FILMCHECKER – Die Seite im Netz für Horror. ☠☠☠ Kritiken zu den besten Horrorfilmen ☣☣☣ Slasher, Folterfilme, Thriller, Splatterfilme, Gruselfilme.

Beiträge mit Schlagwort “Simon Barrett

Filmkritik: „Temple“ (2017)

temple-2017-poster

 
 
 

TEMPLE

Story

 
 
 

Ein mysteriöser Tempel wird für drei Japan-Touristen zur (tödlichen) Falle.

 
 
 


 
 
 

TEMPLE – Kritik

 
 
 
Ist das ein neuer Trend? Nachdem wir erst vor einigen Tagen den Geisterfilm GHOST HOUSE besprochen haben, folgt nur wenige Tage danach ein weiterer Genre-Streifen, der aus Amerika kommt und Horror vor fernöstlicher Kulisse zelebriert. Diesmal wird der Zuschauer aber nicht wie im genannten Grusler nach Thailand entführt. In TEMPLE geht es nach Japan, wo sich seit Filmen wie JU-ON, RINGU und Konsorten Geister offenbar besonders wohlfühlen. Für die Umsetzung waren anfangs die VICIOUS BROTHERS angedacht. Die kennen sich im Horror-Bereich aus und inszenierten bereits zusammen Schauer-Kracher wie GRAVE ENCOUNTERS und den Alien-Horror EXTRATERRESTRIAL. Letztendlich ging das Regiezepter aber an den noch unerfahrenen MICHAEL BARRETT. Der zeichnet hier verantwortlich und feiert mit dem Horrorfilm sein Regiedebüt. Ob der kurzfristige Regiewechsel eine gute Entscheidung gewesen ist, darf nach Sichtung bezweifelt werden. TEMPLE ist nämlich kein Hit. Der Film schaut zwar super aus. Inhaltlich wurmt es gewaltig. Es ist eben nicht alles Gold was glänzt.
 
 
temple-2017-bild-1
 
 
Auf in den Fernen Osten. Das denkt sich auch die attraktive Kate, die zusammen mit dem Liebsten und einem Freund aus Kindertagen nach Japan reist, um in die Geschichte des Landes eintauchen zu können. Vor allem geheimnisvolle Tempel haben es der Hobbyfotografin angetan, die sie gern genauer erforschen und natürlich auch fotografieren möchte. Eine Gelegenheit bietet sich schon bald. In einem Laden finden die amerikanischen Touristen ein altes Buch, das von einem dieser Tempel berichtet, um den schaurigen Legenden ranken. Dort sollen Kinder auf unerklärliche Weise verschwunden sein. Weil die Einheimischen keine Erklärung für das Verschwinden fanden, beschuldigten sie den Mönch des mysteriösen Tempels für abscheuliche Taten und lynchten die ahnungslose Seele. Das sind Geschichten, die das Herz eines jeden Abenteurers wecken. Deshalb beschließen die Touristen dem Geheimnis des verbotenen Ortes auf den Grund zu gehen. Sie wandern durch Wälder, legen Rast in einem Dorf ein und finden schon bald, wonach sie gesucht haben. Leider leuchtet schnell ein, dass sich Legenden auch mal bewahrheiten können. Der besagte Tempel scheint ein Ort des Bösen zu sein. Für die drei Wanderer schlechte Neuigkeiten, die mit Einbruch der Dunkelheit in den Wäldern ums Überleben bangen müssen.
 
 
temple-2017-bild-2
 
 
Was ist denn da passiert? TEMPLE hätte Grusel aus dem Bilderbuch werden können, aber wie so häufig in letzter Zeit kommt alles anders. Das große Problem dieses Horrorfilms ist der Gruselanteil selbst. Der kommt nämlich viel zu kurz und endet abrupt. Ist da etwa schon früh das Budget ausgegangen? Dabei beginnt TEMPLE eigentlich ganz vielversprechend und erinnert im Aufbau an den 1999 ins Kino gebrachte THE BLAIR WITCH PROJECT – aber freilich ohne Wackelkamera und Hexe. Drei Touristen hören von schaurigen Geschichten und wollen diese ergründen. Sie befragen Einheimische und beherzigen weder Warnungen noch Ratschläge. Unachtsamkeit führt ins Verderben, denn kaum durchstreifen die neugierigen Wanderer dichte Wälder und es wird dunkel, geht das Winseln los. Wer da keine Parallelen zum erwähnten Found-Footage-Hexentanz findet, ist eindeutig blind oder hat den Film nicht gesehen – kopiert wird nämlich fleißig. Regisseur MICHAEL BARRETT baut langsam Unbehagen auf, zieht Spannungsschrauben fest und lässt alles in atmosphärische Bilder tauchen. Spätestens hier sieht man, wie gut sich der Regisseur mit Kameraspielereien auskennt. Der Filmemacher rückt Horror geschickt ins rechte Licht – offenbar, um Mankos vertuschen zu können. Doch das talentierte Kameraspiel kommt nicht von ungefähr. MICHAEL BARRETT stand nämlich schon selbst für viele Hollywoodfilme als Kameramann hinter der Linse. Darunter für Hochglanzware wie TED und dessen Fortsetzung. Einschlägige Erfahrungen machen sich in TEMPLE bezahlt. Der Streifen schaut nämlich besser aus, als er letztendlich ist. Leider legt TEMPLE nach knapp sechzig Minuten Spielzeit eine Talfahrt ein. Haben Protagonisten ihr Ziel erreicht, flimmert auch schon der Abspann über die Mattscheibe. Offenbar fehlt hier Filmmaterial, denn TEMPLE wirkt unfertig und überstürzt. Während man sich zuvor Zeit für Aufbau und Charakterentwicklung gelassen hat, wird die Nacht des Grauens in zehn Minuten abgehandelt. Eine herbe Enttäuschung für Gruselfans, denen nicht einmal Gelegenheit gegeben wird sich richtig erschrecken zu können.
 
 
temple-2017-bild-3
 
 


 
 
 

TEMPLE – Fazit

 
 
 

5 Punkte Final

 
 
 
Atmosphärischer Asien-Grusler, der aber irgendwie unfertig wirkt. Entweder wurde kurzerhand viel Gruselmaterial entfernt oder man musste aus Budgetgründen Drehtage streichen, so dass man nur das Nötigste auf Zelluloid bannen konnte. TEMPLE endet abrupt. Aufgrund des zuvor bedacht aufgebauten Spannungsbogens enttäuschend, weil dieser asiatisch angehauchte Gruselstreifen ein wirklich sehenswerter Schauertrip hätte werden können. Die Schauspieler können was, der Film glänzt mit Gespür fürs Visuelle und auch die nicht sonderlich neue Geschichte wurde so verpackt, dass kaum Langeweile aufkommt. Ein Rundum-sorglos-Paket also. Leider vermasselt das eigentliche Gruselfinale den positiven Gesamteindruck. Das fehlt nämlich beinahe ganz. Für einen Gruselfilm fatal. Vielleicht kann sich Macher MICHAEL BARRETT irgendwann zu einem Director’s Cut durchringen und jene Vision Horrorfans zeigen, die er eigentlich in die Kinos bringen wollte. TEMPLE – so wie er uns vorlag – ist leider ein trauriger Reinfall.
 
 
 


 
 
 

TEMPLE – Zensur

 
 
 
Gewaltmomente gibt es kaum im Film zu sehen. TEMPLE setzt eher auf subtiles Grauen mit Gänsehautgarantie. Daher dürfte der Streifen hierzulande ohne Probleme eine FSK16 erhalten.
 
 
 


 
 
 

TEMPLE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Blair Witch Project (1999)
 
Nightlight (2015)
 
The Forest (2016)
 
Willow Creek (2013)
 
Across the River (2013)
 
The Shrine (2010)
 
The Barrens (2012)
 
Exists – Die Bigfoot-Legende lebt! (2014)
 

Advertisements

Filmkritik: „Blair Witch“ (2016)

blair-witch-2016-poster
 
 
 

BLAIR WITCH

Story

 
 
 

„James und Lisa verliefen sich im Wald.
Dort war es finster und auch so bitter kalt.
Sie kamen an ein Häuschen … aus Holz und Schimmel fein.
Wo mag die Blair Witch der ollen Hütte sein?“
 
(frei nach dem anonymen Kinderlied um 1900)

 
 
 


 
 
 

BLAIR WITCH – Kritik

 
 
 
1999 wirbelte ein erstaunlich frischer Wind die Kinolandschaft auf. Infolge einer raffinierten PR strömte das Publikum in die Lichtspielhäuser, um in BLAIR WITCH PROJECT das Geheimnis dreier vermisster Jugendlicher zu lüften, die unter mysteriösen Umständen verschwanden. Wochenlang wurde zuvor auf öffentlichen Plakaten über deren ungeklärtes Schicksal spekuliert. Nun sollten aufgetauchte Originalbänder Licht ins Dunkel bringen. Verantwortlich für das Grauen, mit dem die arglosen Hobbyfilmer konfrontiert wurden, sollte die Hexe von Blair sein, die gemäß „recherchierter“ Legenden in den Wäldern um Burkittsville ihr Unwesen trieb und kleinen Kindern nach dem Leben trachtete. Viele Jahre später entschloss man sich nun unter größter Geheinhaltung ein Sequel zu produzieren, das unter dem Titel THE WOODS das Licht der Welt erblickte und so mit einem Überraschungseffekt punkten wollte. Als überzeugendes Bindeglied zwischen den Filmen fungiert hierbei der Bruder, der seit 1994 nicht mehr auffindbaren Heather, der sich – keine Ruhe findend – auf die Suche nach dem Familienmitglied begibt. Gemeinsam mit Freunden und zwielichtigen Helfern startet man also erneut. Allerdings diesmal technisch deutlich besser ausgerüstet. Doch auch wenn einige Drohnenaufnahmen tatsächlich neue Perspektiven eröffnen, ist dieser Umstand nicht von Belang, da der High-Tech-Kram beim folgenden Überlebenskampf – wie erwartet – völlig nutzlos ist.
 
 
blair-witch-2016-bild-1
 
 
Gedreht wurde erneut im damals noch spektakulären Found Footage Stil, mit dem Ziel Action zu erzeugen, die den Betrachter unmittelbar ins Geschehen zieht. Leider wirkt dieser „Kniff“ nach einer Unmenge ähnlicher Produktionen längst überholt und vermag entsprechend nicht wirklich zu überzeugen. Fairerweise sei angemerkt, dass das Gesehene sicher schwer zu filmen war, aber trotzdem innerhalb des Genrebereiches im Ergebnis professionell visualisierte Bilder liefert. Aber reicht das um von BLAIR WITCH mitgerissen zu werden? Wenn nach 25 Minuten Vorspiel erstmals eine verletzte Fußsohle Interesse zu wecken vermag, haut das nicht gerade aus den Socken … Aber die Hoffnung bleibt, auch bei Gewichtung des soweit respektabel aufspielenden Cast, der jedoch nur zum Teil Mitfühlpotenzial bietet. Doch was folgt, hat wenig mit Innovation zu tun. Gefühlt wird 100 mal zuvor Gesehenes geboten und die Stationen: Spaß, Symbole, Misstrauen, Suche und Panik werden brav abgearbeitet. Dabei nervt vor allen Dingen das ständige Schreien der Namen gesuchter Personen ungemein. Aber auch die an das plötzliche Auftauchen von Protagonisten gekoppelten Jump Scares entlocken, zumindest den Horror-Nerds, nur ein müdes Gähnen.
 
 
blair-witch-2016-bild-2
 
 
Da man die Leidenschaft der Macher durchaus erahnen kann, bleibt immerhin die Zuversicht auf ein überzeugendes Ende, welches neue Facetten bietet und den Nachfolger als sinnvoll legitimiert. Und tatsächlich gibt es neben den Erweiterungen der BLAIR WITCH-Hintergrundstory, dem Spiel mit der Zeit, einer höheren Opferzahl und vereinzelten Gewalteffekten endlich sekundenlang auch einen Blick auf das zu erhaschen, nach dem sich viele im Original vergeblich gesehnt haben dürften. Aber so wie es sich nunmal leider oft mit erfüllten Wünschen verhält, gestaltet sich das Auftauchen der Legende nach einer anstrengenden – teils klaustrophobischen und insbesondere im Haus rummeligen – Achterbahnfahrt als zwiespältig. Somit werden einige mit dem Ergebnis zufrieden sein, während andere desillusioniert abwinken. Für eine übergreifende Verärgerung könnte dagegen der erneut abrupte Schluss sorgen, dem beim Original immerhin leidenschaftliche Diskussionen über das Gesehene folgten. Doch ein reger Disput dürfte weitgehend ausbleiben, weil es einen bedeutsamen Unterschied zum großen Vorbild gibt: Ende der 90er wusste man tatsächlich nicht, was an den Bildern real und was fiktiv war. Dies führte zu einer überzeugend unbehaglichen Grundstimmung. Auch wollte man sich nach dem Kinobesuch nicht wirklich eingestehen, dass man eigentlich ein geschickt präsentiertes „Nichts“ gesehen hatte, weil es im Grunde nichts zu sehen gab. Aber dieses „Nichts“ wusste trotzdem zu faszinieren. BLAIR WITCH dagegen bietet zwar eine bunt-krude Mischung aus Nostalgie, Body Horror sowie eine Prise Monster- und „The Cabin In The Woods“-SciFi-Elementen, kann jedoch nur ansatzweise an die damals so unheimliche Grundstimmung anknüpfen.
 
 
blair-witch-2016-bild-3
 
 
 


 
 
 

BLAIR WITCH – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Das vom Wackelkameramodus technisch perfekt umgesetzte BLAIR WITCH funktioniert wohl in erster Linie für die, denen der Erstling unbekannt ist, oder alle, die mit eigenen Augen sehen wollen, wie das Hexending nun tatsächlich optisch rüberkommt. (Oder auch nicht … wie man dem durchaus interessanten, da unterschwelllig ironisch-zornigen, Audiokommentar entnehmen kann.) Demnach dürften ebenso willige Easter Egg Sucher auf ihre Kosten kommen. Anderen bieten die weiteren ausführlichen Extras, welche Entstehungsbedingungen und das durchaus sympathisch leidenschaftliche Produktionsteam unter der Regie des souveränen Adam Wingard (YOU’RE NEXT/THE GUEST) in den Mittelpunkt rücken wohl mehr Kurzweil.
 
 
 


 
 
 

BLAIR WITCH – Zensur

 
 
 
Neben einem verletzten Fuß nebst Eigenleben gibt es nur zwei Gewalteffekte zu sehen, auf die nicht näher eingegangen werden soll, da der Film sonst weitere der ohnehin wenigen Höhepunkte verliert. Eine FSK ab 16 ist deren Folge.
 
 
 


 
 
 

BLAIR WITCH – Deutsche Blu-ray

 
 
 
blair-witch-2016-bluray

(c) StudioCanal (KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Blair Witch; USA 2016

Genre: Horror, Drama, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.85:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 89 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Deutscher Trailer Nerve (1:28 Min.), Deutscher Trailer Weinberg (1:54 Min.), Audiokommentar von Regisseur Adam Wingard & Autor Simon Barrett, Making-of (3:17 Min.), House of Horrors: Exploring the Set (15:49 Min.), Neverending Night: Behind-The-Scenes of Blair Witch: Ungewisser Tod – Der Cast (12:45 Min.), Verzerrte Realität (13:19 Min.), Unendliche Nacht – Das Making-of (19:04 Min.), Die Enthüllung (22:58 Min.), Gefangen in der Zeitschleife (9:04 Min.), P.O.V. – Beim Dreh (29:24 Min.), Deuscher Blair Witch-Kinotrailer (2:00 Min.), Deutscher Trailer Der letzte Exorzismus, Deutscher Trailer Hannibal – 1. Staffel, Deutscher Trailer Possession – Das Dunkle in Dir, Deutscher Trailer The Blair Witch Project, Deutscher Trailer The Strangers

Release-Termin: 09.02.2017

 

Blair Witch [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

BLAIR WITCH – Trailer

 
 

 
 

Andy78

(Die Rechte für alle Grafiken liegen bei STUDIOCANAL)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Blair Witch Project (1999)
 
Blair Witch 2 (2000)
 
Paranormal Activity (2007)
 
The Entity (2015)
 
Katakomben (2014)
 
Grave Encounters 2 (2012)
 
Nightlight (2015)
 
UFO – Es ist hier (2016)
 


Filmreview: „Contracted“ (2013)

contracted 2013
 
 
 

CONTRACTED

Story

 
 
 
Samantha schaufelt sich ihr eigenes Grab: Bei einem One Night Stand vergisst sie, zu verhüten und infiziert sich mit einer seltsamen Krankheit. Die frisst sich rasend schnell durch ihren Körper und sorgt für körperlichen Zerfall …
 
 
 


 
 
 

CONTRACTED – Kritik

 
 
 
Es mag ja immer wieder Überraschungen im Horrorgenre geben. Noch überraschender ist es aber, wenn ein Regisseur mit cineastischen Schrott Fuß im Filmbusiness gefasst hat, danach aber kurioserweise nur noch gute Filme dreht. ERIC ENGLAND ist so ein Ausnahmetalent. Der hat nämlich mit dem unsäglich miesen MADISON COUNTY (2011) Slasher-Fans den Spaß am Backwood-Horror verdorben, danach alle mit seinem Beitrag zur sehenswerten Kurzgeschichtensammlung CHILLING VISIONS: 5 SENSES OF FEAR (2013) eines Besseren belehrt. Nun kommt mit CONTRACTED wieder ein Werk in den Handel, bei dem ENGLAND Regie übernommen hat und interessanterweise ist auch dieser Streifen wirklich gut geworden. Diesmal hat sich der Macher des Körperhorrors bedient. Den hat bereit Horror-Legende DAVID CRONENBERG virtuos beherrscht und Kultfilme wie RABID (1977) oder SCANNERS (1981) in die Kinos gebracht, die heute zur Grundausstattung jeder DVD-Sammlung gehören. Zu seinem bekanntesten Schaffen gehört jedoch zweifelsohne das Hochglanz-Remake von DIE FLIEGE (1986), das ihm unweigerlich zum Meister des Body Horrors krönte. Dort durchlebte Hauptdarsteller JEFF GOLDBLUM eine markerschütternde Metamorphose vom Mensch zur Fliege, die vielen Filmfans heute noch durch ekelerregende Make-Up-Künste in Erinnerung sein dürfte.
 
Ähnliches erlebt auch CONTRACTED-Protagonistin Samantha (NAJARRA TOWNSEND). Die verwandelt sich zwar nicht zum Killerinsekt, steckt sich stattdessen aber mit einer nicht näher beschriebenen Krankheit an. Auf einer Privatparty wird sie von einem Fremden durch Drogen gefügig gemacht und findet sich wenig später bei einem Schäferstündchen auf dem Rücksitz eines Autos wieder. Als sie am nächsten Morgen wieder zu sich kommt, spürt sie merkliche Veränderungen an sich und in ihrem Körper. Erst klagt sie über abnormal blutigen Ausfluss; später bemängelt ihr Arzt den ungewöhnlich langsamen Herzschlag. Der körperliche Zerfall schlägt sich aber nicht nur auf Samanthas Gemüt nieder. Auch die privaten Beziehungen zu Mutter (CAROLINE WILLIAMS – Die Scream-Queen aus TEXAS CHAINSAW MASSACRE 2) und Girlfriend Nikki (KATIE STEGEMAN) haben erheblich unter der “Verwandlung” der Unwissenden zu leiden. Als der Infizierten am dritten Tag Maden aus der Vagina fallen und Freundin Nikki vom Seitensprung erfährt, überschlagen sich die Ereignisse.
 
CONTRACTED ist der beste Beweis dafür, wie wichtig es doch ist von Kondomen Gebrauch zu machen. Denn hätte Heldin Samantha eines dieser Verhüttungsmittel zur Hand gehabt, wäre ihr so Manches erspart geblieben. Das suggeriert auch das Behandlungszimmer des Frauenarztes, in dem es vor Verhütungs-Broschüren und Flugblättern nur so wimmelt, damit sich die unachtsame Samantha auch wirklich richtig schäbig fühlt. Wie bereits bei der erwähnten DIE FLIEGE-Neuverfilmung funktioniert auch in CONTRACTED (der laut Twitter-Account des Regisseurs kein Remake des kanadischen Indie-Eklers THANATOMORPHOSE von ÉRIC FALARDEAUIST ist) die schleichende Verwandlung vom Mensch zur Bestie erheblich gut. Dabei bleibt bis kurz vor Ende im Unklaren, zu welchem Resultat die Infizierung führen wird. Endet CONTRACTED im Monster-Chaos oder haben wir es hier einfach nur mit einer Krankheit zu tun, die irgendwann zum Tod führen wird. Fragen, die ENGLAND erst in den letzten Sekunden lüftet. Bis dahin erlebt der Zuschauer allerhand unappetitliche Szenen, die nicht selten ziemlich unangenehm auf den Magen schlagen. Da fallen Zähne aus, Augen beginnen ekelhaft zu eitern und Haare fallen büschelweise vom Kopf. Bei derart abstoßenden Momenten geraten empfindsame Reizmägen schon einmal außer Kontrolle. Das beweist aber nur, dass das Effekte-Team perfekte Arbeit geliefert hat. Am Ende sehen wir, wie eine anfänglich makellose Frau zu einem widerlichen Etwas mutiert ist und es bleibt die Erkenntnis, dass nur Kondome vor unschönen Geschlechtskrankheiten schützen.
 
 
 


 
 
 

CONTRACTED – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
CONTRACTED ist kein Film für Hypochonder oder empfindliche Mägen. Ein Film, der mit solider Idee und vielen Ekelmomenten punktet und vielleicht gerade aufgrund dessen durchweg spannend und interessant bleibt. Ein großes Lob gilt an dieser Stelle dem Make-Up-Team, das beachtliche Arbeit geleistet hat. Denn deren Künste sind das eigentliche Geheimnis dieses Ausnahmefilmchens. Von daher: CONTRACTED ist ziemlich gutes und ekelerregendes Horrorkino für Erwachsene – Geheimtipp!
 
 
 


 
 
 

CONTRACTED – Zensur

 
 
 
CONTRACTED ist zwar nicht sonderlich brutal, die körperlichen Veränderungen der Protagonistin haben es jedoch ganz schön in sich. Das ist wahrlich nicht jedermanns Sache. Demzufolge ist CONTRACTED mit FSK16 in den Handel gekommen – ungeschnitten natürlich. Weil auf der Heimkinoveröffentlichung „böse“ Trailer zu finden sind, musste die Freigabe der erhältlichen Scheibe jedoch heraufgestuft werden. Diese ziert der rote KJ-Flatschen.
 
 
 


 
 
 

CONTRACTED – Deutsche Blu-ray

 
 
 
contracted-bluray

(c) Mad Dimension

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Contracted; USA 2013

Genre: Drama, Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 2.35:1

Laufzeit: ca. 84 Min.

FSK: Film: FSK16 / Aufgrund des Bonusmaterials der Blu-ray: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Trailershow

Release-Termin: 06.03.2015

 

Contracted [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAON kaufen

 
 
 


 
 
 

CONTRACTED – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Thanatomorphose (2012)
 
Die Fliege (1986)
 
Thinner – Der Fluch (1996)
 
Lizard – Die totale Mutation (1990)
 


Filmreview: „You’re Next“ (2011)

youre-next_2011
 
 
 

YOU’RE NEXT

Story

 
 
 
Das wohlhabende Ehepaar Paul (Rob Moran) und Aubrey (Barbara Crampton) lädt zum Hochzeitstag. Für die vier Kinder Grund genug zusammen mit ihren Lebensgefährten zum weit ab vom Schuss liegenden Anwesen der Eltern zu reisen. Man will den besonderen Tag mit Mutter und Vater gebürtig feiern. Doch es kommt anders als erhofft. Drei mit Tiermasken vermummte Gestalten verschaffen sich Zutritt in das elterliche Heim und beginnen, die Gäste auf schreckliche Weise zu dezimieren …
 
 
 


 
 
 

YOU’RE NEXT – Kritik

 
 
 
Wenn Horrorfilme mit reichlich Verspätung in die Kinos kommen, bedeutet das oftmals nichts Gutes. Im Falle von YOU´RE NEXT wird das wohl eher am leicht verspäteten Erfolg des Nachwuchsregisseurs ADAM WINGARD gelegen haben, der 2010 mit seinem A HORRIBLE WAY TO DIE nicht gerade das Genre revolutioniert hat, es jedoch mit Beiträgen in THE ABC`S OF DEATH (2012), V/H/S (2012) und V/H/S 2 (2013) schaffte, bei Fans des düsteren Filmes bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Gerade weil genannte Anthologiestreifen international Kasse machen konnten, war es nur logisch, dass auch sein bereits 2011 abgedrehter Spielfilm YOU´RE NEXT in die Kinos kommen durfte. Das Ziel: möglichst schnell ganz viel Reibach machen. Deutschlandpremiere feierte der kompromisslose Slasher bereits auf dem 27. FANTASY FILMFEST, wo er im Programmheft als „Partyfilm mit cleverem Script, coolem Tempo, blutigen Einlagen und großartig fiesen Finale“ angepriesen wurde und sogar als Abschlussfilm glänzen durfte. Eine etwas beschämende Prämisse; wurde diese Ehre bisher nur außergewöhnlich sehenswerten Filmen zuteil, denen der Terror-Slasher im direkten Vergleich nicht einmal ansatzweise das Wasser reichen kann. Anders als im Programmheft beworben, erweist sich der Film als reichlich unspektakuläres Sammelsurium der unterschiedlichsten Horrorzutaten der letzten 20 Jahre. Raffinierte Ideen oder gar Originalität sucht man in YOU´RE NEXT vergebens. Im Grunde genommen wird dem Zuschauer hier die gleiche Grütze erneut lauwarm aufgeköchelt, die zum Standard jedes beliebigen Home-Invasion-Streifens geworden ist. Gewalt kaschiert hier die unzureichende Kreativität der leidlich ambitionierten Drehbuchautoren, denn nach dem obligatorischen Einführungsgequassel geht es in WINGARDS Horrorstreifen nicht gerade zimperlich vonstatten. Kanonenfutter ist reichlich vorhanden, so dass sich der Film hauptsächlich auf das möglichst derbe Abschlachten seiner unzureichend intelligenten Protagonisten konzentriert. Die sind natürlich durch die Bank weg unsympathisch skizziert, weshalb deren Ableben nicht wirklich Nachdruck haben will und dem Zuschauer vollkommen wurscht ist. Nur Heldin und Scream-Queen SHARNI VINSON lockert den etwas eintönigen Nonsens nennenswert auf und erweist sich als einziger Glücksgriff des geistlosen Machwerks. Die lässt sich vom kaltschnäuzigen Einbrecherpack nicht so schnell beirren und schlitzt und hackt auf das Killer-Trio ein, als gäbe es kein Morgen. Das wirkt nicht selten sehr erheiternd, zumal Regisseur ADAM WINGARD fast krampfhaft darum bemüht ist, YOU´RE NEXT in die Klamaukschiene zu zwängen. Leider schafft auch sie es nicht, von der beschämenden Vorhersehbarkeit des arg trivial gestrickten Drehbuchs abzulenken, denn sonderlich spannend ist das Geschehen rund um YOU´RE NEXT nämlich nicht.
 
Das macht sich vor allem bereits in der Halbzeit bemerkbar, in der die noch Anwesenden über die Identität der Killer in Kenntnis gesetzt werden. Anders als im nicht unähnlichen Terrorschocker THE STRANGERS (2008), haben die Bösewichte in YOU´RE NEXT ein plausibles Motiv für ihr Agieren, das mittels vermutlich überraschend gemeintem Twist, etwas sehr unbeholfen gelüftet wird. Leider verpufft mit der viel zu frühen Auflösung des vorhersehbaren Rätsels auch die kaum vorhandene Spannung, so dass sich die restliche Laufzeit im genretypischen Blutrausch verläuft, der zugegebenermaßen schmerzintensiv zelebriert wird. Da wird in genagelte Bretter getreten und Kehlen werden aufgeschlitzt, wobei ein im Mixer steckender Kopf das klägliche Schlusslicht dieses absurden Slasherflicks bildet, um erneut WINGARDS Leidenschaft für das Schwarzhumorige hervorzuheben. Immerhin bekommen wir in YOU´RE NEXT auch einmal Kultregisseur TI WEST vor die Linse. Der hat sich im Genre mit Filmen wie HOUSE OF THE DEVIL (2009) und THE INNKEEPERS (2011) einen Namen gemacht und spielt im Film, was für ein Zufall, einen talentierten Nachwuchsregisseur, der bereits zu Beginn in den Kinohimmel transferiert wird. Unterm Strich bleibt mit YOU´RE NEXT ein leidlich spannender Horrorfilm, der auf der aktuellen Home-Invasion-Welle mitreitet, aber außer grafischer Gewalt kaum etwas wirklich Brauchbares zu bieten hat. Die unruhige Kameraführung erinnert an jüngste Found-Footage-Debakel und der nette, retrolastige Synthesizer-Soundtrack verliert sich in der lieblosen und vollkommen austauschbaren Inszenierung. Wer seine regelmäßige Ration Blutgekröse benötigt, darf sich auf dieses hirnlose Meisterwerk cineastischer Verdummung freuen. Filmfans, die jedoch auch beim Horrorfilm gewisse Originalität erwarten und Spannung vorausetzen, sollte YOU´RE NEXT möglich meiden.
 
 
 


 
 
 

YOU’RE NEXT – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Die weitaus blutigere Antwort auf den Horror-Thriller THE STRANGERS. Wer einer Vorliebe für dummes, aber dafür reichlich gewaltgeiles Geschlitze frönt, ist hier genau richtig!
 
 
 


 
 
 

YOU’RE NEXT – Zensur

 
 
 
Trotz hohem Blutzoll gab es bei der Freigabe der Heimkinofassung keine Probleme. YOU’RE NEXT ist in seiner ungeschnittenen Form problemlos durch die FSK gewandert. Demnach ist die erhältliche Fassung mit dem roten FSK-Flatschen absolut komplett.
 
 
 


 
 
 

YOU’RE NEXT – Deutsche Blu-ray

 
 
 
you're next blu-ray

(c) Splendid Film

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: You’re Next; USA 2011

Genre: Thriller, Horror, Splatter

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.40:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 94 Min. (uncut)

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Trailershow

Release-Termin: 28.03.2014

 
 
 

You’re Next [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 

YOU`RE NEXT – Limitiertes Blu-ray Steelbook ungeschnitten bei AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

YOU’RE NEXT – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Aggression Scale (2012)

Home Sweet Home (2013)

In their Skin (2012)

Kidnapped (2010)

The Strangers (2008)

Funny Games (1997)

Funny Games – Remake (2007)