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Filmkritik: „My Friend Dahmer“ (2017)

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MY FRIEND DAHMER

Story

 
 
 

Außenseiterdasein, Pubertät und Probleme im Elternhaus. Auch Serienmörder – wie Jeffrey Dahmer – mussten sie einmal durchleben: die Jugend.

 
 
 


 
 
 

MY FRIEND DAHMER – Kritik

 
 
 
Ein neuer Trend im Horror-Genre ist die Erforschung von Jugendjahren bekannter Horror-Ikonen. So sind schon lange nicht mehr nur Fortsetzungen beliebter Horror-Reihen eine sichere Bank. Auch sogenannte Prequels – also Vorgeschichten – haben sich in den letzten Jahren zu einer lukrativen Geldeinnahmequelle entwickelt, sobald man mit Fortsetzungen nicht mehr weiterkommt. Hierbei immer wieder gern verfilmt: die Kindheit gerissener Filmkiller. So musste nicht nur der Mythos LEATHERFACE für den schnellen Dollar genauer unter die Lupe genommen werden. Auch die Jugendjahre von Killer-Kollegen MICHAEL MEYERS oder NORMAN BATES füllten die Bankkonten profitorientierter Studiobosse und nahmen so den legendären Filmbösewichten einen Teil ihres Schreckens. Doch nicht immer muss nur Fiktives genauer ergründet werden. Mit MY FRIEND DAHMER geht es einem an den Kragen, der tatsächlich gelebt hat. Wie es der Titel des Films bereits vermuten lässt, dreht sich in diesem Streifen alles um einen der grausamsten Serienmörder des 20. Jahrhunderts: Jeffrey Dahmer. Der wurde von der Presse auch als „Monster von Milwaukee“ betitelt, weil er zwischen 1978 und 1991 siebzehn Männer ermordete, vergewaltigte und teilweise sogar aufgegessen hatte. Doch Dahmer wurde nicht als Killer geboren. Der folgende Film behandelt einen unbekannten Teil von Dahmers Leben. Rückten alle bisher erschienen Filme in erster Linie die Taten des Mörders in den Fokus, geht es dieser Film etwas anders an. MY FRIEND DAHMER erzählt von der Highschool-Zeit des späteren Serienkillers. Ein interessanter Blickwinkel, um vielleicht einige Ursachen seiner Taten verstehen zu können.
 
 
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Amerika in den 1970ern: Der Teenager Jeffrey Dahmer ist schon ein komischer Kauz. Der beschäftigt sich lieber mit überfahrenen Tieren, die er sammelt und in Säure einlegt, statt sich mit Gleichaltrigen auszutauschen. In der Schule nimmt kaum jemand Notiz von ihm, bis er unter viel Gelächter seltsame Ticks inszeniert und so die Aufmerksamkeit auf sich lenkt. Plötzlich verwandelt sich Dahmer vom Niemand zum Pausenclown. Dessen komödiantische Gabe erkennt auch Mitschüler John Backderf, der kurzum den Dahmer-Fanclub gründet und den Sonderling zu komischen Taten anstiftet. Doch Dahmer hat Sorgen – große Sorgen. Die Eltern liegen im ständigen Streit und auch die Sexualität des einsamen Teenagers bereitet Probleme. Da kommt der neue Freund „Alkohol“ gerade recht. Leider führt der den desorientierten Jugendlichen genau in den Abgrund.
 
 
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Bevor falsche Erwartungen geschürt werden: MY FRIEND DAHMER ist kein reißerischer Schocker über die Taten des berüchtigten Serienkillers. Wer Blut und Gewalt sucht, ist hier an der falschen Adresse. Der Film rückt nicht die Bestie „Dahmer“ in den Mittelpunkt, sondern untersucht den Mensch dahinter. Dafür stand die Graphic Novel „My Friend Dahmer“ Pate, die von einem Schulfreund Dahmers gezeichnet wurde, der zu Schulzeiten mit dem Eigenbrötler gemeinsam die Bank drückte. Nachdem die Taten des Serienkillers durch die Medien gingen und Dahmer 1994 von einem Mithäftling getötet wurde, begann Schulfreund JOHN BACKDERF Material zu sammeln und seine Begegnungen mit dem Sonderling zu Papier zu bringen. Dabei entstanden Kurzgeschichten, die nicht die Taten des Mörders in den Fokus rücken sollten. Stattdessen analysierte der talentierte Comicautor die Probleme und Sorgen mit denen Dahmer in der Schule und Elternhaus zu kämpfen hatte. Das Resultat entpuppte sich als traurige und erschreckende Charakterstudie eines einsamen Heranwachsenden, die mehrfach Auszeichnungen erhielt. Auf genau jenen Bildergeschichten basiert nun der hier vorliegende Film, der weit tiefgründiger ausgefallen ist, als erwartet.
 
 
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So hat man für die Rolle des jungen Jeffrey Dahmer jemanden gefunden, der wohl sein Image als Kinderstar loswerden wollte. ROSS LYNCH machte sich vor allem mit Auftritten in bekannten Disney-Produktionen einen Namen. Offenbar war ihm leichte Unterhaltung auf Dauer zu wenig, weshalb er mit der Hauptrolle in MY FRIEND DAHMER einen mutigen Richtungswechsel antritt, der ihm außerordentlich gut steht. Der haucht der Rolle des Jeffrey Dahmer eine gewisse Menschlichkeit ein und verdeutlicht dem Zuschauer eindrücklich, was für ein bemitleidenswerter Mensch der spätere Serienkiller tatsächlich war. Seine Verkörperung des wortkargen Sonderlings mutet unheimlich an, faszinierend aber zugleich. Das macht MY FRIEND DAHMER vor allem bei denen interessant, die sich weniger mit Taten sondern eher mit der Psyche fehlgeleiteter Menschen auseinandersetzen wollen. Regisseur MARC MEYERS dämonisiert seinen Filmhelden nicht. Stattdessen kümmert er sich behutsam um seine Filmfigur und studiert sie ausführlich, ohne zwangsläufig ihre Taten zu beurteilen. Das macht die filmische Umsetzung der Graphic Novel besonders, weil man mit dem Namen „Jeffrey Dahmer“ wohl etwas ganz anderes erwartet hat, als es der Film zu vermitteln versucht. Sehenswert!
 
 
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MY FRIEND DAHMER – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Mehr Drama, statt Horror. Beunruhigende und deprimierende Charakterstudie, die niemanden kalt lässt. MY FRIEND DAHMER geht das Thema „Jeffrey Dahmer“ vollkommen anders an. Normalerweise erwartet man hier eine detaillierte und reißerische Ausschlachtung der Taten des berüchtigten Serienmörders. Aber Regisseur MARC MEYERS macht alles anders. Der betrachtet die Jugendjahre des Einzelgängers und versucht damit dem Zuschauer nahezubringen, was für ein desorientierter und verunsicherter Mensch Jeffrey Dahmer wirklich war. Statt die „Bestie“ Dahmer zu analysieren, betrachtet der Filmemacher den „Mensch“ Dahmer mit all seinen Ängsten, Sorgen und Problemen. Damit nimmt dieser Streifen eine Sonderstellung in der Reihe an Verfilmungen über den Serientäter ein. MY FRIEND DAHMER ist ein interessantes und vor allem unkonventionelles Filmprojekt, das neugierigen Cineasten ans Herz gelegt sei. Ein Geheimtipp, der auch bei Filmfestivals wegen des anderen Umgangs mit dem kontroversen Thema „Dahmer“ gelobt wurde.
 
 
 


 
 
 

MY FRIEND DAHMER – Zensur

 
 
 
MY FRIEND DAHMER hat keine Gewaltmomente zu bieten. Es gibt einige tote Tiere zu sehen, die der Antiheld von der Straße kratzt und in Säure einlegt. Eigentlich wäre der Film daher ein sicherer FSKL12-Kandidat. Wegen des kontroversen Zusammenhangs mit dem Serienmörder Jeffrey Dahmer dürfte der Film aber eine FSK16 erhalten.
 
 
 


 
 
 

MY FRIEND DAHMER – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei FilmRise)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Enter the Dangerous Mind (2013)

Hemorrhage (2012)

Simon Killer (2012)

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Filmkritik: „Hellraiser: Judgment“ (2018)

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HELLRAISER: JUDGMENT

(HELLRAISER 10)

Story

 
 
 

Drei Police Officer kommen einem grausamen Killer auf die Spur. Doch je weiter die Ermittlungen voranschreiten, umso gefährlicher wird es für die gründlichen Gesetzeshüter.

 
 
 


 
 
 

HELLRAISER: JUDGMENT – Kritik

 
 
 
Manche Filmmonster sind einfach nicht totzukriegen. Die kommen wieder und wieder, weil es die Horrorfilmfans wollen. Es gibt aber auch Filmbösewichte, die kommen wieder und wieder, weil es Studiobosse möchten. Letzteres dürfte wohl auf die Filme mit Kultfigur Pinhead zutreffen, die neben den Killerkollegen Chucky, Michael Myers und Freddy Krueger zu den wichtigsten Kreaturen gehört, die das Horror-Genre hervorgebracht hat. Doch leider tritt man seit Jahren das Höllenmonster mit Füßen. Was 1987 mit Raffinesse, Kreativität und Herzblut ins Leben gerufen wurde, ist längst nicht mehr das was es mal war. Das Hellraiser-Franchise wurde skrupellos ausgebeutet und seinem Schrecken beraubt. Grund hierfür sind schlechte Fortsetzungen, die oft kaum noch etwas mit dem eigentlichen Konzept der Filmreihe zu tun haben. Und so kam, was kommen musste. Statt die Geschichten rund um die Kreaturen der Hölle im Kino weiterzuspinnen, verbannt man die Zenobiten auf den Videomarkt, wo die von CLIVE BARKER ins Leben gerufenen Horror-Monster mittlerweile Dauergast sind.
 
 
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Der groß als Comeback bezeichnete zehnte Film mit dem Titel HELLRAISER: JUDGMENT stellt da freilich keine Ausnahme dar. Der erscheint nun sieben Jahre nachdem man mit HELLRAISER: REVELATIONS den bis dato schlechtesten Teil der gesamten Reihe veröffentlicht hatte. Fans sei aber versichert: Film Nr. 10 ist besser – aber auch nicht besonders gut. Wieder einmal tritt man in altbewährte Fußstapfen. Statt was Hochwertiges fürs Kino zu drehen, produzierte man direkt für den Videomarkt. Somit folgte man gleicher Vermarktungsstrategie, die offenbar schon bei den letzten fünf Fortsetzungen funktioniert hat. Die wurden mit schmalem Budget fürs Heimkino gedreht, was man den meisten dieser Filme auch ansah. Geändert hat sich seither nichts. Kleines Kapital stand nämlich auch für den mittlerweile zehnten Film der Hellraiser-Saga zur Verfügung. Mit gerade einmal 500.000 US-Dollar musste man haushalten, was angesichts der komplexen Bilderwucht eine Lachnummer ist, mit der zumindest die ersten beiden Filme im Kino noch beeindrucken konnten. Dass bei so wenigen Dollar Enttäuschungen vorprogrammiert sein dürften, liegt auf der Hand. Und in der Tat: Enttäuschungen bleiben nicht aus, ist doch HELLRAISER: JUDGMENT weit weg von dem, was sich Fans seit Jahren wünschen. Schnell abgedreht und ins Wohnzimmer gebracht. Da klingelt höchstens das Bankkonto raffgieriger Studiobosse.
 
 
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Die Story zu HELLRAISER: JUDGMENT ist überschaubar und hält erst zum Ende hin Überraschungen parat. Im Grunde genommen geht es um drei Police Officer, die es mit mysteriösen Morden zu tun bekommen. Diese scheinen einen religiösen Hintergrund zu besitzen, stehen doch die grausamen Verstümmelungen mit Versen aus der Bibel in Zusammenhang. Doch die Suche nach dem Täter führt zu keinem Erfolg. Bis man Bekanntschaft mit Zenobiten macht – jene Kreaturen der Hölle, die in nahezu jedem Hellraiser-Film das Highlight sind. Horrorfilmkenner wissen, dass diese Zeitgenossen weder Spaß noch Erbarmen kennen. Einmal in deren Fängen gelandet, gibt es kein Entkommen mehr. Auch die Polizisten schauen dumm aus der Wäsche, als sie plötzlich mit einem seltsamen Spielwürfel hantieren und so das Tor zur Hölle öffnen. Ihnen droht ein blutiger Denkzettel.
 
 
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Eigentlich sollte HELLRAISER: JUDGMENT bereits 2017 veröffentlicht werden, da die Hellraiser-Reihe in jenem Jahr ihren 30. Geburtstag feierte. Offenbar wurde man nicht rechtzeitig fertig und verschob das Sequel um wenige Monate. Die kleine Schonfrist hat dem zehnten Film nicht sonderlich gut getan, denn HELLRAISER: JUDGMENT bleibt weit hinter den Möglichkeiten. Lieblos wurde gedreht, was angesichts der Produktionsgeschichte kein Wunder ist. Böse Zungen behaupten nämlich, dass HELLRAISER: JUDGMENT gefertigt werden musste, damit das Produktionsstudio DIMENSION FILM die Rechte am Franchise behalten kann. Ganz abwegig sind die Gerüchte nicht, denn der hier besprochene Film wirkt hastig und eher zweckmäßig zusammengeschustert. Die Kulisse ist minimalistisch, die Splatter-Szenen überschaubar und der günstige Videolook tut sein Übriges. Wirklich Spaß macht HELLRAISER: JUDGMENT wenig, denn sonderlich viel Spannung will nicht aufkommen. Das liegt vor allem auch daran, weil der Verlauf der Geschichte – zumindest für Kenner der Filmreihe – vorhersehbar ist. So stoßen die ermittelnden Polizisten am Ende auf Kreaturen des Hellraiser-Universums und müssen um ihr Leben bangen. Hier liegt die eigentliche Stärke. Offenbar floss das ganze Produktionsbudget in das Design der Kreaturen. Da hat man viel Herzblut walten lassen, um die grotesken Masken möglich detailverliebt in Szene zu setzen. Doch die können HELLRAISER: JUDGMENT nicht vor dem Untergang retten, denn immer wieder stellt sich die Frage, was das wirre Aneinanderfügen von Versatzstücken aus Filmen wie RESURRECTION, SAW und auch SIEBEN überhaupt noch mit ursprünglichen HELLRAISER zu tun hat? Der Schöpfer dieser Welten dürfte da vermutlich ebenso ratlos sein, wie die meisten seiner Fans. Autor CLIVE BARKER schuf mit HELLRAISER – DAS TOR ZUR HÖLLE einen der wichtigsten Vertreter modernen Horrorkinos, der wegen ekligen Spezialeffekten und sonderbaren Filmmonstern Kinogeschichte schrieb. Im Gegensatz zum Kultfilm ist der zehnte Teil ein laues Lüftchen. Vollkommen überflüssig.
 
 
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HELLRAISER: JUDGMENT – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Hellraiser auf Sparflamme! Ein Mix aus RESURRECTION, SAW und SIEBEN, dem es aber an kreativen Albtraum-Szenarien mangelt, die einst CLIVE BARKER mit HELLRAISER auf die Leinwand gebracht hatte. Was in HELLRAISER: JUDGMENT gezeigt wird, ist äußerst dürftig. Viel Substanz hat der Streifen leider nicht zu bieten. Ein paar Monster hier, eine konstruiert wirkende Serienkiller-Story da und am Ende ein paar Blutmomente – mit mehr darf sich die neuste Hellraiser-Fortsetzung nicht zufriedengeben. Man merkt dem Film an, dass er schnell notdürftig und zügig abgedreht werden musste. Viel Zeit und vor allem Budget stand nicht zu Verfügung. Ein Schelm wer da denkt, dass hier aus irgendeinem Grund irgendwas gedreht werden musste. Einzig die gut entworfenen Filmmonster bleiben in Erinnerung. Da fragt man sich doch glatt, was das Low-Budget-Theater soll. Warum kein Remake mit mehr Budget für die große Leinwand, um einen Neuanfang zu starten? Seit Jahren fristet die bekannte Horror-Reihe ein jämmerliches Video-Markt-Dasein und hat dem beliebten Franchise mit billigen Fortsetzungen die Ernsthaftigkeit geraubt. HELLRAISER: JUDGMENT tritt da in die gleichen Fußstapfen. Da bekommen Fans das kalte Grausen. Übrigens ist diesmal DOUG BRADLEY nicht in seiner Paraderolle des „Nagelkopfes“ zu sehen. Der verkörperte in acht Filmen den kultigen „Pinhead“, wurde danach aber kein weiteres Mal verpflichtet. Der zehnte Film der langlebigen Filmserie muss auch ohne Bradley auskommen. Allein dessen schon ist HELLRAISER: JUDGMENT eine Enttäuschung – auch wenn Schauspieler PAUL T. TAYLOR in der Rolle des Filmmonsters Herrn Bradley zum Verwechseln ähnlich sieht. Nur Original ist legal!
 
 
 


 
 
 

HELLRAISER: JUDGMENT – Zensur

 
 
 
HELLRAISER: JUDGMENT ist keine Splatter-Granate. Es geht überraschend zurückhaltend zu. Demzufolge steigt der zehnte Teil in die gleichen Fußstapfen, wie alle bisherigen Video-Fortsetzungen der Reihe. Es gibt einige kurze Gewaltmomente zu bestaunen, die aber hauptsächlich im Finale zelebriert werden. Hier gibt es auch eine Hommage an den ersten Hellraiser-Film zu sehen. Einer Filmfigur wird das Gesicht mit Ketten auseinandergerissen. Ansonsten reduziert sich HELLRAISER: JUDGMENT auf einige surreale Filmsequenzen in denen dem Treiben der Zenobiten beigewohnt wird. Weiterhin sieht man verstümmelte Leichen, die von den Höllenkreaturen übel zugerichtet wurden. Mit etwas Glück dürfte der hier besprochene Streifen mit einer FSK16 passieren. Wer’s deftig mag, wird daher enttäuscht werden.
 
 
 


 
 
 

HELLRAISER: JUDGMENT – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Lionsgate Home Entertainment | Dimension Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Hellraiser V: Inferno (2000)
 
Sieben (1995)
 
Resurrection – Die Auferstehung (1999)
 
Der Knochenjäger (1995)
 
Tattoo (2002)
 
8mm – Acht Millimeter (1999)
 


Filmkritik: „Tragedy Girls“ (2017)

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TRAGEDY GIRLS

Story

 
 
 
Zwei Mädchen gehen für mehr Likes und Fans über Leichen. Um den eigenen Internet-Blog zum Laufen zu bringen, wird man selbst zum Mörder.

 
 
 


 
 
 

TRAGEDY GIRLS – Kritik

 
 
 
Die Macht der Selbstinszenierung: Social Media. Was noch vor einigen Jahren als harmlose Möglichkeit gedient hat, um sich mit Freunden zu vernetzen und mit ihnen zu kommunizieren, dient mittlerweile ganz anderem Zweck. Schon lange nicht mehr geht es auf Plattformen wie Facebook, Instagram und Konsorten darum, mit Freunden in Kontakt zu bleiben oder an deren Leben teilzuhaben. Wer heute im Gespräch bleiben möchte oder auffallen will, muss sich inszenieren – möglichst oft und ausreichend. Daher hat seit einiger Zeit ein regelrechter Run nach Followern, Likes und Shares im Internet begonnen, der nicht selten absurde Ausmaße erreicht. Auch der folgende TRAGEDY GIRLS setzt sich mit der Gier nach Anerkennung im Web auseinander, betrachtet die Thematik aber mit einem Augenzwinkern. Das Resultat entpuppt sich als schwarze Horror-Satire, die genau jene Geltungssucht an den Pranger stellt, aber dennoch Spaß bereitet. Dafür sorgen lockere Sprüche, attraktive Hauptdarstellerinnen und knackige Morde. Slasher-Fans wird’s freuen.
 
 
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Das Kleinstädtchen Rosedale hat seit einiger Zeit mit blutigen Morden zu kämpfen. Immer wieder werden ermordete Schüler gefunden, die übel zugerichtet vor allem den örtlichen Sheriff vor Rätsel stellen. Doch zwei Teenager wissen mehr. Die führen einen kleinen Internet-Blog in der Freizeit und berichten darauf über die schrecklichen Ereignisse. Leider halten sich Leserzahlen in Grenzen, was Sadie (BRIANNA HILDEBRAND) und McKayla (ALEXANDRA SHIPP) auf eine Idee bringt. Sie stellen Recherchen an und kommen dem Killer auf die Schliche. Der wird überwältigt, an einen Stuhl gebunden und fortan mit Hundefutter gefüttert. Doch statt das Böse der Polizei auszuhändigen, haben die Mädchen andere Pläne. Sie übernehmen einfach den Job des High-School-Mörders, bringen unbeliebte Mitschüler um die Ecke und haben so Neuigkeiten für Ihren Blog, um exklusiv berichten zu können. Doch die Sucht nach Likes und Fans hat auch so seine Schattenseiten. Zwar verzeichnet der „Tragedy Girls“-Blog schon bald hohe Zugriffszahlen, doch zwischen den Betreiberinnen kommt es zu Differenzen. Ob das perfide Spiel auffliegen wird?
 
 
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Alles etwas anders. TRAGEDY GIRLS ist zwar im Slasher-Genre beheimatet, geht die Sache jedoch frischer an. Statt die ewig gleiche Geschichte vom rastlosen Killer zu erzählen, der bestialisch Menschen ermordet und am Ende entlarvt wird, versucht TRAGEDY GIRLS frischen Wind ins angestaubte Schlitzer-Fach zu bringen. Bekannte Verläufe werden umgekrempelt. Zudem wird beinahe ungeniert mit Stereotypen und Klischees gespielt. So wird die Identität des Killers bereits zu Beginn gelüftet und das für Slasher typische Bluttreiben ins Absurdum getrieben. Wohl einer der Gründe, warum sich Regisseur TYLER MACINTYRE zum Projekt überreden lies. Der hatte zuvor die Horrorkomödie PATCHWORK gedreht, war aber über den Vorschlag als nächstes einen Slasher zu drehen alles andere als erfreut. Als man ihm aber erklärte, dass sich dieser Streifen vom grauen Rest abheben würde, las er das Drehbuch und war Feuer und Flamme. In der Tat verleibt TRAGEDY GIRLS dem totgefilmten Slasher neues Leben ein und geht so quasi gleichen Weg, wie der leider 2015 verstorbene WES CRAVEN mit dem Meta-Horror SCREAM. Statt neu aufzuwärmen und damit zu langweilen, persifliert man das Slasher-Genre und nimmt dessen Klischees und Abläufe aufs Korn. TRAGEDY GIRLS strotzt nur so vor Metakniffen auf das Slasher-Subgenre und unterhält Horrorfilm-Kenner mit teils überdeutlichen Genre-Verweisen. So werden bekannte Szenen aus Filmen wie HALLOWEEN, PROM NIGHT oder CARRIE zitiert – liebevoll und überzeichnet. Offenbar waren da selbst leidenschaftliche Fans bei der Arbeit. Anders lassen sich die vielen Verweise, Doppeldeutigkeiten und Insider-Gags nicht erklären, die sich wie eine Linie durch das Drehbuch des Films ziehen. TRAGEDY GIRLS ist ein Film von Slasher- für Slasherfans. Das ist unverkennbar. Der Film ist witzig, blutig und weit weg von den monotonen Abläufen mit denen der Slasherfilm seit Jahrzehnten zu kämpfen hat. Aufgrund dessen dürfte das Herz eines jeden Fans besagten Genres schneller schlagen und das nicht ohne Grund. TRAGEDY GIRLS ist eine clevere Splatter-Komödie, die Kultpotenzial besitzt. Da kann man nur hoffen, dass das Beispiel Schule macht und sich endlich mal Filmemacher daran machen, bekannte Genre-Formeln zu überdenken. Slasher so wie sie seit den Anfängen auch heute noch gedreht werden, will niemand mehr sehen. Neuerungen und Abwechslung tun Not. Daher weisen Filme wie SCREAM, FINAL GIRLS und auch TRAGEDY GIRLS den richtigen Weg. Unbedingt mehr davon.
 
 
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TRAGEDY GIRLS – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Sexy, rabenschwarz und blutig – TRAGEDY GIRLS ist einer der besten Slasher der letzten Jahre. Der Grund hierfür ist ganz einfach. Regisseur TYLER MACINTYRE will mit seiner Horror-Satire nicht neu aufzuwärmen. Stattdessen bereichert er das angestaubte Slasher-Genre mit neuen Ideen und nimmt sich dabei nicht immer bierernst. Bekannte Abläufe und auch Klischees werden aufs Korn genommen. Das macht aus dem cleveren Meta-Slasher eine schwer unterhaltsame Angelegenheit, vor allem auch deshalb, weil TRAGEDY GIRLS andere Wege geht. Der Film will nicht ausschließlich dumme Teenager zeigen, die – wie im Slasher üblich – möglichst grausam zur Strecke gebracht werden. Der Streifen ist auch an einer Botschaft interessiert – für einen Slasher doch irgendwie unüblich. So wird hier die Geilheit nach Sensationsgier ebenfalls an den Pranger gestellt, wie die Sucht nach Geltungsgier im Internet. Wer daher Abwechslung benötigt und fernab bekannter Genre-Pfade wandeln möchte, ist mit TRAGEDY GIRLS gut beraten. Ein überraschender Partyslasher vor dem Herrn – Kultpotenzial inklusive! Die vielen positiven Stimmen auf einschlägigen Filmfestivals sprechen für sich. Wir können die hervorragende Resonanz nur bestätigen.
 
 
 


 
 
 

TRAGEDY GIRLS – Zensur

 
 
 
TRAGEDY GIRLS ist zwar eine Komödie, aber einige Gewaltszenen haben es in sich. So fällt ein Kopf auf eine Kreissäge und Macheten bohren sich durch Körper. Weiterhin zermatscht ein herabfallendes Gewicht den Schädel eines Fitnessraumnutzers und einer Filmfigur wird die Kehle aufgeschlitzt. Mit etwas Glück gibt es wegen dem humoristischen Unterton eine FSK16.
 
 
 


 
 
 

TRAGEDY GIRLS – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Gunpowder & Sky)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Detention – Nachsitzen kann tödlich sein (2011)
 
Final Girls (2015)
 
Scream – Schrei! (1996)
 
Heathers (1988)
 


Filmkritik: „Desolation“ (2017)

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DESOLATION

Story

 
 
 
Eine Mutter muss sich mit ihrem Sohn gegen einen Psychopathen zur Wehr setzen, der ihnen in der Wildnis nach dem Leben trachtet.

 
 
 


 
 
 

DESOLATION – Kritik

 
 
 
Ein weiterer Horrorthriller, der zumindest in Amerika vom Label IFC MIDNIGHT vertrieben wird. Erfahrene Horrorkenner wissen, was sie da zu erwarten haben. Der amerikanische Filmverleih hat sich nämlich auf sehenswerte Genre-Produktionen aus dem Indie-Sektor spezialisiert, die auch gern mal auf einschlägigen Filmfestivals mit Preisen überschüttet werden. Diesmal hatte man aber leider kein Glück bei der Filmauswahl. DESOLATION wirbt zwar mit verheißungsvollem Retro-Poster, ist aber ein waschechter Rohrkrepierer, den man besser meidet, um sich nicht den Tag verderben zu lassen. Doch der Fehlschlag ist keine Überraschung. DESOLATION entpuppt sich nämlich als Debütwerk eines Regisseurs, der sich zuvor als Produktionsassistent an so Filmen wie THE CALL, THE PURGE oder THE DARKNESS verdient gemacht hat. Wer öfter FILMCHECKER liest weiß, dass die ersten Gehversuche ambitionierter Regisseure nur selten glücken. Das ist auch bei DESOLATION der Fall, der kaum Eigenständigkeit besitzt und Unerfahrenheit im Regiefach an den Tag legt. Vielleicht wird’s beim nächsten Film besser. DESOLATION zumindest ist schwach und kaum der Rede wert, denn hier wird der Begriff „Langsamkeit“ zu ernst genommen. Für Survival-Horror der Todesstoß.
 
 
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Manchmal ist es besser auf die eigenen Kinder zu hören, auch wenn sie erst 13 Jahre alt sind. Zumindest hat der kleine Sam das Gefühl, dass ihn seine Mutter gern mal wie ein kleines Kind behandelt. Beide wollen zusammen mit der besten Freundin der Mutter einen Ausflug in die Berge unternehmen, um dort die Asche des verstorbenen Vaters zu verstreuen. Doch der Ausflug wird für alle zur emotionalen aber auch gefährlichen Gratwanderung. Sie werden nämlich schon bald von einem mysteriösen Fremden mit Sonnenbrille verfolgt, der offenbar nichts Gutes im Schilde führt. Für die Frauen ein Albtraum. Die verfallen in Panik und werden zu leichter Beute. Gut, dass Sam einen kühlen Kopf bewahrt. Der weiß wie man sich in einer solchen Situation verhalten muss und nimmt es mit dem personifizierten Bösen auf.
 
 
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DESOLATION hat nicht viel, um das Interesse des Zuschauers für sich beanspruchen zu können. Die Geschichte ist schnell erzählt und deren Ausgang bereits früh ersichtlich. Drei Protagonisten irren im Wald umher und werden von einem Fremden terrorisiert. Das klingt nach einer weiteren Variation von BEIM STERBEN IST JEDER DER ERSTE, ist aber bei genauerer Betrachtung ein ermüdender Überlebenstrip auf den man getrost verzichten kann. Dabei hat der Mix aus Drama und Survival-Horror ein großes Problem: Er nimmt sich zu viel Zeit für Nebensächlichkeiten. So wird in DESOLATION zu viel über verletztes Seelenheil und Familienprobleme geschnattert, was dahingehend unnötig ist, weil die Figuren – trotz Entwicklung – dennoch fad und langweilig bleiben. Die eigentliche Überlebenshatz erhält daher nur wenig Aufmerksamkeit und wird in den letzten fünfzehn Minuten per Eiltempo abgehandelt. Dort erst gewinnt DESOLATION an Fahrt und erwacht aus seinem Dornröschenschlaf. Ob das aber Zuschauer interessieren wird, bleibt fraglich. Weil das Angebot an besseren Filmen riesig ist und der Horrorfilmmarkt weitaus deftigere Schocker bereithält, dürften die meisten Horrorfans bereits frühzeitig abgeschalten und einen anderen Horrorstreifen gestartet haben. Manch Filmemacher sollte daher Publikumswünsche genauer analysieren, um in Erfahrung bringen zu können, was Zuschauer denn von einem Horrorfilm erwarten. Mit langweilig inszenierten Gurken und den ewig gleichen und unoriginellen Geschichten macht man sich keine Freunde.
 
 
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DESOLATION – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Perfides Katz- und Mausspiel. DESOLATION ist trotz hinterlistiger Story nur ein weiterer, banaler Survival-Horror, der den Zuschauer müde macht, statt ihn zu schockieren. DESOLATION macht zwar mit reißerischem Poster neugierig, das an das Exploitationkino der 1970er erinnert. Doch von den harten Horrorthrillern dieser Zeit ist dieser Schnarcher weit entfernt. Wer daher Einschlafprobleme besitzt, sollte sich diesen Horrorthriller verschreiben lassen. Es muss nicht immer die Chemiekeule sein. Schlechte und langweilige Filme können ebenso Wunder bewirken. Wir wünschen friedliche Träume.
 
 
 


 
 
 

DESOLATION – Zensur

 
 
 
Sonderlich brutal ist DESOLATION nicht. Erst in den letzten 20 Minuten fließt etwas Lebenssaft. Zu sehen gibt es eine ausgeweidete Leiche, ein Taschenmesser wird in eine Ferse gestochen und ein Zahn gezogen. Hierzulande dürfte der Streifen ohne Probleme eine FSK erhalten.
 
 
 


 
 
 

DESOLATION – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei IFC Midnight)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Killing Ground (2016)
 
Carnage Park (2016)
 
The Mooring (2012)
 
Quarries (2016)
 
Preservation (2014)
 
Beim Sterben ist jeder der Erste (1972)
 


Filmkritik: „Never Hike Alone“ (2017)

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NEVER HIKE ALONE

Story

 
 
 

Blogger Kyle McLeod wandelt auf den Spuren des Kultkillers JASON VOORHEES und trifft dabei schnell auf den Antihelden höchstpersönlich. Mit blutigen Folgen.

 
 
 


 
 
 

NEVER HIKE ALONE – Kritik

 
 
 
Was Fans nicht alles für ihre Lieblings-Horrorfilmhelden tun. Die werden gern mal vergöttert wie richtige Stars, obwohl es eigentlich fiktive Figuren sind, die von irgendwelche Drehbuchschreibern und Tricktechnikern zum Leben erweckt wurden. Da werden nicht selten regelrechte Filmaltare im heimischen DVD-Regal gebaut, sich verkleidet wie der kultige Antiheld oder auch mal gern selbst zur Kamera gegriffen. Letzteres hat auch VINCENTE DISANTI gemacht. Der scheint ein großer Verfechter der wohl beliebtesten Slasher-Reihe der Welt zu sein und hat sich mit einem selbst gedrehten Fanfilm ein Denkmal gesetzt. Die Rede ist von NEVER HIKE ALONE – einem Horrorfilm, der durch Crowdfunding finanziert wurde und die legendäre FREITAG DER 13.-Filmserie rund um Kult-Killer JASON VOORHEES weiterspinnt. Entstanden ist professionelles Filmmaterial, das so souverän inszeniert wurde, dass man meinen könnte NEVER HIKE ALONE sei wirklich ein weiterer Ableger des Camp-Gemetzels, der vom tatsächlichen Rechteinhaber in Auftrag gegeben wurde. Leider scheint Filmstudio PARAMOUNT PICTURES nach dem finanziellen Flop RINGS kein sonderlich großes Interesse mehr am Franchise zu besitzen. Jegliche Pläne für Fortsetzungen wurden aufs Eis gelegt, obwohl Anhänger der Reihe sehnlichst auf ein neues Sequel warten. Umso mehr dürfte es FREITAG DER 13.-Fans freuen, was hier mit viel Herzblut entstanden ist. NEVER HIKE ALONE überzeugt durch gute Kameraarbeit, stimmungsvollen Klangteppich und punktgenaue Schocks. Da kann man nur hoffen, dass der Film Anklang findet und die Studiobosse von PARAMOUNT hellhörig macht, damit die Abenteuer rund um den Machete schwingenden Killer JASON in die nächste Runde gehen können.
 
 
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In NEVER HIKE ALONE will sich ein erfolgreicher Vlogger auf eine Erkundungsreise begeben mit dem Ziel das berüchtigte Camp am Crystal Lake zu finden in dem sich in den 1980ern Schauriges zugetragen hat. Dort ist ein ertrunkener Junge von den Toten zurückgekehrt, um den Tod seiner Mutter zu rächen. Dabei tötete er unzählige Jugendliche, die dort im Camp einfach nur Spaß haben wollten. Natürlich findet Kyle McLeod das legendäre Ferienlager nach langer Suche in den Wäldern. Doch er ist da nicht allein. Der Killer mit der Hockey-Maske treibt nämlich dort noch immer sein Unwesen und radiert jeden aus, der das Camp ohne Einladung betritt. Jene Erfahrung muss bald auch Kyle machen. Der trifft auf Serienmörder JASON VOORHEES und muss um sein Leben bangen. Er versucht zu flüchten. Doch die Flucht aus dem Camp ist gar nicht so leicht, wie gedacht. Der unkaputtbare Killer lässt sich nämlich nicht so leicht abschütteln und nimmt die Verfolgung auf. Ob es dem neugierigen Blogger gelingt, lebend zurück in die Zivilisation zu finden? Nach knapp 53 Minuten wird man es wissen.
 
 
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NEVER HIKE ALONE ist ein Film von Fans für Fans der beliebten Filmreihe. Obwohl der Streifen nicht einmal Spielfilmlänge erreicht, entwickelt der Slasher schnell eine bemerkenswerte Dynamik, die es vor allem in den letzten 20 Minuten versteht zu packen. Da erscheint die Horrorfilmikone endlich auf der Mattscheibe und nimmt eine atemstockende Verfolgungsjagd auf, die teilweise schon spannender ist, als einige der älteren Fortsetzungen zusammen. Bis jedoch gemetzelt werden kann, muss auch eine Geschichte erzählt werden. Die fokussiert sich auf die erste halbe Stunde und begleitet Held Kyle auf der Suche durch die Wälder nach dem sagenumwobene Schauer-Camp. Dabei macht Regisseur und Drehbuchautor VINCENTE DISANTI hin und wieder von Found-Footage-Elementen Gebrauch in denen der Hauptdarsteller durch Einsatz einer Handkamera mit dem Zuschauer spricht, um ihm alle wesentlichen Details seiner Suche zu erläutern. Offensichtlich scheint Filmemacher VINCENTE DISANTI die bisher zwölf gedrehten Filme um den Hockeymaskenmörder akribisch analysiert zu haben. Dessen Bewegungen und Gestiken wurden exakt aus den bereits veröffentlichten Filmen entnommen. Auch die Optik des Killers – der übrigens im Film auch kurz ohne Maske gezeigt wird – entspricht haargenau der Vorlage und macht NEVER HIKE ALONE deshalb zu einem Fanfilm, der wegen seiner Professionalität schon fast Kinoqualität erreicht.
 
 
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In Interviews erklärte Regisseur VINCENTE DISANTI, dass ihm die Idee zum Fanfilm ganz nebenbei kam. So baut er ein Jason-Kostüm und wollte davon im Wald einige Fotos machen. Das bereitete offenbar soviel Freude, dass daraus bald mehr wurde. So kam ihm eine Geschichte über einen Wanderer in den Sinn, der fernab der Zivilisation von JASON VOORHEES gejagt werden sollte. Von dieser Idee erzählte er DREW LEIGHTY – einem Produktionsassistenten mit dem er zusammen am Animationsfilm ROCK DOG arbeitete. Auch der war sofort Feuer und Flamme. So kam was kommen musste: Man trommelte ein kleines, ambitioniertes Team zusammen, das in den Wäldern Szenen für einen kleinen Filmtrailer anfertigte, um das Interesse all derer gewinnen zu können, die eine Leidenschaft für die FREITAG DER 13.-Filme besitzen. Das Feedback war überwältigend. Deshalb sammelt man Geld auf KICKSTARTER, um aus dem Trailer einen Fanfilm inszenieren zu können. Das kam schnell zusammen und die Dreharbeiten konnten starten. Der Rest ist Geschichte – das Resultat bemerkenswert.
 
 
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NEVER HIKE ALONE – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Von einem dem es Leid war, vergebens auf eine weitere Fortsetzung von FREITAG DER 13. zu warten. Regisseur VINCENTE DISANTI ist großer JASON VOORHEES-Fan und wollte schon immer mal einen Film über seinen Lieblingskiller machen. Zwar landete er in der Filmindustrie, aber nicht dort, wo es ihm hätte ermöglicht werden können Filme zu drehen. Gleiches Schicksal erlitt auch DREW LEIGHTY. Der wollte sich schon immer mal als Schauspieler ausprobieren, wurde aber letztendlich „nur“ Produktionsassistent. Demzufolge taten sich beide zusammen und erfüllten sich Träume. Der eine machte den Film, den er schon immer mal machen wollte und der andere konnte darin seine Fähigkeiten als Schauspieler unter Beweis stellen. Entstanden ist etwas Großartiges, das vor allem Fans der legendären Filmreihe begeistern wird. Zwar ist NEVER HIKE ALONE nicht ganz so blutig ausgefallen, wie die Originalfilme des Franchise. Dennoch kann sich der professionell gemachte Fanfilm sehen lassen. Billig? Fehlanzeige! NEVER HIKE ALONE hinterlässt einen hochwertigen Eindruck und macht Lust auf mehr. Vielleicht schafft es der Streifen bis hoch in die Chefetage von PARAMOUNT und überzeugt die Studiobosse davon, dass Regisseur VINCENTE DISANTI nicht nur eingeschworener Fanboy ist, sondern auch der richtige Mann auf dem Regiestuhl für eine weitere Fortsetzung der Original-Filmreihe. Talente hat der Freitag-Fan definitiv.
 
 
 


 
 
 

NEVER HIKE ALONE – Zensur

 
 
 
Für einen inoffiziellen FREITAG DER 13.-Film ist der hier besprochene NEVER HIKE ALONE erstaunlich züchtig ausgefallen. Erst gegen Ende kommt etwas Gewalt ins Spiel, die aber nicht sonderlich zeigefreudig ausfällt. Ein Kopf wird von Jason zerquetscht, eine Machete bohrt sich durch Körper und auch Kultkiller Jason wird mit einer Axt bearbeitet. Sollte der Film überhaupt hierzulande erscheinen, dürfte der Slasher problemlos eine FSK16 erhalten.

 
 
 


 
 
 

NEVER HIKE ALONE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen liegen bei Womp Stomp Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Freitag der 13. (1980)
 
Freitag der 13. Teil 2 (1981)
 
Und wieder ist Freitag der 13. (1982)
 
Freitag der 13. – Das letzte Kapitel (1984)
 
Freitag der 13. Teil V – Ein neuer Anfang (1985)
 
Freitag der 13. – Jason lebt (1986)
 
Freitag der 13. – Jason im Blutrausch (1988)
 
Freitag, der 13. (2009)
 


Filmkritik: „Compulsión“ (2017)

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COMPULSIÓN

Story

 
 
 

Eine Ehefrau findet heraus, dass der eigene Gatte ein brutales Doppelleben führt.

 
 
 


 
 
 

COMPULSIÓN – Kritik

 
 
 
ÁLEX DE LA IGLESIA, JAUME BALAGUERÓ und PACO PLAZA – alles namhafte Größen im spanischen Horror-Genre, die wegen herausragendem Gruselfutter auch außerhalb der Landesgrenzen Fans gefunden haben und auch gern mal Filme drehen, die sich nicht zwingend an Konventionen modernen Horrorkinos orientieren. Zu jener Gruppe einflussreicher Filmemacher gesellt sich nun ein weiterer ambitionierter Regisseur dessen Karriere man unbedingt im Auge behalten sollte. Der Grund hierfür: COMPULSIÓN. Mit seinem nicht zimperlichen Spielfilmdebüt hat ÁNGEL GONZÁLEZ MARTÍNEZ gleich mal ins Schwarze getroffen und einen Geheimtipp gedreht, der auf den wenigen Festivals gut ankam, auf denen er bisher gezeigt wurde. So lobten Publikum wie Kritiker den wortkargen Inszenierungsstil und die dadurch resultierende Hochspannung mit der es der spanischen Indie-Produktion gelingt den Zuschauer in den Bann zu ziehen. Das können wir von FILMCHECKER bestätigen. Viel gesprochen wird in COMPULSIÓN freilich nicht. Der Thriller lebt von seinen ungemütlichen Bildern und von der Ungewissheit seiner Hauptdarstellerin. Die bleibt – übrigens wie der Zuschauer – lang im Ungewissen darüber, was in COMPULSIÓN wirklich im Argen liegt. ÁNGEL GONZÁLEZ MARTÍNEZ dreht an der Spannungsschraube und steuert auf ein ungemütliches Finale zu, in dem mal wieder der Geschlechterkampf zum Thema gemacht wird. Der kürzlich hier besprochene HOUNDS OF LOVE lässt grüßen.
 
 
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Die Filmheldin (MARINA ESTEVE) von COMPULSIÓN hat schon seit längerer Zeit Albträume. Die sind nicht unbegründet, quält schon seit Tagen ein Verdacht, der die Beziehung der Eheleute ins Wanken bringt. Gatte Robert (PACO MANZANEDO) ist nämlich verdächtig viel unterwegs, kommt meist spät von der Arbeit und führt des Öfteren geheimnisvolle Telefonate, die Misstrauen schüren. Ist hier etwa ein Ehebrecher am Werk? Um das herauszufinden wird die Liebste zur Privatdetektivin und stellt dem Mann nach. Recherchen führen zu einem abgelegenen Haus, in dem schlimme Dinge passieren. Offenbar frönt Robert perversen Neigungen von denen niemand wissen darf. Kein guter Tag für die besorgte Ehefrau. Die erlebt einen der schlimmsten Tage ihres Lebens und zweifelt bald daran ihren Gatten je gekannt zu haben.
 
 
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Das hier soll Low-Budget sein? Der gerade einmal in zehn Tagen gedrehte COMPULSIÓN schaut für Indie-Verhältnisse bemerkenswert professionell aus und wurde von der Produktionsfirma SCHOCK FILMS produziert, die Regisseur ÁNGEL GONZÁLEZ MARTÍNEZ zusammen mit JOSÉ PASTOR gegründet hat. Der erste Spielfilm aus genannter Produktionsschmiede hält sich nicht lang mit Nebensächlichkeiten oder gar Hintergründe auf. Stattdessen wird der Zuschauer gleich ins Geschehen geworfen und direkt mit dem Holzhammer konfrontiert. Lang gefackelt wird nicht. Ungemütliche Stimmung und Schockwirkung wird über ungeschönte Bilder transportiert, die wegen Dialogarmut gern mal an alte Stummfilme erinnern und den Zuschauer schnell da treffen, wo es besonders wehtut. Doch der raue visuelle Einschlag kommt nicht von ungefähr. Schenkt man Informationen im Internet Glauben, zählen koreanische Thriller und klassische Terrorfilme zu den Haupteinflüssen der Arbeit des spanischen Regie-Newcomers. Letztere haben definitiv Spuren hinterlassen, erinnert COMPULSIÓN doch gern mal an das harte Exploitation-Kino der 1970er, in dem es weder Tabus noch Grenzen gab. Filmemacher ÁNGEL GONZÁLEZ MARTÍNEZ hat scheinbar viele Vertreter genannten Subgenres studiert. Mit einfachen Mitteln bewirkt er schnell eine Atmosphäre schonungslosen Unbehagens und zeigt mit fiesen Gewaltakten, dass er die raue Sprache genannter Filmgattung tadellos beherrscht. COMPULSIÓN fordert nicht nur Figuren im Film psychisch. Auch dem Zuschauer gehen bald die Geschehnisse durch Mark und Bein. Das ist aufgrund des überschaubaren Budgets eine Glanzleistung vor der man seinen Hut ziehen sollte. Deshalb darf man gespannt darauf sein, was der Spanier in Zukunft fabrizieren wird. Im Horrorgenre zumindest fühlt sich ÁNGEL GONZÁLEZ MARTÍNEZ offensichtlich wohl. Weitere Horrorstreifen sind nämlich schon in Planung. Ob die dann auch das Nervenkostüm des Zuschauers überstrapazieren werden? Man kann es nur hoffen.
 
 
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COMPULSIÓN – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Wenn der Gatte ein blutiges Doppelleben führt, wird es ultraspannend, kompromisslos und hart. COMPULSIÓN ist ein kleines Horror-Juwel aus Spanien, der aus wenig viel macht. Mit überschaubaren Mitteln hat hier Regisseur ÁNGEL GONZÁLEZ MARTÍNEZ eine ungemütliche Geschichte verfilmt, die an schonungslose Exploitation-Kracher der 1970er erinnert. Trotz Spielfilmdebüt beweist der spanische Newcomer ein talentiertes Händchen für Spannungsbau und Schockwirkung. Grundvoraussetzung für Horror, der im Gedächtnis bleibt. COMPULSIÓN ist ein Survival-Thriller, der vermutlich auch wegen seiner kurzen Laufzeit kaum Längen besitzt. Das Resultat kann sich sehen lassen. Der spanische Genre-Beitrag ist packend, hart und gut gespielt. Ob da jemand in die gleichen Fußstapfen treten wird, wie mach bekannter Filmemacher aus Frankreich? Einige derer haben in den 2000ern harte Terrorfilme gemacht und drehen seither erfolgreich Schocker für den amerikanischen Filmmarkt. Auch ÁNGEL GONZÁLEZ MARTÍNEZ besitzt gute Voraussetzungen, um bald mit mehr Geld krude Horrorfilme drehen zu können. Der nicht minder kontroverse COMPULSIÓN ist zumindest schon mal ein überzeugender Anfang.
 
 
 


 
 
 

COMPULSIÓN – Zensur

 
 
 
Die Gewaltmomente in COMPULSIÓN sind verstörend. Dennoch wird häufig weggeblendet und man bekommt in späteren Einstellungen das Resultat der Gewaltausbrüche zu sehen. Höhepunkt ist zweifelsohne eine Szene in der ein Schwangerschaftstest in ein Auge gestochen wird. Hierzulande reicht der gebotene Gewaltrausch für eine FSK16 – insofern man COMPULSIÓN hierzulande veröffentlichen wird.

 
 
 


 
 
 

COMPULSIÓN – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen liegen bei Schock Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Hounds of Love (2016)
 
A Good Marriage (2014)
 
Stepfather (2009)
 
The Stepfather (1987)
 
The Stepfather 2 (1989)
 


Filmkritik: „Leatherface – The Source of Evil“ (2017)

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LEATHERFACE – THE SOURCE OF EVIL

(LEATHERFACE)

Story

 
 
 

Der hier besprochene LEATHERFACE hat nichts mit den neueren Chainsaw-Teilen aus dem MICHAEL-BAY-Universum am Hut. Hier wird die Vorgeschichte zum kultigen Originalfilm von TOBE HOOPER erzählt, der im Jahr 1974 den ersten Streifen der legendären Reihe inszeniert hat. Darin wird dem Zuschauer erklärt, wie sich der kleine Jed Sawyer in das bestialische Monster Leatherface verwandelt.

 
 
 


 
 
 

LEATHERFACE – Kritik

 
 
 
Und wieder wird eine Ikone des modernen Horrorfilms entmystifiziert. Was bereits mit dem unaufhaltsamen Monstrum MICHAEL MEYERS aus HALLOWEEN und der heimtückischen Kreatur aus ALIEN wenig eindrucksvoll fürs Kino aufbereitet wurde, muss nun auch Filmkiller LEATHERFACE aus dem berüchtigten TEXAS CHAINSAW MASSACRE über sich ergehen lassen. Dessen Jugendjahre werden nun ausführlich von den französischen Regisseuren JULIEN MAURY und ALEXANDRE BUSTILLO unter die Lupe genommen, die sich seit dem kontroversen Terrorhit INSIDE mit deftigem Gewalthorror gut auskennen. Leider zeigt sich im Falle von LEATHERFACE mal wieder, dass die Qualität von Horrorfilmen durch möglichst lang und häufig zelebrierte Gewalt nicht unbedingt gesteigert wird. LEATHERFACE hat davon zwar reichlich; blickt man aber tiefer bekommt man das kalte Grausen. Da fragt man sich doch glatt, was die beiden Filmemacher für ein Drehbuch gelesen haben. Schenkt man nämlich Interviews Glauben, war das französische Regie-Duo so angetan von der Vorgeschichte, dass sie es kaum erwarten konnten den Film zu drehen. Offenbar hat man da wohl ein anderes Drehbuch in den Händen gehabt. Was man nämlich mit LEATHERFACE auf Zelluloid gebannt hat, ist weit weg von gut. Ob da wohl das Produktionsstudio Einfluss gehabt und die Visionen der Filmemacher zunichte gemacht hat? Angesichts der verspäteten Veröffentlichung und einem gestrichenen Kino-Release kann man davon ausgehen, dass man vom fertigen Produkt nicht sonderlich überzeugt gewesen ist.
 
 
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LEATHERFACE entführt den Zuschauer nach Texas. Im Jahr 1955 feiert dort der kleine Jed Sawyer seinen Geburtstag und wird von der Familie zum ersten Mord mit einer Kettensäge angestiftet. Weil der Junge noch unbeholfen agiert, muss Opa nachhelfen. Doch es kommt noch schlimmer. Wochen später kommt es in einer Scheune zu einem folgenschweren Vorfall. Die Tochter von Texas Ranger Hal Hartman (STEPHEN DORFF) wird dort vom gewissenlosen Nachwuchs der Kannibalenfamilie bestialisch ermordet, so dass der Vater des Opfers Rache schwört. Was folgt, ist für die heranwachsenden Jed Sawyer kein Zuckerschlecken. Weil Mutter Verna in ihrer Erziehung versagt hat, wird ihr der Sohn weggenommen und in ein Sanatorium für Problemkinder gesteckt. Zehn Jahre später ist Jed Sawyer zu einem attraktiven Mann herangewachsen. Nun fordert Mutter Verna mit Hilfe eines Anwalts Besuchsrecht ein. Dies wird ihr verständlicherweise verwehrt, was das Familienoberhaupt aber nicht davon abhält den Sohn auf eigene Faust in der Anlage zu suchen. Kein guter Tag für die Angestellten der Einrichtung. Weil die Mutter des berüchtigten Sawyer-Clans bei Ihrer Suche nach dem Sohnemann gegen jegliche Sicherheitsauflagen verstößt, bricht in der Klinik das Chaos aus. Es kommt zu einer Revolte der inhaftierten Jugendlichen, die letztendlich fliehen können. Darunter auch: Jed Sawyer.
 
 
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Wer LEATHERFACE folgen möchte, muss zwingend den Verstand ausschalten. Was Drehbuchautor SETH M. SHERWOOD nämlich hier zu Papier gebracht hat, ist jenseits von Gut und Böse. Entweder hat der gute Mann nicht legale Substanzen geraucht oder sich den Verstand mit Alkohol benebelt. Anders lässt sich der intelligenzhemmende Blödsinn nicht erklären, der dem Zuschauer nun mit LEATHERFACE zugemutet wird. Hier wird auf Biegen und Brechen nach Erklärungen gesucht, die erläutern sollen wie es dazu kam, dass der mit Menschenhaut maskierte Killer aus dem von TOBE HOOPER geschaffenen TEXAS CHAINSAW MASSACRE-Universum zur unberechenbaren Bestie wurde. Das Resultat ist haarsträubend. Wohl auch deshalb, weil es reichlich konstruiert und unglaubwürdig ist – Logiklöcher und Plotungereimtheiten gibt es inklusive. Statt das Hauptaugenmerk auf den Filmhelden und dessen Verwandlung zu richten, stehen Nebenfiguren im Mittelpunkt. Die sind dafür da, um die Geschehnisse im Blut zu ersäufen. Generell ist Gewalt hier – wer hätte auch etwas anderes erwartet – der eigentliche Star des Films. Bereits in der Neuverfilmung zum Terrorklassiker von 2003 wurden dazu erste Weichen gestellt. So bekam das Kettensägen-Franchise durch Regisseur MARCUS NISPEL nicht nur einen neuen, düsteren Anstrich, auch hinsichtlich Gewalt wurde groß aufgefahren, was Zensurwächter schlaflose Nächte bereitete. Die hatten auch mit dem neusten Ableger der Reihe so gar keinen Spaß. In Deutschland musste daher zur Schere gegriffen werden und das nicht ohne Grund, denn LEATHERFACE strotzt nur vor zwanghaft eingestreuter Gewaltausbrüche, die generell den Anschein machen, als müsste man der nach Blut lechzenden Fangemeinde irgendwie gerecht werden. So bietet jede noch so banale Situation kontroversen Zündstoff. Da fliehen gewaltbereite Jugendliche aus einer psychiatrischen Anstalt und verstecken sich in einem leerstehenden Wohnwagen. Dort finden sie die verweste Überreste des Besitzers jener Unterkunft. Weil das allein nicht ausreicht, um zu schockieren, musste nachgeholfen werden. Deshalb müssen zwei der Teenager die modernden Knochen der Leiche in ihre Sexspiele mit einbeziehen. Ein Sinn dahinter bleibt verborgen. Freunde fragwürdiger Exploitation und Gewaltfans wird’s dennoch freuen.
 
 
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Unterm Strich ist LEATHERFACE nichts, das Nachdruck verleiht. Der Film ist grob und hart. Darüber hinaus bleibt aber nichts im Gedächtnis hängen, das sich von ähnlichen Streifen dieser Art abheben könnte. Weil der eigentliche Antiheld des Films im Zuge dummer Gewaltausbrüche verblasst ist dieser Brutalo-Blödsinn eine herbe Enttäuschung für jene, die mit den mehr oder weniger gelungenen Fortsetzungen des TEXAS CHAINSAW MASSACRE aufgewachsen sind. Dennoch wird das vermutlich kein Grund sein, weitere Ableger folgen zu lassen. Die werden mit Sicherheit kommen – ob man es will oder nicht.
 
 
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LEATHERFACE – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Haarsträubendes Blut-Chaos wirr erzählt. Mit LEATHERACE bekleckern sich die Franzosen JULIEN MAURY und ALEXANDRE BUSTILLO nicht gerade mit Ruhm. Der Film beginnt als Psychiatriethriller, verwandelt sich anschließend zum blutigen Roadmovie und findet erst in den letzten Minuten zu eigentlicher Stärke zurück, durch die das TEXAS CHAINSAW MASSACRE bekannt geworden ist. Die Verwandlung von LEATHERFACE zum unberechenbaren Monster ist unglaubhaft und auch nicht gerade ausführlich. Der Grund: hier stehen andere Figuren im Mittelpunkt und der eigentliche Filmheld kommt zu kurz. Statt sich von bekannten Pfaden zu distanzieren und wirklich mal die Jugendjahre des Serienkillers und dessen moralischen Abstieg zu beleuchten, setzt der Film erst mit der Volljährigkeit des Kettensägenmörders ein und überschlägt sich mit sinnloser Gewalt. Was bleibt ist ein unnötiges Sequel, das eigentlich niemand braucht und Fans der Reihe vor den Kopf stößt. Letztere werden gerade wegen unglaubhafter Erklärungsversuche so ziemlich enttäuscht über das sein, was Drehbuchautor SETH M. SHERWOOD mit der geliebten „Lederfresse“ angestellt hat. Manchmal ist es eben besser, wenn man das Analysieren von Filmmonster unterlässt damit ihnen nicht der Schrecken geraubt wird.
 
 
 


 
 
 

LEATHERFACE – Zensur

 
 
 
Die Bildsprache in LEATHERFACE ist hart. Das sahen auch die Prüfer der FSK so. LEATHERFACE musste vom Rechteinhaber EUROVIDEO MEDIEN um 1,5 Minuten geschnitten werden. Die erhältliche deutsche Kaufhausfassung ist demnach geschnitten. Aber Liebhaber filmischer Grausamkeiten dürfen sich freuen. TURBINE MEDIEN vertreibt die ungeschnittene Fassung und das sogar in unterschiedlichen Ausführungen. Diese findet man in speziellen Online Shops und in einigen Elektrofachmärkten auf Anfrage.
 
 
 


 
 
 

LEATHERFACE – Deutsche Blu-rays

 
 
 

(c) Turbine Medien (Mediabook A – Ungeschnittene Fassung – auf 1000 Stück limitiert)

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(c) Turbine Medien (Mediabook B – Ungeschnittene Fassung – auf 1000 Stück limitiert)

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(c) Turbine Medien (Mediabook C – Ungeschnittene Fassung – auf 2000 Stück limitiert)

(c) Eurovideo Medien (KeepCase – Geschnittene Fassung)

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(c) Turbine Medien (KeepCase – Ungeschnittene Fassung)

(c) Turbine Medien (Digipack – Ungeschnittene Fassung – auf 1000 Stück limitiert)

(c) Turbine Medien (Steelbook – Ungeschnittene Fassung – auf 5000 Stück limitiert)

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(c) Turbine Medien (Exklusives Müller Digibook – Ungeschnittene Fassung – auf 1000 Stück limitiert)

 
 


 
 

Alle technischen Daten beziehen sich auf die ungeschnittenen Turbine-Veröffentlichungen!

 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Leatherface; USA 2017

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch (DTS-HD Master Audio 7.1), Englisch (DTS-HD Master Audio 7.1), Deutsch (DTS-HD Master Audio 2.0 Stereo), Englisch (DTS-HD Master Audio 2.0 Stereo)

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 2.40:1 | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 87 Min. (ungeschnittene Fassung)

FSK: SPIO/JK: keine schwere Jugendgefährdung (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover, Mediabook, Digibook, Steelbook

Extras: Making of „Leatherface“ (13:21 Min.), Promo-Featurette (05:10 Min.), Hinter den Kulissen (12:42 Min.), Entfernte + alternative Szenen (21:04 Min.), Interviews (96:53 Min.), diverse Trailer zum Film, 36-seitige Booklet „Leatherface Legacy“ von Tobias Hohmann. Bis auf die Trailer besitzen alle Extras deutsche Untertitel.

Release-Termin: Mediabooks, Steelbook, Digibook: 19.01.2018 | ungeschnittenes KeepCase: 02.02.2018

 

Leatherface [ungeschnittene Blu-ray im Steelbook] auf AMAZON bestellen

Leatherface [ungeschnittene Blu-ray im Digipack] auf AMAZON bestellen

Leatherface [geschnittene Blu-ray im KeepCase] auf AMAZON bestellen

[ungeschnittene Blu-ray im Mediabook C] auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

LEATHERFACE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen liegen bei EUROVIDEO MEDIEN)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Michael Bay’s Texas Chainsaw Massacre (2003)
 
Texas Chainsaw Massacre: The Beginning (2006)
 
Texas Chainsaw 3D (2013)
 
Drifter (2016)
 
Wolf Creek 2 (2014)
 
The Redwood Massacre (2014)
 


Filmkritik: „Cult of Chucky“ (2017)

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CULT OF CHUCKY

Story

 
 
 
Die Killerpuppe Chucky ist wieder da. Die treibt nun in einer psychiatrischen Anstalt ihr Unwesen und hat es auf Patientin Nica Pierce (FIONA DOURIF) abgesehen, die dem fiesen Bösewicht vor einiger Zeit schon einmal das Handwerk gelegt hat.

 
 
 


 
 
 

CULT OF CHUCKY – Kritik

 
 
 
Was waren die 1980er kreativ und abwechslungsreich. Da hat man sich was getraut und mit einfallsreichen Spezialeffekten Horrorfans Freudentränen beschert. Zu einer dieser Trick-Meisterleistungen gehört zweifelsohne die Auferstehung der Mörderpuppe Chucky, die sich vermutlich gerade wegen ausgeklügelter Tricktechnik über die Jahrzehnte zum Lieblingskiller unter Horrorfans gemausert hat. Knapp 30 Jahre nach dem ersten Leinwandauftritt ist der Plastikkiller immer noch in aller Munde und auch immer noch nicht totzukriegen. So wurde der Antiheld über die Jahre verbrannt, erschossen, in Stücke zerteilt und sogar eingeschmolzen. Dennoch kam der Mörderwicht immer wieder zurück, was vermutlich auch auf die Beliebtheit der Horror-Kreatur zurückzuführen sein dürfte. Mittlerweile gehen die Geschichten rund um Chucky und seine mehr oder weniger zähen Opfer bereits in die siebte Runde. Darin mutet man dem Zuschauer Neuerungen zu, die das langlebige Franchise dringend nötig hat.
 
 
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Um dem nunmehr siebten Abenteuer des Plastikkillers folgen zu können, sollte man den Vorgänger gesehen haben. CULT OF CHUCKY knüpft nämlich genau da an, wo CURSE OF CHUCKY geendet hat und zeigt, wie sich die im Rollstuhl sitzende Nica Pierce (FIONA DOURIF aus ARBOR DEMON) ihren Ängsten stellen muss. Die wurde in eine psychiatrische Anstalt für geisteskranke Straftäter eingeliefert, weil ihr niemand Glauben schenken möchte, dass eine Puppe viele Menschen im Teil zuvor getötet hat. Nach vier Jahren Aufenthalt ist die Patientin aber zum Entschluss gekommen, dass sie wohl selbst das Massaker an der eigenen Familien begangen hat und nicht die von einem Serienkiller besessene Puppe Chucky. Leider passieren – als habe man es geahnt – plötzlich wieder seltsame Dinge. Alles beginnt mit einer neuen Therapiemethode bei der die traumatisierte Nica mit der Vergangenheit konfrontiert werden soll. Doch der neue Heilungsansatz nimmt schnell blutige Ausmaße an. Die bösartige Horrorpuppe hat nämlich einen Weg gefunden, wie sie der ohnehin schon verstörten Heldin das Leben zur Hölle machen kann und hinterlässt dabei eine grausame Spur der Verwüstung. Gott sei Dank ist Andy Barclay (ALEX VINCENT) zur Stelle. Der bekam die finsteren Machenschaften des Mörderwichts bereits in Kindertagen zu spüren und will nun der inhaftierten Nica helfen. Hoffentlich kommt er da nicht zu spät, denn wer die Chucky-Filme gesehen hat weiß, dass die Killerpuppe zäh, hartnäckig und einfallsreich ist.
 
 
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Kleiner Mann ganz groß. Wer hätte gedacht, dass ausgerechnet mit CULT OF CHUCKY ein neues Kapitel in der langlebigen Chucky-Saga aufgeschlagen wird. Der mittlerweile siebte Teil geht andre Pfade und lenkt die Reihe damit in eine neue Richtung. Die Mörderpuppe hat endlich einen Weg gefunden in andere Körper zu schlüpfen und muss nun nicht mehr zwangsläufig im alten Puppenkadaver das Killer-Dasein fristen. Das öffnet dem beliebten Puppenfranchise neue Türen und bringt frischen Wind in die allmählich nicht mehr ganz so frische Horror-Serie, die im Jahr 1988 mit für damalige Verhältnisse ausgefeilter Puppenmechanik Millionen Kinofans das Fürchten lehrte. Doch damit nicht genug. CULT OF CHUCKY bleibt seiner Gruselrichtung treu. Die wurde bereits im Vorgänger CURSE OF CHUCKY eingeschlagen, weil es Horrorfans nach eher komödiantischen Ablegern der Horror-Serie so wollten. Zu sehen gibt es sterile Psychiatrie-Atmosphäre, gorige Splatter-Momente und jede Menge Schocks. Überhaupt nimmt Regisseur DON MANCINI die Meinungen und Wünsche seiner Fans ernst und hat abermals einen Fanfilm inszeniert. So scharrte er für CULT OF CHUCKY nicht nur bekannte Gesichter aus früheren Teilen vor die Kamera (unbedingt bis nach dem Abspann warten!). Auch Anspielungen und Querverweise zu den bisherigen Filmen werden endlich beantwortet und machen das Chucky-Universum zu einer runden Angelegenheit. Dennoch muss man wieder Abstriche machen. CULT OF CHUCKY ist nämlich eine Videofortsetzung, die es erst gar nichts ins Kino geschafft hat. Das sieht man der Produktion an, die trotz frostigem Klinik-Look dann doch ihre Video-Herkunft nicht verbergen kann. Dem Plastik-Killer fehlt der Detailreichtum aus den Anfangsjahren. Dort war man besonders darum bemüht Mimik und Gestik der Puppe so menschlich wie möglich zu gestalten. Wegen Budgetgründen musste darauf verzichtet werden. Chucky sieht daher nicht mehr wie ein Kino-Chucky aus, sondern eben wie eine Killerpuppe für den Videomarkt – günstig aber zweckerfüllend. Nichtsdestotrotz dürfte das eingefleischte Fans nicht weiter stören. Die bekommen das zu sehen, was man eben von einem Chucky-Film erwartet. Die Mörderpuppe tötet abwechslungsreich und hat wie eh und je einen zynischen Spruch auf den Lippen. Dass aufgrund der Beliebtheit des Killer-Spielzeugs ein offenes Ende obligatorisch ist, dürfte wohl niemanden wundern. Wegen der neuen Richtung darf man gespannt sein, was da noch kommen wird – vielleicht auch mal wieder was auf der großen Leinwand. Verdient hätte es der Freddy Krueger aus Plastik allemal.
 
 
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CULT OF CHUCKY – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Alles wie eh und je und doch irgendwie neu. Nach Schauer im Herrenhaus, einem Abstecher nach Las Vegas und blutigem Treiben beim Militär, verschlägt es die zynische Mörderpuppe nun in die Klapse. Chucky-Schöpfer und Regisseur DON MANCINI verlegt das Geschehen von CULT OF CHUCKY (vermutlich aus Budgetgründen) in eine Psychiatrie und profitiert von der Atmosphäre kühl-karger Klinikoptik. Somit werden gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Weil man für triste Irrenhauskulisse nicht sonderlich viel Ausstattung benötigt, um Schauer einjagen zu können, war mehr Geld für Puppenmechanik und Splatter-Einlagen verfügbar. Leider kann CULT OF CHUCKY seine Videoherkunft nicht verleugnen und auch sonst vermisst man den abwechslungsreich gestalteten Kinolook vergangener Streifen der beliebten Puppen-Reihe. CULT OF CHUCKY benötigt ein wenig bis er an Fahrt gewinnt. Abermals wird zu Beginn verschleiert, wer hier Schabernack treibt. Weil jeder Zuschauer weiß, wer fürs Morden verantwortlich zeichnet, ist die künstlich aufgebaute Spannung fehl am Platz. Trotzdem ist der siebte Ableger besser, als er sich hier vermutlich liest. Ein Großteil dessen ist auf Neuerungen zurückzuführen, denn CULT OF CHUCKY geht überraschend innovative Wege und haucht so dem angestaubten Horror-Franchise frischen Wind ein. Den hat die Gruselserie auch dringend nötig, entwickelten sich die letzten Teile der Reihe nicht sonderlich weiter. Trotzdem gilt auch bei CULT OF CHUCKY bekannte Faustregel: Entweder man liebt die kultige Mörderpuppe oder man mag sie eben nicht. Da man für den siebten Aufguss die bisherigen Fortsetzungen der Horror-Serie gesehen haben muss, um auch alle Anspielungen auf die Vorgänger verstehen zu können, richtet sich CULT OF CHUCKY ohnehin an eingefleischte Fans des etwas anderen Serienkillers. Wir zumindest haben uns gut unterhalten gefühlt und sind froh Chucky wieder in blutiger Aktion gesehen zu haben. Das rabenschwarze Töten hat der Antiheld freilich nicht verlernt und ist auch im siebten Teil Programm. Der ist im Übrigen reichlich splattrig ausgefallen. CHUCKY 7 gehört demnach zum blutigsten Film der Reihe.
 
 
 


 
 
 

CULT OF CHUCKY – Zensur

 
 
 
CULT OF CHUCKY hat einige sehr blutige Szenen zu bieten. Die sind zwar überschaubar, aber dennoch sehr deftig. Dabei dürfte der blutigste Moment jener sein, in dem eine Protagonistin von herabfallenden Glasscherben zerstückelt wird. Hierzulande gab es für CHUCKY 7 eine Erwachsenenfreigabe – keine Jugendfreigabe. Geschnitten musste nichts werden.
 
 
 


 
 
 

CULT OF CHUCKY – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Universal Pictures Home Entertainment

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Cult of Chucky; USA 2017

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1, Französisch DTS 5.1, Italienisch DTS 5.1

Untertitel: Deutsch, Englisch, Niederländisch, Türkisch, Französisch, Italienisch, Spanisch, Portugiesisch, Dänisch, Finnisch, Norwegisch, Schwedisch, Isländisch, Arabisch, Hindi

Bild: 1.78:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 91 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Unveröffentlichte Szenen (05:43), Im Wahnsinn von Cult of Chucky (06:42), Good Guy Gone Bad: Die Inkarnation Chuckys (05:01), Das Puppenhaus (07:36)

Release-Termin: 09.11.2017

 

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CULT OF CHUCKY – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Universal Pictures Deutschland)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Robert the Doll (2015)
 
Annabelle 2 (2017)
 
Dolly Dearest (1991)
 
Chucky – Die Mörderpuppe (1988)
 


Filmkritik: „Ryde“ (2016)

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RYDE

Story

 
 
 

Wenn der Tod am Steuer sitzt. Ein Serienkiller ist als Taxifahrer in Los Angeles unterwegs und ermordet Menschen.

 
 
 


 
 
 

RYDE – Kritik

 
 
 
Spätestens seit HITCHER – DER HIGHWAY KLLER wissen Horrorfans, dass man besser dreimal überlegt zu Fremden ins Auto zu steigen. Hier kann schon gern mal jemand sitzen, der es mit seinen Fahrgästen nicht sonderlich gut meint. Leider ist diese mahnende Botschaft immer noch nicht bei Protagonisten in Horrorfilmen vorgedrungen. Die krabbeln nicht selten leichtfertig auf Rückbänke und wundern sich dann, wenn sie von Polizisten in Teilen zerhackt aus Straßengräben gefischt werden. Natürlich wird im folgenden RYDE keine Ausnahme gemacht. Auch hier vertrauen ahnungslose Menschen vermeintlich hilfsbereiten Taxifahrern und werden dafür mit dem Tod bestraft. Das kommt vermutlich bei Fans fürs Grobe gut an. Der Hauptdarsteller geht nämlich nicht zimperlich vor und macht auch gern mal von Schlagringen Gebrauch, um seinen Opfern den Kopf zu zermatschen. Regisseur BRIAN FRANK VISCIGLIA hat sich die Geschichte vom Gewaltrausch eines Serienkillers ausgedacht und mit RYDE seinen ersten Langfilm fabriziert. Bei dem hat der Newcomer Regie geführt und gleichzeitig mit am Drehbuch geschrieben. Visuell wurde ganze Arbeit geleistet, denn das Resultat schaut ganz ordentlich aus. Dennoch bekommt man das kalte Grausen, wenn man sieht, was hier verbrochen wurde. Die Geschichte ist rudimentär und zielt auf niedere Instinkte ab. Wer mehr erwartet als plakative Gewalt und dumme Figuren, ist bei RYDE an der falschen Adresse.
 
 
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Handlanger des Sensenmanns. Im Film RYDE nutzt ein Serienkiller eine neumodische Taxi-App aus, um so leichter Opfer zu finden, die er um die Ecke bringen kann. Interessierte können mit ihrem Smartphone eine Fahrt buchen und werden zum Wunschziel chauffiert. Das nutzt Paul (DAVID MACHS) aus, der im Film offenbar einen Hass gegenüber Menschen hegt und möglichst viele von ihnen meucheln will. Er tötet den Fahrer einer der Taxis und nimmt dessen Position ein. Was folgt, kann sich der Zuschauer ausmalen. Killer Paul düst durch die Nacht und befördert Gäste direkt ins Jenseits. Aber auch Serienmörder geraten irgendwann mal an ihren Meister. Den findet Paul in der schwangeren Jasmine (JESSICA SERFATY aus V/H/S – VIRAL). Die ist schön und schlau dazu, denn schnell wittert die attraktive Kundin, die wahren Ambitionen ihres nicht minder attraktiven Chauffeurs. Der scheint von seinem neuen Fahrgast fasziniert zu sein. Leider vergisst Paul bei Annäherungsversuchen sein wahres Gesicht zu verbergen und stößt bei Baggerarbeiten auf Granit. Die Liebe ist halt kein einfaches Spiel.
 
 
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RYDE ist Schmarn, denn irgendwie will nicht so recht einleuchten, was uns Regisseur BRIAN FRANK VISCIGLIA mit seinem ersten Langfilm sagen will. Hier bleibt weitestgehend unklar, warum ein Killer Menschen tötet. Handelt es sich um die Lust am Töten, ist es Rache an der Menschheit oder hat der Mörder in RYDE einfach nur einen an der Klatsche. Sonderlich viel erfährt der Zuschauer nicht über den Antagonist, obwohl er vom Publikum auf Schritt und Tritt bei seiner Arbeit begleitet wird. Macher VISCIGLIA verzichtet gänzlich darauf seine Hauptfigur zu studieren. Das macht das Treiben austauschbar und den Horrorthriller nicht sonderlich spannend. Protagonist Paul schlachtet unsympathische Fahrgäste ab und lässt das Publikum an seinen Gewaltausbrüchen teilhaben. Eine interessante Geschichte mit Charakterstudie gibt es nicht. Offenbar war man ausschließlich darum bestrebt Schauwerte zu bieten. Die gibt es hier zuhauf und werden auch noch lang zelebriert. Angesichts ähnlich gestrickten Filme wie ALEXANDRE AJAS MANIAC, SIMON KILLER oder THE BOY irgendwie enttäuschend. Genannte Thriller nahmen sich Zeit um die Psyche kranker Serienmörder ausführlich zu erforschen. Tiefgang lässt RYDE hingegen missen und ist daher verschwendete Zeit!
 
 

 
 


 
 
 

RYDE – Fazit

 
 
 

4 Punkte Final

 
 
 
Handwerklich Top – inhaltlich ein Flop. Beliebiger Serienkiller-Streifen, der irgendwie kaum Sinn ergibt. Hier steigen wahllos Menschen in ein Taxi, die dann wenig später vom Fahrer reißerisch um die Ecke gebracht werden. Eine Geschichte mit Tiefgang, Charakterentwicklung oder gar Spannung gibt es nicht. Stattdessen werden Zuschauer von Mord zu Mord getrieben und bekommen dabei zu sehen, was Drehbuchschreiber auf Papier kritzeln, wenn sie keine Ideen besitzen. Herzstück von RYDE sind nämlich dessen Morde. Mit mehr kann der Thriller leider nicht glänzen. Überflüssiger Blödsinn, der Zeit für das Schauen von besseren Filmen raubt.
 
 
 


 
 
 

RYDE – Zensur

 
 
 
RYDE ist sehr zeigefreudig und kaltschnäuzig. Die Morde werden zudem lang zelebriert. Ein Gesicht wird mit einem Schlagring so lang „bearbeitet“, bis der Kopf sich vom Körper löst. Es wird mit einem Draht ein Mann erwürgt. Weiterhin werden Köpfe zertreten und mit Messern so lange in Körper gerammt, bis das Opfer an seinen Qualen verendet. RYDE dürfte hierzulande nur für ein Erwachsenenpublikum freigegeben werden: keine Jungendfreigabe.
 
 
 


 
 
 

RYDE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte führ Grafiken liegen bei Vega Entertainment | Ryde Film LLC)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Simon Killer (2012)
 
Alexandre Ajas Maniac (2012)
 
Enter the Dangerous Mind (2013)
 
I Saw the Devil (2010)
 
The Hitcher (2007)
 
The Hitcher (1986)
 


Filmkritik: „The Ice Cream Truck“ (2017)

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THE ICE CREAM TRUCK

Story

 
 
 

Like Ice in the Sunshine – oder – Der süße Tod. Ein Mörder lockt mit erfrischenden Köstlichkeiten und tötet dann rücksichtslos. Manchmal ist es eben besser, wenn man von Fremden nichts Süßes annimmt.

 
 
 


 
 
 

THE ICE CREAM TRUCK – Kritik

 
 
 
Horrorfilme sind auch nicht mehr das, was sie mal waren. In den vielen Jahren, in denen wir bereits diese Webseite betreuen, sind uns schon so einige Gurken vor die Linse gekommen, wobei immer häufiger auffällt, dass man gute Horrorstreifen allmählich mit der Lupe suchen muss. Offenbar ist das Horror-Genre zum Tummelplatz für Neulinge verkommen, die mit möglichst wenig finanziellem Einsatz maximalen Gewinn und größtmögliche Aufmerksamkeit gewinnen wollen. Anders lässt sich wohl nicht erklären, weshalb so Filme wie THE ICE CREAM TRUCK das Licht der Zelluloidwelt erblicken und Horrorfans darüber grübeln lassen, was Leute geritten hat, die solchen Quatsch in Arbeit geben. Im Amerika wird erwähnter Streifen vom Anbieter UNCORK’D ENTERTAINMENT vertrieben. Erfahrene Horror-Kenner wissen, was zugemutet wird. Genanntes Label hat sich nämlich auf Low-Budget-Horror spezialisiert, der möglichst ohne viel Tamtam auf Heimkinomedium gepresst und ins Händlerregal gestellt werden soll. Das bedeutet nicht selten: schlechte Effekte, hanebüchene Geschichten und schlechte Darsteller. Ob da THE ICE CREAM TRUCK eine Ausnahme macht?
 
 
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Aus der Großstadt zurück in ruhigere Gefilden. Mary (DEANNA RUSSO) startet mit der Familie einen Neuanfang. Die zieht mit den Lieben zurück in jenen Vorort, in dem die Autorin aufgewachsen ist. Doch der Umzug stellt die glückliche Mutter vor ungeahnte Schwierigkeiten. Trotz ruhiger Lage, scheint man in dieser Kleinstadt nicht sicher zu sein. Ein mysteriöser Eismann treibt hier sein Unwesen und bringt Kunden um die Ecke, die sich gern mal eine leckere Schlemmerei aus seinem Angebot gönnen. Leider muss Mary den Horror allein überstehen. Gatte und Kinder sind nämlich noch auf dem Weg, weshalb die Neuhinzugezogene sich selbst helfen muss. Zusammen mit Nachbarsjungen Max (JOHN REDLINGER auf THIRST) nimmt sie den Kampf gegen einen Mörder auf, der ziemlich unverfroren zur Tat schreitet. Nur, warum tötet ein Eismann Menschen und niemand bekommt davon Wind? Am Ende wird die gesamte Wahrheit offenbart. Sonderlich erbaulich ist die aber nicht. Da hat man schon bessere Filme auf der Mattscheibe gehabt.  
 
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Wenn der Eismann dreimal klingelt. THE ICE CREAM TRUCK ist schon ein eigensinniger Film. Sonderlich viel passiert nämlich nicht, denn der Horror-Anteil wurde zugunsten Nachbarschaftsgerede vernachlässigt. Statt den Killer und seine Taten in den Mittelpunkt zu rücken, konzentriert sich Regisseurin MEGAN FREELS JOHNSTON fast ausschließlich auf Filmheldin Mary, die sich in friedlicher Kleinstadtidylle mit den Nachbarn anfreundet und dabei den Reizen eines taffen Teenagers verfällt. Gebotenes passt demnach gar nicht zu dem, was auf dem reißerischen Filmplakat versprochen wird. Geschicktes Marketing, das leider gang und gäbe ist. Offenbar soll das Filmcover von THE ICE CREAM TRUCK die Neugierde wecken und Käufe ankurbeln. Eine gängige Praxis damit Horrorstreifen in Überfluss-Zeiten überhaupt noch gekauft werden. Leider ist der Käufer in der Regel der Leidtragende, denn der bekommt meist zu spät davon Wind, dass ihm eine Mogelpackung untergejubelt wurde. In Fällen wie diesen ist Recherche das A und O. Gott sei Dank gibt es im Internet viele Seiten, die Filme testen und Aufklärungsarbeit betreiben. Wer sich daher Enttäuschungen ersparen möchte, sollte um THE ICE CREAM TRUCK einen Bogen machen. Hier ist Ärger vorprogrammiert, auch wenn der Film zumindest schauspielerisch überzeugen kann. Im Vergleich zu den üblichen Konsorten können die Darsteller genannter Low-Budget-Produktion was.
 
 
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THE ICE CREAM TRUCK – Fazit

 
 
 

5 Punkte Final

 
 
 
Wenn sich Horror in amerikanischen Vororten abspielt, ist in der Regel STEPHEN KING nicht weit. Der ist dafür prädestiniert Kleinstadt-Horror zu zelebrieren und damit Lesern Angst zu bereiten. Leider ist THE ICE CREAM TRUCK nicht auf Kings Mist gewachsen. Das Drehbuch zum wenig gruseligen Horrorflick hat sich Regisseurin MEGAN FREELS JOHNSTON selbst ausgedacht und dürfte damit bei horrorbegeisterten Zuschauern nicht mal ein müdes Lächeln entlocken können. Die Bezeichnung „Horror“ hat dieser seltsame Streifen nämlich gar nicht verdient. Hier wird von einem mordenden Eismann berichtet, der eine Kleinstadt unsicher macht aber nur am Rande Erwähnung findet. Offenbar waren der Filmemacherin die zwischenmenschlichen Beziehungen ihrer wenigen Helden wichtiger, so dass kaum Zeit für den Killer und seine Taten geblieben ist. Der erhält (mal abgesehen vom Finale) kaum Screentime und dürfte enttäuschte Gesichter zurücklassen. THE ICE CREAM TRUCK erinnert an TV-Ware und wäre wohl als Kurzgeschichte in einer Horror-Anthology besser aufgehoben gewesen. Nicht nur einmal will man das Gefühl nicht loswerden wollen, als habe man um eine kleine Idee krampfhaft eine Handlung gekritzelt, die auf Spielfilmlänge geblasen werden musste. Manchmal ist es daher besser, wenn es bei einer Idee bleibt. Man muss nicht jeden noch so kleinen Gedankenblitz auf Leinwand oder Mattscheibe bringen.
 
 
 


 
 
 

THE ICE CREAM TRUCK – Zensur

 
 
 
Die Gewalteinlagen in THE ICE CREAM TRUCK sind überschaubar. Ein Messer kommt zum Einsatz und eine Filmfigur wird mit einem Eisportionierer erschlagen. Das meiste Blut fließt im Schlusskampf. Viel ist es aber nicht. Die Schauwerte sind für alteingesessene Horrorkenner eine Lachnummer. Deshalb dürfte THE ICE CREAM TRUCK wohl auch eine FSK16 erhalten.
 
 
 


 
 
 

THE ICE CREAM TRUCK – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte führ Grafiken liegen bei Uncork’d Entertainment)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Kruel (2015)
 
Masters of Horror – We All Scream for Ice Cream (2007)
 
Ice Cream Man (1995)