Filmkritik: „Containment“ (2015)

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CONTAINMENT

Story

 
 
 
Für Misanthrop Mark beginnt der Tag nicht wie jeder andere. Türen und Fenster der Wohnung sind versiegelt und auf dem Platz vor dem Haus geht ein Team in Schutzanzügen ein und aus. Was ist hier geschehen? Auch den restlichen Bewohnern des Hauses geht es nicht anders. Sie befinden sich in Todesangst und versuchen einen Weg aus ihrem Gefängnis zu finden – wenn auch vergebens.
 
 
 


 
 
 

CONTAINMENT – Kritik

 
 
 
Zombies, Zombies, überall Zombies. In Zeiten in denen es scheint, als würde das Genre fast ausschließlich von Zombies, Virusepidemien und Weltuntergangsszenarien dominiert, ist es schön zu sehen, wenn Filmemacher versuchen gegen den Zombiestrom zu schwimmen. Einer dieser mutigen Regisseure ist der Engländer NEIL MCENERY-WEST. Der hat mit CONTAINMENT (zu Deutsch: Eindämmung) seinen ersten Langfilm inszeniert, geht aber andere Wege und das, obwohl das Filmplakat zum Debüt einen weiteren, austauschbaren Zombieschnarcher inklusive unerbittlichen Überlebenskampf vermuten lässt.
 
 
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Biologische Desaster ja, Zombieplage nein! Realismus steht bei CONTAINMENT im Fokus. Das bedeutet, dass Fans schlurfender Menschenfresser vergebens auf die Horden der hungrigen Untoten warten dürften. Macher NEIL MCENERY-WEST ergründet menschliche Ängste in Zeiten todbringender Katastrophen, die im Falle von CONTAINMENT dafür sorgen, dass eine Evakuation von Überlebenden aus dem Ruder läuft. Fressgeiles Zombiepack und literweise Kunstblut haben Sendepause. Stattdessen macht es der Regieneuling unkonventionell, lockt auf falsche Fährten und überzeugt mit unerwarteten Wendungen.
 
 
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Ein Wohnblock steht in CONTAINMENT unter Quarantäne. Der Ausnahmezustand sorgt in einer britischen Wohnsiedlung für Panik und treibt die Bewohner an den Rand ihrer mentalen Kräfte. Die müssen feststellen, dass sie in ihren Wohnungen festsitzen, weil Fenster und Türen von Außen versiegelt wurden. Doch was ist geschehen? Mieter Mark (LEE ROSS) entdeckt schnell, dass dieser Morgen nichts Gutes bringen wird. Er verbündet sich mit seinen Nachbarn, die sich durch ein Loch in der Wand Zutritt in die Wohnung verschafft haben. Gemeinsam versucht man einen Weg nach draußen zu finden, doch die Flucht ist schwieriger als gedacht. Auf dem Platz vor dem Block haben Rettungskräfte ein Zelt aufgebaut. In Schutzanzügen verpackt trägt man erkrankte Bewohner aus den Häusern in das provisorische Lager. Eine scheinbar unüberbrückbare Mauer, werden doch Flüchtende erschossen, die versuchen unentdeckt in die Freiheit zu laufen. Da wird eine der Rettungskräfte zur Geisel umfunktioniert. Sie soll nötige Antworten liefern und das Ticket in die Freiheit sein. Leider verläuft die Flucht nicht nach Plan, denn die Situation gerät außer Kontrolle.
 
 
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Klaustrophobie als Panikmacher. Die drängt die Protagonisten in CONTAINMENT an den Rand ihrer mentalen Kräfte. Abermals versucht ein Filmemacher die Raumangst effektiv für einen Film zu nutzen und zeigt auf zu was Menschen fähig sind, wenn sie in die Freiheit wollen. Verstärkt wird dieses Gefühl der Not durch die Angst vor dem Unbekannten, denn NEIL MCENERY-WEST bevorzugt es Figuren und Zuschauer lang darüber im Unklaren zu lassen, in welch misslicher Lage sich die Bewohner dieses Wohnkomplexes befinden. Spannung ist garantiert, die vor allem durch die Gemütslagen der unterschiedlichen Protagonisten verstärkt wird. Die geraten während der Flucht des Öfteren aneinander, denn nicht alle handeln zum Wohle der Gruppe. So schlummert in Nachbar Sergei (ANDREW LEUNG) ein unkontrolliertes Gewaltpotenzial, das die Gruppe vor gefährliche Herausforderungen stellen und das Leben aller in Gefahr bringen wird.
 
 
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CONTAINMENT ist ein überzeugend inszenierter und überraschend guter Film geworden, der gerade wegen der anderen Herangehensweise aus dem riesigen Angebot an mehr schlechter als rechter Virusfilme hervorsticht. Durch rigorosen Verzicht auf klischeebeladene Horrorelemente und den dezenten Einsatz pechschwarzen Humors wagt MCENERY-WEST viel, macht aber letztendlich alles richtig. Der etwas andere Epidemie-Film sollte unbedingt gesehen werden – zumindest von denen, die nicht zwingend auf den Zombieauftritt warten, wenn todbringende Krankheiten und Viren ausbrechen und die Menschheit vor dem Untergang steht.
 
 


 
 
 

CONTAINMENT – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Kein Film für Klaustrophobiker. CONTAINMENT ist der etwas andere und weitaus bessere Virusfilm, weil er lieber die Angst vor dem Ungewissen seiner Protagonisten und deren Verzweiflung in den Mittelpunkt rückt, statt Horden fressender Zombies durch die Kulisse geifern zu lassen. Paranoia und Klaustrophobie sind die Geheimzutaten dieses aus Großbritannien stammenden Thrillerdramas, das menschliche Konflikte im Ausnahmezustand studiert und trotzdem typisch britischen Humor zu bieten hat. Die sonderbare Mischung funktioniert trotz ernstem Hintergrund und überrascht sogar noch mit gut platzierten Wendungen. Wir meinen: Dieser Film sollte definitiv auf die Must-See-Liste gesetzt werden – zumindest, wenn man sehenswerte Virusstreifen nicht ausschließlich vom Blut- und Effektgehalt abhängig macht, sondern in erster Linie die Geschichte zählt.
 
 


 
 
 

CONTAINMENT – Zensur

 
 
 
Gewalt spielt in CONTAINMENT keine große Rolle. Dennoch werden Menschen erschossen. Zudem wird ein vermummter Biologe mit einem Baseballschläger erschlagen und eine Überlebende muss sterben, weil eine Glasscherbe die Halsschlagader streift. Sollte der Film in Deutschland veröffentlicht werden, dürfte er ohne Probleme eine FSK16 erhalten.
 
 


 
 
 

CONTAINMENT – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Contagion (2011)
 
Carriers (2009)
 

Filmkritik: „The Hybrid“ (2014)

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THE HYBRID

Story

 
 
 
Söldner Jim Powell (JOHN LYNCH) kommt unerwartet aus dem Gefängnis frei und muss als Gegenleistung einen ganz besonderen Auftrag ausführen. Mit einem sechsköpfigen Team soll er in die ehemalige Sowjetunion reisen und in einen stark bewachten Forschungsbunker eindringen, um dort eine Wissenschaftlerin samt Arbeiten zu bergen. Doch der Einsatz ist nicht ungefährlich, denn hier unten haust eine von Menschenhand geschaffene Bedrohung, die sich bald nicht mehr bändigen lässt.
 
 
 


 
 
 

THE HYBRID – Kritik

 
 
 
Eine unterirdische Forschungsbasis irgendwo im russischen Hinterland. Darin eine strebsame Wissenschaftlerin, die geheimnisvolle Experimente mit menschlicher DNA durchführt und damit für Chaos sorgt, weil die Testobjekte nicht nach ihrer Pfeife tanzen wollen. THE HYBRID liefert Horrorstoff aus dem Albträume sind und das sogar fernab jeglicher Todesbakterien oder Killerviren, die nicht selten für apokalyptische Zombieszenarien verantwortlich gemacht werden, wenn Experimente mal wieder aus dem Ruder laufen. Überraschend aufgeräumt und geradlinig geht es im britischen THE HYBRID zu, der zwar eine knappe Geschichte erzählt, aber nicht minder unterhaltsam ist. Der Brite BILLY O’BRIAN hat diesen kurzweiligen Science-Fiction-Horror gedreht. Für ihn sind missglückte Forschungen kein Neuland.
 
 
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Bereits 2005 beschäftigte er sich mit gescheiterten Experimenten und nahm für den Indie-Grusler ISOLATION das erste Mal auf dem Regiestuhl Platz. Seither ist es verdächtig ruhig um den talentierten Newcomer geworden, der wohl jetzt einen neuen Versuch wagt, um im Genre ernstgenommen zu werden. Ziemlich viele Autoren haben an Drehbuch zu THE HYBRID gepinselt, der anfangs eigentlich SCINTILLA bzw. THE SCINTILLA PROJECT heißen sollte. In den meisten Fallen kein gutes Omen, schließlich bewahrheitet sich immer öfter das Sprichwort vom verdorbenen Brei, an dem zu viele Köche gearbeitet haben. THE HYBRID tanzt aus da aus der Reihe und fällt positiv auf. Grund hierfür: die minimalistische Inszenierung, die sich nur auf das Wesentliche konzentriert, nicht viel Zeit mit Nebensächlichkeiten vergeudet und dennoch stets packend bleibt. Die eigentliche Handlung kommt zügig auf den Punkt und führt ein sechsköpfiges Team um Söldner Jim Powell (John Lynch) zu einer gut bewachten Rebellenbasis, in der abgeschottet von der Außenwelt mit außerirdischem Material gearbeitet wird.
 
 
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Mehr von der ohnehin überschaubaren Geschichte zu erzählen wäre fatal, spielt doch THE HYBRID mit der Erwartungshaltung des Zuschauers, der hier mal wieder davon ausgeht, dass im Inneren der Forschungsräume deformierte Kreaturen ihr Unwesen treiben und grausam Schlachten. Natürlich ist die Verahnung nicht unbegründet, denn die Bedrohung kommt auf leisen Sohlen und getötet wird hier selbstverständlich auch. Dennoch ist die Auflösung reichlich unspektakulärer als vermutet, was aber nicht negativ gewertet werden sollte. Regisseur BILLY O’BRIAN hat ein Händchen für die Platzierung tiefsitzender Schocks, weil er langsam aufbaut und ganz unvorbereitet zuschlägt. Dank solider aber passender Spezialeffekte lässt er am Ende die Katze aus dem Sack und überzeugt mit böser Wendung. Dass da auch ein wenig gesplattert werden darf ist zeitgemäß und freut den Horrorfan. Wir raten trotzdem von der Sichtung des Trailers ab, gehört THE HYBRID zu jener Art von Filmen, über die man im Vorfeld so wenig wie möglich wissen sollte, um sich nicht die Spannung nehmen zu lassen. Endlich mal wieder ein sehenswerter Beitrag, auf den man sich freuen kann. Wir wünschen gute Unterhaltung!
 
 
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THE HYBRID – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Unterhaltsamer, schnörkelfreier Sci-Fi-Horror mit überraschend bluttriefenden Momenten. THE HYBRID oder SCINTILLA – so wie er anfangs heißen sollte – ist kein tiefgründiger Science-Fiction-Schocker mit intelligenter Story. Vermutlich will er das auch gar nicht sein. Vielmehr wollte der britische Regisseur BILLY O’BRIAN (ISOLATION) kurzweilig unterhalten und das tut er mit seinem kleinen Streifen definitiv. Die Charaktere sind nur oberflächlich ausgearbeitet, die Geschichte strotzt nicht gerade vor Innovation und dennoch gelingt es dem Filmemacher einen knackig inszenierten Film an den Mann zu bringen, bei dem der Zuschauer durch die Etappen des Filmes getrieben wird – bis zum wendungsreichen Finale. Dass dort sogar auch etwas Gewalt zelebriert wird erweist sich als I-Tüpfelchen und macht aus THE HYBRID packende Genre-Unterhaltung, die bis zum Ende spannend bleibt, weil man sich ausschließlich auf das Wesentliche konzentriert. Wer übrigens diverse Fragen beantwortet haben möchte, schaut dumm aus der Wäsche. THE HYBRID liefert die nur zum Teil und kurbelt stattdessen die Phantasie des Zuschauers an. Wer daher jede Fragen bis ins Detail geklärt haben möchte, sollte lieber auf die Fortsetzung warten. Schenkt man dem offenen Ende glauben, könnte die wirklich fies werden.
 
 
 


 
 
 

THE HYBRID – Zensur

 
 
 
Am Ende gibt es einiges zu sehen. Es explodieren Köpfe, Knochen werden gebrochen und ein Protagonist wird mit einer Machete in zwei Teile geschnitten. Sollte THE HYBRID hierzulande veröffentlicht werden (was nicht unwahrscheinlich ist) kommt er mit rotem „Keine Jugendfreigabe“-Flatschen in den Handel.
 
 
 


 
 
 

THE HYBRID – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Species (1995)
 
Species II (1998)
 
Xtro II – Die zweite Begegnung (1990)