Filmkritik: „Holy Ghost People“ (2013)

Holy-Ghost-People-2013
 
 
 

HOLY GHOST PEOPLE

Story

 
 
 
Charlotte sucht mithilfe ihrer Zufallsbekanntschaft Wayne, einem alkoholkranken und am posttraumatischen Belastungssyndrom leidenden Ex-Marine, nach ihrer Schwester, die vermutlich in einer Sekte gelandet ist. Doch den charismatischen Sektenführer Billy über ihre wahren Absichten im Unklaren zu lassen, ist nicht so einfach wie gedacht…
 
 
 


 
 
 

HOLY GHOST PEOPLE – Kritik

 
 
 
Die 19jährige Charlotte (Emma Greenwell) lernt durch Zufall den Säufer und Ex-Marine Wayne (Brendan McCarthy) kennen. Als dieser nach einer Schlägerei vor der Kneipe, in der sie arbeitet, sein Portemonnaie verliert, bringt sie ihm dieses zurück. Kurz darauf möchte Charlotte nun auch einen Freundschaftsdienst von Wayne einfordern: er soll nach Sugar Mountain fahren, weil sie dort ihre Schwester vermutet. Diese ist wahrscheinlich in der Church of One Accord gelandet, einer sektenähnlichen Gemeinde, die sich mittels Schlangen-um-den-Hals-Gelege göttliche Gnade erhofft.
 
 
Holy-Ghost-People-bild-5
 
 
So weit, so blöd. Wofür genau hier 88 Filmminuten verschwendet wurden, weiß man auch nach dem Abspann noch nicht. Und was an „Holy Ghost People“ Horror sein soll (abgesehen von der dilettantischen Inszenierung), weiß ebenfalls keiner. Es handelt sich hier um einen spannungslosen, laienhaften, billigen und schlussendlich komplett überflüssigen Film, der auf keiner Ebene überzeugen kann. Regisseur Mitchell Altieri, ein Teil der nicht legendären Butcher Brothers („The Hamiltons“ und „Raised by Wolves„) hat zusammen mit Phil Flores (dem anderen Schlachter-Bruder) und zwei weiteren Drehbuchschreibern auch das Script zu diesem Anti-Horror-Schlangen-Murksfilm verfasst. Im Gegensatz zu Altieri und Flores haben die anderen zwei Schreiberlinge noch gar keine Schreib-Erfahrung und einer von ihnen, Joe Egender, versagt nicht nur als Co-Autor, sondern auch als Darsteller des Billy. Viele Köche verderben den Horror-Brei, leider trifft dies auch auf „Holy Ghost People“ zu.
 
 
Holy-Ghost-People-bild-4
 
 
Die Butcher Brothers haben sich hier offensichtlich ein bisschen verhoben und mehr gewollt, als sie letztendlich können. Der Film ist sowohl thematisch überfrachtet als auch inhaltlich oberflächlich. Da wäre der traumatisierte Ex-Marine, der natürlich an PTBS leidet und säuft wie ein Loch, tief im Inneren aber noch so etwas wie Ehrgefühl besitzt. Dann die toughe Kellnerin, die eine traumatische Kindheit hinter sich hat und sich mit der entfremdeten Schwester aussöhnen will. Dazu kommt der ganze Sektenquatsch samt Schlangengefummel (dieses Detail allerdings beruht auf wahren Ereignissen. Ein Priester aus Kentucky hat tatsächlich Schlangen bei seinen „Gottesdiensten“ verwendet und starb dann bezeichnenderweise ausgerechnet durch einen Schlangenbiss). Und natürlich soll „Holy Ghost People“ auch noch unheimlicher Horrorfilm mit schockierendem Ende sein. Dieses Genre-Mischmasch geht leider komplett nach hinten los und kann auf keiner Ebene auch nur im Ansatz überzeugen. Garniert mit Charlottes überflüssigen Off-Kommentaren wird „Holy Ghost People“ somit schnell nervtötend anstatt für Nervenkitzel zu sorgen.
 
 
Holy-Ghost-People-bild-3
 
 
Dabei liegt das nicht unbedingt an den Darstellern. Die machen ihre Sache mehr oder weniger souverän, auch wenn man Babyface und Giovanni-Ribisi-Lookalike Joe Egender den charismatischen Prediger in keiner Sekunde abnimmt. Dafür liefern Emma Greenwell und Brendan McCarthy halbwegs glaubwürdig ab, zumindest fallen sie nicht unangenehm auf. Vielmehr ist es die dünne Story, die fast ausnahmslose Anwendung von Klischees und eine so lahme Auflösung, dass man die vorangegangenen Filmminuten nur als Zeitverschwendung betrachten kann. Denn schlussendlich geht es vorrangig leider nur darum, dass Charlotte sich unbeholfen-undercovermäßig in die Sekte einzuschleichen versucht und Wayne dies durch sein unkooperatives Verhalten konterkariert.
 
 
Holy-Ghost-People-bild-2
 
 
 


 
 
 

HOLY GHOST PEOPLE – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Was soll man noch sagen zu so einem bedeutungslosen Film? So richtig schlecht ist er nicht. Gut natürlich auch nicht. Er bewegt sich irgendwo zwischen langweilig und unglaubwürdig. Glücklicherweise sind die Darsteller zumindest einigermaßen talentiert und auch in die Synchronisation wurden ein paar Euro investiert, so dass man sich hier wenigstens nicht mit monotonem Ablesen von Dialogzeilen rumärgern muss. Das ändert nur nichts an der leider schlecht erzählten, klischeebeladenen und schlussendlich vollkommen banalen Story, die keinem der angestrebten Genres gerecht wird. Die Butcher Brothers, die zumindest mit „The Hamiltons“ einen halbwegs gelungenen Film hingelegt haben, sollten sich in Zukunft nur auf einen Drehbuchschreiber festlegen und sich im Zweifel lieber bei bekannten Werken Gutes abgucken, als selbst solch halbgaren Low-Budget-Mumpf zu produzieren. In der Summe also nicht mehr als knappe vier von zehn Schlangen, die hier gerne etwas herzhafter hätten zubeißen dürfen.
 
 
 


 
 
 

HOLY GHOST PEOPLE – Zensur

 
 
 
„Holy Ghost People“ wurde von der FSK bereits für Zuschauer ab 16 Jahren freigegeben. Dennoch hat sich der Rechteinhaber dazu entschieden, den Streifen mit roter Freigabeplakette in den Handel zu bringen. Das macht die Veröffentlichung bei Horrorfans interessanter.
 
 
 


 
 
 

HOLY GHOST PEOPLE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
holy-ghost-people-bluray

(c) Maritim Pictures

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Holy Ghost People; USA 2013

Genre: Drama, Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Deutsch DD 2.0, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 2.40:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 88 Min.

FSK: Film: FSK16 (ungeschnittene Fassung) | Heimkinofassung wegen Extras: Keine Jugendfreigabe

Verpackung: Amaray mit Wechselcover

Extras: Originaltrailer

Veröffentlichung: 13.05.2014

 
 
 

Holy Ghost People [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZOn kaufen

 
 
 


 
 
 

HOLY GHOST PEOPLE – Weitere Veröffentlichungen

 
 
 
Vom-Teufel-besessen-The-ultimate-Devils-Collection

(c) Maritim Pictures GmbH im Vertrieb der KNM Home Entertainment GmbH

 
 
Neben der erhältlichen Film-DVD und Blu-ray wurde „Holy Ghost People“ auch zusammen mit drei weiteren Horrorfilmen in der „Vom Teufel besessen – The ultimate Devils Collection“ veröffentlicht. Auf zwei DVDs sind neben besagtem „Holy Ghost People“ auch folgende drei Streifen enthalten: „Way of the Wicked“, „The Presence“ und „The Cloth“. Alle Filme dieser Zusammenstellung sind selbstverständlich ungeschnitten.
 
 

Vom Teufel besessen – The ultimate Devils Collection (2DVDs) auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

HOLY GHOST PEOPLE – Trailer

 
 


 
 

MissVega

(Mehr Kritiken von MISSVEGA gibt es hier zu lesen)

Die Rechte aller Grafiken liegen bei Maritim Pictures

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Last Shift (2014)
 
The Devil’s Hand (2014)
 
The Sacrament (2013)
 
Children of Sorrow (2012)
 
Ritual (2013)

Filmkritik: „Last Shift“ (2014)

last-shift-2014
 
 
 

LAST SHIFT

(PAYMON – THE KING OF HELL)

Story

 
 
 
Neuer Job, absolutes Grauen: Polizistin Jessica Loren (Juliana Harkavy) erlebt am ersten Arbeitstag in einer Polizeiwache die Hölle auf Erden.
 
 
 


 
 
 

LAST SHIFT – Kritik

 
 
 
ANTHONY DIBLASI ist aus der Versenkung aufgetaucht. Lang war es still um jenen Regisseur geworden, der vor einigen Jahren noch als vielversprechender Newcomer in der Horror-Szene gehandelt wurde, weil er sich den Filmadaptionen diverser Kurzgeschichten von Erfolgsautor CLIVE BARKER (HELLRAISER) angenommen hatte. So fungierte er 2008/2009 in MIDNIGHT MEAT TRAIN und BOOK OF BLOOD als ausführender Produzent und nahm für den Psycho-Horror DREAD gleich selbst Platz auf dem Regiestuhl. Mit Letzterem feierte er sein Regiedebüt und erhielt für seine gelungene Arbeit von Kritikern und Fans viel Lob. Im Falle des neuen Streifens LAST SHIFT muss ANTHONY DIBLASI jedoch ohne Kultschriftsteller CLIVE BARKER auskommen, denn diesmal ist das Drehbuch und die Idee zum Film auf eigenem Mist gewachsen. Ein gewagtes Unterfangen, das der Regisseur jedoch mehr als souverän meistert, schließlich besitzt LAST SHIFT all das, was man von einem guten Horrorfilm neueren Datums erwartet. Um sich jedoch nicht die Spannung nehmen zu lassen, sei an dieser Stelle vorm Lesen der Kritik gewarnt, denn dieser Streifen gehört zu jener Art von Filmen, die nur dann ihr ganzes Gruselpotenzial entfalten können, wenn man vorab so wenig wie möglich über Handlung und Auflösung in Erfahrung bringt. Demzufolge gilt: Weiterlesen aus eigene Gefahr!
 
 
last-shift-bild-1
 
 
Es geht um Jessica Loren (JULIANA HARKAVY), die als junge Polizistin in einer Polizeidienststelle das absolute Grauen erlebt. Die attraktive Mittdreißigerin ist gerade in den Dienst getreten und soll in einer Polizeistation die letzte Wache halten bevor das Gebäude für immer geschlossen wird. Was sie erst später erfährt: in diesem Gemäuer regiert der Terror, denn vor genau einem Jahr hat sich hier der Anführer eines satanischen Kultes (JOSHUA MIKEL) zusammen mit zwei weiblichen Anhängern das Leben genommen. Seitdem geht es in der Polizeiwache nicht mit rechten Dingen zu, denn der brutale Sektenguru scheint keine Ruhe gefunden zu haben. Mit allerhand paranormalen Schabernack sorgt er für blutige Unruhe und versucht aus dem Jenseits heraus sein Serienkillerdasein fortzusetzen.
 
 
last-shift-bild-3
 
 
Fiese Schockmomente, verstörende Schreie und jede Menge Gänsehaut. Nein, LAST SHIFT ist keiner dieser quälend langweiligen Geisterfilme, die seit PARANORMAL ACTIVITY unermüdlich gedreht werden und sich bis auf Titel und Schauspieler kaum voneinander unterscheiden. Statt die immer gleichen Szenenverläufe nach vorhersehbarem Muster abzuspielen macht ANTHONY DIBLASI von hinterlistiger Verwirrungstaktik Gebrauch und versucht Heldin und Zuschauer zu manipulieren. Die sehen in einer menschenleeren und spärlich ausgeleuchteten Wache plötzlich ominöse Gestalten und werden Zeuge schrecklicher Visionen, die den Augen angsteinflößende Streiche spielen. Was in dieser Polizeistation im Argen liegt, lässt sich nicht so einfach durchschauen, denn Macher Diblasi geizt mit Anhaltspunkten. Ein mehr als geschickter Schachzug, um die Spannung konstant aufrechterhalten zu können, denn erst nach und nach macht Sinn, was anfangs überhaupt nicht einleuchten möchte.
 
 
last-shift-bild-2
 
 
Kein Film für schreckhafte Gemüter. PAYMON – THE KING OF HELL, so wie LAST SHIFT in England vermarktet wird, bietet nicht nur atmosphärisches Gruseln nach allen Regeln der Kunst. Dieser Streifen zeigt, dass die eigentliche Geheimzutat eines jedes Geisterfilms seine unvorhersehbaren Schreckmomente sind. LAST SHIFT hat einige der makabersten Schocks in petto, welche man zuletzt im Horrorkino zu sehen bekommen hat. Die sitzen tief vor allem oder gerade wegen einem höchst gelungenen Einsatz von unheilvollen Geräuschen in Kombination mit unbequemen Bildern. Letztere sprechen für sich und sorgen im Finale für schnellen Puls, so dass der von den Morden eines gewissen CHARLES MANSON inspirierte Ausflug ins Horrorgenre länger nachwirkt, als man es anfangs vermutlich erwartet hätte.
 
 
last-shift-bild-4
 
 


 
 
 

LAST SHIFT – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
ASSAULT – ANSCHLAG BEI NACHT trifft auf LET US PREY. LAST SHIFT ist ein Lehrfilm in Sachen Angstmacherei, der endlich auch mal wieder für Gänsehaut und schnelleren Puls sorgt. Demnach bleibt nicht viel zu sagen außer vielleicht, dass LAST SHIFT ein verdammt guter Grusel-Schocker ist, weil Macher und Horrorfan ANTHONY DIBLASI verstanden hat, worauf es im Horrorkino ankommt. Die clever gestrickte Handlung gibt nur spärlich Informationen preis, die Schockmomente haben es in sich und für Freunde blutiger Horrorware gibt es sogar am Ende etwas Rot zu sehen – bitterböse Auflösung inklusive. Eine markerschütternde Geräuschekulisse komplettiert das gelungene Gruselpaket – was will das Horrorherz eigentlich mehr?
 
 


 
 
 

LAST SHIFT – Zensur

 
 
 
Anfangs noch sehr zurückhaltend, überschlagen sich im Finale die Ereignisse. Dort gibt es Kopfschüsse zu sehen. Trotz rotem Lebenssaft ist LASH SHIFT jedoch keine Gewaltorgie. Der Streifen lebt hauptsächlich von der ungemütlichen Atmosphäre, die in bedrohliche Bilder eingefangen wird. Der Film hat hierzulande in der ungeschnittenen Fassung eine FSK16 erhalten. Aus irgendeinem Grund wurde aber der rote FSK-Flatschen auf die Blu-ray gedruckt. Vermutlich wegen einigen Werbefilmchen im Bonusmaterial.
 
 
 


 
 
 

LAST SHIFT – Deutsche Blu-ray

 
 
 
last-shift-bluray

(c) I-ON New Media (KeepCase Blu-ray)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Last Shift; USA 2014

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 90 Min.

FSK: Film: FSK16 (ungeschnittene Fassung) | wegen Bonusmaterial ist die Blu-ray: Keine Jugendfreigabe

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: 27.01.2017

 

Last Shift [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

LAST SHIFT – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Packshot / Grafiken liegen bei I-ON New Media

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Let us Prey (2014)
 
Raised by Wolves (2014)
 
Children of Sorrow (2012)
 
The Manson Family (2003)
 
Helter Skelter – Die Nacht der langen Messer (1976)
 

Filmkritik: „Raised by Wolves“ (2014)

raised-by-wolfes-2014
 
 
 

RAISED BY WOLVES

Story

 
 
 
Einige Kids wagen sich auf die Ranch eines ehemaligen Sektenanführers, dessen Geist hier scheinbar immer noch sein Unwesen treibt …
 
 
 


 
 
 

RAISED BY WOLVES – Kritik

 
 
 
Auch große Namen hinter Filmprojekten müssen nicht gleichzeitig Qualität bedeuten. Manchmal können auch Regisseure Filme vermasseln, die eigentlich bisher immer sehenswerte Horror-Hits in die Heimkinos gebracht haben. MITCHELL ALTIERI und PHIL FLORES sind im Genre mittlerweile keine Unbekannten mehr. Unter dem Namen BUTCHER BROTHERS ist ihnen vor einigen Jahren mit ihrem Indie-Grusler THE HAMILTONS (2006) ein Überraschungshit gelungen, der sechs Jahre später mit THE THOMPSONS erfolgreich fortgesetzt werden konnte. Für HOLY GHOST PEOPLE wagte MITCHELL ALTIERI im Jahr 2013 den Schritt in die „Selbstständigkeit“ und erhielt für sein Solo-Projekt von Kritikern und Fans nur lobende Worte, so dass der Regisseur darin bekräftigt wurde, noch einmal allein Regie zu führen. RAISED BY WOLVES heißt der filmische Schnellschuss, der vermutlich Beweis dafür ist, dass die BUTCHER BROTHERS erst einmal eine kreative Pause einlegen sollten, um nach guten Ideen für neue Filme zu suchen.
 
Es geht um einige Skater-Kids, die das Abenteuer suchen, weil sie mit ihrer Freizeit nichts anzufangen wissen. Der leere Pool einer verlassenen Ranch soll den ultimativen Kick zum Skateboarden bescheren. Dort hat einst Sektenguru Ernest Plainsong sein Unwesen getrieben und seinen minderjährigen Anhängern eingetrichtert, dass sie angeblich von Dämonen besessen wären. Die wurden paranoid und ermordeten sich gegenseitig. Nun, viele Jahre später scheinen sich die Ereignisse erneut so abzuspielen, wie sie sich in den 70ern zugetragen haben. Mit der Ankunft der neugierigen Teenager geschehen abermals seltsame Dinge auf dem Grundstück des verfallenen Anwesens, die erwartungsgemäß kein gutes Ende nehmen werden. Schnell sind die Körper der Kinder vom Bösen besessen, die sich wie Zombies durch die Flure der morschen Hütte bewegen und Jagd auf Jene veranstalten, die noch nicht vom Bösen infiziert wurden. Mikey (Evan Crooks) hält mit seiner Kamera alles auf Film fest und hat sogar einen Ersatzakku dabei, damit er das Massaker an seinen Freunden am Stück filmen kann.
 
Regisseur MITCHELL ALTIERI bedient sich für seinen RAISED BY WOLVES der momentan beliebten Sekten-Filmwelle, die bereits mit THE SACRAMENT, Apocalyptic und CHILDREN OF SORROW einige ähnliche Vertreter vorzuweisen hat, die in letzter Zeit das Licht der Zelluloid-Welt erblickt haben. Offensichtlich von den Morden der Charles Manson Family inspiriert, hat ALTIERI hier einen eher bescheidenen Beitrag zur zwiespältigen Found-Footage-Thematik geschaffen, der nicht einmal ansatzweise dem gerecht werden kann, was man eigentlich bisher von den BUTCHER BROTHER zu sehen bekommen hat. Viel zu sehr kopiert RAISED BY WOLVES jene Erfolgsformeln, die weitaus bessere „Wackelfilme“ zum Erfolg verholfen haben. Eigenständigkeit ist hier Fehl am Platz, denn das Meiste wirkt in diesem Horrorsüppchen derart lieblos zusammenstibitzt, dass ein frühzeitiges Abschalten vorprogrammiert sein dürfte, schließlich lässt sich ohnehin recht schnell vorausahnen, was den einfältigen Protagonisten am Ende blühen wird. Die gehören zu jenen unsympathischen Zeitgenossen, denen man ohnehin das grausame Ausradieren wünscht, ist es dem Zuschauer aufgrund der nicht vorhandenen Identifikationsfiguren ohnehin kaum möglich, überhaupt für einen der Jugendlichen Sympathien zu entwickeln.
 
Konstruiert wirkende Panikmache durch planloses Umhergeirre ist auch in RAISED BY WOLVES Programm. Macher MITCHELL ALTIERI lässt die Kamera nie zur Ruhe kommen, die permanent damit beschäftigt ist, möglichst viele verzerrte Einstellungen zu zeigen, damit dem Zuschauer ganz schnell der Geduldsfaden reißt. Vor allem während der zweiten Filmhälfte wird das Nervenkostüm des Filmfans auf eine harte Probe gestellt. ALTIERI verlagert sein Szenario vom Tag in die Nacht und zeigt nur dass, was das Kameralicht preisgibt. Meist ist das jedoch nur Wand und Boden, denn mit fortschreitender Dunkelheit werden auch die Kids panischer, die bald nur noch verschreckt und orientierungslos durch das Gelände flitzen und reichlich zu kreischen haben. Aus Testosteron gesteuerten Jungs werden scheue Angsthasen und zuvor selbstbewusste Kampfamazonen schreien sich um Kopf und Kragen. Förderlich ist das dem Film leider nicht, zumal sich keiner der Protagonisten einige Minuten Zeit nimmt um darüber nachzudenken, wie man der Misere Herr werden könnte. Stattdessen scheint ALTIERI Spaß daran zu haben, mit immer gleichen Schockmomenten erschrecken zu wollen. Die reduzieren sich auf das meist wenig überraschende Erscheinen der dämonisch infizierte Skater-Freunde, die just dann in den Lichtkegel der Kamera stolpern, wenn diese endlich mal zur Ruhe kommt.
 
RAISED BY WOLVES ist kein guter Film. Hier hält der Horrorfan ein austauschbares Found-Footage-Debakel in den Händen, das aufgrund der Masse an ähnlich gestrickter Billig-Ware schnell wieder vergessen sein dürfte. Apropos: Während die männlichen Kollegen leidlich talentiert um ihr Überleben schreien, haben sie immerhin Ahnung vom Skaten. Leider reicht das nicht aus, um RAISED BY WOLVES halbwegs erträglich zu gestalten. Demnach sollten sich nur Fans der Wackelkamera auf diese Ranch wagen. Gegner der Found-Footage-Plage werden nämlich auch an diesem Schüttel-Ausflug rein gar keine Freude haben. Wir haben gewarnt!
 
 
 


 
 
 

RAISED BY WOLVES – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Beliebiges Wackel-Chaos ohne Höhepunkte, das nur von all jenen gesehen werden sollte, die sich jedes Found-Footage-Desaster reinziehen, um mitreden zu können. RAISED BY WOLVES besitzt weder neue Ideen noch gute Effekte, die den Streifen aus der Masse an ähnlichen Filmen hervorstechen lassen könnten. Ganz übel ist im Übrigen (was für eine Überraschung) die Kameraführung, die den Zuschauer mit heftigem Geschüttel scheinbar an den Rand des Wahnsinns treiben will. RAISED BY WOLVES ist überflüssiger Sekte-trifft-auf-Dämonen-Blödsinn, den man getrost im Händlerregal stehen lassen sollte. Daher: Den nächsten Found-Footage-Film, bitte – Schließlich gibt es ja nicht bereits genug solcher Streifen!
 
 
 


 
 
 

RAISED BY WOLVES – Zensur

 
 
 
Außer einigen Kratzern an Bein und Rücken sowie einem Rohr, das sich durch den Körper eines Protagonisten bohrt, gibt es in RAISED BY WOLVES kaum Gewalt zu sehen. Demnach darf man bedenkenlos mit einer ungeschnittenen FSK16 rechnen.
 
 
 


 
 
 

RAISED BY WOLVES – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Sacrament (2013)

Children of Sorrow (2012)

Apocalyptic (2014)

The Manson Family (2003)

Helter Skelter (2004)

Helter Skelter – Die Nacht der langen Messer (1976)