Filmkritik: „Blinde Wut“ (1989)

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BLINDE WUT

(BLIND FURY)

Story

 
 
 
Nick Parker (Rutger Hauer) verliert im Vietnamkrieg sein Augenlicht und bereist seitdem ziellos die USA. Als er in Nevada seinen Armeekameraden Frank besuchen will, ist dieser verschwunden, seine Frau wird von Gangstern ermordet und bittet Nick, ihren Sohn mit seinem Vater zusammenzuführen. Was die immer wieder im Auftrag von Franks Boss attackierenden Killer nicht wissen: Nick hat bei einem asiatischen Kampfkunst-Sensei gelernt, auch ohne Sehvermögen jeden außer Gefecht zu setzen, der ihm auf die Pelle rückt.

 
 
 


 
 
 

BLINDE WUT – Kritik

 
 
Juli 2019. Der niederländische Schauspieler Rutger Hauer ist noch keine Stunde tot, da überschlägt sich die deutsche Presse mit Nachrufen, deren standesdünkelhafter Schwachsinns-Tenor den Verstorbenen zu einer Art intellektueller Arthouse-Kino-Ikone verklärt. Von Holland nach Hollywood auf einem Kunstfilm-Schiffchen quasi. Selbst seine tolle Darstellung des traurigen Replikanten in BLADE RUNNER wird dem Sektor des Unterhaltungskinos entrissen. Hierbei wird unterschlagen, dass Hauer eben nicht auf die fast brotlose Kunst des Daseins als Kunstfilm-Liebling beschränkt war. Als wäre eine Karriere als Filmstar etwas Verwerfliches. Sein gutes, rau-wiedererkennbares Äußeres, eine typisch holländische Mehrsprachigkeit und klassisch geschulte Schauspielkunst sind nicht gerade hinderlich. Seine Rollen umfassen folglich ausländische Bösewichter genauso wie kernige Actionhelden, wenn auch mit einem Hauch der Nachdenklichkeit und auch Verletzlichkeit. So ist auch die Darstellung des Nick Parker in BLINDE WUT angelegt. Auch die restliche Besetzung macht Spaß. Terry O’Quinn, als Frank mal kein Drecksack, überzeugt so, wie er es auch als STEPFATHER und viele Jahre später John Locke in LOST tut. Meg Foster ist immer gut, Kinderstar Brandon Call aus BAYWATCH spielt den Sohn und auf der Seite der Bad Guys spart BLINDE WUT auch nicht an Qualität, kommen hier doch tatsächlich das menschliche Warzenschwein Randall „Tex“ Cobb und der japanische Ninja-König Sho Kosugi zum Einsatz.
 
 
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Was für eine Überleitung. Japan: Als Inspiration für den Film gilt die japanische Figur des Zatoichi – Star von beinahe 30 Spielfilmen seit Anfang der Sechziger und einer langegesendeten Fernsehserie. Dieser „blinde Ichi“ ist ein Masseur und heimlicher Schwertkampf-Meister, der Mitte des 19. Jahrhunderts durch das feudalistische Japan wandert und immer wieder an Kriminelle gerät. Natürlich denken die Fieslinge jedes Mal, der Sehbehinderte kann keine große Bedrohung für ihre Untaten sein und beißen verlässlich zum Finale bildgewaltig ins Gras, beziehungsweise den Bambus. Gespielt wird der Blinde von Shintaro Katsu, dem Bruder von Tomisaburo Wakayama. Den kennt der geneigte Gewaltfilm-Fan als Hauptdarsteller der legendären SHOGUN ASSASSIN/LONE WOLF AND CUB Filmreihe. Katsus stählerne Aufräumarbeiten in der Unterwelt begeistern Mitte der Achtziger den Schauspieler Tim Matheson so sehr, dass der die amerikanischen Adaptionsrechte für der 17. ZATOICHI-Film, sinngemäßer deutscher Titel ZATOICHIS HERAUSFORDERUNG, erwirbt und drei Jahre später BLINDE WUT produziert.
 
 
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Der amerikanische Film ist schneller und actionreicher als alle Zatoichis zusammen, ergeht sich aber trotzdem nicht in unendlichen Materialschlachten, wie sie das Adrenalinkino in Hollywood mittlerweile gnaden- und hirnlos zelebriert. CGI gab’s in dieser Form glücklicherweise noch nicht. Regisseur Philip Noyce allerdings, das sei hier noch angemerkt, dreht 2010 mit dem Angelina-Jolie-Vehikel SALT tatsächlich einen Big-Budget-Actioner, der trotz erwähnter CGI-Exzesse gut ist.
 
 
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BLINDE WUT – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
BLINDE WUT, die amerikanische Weiterführung einer Filmepisode der ZATOICHI-Reihe aus Japan, ist ein Action-Cheeseburger der alten Schule. Erfreulicherweise stimmt bei diesem Herrenfilm eigentlich alles. Grobe Martial-Arts-Kloppe trifft auf machohafte Arschloch-Komik, die Besetzung ist ein Fest und der große Rutger Hauer mochte den Film und seine Darstellung des Vietnamveteranen-Zatoichi auch. Wie könnten wir ihm widersprechen?
 
 
 


 
 
 

BLINDE WUT – Zensur

 
 
 
BLINDE WUT wurden in Deutschland ungeschnitten in den Kinos gezeigt und kam anschließend ebenso ungekürzt auf VHS heraus. Leider wurde der Film 1990 indiziert. Diese Indizierung wurde erst 2015 aufgehoben. Während der Indizierung wurde der Streifen 2006 ungeschnitten auf DVD veröffentlicht. Mittlerweile ist BLINDE WUT auch im HD-Zeitalter angekommen. Der Streifen feierte seine deutsche Blu-ray-Premiere 2019 im Mediabook aus dem Hause NAMELESS MEDIA. Dieses war ungeprüft. Rechteinhaber SONY hat den Action-Klassiker aber nun von der FSK neu prüfen lassen und erhielt für die ungeschnittene Filmfassung eine FSK16. Daher kann der Film nun ohne Probleme im Kaufhaus erworben werden. Die dort ausliegende KeepCase-Blu-ray ist trotz FSK16-Sticker komplett.
 
 
 


 
 
 

BLINDE WUT – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Sony Pictures Entertainment – KeepCase

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(c) Nameless Media – Mediabook A (limitiert auf 333 Stück)

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(c) Nameless Media – Mediabook B (limitiert auf 444 Stück)

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(c) Nameless Media – Mediabook C (limitiert auf 333 Stück)

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(c) Nameless Media – Mediabook D (limitiert auf 444 Stück)

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(c) Nameless Media – Mediabook E (limitiert auf 444 Stück)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Blind Fury; USA 1989

Genre: Action, Komödien, Krimis

Ton: Deutsch DTS-HD MA 2.0, Englisch DTS-HD MA 2.0

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.85:1 (1080p) | @29,976 Hz

Laufzeit: ca. 86 Min.

FSK: KeepCase: FSK16 (ungeschnittene Fassung) | Mediabook: ungeprüft – FSK18 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover | Mediabook

Extras: Trailer | zusätzlich im Mediabook: Booklet und Hauptfilm auf DVD

Release-Termin: Mediabook: 18.10.2019 | KeepCase: 12.03.2020

 

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BLINDE WUT – Trailer

 
 


 
 
 

Christian Ladewig

(Rechte für Grafiken liegen bei SONY PICTURES ENTERTAINMENT | NAMELESS MEDIA)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Gesucht: Tot oder lebendig (1987)
 
Zatoichi – Der blinde Samurai (2003)
 
Zatoichi – The Blind Swordsman (1989)
 

Filmkritik: „Ninja – Die Killermaschine“ (1981)

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NINJA – DIE KILLERMASCHINE

(DIE RACHE DES NINJA | ENTER THE NINJA)

Story

 
 
 
Ninja-Meister Cole will einem alten Freund helfen und legt sich dabei mit einem mächtigen Gegner an, der vor nichts Halt macht.

 
 
 


 
 
 

NINJA – DIE KILLERMASCHINE – Kritik

 
 
Anfang der 80er Jahre startete in den USA eine Ninja-Welle, denn man wollte etwas vom Eastern-Kuchen abhaben. Es darf bezweifelt werden, dass „Ninja – Die Killermaschine“ diese Welle ausgelöst hat, doch er gehört jedenfalls zu einem früheren Exemplar dieser Werke. Wie bei vielen dieser Filme hat man es auch hier mit ziemlichen Trash zu tun, doch das tut dem Spaß keinen Abbruch. Man bekommt hier jedenfalls Action-Quatsch erster Güte geboten!
 
 
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Der Vietnamkriegsveteran Cole hat es in Japan zum Ninja-Meister gebracht, was nicht bei allen Ninja auf Gegenfreude stößt. Doch nun reist Cole erst mal auf die Philippinen, um dort seinen alten Kriegsfreund Frank zu besuchen. Der besitzt dort Land, welches ihm ein schmieriger Geschäftsmann abkaufen möchte. Da sich Frank weigert zu verkaufen, versucht es Mr. Venarius mit immer drastischeren Mitteln. Ein Glück, dass Cole mit seinen Kampfkünsten helfen kann. Die Story ist natürlich hauchdünn und dient eigentlich nur dem Zweck ordentlich Gewalt zeigen zu können. Das ist alles sehr hanebüchen, doch dem Freund primitiver Action wird das herzlich egal sein. Auf jeden Fall hatte man ein paar schöne Einfälle und hält das Treiben meist abwechslungsreich. Dass das Ganze dabei recht vorhersehbar ist, stört nicht mal, denn hier bekommt man es mit seichter Actionunterhaltung zu tun, bei der es sogar gut tut, dass die Überraschungen ausbleiben.
 
 
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Die Besetzung ist ordentlich und mit Franco Nero ist nicht nur ein bekanntes Gesicht mit dabei. Zwar hat Nero mit Ninjutsu ungefähr so viel zu tun, wie Jackie Chan mit Wrestling, aber als Actionstar ist er dennoch brauchbar. Mit einem herrlichen Schnäuzer versehen, agiert Nero einfach charmant und markant. Als Gegenspieler bekommt er es mit Shō Kosugi zu tun, der daraufhin als Ninja-Darsteller weltbekannt wurde, hier allerdings noch nicht so viele Auftritte hat. Dafür gibt es Christopher George noch als amüsant-schmierigen Bösewicht zu sehen und auch Zachi Noy, den die meisten wahrscheinlich eher aus der „Eis am Stiel“ Reihe kennen werden, weiß zu gefallen. An weiblicher Front darf Susan George überzeugen und somit gibt es an den Darstellern überhaupt nichts auszusetzen. Die Figurenzeichnung ist natürlich höchst plakativ, doch so will der Zuschauer das in solchen Actionfilmen eigentlich auch gerne haben. Zumindest ist das relativ markant geraten, so dass ein Wiedererkennungswert nicht ausbleibt.
 
 
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Die Inszenierung übernahm Vielfilmer Menahem Golan, der nicht wenige Actionfilme innerhalb seiner Karriere drehte und schon wusste, was er da tut. Das beginnt gleich mit einer langen Actionsequenz, in der erst mal gar nicht gesprochen wird. Erst danach folgt die eigentliche Einleitung, doch auch hier dauert es nicht lange bis zum Mord- und Totschlag. „Ninja – Die Killermaschine“ ist wirklich nicht zimperlich, besitzt einen ordentlichen Bodycount und dreht zum Finale hin noch mal mächtig an der Gewaltschraube. Zwar ist man heute Brutaleres gewöhnt, aber harmlos ist das absolut nicht und die Kills sind sogar erstaunlich abwechslungsreich geraten. Besonders viele tolle Choreographien gibt es eher nicht zu sehen, aber trotzdem unterhält diese Action einfach kurzweilig und spaßig, selbst wenn dem Streifen phasenweise minimal die Luft ausgeht. Das liegt aber eher daran, dass das Ganze kaum Substanz besitzt, denn an sich ist das Tempo immer hoch und es vergehen selten viele Minuten, bis es zur nächsten Action kommt.
 
 
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Handwerklich wurde das Treiben souverän gestaltet und die Schauplätze wissen zu gefallen. Ansonsten ist es am ehesten diese herrliche Atmosphäre, die so zu überzeugen vermag. „Ninja – Die Killermaschine“ nimmt sich manchmal schon ernst, ist aber oftmals auch ziemlich humorvoll und mit platten Sprüchen ausgestattet. Die Komik wechselt dabei zwischen freiwillig und unfreiwillig, so dass der Trashpegel im Endeffekt doch ziemlich hoch ist. Doch das soll hier positiv verstanden werden, denn so wie hier macht 80er-Jahre-Action-Trash einfach Laune. Dass das Geschehen nebenbei noch von einem stimmungsvollen, wenn auch manchmal etwas seltsamen Score begleitet wird, rundet das Ganze gelungen ab.
 
 


 
 
 

NINJA – DIE KILLERMASCHINE – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
„Ninja – Die Killermaschine“ stellt puren Nonsens dar und dürfte eigentlich allen Action-Trash-Fans munden. Zumindest wenn man auch die älteren Schinken mag und etwas für die 80er Jahre übrig hat. Dass man von der Story und Figurenzeichnung nichts erwarten darf, sollte niemanden verwundern und dass es von Franco Nero keine professionellen Ninja-Kämpfe zu sehen gibt, ebenfalls nicht. Dafür wird das alles ordentlich gespielt und der Film besitzt eine amüsante Atmosphäre, die einfach Spaß macht. Außerdem gibt es reichlich Action und viel Gewalt zu sehen, die Inszenierung stimmt und das Treiben vergeht relativ kurzweilig. Von daher eine Empfehlung an alle Freunde der primitiven Action!
 
 
 


 
 
 

NINJA – DIE KILLERMASCHINE – Zensur

 
 
 
„Ninja – Die Killermaschine“ ist ein kultige Trash-Actioner aus den Cannon-Studios, der nicht unwesentlich daran beteiligt gewesen ist, dass sich Ninja-Filme in den 1980ern großer Beliebtheit erfreut haben. Leider hatte es der Streifen – wie so viele Filme in den 80ern – nicht leicht bei den Sittenwächtern. Der Streifen wurden in Deutschland nur geschnitten veröffentlicht. Diese gerupfte Fassung beruhte auf der ohnehin schon stark zensierten Fassung aus Großbritannien. Aufgrund diverser zweifelhafter Szenen kein Wunder. „Ninja – Die Killermaschine“ hat einiges an kontroversen Stoff zu bieten, den man in den 80ern schlichtweg aus Filmen schnitt. Darunter Szenen in denen Tiere gequält werden und Aufnahmen mit Waffen – wie Nunchakus und Wurfsternen. Wie bereits heute musste man für die komplette Filmversion über Umwege gehen. Die ungeschnittene Fassung erhielt man in der Schweiz auf der VHS. Doch das ist mittlerweile Schnee von gestern. „Ninja – Die Killermaschine“ wurde 2008 vom Index genommen und die Indizierung aufgehoben. Darauf folgte eine FSK-geprüfte Uncut-Fassung auf DVD durch Ascot. Nun hat es der Film auch in HD-Zeitalter geschafft. Nachdem der Anbieter Infopictures die erste Blu-ray zum Kampffilm im jähr 2012 veröffentlichte, erschien jüngst eine Zweitauflage durch Studio Hamburg. Beide Blu-ray-Fassungen sind komplett.
 
 
 


 
 
 

NINJA – DIE KILLERMASCHINE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Studio Hamburg (KeepCase + Neuauflage)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Enter the Ninja; USA 1981

Genre: Kampfkunst, Action, Drama

Ton: Deutsch DD 5.1, Englisch DD 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.85:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 99 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Trailer

Release-Termin: 04.10.2019

 

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NINJA – DIE KILLERMASCHINE – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Studio Hamburg)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Bloodsport (1988)
 
Die Rückkehr des Ninja (1983)
 
Ninja III – Die Herrschaft der Ninja (1984)