Filmreview: „Trail of Blood“ (2011)

trail of blood 2011
 
 
 

TRAIL OF BLOOD

Story

 
 
 
Einige Kids wollen es sich im Wald so richtig schön gemütlich machen und schlagen ihre Zelte ahnungslos auf einer Waldlichtung auf. Als sie in der Nähe eine Blutspur finden und dieser folgen, geraten sie an ein psychopathisches Pärchen, das so richtig Lust darauf hat, den Freunden den Campingausflug zu vermasseln …
 
 
 


 
 
 

TRAIL OF BLOOD – Kritik

 
 
 
WES CRAVEN hat es getan und ELI ROTH war nicht abgeneigt. Nun tut es auch JOE DANTE und gibt seinen guten Namen für einen günstig heruntergeleierten Horrorfilm her, damit er sich besser vermarkten lässt. Auf dem Filmplakat des Wildnis-Slashers TRAIL OF BLOOD wird kräftig mit DANTE als Zugpferd geworben, schließlich macht ein bekannter Name auf dem Cover hellhörig und lässt ganz nebenbei zusätzliche Dollars in die leeren Kassen gewinnorientierter Produzenten fließen. In Zeiten offensichtlicher Kassenflops altbekannter Horrormaestros, ist es ratsam sich vorab über die Qualität jener Werke im Internet kundig machen, denn was einem da an Lobpreisungen von in-die-Jahre-gekommenen Kultregisseuren auf dem Einleger untergejubelt wird, hat mit dem Inhalt oft nur wenig gemein. Immerhin hat DANTE bei TRAIL OF BLOOD als Produzent fungiert, schließlich muss der Mann auch irgendwie seinen Lebensunterhalt bestreiten. Die Jahre erfolgreicher Kinohits sind schon längst vorbei und der Schöpfer der beliebten GREMLINS Reihe hat in der Vergangenheit eher durch Produzententätigkeit geglänzt und als Regisseur für seichte TV-Serien von sich hören lassen. Mit TRAIL OF BLOOD kehrt er mal wieder zum Genre zurück, auch wenn er hier einzig als Geldgeber in Erscheinung tritt und das Regiezepter den Brüdern JOSEPH GUERRIERI und JUSTIN GUERRIERI überlassen hat. Die beiden sind recht neu im Geschäft, haben zuvor nur kleine Kurzfilme gedreht und präsentieren mit TRAIL OF BLOOD ihr Spielfilmdebüt, bei dem sie sich auch direkt die Freiheit genommen, das Drehbuch zum Streifen niederzukritzeln. Viel Geschick steckt da leider nicht dahinter, denn die Geschichte von TRAIL OF BLOOD liest sich wie das Best-of aller halbwegs bekannten (Backwood)Slasher- und Torturwerke der letzten zehn Jahre.
 
Viel Neues hat der Horrorfan von TRAIL OF BLOOD nicht zu erwarten. Es ist es mal wieder die altbewährte Geschichte von einigen neunmalklugen Kids, die während einer entspannten Campingsause an ein dynamisches Duo geraten, das eine Vorliebe für makabre Spiele hegt. Der männliche Part entpuppt sich schnell als durchgeknallter Ex-Marine-Soldat, der sich selbst als „Angel of Death“ bezeichnet und sein Stirnband vermutlich etwas zu fest um den Kopf gebunden hat, so dass es ihm offensichtlich schwer fällt gescheit zu denken. Seine stumme, ebenso schein-intellektuelle Mitspielerin ist stattdessen einfach nur da und hat die Haare schön, frönt dem frivolen Treiben wortlos bei und freut sich einen Ast ab, wenn „Angel“ mal wieder ein wehrloses Menschlein erbarmungslos und heimtückisch um die Ecke gebracht hat. Natürlich lassen sich die Kids ihren friedlichen Camping-Trip nicht von zwei kranken Irren vermasseln und versuchen immer wieder dem fleischgewordenen Albtraum zu entkommen. Bis jedoch die erlösende Rettung eintrifft und die beiden Psychopathen in die Schranken gewiesen werden können, müssen vorab jedoch erst einmal einige der verschüchterten Jungspunde auf unschöne Weise das Zeitliche segnen, schließlich will manch Horrorfan auch etwas Gewalt im Heimkino zu sehen bekommen.
 
Es ist schon etwas verwunderlich, was DANTE dazu bewegt haben muss, für diesen Bullshit Geld locker zu machen. Nach einem zugegebenermaßen wirklich schönen Intro, das eigentlich eher einen unheimlichen Geisterfilm vermuten lässt, gibt es mal wieder Folter- und Überlebenskampf light für einfache Gemüter, die von einem Genrefilm partout keinen Anspruch erwarten, sondern einfach nur hohle Gewalt sehen wollen. Nach dem obligatorischen Tohuwabohu, in dem jedem der Protagonisten eine notdürftige Charakterisierung aufgezwungen wird, geht es auch schon geradezu in die Kampfarena, wo sich die Kids gegen ihre gemeingefährlichen Widersacher behaupten müssen. Zum Glück ist einer der Guten ebenso ein gestandener US-Marine-Soldat, der natürlich gelernt hat, wie man sich in einer derartigen Situation zu verhalten hat. Glaubhaft ist das natürlich nicht gerade, was vor allem daran liegen mag, dass für die Rolle des Helden ausgerechnet der Film-unerfahrene TIM BARRACE verpflichtet wurde, der seinem gefährlichen Widersacher (TREVOR TRSETH) nicht einmal ansatzweise das Wasser reichen kann. Die ihm zugeteilte Charakterentwicklung ist so das dümmste was die Filmgeschichte bisher hervorgebracht hat, denn Held Jim mausert sich in knapp 80 Minuten vom mutigen Helden zum eiskalten Psychopath, der bald nicht mehr zwischen Gut und Böse unterscheiden kann und alles niederballert, was seinen Weg kreuzt. Ansonsten wird dem Zuschauer hier mal wieder der ewig gleiche Standartbrei aufgetischt, der eigentlich in jedem zweiten Slasher zum Thema gemacht wird. Die Protagonisten sind mal wieder so flach, wie die Oberweite von Schauspielerin KEIRA KNIGHTLEY und ihr unüberlegtes Handeln, dürfte den Zuschauer mehr als einmal fassungslos fluchend vor der Glotze zurücklassen. Immerhin gibt es ab und an Terror zu sehen. Da werden die Kids auf eine Runde Russisches Roulett eingeladen und sogar auf falsche Fährten gelockt. Gut ist TRAIL OF BLOOD deshalb aber noch lange nicht, denn so hanebüchen wie er angefangen hat, endet der Streifen letztendlich auch. Am Ende bleibt ein bedeutungsloses Süppchen aus Slasher, Tortur- und Terrorelementen mit vielen Klischees und dummen Protagonisten, das Genre-Neulinge durchaus zu fesseln versteht. Wer aber das ABC des modernen Horrorfilms bereits in- und auswendig kennt, dem wird hier nur ein müdes Lächeln entlockt werden können.
 
 
 


 
 
 

TRAIL OF BLOOD – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Es geht abwärts mit JOE DANTE, dem aktuell vermutlich vollkommen egal ist, für welchen Stuss er seinen Namen hergibt, insofern die Kohle stimmt. TRAIL OF BLOOD ist belangloser Überlebens-Horror mit dummen Teens, trivialer Story und einigen gut platzierten Kopfschüssen. Immerhin gibt es für wenig bewanderte Horrorfans etwas Kurzweil auf der Mattscheibe zu sehen. Ansonsten ist TRAIL OF BLOOD kaum der Rede wert. Nichts, was man unbedingt in der Sammlung haben müsste: gesehen, abgehakt und wieder verkauft.
 
 
 


 
 
 

TRAIL OF BLOOD – Zensur

 
 
 
Im Überlebens-Thriller TRAIL OF BLOOD werden die Opfer hauptsächlich durch Kopfschüsse erledigt. Demnach sollte man hier kein Gewaltfeuerwerk der Extraklasse erwarten. Zwar sind die Gemeinheiten ziemlich fies in Szene gesetzt, was aber durchaus KJ-tauglich sein dürfte. Wir meinen TRAIL OF BLOOD wird ungeschnitten in Deutschland mit der KEINE JUGENDFREIGABE-Kennzeichnung erscheinen.
 
 
 


 
 
 

TRAIL OF BLOOD – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
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Filmreview: „You’re Next“ (2011)

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YOU’RE NEXT

Story

 
 
 
Das wohlhabende Ehepaar Paul (Rob Moran) und Aubrey (Barbara Crampton) lädt zum Hochzeitstag. Für die vier Kinder Grund genug zusammen mit ihren Lebensgefährten zum weit ab vom Schuss liegenden Anwesen der Eltern zu reisen. Man will den besonderen Tag mit Mutter und Vater gebürtig feiern. Doch es kommt anders als erhofft. Drei mit Tiermasken vermummte Gestalten verschaffen sich Zutritt in das elterliche Heim und beginnen, die Gäste auf schreckliche Weise zu dezimieren …
 
 
 


 
 
 

YOU’RE NEXT – Kritik

 
 
 
Wenn Horrorfilme mit reichlich Verspätung in die Kinos kommen, bedeutet das oftmals nichts Gutes. Im Falle von YOU´RE NEXT wird das wohl eher am leicht verspäteten Erfolg des Nachwuchsregisseurs ADAM WINGARD gelegen haben, der 2010 mit seinem A HORRIBLE WAY TO DIE nicht gerade das Genre revolutioniert hat, es jedoch mit Beiträgen in THE ABC`S OF DEATH (2012), V/H/S (2012) und V/H/S 2 (2013) schaffte, bei Fans des düsteren Filmes bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Gerade weil genannte Anthologiestreifen international Kasse machen konnten, war es nur logisch, dass auch sein bereits 2011 abgedrehter Spielfilm YOU´RE NEXT in die Kinos kommen durfte. Das Ziel: möglichst schnell ganz viel Reibach machen. Deutschlandpremiere feierte der kompromisslose Slasher bereits auf dem 27. FANTASY FILMFEST, wo er im Programmheft als „Partyfilm mit cleverem Script, coolem Tempo, blutigen Einlagen und großartig fiesen Finale“ angepriesen wurde und sogar als Abschlussfilm glänzen durfte. Eine etwas beschämende Prämisse; wurde diese Ehre bisher nur außergewöhnlich sehenswerten Filmen zuteil, denen der Terror-Slasher im direkten Vergleich nicht einmal ansatzweise das Wasser reichen kann. Anders als im Programmheft beworben, erweist sich der Film als reichlich unspektakuläres Sammelsurium der unterschiedlichsten Horrorzutaten der letzten 20 Jahre. Raffinierte Ideen oder gar Originalität sucht man in YOU´RE NEXT vergebens. Im Grunde genommen wird dem Zuschauer hier die gleiche Grütze erneut lauwarm aufgeköchelt, die zum Standard jedes beliebigen Home-Invasion-Streifens geworden ist. Gewalt kaschiert hier die unzureichende Kreativität der leidlich ambitionierten Drehbuchautoren, denn nach dem obligatorischen Einführungsgequassel geht es in WINGARDS Horrorstreifen nicht gerade zimperlich vonstatten. Kanonenfutter ist reichlich vorhanden, so dass sich der Film hauptsächlich auf das möglichst derbe Abschlachten seiner unzureichend intelligenten Protagonisten konzentriert. Die sind natürlich durch die Bank weg unsympathisch skizziert, weshalb deren Ableben nicht wirklich Nachdruck haben will und dem Zuschauer vollkommen wurscht ist. Nur Heldin und Scream-Queen SHARNI VINSON lockert den etwas eintönigen Nonsens nennenswert auf und erweist sich als einziger Glücksgriff des geistlosen Machwerks. Die lässt sich vom kaltschnäuzigen Einbrecherpack nicht so schnell beirren und schlitzt und hackt auf das Killer-Trio ein, als gäbe es kein Morgen. Das wirkt nicht selten sehr erheiternd, zumal Regisseur ADAM WINGARD fast krampfhaft darum bemüht ist, YOU´RE NEXT in die Klamaukschiene zu zwängen. Leider schafft auch sie es nicht, von der beschämenden Vorhersehbarkeit des arg trivial gestrickten Drehbuchs abzulenken, denn sonderlich spannend ist das Geschehen rund um YOU´RE NEXT nämlich nicht.
 
Das macht sich vor allem bereits in der Halbzeit bemerkbar, in der die noch Anwesenden über die Identität der Killer in Kenntnis gesetzt werden. Anders als im nicht unähnlichen Terrorschocker THE STRANGERS (2008), haben die Bösewichte in YOU´RE NEXT ein plausibles Motiv für ihr Agieren, das mittels vermutlich überraschend gemeintem Twist, etwas sehr unbeholfen gelüftet wird. Leider verpufft mit der viel zu frühen Auflösung des vorhersehbaren Rätsels auch die kaum vorhandene Spannung, so dass sich die restliche Laufzeit im genretypischen Blutrausch verläuft, der zugegebenermaßen schmerzintensiv zelebriert wird. Da wird in genagelte Bretter getreten und Kehlen werden aufgeschlitzt, wobei ein im Mixer steckender Kopf das klägliche Schlusslicht dieses absurden Slasherflicks bildet, um erneut WINGARDS Leidenschaft für das Schwarzhumorige hervorzuheben. Immerhin bekommen wir in YOU´RE NEXT auch einmal Kultregisseur TI WEST vor die Linse. Der hat sich im Genre mit Filmen wie HOUSE OF THE DEVIL (2009) und THE INNKEEPERS (2011) einen Namen gemacht und spielt im Film, was für ein Zufall, einen talentierten Nachwuchsregisseur, der bereits zu Beginn in den Kinohimmel transferiert wird. Unterm Strich bleibt mit YOU´RE NEXT ein leidlich spannender Horrorfilm, der auf der aktuellen Home-Invasion-Welle mitreitet, aber außer grafischer Gewalt kaum etwas wirklich Brauchbares zu bieten hat. Die unruhige Kameraführung erinnert an jüngste Found-Footage-Debakel und der nette, retrolastige Synthesizer-Soundtrack verliert sich in der lieblosen und vollkommen austauschbaren Inszenierung. Wer seine regelmäßige Ration Blutgekröse benötigt, darf sich auf dieses hirnlose Meisterwerk cineastischer Verdummung freuen. Filmfans, die jedoch auch beim Horrorfilm gewisse Originalität erwarten und Spannung vorausetzen, sollte YOU´RE NEXT möglich meiden.
 
 
 


 
 
 

YOU’RE NEXT – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Die weitaus blutigere Antwort auf den Horror-Thriller THE STRANGERS. Wer einer Vorliebe für dummes, aber dafür reichlich gewaltgeiles Geschlitze frönt, ist hier genau richtig!
 
 
 


 
 
 

YOU’RE NEXT – Zensur

 
 
 
Trotz hohem Blutzoll gab es bei der Freigabe der Heimkinofassung keine Probleme. YOU’RE NEXT ist in seiner ungeschnittenen Form problemlos durch die FSK gewandert. Demnach ist die erhältliche Fassung mit dem roten FSK-Flatschen absolut komplett.
 
 
 


 
 
 

YOU’RE NEXT – Deutsche Blu-ray

 
 
 
you're next blu-ray

(c) Splendid Film

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: You’re Next; USA 2011

Genre: Thriller, Horror, Splatter

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.40:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 94 Min. (uncut)

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Trailershow

Release-Termin: 28.03.2014

 
 
 

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YOU’RE NEXT – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Aggression Scale (2012)

Home Sweet Home (2013)

In their Skin (2012)

Kidnapped (2010)

The Strangers (2008)

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