Filmkritik: „The Rental“ (2020)

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THE RENTAL

Story

 
 
 

Ein Horrorfilm zum Thema „Privatsphäre“. Zwei verliebte Pärchen erleben in einem angemieteten Ferien-Apartment die Hölle auf Erden.

 
 
 


 
 
 

THE RENTAL – Kritik

 
 
 
Konkurrenz belebt das Geschäft – aber was, wenn sie aus der eigenen Familie kommt? JAMES FRANCO ist ein waschechtes Multitalent und Tausendsassa. Er begann seine Karriere als Schauspieler und probierte sich später als Regisseur aus. Mittlerweile ist der Golden-Globe-Gewinner aber nicht nur in der Traumfabrik unterwegs. Franco ist zudem Schriftsteller, Drehbuchautor, Model, Filmproduzent und bildender Künstler. Ein kreatives Allround-Genie, dem nun der jüngere Bruder nacheifern möchte. DAVE FRANCO nennt sich das Bruderherz und hat offenbar Lust auf mehr. Der war bisher als Schauspieler in diversen TV-Serien und Hollywood-Produktionen zu sehen. Vermutlich war die Arbeit als Darsteller auf Dauer etwas eintönig. Deshalb wechselte DAVE FRANCO die Seiten. Statt vor der Kamera steht er nun dahinter. Das Ergebnis: THE RENTAL. Doch der Horrorthriller hatte es nicht leicht. Aufgrund der COVID-19-Pandemie konnte er nicht in den amerikanischen Kinos gezeigt werden. Deshalb wurde er direkt als Video-on-Demand veröffentlicht und flimmert über 250 Autokinoleinwände. Das aber ganz passabel. Knapp eine Million US-Dollar konnte das Regiedebüt an den Kassen einspielen. In Anbetracht der Umstände für den amerikanischen Independent-Verleih IFC FILMS ein kleiner Erfolg. Der verzeichnete jüngst mit THE WITCH NEXT DOOR trotz Viruskrise einen Kassenhit, in dem er einfach unkonventionelle Auswertungswege ging.
 
 
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Zwei Brüder wollen gemeinsam mit den Partnerinnen ausspannen und feiern, weil man das Geld für eine grandiose Geschäftsidee endlich zusammen hat. Deshalb stöbert man im Internet nach einer modernen Ferienwohnung, in der man es sich gutgehenlassen möchte. Schnell findet man ein ansprechendes Objekt, das eine Privatperson für ein Wochenende untervermietet. Doch die Traumvilla wird schnell zum Albtraum. Nicht nur, dass der Vermieter ein Rassist ist und keinen vertrauenserweckenden Eindruck hinterlässt. Auch die jungen Leute untereinander haben bald mit großen Problemen zu kämpfen. Im Drogenrausch vergnügt sich Mina mit dem Bruder ihres Mannes. Ein Seitensprung mit Folgen, denn das spontane Schäferstündchen tritt eine Kettenreaktion in Gang, die für alle Beteiligten blutige Konsequenzen haben wird.
 
 
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Grimmiger Home-Sharing-Thriller mit unerwartetem Ausgang. THE RENTAL ist ein Kammerspiel, dass sich in der ersten Stunde um seine Protagonisten kümmert und einen Konflikt schürt, der ins Absurdum getrieben wird. Die jungen Leute finden nämlich in der Dusche eine versteckte Kamera, die den Seitensprung aufgezeichnet hat. Nun ist Vertuschen angesagt, schließlich sollen die jeweiligen Partner nichts von den untreuen Machenschaften ihrer Liebsten erfahren. Die Folgen sind vorhersehbar. Das Vertrauen zwischen den Anwesenden untereinander beginnt zu bröckeln und die Ereignisse nehmen ihren Lauf. Doch die Konflikte zwischen den Protagonisten sind nur Alibi-Aufzieher für etwas ganz Großes. Regisseur DAVE FRANCO schockiert nämlich mit unerwarteter Wendung. Statt den Ehebruch aufzulösen und die Anwesenden sich im Ring selbst zu überlassen, verzichtet der Regie-Neuling aufs gegenseitige Zerfleischen und presst THE RENTAL zwanghaft in die Horror-Schublade. So wird aus der Beziehungskrise plötzlich ein Home-Invasion-Thriller, der den Zuschauer versucht mit falschen Fährten an der Nase herumzuführen.
 
 
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Das funktioniert nur bedingt, mutet der abrupte Richtungswechsel und das Falsche-Fährten-Spiel mancherorts konstruiert an und macht sich vor allem wegen der Naivität seiner Protagonisten nicht immer Freunde. Wie für einen Horrorfilm üblich verhalten sich die Charaktere dämlich und erhalten dafür genretypisch einen blutigen Denkzettel. Horrorfilmfans bekommen da natürlich schlechte Laune, denn dumme Horrorfilme, in denen Helden noch dümmere Entscheidungen treffen, hat man in den letzten Jahrzehnten viel zu oft im TV oder Kino gesehen. THE RENTAL macht diesbezüglich keine Ausnahme und hätte vermutlich ohne den lästigen Horror-Rattenschwanz ebenso funktioniert, der dazu auch noch krampfhaft darum bemüht ist, Möglichkeiten für Fortsetzungen offenzulassen. Laut Franco könnte die nach finanziellem Erfolg sogar kommen. Ideen fürs Fortführen wären laut dessen Aussage vorhanden. Wir verzichten stattdessen. Knapp eine Stunde Beziehungsdrama waren genug.
 
 
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Übrigens hat Regisseur DAVE FRANCO eine der Hauptrollen mit seiner Ehefrau ALISON BRIE besetzt und erklärte in Interviews, dass die Idee zum Film persönlichen Hintergrund hat. So äußerte der Filmemacher, dass er selbst fast schon Paranoia vor dem Konzept des Home-Sharing entwickelt hat – obwohl er die Möglichkeiten von Airbnb regelmäßig nutzt. Trotzdem bleibt für ihn unverständlich, warum sich Menschen in einer Zeit des Misstrauens bedenkenlos in Wohnungen fremder Menschen einmieten und einzig auf Bewertungen bauen, die andere im Netz hinterlassen haben. Amerika lebt in einer Zeit der Spaltung und des Misstrauens. Da kann sich hinter der Fassade freundlicher Vermietern gern schon mal so manch zwielichtiger und voyeuristisch veranlagter Zeitgenosse verbergen, der zahlende Gäste heimlich beobachtet oder belauscht. Genau jene Denke floss in die Entstehung des Drehbuchs ein, für das sich Franco von Horrorfilmklassikern wie THE SHINING und TEXAS CHAINSAW MASSACRE inspirieren ließ. Aber auch neuere Produktion wie IT FOLLOWS oder HEREDITARY haben Einfluss gehabt. Von erwähnten Gruselstreifen ist THE RENTAL zwar weit entfernt. Für den Anfang ist diese Regie-Arbeit dennoch ganz solide. Mit etwas mehr Feinschliff, eine Schippe Horror extra und deftigeren Schocks vorausgesetzt, könnte es DAVE FRANCO gelingen, in Zukunft einen Horrorfilm mit Kultpotenzial auf die Genre-Gemeinde loszulassen. Wir drücken die Daumen.
 
 


 
 
 

THE RENTAL – Fazit

 
 
6 Punkte Final
 
 
Wenn der aufkommende Airbnb-Trend zum Horror wird: böser Horrorthriller mit perfider Grundidee. Dennoch: Knapp sechsig Minuten Beziehungsdrama, nur zwanzig Minuten Home-Invasion-Geschrei. Im Falle von THE RENTAL muss man als Genre-Fan abwägen, ob man so lange warten möchte, um blutarmen Psycho-Horror zu sehen. Der jüngere Bruder von JAMES FRANCO versucht sich als Regisseur und hat einen atmosphärischen Horrorthriller gedreht, der leider sehr lang benötigt, um in die Puschen zu kommen. Da wird ein Seitensprung als Aufzieher verwendet, um Gruppendynamik entstehen zu lassen. Statt das Spiel über missbrauchtes Vertrauen bis zum bitteren Ende durchzuziehen, werden die Protagonisten plötzlich vom Bösen bedroht und müssen ums Überleben kämpfen. Das klingt komisch – ist es letztendlich auch. Der Horror-Part wirkt deplatziert und mutet reißerisch an. Beinahe will man das Gefühl nicht loswerden wollen, als habe man durch den abrupten Richtungswechsel versucht, so etwas wie ein Alleinstellungsmerkmal für THE RENTAL zu kreieren. Der Versuch ist nicht stimmig, denn bei genauerer Betrachtung funktionieren die Beziehungsprobleme besser als die plakativen Horror-Elemente. Somit ist THE RENTAL auch nur ein weiterer – immerhin technisch ansprechend gefilmter – Horrorthriller, der zwar an einem verregneten Herbstabend unterhält, aber nicht dauerhaft in Erinnerung bleiben wird.
 
 
 


 
 
 

THE RENTAL – Zensur

 
 
 
THE RENTAL ist nicht besonders blutig. Die meisten Mode passieren im Off oder man bekommt nur das Ergebnis eines Mordes zu sehen. Hierzulande dürfte es dafür ohne Probleme eine Freigabe ab 16 Jahren geben.
 
 
 


 
 
 

THE RENTAL – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei IFC Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
13 Cameras (2015)
 
14 Cameras (2018)
 
Motel (2007)
 
The Strangers (2008)
 

Filmkritik: „68 Kill“ (2017)

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68 KILL

Story

 
 
 

Ein Geldraub und seine Folgen. Habgier sorgt in 68 KILL für Chaos. Das muss Chip durchleben, der für die Freundin alles tut, um die Angebetete glücklich zu machen. Diesmal hat Gutgläubigkeit aber ungeahnte Folgen, denn die Liebste entpuppt sich als gerissenes Miststück und geht für Kohle sogar über Leichen. Diamonds Are A Girl’s Best Friend.

 
 
 


 
 
 

68 KILL – Kritik

 
 
 
Wie verhalten sich Frauen eigentlich in Horrorfilmen? In den seltensten Fällen helle, denn Drehbuchautoren meinen es mit weiblichen Figuren im Horror-Genre nicht immer gut. So wird oft wenig von Protagonistinnen abverlangt. Die müssen in der Regel als Blickfang herhalten und sich in den meisten Filmen dem starken Geschlecht unterwerfen. Doch Frauen können auch anders. Wenn es nach Regisseur TRENT HAAGA geht, sind die nämlich alles andere als nett. Der ambitionierte Regie-Neuling hat mit 68 KILLS seinen zweiten Spielfilm inszeniert, ist aber im Filmbusiness kein Unbekannter. So konnte sich Haaga bereits als Schauspieler in Horror-Werken wie STARRY EYES oder ATOMIC HERO 4 einen Namen machen. Aber auch als Drehbuchautor war der Filmemacher schon mehrfach unterwegs. So gehen die Drehbücher zu DEADGIRL und IT CAME FROM THE DESERT auf das Konto des Multitalents, das sogar auch noch Filme hin und wieder produziert, wenn es die Zeit hergibt. Laut Interviews mit der Fachpresse kam die Idee zur zweiten Regie-Arbeit ganz nebenbei. Als leidenschaftlicher Fan der Bücher von Autor BRYAN SMITH verschlang Regisseur TRENT HAAGA dessen ersten nicht Horror-Roman 68 KILL, war begeistert und wollte aus der Novelle unbedingt einen Film machen. Er veränderte den Plot minimal und fand die Idee spannend einen Kerl auf eine Reise zu schicken, während der er lernen musste unabhängig zu werden. Entstanden ist ein rabenschwarzer Selbstfindungstrip, der sich wohlwollend vom üblichen Horrorbrei abzuheben versteht, weil hier endlich mal nicht Ware von der Stange abgeliefert wurde, sondern Indie-Kino mit Überraschungen, das man in derartiger Form bestimmt noch nicht auf der Mattscheibe hatte.
 
 
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Girlpower mal anders: Unterschätze niemals die Reize schöner Frauen. Die können nämlich auch schnell mal den Tod bedeuten. Mit jener Weisheit muss auch Angsthase Chip (MATTHEW GRAY GUBLER) Bekanntschaft machen, der in 68 KILL Tage voller Turbulenzen erlebt. Alles beginnt nach einem Schäferstündchen mit Freundin Liza (ANNALYNNE MCCORD). Die ist nicht auf den Kopf gefallen und stockt ihr Einkommen etwas auf, indem sie gelegentlich mit Männern in die Kiste springt und dafür Geld bekommt. Einer ihrer „Gönner“ scheint besonders reich zu sein. Der versteckt im Safe 68.000 Dollar, die Rebellin Liza natürlich auch gern ihr Eigen nennen würde. Prompt schmiedet sie einen Plan. Sie überredet Lover Chip zu einem Einbruch, um die Moneten zu stehlen. Doch es kommt alles anders. Kaum Zutritt zum Anwesen verschafft, zeigt Liza ihr wahres Gesicht. Die zückt ein Messer und tötet den spendablen Geldgeber sowie dessen Frau. Was folgt entwickelt sich für den verschreckten Chip zum Albtraum. Der muss nicht nur einsehen, dass seine Freundin eine skrupellose Psychopathin ist, sondern wird zudem in einen Strudel von Umständen gezogen, aus dem bald kein Entkommen mehr ist. So muss eine Zeugin (ALISHA BOE) überwältigt werden. Die war zum Zeitpunkt des Mordes im Haus und hat davon Wind bekommen. Deshalb wird sie kurzerhand in den Kofferraum gesperrt und soll als Folteropfer enden. Leider macht Chip Probleme. Der ist mit dem Vorhaben seiner Freundin gar nicht einverstanden und stellt sich ihr in den Weg. Keine gute Idee, denn Liza versteht keinen Spaß mit Liebhabern, die ihr in den Rücken fallen. Manchmal ist es eben besser, wenn man emanzipierten Damen aus dem Weg geht. Von denen wird Chip im späteren Verlauf nämlich noch einige treffen.
 
 
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Vertauschte Rollen. 68 KILL zeigt ein ungewohnt dominantes Bild der Frau. In diesem zynischen Indie-Thriller haben nämlich Damen die Hosen an und Männer nichts zu melden. Die verhalten sich wie Kerle, während Letztere selbst zu Weicheiern verkommen. Das gängige Klischee der unterwürfigen und nicht immer hellen Frau hat hier Sendepause. Regisseur TRENT HAAGA beschreibt seinen Heldinnen im Film als unberechenbar, furchtlos und knallhart, die ungewohnt ruppig zur Sache gehen, wenn Lösungen für Probleme gefunden werden müssen. Für den Zuschauer bedeutet das harte Action und blutige Gewalteinlagen, welche gern auch mal Grindhouse-Feeling ins Wohnzimmer holen und Fans fürs Grobe glücklich machen. Jene Filmliebhaber bekommen hier häppchenweise Exploitation aufgetischt, die sich selbst nicht immer ernst nimmt. 68 KILL erfreut mit bissigem Zynismus und hat auch noch Antiheldinnen an Bord, die Dank cooler Sprüchen auch gern mal Figuren aus Werken des oft gelobten QUENTIN TARANTINO in Erinnerung holen. Dabei erweist sich vor allem ANNALYNNE MCCORD als Glücksgriff. Die Darstellerin lieferte bereits in EXCISION meisterliches Schauspiel ab und verkörperte dort einen irren Teenager mit einer makabren Leidenschaft für den Tod. Offenbar hat die Amerikanerin eine Vorliebe für verhaltensauffällige Rollen. Im direkten Vergleich ist deren Rolle in 68 KILL nämlich nicht weniger durchgeknallt. Die entpuppt sich im Film als eiskalte Psychopathin und lässige Amazone, die Männer nur für Zwecke missbraucht, um Ziele erreichen zu können. Irgendwie cool, aber dennoch beunruhigend, denn bei so selbstbewussten Damen, bekommt man es als Mann schon mal mit der Angst zu tun
 
 
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68 KILL – Fazit

 
 
 

7 Punkte Final

 
 
 
Vier durchgeknallte Emanzen in gleich einem Streifen. 68 KILL ist die Erwachsenenversion von SPICEWORLD – DER FILM. Dass Frauen nicht nur gründlich putzen und gut kochen können, will der von Regisseur TRENT HAAGA inszenierte Exploitation-Heuler unter Beweis stellen. Die Verfilmung des gleichnamigen Buches von Genre-Autor BRYAN SMITH handelt von furchtlosen Frauen, die mit Männern keine Gnade kennen. Letztere verfallen hier schnell den Reizen allzu taffer Damen und bemerken erst spät, dass man dem Netz einer Schwarzen Witwe nicht mehr entkommen kann, wenn man sich darin verfangen hat. 68 KILL ist ein rabenschwarzes Horror-Vergnügen mit allerhand Überraschungen, dreisten Weibern und deftigen Gewalteskapaden. Schauspielerisch ist Gebotenes erste Sahne und auch die Handlung überzeugt mit frischen Ideen und unerwarteten Wendungen. Leider trübt ein zäher Mittelteil den positiven Gesamteindruck. Der bremst den eigentlich rasant inszenierten Thriller ein klein wenig aus. Das sollte aber kein Grund sein, sich mit dieser kruden Amazonen-Bande nicht doch anzufreunden. Unterm Strich sorgen die Hauptdarstellerinnen im Film mit boshaften Sprüchen und gemeingefährlicher Rücksichtslosigkeit für jede Menge Laune und laute Lacher – nicht nur beim weiblichen Publikum.
 
 
 


 
 
 

68 KILL – Zensur

 
 
 
Durchschnittene Kehlen, abgehackte Unterarme, Messer in den Kopf, massakrierte Leiche in einer Hotelwanne. In 68 KILL geht die Post ab, was vermutlich Gewaltfans freuen dürfte. Viele der Gewalttaten sind aber derart grotesk inszeniert, dass sie nicht sonderlich hart wirken. Zudem mildert ein zynischer Unterton das blutige Treiben. Hierzulande hat der Streifen eine Erwachsenenfreigabe erhalten und steht mit rotem FSK-Sticker im Handel.
 
 
 


 
 
 

68 KILL – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) MFA+ Filmdistribution

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: 68 Kill; USA 2017

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 92 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: 06.10.2017

 

68 Kill [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 


 
 
 

68 KILL – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte führ Grafiken liegen bei MFA+ Filmdistribution)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Death Proof – Todsicher (2007)
 
Kill Bill – Volume 1 (2003)
 
Kill Bill – Volume 2 (2004)
 
True Romance (1993)
 

Filmkritik: „A Girl Walks Home Alone at Night“ (2014)

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A GIRL WALKS HOME ALONE AT NIGHT

Story

 
 
 
In der fiktiven iranischen Stadt Bad City liegt der Hund begraben. Die trostlose Ortschaft wird bevölkert von Drogendealern, Zuhältern, Prostituierten und Junkies, die sich mit ihrer ungemütlichen Umgebung abgefunden haben. Da fällt es kaum auf, dass in ihrer Mitte ein ebenso desillusionierter Vampir in Form einer jungen Frau (Sheila Vand) ein trauriges Dasein fristet. Während ihrer nächtlichen Streifzüge trifft die mysteriöse Blutsaugerin auf Arash (Arash Marandi), einen harmlosen jungen Mann, der zwischen der Drogensucht seines Vaters und seinem eigenen Unglück alle Hände voll zu tun hat. Ohne viele Worte nähern sich die Beiden einander an und ein Lichtblick erfüllt die düsteren Gassen der Bad City.
 
 
 


 
 
 

A GIRL WALKS HOME ALONE AT NIGHT – Kritik

 
 
 
Es sollte gleich zu Beginn der Kritik darauf hingewiesen werden, dass „A Girl Walks Home Alone at Night“ weit von einem gewöhnlichen Vampirfilm entfernt ist. Das liegt nicht nur daran, dass die iranisch-amerikanische Newcomerin Ana Lily Amirpour in ihrem ersten Langfilm darauf verzichtet, ihre namenlose Protagonistin auf eine permanente Blutjagd zu schicken. Der Film beschränkt sich nicht auf die üblichen Vorgaben und Forderungen eines Genrefilms, weil er sich ein weit höheres Ziel setzt. Wirft man einen näheren Blick auf die Konstellation der Figuren im Film, wird klar, dass Regisseurin Amirpour nicht nur die Liebesgeschichte eines ungleichen Paares erzählen möchte. Mit der düsteren und effektiven Kulisse der verlassenen Bad City beschwört sie eine ungemütliche, angstvolle Atmosphäre herauf. Ihre Figuren lassen sich in zwei Gruppen teilen: die eine arrangiert sich mit der misslichen Lage, die andere sucht und strebt nach einem Ausweg. Dank der dialogarmen Struktur des Films lässt sich dieses Basiskonstrukt vielfach interpretieren und auf eine Vielzahl verschiedener Situationen beziehen. So kann der Subtext von „A Girl Walks Home Alone at Night“ mühelos als politische Kritik an der strengen iranischen Regierung gelesen werden. Somit ist die Arbeit der jungen Erst-Filmemacherin nicht nur cleverer als die viele ihrer männlichen Kollegen, sondern auch um Einiges stilsicherer.
 
 
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Die Vorbilder, die den Film visuell bestimmen, sind vielfältig. Von alten Noir-Filmen über Western und den etwas modernen Rockabilly-Style bis hin zur Gruselatmosphäre der klassischen Monsterfilme. All jene Einflüsse schmiedet Filmemacherin Ana Lily Amirpour zu einem visuell beeindruckendem Kunstwerk, das sich weniger wie die Kombination von etwas Altem und mehr wie etwas Neues anfühlt. Stellenweise gelingt Amirpour sogar das Einfangen einer spannenden, unbehaglichen Atmosphäre – etwas, dass man in vielen reinrassigen Horror/Vampirthrillern aktuellen Datum schmerzlich vermisst. Der von ihr geschaffene Ort Bad City ist eine stark reduzierte Kulisse, in der außer den Figuren des Films niemand unterwegs zu sein scheint. Zu den kargen, düsteren Bildern gesellt sich ein minimal, effektiver Mix aus Soundeffekten, die dem Zuschauer (genau wie den Figuren) ein Gefühl ultimativer Einsamkeit vermittelt. Die Krönung des Films kommt in Form von Sheila Vand daher. Die Hauptdarstellerin dieses Ausnahmestreifens spricht als namenlose Vampirin zwar nicht viele Worte, versprüht aber mit ihren großen Augen und einem stechenden Blick eine hypnotische wie beängstigende Aura.
 
 
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A GIRL WALKS HOME ALONE AT NIGHT – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
„A Girl Walks Home Alone at Night“ ist definitiv etwas Neues und ein Film, der die Horrorgemeinde in zwei Lager spalten dürfte. Ana Lily Amirpours Spielfilmdebüt ist ein magnetischer Film, der zwar für den Horrorfan kaum Schauwerte liefert, für den anspruchsvollen Cineasten aber eine bezaubernde Entdeckung sein dürfte. Wer im Genre nach frischen Filmstoffen sucht, ist hier definitiv richtig. „A Girl Walks Home Alone at Night“ ist einzigartig und faszinierend zugleich. Sehenswert!
 
 
 


 
 
 

A GIRL WALKS HOME ALONE AT NIGHT – Zensur

 
 
 
Der Film ist in Deutschland ungeschnitten mit einer Freigabe ab 12 erschienen. Dem geringen Gewaltgrad ist diese Freigabe zwar angemessen, aber da der Film von einem sehr tragischen Ton dominiert wird und sich Problematiken wie Drogenabhängigkeit und Prostitution im Detail widmet, scheint diese Freigabe etwas sehr tief angesetzt. In den meisten Fällen hat es dafür von der FSK einen 16er-Freigabe erhalten. Vermutlich war die Zensurbehörde am Tag der Prüfung gut gelaunt.
 
 
 


 
 
 

A GIRL WALKS HOME ALONE AT NIGHT – Deutsche Blu-ray

 
 
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(c) Capelight Pictures (ungeschnittene Fassung im KeepCase)

 
 
 
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(c) Capelight Pictures (ungeschnittene Fassung im limitierten Mediabook)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: A Girl Walks Home Alone at Night; USA 2014

Genre: Horror, Liebesfilme, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Persisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 2.35:1 (1080p, s/w)

Laufzeit: 100 Minuten

FSK: FSK 12 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover, Mediabook

Extras: Kinotrailer, Entfallene Szenen & Hinter den Kulissen, Vice Featurette & Vice trifft Ana Lily Amirpour and Sheila Vand | zusätzlich im Mediabook: 32-seitiges Booklet (Comic)

Release-Termin: Blu-ray: 28.08.2015 | Mediabook: 28.08.2015

 
 
 


 
 
 

A GIRL WALKS HOME ALONE AT NIGHT – Mediabook

 
 
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A Girl Walks Home Alone at Night (Limitiertes Mediabook) ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

A GIRL WALKS HOME ALONE AT NIGHT – Trailer

 
 


 
 
 

Timo Löhndorf

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Die Rechte aller Grafiken in dieser Review liegen bei Capelight Pictures

 
 
 
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