Filmreview: „Savaged“ (2013)

Savaged-2013
 
 
 

SAVAGED

Story

 
 
 
Die taubstumme Zoe wird von einigen Hinterwäldlern verschleppt, vergewaltigt und lebendig begraben. Ein Schamane findet die geschunden Frau und verhilft ihr zur blutigen Rache …
 
 
 


 
 
 

SAVAGED – Kritik

 
 
 
Weit 60 Jahre nach seiner Blütezeit erfreut sich der Exploitationfilm auch weiterhin enormer Beliebtheit und ruft vor allem das Interesse jener Filmfans auf dem Plan, die sich diese Machwerke aus dem deutschsprachigen Ausland in schicken Sonderauflagen importieren, um sie sich stolz in ihre Sammler-Virtrinen stellen zu können. In Deutschland haben es diese Streifen nämlich oft nicht leicht, schließlich werden darin meist reißerische Grundsituationen ausgenutzt, um den Zuschauer mittels schmuddeligem Sex und abscheulicher Gewalt an die Grenze des Ertragbaren zu treiben. Dass der hiesigen FSK das Sichten derart Kinokost so gar keine Freude bereitet, dürfte auf der Hand liegen, denn nicht selten ist es der Fall, dass jene Gewaltflicks ganz schnell die Wut der Zensurbehörden zu spüren bekommen und in ungeschnittener Form erst gar nicht den Weg in den stationären Handel finden. Wie gut, dass es das Wunderland Österreich gibt, wo Veröffentlichungen „böser“ Filme ganz legal und ungeprüft über die Ladentheke wandern können. Dort sind es vor allem einschlägige Rape’n Revenge-Movies, die stets aufs Neue in aufwändigen Hartboxen und Mediabooks veröffentlicht werden und trotz gleichem Inhalt auch immer wieder genug Käufer finden, die menschenverachtende Rape-Filme mit dazugehörigem Racheakt kaufen wollen. Seit das Rape-and-Revenge-Genre mit den Remakes zu I SPIT ON YOUR GRAVE (2010) und LAST HOUSE ON THE LEFT (2009) den Mainstream erreicht hat, ist es vor allem der in Hochglanzbilder getauchte Sadismus, der Horrorfans zum Schauen dieser Filme bewegt, denn seit Tortur-Porn wie SAW und HOSTEL an den Kinokassen Millionen erwirtschaftet haben, hat auch die Gewalt in Horrorfilmen eine neue Dimension erreicht. Möglichst bestialisch soll gemordet werden, am besten lang und ekelerregend, wobei SAVAGED maximales Unterhaltungspotenzial bietet – vorausgesetzt man hat eine Leidenschaft für frauenverachtende Hardcore-Schocker.
 
Wie es in Rape’n Revenge-Streifen nunmal üblich ist wird hier ein ahnungsloses Opfer durch die Hölle gejagt. SAVAGED hält sich nicht mit Nebensächlichkeiten auf, sondern dreht bereits nach fünf Minuten an der Action- und Gewaltschraube. Es ist die taubstumme Zoe (AMANDA ADRIENNE), die hier an eine Horde Rassisten gerät, die eine unbeschreibliche Freude daran finden, friedliche Rothäute durch die Wüste zu hetzen, um sie anschließend bestialisch zu ermorden. Leider wird Zoe ganz unfreiwillig Zeuge einer dieser „Jagdausflüge“ und von den triebgesteuerten Hinterwäldlern verschleppt, vergewaltigt und anschließend verscharrt. Die Rettung naht in Form eines Schamanen, der den leblosen Körper ausgräbt, heilt und beweihräuchert. Als die junge Frau wieder zu sich kommt, ist der Geist eines wütenden Apatschen in ihren Leib geschlüpft, der mit der durchtriebenen Mörderbande ebenfalls noch ein Hühnchen zu rupfen hat. Beschenkt mit Bärenkräften verwandelt sich Zoe zur unkaputtbaren Kampfamazone und schlitzt sich ganz ungeniert durch das Fleisch ihrer Peiniger. Die sind zwar nicht die hellsten Kerzen auf dem Kuchen, wissen aber immerhin, wie sie sich möglichst grausam zur Wehr setzen müssen.
 
MICHAEL S. OJEDA heißt der gute Mann, der Rachefilm-Fans feuchte Höschen spendieren dürfte, denn auch wenn man in letzter Zeit viel Mist auf der Mattscheibe hatte, SAVAGED bereitet Laune. Lobenswerterweise blendet OJEDA dort weg, wo zuletzt STEVEN R. MONROE mit seinem I SPIT ON YOUR GRAVE-Remake gnadenlos draufgehalten hat. Die Vergewaltigung seiner Heldin lässt der Filmemacher nämlich gänzlich außer Acht und rückt stattdessen das möglichst brutale Auslöschen der Filmbösewichte in den Focus, dem im Gegensatz zu ähnlichen Machwerken erstaunlich viel Screentime eingeräumt wird. Die frauenverachtenden Widerlinge in SAVAGED haben rein gar nichts zu lachen, denn die wütende Zoe arbeitet sich mit fast schon erfrischendem Erfindungsreichtum von Körper zu Körper. Die abwechslungsreiche Art der Morde, die temporeiche Inszenierung und der nahezu permanent vorhandene Action-Gehalt der Geschichte bescheren dem Thriller einer soliden Spannungsbogen, der bis zum bitteren Ende auch noch gehalten werden kann. Ergänzt wird das grausige Gemetzel durch indianischen Hokuspokus, der dem Rachefilm eine ganz eigenständige Note verleiht. OJEDA bringt frischen Wind ins Rape’n Revenge-Genre. Mit einem okkulten Story-Twist verwandelt er das zuvor wehrlose Opfer in eine übermenschliche Rächerin, die ihren unaufhaltsamen Amoklauf fast schon übertrieben comicähnlich inszeniert. Zoe reisst Därme aus den Leibern der Schurken, schiesst Pfeile in die Gesichter der Filmbösewichte und zerrt sich sogar die eigenen Organe aus dem Körper, um den Magen anschließend mit Dreck zu füllen und mittels Tesafilm verschließen zu können. Trotz wenig Budget schaut der Film mit seiner düsteren Look weitaus professioneller aus, als es Macher MICHAEL S. OJEDA vermutlich überhaupt gewollt hat. Das farblose Szenario glänzt mit dreckig-bedrohlicher Optik und überzeugt durch geschickt getrickste Spezialeffekte, die wahrscheinlich allein schon ausreichen, um die triviale Geschichte beim Gewaltfan interessant machen zu können. Auch wenn auf dem Cover der Heimkino-Fassung unverblümt mit THE CROW geworben wird, ist der Vergleich zu Prosas Kultfilm aus dem Jahre 1994 sehr gewagt. Im direkten Vergleich zieht SAVAGED nämlich den Kürzeren, zumal sich OJEDA einzig darauf konzentriert soviel stumpfe Gewalt wie möglich zu zeigen und kaum Tiefgang bietet. Nichtsdestotrotz bleibt eine herrlich kurzweilige Metzelorgie für Erwachsene, die sogar hierzulande ungeschnitten veröffentlicht wird. So erspart sich der Filmsammler den kostenintensiven Ausflug ins deutschsprachige Ausland und kann die übernatürliche Version von Monres I SPIT ON YOU GRAVE ganz unkompliziert beim Händler seines Vertrauens erwerben. Dennoch sollte der interessierte Käufer wachsam bleiben: Die ungeschnittene SPIO/JK-Fassung ist ein potenzieller Index-Kandidat. Demnach kaufen, so lange der Streifen noch frei erhältlich ist.
 
 
 


 
 
 

SAVAGED – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Ein rauer Splatter-Trip für Freunde „böser“ Gewaltschocker. SAVAGED entpuppt sich als okkulte I SPIT ON YOUR GRAVE-Version und bringt aufgrund der übernatürlichen Elemente auch gleich frischen Wind ins knüppelharte Rape-and-Revenge-Genre. Vergewaltigt wird löblicherweise im Off und von langgezerrter Frauenquälerei hält Macher OJEDA Abstand. Dafür bekommen die Schurken des Films endlich mal wieder ordentlich Dresche. Lang gefackelt wird in SAVAGED nämlich nicht. Nach knapp zehn Minuten ist das Fass schon am Brodeln und das Gemetzel wird mit fast schon schwarzhumorigem Ideenreichtum auf der Mattscheibe zelebriert. Schnell wird aus dem eigentlichen Racheplot ein blutreicher Slasher der alten Schule, der es hin und wieder sogar schafft einigen Kult-Schlitzern der 80er Konkurrenz zu machen. Wer Freude am grobschlächtigen Handwerk besitzt sollte schnell zugreifen, denn SAVAGED dürfte mit Sicherheit ebenso schnell das Interesse selbsternannter Jugendschützer auf den Plan rufen, schließlich wird brutale Selbstjustiz auch 2014 im Kino nicht gern gesehen.
 
 
 


 
 
 

SAVAGED – Zensur

 
 
 
SAVAGED ist ein potenzieller Index-Kandidat. Der Film ist in zwei Versionen erhältlich. Die KJ-Fassung mit dem roten Flatschen auf der Vorderseite ist geschnitten. Ungeschnitten ist dagegen die SPIO/JK-Fassung, die nach Meinung der Juristenkommission „nicht schwer jugendgefährdend“ ist. Trotzdem gehen wir von einer späteren Indizierung aus.
 
 
 


 
 
 

SAVAGED – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Ascot Elite Home Entertainment – Abbildung: Cut-Fassung

 
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(c) Ascot Elite Home Entertainment – Abbildung: Uncut-Fassung

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Savaged; USA 2013

Genre: Drama, Horror, Splatter

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.85:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 94 Min (cut) / ca. 95 Min. (uncut)

FSK: Keine Jugendfreigabe (geschnittene Fassung) / SPIO JK (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Making of, Animierte Skizzen von Kampfszenen, Deleted Scenes, Originaltrailer, Trailershow

Release-Termin: 15.04.2014

 
 
 

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SAVAGED – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
I Spit on Your Grave (2010)

I Spit on Your Grave 2 (2013)

The Last House on the Left (2009)

Straw Dogs – Wer Gewalt sät (2011)

Filmreview: „Nurse 3D“ (2013)

Nurse 3D 2013
 
 
 

NURSE 3D

Story

 
 
 
Abby (Paz de la Huerta) ist ein ganz böses Mädchen. Sie arbeitet tagsüber als Pflegerin in einem Krankenhaus und schlüpft am Abend in die Rolle der kaltblütigen Rächerin, deren Lebenssinn darin besteht gerissene Ehebrecher in den Tod zu treiben …
 
 
 


 
 
 

NURSE 3D – Kritik

 
 
 
Was zeichnet eine gute Krankenschwester aus? Natürlich Diskretion, Einfühlungsvermögen und fachliche Kompetenz. Da wir auf FILMCHECKER jedoch ausschließlich böse Machwerke besprechen dürfte wohl nahe liegen, dass solche Qualifikationen in Genrefilmen wohl eher nebensächlicher Natur sind. Hier zählt stattdessen Optik, Kampfgeist und Überlebenswillen, passiert es doch im Horrorfilm nicht selten, dass männliche Protagonisten fleißigen Krankenschwestern eher an Wäsche oder Kehle wollen, als sich von ihnen fachgerecht untersuchen zu lassen. NURSE 3D heißt der neue Krankenhaus-Horror Made in Amerika, der schon seit geraumer Zeit Werbung mit nackten Tatsachen betreibt. Schauspielerin und Model PAZ DE LA HUERTA (ENTER THE VOID) hat sich nämlich nicht nur für das Filmplakat nackig gemacht; sie scheint auch im Film keinerlei Hemmungen davor zu haben textilfrei vor der Kamera zu posieren. Groteskerweise trägt sie dabei aber stets hochhackige High Heels – vermutlich, um sich nicht ganz so nackt zu fühlen.
 
PAZ DE LA HUERTA spielt hier die begehrte und charismatische Abby, die eine feindselige Haltung gegenüber Männern besitzt und sich hauptsächlich für die Belange betrogener Frauen einsetzt. Selbige scheinen oftmals gar nicht zu wissen, welch widerwärtiges Spiel der Gatte hinter dem Rücken der Liebsten veranstaltet, wenn die brave Ehefrau tagsüber ihrer Arbeit nachgeht. So lässt die selbsternannte Richterin stets im richtigen Moment ihre Reize spielen und erreicht dabei immer, dass der schwarzen Witwe die Männer wie Fliegen ins Netz gehen. Im Namen aller Frauen wird dann nach Lust und Laune gerichtet. Da wird hier ein Unfall inszeniert, dort ein Mann vom Dach eines Hochhauses geschubst, als wäre es in dieser Welt selbstverständlich Ehebrecher mit dem Tod zu bestrafen. Doch auch böse, herzlose Mädchen sind nicht vor Amors Liebespfeil sicher. Der trifft Abby just in jenem Moment, als der gemeingefährlichen Serienkillerin die schöne Danni (KATRINA BOWDEN) über den Weg läuft. Die ist noch recht neu im Schwestern-Beruf und klammert sich an die taffe Abby ohne zu wissen, dass ihre neue beste Freundin eine ziemlich kranke Psychopathin ist.
 
Es gibt Horror-Themen, die wiederholen sich immer und immer wieder. NURSE 3D ist blutiger Psychopathen-Horror, der sich der beliebten Rezeptur vom vermeintlich liebenswerten Mädel bedient, hinter deren friedliebender Fassade sich das abgrundtief Böse versteckt. Filme wie ONE HOUR PHOTO (2002), das versemmelte STEPHFATHER-Remake (2009) oder der Teenie-Thriller FEAR mit MARK WAHLBERG aus dem Jahre 1996 haben mal mehr mal weniger packend bebildert, dass sich selbst hinter dem unschuldigsten Gesichtlein, dass personifizierte Böse verstecken kann und es oftmals weder Maske oder Schlachtwerkzeug bedarf, um Angst und Schrecken zu verbreiten. Trotz manchmal wirklich gruselig umgesetzter Thematik – Filme über schizophrene Irre, die geheimnisvolle Doppelleben führen, gibt es mittlerweile zu Genüge. Das neue Werk von Regisseur DOUGLAS AARNIOKOSKI revolutioniert das Psychopathen-Genre in keiner Weise, besitzt aber gut durchdachte Wendungen, ein sauber geschriebenes Drehbuch und viel Gore und Splatter, damit sich der Horrorfan zufrieden in seinen Filmsessel lehnen kann.
 
NURSE 3D folgt selbstverständlich den gleichen Regeln wie all die anderen Streifen dieser Filmgattung. Da geschehen allerhand mysteriöse Morde, deren Aufklärung irgendwie niemanden so wirklich interessieren will. Der Heldin wir eine neue mysteriöse Freundin zur Seite gestellt, deren Geheimnis es gilt aufzudecken. Die kleidet sich zwar hin und wieder auffallend erotisch, spricht aber seltsamerweise nie von und über ihre männlichen Liebschaften. Warum wird schnell klar, denn die eigensinnige Fremde hat nur Augen für die Heldin der Geschichte, die sich bald etwas arg bedrängt von den Annäherungsversuchen und Eifersüchteleien der ihr sympathischen Kameradin fühlt. Wie es bei Psychopathen üblich ist, sind die Beweggründe für das komische Verhalten in der Kindheit zu suchen, schließlich wird abnormales Handeln im Horrorfilm stets mit quälenden Traumata gerechtfertigt. Was folgt ist das obligatorische Horror-Einerlei: Das Doppelspiel der Psychopathin wird entlarvt, die Bloßgestellte verliert den Bezug zur Realität und richtet ein derbes Massaker an.
 
Während anfänglich nur Ehebrecher den Filmtod sterben müssen, sticht die schizophrene Abby am Ende wahllos und beliebig zu. Die Unschuldigen müssen dran glauben und sowohl Patienten als auch Ärzte werden auf gar blutreiche Weise in den Filmhimmel transportiert. Ein reißerischer 3D-Effekt unterstreicht hierbei den Spaßfaktor, denn wenn Blut dreidimensional von der Leinwand tropft, freut sich das Horrorherz. Ähnlich wie im Slasher-Neuaufguss zu MY BLOODY VALENTINE (2009) fliegen dem Horrorfan die Mordwerkzeuge in NURSE 3D sprichwörtlich um die Ohren. In Kombination mit allerhand greifbar nackter Tatsachen wird der Horror-Thriller zumindest für den männlichen Genrefreund zu einer spaßigen Angelegenheit. Leider schmälert die platte 2D-Variante die Freude am Horror erheblich. Denn was der dreidimensionale Schabernack geschickt zu kaschieren versteht, wirkt ohne 3D-Brille billig und unfertig. Hier verliert das blutige Massaker einen Teil seiner reizvollen Wirkung, denn die meisten der harten Effekte kommen aus dem Computer und erinnern in ihrer Machart an das Pixelgewitter aus der trashigen WRONG TURN-Reihe.
 
Auch wenn Splatter ausreichend vorhanden aber etwas an Qualität missen lässt und die Geschichte von der geheimnisvollen Psychopathin nicht gerade vor Innovationen und Ideenreichtum strotz, sei NURSE 3D allen Fans böser Filme ans Herz gelegt. Die Klischees über Krankenhäuser und dessen Personal werden in AARNIOKOSKIS Psycho-Splatter-Ding derart überspitzt durch den Kakao gezogen, dass man das ganze Szenario trotz Abbys blutreichen Racheakte partout nicht ernstnehmen kann. Hier tragen Krankenpflegerinnen ausschließlich Strapse, Pumps und knappe Uniformen bei der Arbeit und der untersetzte Chefarzt baggert grundsätzlich attraktive Kolleginnen an und hat damit auch noch Erfolg. Man sollte über die ganzen pubertären Dummheiten des Films nicht nachdenken, denn hohe Filmkunst will NURSE 3D auch nicht sein. Apropos Filmkunst: Es bedarf schon ein gewisses Können einen Film zu drehen, den man so schon dutzende Male gesehen hat und der sich den typischen Stereotypen, Klischees und Regeln des modernen Horrorkinos bedient, ohne dabei überhaupt eine Minute langweilig zu sein. NURSE 3D hat keinerlei Längen, was aufgrund der austauschbaren und überraschungsarmen Handlung schon als Kunststück zu bezeichnen ist.
 
Natürlich gelingt der Antagonistin am Ende die Flucht und der Film endet mit Hoffnung auf Nachschub. Ein solcher Abschluss dürfte nach scheinbar endlosen Horror-Serien wie der legendären FREITAG DER 13.-Reihe vermutlich keinen Filmfan mehr wundern, gehört es doch mittlerweile zur Gesetzmäßigkeit im Horrorbereich, dass das Böse am Ende überlebt um startklar für Runde zwei sein zu können. Im Fall von NURSE 3D wäre es auch fatal gewesen jene Regeln zu brechen. Denn Schauspielerin PAZ DE LA HUERTA hat mit ihrer Verkörperung der psychopathischen Abby einen wirklich göttlich kultigen Filmkiller geschaffen. Wir warten schon ganz geduldig auf die Fortsetzung …
 
 
 


 
 
 

NURSE 3D – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
In NURSE 3D wird dem Zuschauer vor lauter Splatter und sexy Kurven ganz schwindelig. Hier sieht eine Krankenschwester rot, die sich dreidimensional mit Skalpell und Tupfer durch das Fleisch skrupelloser Ehebrecher arbeitet. Männer werden in NURSE 3D zu primitiven Begattungsmaschinen deklariert, deren Jagd- und Sammlertrieb immer dann groteske Ausmaße findet, wenn sich die weiblichen Protagonisten des Streifens ihre Arbeitsuniformen überstreifen. Die erfüllt natürlich nicht den Zweck für den sie eigentlich gedacht ist, sondern dient nur als sexy Accessoires, um die weiblichen Proportionen besser in Szenen zu setzen. Bei soviel purer Erotik empfehlen wir vor Sichtung genügend eisgekühlte Getränke bereitzustellen. Die sind auf jeden Fall hier unabdinglich, denn NURSE 3D ist mit Abstand der heißeste Horrorschocker seit Jahren.
 
 
 


 
 
 

NURSE 3D – Zensur

 
 
 
NURSE 3D fängt harmlos an und steigert sich in Sachen Härte konsequent. Am Ende verteilt sich das pixelige Blut recht großzügig über die Leinwand, so dass NURSE 3D hierzulande von der FSK die höchste Freigabe erhalten hat. NURSE 3D ist mit dem roten KEINE JUGENDFREIGABE-Sticker in den Handel gekommen.
 
 
 


 
 
 

NURSE 3D – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Amaray – UNIVERSUM FILM

 
 
 
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(c) Limitiertes Steelbook – UNIVERSUM FILM

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Nurse 3D; USA 2013

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte

Bild: 2.40:1 – @24 Hz (1080p)

Laufzeit: ca. 87 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover, limitiertes Steelbook

Extras: Making of Featurettes, Originaltrailer, Audiokommentar des Regisseurs, Trailershow, 3D-Version

Release-Termin: 10.10.2014

 

Nurse (inkl. 2D-Version) – Steelbook [3D Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 

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NURSE 3D – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Crush – Gefährliches Verlangen (2013)
 
Misery (1990)
 
One Hour Foto (2002)
 
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Filmreview: „Deadly Weekend“ (2013)

Deadly Weekend 2013
 
 
 

DEADLY WEEKEND

Story

 
 
 
Zwei Pärchen wollen es sich bei Camping im Wald so richtig schön gemütlich machen. Leider geraten die vier an zwei gerissene Gören, die eine wahrhaftige Freude am Foltern besitzen …
 
 
 


 
 
 

DEADLY WEEKEND – Kritik

 
 
 
Was passiert eigentlich mit attraktiven Jungs und Mädels im Horrorfilm, die einige Tage entspannen und im Wald campen möchten? Richtig, sie geraten eigentlich fast immer an einen (maskierten) Irren, der ihnen unverfroren nach dem Leben trachtet. Der Slasher ist nach wie vor eines der beliebtesten Subgenres innerhalb des Phantastischen Films und erfreut sich, trotz ewig gleicher Rezeptur, immer noch enormer Beliebtheit. Für noch unerfahrene Filmemacher Grund genug mit einem derartigen Grusel-Mix im Horrorbereich Fuß zu fassen, schließlich hat der verpönte Slasher selbst aktuell erfolgreichen Schauspielern und Regisseuren zu großem Ruhm verholfen. JASON SUTTON versucht das jetzt auch. Der war an Hollywood-Hits wie COWBOYS & ALIENS (2011), HANGOVER 3 (2013) und der TRUE BLOOD-Erfolgsserie mitbeteiligt und möchte jetzt gern eigene Weg gehen. Für sein erstes, eigenes Projekt mit dem Titel ZELLWOOD schrieb er sogar das Drehbuch und übernahm die Regie. Damit ihm beim Umsetzen niemandem reinreden konnte, scheute er keine Kosten und finanzierte seinen ersten Spielfilm selbst. So konnte er seiner Kreativität freien Lauf lassen und all die euphorischen Ideen in die Tat umsetzen, die ihm da so durch den Kopf gegeistert sind. Leider ist sein DEADLY WEEKEND (so der Titel für den amerikanischen Videomarkt) nichts weiter als ein unbeholfener Versuch auf der kassenträchtigen Torturwelle mitzuschwimmen. SUTTON wirft nämlich Slasher- und Folterzutaten lieblos in einen Topf und hofft auf reißenden Absatz. Leider hat er da nicht mit dem verwöhnten Geschmack wählerischer Horrorfans gerechnet, die schon lange nicht mehr alles auf gut Glück goutieren, was man ihnen vor die Nase setzt.
 
DEADLY WEEKEND handelt von zwei Pärchen, die dem Hinweis des Onlinereiseführers Bo (KEVIN J. O’NEILL) folgen und in ein abgelegenes Waldgebiet düsen, um dort vier Tage beim Campen abschalten zu können. Natürlich gibt es Streit und der Wochenendtrip endet im Terror. Man gerät an den Reiseführer Bo höchstpersönlich, der zusammen mit seinen zwei kleinen Gören einem ganz speziellen Hobby frönt und mit unbändiger Leidenschaft dem abgebrühten Foltern ahnungsloser Touristen nachgeht. Die sind natürlich nicht gerade helle, punkten aber mit Waschbrettbäuchen und viel Holz vor der Hütte.
 
DEADLY WEEKEND hat eigentlich all das, was ein Slasher mitbringen sollte. Hier schwingen sexy Mädels und coole Typen Po und Hüften zu taffen Rhythmen und ultracoolen Beats. Die Handlung ist auf das Nötigste beschränkt und Blut gibt es auch zuhauf zu sehen. Leider hapert es trotz Sexyness und Gore mal wieder gehörig beim Schauspiel, denn die Anwesenden bewegen sich derart steif und unbeholfen durch die rudimentäre Handlung, dass man meinen könnte hier all die talentlosen Pappnasen zu sehen, die auf Krampf versuchen vom Porno ins Filmbusiness zu wechseln. Leider nimmt sich das Treiben trotz offensichtlicher Defizite viel zu Ernst, so dass sich das miese Agieren der Jungdarsteller zur peinlichen Farce entwickelt. Texte wurden scheinbar auswendig gelernt und teils emotionslos, teils vollkommen übertrieben in die Kamera gestottert. Das will so gar nicht Laune machen und lässt Horrorfans leider nur fremdschämend vor der Glotze zurück. Immerhin stimmt die Technik. Die Bilder sind auf Hochglanz poliert und zeugen von solidem Können. Verwunderlich ist das natürlich nicht, hat doch Regie-Newcomer JASON SUTTON von den ganz Großen aus Hollywood lernen können. Gott sei Dank konnte er auch dort in Erfahrung bringen, wie man inszenatorische Defizite im Horrorfilm ganz geschickt verschleiern kann. Die Antwort ist im obligatorischen Blut- und Gewalthagel zu suchen, der bereits so manch schlechten Genrefilm über Wasser halten konnte.
 
Gewalt verkauft sich gut – ganz diesem Credo wechselt DEADLY WEEKEND die Fronten und aus einem anfangs bescheiden umgesetzten Slasher wird knüppelharter Tortur Porn. Es werden Heimwerkerutensilien zweckentfremdet und Kunstblut spritzt reichlich in die Gesichter der Opfer. Ein Heckentrimmer wird in Bäuche getrieben, Nägel in Gliedmaßen geschlagen und Gedärm aus Leibern gerissen. Man muss schon sagen, dass die hier bebilderten Gewalteskapaden schon recht ekelhaft anzuschauen sind, zumal SUTTON wirklich gut darin ist, rotes Gekröse realistisch aussehen zu lassen. Leider machen aber die Gewaltspitzen (die übrigens von Heranwachsenden genüsslich zelebriert werden) keinen guten Horrorfilm aus DEADLY WEEKEND, dazu ist dieses Debüt einfach zu ereignislos, überraschungsarm und ideenlos umgesetzt. Darum merke: DEADLY WEEKEND ist trotz netter Optik, böser Gewalt und heißen Bräuten ein Rohrkrepierer wie er im Buche steht.
 
 
 


 
 
 

DEADLY WEEKEND – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Geile Weiber, hartes Gefoltere und markerschütterndes Geschrei: DEADLY WEEKEND ist ein ganz schön einfältiges Filmchen, das mit Laiendarstellern und netter Hochglanzoptik versucht, dem Kunden Geld zu entlocken. Wir können nur warnen, denn dieser Slasher-Folter-Flick raubt dem Zuschauer mit unbeholfenen Akteuren und unwichtigen Dialogfetzen den letzten Nerv. Selten hat man einen Horrorfilm gesehen, in dem selbst nicht einmal die Opfer Ahnung haben, wie man sich richtig durch einen Slasher schreit. Bei Schauspielerinnen, die zuvor „Karriere“ im Playboy gemacht haben ist das aber auch kein Wunder. Deshalb Hände weg von diesem unterirdischen Bockmist.
 
 
 


 
 
 

DEADLY WEEKEND – Zensur

 
 
 
Die Folterszenen in DEADLY WEEKEND sind schon sehr explizit. Da wird mit einem Heckentrimmer im Bauch eines der Opfer umhergewühlt. Zudem werden hier allerhand Haushaltswerkzeuge zweckentfremdet. Der Tortur-Part ist nicht lang; das Gezeigte hat aber ausgereicht, dass es DEADLY WEEKEND hierzulande nicht ungeschnitten durch die FSK geschafft hat, zumal die Gewalt von Minderjährigen ausgeht. Der Streifen musste in Deutschland Federn lassen und ist nur geschnitten erhältlich.
 
 
 


 
 
 

DEADLY WEEKEND – Deutsche Blu-ray

 
 
 
deadly-weekend-blu-ray

(c) Sunfilm / Tiberius Film GmbH

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Zellwood; USA 2013

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 7.1, Englisch DTS-HD MA 7.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 @24 Hz (1080p)

Laufzeit: ca. 80 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (geschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Trailershow, Trailer

Release-Termin: 04.12.2014

 

Deadly Weekend [Blu-ray] auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

DEADLY WEEKEND – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Slasher in the Woods (2013)
 
Trail of Blood (2011)
 
Hostel (2005)
 
Hostel 2 (2007)
 

Filmreview: „Ritual“ (2013)

Ritual-2013
 
 
 

RITUAL

Story

 
 
 
Ein junges Pärchen hat eheliche Problemchen: Die Liebste geht fremd und gerät dabei versehentlich an ein Sektenmitglied, das sie in einem schmuddeligen Motel im Affekt niedersticht. Gatte Tom soll es richten und beseitigt das Nötigste. Die Vorkehrungen nützen aber nicht viel, denn der Rest der okkulten Bande hat längst Witterung aufgenommen …
 
 
 


 
 
 

RITUAL – Kritik

 
 
 
RITUAL ist wieder ein Film mit großer Verwechslungsgefahr. Wer ein wenig im Genre bewandert ist, dürfte sich bei diesem Titel direkt an den 2002 veröffentlichten Spielfilmausflug der beliebten TALES FROM THE CRYPT-Serie zurückerinnert fühlen. Hier ist jedoch nicht der kultige Cryptkeeper am Start; vielmehr handelt es sich bei diesem Horrorfilm um ein weiteres Werk aus der beliebten AFTER DARK FILMS Horrorschmiede. Die hat nun schon einige höchst sehenswerte Gruselhits hervorgebracht und mit dem kultigen AFTER DARK HORRRORFEST ein Festival im Petto, das für Anhänger des Phantastischen Films zum alljährlichen Pflichttermin geworden ist. Nun folgt nach Eigenproduktionen wie DARK CIRCLES und RED CLOVER blutiger Nachschub für all jene, die einfach nicht genug von Home- und Hotelinvasionen bekommen können. Der Titel ist hierbei nur irreführende Deko, denn auch wenn RITUAL eigentlich Okkult-Horror vermuten lässt, sind die Wurzeln doch eher im Terror- und Invasion-Genre zu suchen. Mit MICKEY KEATING sitzt mal wieder ein Neuer auf dem Regiestuhl. Im Horrorfilm ist es mittlerweile keine Seltenheit mehr, dass sich hier ambitionierte Newcomer im Filmemachen ausprobieren wollen. Viele von Ihnen schaffen sogar das Unmögliche und erkämpfen sich einen anerkannten Namen in der Horrorszene. Auch KEATING könnte das gelingen, denn mit RITUAL präsentiert er dem Zuschauer nicht nur spannungsgeladenen Psychohorror (übrigens: Drehbuch schrieb KEATING selbst); sein Schaffen wurde in Amerika sogar unter der Fuchtel von LIONSGATE vermarktet – jenes Label, das der berüchtigten SAW-Saga und dem damals noch unbekanntem JAMES WAN (SAW, THE CONJURING) zu internationalem Ruhm verholfen hat.
 
In RITUAL macht der Zuschauer Bekanntschaft mit Tom (DEAN CATES), der einen merkwürdigen Anruf von seiner Frau (LISA MARIE SUMMERSCALES) erhält. Die ruft ihren Gatten unter Tränen zu einem kleinen Stundenhotel im Nirgendwo. Als er dort ankommt, macht er eine grausige Entdeckung: Die Liebste hat in einer Bar einen Unbekannten aufgegabelt und selbigen im Motelzimmer niedergestochen, weil er ihr Böses wollte. Nachdem sich der Betrogene vom ersten Schock erholt hat, folgt auch gleich der zweite. Denn im Kofferraum des erdolchten Fieslings findet das Paar eine Videokamera, auf deren Band ein Mord zu sehen ist, der den beiden eine Heidenangst einjagt. Was folgt ist das übliche Horrorgeplänkel, was zwar nicht gerade vor Innovationen strotzt, aber dem Filmfreund solide Spannung bietet. Der versehentlich Ermordete gehört zu einem ominösen Clan von Masken tragenden Fanatikern, die nichtsahnende Menschen opfern und die Verbrechen auf Video festhalten.
 
Ist RITUAL ein neues Sequel aus dem MOTEL-Universum? Bereits 2007 kam mit MOTEL ein ähnlicher Terror-Streifen in die weltweiten Kinos und lies wenig später ein überflüssiges Video-Prequel folgen, das aber nicht einmal annähernd dem Vorgängers das Wasser reichen konnte. In MOTEL wurde ein gestrandetes Pärchen zu unfreiwilligen Statisten eines Snuff-Movie-Drehs, der von den Inhabern einer schäbigen Raststätte initiiert wurde. So ähnlich geht es auch in RITUAL zugange, nur mit dem Unterschied, dass aus perversen Rasthaus-Besitzern kurzum satanistische Sektenanhänger werden, die ihre Opfer gut und gerne mal einen Kopf kürzer säbeln. Welche Beweggründe die Gruppe für ihr Handeln besitzt bleibt ungeklärt, schließlich braucht KEATING ja noch Stoff für eine mögliche Fortsetzung, die im Falle seines günstig gedrehten Erstlings nicht lange auf sich warten lassen dürfte. Auch wenn RITUAL kaum Überraschungen für den erfahrenen Filmfan bereithält, muss man KEATING für die saubere Umsetzung loben. Der Film beginnt unscheinbar und mausert sich zu Terrorkino par excellence. Wie bereits in THE STRANGERS (2008) besitzen die Hauptdarsteller ihre Problemchen untereinander und werden wenig später von Masken tragenden Unbekannten wortlos durch das Gelände gescheucht. Regisseur MICKEY KEATING fällt nicht gleich mit der Tür ins Haus. Er lässt seinen Helden genügend Zeit, die verzwickte Situation zu erkunden. Dann erst schlägt er knallhart zu und lädt zum obligatorischen Terror-Stelldichein. Die Helden müssen allerhand Boshaftigkeiten über sich ergehen lassen und erfahren nur in Häppchen, was ihnen bald blühen wird. Ebenso ergeht es auch dem Zuschauer, der sich genauso unwissend wie die Opfer durch die unbequeme Szenerie quälen muss und erst kurz vor Ende mit der Auflösung des (zugegebenermaßen äußerst vorhersehbaren) Puzzles konfrontiert wird. Bis dahin weiß der durchweg packende Thriller solide und kurzweilig zu unterhalten, denn wie man Suspense in Reinform auf Zelluloid bannt hat KEATING definitiv verstanden.
 
 
 


 
 
 

RITUAL – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
THE STRANGERS meets MOTEL. RITUAL ist ein atmosphärischer und spannungsgeladener Terrorfilm der alten Schule. Nach mysteriösem Beginn wird die Spannungsschraube fast schon minutiös fester gedreht. Zwar erfindet KEATING mit seinem Erstling das Rad nicht neu; er versteht aber wie man altbekannte Genre-Zutaten raffiniert mixt, damit das ewig gleiche Filmthema eine peppige Würze erhält. RITUAL ist wie gemacht für die große Leinwand und dürfte vermutlich auch nur dort das ganze Potenzial entfalten können. Schade nur, dass sich wahrscheinlich hierzulande kein Label dazu erbarmen wird diesen kleinen Indie ins Kino zu bringen.
 
 
 


 
 
 

RITUAL – Zensur

 
 
 
Wie es sich für einen waschechten Terror- und Invasionsflick gehört, gibt es auch in RITUAL einiges an blutigen Gemeinheiten zu sehen. Die Momente sind aber rar gesät, reichen aber immerhin für eine ungeschnittene FSK-Freigabe. RITUAL dürfte hierzulande mit rotem KJ-Sticker in den Handel kommen.
 
 
 


 
 
 

RITUAL – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Motel (2007)
 
Motel: The First Cut (2009)
 
The Strangers (2008)

Filmreview: „Trail of Blood“ (2011)

trail of blood 2011
 
 
 

TRAIL OF BLOOD

Story

 
 
 
Einige Kids wollen es sich im Wald so richtig schön gemütlich machen und schlagen ihre Zelte ahnungslos auf einer Waldlichtung auf. Als sie in der Nähe eine Blutspur finden und dieser folgen, geraten sie an ein psychopathisches Pärchen, das so richtig Lust darauf hat, den Freunden den Campingausflug zu vermasseln …
 
 
 


 
 
 

TRAIL OF BLOOD – Kritik

 
 
 
WES CRAVEN hat es getan und ELI ROTH war nicht abgeneigt. Nun tut es auch JOE DANTE und gibt seinen guten Namen für einen günstig heruntergeleierten Horrorfilm her, damit er sich besser vermarkten lässt. Auf dem Filmplakat des Wildnis-Slashers TRAIL OF BLOOD wird kräftig mit DANTE als Zugpferd geworben, schließlich macht ein bekannter Name auf dem Cover hellhörig und lässt ganz nebenbei zusätzliche Dollars in die leeren Kassen gewinnorientierter Produzenten fließen. In Zeiten offensichtlicher Kassenflops altbekannter Horrormaestros, ist es ratsam sich vorab über die Qualität jener Werke im Internet kundig machen, denn was einem da an Lobpreisungen von in-die-Jahre-gekommenen Kultregisseuren auf dem Einleger untergejubelt wird, hat mit dem Inhalt oft nur wenig gemein. Immerhin hat DANTE bei TRAIL OF BLOOD als Produzent fungiert, schließlich muss der Mann auch irgendwie seinen Lebensunterhalt bestreiten. Die Jahre erfolgreicher Kinohits sind schon längst vorbei und der Schöpfer der beliebten GREMLINS Reihe hat in der Vergangenheit eher durch Produzententätigkeit geglänzt und als Regisseur für seichte TV-Serien von sich hören lassen. Mit TRAIL OF BLOOD kehrt er mal wieder zum Genre zurück, auch wenn er hier einzig als Geldgeber in Erscheinung tritt und das Regiezepter den Brüdern JOSEPH GUERRIERI und JUSTIN GUERRIERI überlassen hat. Die beiden sind recht neu im Geschäft, haben zuvor nur kleine Kurzfilme gedreht und präsentieren mit TRAIL OF BLOOD ihr Spielfilmdebüt, bei dem sie sich auch direkt die Freiheit genommen, das Drehbuch zum Streifen niederzukritzeln. Viel Geschick steckt da leider nicht dahinter, denn die Geschichte von TRAIL OF BLOOD liest sich wie das Best-of aller halbwegs bekannten (Backwood)Slasher- und Torturwerke der letzten zehn Jahre.
 
Viel Neues hat der Horrorfan von TRAIL OF BLOOD nicht zu erwarten. Es ist es mal wieder die altbewährte Geschichte von einigen neunmalklugen Kids, die während einer entspannten Campingsause an ein dynamisches Duo geraten, das eine Vorliebe für makabre Spiele hegt. Der männliche Part entpuppt sich schnell als durchgeknallter Ex-Marine-Soldat, der sich selbst als „Angel of Death“ bezeichnet und sein Stirnband vermutlich etwas zu fest um den Kopf gebunden hat, so dass es ihm offensichtlich schwer fällt gescheit zu denken. Seine stumme, ebenso schein-intellektuelle Mitspielerin ist stattdessen einfach nur da und hat die Haare schön, frönt dem frivolen Treiben wortlos bei und freut sich einen Ast ab, wenn „Angel“ mal wieder ein wehrloses Menschlein erbarmungslos und heimtückisch um die Ecke gebracht hat. Natürlich lassen sich die Kids ihren friedlichen Camping-Trip nicht von zwei kranken Irren vermasseln und versuchen immer wieder dem fleischgewordenen Albtraum zu entkommen. Bis jedoch die erlösende Rettung eintrifft und die beiden Psychopathen in die Schranken gewiesen werden können, müssen vorab jedoch erst einmal einige der verschüchterten Jungspunde auf unschöne Weise das Zeitliche segnen, schließlich will manch Horrorfan auch etwas Gewalt im Heimkino zu sehen bekommen.
 
Es ist schon etwas verwunderlich, was DANTE dazu bewegt haben muss, für diesen Bullshit Geld locker zu machen. Nach einem zugegebenermaßen wirklich schönen Intro, das eigentlich eher einen unheimlichen Geisterfilm vermuten lässt, gibt es mal wieder Folter- und Überlebenskampf light für einfache Gemüter, die von einem Genrefilm partout keinen Anspruch erwarten, sondern einfach nur hohle Gewalt sehen wollen. Nach dem obligatorischen Tohuwabohu, in dem jedem der Protagonisten eine notdürftige Charakterisierung aufgezwungen wird, geht es auch schon geradezu in die Kampfarena, wo sich die Kids gegen ihre gemeingefährlichen Widersacher behaupten müssen. Zum Glück ist einer der Guten ebenso ein gestandener US-Marine-Soldat, der natürlich gelernt hat, wie man sich in einer derartigen Situation zu verhalten hat. Glaubhaft ist das natürlich nicht gerade, was vor allem daran liegen mag, dass für die Rolle des Helden ausgerechnet der Film-unerfahrene TIM BARRACE verpflichtet wurde, der seinem gefährlichen Widersacher (TREVOR TRSETH) nicht einmal ansatzweise das Wasser reichen kann. Die ihm zugeteilte Charakterentwicklung ist so das dümmste was die Filmgeschichte bisher hervorgebracht hat, denn Held Jim mausert sich in knapp 80 Minuten vom mutigen Helden zum eiskalten Psychopath, der bald nicht mehr zwischen Gut und Böse unterscheiden kann und alles niederballert, was seinen Weg kreuzt. Ansonsten wird dem Zuschauer hier mal wieder der ewig gleiche Standartbrei aufgetischt, der eigentlich in jedem zweiten Slasher zum Thema gemacht wird. Die Protagonisten sind mal wieder so flach, wie die Oberweite von Schauspielerin KEIRA KNIGHTLEY und ihr unüberlegtes Handeln, dürfte den Zuschauer mehr als einmal fassungslos fluchend vor der Glotze zurücklassen. Immerhin gibt es ab und an Terror zu sehen. Da werden die Kids auf eine Runde Russisches Roulett eingeladen und sogar auf falsche Fährten gelockt. Gut ist TRAIL OF BLOOD deshalb aber noch lange nicht, denn so hanebüchen wie er angefangen hat, endet der Streifen letztendlich auch. Am Ende bleibt ein bedeutungsloses Süppchen aus Slasher, Tortur- und Terrorelementen mit vielen Klischees und dummen Protagonisten, das Genre-Neulinge durchaus zu fesseln versteht. Wer aber das ABC des modernen Horrorfilms bereits in- und auswendig kennt, dem wird hier nur ein müdes Lächeln entlockt werden können.
 
 
 


 
 
 

TRAIL OF BLOOD – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Es geht abwärts mit JOE DANTE, dem aktuell vermutlich vollkommen egal ist, für welchen Stuss er seinen Namen hergibt, insofern die Kohle stimmt. TRAIL OF BLOOD ist belangloser Überlebens-Horror mit dummen Teens, trivialer Story und einigen gut platzierten Kopfschüssen. Immerhin gibt es für wenig bewanderte Horrorfans etwas Kurzweil auf der Mattscheibe zu sehen. Ansonsten ist TRAIL OF BLOOD kaum der Rede wert. Nichts, was man unbedingt in der Sammlung haben müsste: gesehen, abgehakt und wieder verkauft.
 
 
 


 
 
 

TRAIL OF BLOOD – Zensur

 
 
 
Im Überlebens-Thriller TRAIL OF BLOOD werden die Opfer hauptsächlich durch Kopfschüsse erledigt. Demnach sollte man hier kein Gewaltfeuerwerk der Extraklasse erwarten. Zwar sind die Gemeinheiten ziemlich fies in Szene gesetzt, was aber durchaus KJ-tauglich sein dürfte. Wir meinen TRAIL OF BLOOD wird ungeschnitten in Deutschland mit der KEINE JUGENDFREIGABE-Kennzeichnung erscheinen.
 
 
 


 
 
 

TRAIL OF BLOOD – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Mooring (2012)

If a Tree falls (2010)

Last House on the Left (2009)

Last House on the Left (1972)

Filmreview: „Young, High and Dead“ (2013)

young high an dead 2013
 
 
 

YOUNG, HIGH AND DEAD

Story

 
 
 
Einige nichtsahnende Kumpels treffen auf einen irren Kinderschänder, der es gar nicht so dufte findet, dass die Freunde auf genau jenem Stückchen Erde campen, unter dem er seine Opfer verscharrt hat …
 
 
 


 
 
 

YOUNG, HIGH AND DEAD – Kritik

 
 
 
Manch unterbelichteter Horrorschund benötigt einen kleinen Anschub, damit er in der Horrorgemeinde auf Interesse stößt. Das ist zum Beispiel dem berüchtigten A SERBIAN FILM im Jahr 2010 gelungen, der durch einige kinderpornografische und nekrophile Elemente zu unappetitlichem Ruhm gekommen ist und ohne Kontroverse auch nicht die Aufmerksamkeit erhalten hätte, die ihm nach Erscheinen zuteil wurde. Mit ähnlich diskussionswürdigem Zündstoff will auch der britische Streifen YOUNG, HIGH AND DEAD trumpfen, dessen Macher nun vermutlich hoffen, dass ihr Stümperwerk möglichst lukrativ auf dem internationalen Horrormarkt verscherbelt werden wird. Zu allem Übel dürfte das sogar auch noch gelingen, versucht der Film doch einmal mehr, die Grenzen des moralisch Vertretbaren zu überschreiten und dürfte dadurch ganz schnell die Gunst sensationsgeiler Horrorfans wecken. Dass YOUNG, HIGH AND DEAD trotz fragwürdiger Thematik ganz schön dilettantischer Pfeffer ist, offenbart sich dem Zuschauer erschreckend schnell, wenn er nach geschlagenen 60 Minuten feststellen muss, dass in dieser filmischen Katastrophe partout nichts passieren will. Dabei köchelt der Beitrag nicht nur inhaltlich erheblich auf Sparflamme. Auch die technische Komponente dürfte dem Zuschauer die Nackenhaare sträuben lassen, denn YOUNG, HIGH AND DEAD entpuppt sich schnell als amateurhafter Schnellschuss vierer passionierter Horrorfilmfans, die eigentlich vom Filmemachen gar keine Ahnung haben. Das Regiequartett, bestehend aus LUKE BRADY, JANATHAN BRADY, THABO MHLATSHWA und DANIEL FENTON, hat an diesem langweiligen Haufen filmischen Abfalls getüftelt und alles fein unprofessionell und anständig verwackelt auf Digital gedreht. Damit der Streifen nicht ganz so offensichtlich laienhaft wirkt, wurden immerhin halbwegs vernünftige Akteure gebucht, die aber vehement damit beschäftigt sind, unerträglich miteinander zu streiten oder ihre Nasen in Berge von Koks zu vergraben. Immerhin gehören einige von ihnen zur britischen B-Prominenz und wurden schon in diversen, für den internationalen Videomarkt gedrehten Filmen gesichtet (darunter sogar der Kinder-Horror THE CHILDREN von 2008). Das mag zwar alles schön und gut sein, macht YOUNG, HIGH AND DEAD aber auch nicht zwingend besser.
 
Im Mittelpunkt stehen einige Mittzwanziger, die zum Camping in den Wald düsen und sich zuvor in einem britischen Pub zum feuchtfröhlichen Trinkgelage treffen. Währenddessen ist ein irrer Psychopath damit beschäftigt, kleine Mädchen von Spielplätzen zu locken, um sie zu Hause in Stücke zu hacken. Die zerteilten Körper werden in Mülltüten gestopft und in einem angrenzenden Waldgebiet verscharrt, leider aber auch genau dort, wo die nichts ahnenden Freunde ihr Zeltlager aufgeschlagen haben. Der Kindermörder ist darüber freilich gar nicht erfreut, befürchtet er doch, dass sein kleines Geheimnis aufzufliegen droht. So beginnt er, Jagd auf die zugekokste Bande zu machen, die natürlich in ausgerechnet dieser heiklen Situation damit beschäftigt ist, private Konflikte untereinander zu klären.
 
Wenn in Horrorfilmen minderjährige Kids von pädophilen Perverslingen zerstückelt werden, dürften nicht nur bei besorgten Eltern die Alarmglocken läuten. Auch die hiesige FSK verstand bei solch fraglichen Treiben bisher keinen Spaß und verweigert nicht selten die Freigabe. Im Falle von YOUNG, HIGH AND DEAD dürfte sich der erwartungsfreudige Filmzuschauer umsonst die Hände reiben, denn die blutige Sauerei wird Gott sei Dank nicht auf der Mattscheibe bebildert, schließlich ist es schon pervers genug, so einen schwierigen Kontext als Grundlage für einen dummen Slasher zu missbrauchen. Das meiste wird in YOUNG, HIGH AND DEAD nämlich nur angedeutet oder passiert im Off, was die Freude der Gore- und Splatterfraktion gewiss erheblich schmälern dürfte. Wird dann am Ende doch einmal jemand vergewaltigt, erdolcht oder mit einem Auto über den Haufen gebrettert, sind die Schnitte derart hektisch und schnell gesetzt, dass sich kaum etwas erkennen lässt. Bis es jedoch soweit ist, muss der Zuschauer genügend Geduld und Sitzfleisch mitbringen. Der irre Killer und seine als Spaziergängerin getarnte Komplizin haben sich erst nach geschlagenen 75 Minuten Spiellaufzeit warmgeschlitzt. Da fliegt schon mal ein Beil durch den Wald und ein Messer rammt sich durch das Dach des Autos direkt in eine Hand. Spektakulär ist das alles nicht einmal ansatzweise, wobei das Finale ohnehin von nur wenigen Filmfans aufmerksam beäugt werden dürfte. Aufgrund der absolut unspannenden Inszenierung ist es wahrscheinlich, dass die Mehrheit der Zuschauer bereits nach wenigen Minuten in den Tiefschlaf dahingeschlummert ist – der Rest wird nach der Filmhälfte entnervt abgeschaltet haben. Da wäre es vermutlich besser gewesen, die Macher hinter YOUNG, HIGH AND DEAD hätten das grausige Stück Film als Komödie konzipiert, denn nicht nur der Titel suggeriert Horror-Spoof der Extraklasse, auch das behäbige Treiben auf dem TV-Apparat ist, trotz bierernster Umsetzung, nicht selten unfreiwillig komisch.
 
 
 


 
 
 

YOUNG, HIGH AND DEAD – Fazit

 
 
 
2 Punkte Final
 
 
 
Der von Kindern selbstgekritzelte Vorspann demonstriert eindrucksvoll, in welch unbeholfene Richtung YOUNG, HIGH AND DEAD tapsen wird. Dieser britische Low-Budget-Titel ist trotz kontroverser Thematik eine einzige Schlafnummer. Bis in YOUNG, HIGH AND DEAD überhaupt etwas passiert, ist der Film bereits schon wieder zu Ende. Der kriselige und oftmals unerträglich verwackelte Amateur-Look mag zwar herrlich indielike ausschauen, verschleiert aber nur ganz geschickt, dass hier Leute am Werk waren, die von Filmemachen keinen Plan haben. YOUNG, HIGH AND DEAD – LANG, ÖDE und UNSPEKTAKULÄR.
 
 
 


 
 
 

YOUNG, HIGH AND DEAD – Zensur

 
 
 
Die Problematik des Kindsmord ist zwar in YOUNG, HIGH AND DEAD sehr heikel; die Misshandlungen oder Morde werden jedoch nur angedeutet. Dennoch dürften einige böse Szenen (an den erwachsenen Darstellern) für die FSK Grund genug sein, den Streifen hierzulande erst für ein volljähriges Filmpublikum zugänglich zu machen. YOUNG, HIGH AND DEAD dürfte ungeschnitten mit KJ-Freigabe in den Handel kommen.
 
 
 
 


 
 
 

YOUNG, HIGH AND DEAD – Trailer

 
 
 


 
 

Hellraiser80

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
A Serbian Film (2010)
 
Five Across the Eyes (2006)

Filmreview: „The Night before Halloween“ (2013)

mischief_night 2013
 
 
 

MISCHIEF NIGHT – THE NIGHT BEFORE HALLOWEEN

Story

 
 
 
Die blinde Emily ist allein zu Hause und erhält ungebetenen Besuch von einem maskierten Fremden, der statt leckerem Kuchen allerhand spitzes Mordwerkzeug mitgebracht hat …
 
 
 


 
 
 

THE NIGHT BEFORE HALLOWEEN – Kritik

 
 
 
Wenn am 31. Oktober Halloween gefeiert wird, schlüpfen nicht nur freche Kinder und jung gebliebenen Erwachsene in möglichst schauerhafte Kostüme; auch bösartige Serienkiller und maskierte Psychopathen beginnen im Horrorfilm ihre grausamen Feldzüge mit Axt, Kettensäge und Machete. Das wohl bekannteste Exemplar wurde zweifelsohne 1979 von JOHN CARPENTER gedreht und hat mittlerweile sieben Fortsetzungen und zwei Neuverfilmungen nach sich gezogen. Der von CARPENTER geschaffene Kultschlitzer MICHAEL MEYERS hat der legendären HALLOWEEN-Reihe zu beachtlichem Ruhm verholfen und gehört neben Hockeymaskenträger JASON VOORHEES (FREITAG DER 13.) zu einer der ganz großen Ikonen des modernen Horrorfilms. Doch nicht nur das beliebte Halloween-Fest bietet sich immer wieder als Ausgangspunkt für bluttriefende Gruselstreifen an. In Amerika, Kanada und einigen Teilen Großbritanniens gehört die MISCHIEF NIGHT zu einer der beliebtesten Bräuche vorm Herbstfest der Druiden. An diesem Tag erhält ein jeder Bürger uneingeschränkte Narrenfreiheit und darf seinem Nachbarn einmal böse Streiche spielen, ohne dabei Konsequenzen tragen zu müssen. Die Tradition geht bis ins Jahr 1790 zurück und ist vor allem bei Teenagern und Kindern äußerst beliebt. Die hüllen nicht selten die Bäume der Nachbarn in Lagen von Toilettenpapier, sondern haben auch außerordentlich Spaß daran, die Fensterscheiben unliebsamer Mitmenschen mit Eiern zu bewerfen. Drehbuchschreiber und Regisseur RICHARD SCHENKMAN hat als Kind vermutlich so viel Freude an diesem unbändigen Treiben gehabt, dass er jene Tradition in der Nacht vor Halloween zum Mittelpunkt seines Filmes gemacht hat. SCHENKMAN dürfte eingefleischten Horrorzuschauern kein Unbekannter sein. Vor seinem aktuellen Home-Invasion-Thriller THE NIGHT BEFORE HALLOWEEN (im Original: MISCHIEF NIGHT) hat er sich mit ABRAHAM LINCOLN VS. ZOMBIES (2012) mit der Thematik Horrorfilm vertraut gemacht und sogleich Gefallen am „bösen“ Genre gefunden. Eine gute Entscheidung, konnte er sich doch bisher nie wirklich zwischen herzergreifendem Dramen-Kitsch und kruden Action-Thrillern entscheiden. Nach seichtem Comedymist fürs amerikanische Fernsehen und der überdrehten Zombiegurke aus den zweifelhaften ASYLUM-Trashstudios, dürfte SCHENKMAN mit THE NIGHT BEFORE HALLOWEEN in Genrekreisen weitaus ernster genommen werden, als es bisher der Fall gewesen ist. Sein neuster Streich ist nämlich bedeutend fieser, als das was er bisher gedreht hat und schlägt ernstere Töne an. In seiner Machart lässt sich THE NIGHT BEFORE HALLOWEEN mit dem bereits 2008 entstandenen Thriller THE STRANGERS vergleichen, in dem sich Darstellerin LIV TAYLOR zusammen mit Schauspielpartner SCOTT SPEEDMAN gegen eine Gruppe maskierter Irrer zur Wehr setzen muss, die Freude daran haben, unwissende Menschen zu terrorisieren um sich anschließend kaltblütig abzuschlachten.
 
In THE NIGHT BEFORE HALLOWEEN ist das so ähnlich und Heldin Emily Walton (NOELL COET) wird zu Haus von einem maskierten Bösewicht überrascht, der sich in einen gelben Regenmantel gekleidet hat und nun an MISCHIEF NIGHT so seine ganz eigene Methode besitzt, der nichts ahnenden Teenagerin gemeine und todbringende Streiche zu spielen. Damit das abgedroschene Thema vom boshaften Killer und dem unterlegenen Opfer nicht ganz überraschungsarm abgehandelt wird, hat SCHENKMAN seiner Protagonistin ein Handicap gegeben. Neun Jahre zuvor hat die in Folge eines Autounfalls nicht nur die Mutter, sondern auch ihr Augenlicht verloren und quält sich seither mit schwerem Asthma, Schuldgefühlen und Erinnerungslücken durchs Leben. Immerhin findet die Jugendliche Trost bei Vater David (DANIEL HUGH KELLY) und Schwarm Jimmy (IAN BAMBERG), der lieber durchs Fenster steigt um Emily zu besuchen, als wie jeder andere auch an der Haustür zu klingeln. Für Vater David steht die erste weibliche Verabredung seit Jahren bevor und das sorgsame Familienoberhaupt lässt die kesse Emily mit mulmigem Gefühl daheim zurück. Ganz so Unrecht hat er mit seiner Vorahnung nicht, denn kaum ist der Vater aus dem Haus, schleicht sich ein unwillkommener Eindringling in das riesige Anwesen und verfolgt die blinde Tochter auf Schritt und Tritt. Deren übrige Sinne schlagen bald Alarm und sie beginnt, sich gegen den bewaffnete Killer zur Wehr zu setzen.
 
Die körperlichen Beeinträchtigungen seiner Protagonisten haben schon so manchem Horrorfilm aus der Patsche geholfen, denn mit so einem gemeinen Handicap lassen sich allerhand lustige Dinge veranstalten. Dank der blinden Emily wird aus dem austauschbaren Home-Invasion-Slasher ein spannendes Überlebensfilmchen, dass nicht nur unterhaltsam mit der Erwartungshaltung des Zuschauers, sondern auch ganz hinterlistig mit der Sehbehinderung seiner Heldin spielt. Das fängt bereit mit der Bedienung des Handys an. Emily will den Notruf mittels Sprachwahl wählen, scheitert aber am Akkustand ihres mobilen Telefons, den sie nicht sehen kann. In einer weiteren Szene fällt der Protagonistin Geschirr auf den Küchenboden. Anfänglich kann sie den Scherbenhaufen glimpflich umgehen, während sie in einer hektischen Fluchtszene später direkt in das spitze Glas tritt. Der Killer bewegt sich geisterhaft durchs gesamte Haus und ist für den Zuschauer immer ersichtlich. Emily besitzt den Vorteil nicht und schleicht sich von Zimmer zu Zimmer ohne zu wissen, dass sie von der maskierten Gestalt auf Schritt und Tritt verfolgt und beobachtet wird. Am Ende flüchtet die erblindete Heldin aus dem abgelegenen Elternhaus orientierungslos in die Dunkelheit der Nacht und stolpert ganz ungewiss über die hinterlistige Blutspur und die erdolchten Opfer des unbekannten Killers. Mit makabren Schockmomenten wird in THE NIGHT BEFORE HALLOWEEN nicht gegeizt und das nicht minder fiese Treiben wertet den eigentlich belanglosen Slasher ganz nebenbei positiv auf. Zudem hebt sich THE NIGHT BEFORE HALLOWEEN nennenswert von üblicher Videoware ab. Der Film wurde professionell gedreht und entwickelt sogar ab und an so etwas wie richtiges Gruselfeeling mit Spannung. Vor allem den gut und sympathisch agierenden Darstellern ist es zu verdanken, dass THE NIGHT BEFORE HALLOWEEN sehbar und erträglich bleibt. Emily wird zugänglich von NOELL COET verkörpert, die sich am Ende als mutige Rache-Queen entpuppt und das kurzweilige Katz-und-Mausspiel Dank motorisierten Gartengeräts in die tiefrote Körperflüssigkeit taucht. Einen Gastauftritt gibt es übrigens auch zu sehen. Schauspiellegende RICHARD RIEHLE gibt sich die Ehre mal kurz als ahnungsloser Helfender über die Landstraße zu düsen, um wenig später dem Killer in die Arme zu laufen. Der Amerikaner hat nämlich zuletzt gern mal in Horrorfilmen vorbeigeschaut. Nach HALLOWEEN 2 (2009), CHILLERAMA (2011) und TEXAS CHAINSAW 3D (2013) folgt nun ein Cameo in THE NIGHT BEFORE HALLOWEEN – den Horrorfan freut’s.
 
 
 


 
 
 

THE NIGHT BEFORE HALLOWEEN – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
THE STRANGERS meets THE PURGE – DIE SÄUBERUNG. Kleiner, aber feiner Psycho-Thriller mit gut platzierten Schock-und Gruseleffekten und überraschend hinterlistigen Wendungen. Nach eher bescheidenem Schaffen hat ABRAHAM LINCOLN VS. ZOMBIES-Regisseur RICHARD SCHENKMAN seinen ersten richtig guten Horrorfilm gedreht. Trotz altbekannter Story vom Mädchen, das zu Haus von einem Killer durch die Räumlichkeiten gejagt wird, schafft SCHENKMAN das Kunststück, dass THE NIGHT BEFORE HALLOWEEN (oder MISCHIEF NIGHT, so der Originaltitel) niemals langweilig ist oder Leerlauf erhält. Wer das Home-Invasion-Genre mag, kann bedenkenlos zugreifen!
 
 
 


 
 
 

THE NIGHT BEFORE HALLOWEEN – Zensur

 
 
 
Anfänglich dürfte es den Horrorfan wundern, warum THE NIGHT BEFORE HALLOWEEN erstaunlich handzahm abgehandelt wird. Für einen Slasher gibt es erstaunlich wenige Opfer und auch die Meuchelszenen lassen lang auf sich warten. Am Ende jedoch erwacht THE NIGHT BEFORE HALLOWEEN aus seinem Dornröschenschlaf, damit auch der Gorehound auf seine Kosten kommt. Viel gibt es zwar nicht zu sehen; für eine ungeschnittene FSK16 hat es dennoch gereicht. Trotz Jugendfreigabe besitzt das Heimkinomedium jedoch einen roten KJ-Flatschen. Die Ursache ist ein Trailer, der von der FSK nur für Erwachsene freigegeben wurde und sich auf die DVD/ Blu-ray befindet.
 
 
 


 
 
 

THE NIGHT BEFORE HALLOWEEN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
The-Night-Before-Halloween-blu-ray

(c) Meteor Film

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Mischief Night; USA 2013

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD 5.1, Englisch DTS-HD 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.78:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 87 Min. (uncut)

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Behind the Scenes-Feature, Originaltrailer, Deutscher Trailer, Trailershow

Release-Termin: 23.05.2014

 
 
 

The Night Before Halloween (Uncut) [Blu-ray] auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

THE NIGHT BEFORE HALLOWEEN – Trailer

 
 
 


 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Crawl – Home Killing Home (2011)

Home Sweet Home (2013)

You´re Next (2011)

The Aggression Scale (2012)

In their Skin (2012)

Kidnapped (2010)

The Strangers (2008)

Funny Games (1997)

Funny Games – Remake (2007)

Filmreview: „Killer Holiday“ (2013)

killer-holiday
 
 
 

KILLER HOLIDAY

Story

 
 
 
Eine Truppe Kids unternimmt einen netten Road Trip durch die amerikanische Einöde und düsen dabei geradewegs ins Verderben. Ein irrer Killer hat sich an ihre Fersen geheftet und folgt ihnen in einen leerstehenden Freizeitpark …
 
 
 


 
 
 

KILLER HOLIDAY – Kritik

 
 
 
Slasher gehören seit jeher zu einem der wohl beliebtesten Subgenres im Horrorfilm. Die Anfänge gehen hier sogar bis in die 60er mit verschiedenen italienischen Giallo-Thrillern oder die frühen 70er Jahre zurück, als Filme wie IM BLUTRAUSCH DES SATANS (1974) und BLACK CHRISTMAS (1974) über die Kinoleinwände flimmerten. Vierzig Filmjahre später sind die berüchtigten Schlitzerstreifen wieder in Mode und aus der Horrorfilmlandschaft nicht wegzudenken. Dennoch muss man immer genauer hinschauen, was einem da überhaupt untergejubelt wird, denn wirklich gut sind leider nur die wenigsten Slasher in heutiger Zeit. Zur Gattung „miserabel“ zählt auch der vorliegende KILLER HOLIDAY, der von MARTY THOMAS inszeniert wurde und einmal mehr vollkommen falsche Erwartungen beim Zuschauer weckt. Auf dem ansprechend gestalteten Filmcover wird mit einer gar fies grinsenden Clownsfratze geworben, was zwar bitterböse Streifen wie CLOWNHOUSE (1989) und STITCHES (2012) ins Gedächtnis ruft, aber schon wieder als hinterhältige Mogelpackung gewertet werden darf, lässt sich jener Zeitgenosse im Film nämlich gar nicht erst blicken. Für den Käufer eine enttäuschende Prämisse, der sein hart verdientes Geld für einen Film ausgegeben hat, den er eigentlich so gar nicht sehen wollte. Hinter dem ausgefuchsten Marketingkonzept steckt (zumindest in Amerika) Rechteinhaber LIONSGATE, der den Bullshit in Übersee ausgewertet hat. Was das in Genre-Kreisen bewanderte Label dazu geritten haben muss, sich die Rechte an diesem Schwachsinn zu sichern, wird der Horrorfilmfan vermutlich nie erfahren. Die gesamte Inszenierung schaut zwar verdammt nach Indie aus; qualitativ befindet sich der Streifen jedoch irgendwo auf Amateurniveau und erinnert in seinen schlimmsten Momenten an den 2011 veröffentlichten THE ORPHAN KILLER, in dem die einzelnen Mordsequenzen mit einem unerträglichen Hardrocksound untermauert wurden. Ähnlich geht´s auch in KILLER HOLIDAY zugange, wobei die Geschehnisse bei Weitem nicht einmal annähernd die Kaltschnäutzigkeit und Brutalität des besagten Slashers erreichen und im Vergleich zum heutigen Slasher-Standard eher als kaum nachhaltig einzuordnen sind. Die für das Genre wichtigen Kills sind zwar vorhanden, abwechslungsreich und blutig; jegliche Spannung und Atmosphäre wird jedoch von der fürchterlichen und vor allem unpassenden musikalischen Untermalung zunichte gemachte. Immer dann, wenn der Killer zur Tat schreitet, werden die elektrischen Gitarren hervorgekramt und es wird kraftvoll an den Saiten gezupft, dass sich bei derart Lärm dem Zuschauer die Zehennägel zusammenrollen. Zudem ist der theatralisch wirkende Score in einigen Erotikszenen fast schon wieder zu viel und wirkt meist unfreiwillig komisch und vollkommen deplatziert. Mit gewöhnungsbedürftiger Musik an den unpassendsten Filmstellen hat Regisseur MARTY THOMAS so seine Probleme, was ein wenig verwundert, hat doch der Filmemacher in der Vergangenheit mehr als 250 MTV Musikvideos gedreht und diverse TV-Sport hervorgebracht. Seine Arbeiten haben ihm bisher Nominierungen und Preise gebracht, so dass man nicht verstehen will, wie KILLER HOLIDAY zu so ein Rohrkrepierer werden konnte. Immerhin wird die Geschichte nach bekanntem Slasher-Schema abgespult:
 
Einige höchst nervende Kids (die natürlich von fast 30ern gespielt werden) unternehmen einen spontanen Spring Break Road Trip und lassen Stress und Eltern hinter sich. Wie es sich für einen Slasher gehört haben wir mal wieder die unterschiedlichsten Stereotypen am Start. So dürfen der Spaßvogel und der Vamp ebenso wenig fehlen, wie der Quotenfarbige und das graue Mäuschen. Es wird Alkohol geschlürft, dem unehelichen Beischlaf gefrönt und all jene Sachen veranstaltet, die Teenager in diesem Alter eigentlich nicht tun sollten. Schnell ist den mehr als naiven Jugendlichen ein skrupelloser Killer auf den Fersen, der sich „Melvin Spider Holiday“ (MICHAEL COPON) schimpft und eine triefende Blutspur hinter sich herzieht. Als die Kids irgendwo in der Einöde ein Werbeplakat eines geschlossenen Jahrmarktes finden, dürfte dem Zuschauer klar sein, welch Schicksal der Bande blühen dürfte. Das verschlossene Tor zum Rummel wird unachtsam geöffnet und nach ersten Erkundungstouren durch die Attraktionen des Vergnügungsparks verliert sich auch schon die Spur der ersten Freunde. Die hat der mordende Schönling bereits um die Ecke gebracht und schnitzt sich wenig später auch durch das Fleisch der übrigen Grünschnäbel. Am Ende bleibt das hässlichen Entlein übrig, dass ganz nebenbei auch gleich das Geheimnis des unberechenbaren Serienkillers lüftet, der natürlich nicht ohne Grund den Kiddies nach dem Leben trachtet.
 
Dilettantismus wird bei KILLER HOLIDAY ganz groß geschrieben. Sei es beim kaum talentierten Können der Protagonisten, die mehr schlecht als recht bemüht sind, ihre unwichtigen Texte in die Kamera zu quasseln. Oder der Einsatz von diversen Stilmitteln (Slow-Motion-Szenen, s/w-Sequenzen), die dieses Meuchelstück vermutlich irgendwie extravagant erscheinen lassen sollen; KILLER HOLIDAY ist ganz schöner Quatsch, den man möglichst meiden sollte. Die verschiedenen Kamerspielereien sehen arg bescheiden aus und der überraschende Endtwist wirkt derart aufgesetzt und uninspiriert, dass man am liebsten noch einmal Hoopers nostalgischen Klassiker KABINETT DES SCHRECKENS (1981) in den Player legen möchte, um sich davon zu überzeugen, wie so ein wirklich stimmiger Jahrmarkt-Slasher denn nun auszusehen hat. Immerhin konnte Regisseur MARTY THOMAS (der es übrigens auch schon einmal als Schauspieler in die Kultserie M*A*S*H geschafft hat) mit MICHAEL COPON einen halbwegs gescheiten Killer für sein Trauerspiel gewinnen. Der hat schon in 247°F (2011) und dem NIGHT OT THE DEMONS-Remake (2009) Gruselluft schnuppern dürfen und ist vermutlich der einzige optische und schauspielerische Gewinn im ganzen Film. Der Rest der ernüchternden Cast hat scheinbar noch nicht so wirklich verstanden, welche Qualitäten man als Schauspieler mitbringen sollte, wenn man in einem Horrorfilm agieren soll. Unterm Strich sollte man von KILLER HOLIDAY nichts erwarten. Der Film ist unglaublich schlecht und mit dem dürftigen und vor allem unspannenden Drehbuch gewinnt man heutzutage noch nicht einmal einen Trostpreis. Von daher sei jedem Fan geraten, die Euronen für diesen Schnellschuss lieber der Aktion „Brot für die Welt“ zu spenden – dort ist das Geld mit Sicherheit nützlicher angelegt.
 
 
 


 
 
 

KILLER HOLIDAY – Fazit

 
 
 
3 Punkte Final
 
 
 
Eine blutige Achterbahn des Schreckens! Insofern man eher eine Schwäche für blutige, dumme Filme ohne Handlung besitzt. Denn wirklich fesselnd oder gar unterhaltsam ist KILLER HOLIDAY nicht einmal ansatzweise. Regisseur MARTY THOMAS hat trotz umfangreicher Erfahrung im Filmemachen scheinbar noch nicht wirklich ergründen können, wie eigentlich ein Horrorfilm im Jahr 2013 auszusehen hat. Umso enttäuschender für den Genrefan, dass er mal wieder 90 Minuten kostbare Lebenszeit für nichts verschwendet hat. Finger weg!
 
 
 


 
 
 

KILLER HOLIDAY – Zensur

 
 
 
KILLER HOLIDAY ist Slasherware von der Stange. Im Vergleich zu gängigen Filmen dieses Subgenres geht es doch hier schon erstaunlich züchtig zugange. Ein paar Schauwerte (wie ein abgehackter Arm) gibt es dennoch zu bestaunen, so dass KILLER HOLIDAY mit KJ-Freigabe in den Handel kommen wird.
 
 
 


 
 
 

KILLER HOLIDAY – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Jack the Reaper – Jahrmarkt des Grauens (2011)

Das Kabinett des Schreckens (1981)

Dark Ride (2006)

Filmreview: „Bloody Homecoming“ (2013)

bloody homecoming
 
 
 

BLOODY HOMECOMING

Story

 
 
 
Drei Jahre ist es nun bereits her, dass der Sohn des Sheriffs in einem Städtchen irgendwo im Süden der USA bei einem Klassentreffen ums Leben gekommen ist. Seither hat das verschlafene Kaff von weiteren Feierlichkeiten abgesehen, führt aber nach Jahren der Trauer die beliebte Tradition nun fort. Während sich die Stadt in den Vorbereitungen befindet, schleicht ein irrer Killer in Feuerwehrkluft um die Häuser und zieht all jene Studenten blutig zur Rechenschaft, die einst bei dem schrecklichen Unfall dabei gewesen sind …
 
 
 


 
 
 

BLOODY HOMECOMING – Kritik

 
 
 
Die produktive Recyclingsmaschinerie läuft und läuft und findet kein Ende. Da werden beinahe regelmäßig die immer wieder gleichen Geschichten geschrieben, in denen einzig Namen und Handlungsorte ausgetauscht werden, damit die Zuschauer für die Duplikate der Duplikate auch weiterhin ordentlich Zaster löhnen. Der Filmfan verdrängt scheinbar die immer offensichtlicher werdenden Unkreativität der Filmemacher und nimmt zähneknirschend das Aufköcheln längst totgefilmter Horrorstoffe in Kauf, vorausgesetzt ihm wird als Ausgleich boshafte Gewalt in Reinform geboten. Als kleine Hommage an den beliebten Old-School-Slasher der 80er Jahre rechtfertigt Regisseur BRIAN C. WEED seinen gar müden BLOODY HOMECOMING, wobei derartige Erklärungsversuche beim alteingesessenen Horrorpublikum schon lange nicht mehr ziehen möchten. Es wäre tatsächlich an der Zeit, dem Zuschauer eine Art Widerrufsrecht einzuräumen, was die Rückzahlung des Kaufpreises garantiert, sollte der Fan nach Sichtung gänzlich unzufrieden sein. Eine Prämisse, die Filme wie BLOODY HOMECOMING erst gar nicht entstehen lassen dürfte, hat doch dieser nichts anderes zu bieten als gähnende Langeweile und eine fast schon beschämende Inszenierung irgendwo auf Amateurniveau.
 
In BLOODY HOMECOMING verwandelt sich ein kleines Städtchen zum Vorhof der Hölle. Dort meuchelt sich ein rächender Psychopath durch eine Gruppe Schüler einer High School, die gerade in den Vorbereitungen eines Homecoming-Festes stecken. In den USA zur gängigen Praxis geworden, wird dort alljährlich ein kleines Fest Ende September oder Anfang Oktober an Universitäten, High Schools und Colleges zelebriert, zu welchem ehemalige Schüler und Studenten geladen werden. Diese Feierlichkeit dient dem vorliegenden Slasher als Aufhänger für ein wahrlich ermüdendes Schlachtfest, dass verlogenerweise auf dem Filmposter mit dem Slogan „Come Home to Terror“ beworben wird. Wo sich in BLOODY HOMECOMING der Terror versteckt hält, dürfte vermutlich nie ergründet werden, denn WEEDS Debüt hat mit Terror soviel am Hut, wie Mozzarella mit hessischem Handkäs‘. Immerhin hat der Regiedebütant seine Hausaufgaben gemacht und ausreichend die diversen Schlitzerstreifen der 80er Jahre studiert. Demnach bekommt der Horrorfan hier einige Schlüsselszenen bekannter Vertreter seiner Gattung zu sehen, die jedoch kaum Charme versprühen, sondern vollkommen lieblos und unbedeutend abgehandelt werden. Ob nun Carpenters HALLOWEEN (1978), der kultige PROM NIGHT (1980) oder gar MY BLOODY VALENTINE (1981) – in BLOODY HOMECOMING wird alles schlecht wiederverwurstet was im Slasher-Genre Rang und Namen besitzt. Das unspektakuläre Treiben wird mit dem obligatorischen Einführungsmord eingeleuchtet und endet mit dem Lüften der Identität des Killers. Die Ereignisse dazwischen werden nach Schema F durchgehechelt und durch bedeutungslose Kills bereichert. Die Kids bekommen unheilverkündende Post zugestellt (Parallelen zu ICH WEISS WAS DU LETZTEN SOMMER GETAN HAST (1997) sind nicht von der Hand zu weisen) und werden wenig später von einem Killer in Feuerwehruniform in allen erdenklichen Variationen mittels Pfahl durchlöchert, was zumindest anfänglich noch halbwegs brauchbar abgehandelt wird. Das spitze Stück Holz gleitet durch Kopf, Brust und Auge; die vorhersehbaren Morde werden jedoch im weiteren Verlauf weitestgehend blutleer abgehakt, was vermutlich auf Budgetmangel zurückzuführen sein dürfte. Ansonsten hat man die Geschichte von BLOODY HOMECOMING leider schon zu oft präsentiert bekommen, als das sie überhaupt noch in irgendeiner Weise unterhalten würde. Da nutzt auch der begleitende Soundtrack wenig, der als gar beschämende Kopie des kultigen HALLOWEEN-Scores aus den Lautsprecherboxen der Heimkinoanlage schallt. Was bleibt ist ein langweiliger Horrorfilm, mit dem wohl schlecht besuchtesten High School-Ball in der Geschichte des Horrorfilms. Die kaum talentierten Schauspieler gehen einem mit ihrem unbeholfenen Agieren ganz schnell furchtbar auf den Zünder und ein seichter, nahezu lächerlicher Härtegrad ist in Zeiten gewaltgeiler Filme wie I SPIT ON YOUR GRAVE 2 (2013) und HUMAN CENTIPEDE 2 (2011) fast schon als schlechter Witz zu betiteln. Von daher sollte sich der Käufer auf seiner Kaufliste ganz dick notieren, dass er sich vom vorliegenden BLOODY HOMECOMING möglichst fern halten sollte, denn BLOODY ist in diesem Unding vermutlich nur die monatliche Periode der anwesenden Schauspielerinnen.
 
 
 


 
 
 

BLOODY HOMECOMING – Fazit

 
 
 
3 Punkte Final
 
 
 
Im Rache-Thriller BLOODY HOMECOMING will so rein gar nix BLOODY sein. Da ist vermutlich Blutwurst auf einer Butterstulle blutiger. Wer sich selbst einen Gefallen tun möchte, sollte diesen als Old-School-Slasher getarnten Käse möglichst meiden.
 
 
 


 
 
 

BLOODY HOMECOMING – Zensur

 
 
 
BLOODY HOMECOMING ist ein typischer Slasher im Stile von MY BLOODY VALENTINE. Es gibt etwas Gekröse zu sehen, das aber in Verlauf der Handlung überraschenderweise sehr handzahm abgehandelt wird. Von daher ist BLOODY HOMECOMING hierzulande frei ab 18 Jahren ungeschnitten in den Handel gekommen.
 
 
 


 
 
 

BLOODY HOMECOMING – Deutsche Blu-ray

 
 
 
bloody-homecoming-blu-ray

(c) EURO VIDEO / MIG

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Bloody Homecoming; USA 2012

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch (DTS-HD 5.1), Englisch (DTS 5.1), Deutsch Dolby Digital 2.0

Untertitel: Keine

Bild: 1.77:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 84 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wechselcover

Extras: Keine

Release-Termin: 05.11.2014

 

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BLOODY HOMECOMING – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
You’re Next (2011)

Alpha Girls (2013)

Bloody Bloody Bible Camp (2012)

Silent Night (2012)

Halloween (1978)

My Bloody Valentine (1981)

Ich weiss was du letzten Sommer getan hast (1997)

The House on Sorority Row (1983)

Black Christmas (1974)

Filmreview: „You’re Next“ (2011)

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YOU’RE NEXT

Story

 
 
 
Das wohlhabende Ehepaar Paul (Rob Moran) und Aubrey (Barbara Crampton) lädt zum Hochzeitstag. Für die vier Kinder Grund genug zusammen mit ihren Lebensgefährten zum weit ab vom Schuss liegenden Anwesen der Eltern zu reisen. Man will den besonderen Tag mit Mutter und Vater gebürtig feiern. Doch es kommt anders als erhofft. Drei mit Tiermasken vermummte Gestalten verschaffen sich Zutritt in das elterliche Heim und beginnen, die Gäste auf schreckliche Weise zu dezimieren …
 
 
 


 
 
 

YOU’RE NEXT – Kritik

 
 
 
Wenn Horrorfilme mit reichlich Verspätung in die Kinos kommen, bedeutet das oftmals nichts Gutes. Im Falle von YOU´RE NEXT wird das wohl eher am leicht verspäteten Erfolg des Nachwuchsregisseurs ADAM WINGARD gelegen haben, der 2010 mit seinem A HORRIBLE WAY TO DIE nicht gerade das Genre revolutioniert hat, es jedoch mit Beiträgen in THE ABC`S OF DEATH (2012), V/H/S (2012) und V/H/S 2 (2013) schaffte, bei Fans des düsteren Filmes bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Gerade weil genannte Anthologiestreifen international Kasse machen konnten, war es nur logisch, dass auch sein bereits 2011 abgedrehter Spielfilm YOU´RE NEXT in die Kinos kommen durfte. Das Ziel: möglichst schnell ganz viel Reibach machen. Deutschlandpremiere feierte der kompromisslose Slasher bereits auf dem 27. FANTASY FILMFEST, wo er im Programmheft als „Partyfilm mit cleverem Script, coolem Tempo, blutigen Einlagen und großartig fiesen Finale“ angepriesen wurde und sogar als Abschlussfilm glänzen durfte. Eine etwas beschämende Prämisse; wurde diese Ehre bisher nur außergewöhnlich sehenswerten Filmen zuteil, denen der Terror-Slasher im direkten Vergleich nicht einmal ansatzweise das Wasser reichen kann. Anders als im Programmheft beworben, erweist sich der Film als reichlich unspektakuläres Sammelsurium der unterschiedlichsten Horrorzutaten der letzten 20 Jahre. Raffinierte Ideen oder gar Originalität sucht man in YOU´RE NEXT vergebens. Im Grunde genommen wird dem Zuschauer hier die gleiche Grütze erneut lauwarm aufgeköchelt, die zum Standard jedes beliebigen Home-Invasion-Streifens geworden ist. Gewalt kaschiert hier die unzureichende Kreativität der leidlich ambitionierten Drehbuchautoren, denn nach dem obligatorischen Einführungsgequassel geht es in WINGARDS Horrorstreifen nicht gerade zimperlich vonstatten. Kanonenfutter ist reichlich vorhanden, so dass sich der Film hauptsächlich auf das möglichst derbe Abschlachten seiner unzureichend intelligenten Protagonisten konzentriert. Die sind natürlich durch die Bank weg unsympathisch skizziert, weshalb deren Ableben nicht wirklich Nachdruck haben will und dem Zuschauer vollkommen wurscht ist. Nur Heldin und Scream-Queen SHARNI VINSON lockert den etwas eintönigen Nonsens nennenswert auf und erweist sich als einziger Glücksgriff des geistlosen Machwerks. Die lässt sich vom kaltschnäuzigen Einbrecherpack nicht so schnell beirren und schlitzt und hackt auf das Killer-Trio ein, als gäbe es kein Morgen. Das wirkt nicht selten sehr erheiternd, zumal Regisseur ADAM WINGARD fast krampfhaft darum bemüht ist, YOU´RE NEXT in die Klamaukschiene zu zwängen. Leider schafft auch sie es nicht, von der beschämenden Vorhersehbarkeit des arg trivial gestrickten Drehbuchs abzulenken, denn sonderlich spannend ist das Geschehen rund um YOU´RE NEXT nämlich nicht.
 
Das macht sich vor allem bereits in der Halbzeit bemerkbar, in der die noch Anwesenden über die Identität der Killer in Kenntnis gesetzt werden. Anders als im nicht unähnlichen Terrorschocker THE STRANGERS (2008), haben die Bösewichte in YOU´RE NEXT ein plausibles Motiv für ihr Agieren, das mittels vermutlich überraschend gemeintem Twist, etwas sehr unbeholfen gelüftet wird. Leider verpufft mit der viel zu frühen Auflösung des vorhersehbaren Rätsels auch die kaum vorhandene Spannung, so dass sich die restliche Laufzeit im genretypischen Blutrausch verläuft, der zugegebenermaßen schmerzintensiv zelebriert wird. Da wird in genagelte Bretter getreten und Kehlen werden aufgeschlitzt, wobei ein im Mixer steckender Kopf das klägliche Schlusslicht dieses absurden Slasherflicks bildet, um erneut WINGARDS Leidenschaft für das Schwarzhumorige hervorzuheben. Immerhin bekommen wir in YOU´RE NEXT auch einmal Kultregisseur TI WEST vor die Linse. Der hat sich im Genre mit Filmen wie HOUSE OF THE DEVIL (2009) und THE INNKEEPERS (2011) einen Namen gemacht und spielt im Film, was für ein Zufall, einen talentierten Nachwuchsregisseur, der bereits zu Beginn in den Kinohimmel transferiert wird. Unterm Strich bleibt mit YOU´RE NEXT ein leidlich spannender Horrorfilm, der auf der aktuellen Home-Invasion-Welle mitreitet, aber außer grafischer Gewalt kaum etwas wirklich Brauchbares zu bieten hat. Die unruhige Kameraführung erinnert an jüngste Found-Footage-Debakel und der nette, retrolastige Synthesizer-Soundtrack verliert sich in der lieblosen und vollkommen austauschbaren Inszenierung. Wer seine regelmäßige Ration Blutgekröse benötigt, darf sich auf dieses hirnlose Meisterwerk cineastischer Verdummung freuen. Filmfans, die jedoch auch beim Horrorfilm gewisse Originalität erwarten und Spannung vorausetzen, sollte YOU´RE NEXT möglich meiden.
 
 
 


 
 
 

YOU’RE NEXT – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Die weitaus blutigere Antwort auf den Horror-Thriller THE STRANGERS. Wer einer Vorliebe für dummes, aber dafür reichlich gewaltgeiles Geschlitze frönt, ist hier genau richtig!
 
 
 


 
 
 

YOU’RE NEXT – Zensur

 
 
 
Trotz hohem Blutzoll gab es bei der Freigabe der Heimkinofassung keine Probleme. YOU’RE NEXT ist in seiner ungeschnittenen Form problemlos durch die FSK gewandert. Demnach ist die erhältliche Fassung mit dem roten FSK-Flatschen absolut komplett.
 
 
 


 
 
 

YOU’RE NEXT – Deutsche Blu-ray

 
 
 
you're next blu-ray

(c) Splendid Film

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: You’re Next; USA 2011

Genre: Thriller, Horror, Splatter

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.40:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 94 Min. (uncut)

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Trailershow

Release-Termin: 28.03.2014

 
 
 

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YOU’RE NEXT – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Aggression Scale (2012)

Home Sweet Home (2013)

In their Skin (2012)

Kidnapped (2010)

The Strangers (2008)

Funny Games (1997)

Funny Games – Remake (2007)