Kritik: „Remains of the Walking Dead“ (2011)

remains-2012-chiller
 
 
 

REMAINS OF THE WALKING DEAD

Story

 
 
 
Nach einem atomaren Unfall mutiert ein Teil der Menschheit zu Zombies. In Reno hat es eine kleine Gruppe geschafft, nicht infiziert zu werden und kämpft nun verzweifelt ums Überleben.
 
 
 


 
 
 

REMAINS OF THE WALKING DEAD – Kritik

 
 
 
Der ehemalige Comic-Verkäufer Steve Niles zeichnet Comics, wenn er nicht gerade Drehbücher („30 Days of Night“) schreibt und lässt diese Bildergeschichten bzw. Graphic Novels dann von anderen verfilmen. Im Falle von „Remains“ war Regisseur Colin Theys am Werk, um aus Niles‘ Vorlage einen brauchbaren Film zu machen. Leider ist ihm das nicht gelungen, so dass „Remains of the Walking Dead“ im Meer unterirdischer Zombiefilme versinkt und leider nur ein weiterer Beitrag ist, der einem das Ansehen von Zombiefilmen vergällt. Die Story ist hierbei noch nicht mal der größte Schwachpunkt. Hier haken Niles und Theys die gängigen Punkte ab: Apokalypse durch irgendeinen „Unfall“ – Zombieinvasion – ein paar Resistente, die ihr Leben retten und Zombies töten wollen. So weit, so bekannt. Leider gerät „Remains of the Walking Dead“ dann durch Theys‘ mangelndes Regie-Talent, grausame Dialoge und schlechte Schauspieler vollkommen aus dem gruseligen Gleichgewicht und wird so zum absolut entbehrlichen 88Minüter.
 
 
remains-of-the-walking-dead-bild-2
 
 
Reno, Nevada. Das Glücksspiel-Städtchen wird von einer atomaren Katastrophe heimgesucht, die Touristen und Einwohner stante pede in blutrünstige Zombies verwandelt. Eine kleine Gruppe jedoch kann der atomaren Strahlkraft entgehen und sieht sich nun – in einem Casino festsitzend – mit einem Haufen Untoter konfrontiert. Wir hätten hier den biertrinkenden Loser Tom (Grant Bowler), die schnippische Kellnerin Tori (Evalena Mari), den Zauberer-Aspiranten Jensen (Miko Hughes) und Muskelmann Victor (Anthony Marks). Tom vögelt Tori, Jensen würde gerne Tori vögeln und Tori ist trotz Vögelei grundgenervt. Aber das nur nebenbei.
 
 
remains-of-the-walking-dead-bild-1
 
 
Als die Truppe also entdeckt hat, dass sie von Zombies umzingelt ist, arbeiten sie sogleich eine Reihe völlig nutzloser Pläne aus, um mit heiler Haut davonzukommen. Man rennt im Casino orientierungslos herum, macht ein paar Zombies platt, wirft ein paar besorgte Blicke vom Dach des Hauses auf die marodierenden Untoten und wagt einen – natürlich zum Scheitern verurteilten – Versuch, aus dem Casino zu entkommen. Dabei dezimiert sich die Truppe natürlich über kurz oder lang. Macht aber nix, es kommt neues Zombie-Futter dazu, in Form eines Trupps Soldaten. Dadurch wird es aber auch nicht besser, also Soldaten wieder weg, was Tom und Tori – nun allein zu zweit – erstmal wieder zum Vögeln bringt. Klar, was soll man auch sonst machen – zumindest, wenn die Anzahl Gehirnzellen relativ überschaubar ist. Dann kommt aber eine Soldatentussi zurück und Tom überlegt sich, dass er lieber mit der vögeln würde. Das wiederum findet Tori suboptimal. Und so geht es munter und dämlich weiter, bis der Zuschauer nur noch hofft, dass die Zombies nun endlich auch den Rest der debilen Deppen plattmachen, damit man von der intellektuellen Ödnis dieses Films erlöst wird.
 
 
remains-of-the-walking-dead-bild-3
 
 
„Remains of the Walking Dead“ wurde bereits 2011 gedeht und war bis dato Theys‘ dritter Langfilm. Zuvor inszenierte er den trashigen „Banshee!!!“ sowie „Alien Opponent“ und machte später mit soliden Horrorfilmen wie „Dead Souls“ und „Deep in the Darkness“ auf sich aufmerksam. Leider merkt man „Remains of the Walking Dead“ an, dass sein Macher zum damaligen Zeitpunkt noch sehr unerfahren war, denn dem Zombiefilm mangelt es nicht nur an Dramatik, Tempo und Spannung. Auch bei Casting, Schauspielführung und der Drehbuchauswahl bewies der Regisseur vor einigen Jahren noch kein sonderlich talentiertes Händchen. So wirkt sein Film billig (750.000 Dollar standen ihm zur Verfügung). Die Schauspieler sind mies, verhalten sich unglaubwürdig und geben permanent nur Stuss von sich. Aber auch der Gore hält sich in Grenzen – das Einzige, was den Zuschauer hätte etwas versöhnlich stimmen können.
 
 
 


 
 
 

REMAINS OF THE WALKING DEAD – Fazit

 
 
 
2 Punkte Final
 
 
 
„Remains of the Walking Dead“ ist ein gänzlich überflüssiger und schlechter Film. Einen Punkt könnte man eventuell noch für die recht apart zerfledderten Zombies geben, einen weiteren dafür, dass nicht sämtliche Kulissen aussehen wie aus Pappmaché. Darüber hinaus hält Darsteller Anthony Marks seinen beeindruckend definierten Körper ein paar Minuten lang nur mit einem Handtuch um die Hüften in die Kamera. Zudem sind die vorhandenen Splatterszenen angenehm blutig geraten. In der Summe macht das zwar vier von zehn Punkten, dennoch kann man von einer Sichtung oder sogar dem Kauf der Blu-ray (die im Übrigen keinerlei Extras beinhaltet und nur mit mäßig gutem Bild daherkommt) nur dringend abraten, da selbst die kleinen positiven Aspekte nicht dafür entschädigen können, dass der Film einfach furchtbar langweilig ist und so dämliche Dialoge beheimatet, dass es einen schüttelt. Und deswegen schlussendlich doch nur zwei von zehn wandelnden Toten, die sich bitte möglichst schnell vom Acker machen sollten.
 
 
 


 
 
 

REMAINS OF THE WALKING DEAD – Zensur

 
 
 
„Remains of the Walking Dead“ wurde von der FSK für Zuschauer ab 18 Jahren freigegeben. Für einen TV-Film (der vom amerikanischen Horrorkanal CHILLER produziert wurde) geht es nämlich ganz ordentlich zur Sache. Zombiefreunde dürfte zudem freuen, dass es „Remains of the Walking Dead“ ungeschnitten nach Deutschland geschafft hat.
 
 
 


 
 
 

REMAINS OF THE WALKING DEAD – Deutsche Blu-ray

 
 
 
remains-of-the-walking-dead-bluray

(c) Erstauflage von MIG Film GmbH | Savoy Film unter dem Titel „Remains of the Walking Dead“

 
remains-of-the-walking-dead-collectors-bluray

(c) Collectors Edition mit BD & Bonus-DVD von MIG Film GmbH | Savoy Film unter dem Titel „Remains of the Walking Dead“

 
remains-bluray

(c) Zweitauflage von Edel Germany GmbH unter dem Titel „Remains“

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Remains; USA 2011

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DD 5.1, Deutsch DD 2.0, Englisch DD 5.1, Englisch DD 2.0

Untertitel: keine

Bild: 1.85:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 88 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wechselcover

Extras: Originaltrailer, Trailershow | Zusätzlich in der Zwei-Disc-Edition: Audiokommentar, Teaser, TV-Spots, Behind The Scenes, Bloppers

Veröffentlichung: Erstauflage & Collectors Edition unter dem Titel „Remains of the Walking Dead“: 26.04.2013 | Zweitauflage unter dem Titel „Remains“: 04.12.2015

 
 
 

Remains Of The Walking Dead [Blu-ray] – Erstauflage Single BD ungeschnitten auf AMAZON kaufen

Remains Of The Walking Dead – Erstauflage Collector’s Edition (DVD + Blu-ray) ungeschnitten auf AMAZON kaufen

Remains [Blu-ray] – Zweitauflage Single BD ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

REMAINS OF THE WALKING DEAD – Trailer

 
 


 
 

MissVega

(Mehr Kritiken von MISSVEGA gibt es hier zu lesen)

Die Rechte aller Grafiken liegen bei Edel Germany GmbH | MIG Film GmbH | Savoy Film

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Anger of the Dead (2015)
 
Wyrmwood: Road of the Dead (2014)
 
Zombie Fight Club (2014)
 
The Dead 2: India (2013)

Filmreview: „Army of the Damned“ (2013)

Army of the Damned 2013
 
 
 

ARMY OF THE DAMNED

Story

 
 
 
Ein dämonisch besessenes Haus verwandelt Besucher und Bewohner zu unberechenbaren Monstern, die nur eines kennen: Töten, Töten, Töten …
 
 
 


 
 
 

ARMY OF THE DAMNED – Kritik

 
 
 
Bei ARMY OF THE DAMNED gilt es mal wieder, das Hirn auszuschalten, schließlich haben wir Filmfutter vorliegen, das die niederen Instinkte des Zuschauers befriedigen soll. In diesem überflüssigen Billigwerk wird geballert und gesplattert was das SFX-Budget so hergab. Die knapp 90 Minuten Spielzeit wurden mit allerhand überzogenen Splatter-Orgien befüllt damit der Genrefan nicht merkt, dass inhaltlich wie dramaturgisch tote Hose vorherrscht. Konsoleros dürften sich vermutlich noch an die Anfangsjahre der beliebten RESIDENT EVIL Videospiel-Reihe erinnern. Dort untersuchte ein kampferprobtes Rettungsteam ein unheimliches Herrenhaus, indem man wenig später auf Horden von Zombies, Mutanten und Killerhunde stieß. So ähnlich, aber bedeutend seelenloser und unkreativer geht’s auch in ARMY OF THE DAMNED zu, nur mit dem Unterschied, dass gruselige Atmosphäre und schweißtreibende Spannung kurzum aus dem Drehbuch getilgt wurden, damit der Zuschauer nicht überfordert wird.
 
ARMY OF THE DAMNED erzählt von Polizisten, die nach merkwürdigem Notruf zu einem schmucken Eigenheim in einem amerikanischen Vorort gerufen werden. Mit im Schlepptau ist ein Kamerateam, das die Beamten für eine Reality-Show begleiten soll. Schnell stößt man auf übel zugerichtete Leichen und ein mundfaules Kind, dass im Film nix anderes zu tun hat, als im Rotkäppchen-Umhang sinnfrei durch die Kulisse zu flitzen. Das wird zügig eingefangen und in Sicherheit gebracht, besitzt aber keinen Puls oder Herzschlag. Darüber wundert sich aber erstmal niemand, schließlich muss im Haus noch ein Mörder gefunden werden, der die unschuldigen Bewohner gemeuchelt haben soll. Leider erschweren helle Lichterscheinungen und ein unerträglicher Lärm die Suche nach dem Übeltäter, denn das Haus scheint ein abstruses Eigenleben zu führen und Besitz von seinen uniformierten Besuchern zu ergreifen. Die verwandeln sich wenig später in dämonisch besessene Handlanger der Hölle und trachten den noch nicht Heimgesuchten nach den Leben.
 
Regisseur TOM DENUCCI ist noch recht neu auf dem Gebiet des Filmemachens und das merkt man auch. Vor geraumer Zeit hat er den unsäglich schlechten SELF STORAGE abgeliefert und damit vermutlich soviel Kohle scheffeln können, dass er einen weiteren unnötigen Horrorfilm drehen konnte. Um seinen schwachsinnigen Firlefanz bei Horrorfans interessant zu machen, konnte er für ARMY OF THE DAMNED sogar ein großes Ensemble an bekannten Gesichtern gewinnen. Wir sehen JOEY FATONE in einer Nebenrolle, der mit der Boyband NSYNC in den 90ern Karriere machte und auch Wrestler TOMMY DREAMER wird gleich zu Beginn schaufreudig und blutig dahingeschlitzt. Zudem war sich auch Genre-Ikone TONY TOOD (CANDYMAN) nicht zu schade zusammen mit MICHAEL BERRYMAN (HÜGEL DER BLUTIGEN AUGEN) auf minderbemittelte Dämonenjagd zu gehen, so dass der Splatter-Flick zumindest zwei halbwegs erfahrene Schauspieler vorzuweisen hat. Die waren auch bitter nötig, denn trotz der unzähligen Gastauftritte halbwegs bekannter Z-Prominenz Amerikas wird schnell mehr als deutlich, dass keiner von denen wirklich schauspielern kann. Es wird dumm herumgealbert und talentfrei in die Kamera gestottert. Dem Zuschauer werden lässige Sprüche geboten, die cool wirken sollen, aber nur beschämen. Hier wollte es DENUCCI Kultregisseur QUENTIN TARANTINO gleichmachen. Letzterer stattet seine Werke ja immer mal wieder mit intelligenten Wortspielereien aus. Die sucht man natürlich in ARMY OF DAMNED vergebens, denn der hirnlose NIGHT OF THE DEMONS trifft RESIDENT EVIL Abklatsch ist wohl das Erbärmlichste, was man 2013 auf der Mattscheibe hatte. Manche Filmschaffende bringen es eben einfach nicht, werkeln aber immer wieder an neuen Machwerken, die an Dümmlichkeit kaum zu überbieten sind. TOM DENUCCI ist einer von vielen Regie-Newcomern, die sich ihrer Talentlosigkeit einfach nicht bewusst zu sein scheinen und auf Biegen und Brechen Filme drehen, welche eigentlich niemand sehen möchte.
 
ARMY OF THE DAMNED ist wirr, doof und bietet keinerlei Eigenständigkeit. Zwar wird in den ersten Minuten so etwas wie interessanter Mystery geboten; der wird aber zugunsten eines unspektakulären Schlachtfestes ganz schnell beiseite geräumt, damit das Geschehen im Blut ersaufen kann. Auch wenn bei soviel selbstironischem Splatter-Eifer (man muss erwähnen, dass sich ARMY OF THE DAMNED nur selten ernst nimmt) einige Lacher nicht ausbleiben werden, dürfte die hiesige FSK bei derart grafischem Munitionsgewitter keinen Spaß verstehen. Kehlen werden aufgeschlitzt, Körperteile abgesäbelt und in Körper geballert. Dem hauseigenen Filmzensierer des Rechteninhabers wird das nicht gerade erfreuen, denn im Falle von ARMY OF THE DAMNED müssen mal wieder Überstunden geleistet werden.
 
 
 


 
 
 

ARMY OF THE DAMNED – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
NIGHT OF THE DEMONS meets RESIDENT EVIL. Auch wenn in ARMY OF DAMNED mal wieder ne Menge Körperteile unter tosendem Hardrock-Gedudel durch die Luft sausen und sich heiße Dämonengirls lasziv vor der Kamera räkeln, handelt es sich bei diesem Splatter-Ding um einen wirklich unbeholfenen und miserabel geschusterten Schmarrn, dem eindeutige neue Ideen, gute Darsteller, knisternde Spannung und grausige Atmosphäre fehlen. Weil man derartigen Bockmist zuletzt einfach zu oft auf dem Bildschirm hatte, macht ein so unwichtiges Schlachtfest die Kuh auch nicht mehr fett. Den nächsten Film, Bitte!
 
 
 


 
 
 

ARMY OF THE DAMNED – Zensur

 
 
 
ARMY OF THE DAMNED hat einige Splattermomente zu bieten. Zwar sind die nicht selten sehr ironisch, trotzdem hatte die FSK mit derart Gematsche Probleme gehabt, so dass ARMY OF THE DAMNED in Deutschland zwar ungeschnitten veröffentlicht wurde, aber erst für Volljährige geeignet ist. Der Film steht mit rotem FSK-Sticker im Händlerregal: keine Jugendfreigabe.
 
 
 


 
 
 

ARMY OF THE DAMNED – Deutsche Blu-ray

 
 
 
army-of-the-damned-bluray

(c) Donau Film

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Army of the Damned; USA 2013

Genre: Horror, Thriller

Ton:Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.78:1 (1920x1080p)

Laufzeit: ca. 89 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Kein Bonusmaterial

Release-Termin: KeepCase: 25.09.2015 | Mediabook: 05.10.2015

 

Army of the Damned – Willkommen in der Hölle (Blu-ray im KeepCase) ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

ARMY OF THE DAMNED – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Night of the Demons (1988)
 
Night of the Demons 2 (1994)
 
Demon Night – One Night in Hell (1997)
 
Night of the Demons – Remake (2009)
 
Resident Evil (2002)
 
Evil Dead (1981)
 
Evil Dead (2013)
 

Kritik: „Chilling Visions: 5 Senses of Fear“ (2013)

chilling visions
 
 
 

CHILLING VISIONS: 5 SENSES OF FEAR

Story

 
 
 
Eine gar makabre und äußerst kurzweilige Geschichtensammlung über die menschlichen Sinne …
 
 
 


 
 
 

5 SENSES OF FEAR – Kritik

 
 
 
Die beliebte GESCHICHTEN AUS DER GRUFT-Serie dürfte vermutlich noch jedem halbwegs bewanderten Horrorfan ein Begriff sein. Die feierte Dank Bezahlsender HBO (Home Box Office) in Amiland zwischen 1989 und 1996 ordentliche Erfolge und kam – immens geschnitten – auch nach Deutschland. Die, an die gleichnamige Comicreihe aus den 1950ern angelehnte TV-Serie machte sich durch die makaberen Schlussgags in Fankreisen einen Namen und wurde nach der siebten Staffel eingestellt. Seither haben so einige Sender versucht, die Kurzgeschichten-Gruselrezeptur in ähnlicher Weise fortzusetzen, wobei zu den wohl bekanntesten Ergebnissen der letzten Jahre die MASTERS OF HORROR und FEAR ITSELF-Episoden gehören. Der amerikanische Sender CHILLER schafft nun Abhilfe, wenn auch leider vorerst nur in Spielfilmlänge und bringt mit CHILLING VISIONS: 5 SENSES OF FEAR eine ziemlich gemeine Anthologie (leider ohne den Cryptkeeper) mit fünf Episoden in die heimischen Wohnzimmer, die in Deutschland als 5 SENSES OF FEAR vermarktet wird. Hier wird das Konzept der perfiden Schlussgags der TALES FROM THE CRYPT-Reihe erneut aufgegriffen und zum Höhepunkt jedes Segments stilisiert. Überhaupt muss man an dieser Stelle einmal sagen, dass die hauseigenen Schauerwerke der CHILLER FILMS Macher von mal zu mal besser werden. Nach eher mittelmäßigen Streifen wie DEAD SOULS (2012) oder BENEATH (2013) hat man noch einmal kräftig an der Qualitätsschraube gedreht, so dass kaum noch offensichtlich ist, dass es sich bei CHILLING VISIONS: 5 SENSES OF FEAR eigentlich um einen fürs TV produzierten Horrorfilm handelt. Die Entscheidung, einen Anthologiestreifen zu drehen, dürfte am überraschenden Erfolg der V/H/S-Reihe liegen, die zusammen mit dem nicht minder beliebten The ABCS OF DEATH im Jahr 2012/2013 ausreichend Lob ernten konnte. Und in der Tat, CHILLING VISIONS: 5 SENSES OF FEAR steht den genannten Horrorsammlungen in nichts nach, wobei auch die Kurzfilmchen in diesem Schocker allesamt unter einem Thema laufen und von unterschiedlichen, im Genre teils bekannten Regisseuren geschrieben und gedreht wurden. Wie der Titel schon sagt, geht es in der neusten CHILLER FILMS-Produktion um die menschlichen Sinne. Die machen den Protagonisten der Episoden das Leben zur Hölle und sind Ausgangspunkt für ein wahrlich schmerzhaftes Treiben, was vor allem das Interesse der Liebhaber des groben Schlachthandwerks wecken dürfte. Den Anfang macht die Episode:
 
SMELL, die von Regisseur NICK EVERHART (Produzent und Regisseur diverser ASYLUM-Schundwerke, u.a. DAS OMEN DES BÖSEN) inszeniert wurde. Darin geht es um Seth Kyle (COREY SCOTT RUTLEDGE), der eines Tages von einem schrägen Mary Poppins-Verschnitt ein mysteriöses Parfüm geschenkt bekommt, das Erfolg auf ganzer Linie verspricht, wenn man es aufträgt. Für Pechvogel Seth entpuppt sich das Duftwasser als Geschenk Gottes. Beruflich geht es bergauf und auch bei den Frauen ist er gefragter denn je. Leider hat das Wundermittel auch schmerzhafte Nebenwirkungen.
 
Im Segment SEE, das von MIKO HUGHES auf Film gebannt wurde, dreht sich alles um einen etwas schrulligen Augenarzt (TED YUDAIN). Der schaut nicht nur GEOFFREY BAYLDONNUR aus ASYLUM-IRRGARTEN DES SCHRECKENS (1972) unverkennbar ähnlich, sondern verhält sich auch ähnlich verhaltensauffällig. Er beherrscht eine Methode, mit der er die Augenflüssigkeit seiner Patienten konservieren kann und träufelt sich hin und wieder selbige in das eigene Sehorgan, um die gespeicherten Erinnerungen seiner Patienten erleben zu können. Für den Mediziner eine gute Möglichkeit, sich vom privaten Wohlergehen seiner Patienten zu überzeugen. Als eine seiner Lieblings-Patientinnen Opfer häuslicher Gewalt wird, ist es für den Doktor eine Herzensangelegenheit, der Leidtragenden zu helfen – mit fatalen Folgen. Regisseur MIKE HUGHES gibt zwar mit dieser Geschichte sein Regiedebüt, ist im Filmbusiness aber kein Unbekannter. Bisher hat er sich als Schauspieler, unter anderen in THE MERCURY PUZZLE (1998) und SPAWN (1997) einen Namen gemacht. Zudem hat sich HUGHES auch schon in der CHILLER FILMS-Hausproduktion REMAINS OF THE WALKING DEAD (2011) als Horrordarsteller erproben können und trat dort den Kampf gegen Horden von Zombies an.
 
Die Episode TOUCH erzählt das Schicksal eines blinden Jungen, der nach einem Autounfall im Wald dringend Hilfe für die verletzten Eltern sucht. Er stößt auf eine geheimnisvolle Holzhütte im Dickicht, in der ein kaltblütiger Psychopath haust. Der hat nicht nur panische Angst vor menschlichen Berührungen, sondern scheint auch nicht auf die List seines jungen, sehbehinderten Widersachers vorbereitet zu sein. Auf Zelluloid gebannt hat diesen schlichten aber durchaus makabren Horrorspaß EMILY HAGINS. Bereits 2006 hat die Regisseurin im Horrorbereich erste Erfahrungen sammeln können. Mit dem Low-Budget-Film PATHOGEN (2006) gab sie mit gerade einmal 13 (!) Jahren nicht nur ihren Regieeinstand, sondern bewies auch, dass sie eine unbändige Leidenschaft fürs phantastische Genre hegt. Drei Jahre später sorgte sie mit der Mystery THE RETELLING für Nachschub. Die Veröffentlichungen ihres bisherigen Schaffens in Deutschland lassen immer noch auf sich warten.
 
Weiter geht’s mit TASTE, in dem ein Hacker (DOUG ROLAND) zum Vorstellungsgespräch in ein ominöses Unternehmen geladen wird. Der soll ein mysteriöses Musikstück besorgen, schlägt aber das Angebot aus. Für Chefin Lacey (SYMBA SMITHS) Grund genug, ihre SAW-esken Fallen zu aktivieren. Wer es blutig mag, kommt hier definitiv auf seine Kosten. Nicht nur, dass diese Geschichte alle anderen Episoden miteinander verbindet und so CHILLING VISIONS: 5 SENSES OF FEAR ein Sinn verleiht; Regisseur ERIC ENGLAND scheint ein regelrechter Verehrer des lukrativen SAW-Franchises zu sein, hat er doch mit der Kopf-Bärenfalle gleich eines der beliebtesten Folterutensilien der SAW-Reihe am Start. ENGLAND hat auch schon einigen Horrormist verbrochen. So dürfe der Slasher-Fanfraktion sein kläglicher MADISON COUNTY (2011) in Erinnerung geblieben sein, dem demnächst wahrhaftig ein weiterer Teil folgen wird.
 
Den Abschluss macht die Found-Footage-Episode LISTEN. Die geht einem mit den gängigen Wackelcam-Klischees (das Bild ruckelt nahezu unerträglich) zwar ganz schön auf den Zünder, hat aber Gott sei Dank eine gute Geschichte zu bieten. Im Mittelpunkt stehen einige Dokumentarfilmer, die ein unheimliches Musikstück zusammenschneiden sollen. Sie durchforsten diverse VHS-Bänder mit Fragmenten des Klavierstücks und fügen sie zu einem Komplettwerk zusammen. Ganz so ungefährlich scheint die Arbeit nicht zu sein, bringt doch das akustische Meisterwerk jeden den Tod, der es bis zu Ende hört. THE RING lässt grüßen – nach dieser Devise schließen ANDY MITON und JESSE HOLLAND die durchweg gelungene Anthologie ab, wobei man sagen muss, dass sich das Duo mit dem Erstwerk YELLOWBRICKROAD ja schon einmal akustisch und filmisch etwas in die Nesseln gesetzt hat. Der ultra-miserable Mysterythriller war einer der Rohrkrepierer des Filmjahrs 2010, so dass es erstaunt, dass die beiden mit ihrem Beitrag in CHILLING VISIONS: 5 SENSES OF FEAR doch noch beweisen konnten, dass sie gute Gruselfilme machen können.
 
Letztendlich steht CHILLING VISIONS: 5 SENSES OF FEAR den großen Kurzgeschichtensammlungen der letzten Zeit in nichts nach. Das Ding ist extravagant, erfrischend und effekttechnisch sogar hundertprozentig hausgemacht. Wir bekommen abwechslungsreiche Gruselgeschichten der alten Schule serviert, die einmal nicht dem obligatorischen Horrorstandard entsprechen. Zombies, Geister, Werwölfe, Vampire und skrupellose Foltergesellen machen in diesem Anthologiestreifen erst einmal Pause. Umso überraschender, dass CHILLING VISIONS direkt fürs TV produziert wurde. Qualitativ gibt es keine Ausfälle. Die Segmente sind kurz und knackig; unterhalten grandios. Wenn man etwas zu bemängeln hätte, dann die etwas schleierhaften Zusammenhänge der Geschichten. Die werden nur vage beleuchtet, was aber durchaus zu verschmerzen ist und dazu noch die Interpretationskreativität des Zuschauers entfachen dürfte. Insofern Filmschmiede CHILLER FILMS dieses Niveau weiterhin beibehält, dürften dem Filmfreund demnächst wirklich hochwertige Streifen ins Haus stehen. Eine Fortsetzung zu CHILLING VISIONS: 5 SENSES OF FEAR wird nicht lange auf sich warten lassen, was durchaus zu begrüßen wäre.
 
 
 


 
 
 

5 SENSES OF FEAR – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Abwechslungsreich, blutig und herrlich makaber. CHILLING VISIONS: 5 SENSES OF FEAR oder wie er hier in Deutschland vermarktet wird: 5 SENSES OF FEAR ist ein bitterböser Horrorspaß in der Tradition der berüchtigten GESCHICHTEN AUS DER GRUFT-Reihe. Wer nostalgische Schocker der alten Schule bevorzugt und eine Leidenschaft für Filme mit perfiden Enden hegt, ist mit 5 SENSES OF FEAR auf jeden Fall gut beraten. Nach THE ABCS OF DEATH und V/H/S einer der besten Anthologiestreifen der letzten Jahre.
 
 
 


 
 
 

5 SENSES OF FEAR – Zensur

 
 
 
CHILLING VISIONS: 5 SENSES OF FEAR ist ein abwechslungsreiches Horrorfilmchen, das für jeden Horrorfan etwas zu bieten hat. Auch Freunde, der etwas blutigeren Filmkost kommen in diesem Anthologiestreifen auf ihre Kosten. Demnach wurde CHILLING VISIONS: 5 SENSES OF FEAR ungeschnitten und mit KJ-Kennzeichnung nach Deutschland gebracht.
 
 
 


 
 
 

5 SENSES OF FEAR – Deutsche Blu-ray

 
 
 

5-senses-of-fear-blu-ray

(c) Justbridge

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Chilling Visions: 5 Senses of Fear; USA (2013)

Genre: Thriller, Horror

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.78:1 (1920x1080p)

Laufzeit: ca. 88 Min.

FSK: FSK18 – Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray

Extras: Trailer

Release-Termin: 12.09.2014

 
 
 

5 Senses of Fear [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

5 SENSES OF FEAR – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:

V/H/S 2 (2013)

The ABCs of Death (2012)

Geschichten aus der Gruft (1989-1996)

Chillerama (2011)

Scary or Die (2012)