seht, heute steht hier der Text eines Genre-Liebhabers. Im vollbesetzten Umkleidepuff der Barbarenfilme trägt DEATHSTALKER, der erste von insgesamt vier Teilen, eine Kapitänsbinde. Wer Fantasy mag, die statt ätherischer Tolkien-Pose lieber rülpst und ihrem Nächsten auf die Nase haut, der kommt an dieser gut gelaunten Sonnencreme-Rakete von einem Film nicht vorbei.
 
 


 
 
 

DEATHSTALKER – Zensur

 
 
 
1985 wurde DEATHSTALKER in der deutschen, ungeschnittenen FSK 18-VHS indiziert. Nach Ablauf der 25-Jahres-Frist erfolgte die Listenstreichung, was das Label daredo / Soulfood im Jahr 2018 dazu veranlasste den Kult-Trash auf Blu-ray in Deutschland angeschnitten zu veröffentlichen. Die erhältliche Fassung auf Blaustrahl ist daher ungeschnitten und komplett. Auf dem Cover befindet sich ein roter FSK-Flatschen.
 
 
 


 
 
 

DEATHSTALKER – Deutsche Blu-ray

 
 
 
deathstalker-bluray

(c) White Pearl Movies (KeepCase Blu-ray)

deathstalker-1983-mediabook

(c) White Pearl Movies (Mediabook mit Blu-ray + DVD auf 1500 Stück limitiert)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Deathstalker; Argentinien | USA 1983

Genre: Fantasy, Action, Science Fiction

Ton: Deutsch DTS-HD MA 2.0 (Mono), Englisch DTS-HD MA 2.0

Untertitel: keine

Bild: 1.85:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 80 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Mediabook | Blu-ray im KeepCase ohne Wechselcover

Extras: Originaltrailer (2:03 Min.), Artworkgalerie (2:42 Min., 27 Bilder) | zusätzlich im Mediabook: Film auf DVD, 16-seitiges Booklet mit Infos zu Film und Darstellern sowie vielen Bildern

Release-Termin: Mediabook: 24.08.2018 | KeepCase: 23.10.2020

 

Deathstalker – Der Todesjäger [Mediabook mit Blu-ray + DVD] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

Deathstalker – Der Todesjäger [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

DEATHSTALKER – Trailer

 
 


 
 
 

Christian Ladewig

(Rechte für Grafiken liegen bei White Pearl Movies)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Mystor – Der Todesjäger II (1987)
 
Red Sonja (1985)
 
Conan der Barbar (1982)
 

Filmkritik: „Monster Hunters – Die Alienjäger“ (2020)

monster-hunters-2020-poster
 
 
 

MONSTER HUNTERS – DIE ALIENJÄGER

(MONSTER HUNTERS)

Story

 
 
 
Ein Ufo mit gefangenen Verbrecher-Aliens stürzt auf unserer Erde ab. Zum Glück ist die U.S. Army darauf vorbereitet und hat eine Spezialtruppe für solche Fälle aufgestellt.

 
 
 


 
 
 

MONSTER HUNTERS – Kritik

 
 
Die Billigproduktions-Schmiede „The Asylum“ hat zwar auch mal ein paar eigene Filmideen parat, aber überwiegend verdient man dort sein Geld, in dem man Hollywood-Blockbuster kopiert – in super billig versteht sich. Eigentlich sollte dieses Jahr die Videospielverfilmung „Monster Hunter“ mit Milla Jovovich in die Kinos kommen, aber aufgrund von Corona hat sich das verzögert. „Monster Hunters“ ist die Mockbuster-Antwort von „The Asylum“ zu diesem Film. Und er steht für all das, was man dieser Filmgesellschaft vorwerfen kann.
 
 
monster-hunters-2020-bild-4
 
 
In der kalifornischen Wüste stürzt ein unbekanntes Flugobjekt ab. An Bord waren scheinbar ein paar bösartige Aliens, die sich nun durch die Gegend morden. Doch seit Roswell gibt es bei der U.S. Army die „Alien Defense Unit“, die darauf spezialisiert wurde gegen Außerirdische zu kämpfen. Leider hat die Truppe aber noch gar keine Übung darin. Was für ein Schrott an Story. Jedes Kind besitzt da deutlich mehr Fantasie und hätte eine beeindruckendere Geschichte über Außerirdische erzählen können. In „Monster Hunters“ geht es wirklich sehr ideenarm zur Sache und es geschieht fast gar nichts. Eigentlich funktioniert das nicht mal als Billigvariante zu „Monster Hunter“. Ob das hier nun Aliens oder Monster sind, spielt aber sowieso keine Rolle. Es werden nur ein paar obligatorische Zutaten abgespult und dann erscheint der Abspann.
 
 
monster-hunters-2020-bild-3
 
 
Unterhaltsam ist daran nun wirklich nichts. Es geht zuweilen dermaßen ruhig und ereignislos zur Sache, dass man fast vergisst, dass man hier gerade einen Film schaut. Wenn man dort auf Aliens im Wald trifft, ist das so entspannend gestaltet, dass jede private Paintball-Veranstaltung mehr Adrenalin fördern wird. Die Gegner machen es den Protagonisten auch sehr leicht und greifen natürlich nur dann an, wenn das Drehbuch einen Toten vorsieht. Hinzu kommt die Tatsache, dass sich das Muster einige Male wiederholt und man sich fast wie in einer Dauerschleife gefangen vorkommt. Bis es dann zum letzten Drittel geht. Hier entsteht sogar tatsächlich noch eine etwas andere Dynamik und das wäre vielleicht echt noch brauchbar gewesen, wenn da nicht diese grauenvollen Computereffekte wären. Die Aliens sehen absolut lustlos, unkreativ und langweilig aus, könnten so aber auch direkt aus einem Videospiel der N64 stammen. Wenn es große Ufos und verschiedene Laser-Schüsse zu sehen gibt, sieht das selbstredend nicht besser aus. Wenigstens sind ein paar kleine Splatter-Effekte von Hand gemacht. Sie kommen aber nicht oft vor und können auch nichts reißen. Die handwerkliche Arbeit ist wirklich unter aller Sau. Wäre die Optik nicht so hochauflösend, könnte man glatt denken, es mit einem Amateurfilm aus den 90ern zu tun zu haben.
 
 
monster-hunters-2020-bild-1
 
 
Dort hätte sich aber bestimmt nicht Tom Sizemore blicken lassen, wobei es schwer zu verstehen ist, weshalb er dies bei „Monster Hunters“ tut. Seine einstige Karriere scheint wohl endgültig vorbei zu sein. Dementsprechend lustlos agiert er auch, aber zumindest darf er überwiegend sitzen. Vielleicht sollte er mal etwas zusammen mit Steven Seagal drehen. Anthony Jensen ist hier der einzige, der halbwegs überzeugen kann. Im Gegensatz zum restlichen Spiel, wirkt er schon nahezu überambitioniert. Den Rest kann man wirklich vergessen. Das sind im besten Falle schlechte und im schlimmsten Falle peinliche Leistungen. Die alles andere als natürlich klingende, deutsche Synchronisation macht es nicht besser. Sympathien kommen hier keine auf, dafür darf man jedoch unfassbar blöden Dialogen zuhören. Was die Leute hier so von sich geben, ist kaum zu ertragen und macht oftmals keinerlei Sinn. Weil das alles dermaßen lieblos wirkt, wird sich aber selbst der Trashfan nicht daran erfreuen können. Guter Trash entsteht eben nicht von alleine, den muss man schon hinbekommen.
 
 
monster-hunters-2020-bild-2
 
 


 
 
 

MONSTER HUNTERS – Fazit

 
 
 
2 Punkte Final
 
 
„Monster Hunters“ ist mal wieder das Paradebeispiel, weshalb die Filme von „The Asylum“ einen solch schlechten Ruf haben. Die Handlung wirkt wie hingerotzt und besitzt keinerlei Seele, die „Action“ ist so lahm, dass sich selbst Schildkröten langweilen würden und die Darsteller kann man überwiegend auch vergessen. Nebenbei hagelt es dämliche Dialoge, es gibt die billigsten CGI-Aliens zu sehen, die selbst in Videospielen der 90er schon so aussahen und von Kreativität fehlt jegliche Spur. Dass das pure Langeweile bietet, braucht man wohl kaum extra zu erwähnen. Lediglich das letzte Drittel und ein passabler Anthony Jensen, sowie die unfreiwillige Komik sorgen noch für zwei Punkte. Man sollte trotzdem die Finger von diesem Produkt lassen!
 
 


 
 
 

MONSTER HUNTERS – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Monster Hunters – Die Alienjäger“ ist ungeschnitten und frei ab 16 Jahren.
 
 
 


 
 
 

MONSTER HUNTERS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
monster-hunters-2020-bluray

(c) White Pearl Movies (KeepCase Blu-ray)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Monster Hunters; USA 2020

Genre: Thriller, Action, Science Fiction

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 2.39:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 88 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im KeepCase ohne Wechselcover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: KeepCase: 11.12.2020

 

Monster Hunters – Die Alienjäger [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

MONSTER HUNTERS – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei White Pearl Movies)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Alien Predator (2018)
 
AVH: Alien vs. Hunter (2007)
 

Filmkritik: „Devil’s Gate – Pforte zur Hölle“ (2017)

devils-gate-2017-poster
 
 
 

DEVIL’S GATE – PFORTE ZUR HÖLLE

(DEVIL’S GATE)

Story

 
 
 
Auf einer unheimlichen Farm passieren seltsame Dinge. Was die Polizei dort jedoch findet, geht weit über rationalen Menschenverstand hinaus.

 
 
 


 
 
 

DEVIL’S GATE – Kritik

 
 
 
Ist es eigentlich ein gutes Zeichen, wenn ein Film von Festival zu Festival gereicht wird? Nicht selten steckt dahinter Kalkül. Viele Festival-Initiatoren zeigen sehenswerte Filme, um möglichst viele Besucher in die Vorstellungen locken zu können. Aber das Einreichen von Filmen kann auch einem anderen Zweck dienen. So kann es gut sein, dass Filme keinen Verleih finden und daher so lange auf diversen Festivals ihr Dasein fristen bis sich endlich ein Einkäufer findet. Im Falle von DEVIL’S GATE können wir aber Entwarnung geben. Auch dieser Streifen wurde auf einschlägigen Veranstaltungen wie dem FRIGHTFEST oder dem TRIBECA FILMFESTIVAL aufgeführt, vermutlich aber nicht mit dem Hintergrund unbedingt ein Käufer für die Heimkinoauswertung zu finden. Diesen dürfte erwähnter Indie-Horror ohnehin schnell gefunden haben, denn DEVIL’S GATE ist weit weg von schlecht und bringt gute Horrorunterhaltung ins gemütliche Wohnzimmer. Darauf dürfen sich Genre-Fans freuen.
 
 
devils-gate-2017-bild-1
 
 
Was ist denn hier nicht in Ordnung? Das denkt sich auch FBI-Agentin Daria Francis (AMANDA SCHULL). Die muss sich im ländlichen Amerika mit einem Fall beschäftigen, der viele Fragen aufwirft. Im Fokus der Ermittlungen steht Familienvater Jackson Pritchard (MILO VENTIMIGLIA aus STATIC und KISS OF THE DAMNED). Seit einer Ewigkeit sind nämlich dessen Frau und der gemeinsame Sohn verschwunden. Man glaubt an Mord. Doch der ortsansässige Sheriff Conrad ‚Colt‘ Salter (SHAWN ASHMORE aus HATCHET 2 und FROZEN) kennt den Beschuldigten seit der Kindheit persönlich und vermutet andere Ursachen. Grund genug sich auf der heruntergekommenen Ranch besagter Familie umzuschauen. Dort stößt man auf das verstörte Familienoberhaupt, das über den Besuch der Gesetzeshüter so gar nicht erfreut ist. Offenbart versucht er die Farm vor etwas zu beschützen, das es mit der Familie nicht sonderlich gut meint. Und in der Tat. Im Keller erhält man erste Hinweise. Dort haust in einem Käfig ein Wesen, das keinesfalls menschlich ist. Da stellt sich glatt die Frage, was in diesem Heim nicht mit rechten Dingen zugeht. Die Antwort darauf sucht man in dieser Kritik vergebens. Jeder noch so kleine Spoiler raubt nämlich DEVIL’S GATE die Spannung.
 
 
devils-gate-2017-bild-2
 
 
Eine abgelegene Farm, bedrohliche Wolken, ein religiöser Fanatiker und der Teufel im Titel. Dieser Film muss mit dem Okkulten zu tun haben, was wohl das Interesse eines Exorzisten auf den Plan rufen dürfte, der hier mit Weihwasser und Kruzifix zu Tate schreiten muss. Überraschenderweise macht Regisseur CLAY STAUB alles anderes. DEVIL’S GATE ist im anderen Subgenre Zuhause und treibt mit unerwarteten Handlungsverläufen die Spannung voran. Leider beinhaltet der Streifen viele Rätsel und überraschende Wendungen, was es an dieser Stelle schwer macht den Film zu rezensieren. Jede Information zu viel zerstört den nicht uninteressanten Plot, der hier immer nur knappe Hinweise darüber liefert, was letztendlich des Pudels Kern ist. Der Zuschauer wird stets häppchenweise mit Antworten versorgt, die am Ende ein rundes Ganzes ergeben. Erst dort macht der Mystery-Plot Sinn und verinnerlicht einmal mehr, dass selbst bekannte Geschichten immer noch gut funktionieren, wenn man sie in einem unvorhersehbaren Drehbuch niederschreibt, das nicht gleich mit der Tür ins Haus fällt. Dass die erste eigene Arbeit von Regisseur CLAY STAUB eine atmosphärische wie spannende Glanznummer geworden ist, scheint nicht von ungefähr zu kommen. Der Macher war nämlich zuvor an einigen Horror-Produktionen beteiligt, bei denen er wohl das Einmaleins des Angstmachens studiert hat. So stand er als Regisseur der zweiten Unit an der Neuverfilmung des Kultstreifens DAWN OF THE DEAD und dem Prequel zu Carpenters THE THING zur Seite. Immerhin erfolgreiche Filme, die besser waren, als die meisten Neuinterpretationen geliebter Kultklassiker. Qualitativ bleibt Macher CLAY STAUB zumindest seinem Kurs treu. DEVIL’S GATE kann sich sehen lassen und dürfte Freunde unabhängigen Gruselkinos bestens unterhalten. Dank guter (aus TV-Serien bekannter) Schauspieler, professionell getrickster Kreaturen-Effekte und durchdachter Erzählweise ist aus diesem kleinen Grusel-Indie definitiv ein Geheimtipp geworden. Sollte man sich auf die Filmliste setzen.
 
 
devils-gate-2017-bild-3
 
 


 
 
 

DEVIL’S GATE – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Bedrohlich-düsteres Indie-Kino, das sich nicht gleich durchschauen lässt und bis zum Ende fesselt. DEVIL’S GATE gelingt das Kunststück, welches immer wenigeren unabhängig produzierten Horrorfilmen gelingt. Der Streifen erzählt eine Geschichte, die schnell in den Bann zieht und von der man unbedingt wissen will, wie sie ausgeht. Grund hierfür: Man hat sich beim Verfassen des Drehbuchs Gedanken gemacht und an einem Plot gebastelt, der den Zuschauer anfangs versucht in die Irre zu führen. Wohin die Reise wohl gehen wird? Das bleibt bis zur Hälfte ungewiss. Ein guter Schachzug, um das Publikum bei Laune zu halten. Offenbar war im Falle von DEVIL’S GATE jemand am Regler, der selbst Horrorfan ist und weiß, was Genre-Fans wollen. Letztere dürstet es nach spannenden Geschichten, die gute Unterhaltung versprechen. Das ist Regisseur CLAY STAUB definitiv gelungen. Der zitiert hier Altmeister wie JOHN CARPENTER oder TOBE HOOPER. Die permanent bedrohliche Kulisse tut da ihr Übriges. Essentiell für einen Horrorfilm. Dieser Mysterythriller ist zweifelsohne sehenswert. Bitte mehr von diesen kleinen, qualitativen Low-Budget-Schockern.
 
 
 


 
 
 

DEVIL’S GATE – Zensur

 
 
 
Viel Gewalt zeigt DEVIL’S GATE nicht. Ein Mann wird von einer Bärenfalle zerquetscht, Ein Bein wird mit einem metallischen Gegenstand durchbohrt, der Brustkorb eines Protagonisten wird aufgerissen und ein Gesicht wird ebenfalls weggeschossen. Hierzulande war eine FSK16 drin. Der Film wurde ungeschnitten veröffentlicht.
 
 
 


 
 
 

DEVIL’S GATE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
devils-gate-bluray

(c) Black Hill Pictures GmbH (Blu-ray im Keepcase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Devil’s Gate; USA | Kanada 2017

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.39:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 98 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer, Bildergalerie

Release-Termin: 22.11.2018

 

Devil’s Gate – Pforte zur Hölle [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

DEVIL’S GATE – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Black Hill Pictures)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Extraterrestrial (2014)
 
The Recall (2017)
 
Dark Skies – Sie sind unter uns (2013)
 

Filmkritik: „The Recall“ (2017)

the-recall-2017
 
 
 

THE RECALL

Story

 
 
 

WESLEY SNIPES im Kampf gegen Aliens, die eine Massenentführung auf der Erde planen.

 
 
 


 
 
 

THE RECALL – Kritik

 
 
 
Wenn einst gefeierte Actionstars in der Versenkung verschwinden. Im Falle von Schauspieler WESLEY SNIPES dürfte er selbst nicht unschuldig daran sein, dass die großen Filmangebote mittlerweile Schnee von gestern sind. Die einst erfolgreiche Leinwandgröße wurde 2006 wegen Steuerbetrugs in Millionenhöhe verurteilt und wanderte für drei Jahre ins Gefängnis. Danach wurde es still um den beliebten BLADE-Darsteller, der vor allem in den 1990ern zu gefragten Dauergast in Action-Blockbustern großer Studios avancierte. Leider scheiterten Comeback-Pläne nach der Haftentlassung im Jahr 2013. So versuchte Snipes im Horror-Western GALLOWWALKERS an frühere Erfolge anzuknüpfen, scheiterte aber kläglich. Der Streifen erhielt negative Kritiken und wurde in vielen Ländern erst gar nicht ins Kino gebracht. Seither muss Snipes nehmen was kommt und versucht mittlerweile den Lebensunterhalt durch Auftritte in drittklassigen Videoproduktionen zu bestreiten. Damit ist er nicht allein. Auch in die Jahre gekommene Actionstars wie DOLPH LUNDGREN, STEVEN SEAGAL und JEAN CLAUDE VAN DAMME backen seit Jahren kleine Brötchen. Die haben in den 1980ern und 1990ern Action-Hits am Fließband gedreht. Heute will sie aber kaum noch jemand sehen. Das Leben schlägt manchmal eben seltsame Wege ein.
 
 
the-recall-2017-bild-3
 
 
WESLEY SNIPES auf Abwegen. Während der amerikanische Schauspieler früher mal gern bösen Jungs in Actionfilmen den Hintern versohlt hat, verpasst Snipes nun hinterhältigen Aliens eine Tracht Prügel. THE RECALL nennt sich ein schludriges Filmchen, das für den übersättigten Videomarkt produziert wurde und die Geschichte junger Menschen erzählt, die im Wald nach etwas Erholung suchen. Doch der Fahrt zum Feriendomizil wird durch ein kurioses Zusammentreffen getrübt. An einer Tankstelle begegnet man einem mysteriösen Jäger (gespielt von WESLEY SNIPES), der nicht zu Späßen aufgelegt ist. Der wurde vor Jahrzehnten von Aliens entführt und wartet seither auf deren Rückkehr, um ihnen den Marsch blasen zu können. Leider will ihm niemand Glauben schenken – und das, obwohl er vor Jahren als Staatsdiener im Einsatz war. Doch die Zeit des selbsternannten Jägers kommt schon bald, denn es dauert nicht lang bis plötzlich Menschen spurlos verschwinden. Auch die naiven Mittzwanziger dieser Geschichte erkennen schnell, dass den Außerirdischen Erholungsurlaub im Wald egal ist. Die jungen Leute werden von Aliens terrorisiert und müssen um ihr Leben bangen. Gott sei Dank ist WESLEY SNIPES ist der Nähe, um als zynischer Antiheld der außerirdischen Brut den Garaus zu machen. B-Movie-Trash vom Feinsten.
 
 
the-recall-2017-bild-2
 
 
Snipes versucht es mal mit Sci-Fi-Horror, welcher Unfug der legendären THE ASYLUM-Schund-Studios in Erinnerung ruft. Was hier bildgewaltig im Trailer gezeigt wird, ist alles andere als das. THE RECALL ist günstiges produziertes Videofutter ohne Anspruch, das wohl nur gedreht wurde, um Nachtsendeplätze der Fernsehanstalten füllen zu können. THE GHOSTMAKER-Regisseur MAURO BORRELLI bekleckert sich als Regisseur nicht sonderlich mit Ruhm. Der hatte sich in der Vergangenheit in erster Linie als Illustrator grafischer Vorabansichten späterer Filmszenen von Hollywood-Produktionen einen Namen gemacht und arbeitete dabei mit zahlreichen Größen wie TIM BURTON oder QUENTIN TARANTINO zusammen. Vielleicht wäre es besser gewesen, wenn er dabei geblieben wäre, denn als Regisseur und Geschichtenschreiber beweist er kein talentiertes Händchen. So sehen zwar die Szenarien im Film atmosphärisch aus. Inhaltlich herrscht jedoch das absolute Grausen. Das Drehbuch ist hanebüchen, die Figuren unsympathisch und sonderlich viel Sinn wollen die Ereignisse im Film auch nicht geben. Vor allem mit den Jungdarstellern meinte man es nicht gut. Nicht nur, dass das Drehbuch von Ihnen nichts abverlangt. Sie verhalten sich in THE RECALL dazu noch sinnbefreit, weshalb der Streifen vielerorts unfreiwillig komisch wirkt und deshalb zum Sondermüll avanciert. Da wird immer wieder vor Snipes dem Jäger geflüchtet, obwohl sich bald herauskristallisiert, dass er als Retter der Menschheit im Einsatz ist. Für den Zuschauer eine Nervenprobe, der sich bald wünscht, dass doch jemand dem jungen Kanonenfutter die Leviten liest. THE RECALL ist dummer Science-Fiction-Trash, welcher in der Videotheken-Ära zweifelsohne sein Dasein in den untersten Regalen gefristet hätte. Da kann einem Schauspieler WESLEY SNIPES nur Leid tun. Der scheint im Film vielerorts unterfordert zu sein und quält sich vergebens schwarzhumorig durch einen Film, der sich bereits nach wenigen Minuten als cineastischer Unfall entpuppt. Der Arme. Übrigens wurde THE RECALL im Vorfeld als neues Seherlebnis beworben. Die Macher haben den Film so gedreht, dass drei Leinwände kombiniert werden. Damit soll dem Zuschauer das Gefühl vermittelt werden, das er nicht nur dabei ist, sondern mittendrin. Bisher haben nur wenige Blockbuster von diesem Kinoformat Gebrauch gemacht. Zuletzt fand das Dreileinwand-Prinzip in STAR TREK BEYOND Verwendung. Auf dem platten Bildschirm im Wohnzimmer zumindest, lockt man mit THE RECALL leider keinen Fan mehr vorm Ofen hervor. Da kann mit noch so vielen visuellen Raffinessen im Multiplex geworben werden.
 
 
the-recall-2017-bild-1
 
 


 
 
 

THE RECALL – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Liebloser und sinnbefreiter Alien-Horror mit einem unterforderten WESLEY SNIPES, der wohl hier nur zu sehen ist, weil er sich Filmaufträge nicht mehr aussuchen kann. Snipes quält sich hier durch ein unbrauchbares Drehbuch, das weder Figuren noch Zuschauer fordert. THE RECALL ist nach Schema F gestrickt und sorgt sich weder um seine Helden noch um Spannung oder Originalität. So plätschern Ereignisse unaufgeregt bis zum überraschungsarmen Ende, in dem die wahren Absichten einer Alien-Invasion erläutert werden, die irgendwie gar keinen Sinn ergeben wollen. THE RECALL ist nicht sonderlich spannend. So wird es erst in den letzten dreißig Minuten interessant. Dann nämlich blickt man ins Innere eines Alien-Raumschiffs, das für weiterentwickelte Lebensformen erstaunlich unterentwickelt ist. Ob die erbärmliche Ausstattung auf Sparmaßnahmen zurückzuführen ist? Vermutlich ging das meiste Budget auf das Konto von WESLEY SNIPES, der nach seinem Gefängnisaufenthalt wohl noch offene Rechnungen bezahlen muss. THE RECALL ist nur was für leidenschaftliche Trash-Liebhaber. Der Rest dürfte mit diesem Unfug nur wenig anfangen können.
 
 
 


 
 
 

THE RECALL – Zensur

 
 
 
THE RECALL ist kein Splatterstreifen und auch sonst hält sich der Film mit Gewalt zurück. Blutige Schauwerte hat THE RECALL kaum zu bieten. Daher hat er es ohne Probleme mit einer Freigabe ab 16 Jahren in die Händlerregale geschafft.
 
 
 


 
 
 

THE RECALL – Deutsche Blu-ray

 
 
 
the-recall-bluray

(c) Falcom Media Group

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Recall; Kanada 2017

Genre: Horror, Thriller, Science Fiction

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 94 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase ohne Wendecover

Extras: Originaltrailer, Trailershow

Release-Termin: 23.02.2018

 

The Recall [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 


 
 
 

THE RECALL – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Falcom Media Group)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Alien Abduction (2014)
 
Die Vierte Art (2009)
 
Extraterrestrial (2014)
 
Dark Alien (2014)
 

Filmkritik: „Das Grauen aus der Tiefe“ (1980)

das-grauen-aus-der-tiefe-1980-poster
 
 
 

DAS GRAUEN AUS DER TIEFE

(The HUMANOIDS FROM THE DEEP)

Story

 
 
 
Ein verpenntes Nestchen in amerikanischen Küstenregionen hat eines Tages seltsame Fälle von Vandalen-Kriminalität zu beklagen. Irgendwelche noch nicht identifizierten Unholde erlegen die Hunde der Bürgerlein und die weibliche Bevölkerung wird in beunruhigendem Maße von schattigen Figuren bedrängt, die es so eigentlich nicht geben sollte. Ja, mutierte Fischmenschen plagen den Landstrich, ihre äh maritimen Geschlechtsorgane bereit zur Paarung mit nichts Böses witternden Flachland-Pomeranzen all´Americana!. Die Herren der Schöpfung verweigern sich allzu blumigen Erklärungen. Nur ein amerikanischer Ureinwohner scheint zu wittern, was die Natur mit den frechen Menschen vor hat. Niemand glaubt ihm – natürlich. Als man die Meinungen zum alten Indianer ändert, ist der Käse allerdings längst in den Brunnen gefallen und das Kind gelutscht. Beim groß vorbereiteten Stadtfest nämlich ist Land unter. Die Fischkopf-Admiräle, also Stuntmänner in Taucheranzügen und Algen obendrauf, kommen ans Ufer und verstehen die Kleinstädter als warmes Büffet. Surf And Turf.

 
 
 


 
 
 

DAS GRAUEN AUS DER TIEFE – Kritik

 
 
 
Tja, Experimente mit kleinhirnigen Meeresbewohnern und ihrem Wohnort. Blubb und Autsch! Das war damals so. Wichtige Zutat eines jedes Katastrophen-Films. Großes Genre zwischen 1970 und 1983 etwa. Ob nun mit Naturereignissen, die dem Menschen den Arsch versohlen oder durchgedrehten Expeditionen ins Tierreich. Wenn die Natur zurückschlägt, dann geht es finster aus. Für die Vergewaltigungs-Landgänge scharfer Unterwasser-Lumpen bedarf es allerdings eher eines Roger Corman als eines Stephen Spielberg. Als kein Weißer Hai hier. Manchmal, so beim fassungslosen Wegdriften in die Realität von DAS GRAUEN AUS DER TIEFE greift man verdattert zur Hülle und schaut lieber noch mal nach, ob der Film nicht doch aus Italien stammt. Vor der Kamera mit Doug McClure (der immerhin zu einer eigenen SIMPSONS-Figur mutieren durfte, mit dem Vornamen „Troy“) und dem nur wenige Jahre später am Set von einem Helikopter enthaupteten Vic Morrow Schlachtrösser des Trash- und Sudelfilms, zu denen man eigentlich Sir sagen müsste. Und hinter den Kulissen? Meine Herren, es pocht im Hause FischMac!
 
 
das-grauen-aus-der-tiefe-1980-bild-2
 
 
Okay, selbst der einfallsloseste Drittgrad-Schreiblackel weiß es inzwischen und pupst es von den Dächern: Roger Corman war als Produzent sein Leben lang ein wahrer Mäzen, der jungen Regisseuren, Drehbuchautoren oder anderen Handwerkern des Filmbetriebs in seinen unterschiedlichen Kino-Firmen die Möglichkeit bot, unter realistischen und finanziell äußerst knappen Bedingungen ihr Metier zu erlernen. So etwa wie eine Hochdampf-Filmhochschule ohne Seil und doppelten Boden. Coppola, Bogdanovich, Demme, Nicholson – nur vier Namen von vielen, die beim Drive-In-Gott mit der sonoren Stimme durch die Lehre gegangen sind. Was nun noch kein Binsenweisheitszahn von Journalistico ausgeschlachtet hat: Sir Rogers Funktion als Pate quasi feministischen Filmemachens! Barbara Peeters, über längere Zeit als Regisseurin bei Cormans tätig, zählt zu den ersten Damen im geldscheffelnden Exploitation-Universum, die sich nicht á la Roberta Findlay oder Doris Wishman in die Niederungen der Pornographie begeben musste, um von ihrem obersten Studiochef ernstgenommen zu werden. Roger wusste, was er an der Frau hat. Zweiter Regisseur war der 2014 verstorbene Nippon-Amerikaner Jimmy T. Murakami, der bei Corman noch den irrwitzigen Ranz-Tanz SADOR – HERRSCHER IM WELTRAUM dirigieren durfte aber als Fachmann für Animation unter anderem am Kultfilm HEAVY METAL beteiligt war und Mitte der achtziger Jahre den todtraurigen Atomschlags-Trickfilm WENN DER WIND WEHT verantwortete. Sowas musste sich meine Generation von Sowjet-Fürchtern in der Schule ansehen. Anschließend tagelanges Verbarrikadieren untern Bett, meine Damen und Herren! In den Neunzigern gab es unglaublicherweise für DAS GRAUEN AUS DER TIEFE sogar ein wildes US-Fernsehremake mit ausrangierten Gesichtern aus Edel-TV wie DALLAS oder FALCON CREST. Hossa. Da rasselt´s beim alten Corman in der Kasse.
 
 
das-grauen-aus-der-tiefe-1980-bild-1
 
 
 


 
 
 

DAS GRAUEN AUS DER TIEFE – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Gemächlich startender, dann aber in die Vollen bretternder Fischmann-Vergewaltiigungs-Trash mit gelegentlichen Ausflügen zum Splatter. Als wenn Roger Corman sich eine Story aus den Fifties geborgt und als Grindhouse-Schlammpackung zur Wiedergeburt gebracht hätte. Genossen, der kursierende Bootleg, jetzt auch schon mit zehn Jährchen auf dem illegalen Buckel, war ganz gut, landet jetzt aber bitte im Spendentopf fürs Weihnachtswichteln. Hier liegt jetzt eine offizielle Veröffentlichung von ordentlichem Karat vor!
 
 
 


 
 
 

DAS GRAUEN AUS DER TIEFE – Zensur

 
 
 
DAS GRAUEN AUS DER TIEFE wurde im Jahr 1980 ungeschnitten und für Erwachsene ins Kino gebracht. Seither erschien der Film nie legal auf DVD, VHS oder Blu-ray. Filmfans mussten demzufolge immer mit miserablen Bootlegs oder den ungeschnittenen TV-Ausstrahlungen Vorlieb nehmen. Dank dem Label OFDb FILMWORKS ändert sich das jetzt. Der Rechteinhaber bringt das GRAUEN AUS DER TIEFE erstmals ungeschnitten und offiziell auf Blu-ray und DVD in die Wohnzimmer. Die Fassung ist ungeprüft, wäre aber ein definitiver FSK16-Kandidat, sollte der Streifen der FSK zur Prüfung vorgelegt werden.
 
 
 


 
 
 

DAS GRAUEN AUS DER TIEFE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
das-grauen-aus-der-tiefe-1980-digipack

(c) OFDB FILMWORKS – Digipack (auf 3000 Stück limitiert)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Humanoids from the Deep; USA 1980

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch (Dolby Digital 2.0 Stereo), Englisch (Dolby Digital 2.0 Stereo)

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 1,78:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 80 Min.

FSK: ungeprüft (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Digipack limitiert auf 3000 Exemplare

Extras: Audiokommentar mit Cutter Mark Goldblatt (englisch), Audiokommentar von Kai Naumann & Marcus Stiglegger (deutsch), The Making of Humanoids from the Deep (22:42 Min.), The Deep End mit Creature Effects Artist Steve Johnson (21:46 Min.), The Corman Sounds mit Sound Designer David Lewis Yewdall (14:39 Min.), Deleted Scenes (07:11 Min.), Deutscher Trailer (02:00 Min.), Englischer Trailer (01:47 Min.), TV-Spot (00:32 Min), Radio-Spot (00:29 Min.), Fotogalerie, The Directors: Roger Corman – Dokumentation über den Produzenten (58:33 Min.), Leonard Maltin interviewt Roger Corman über die Entstehung des Films (03:26 Min.), 16seitiges Booklet mit einem Text von Thorsten Hanisch, Limitierungszertifikat mit kurzem Geleitwort zum Film, Deckblatt-Karte mit dem „gewissen Extra“

Release-Termin: 25. November 2016

 

Das Grauen aus der Tiefe [Collector’s Edition im Dipipack – BD & 2 DVDs] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 


 
 

DAS GRAUEN AUS DER TIEFE – Digipack

 
 
das-grauen-aus-der-tiefe-digipack-a
das-grauen-aus-der-tiefe-digipack-b
das-grauen-aus-der-tiefe-digipack-c
 
 


 
 

DAS GRAUEN AUS DER TIEFE – Trailer

 
 


 
 
 

Christian Ladewig

(Die Rechte aller verwendeten Bilder und Abbildungen liegen bei OFDB FILMWORKS)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
It Came from Beneath the Sea (1955)
 
Humanoids from the Deep (1996)
 
Octaman – Die Bestie aus der Tiefe (1971)
 

Filmkritik: „The Mind’s Eye“ (2015)

the-minds-eye-2016
 
 
 

THE MIND’S EYE

Story

 
 
 

Ein Arzt (JOHN SPEREDAOS aus THE INNKEEPERS und THE HOUSE OF THE DEVIL) ist besessen von Psychokinese. Er macht Jagd auf Menschen mit jener Fähigkeit und extrahiert aus ihren Körpern ein Sekret, das er sich selbst spritzt.

 
 
 


 
 
 

THE MIND’S EYE – Kritik

 
 
 
Wenn Köpfe nur mit Kraft der Gedanken zum Explodieren gebracht werden können, ist DAVID CRONENBERG nicht weit. Der Experte für Body-Horror experimentierte bereits in den frühen 1980ern mit Psychokinese und Telepathie und erschuf mit SCANNERS einen der wohl kontroversesten Genrefilme seiner Zeit, der dem Schöpfer des Körper-Horrors den kommerziellen Durchbruch brachte. Nach zwei Fortsetzungen sowie den Spin-Offs SCANNER COP 1 & 2 wurde es merklich still um das Franchise. Erst in den letzten Jahren kam der Stoff wieder ins Gespräch. SAW-Regisseur DARREN LYNN BOUSMAN hatte Pläne zu einem Remake, verwarf sie aber kurz Zeit später wieder, weil er den Film nicht ohne Cronenbergs Segen machen wollte. Dafür kann man dem lieben Gott nur danken, denn in einer Zeit in der Machern von Horrorfilmen nichts mehr einfällt, tun neue Filmideen Not. Kein weiterer SCANNERS, aber ein Streifen, der dem wegweisenden Sci-Fi-Horror nicht unähnlich ist: THE MIND’S EYE. Der könnte gut und gerne auch als weiteres Sequel der kultigen Filmreihe durchgehen, denn Regisseur JOE BEGOS zitiert hier Altmeister Cronenberg gut, häufig und unübersehbar. Wieder einmal werden Gedanken manipuliert, Köpfe per Gedankenkraft zermatscht oder von telekinetisch bewegten Gegenständen abgetrennt. Freunde nett getrickster Schweinereien wird’s freuen, denn in THE MIND’S EYE geht es alles andere als zimperlich zu.
 
 
the-minds-eye-bild-1
 
 
Psychokinetisch veranlagte Menschen haben es in diesem Film nicht leicht. So auch Zack Connors (GRAHAM SKIPPER aus DEMENTIA und WORRY DOLLS) und Rachel Meadows (LAUREN ASHLEY CARTER aus POD und DARLING), die sich auf der Flucht vor einem irren Arzt befinden. Doktor Michael Slovak hat einen Weg gefunden, die mysteriösen Kräfte psychokinetisch begabter Probanten zu extrahieren und Normalsterblichen zu spritzen, damit die über gleiche Fähigkeiten verfügen. Eine effektive Waffe, die man im Krieg einsetzen könnte. Leider fehlen potenzielle Opfer, die man melken kann. Nach langen Recherchen hat man einige ausfindig gemacht und beginnt sie zu jagen. Die werden verschleppt, tagtäglich ruhig gestellt und angezapft. Das gewonnene Sekret spritzt sich der Doktor selbst, der sich nicht nur körperlich verändert. Die Gier nach Einzigartigkeit und Forschung sorgt dafür, dass er allmählich den Verstand verliert. Doch die Opfer können fliehen. Kaum dem Gefängnis entkommen, haben auch schon Handlanger des Herrn Slovak die Witterung aufgenommen. Kein Versteck ist sich, weshalb Zack und Rachel beschließen sich dem Bösen zu stellen. Spätestens dann wird’s blutig.
 
 
the-minds-eye-bild-2
 
 
Low-Budget, aber wirklich gut. Man muss kein Genie sein, um zu erkennen, welche Dekade Regisseur JOE BEGOS am Herzen lag. Wie bereits im Vorgängerfilm ALMOST HUMAN sind es mal wieder die 1980er, die es dem Filmemacher angetan haben. THE MIND’S EYE verbeugt sich nicht nur vorm Cronbergschen SCANNERS, sondern schaut auch so aus wie ein Film, der in jener Zeit gedreht wurde. Zudem wird Retro-Feeling durch Stilmittel anderer Altmeister bewirkt. Akustische Anleihen an die Werke des legendären JOHN CARPENTER sind unüberhörbar. Aber auch die für frühere BRIAN DE PALMA-Streifen berüchtigten Kameraspielereien kommen nicht zu kurz. Das wirkt zwar oft etwas dick aufgetragen, hat aber Charme, zumal es Macher JOE BEGOS schafft wenig nach mehr aussehen zu lassen. Das macht sich vor allem bei den handgemachten Effekten bemerkbar. Die sind simpel gestickt, aber verfehlen ihre Wirkung nur selten. Da werden Schädel gespalten, Knochen gebrochen und Köpfe einmal um die eigene Achse gedreht. Der blutige Bilderrausch und die eher unkonventionelle Thematik bringen es auf den Punkt und zeigen mehr als deutlich, was Indie-Kino alles möglich macht. Hier dürfen sich Filmemacher austoben und zeigen was sie wirklich können. Das bedeutet mehr Eigenständigkeit und Erfindungsreichtum – etwas, das wegen diktierten Auflagen großer Studios in kommerziellen Filmen meist nicht möglich ist.
 
 
the-minds-eye-bild-4(1)
 
 
In Gesprächen mit der Presse ließ Regisseur JOE BEGOS verlauten, dass ihm die Idee zum Film während der Festival-Tour zu seinem Debüt ALMOST HUMAN kam. Dort wurde er von Fans und Kritikern immer wieder gefragt, was als nächstes kommen wird. Sofort geisterten ihm Gedanken zu einem Rache-Thriller mit telekinetischen Elementen durch den Kopf – etwas, was seiner Meinung nach schon lange niemand mehr auf die Leinwand gebracht wurde. Nach dem Festival-Rummel begann er an einem Skript zu schreiben. Das ging anfangs noch eher in Richtung Home-Invasion-Horror. Doch Begos verwarf die Ideen und machte daraus Science-Fiction-Horror à la DAVID CRONENBERG. Eine gute Entscheidung, wie auch der Regisseur meint. Ihm waren die missratenen Scanners-Ableger ein Dorn im Auge, weshalb er seinen THE MIND’S EYE selbst als eine Art inoffizielle Fortsetzung zum Kulttitel beschreibt. Ganz Unrecht hat er da natürlich nicht. Vergleicht man die überflüssigen Ableger und Spin-offs der bekannten Filmreihe, ziehen die im Vergleich zu THE MIND’S EYE vor allem atmosphärisch definitiv den Kürzeren.
 
 
the-minds-eye-bild-3
 
 


 
 
 

THE MIND’S EYE – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
EIN MANN SIEHT ROT meets SCANNERS. Splattriger Indie-Horror für Horrorfans von einem waschechten Fan gemacht. Wer THE MIND’S EYE gesehen hat, wird wissen was gemeint ist. Regisseur JOE BEGOS verbeugt sich vor einer Zeit, in dem sich das Horrorkino enormer Beliebtheit erfreut hat. Nahezu jedes bekannte Horror-Franchise, das von Hollywood in den letzten Jahren neu interpretiert wurde, entspringt den wegweisenden 1980ern. Vor genauer jener Filmära verbeugt sich der Macher von THE MIND’S EYE, der offensichtlich eine Leidenschaft für das Vermischen von Subgenres hegt. Nach Alien-Film und Horrorschocker, kombiniert er nun Cronbergs Körper-Horror mit Rachethematik. THE MIND’S EYE fühlt sich an, wie eine Fortsetzung des Kultfilms SCANNERS. Das kommt nicht von ungefähr, denn Begos bekundete in Interviews, dass er die Sequels der Filmreihe schlecht fand. Dennoch; bei so viel Liebe zum Old School sollten man sich im Klaren sein, dass THE MIND’S EYE nichts fürs verwöhnte Mainstream-Publikum ist. Wer es schnell, hektisch und makellos mag, ist hier falsch. Der Film zitiert Klassiker wie SCANNERS oder TEUFELSKREIS ALPHA. Wer damit nichts anfangen kann, sollte ohnehin diesen Film meiden, denn THE MIND’S EYE richtet sich in erster Linie an alteingesessene Horrorfans, die des aktuellen Horrorfilmmarktes überdrüssig sind.
 
 
 


 
 
 

THE MIND’S EYE – Zensur

 
 
 
Die Splatter-Gemeinde bekommt was geboten. Es werden Köpfe zum Explodieren gebracht, Schädel gespalten und in Köpfe geschossen. Zudem gibt es viel Kleinkram und nett getrickste Spezialeffekte zu sehen. Alles hausgemacht versteht sich. Hierzulande hat das THE MIND’S EYE eine Erwachsenenfreigabe beschert. Keine Jugendfreigabe – ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

THE MIND’S EYE – Deutsche Blu-ray im Mediabook

 
 
 

(c) STUDIO HAMBURG (Blu-ray + DVD im Mediabook – Cover A – auf 333 Stück limitiert)

(c) STUDIO HAMBURG (Blu-ray + DVD im Mediabook – Cover B – auf 333 Stück limitiert)

(c) STUDIO HAMBURG (Blu-ray + DVD im Mediabook – Cover C – auf 333 Stück limitiert)

mediabook-minds-eye-cover-a

(c) CINETRANGE EXTREME (Blu-ray + DVD im Mediabook – Cover A – auf 222 Stück limitiert)

mediabook-minds-eye-cover-b

(c) CINETRANGE EXTREME (Blu-ray + DVD im Mediabook – Cover B – auf 150 Stück limitiert)

(c) CINETRANGE EXTREME (Blu-ray + DVD im Mediabook – Cover C – auf 111 Stück limitiert)

mediabook-minds-eye-cover-d

(c) CINETRANGE EXTREME (Blu-ray + DVD im Mediabook – Cover D – auf 99 Stück limitiert)

mediabook-minds-eye-cover-e

(c) CINETRANGE EXTREME (Blu-ray + DVD im Mediabook – Cover E – auf 66 Stück limitiert)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Mind’s Eye; USA 2016

Genre: Horror, Thriller, Sci-Fi

Ton: Deutsch DD 5.1, Englisch DD 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.39:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 87 Min.

FSK: keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Mediabook

Extras: Trailer, Trailershow, Interview von Leonhard Elias Lemke mit Regisseur Joe Begos, Booklet, Hauptfilm zusätzlich auf DVD

Release-Termin: Mediabook-Erstauflage von Studio Hamburg: 14.12.2018 | Mediabook-Zweitauflage von Cinestrange Extreme: 15.12.2020

 

Cinestrange Extreme Mediabooks

 

The Mind’s Eye [Cinestrange Extreme Mediabooks] ungeschnitten im CINESTRANGE SHOP kaufen

The Mind’s Eye [Cinestrange Extreme Mediabook – Cover A] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

The Mind’s Eye [Cinestrange Extreme Mediabook – Cover B] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

The Mind’s Eye [Cinestrange Extreme Mediabook – Cover C] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

The Mind’s Eye [Cinestrange Extreme Mediabook – Cover D] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

The Mind’s Eye [Cinestrange Extreme Mediabook – Cover E] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 

Studio Hamburg Mediabooks

 

The Mind’s Eye [Studio Hamburg Mediabook – Cover A] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

The Mind’s Eye [Studio Hamburg Mediabook – Cover B] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

The Mind’s Eye [Studio Hamburg Mediabook – Cover C] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

THE MIND’S EYE – Trailer

 
 



 
 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Scanners – Ihre Gedanken können töten (1981)
 
Scanners II (1991)
 
Scanners III (1991)
 
Scanner Cop (1994)
 
Scanner Cop II (1995)
 
Teufelskreis Alpha (1978)
 

Filmkritik: „The Hive“ (2015)

the-hive-poster
 
 
 

THE HIVE

Story

 
 
 
Von einem Jungen, der versucht sein Gedächtnis zurückzugewinnen. In einem Sommercamp ist der Supergau ausgebrochen. Campaufseher Adam hat Probleme zu rekonstruieren, was vorgefallen ist, denn er kann sich an nichts erinnern. Auf der Suche nach der eigenen Identität kommt er einem geheimnisvollen Virus auf die Schliche, der sich den Hirnen seiner Wirte bemächtigt hat.
 
 
 


 
 
 

THE HIVE – Kritik

 
 
 
EVIL DEAD trifft auf CABIN FEVER und MOMENTO. So zumindest lässt sich am besten beschreiben, was der Zuschauer vom neusten der mittlerweile unzähligen Viren-Schocker zu erwarten hat. Der ist mal wieder auf dem Mist eines ambitionierten Newcomers gewachsen ist, der den Sprung ins Horrorfach wittert. DAVID YAROVESKY nennt sich der Filmemacher, der dem Horrorgenre mit THE HIVE zwar Abwechslung bescheren möchte, aber nicht die Finger von postapokalyptischen Weltuntergangsszenarien lassen kann. Die sind vor allem im Zombiefilmen Programm, weil es aggressiven Killerviren immer wieder gelingt, die furchtlose Menschheit in die Knie zu zwingen. Ganz ähnlich macht’s auch THE HIVE. Hier wird ein Virus auf Menschen losgelassen, der sich in rasender Geschwindigkeit über den Erdball verbreitet und die Hirne seiner ahnungslosen Wirte manipuliert und miteinander verbindet. Das klingt vermutlich absolut schräg, verhilft dem Film über den Durchschnitt. Demzufolge geht Lob an den noch unbekannten Regisseur, der trotz kleinem Budget und bekannter Virusthematik doch mehr zu erzählen hat, als manch andere Viren- und Zombieheuler der letzten Jahre.
 
 
the-hive-bild-2
 
 
Wenn ein künstlich kreierter Virus EVIL DEAD-Fans aufhorchen lässt: Macher DAVID YAROVESKY kopiert viel Grauen, was auch schon im Remake zum Splatter-Klassiker aus der Mache von SAM RAIMI funktioniert hat. So wird der Zuschauer in eine keimige Hütte entführt, in der sich infizierte Protagonisten eklig geschminkt vor den Angriffen ihrer Freunde in Acht nehmen müssen. Die verwandeln sich nach und nach in aggressive und dämonisch geifernde Furien, denen schwarzer Speichel aus den Mündern tropft. Keine Angst – zum ultrabrutalen Showdown kommt es hier jedoch nicht. Yarovesky will nicht splattern und unnötig Gewalt zelebrieren. Stattdessen entwickelt er eine Vorliebe für morbide Stimmung und intelligente Detektivarbeit, schließlich liegt der eigentlich Reiz von THE HIVE in der Art, wie der Film mit geschicktem Erzählstil den Virusausbruch in einem Sommercamp rekonstruieren möchte. So wird Spannung durch ungewohnte Erzählmechanismen aufgebaut, denn THE HIVE ist kein chronologisch erzählter Horrorfilm. Der Film wechselt permanent zwischen Zeitebenen und macht das ziemlich gut. So sieht sich Held Adam (GABRIEL BASSO) zu Beginn mit vielen Problemen konfrontiert, die anfänglich keinen Sinn ergeben wollen. Dessen Erinnerungen sind verschwommen und Leichen liegen zu seinen Füßen. Seine Aufgabe ist es zu analysieren, was geschehen ist. Mittels Visionen, Flashback und Rückblenden werden Fragen geklärt, so dass Stück für Stück entschlüsselt wird, welch Drama sich in der Hütte abgespielt hat.
 
 
the-hive-bild-1
 
 
DAVID YAROVESKY legt ein bemerkenswertes Gespür für Körper-Horror an den Tag. Neben der unkonventionellen Art des Erzählens überzeugt der Neuling mit beachtlichen Make-up-Effekten, die in ihrer soliden Umsetzung reichlich verstörend wirken. So bekommt der Zuschauer diverse Stadien einer ominösen Krankheit zu sehen, die Menschen in willenlose Sklaven des Bösen umfunktionieren. Leider bleibt es bei schrecklich geschminkten Gesichtern und Körperteilen, denn blutiges Gemetzel bleibt aus. Das hat der Film auch gar nicht nötig, denn dank neuer Impulse, gelingt es Yarovesky dem mittlerweile totgefilmten Zombie- und Virusgenre so etwas wie frischen Wind einzuverleiben. Seine eigensinnige Interpretation dieser Art von Filmen lässt viele der semiprofessionellen B-Movies der letzten Jahre vergessen, schließlich schafft THE HIVE das Kunststück, dass er nahezu bis zum Ende undurchsichtig und deshalb richtig spannend bleibt. Da verzeiht man dem Streifen gern, dass er auf der Zielgerade dann doch etwas den Durchblick verliert und unter wirrer Inszenierung zu leiden hat. Aufmerksame Horrorliebhaber dürfte das jedoch kaum stören, schließlich dürften die darüber erfreut sein, endlich mal wieder im Genre geistig gefordert zu werden. Der etwas andere Erzählstil macht’s möglich.
 
 
the-hive-bild-3
 
 


 
 
 

THE HIVE – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
EVIL DEAD trifft auf CABIN FEVER und MOMENTO. Einmal mehr werden in einem Horrorfilm die Gefahren wissenschaftlicher Forschung und der gesellschaftlicher Zusammenbruch durch eine Virusplage in den Mittelpunkt gerückt. Viele alteingesessene Horrorfans dürften da schon zu gähnen beginnen. THE HIVE macht jedoch einiges anders, denn der Film geht andere Wege, als die meisten postapokalyptischen Zombie-Machwerke der letzten Jahre. Wie THE HIVE den Ausbruch einer seltsamen Krankheit an den Zuschauer bringen will, überzeugt. Hierfür nutzt Macher einen unkonventionellen Erzählstil, der in seiner Art ein wenig an den Mystery-Thriller MOMEMTO erinnert. Dort sorgte eine verdrehte und dennoch erfischende Erzählweise für reichlich Verwirrung und machte den Ausnahmethriller gerade deshalb zum Geheimtipp für Cineasten. THE HIVE ist ähnlich gestrickt, dürfte jedoch aufgrund Ekel-Make-ups dann doch mehr unter Horrorfilmjüngern Zuspruch ernten. Trotz wenig Geld: Kein übler Indie-Schocker
 
 


 
 
 

THE HIVE – Zensur

 
 
 
Wer glaubt, dass aufgrund des finsteren Trailers EVIL DEAD-artige Gewaltexzesse zelebriert werden, dürfte schnell enttäuscht werden. Auch wenn die Protagonisten von einer mysteriösen Krankheit infiziert werden – im Film selbst fließt kaum Blut. Der Film lebt von seiner undurchsichtigen Handlung und der zermürbenden Atmosphäre, die dank ekliger Make-up-Effekte zusätzlich verstärkt wird. Hierzulande dürfte THE HIVE problemlos eine Freigabe ab 16 Jahren erhalten.
 
 


 
 
 

THE HIVE – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Evil Dead (2013)
 
Contracted: Phase II (2015)
 
Dead Within (2014)
 

Filmkritik: „Harbinger Down“ (2015)

Harbinger-Down-2015
 
 
 

HARBINGER DOWN

Story

 
 
 
Einige Studenten wollen die Auswirkung der globalen Erwärmung auf Orca-Wale in der Beringsee erforschen und kommen nach der Bergung eines Eisblocks mit einer tödlichen Bedrohung in Berührung
 
 
 


 
 
 

HARBINGER DOWN – Kritik

 
 
 
Rache kann, so sagt man, süß sein, vor allem dann, wenn große Studiobosse im Affekt entscheiden und handgemachte Effektarbeit durch die aus dem Computer ersetzen. So ähnlich erging es dem F/X-Künstler ALEC GILLIS. Dem Gründer des Spezialeffektunternehmens ADI (IM LAND DER RAKETENWÜRMER, STARSHIP TROOPERS, ALIEN VS. PREDATOR) wäre im Jahr 2011 beinahe ein großer Traum in Erfüllung gegangen. Sein Talent war gefragt und er wurde von den UNIVERSAL STUDIOS damit beauftragt, die Monster-Metamorphosen im THE THING-Remake beizusteuern. Gillis investierte viel Herzblut in die Erstellung handgemachter Puppeneffekte und war dann umso enttäuschter, als er das Resultat zu sehen bekam. Nur wenige seiner Monsterkreationen waren in der teuren Neuverfilmung zu sehen. Stattdessen wurden sie in der Post-Production durch Computereffekte ersetzt, um der neuen Generation von Horrorfans keine Illusionen zu nehmen. Nachdem das Remake in den Kinos anlief und Filmfans kaum welche der versprochenen Effekte der ADI STUDIOS zu sehen bekamen, stellte Gillis einige Filmschnipsel seiner Arbeiten am Remake auf Youtube und erhielt überwiegend positive Resonanz. So entstand die Idee einen eigenen Film im Stile von THE THING auf die Beine zu stellen – ganz ohne digitale Spielereien, künstlichen CGI und Launen kommerzorientierter Major-Studios. Die Idee zu HARBINGER DOWN war geboren, dessen Finanzierung durch Crowdfunding auf der Plattform KICKSTARTER ermöglicht wurde. Ganz nebenbei gelang Gillis mit der Kampagne ein neuer Rekord: mit großzügigen 384.181 Dollar war HARBINGER DOWN der bis dato erfolgreichste Horror/Sci-Fi-Aufruf für den begeisterte Genre-Fans auf KICKSTARTER Geld spendeten, so dass ALEC GILLIS genug Kapital zur Verfügung stand, um seiner unbändigen Kreativität freien Lauf lassen zu können.
 
 
harbinger-down-bild-2
 
 
HARBINGER DOWN handelt von Sadie (gespielt von CAMILLE BALSAMO), die zu einem Team von Studenten gehört, die in der Antarktis die Auswirkungen der globalen Erwärmung auf Orcas untersuchen möchte. Unter dem Kommando des Schiffskapitän Graff (LANCE HENRIKSEN) stößt man mit dessen Krabben-Kutter namens Harbinger auf ein seltsames Objekt im Eis, das geborgen und aufgetaut wird. In einer verkrusteten Kapsel entdeckt man die Überreste eines sowjetischen Astronauten, der Jahrzehnte zuvor nach einer Monderkundung abgestützt und im ewigen Eis gestrandet war. Doch der Leichnam ist nicht die einzige Entdeckung. Mit an Bord wurde ein mutierter Organismus geborgen, der seinen Aggregatzustand von fest zu flüssig und von flüssig zu fest verändern kann. Kein gutes Omen für die Besatzung, die nacheinander von der tödlichen Bedrohung infiziert wird und erkennen muss, dass das Grauen nicht außerirdischen Ursprungs ist, sondern von Menschenhand gemacht wurde.
 
 
harbinger-down-bild-1
 
 
Viele Effekte für kleines Geld. Mit seinem Kinodebüt tut es Gillis dem legendären Altmeister JOHN CARPENTER gleich. Mit schmalem Budget wird dank detailverliebten Monstereffekte maximales Grauen heraufbeschworen, das gerade wegen der handgemachten Metamorphosen an Filme aus einer längst vergessenen Ära erinnert. HARBINGER DOWN ist ein Monsterfilm der alten Schule, der atmosphärisch unverkennbare Parallelen zu DAS DING AUS EINER ANDEREN WELT ausweist. Das bedeutet, dass sich die Protagonisten durch eine frostige, klaustrophobische Kulisse durcharbeiten müssen und sich mit ekligen Verwandlungen konfrontiert sehen. Ganz ähnlich hat das übrigens vor einiger Zeit auch der Österreicher MARVIN KREN versucht. Mit seinem BLUGLETSCHER (2013) verbeugte er sich ehrfürchtig vor Carpenters Arktis-Horror THE THING und erntete auf einschlägigen Festivals viel Lob. Demzufolge dürften sich auch bei HARBINGER DOWN Fans der THE THING-Verfilmung aus den 80ern sofort heimisch fühlen, denn auch dieser Streifen orientiert sich in seiner Machart an all die Creature-Movies der 80er in denen Helden den Kampf gegen schleimigen Wesen aus fremden Gefilden aufnehmen mussten.
 
 
harbinger-down-bild-5
 
 
Leider hat die charmante Hommage an handgemachten Sci-Fi-Horror der 80er auch so ihre Schwächen, denn zu oft wird deutlich, dass Macher ALEC GILLIS nun mal Effekt-Profi und kein Regisseur oder gar Geschichtenerzähler ist. Ach wenn er für seinen Erstling B-Film-Schauspiellegende LANCE HENRIKSEN (u.a. HOLLOWS GROVE, ALIENS, IT’S IN THE BLOOD, PUMPKINHEAD oder GINGERCLOWN) gewinnen konnte, hat sein erster abendfüllender Spielfilm unter ziemlich haarsträubenden Plot-Verläufen und einem sehr trivialen Drehbuch zu leiden. Das hat Gillis selbst geschrieben und es glänzt nicht gerade mit Einfallsreichtum. Die Dialoge sind schwach, der Handlungsverlauf vorhersehbar und die Protagonisten bringen das Publikum zu Verzweiflung, weil sie nicht nach logischem Menschenverstand handeln wollen. Zudem hat HARBINGER DOWN so seine Probleme mit Spannung und Charakterausarbeitung. Letztere sind zwar da und müssen sterben – dem Zuschauer wird es nicht ermöglicht, überhaupt zu einer der Figuren eine Bindung aufzubauen. So ist HARBINGER DOWN zwar ein nettes Werbevideo für das kreative Effekt-Können von ALEC GILLIS; Geschichte und Charaktere sind jedoch so flach, wie der Pegel von Flüssen an trockenen Sommertagen.
 
 
harbinger-down-bild-4
 
 


 
 
 

HARBINGER DOWN – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Ekliger und atmosphärisch dichter Indie-Horror der Machart von THE THING und ALIEN. Die Voraussetzungen hätten nicht besser sein können: HARBINGER DOWN ist ein düsterer Monster-Schocker der alten Schule, der gerade wegen der handgemachte Effekte an die vielen Monster- und Alien-Ekelorgien der 1980er erinnert. Hier kämpfen sich verzweifelte Protagonisten durch eine eisige Welt voller Gefahren. Vergleiche zu Carpenters THE THING sind nicht zufällig, denn Macher ALEC GILLIS war bereits beim THE THING-Remake aus dem Jahre 2011 involviert und hat mit seinem Spielfilmdebüt quasi eine eigene Version von DAS DING AUS EINER ANDEREN WELT auf Zelluloid gebracht. Leider ist Gillis hauptberuflich F/X-Künstler und kein Regisseur oder Geschichtenerzähler. Die Tatsache bekommt auch HARBINGER DOWN zu spüren, der zwar für mageres Geld gute Effekte zeigt, aber unterm Strich doch mehr Werbevideo für die Arbeiten des Spezialeffekte-Meisters ALEC GILLIS ist, statt packend inszeniertes Monster-Feature. So sind die Tricks im Film der eigentliche Star. Der übrige Cast geht im Zuge des schwach geschriebenen Drehbuchs und dessen Ungereimtheiten komplett unter. Das ist bitter!
 
 


 
 
 

HARBINGER DOWN – Zensur

 
 
 
Wer Carpenters DAS DING AUS EINER ANDEREN WELT und das THE THING-Remake aus dem Jahre 2011 gesehen hat, dürfte in etwa einschätzen können, was in Sachen Gewalt auf ihn zukommen wird. HARBINGER DOWN orientiert sich auch beim Gewaltpegel an genannte Werke. Das bedeutet: statt plakativer Gewalt liegen eher eklige Monsterverwandlungen im Fokus. Diese sind vorhanden und haben HARBINGER DOWN hinzulande das blaue FSK-Zeichen beschert. Der Film hat ungeschnittenen eine FSK16 erhalten.
 
 
 


 
 
 

HARBINGER DOWN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
harbinger-down-bluray

(c) Splendid Film

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Harbinger Down; USA 2015

Genre: Horror, Science Fiction

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Niederländisch

Bild: 2.40:1 (1920 x 1080p)

Laufzeit: ca. 83 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: 29.01.2016

 

Harbinger Down – Das Grauen lauert im Eis [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 


 
 
 

HARBINGER DOWN – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen und Szenenbilder liegen bei Splendid Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Blutgletscher (2013)
 
The Thing (2011)
 
Das Ding aus einer anderen Welt (1982)
 
Der Blob (1988)
 
Pandorum (2009)
 
Virus – Schiff ohne Wiederkehr (1999)
 

Filmkritik: „Debug“ (2014)

debug-2014
 
 
 

DEBUG

Story

 
 
 
Sechs verurteilte Computerhacker versuchen ihrer Strafe zu entgehen, in dem sie ein Projekt der Regierung mit ihren Fähigkeiten unterstützen. Sie sollen sich ins Weltall begeben, um dort alte Raumfrachter wieder auf Fordermann bringen zu können. Einer dieser verlassenen Frachter stellt das Team vor ungeahnte Herausforderungen, denn dessen Systemprogramm hat ein merkwürdiges Eigenleben entwickelt …

 
 
 


 
 
 

DEBUG – Kritik

 
 
 
Wenn es nach DAVID HEWLETT geht, scheint sich der Ruf vom nerdigen Hacker längst einem Wandel unterzogen zu haben. Während dessen stereotypes Bild immer noch vom bleichen Computerfreak geprägt ist, der die meiste Zeit seines Lebens abgeschottet von der Außenwelt vor PC-Monitoren hockt, macht HEWLETT aus Brillen tragenden Informatikstudenten makellose Laufstegschönheiten. DEBUG nennt sich der neue Science-Fiction-Thriller in dem technikbegeisterte Cyberkriminelle vom BRAVO-Fotoshooting direkt ins Weltall transferiert werden, um sich dort – wie im Horrorfilm gängig – um Kopf und Kragen schreien zu können. Ein verlassener Raumfrachter dient in diesem kanadischen Weltraum-Grusler als Schauplatz für einen unerbittlichen Kampf zwischen Mensch und Maschine, der am Ende selbstverständlich nur einen Sieger kennt. Ein Fehler im System ist dort die Ursache, der dafür verantwortlich gemacht wird, dass die Verbindung zwischen Erde und Frachter zum Erliegen gekommen ist. Nun sollen sechs Spezialisten das Computersystem von Fehlern befreien und nach getaner Arbeit neu starten. Doch der Einsatz verläuft nicht ohne Komplikationen, denn das System hat sich verselbstständigt und wird fortan von einer künstlichen Intelligenz gesteuert, die über das Vorhaben der Computerhacker rein gar nicht erfreut ist.
 
Man nehme EVENT HORIZON füge etwas Künstliche-Intelligenz-Quatsch aus der ersten RESIDENT EVIL-Verfilmung dazu und verfeinere das Ganze mit klaustrophobisch- beklemmender All-Atmosphäre ähnlich der aus dem jüngsten Weltraum-Hit GRAVITY. Fertig ist DEBUG – ein Film, der genannten Blockbustern natürlich zu Recht nicht einmal ansatzweise das Wasser reichen kann, denn dazu mangelt es dem Streifen schlichtweg an Einzigartigkeit, die man im Horror-Kino heutzutage benötigt, um überhaupt hervorstechen zu können. Drehbuchautor und Regisseur DAVID HEWLETT ist im Horror-Bereich kein Unbekannter. Bevor er nämlich selbst Drehbücher kritzelte und es sich hinter der Kamera bequem machte, war er vornehmlich als Schauspieler in unzähligen Kinofilmen und TV-Serien zu sehen, wobei er mit Auftritten in HAUNTER (2013), SPLICE (2009), CUBE (1997) und SCANNERS 2 (1991) sogar schon Erfahrungen mit Horrorfilmen sammeln konnte. Mit DEBUG bleibt er dem Genre treu und zeigt, was man mit wenig Startkapital alles anstellen kann. Trotz Indie-Produktion schaut DEBUG nämlich ganz ordentlich aus, was den Streifen hochwertiger erscheinen lässt, als er im Endeffekt ist. Der Zuschauer bekommt steriles Set-Design vor die Linse in dem gesichtslose Jungdarsteller auf virtuellen Tastaturen klimpern und sich einem charismatischen Bösewicht stellen müssen, der hier als Computerbug in Menschengestalt in Erscheinung tritt. Letzter wird von JASON MOMOA verkörpert, ohne den DEBUG vermutlich vollkommen den Bach hinabgerauscht wäre, schließlich hat HEWLETTS Sci-Fi-Flick hat ein großes Problem: Langeweile. Bevor die Gruppe von Profi-Hackern erst einmal die Fährte gewittert und von der Bedrohung Wind bekommen haben, vergeht knapp die Hälfte der Spielzeit in der die Protagonisten vornehmlich durch Flure schlendern und Fachchinesisch quasseln. Das macht müde, zumal man des Öfteren reichlich Fantasie benötigt, um über die viele Logikbarrieren hinwegsehen zu können. Immerhin verflüchtigt sich das quälend langsame Tempo in den letzten Filmminuten. Dann nämlich bläst Schurke MOMOA zum blutigen Rachefeldzug und hindert einen Hacker nach dem nächsten daran, das System von Fehlern zu bereinigen. Deftige Gore-Effekte kommen da zum Einsatz, die sich durchaus sehen lassen können und kurzerhand über die unzureichende Charakterisierung hinwegtrösten, was zumindest jenen Filmfans gefallen dürfte, die von Horrorfilmen ein gewisses Maß an Gewalt erwarten. Da werden Körper zerteilt, unbekannte Flüssigkeiten in Venen gespritzt und so aus anfänglich friedliebenden Computerspezialisten unberechenbare Kampfmaschinen gemacht.
 
Trotzdem, man verpasst nicht viel, wenn man DEBUG nicht gesehen hat, denn sonderlich originell ist HEWLETTS Weltraum-Horror keineswegs. Vielmehr entpuppt sich dieser Indie-Film als unhomogener Versuch Horror, Science-Fiction, Splatter, Klaustrophobie- und Computer-Virus-Thematik unter einen Hut zu bringen. Geglückt ist der umfangreiche Zutatencocktail nur bedingt, denn wie immer macht mal wieder das Drehbuch Probleme, das von einem Laien auf dem Gebiet des Drehbücherschreibens verfasst wurde. Daher liebe Filmemacher- und Produzenten: lasst Drehbücher in Zukunft bitte von Leuten schreiben, die sich damit auch auskennen – alles andere kann nur in die Hose gehen. Das Weltraumabenteuer DEBUG ist das beste Beispiel für wirren Sci-Fi-Horror dem es an Spannung, Logik und Ideen fehlt, schließlich machen Bluteffekte allein – und wenn sie auch noch so gut in Szene gesetzt wurden – noch lange keinen guten Horrorfilm aus.
 
 
 


 
 
 

DEBUG – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Im Weltall hört dich niemand schreien: Splatter-Szenario im Weltraum – DEBUG ist die weitaus düstere Version des Kassenhits GRAVITY. Dennoch gilt hier: außen hui, innen pfui. DEBUG (was in diesem Falle soviel bedeuten soll, wie: das Bereinigen von Systemfehlern) schaut für Indie-Verhältnisse ganz ordentlich aus. Arbeitet man sich aber zum Kern hervor wird man schnell feststellen, dass der Film erheblich unter dem schwachen Drehbuch zu leiden hat, das von Regisseur DAVID HEWLETT selbst geschrieben wurde. Mit Logik hat er es nicht, denn DEBUG wirkt holprig, unglaubwürdig und ist streckenweise auch noch langweilig. Tiefgründige Charakterentwicklung gibt es nicht, dafür gegen Ende Splatter-Effekte, die sich gewaschen haben. Ob ein paar Gewaltmomente aus DEBUG einen sehenswerten Film machen bleibt dennoch fraglich, denn der dreiste Ideenklau setzt sich vornehmlich aus bekannten Zutaten bereits erschienener Kassenhits zusammen. Bewanderte Filmfans dürfte sofort auffallen, dass sich Macher DAVID HEWLETT rigoros bei bekannter Sci-Fi-Ware wie EVENT HORIZON und 2001: A SPACE ODYSSEY bedient hat. Fragt sich nur, warum dann aus DEBUG eher mittelprächtige Horror-Ware geworden ist, wenn man doch Erfolgszutaten besagter Klassiker kopiert hat.
 
 
 


 
 
 

DEBUG – Zensur

 
 
 
In DEBUG werden Körper zerteilt, Glasscherben durch Handgelenke geschlagen, lösen sich Körper in Pixel auf oder werden unsanft ins Weltall geschleudert – die wenigen Gore-Effekte können sich durchaus sehen lassen und dürften Fans von Filmen härterer Gangart zusagen. Der Film wurde mit FSK16 freigegeben – selbstverständlich ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

DEBUG – Deutsche Blu-ray

 
 
 
debug-bluray

(c) Pandastorm Entertainment

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Debug; Kanada 2014

Genre: Horror, Thriller, Science Fiction

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Englisch, Niederländisch

Bild: 1.78:1 – @24 Hz (1080p)

Laufzeit: ca. 86 Min.

FSK: FSK 16

Verpackung: Weiße Amaray mit Wendecover

Extras: Behind the Scenes, Originaltrailer, Trailershow

Release-Termin: 14.04.2015

 

Debug – Feindliches System [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

DEBUG – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Last Days on Mars (2013)
 
2001: A Space Odyssey (1968)
 
Event Horizon – Am Rande des Universums (1997)