Filmkritik: „Blood Bags – Er will Dein Blut“ (2018)

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BLOOD BAGS – ER WILL DEIN BLUT

(BLOOD BAGS)

Story

 
 
 
Die junge, amerikanische Fotografin Tracy wird während ihres Auslandaufenthaltes auf eine alte Villa in Turin aufmerksam die sich für atmosphärische Fotos ideal eignet – wären da doch nur nicht der Hausmeister, der letzte Bewohner und ein mysteriöser Fremder…

 
 
 


 
 
 

BLOOD BAGS – Kritik

 
 
Die Definition einer seltenen Krankheit per Text im Intro, eine amerikanische Künsterlin, Fotografin nämlich, unterwegs im wunderschönen Turin, lichtdurchflutete Vasen, Match Cuts und nur zwei kurze Dialoge auf italienisch – es fängt so schön an, so gialloesque, wenn zu Beginn von „Blood Bags“ zwei Einbrecher eines Nachts beim Einbruch von einer Kreatur überrascht werden, die dem Älteren der beiden direkt blutigst die Kehle durchschneidet. Klar, der schwraz/weiße POV-Filter ist etwas trashig und wirklich an Bava erinnert das jetzt auch nicht gerade, aber Opening Credits mit anatomischen Zeichnungen und ein motivierter Indie Industrial Rock Electro Sountrack mit dröhnenden Bläsern stimmt zuversichtlich, einen ordentlichen, brutalen und stilsicheren Low-Budget-Horror aus bella italia zu sichten, der sich vor der zeitgenössischen Konkurrenz nicht zu verstecken braucht. Aufrecht erhalten wird jene Zuversicht durch Aufnahmen der malerischen Turiner Innenstadt untermalt von sphärischen Gitarren sowie die klare Aufteilung von Protagonistin (Tracy) = Enthaltsam = Final Girl vs. Freundin (Petra) = promiskuiv = wird sterben nach alter Slasherhierarchie, die es nun zu beweisen oder entkräften gilt. Durch Freunde an der scheinbar privaten Turiner Film/Medienschule wird man schnell auf ein verlassenes Gebäude aufmerksam, das es zu besuchen gilt, einer der Freunde trägt dabei ein Profondo Rosso Shirt und ist auffallend nervig gespielt, zum Glück werden die beiden aber auch sitzen gelassen, da unsere Protagonistinnen sich alleine auf den Weg machen.
 
 
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Im Villen/Wohnviertel Turins machen die jungen Frauen dabei schnell die gesuchte Location ausfindig und betreten sie durch einen Seiteneingang, währenddessen macht sich ein hühnenhafter Mann im Trenchcoat, der eine schwarze Ledertasche trägt auf, eine alte Frau zu besuchen. Die Wohnung der Dame ist bunt ausgeleuchtet, nach etwas italienischem Dialog, der auf der deutschen Blu-ray ununtertitelt daherkommt (!), überzeugt sie den Herren, dass ihr Blut gesund, krankheitsfrei ist und er füllt ein titelgebendes Blood Bag an ihr auf. Wenig gruselig, wenn auch rätselhaft und stilvoll inszeniert zu dem Zeitpunkt, doch dann beschwert sie sich und die Diskussion eskaliert, unser scheinbar zweiter Killer schlägt und erdrosselt die Dame zu farbenfroher Disco-Beleuchtung, bevor er sein Zeug einpackt und im unauffälligen Kleinwagen davon fährt.
 
 
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Nach 20 Minuten Exposition bleibt, den Abspann abgezogen, also noch ziemlich genau eine Stunde Laufzeit, und die werden unsere Protagonistinnen wohl in dem alten Gemäuer verbringen, da der Außenbereich der prachtvollen, alten Villa von einem älteren Herren abgeschlossen wird, der vorher schon unscheinbar an der Straßenecke lauerte. Innerhalb der Todesfalle stößt die Charakterisierung der Fotografin auf Wohlgefallen, da diese ein bestimmtes Ziel verfolgt und eine bestimmte Ästhetik bedienen möchte, statt einfach nur sinnlos irgendwelche anspruchslosen Schnappschüssen zu tätigen, wie viel zu oft in ausgelutschten Horrorproduktionen der Fall ist. Ohne eine unnötig große Gruppe an Nebenakteuren und dafür aber mit überdurchschnittlich glaubhaft geschriebenen Charakteren versehen, war „Blood Bags“ also eine gute halbe Stunde lang wirklich recht kurzweilig, unterhaltsam und vielversprechend, auf einem guten Weg. Doch ist der gnadenlose, wenn auch nicht sonderlich explizite sowie auf dem Backcover bereits gespoilte Kill an Petra dann überlebt, stellt sich für die restlichen 50+ Minuten nur die große Frage, ob wir es wirklich mit einem spannenden Katz- und Mausspiel zu tun haben, in dem sich Tracy alleine gegen mehrere Antagonisten erweisen muss.
 
 
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Doch wer wirklich gehofft hat, hier minimalistischen Neogiallo in stilvollendeten Bildern zu entdecken, oder auch nur einen weiterhin spannenden Indiethriller, der hat sich gehörig geschnitten – denn auch wenn die folgenden 10-20 Minuten bis zur Hälfte des Films vielleicht noch hier und da unterhalten können mit ihren jeweiligen Szenenkonzepten, so sieht es mit jeder verstreichenden Minute dunkler aus, was Motivation oder Mehrwert angeht. Soll heißen, dass Tracy auf den Gangster vom Anfang trifft und kurz ihre Brille verliert und mit dem Blitz ihrer Kamera dafür die Kreatur stunnen kann und sich verstecken und wegrennen muss und das für sich genommen auch unterhaltsam ist, aber der gesamte Nebenplot über die obligatorischen nutzlosen Polizisten, die sich durch Umwege und Interviews langsam Richtung Villa aufmachen, sowie die Antagonisten selber, ziemlich farblos und egal bleiben.
 
 

 
 
Ich liebe die Idee, mit einem elaborierten Aufbau in schicken Turiner Sommerbildern zwei Cops zu inszenieren, die sich zaghaft an die Bedrohung rantasten und später dann aktiv mit dem Plot interagieren wie in x anderen Horrorfilmen auch, aber irgend etwas anderes aus dem Script müsste, damit das klappt, nicht bereits gesehen sein. Doch Gore oder Nacktheiten gibt es keine, hübsch genug um nur von seiner Ästhetik zu leben ist der Film nicht und so spannend es sich zu Beginn guckt, drei verschiedene (mögliche) Antagonisten zu verfolgen, so beliebig löst sich das Debakel dann leider auf. Die „Kreatur“ aus der Rubrik „Gequälte Seele“ darf einen Kill mit blutigen Einstichen ausführen und geht recht rabiat vor, doch sämtliche anderen Angriffe oder Tötungen sind komplett Offscreen, nie kreativ sondern stets beliebig und enden mit dem unspektakulären Wegzerren des Opfers. Dialog gibt es keinen, dafür aber ein comichaft riesiges Hackebeil und absolut lächerliches Krächzen und Stöhnen und Weinen. Blau-rot beleuchtete Säulen in einem ansprechenden Set mit Spieluhrmusik und einer blutig zugerichteten Balerina bilden das atmosphärische sowie optische Highlight des Films, entpuppen sich aber leider als kurze Traumsequenz ohne jegliche Konsequenz für den Plot – und dass dieser möglichst bösartig und fies enden will ist vielleicht gut gemeint, aber klappt bei Offscreen-Tätigkeiten absolut nicht, erst recht nicht wenn man vorher schon so dermaßen in die oft gesehene, belanglose Reihung von Genretropen abgerutscht ist.
 
 


 
 
 

BLOOD BAGS – Fazit

 
 
 
3 Punkte Final
 
 
„Blood Bags“ ist in seinen besten Szenen ein kurzweiliger, ästhetischer Indiehorror mit Gialloeinschlag, interessanten Antagonisten und hübschen Sets, in seinen schlechtesten dafür peinlicher und vollends belangloser Pseudoretro-Trash, dessern Hauptkiller egaler nicht sein könnte. Schade um das Produktionsdesign und die durchaus talentierte Makenna Guyler, dass so ein belangloses Script als Fundament dienen musste. Knappe 3/10

 
 


 
 
 

BLOOD BAGS – Zensur

 
 
 
„Blood Bags – Er will Dein Blut“ hat von der FSK eine Erwachsenenfreigabe erhalten. Die deutsche Filmfassung ist ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

BLOOD BAGS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Lighthouse Home Entertainment (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Blood Bags; Italien 2018

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 2.40:1 (1080p) | @23,976 Hzz

Laufzeit: ca. 84 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Trailer

Release-Termin: KeepCase: 24.07.2020

 

Blood Bags – Er will Dein Blut [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

BLOOD BAGS – Trailer

 
 


 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Grafiken liegen bei Lighthouse Home Entertainment)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Pinup Dolls on Ice (2018)
 
The Drownsman (2014)
 
The Redwood Massacre (2014)
 
Minutes to Midnight (2018)
 

Filmkritik: „Minutes to Midnight“ (2018)

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MINUTES TO MIDNIGHT

Story

 
 
 
In den Bergen ziehen drei irre Geschwister umher und wollen einer Gruppe Freunde an den Kragen, die dort in einem Ferienhaus Silvester feiern.

 
 
 


 
 
 

MINUTES TO MIDNIGHT – Kritik

 
 
In den vielen Jahren hat man ja schon einiges an Horrorfilmen gesehen. Da gab es neben wenigen guten Schockern auch jede Menge Unsinn, der die Haare hat zu Berge stehen lassen. Dass es hierbei aber immer noch schlimmer kommen kann, zeigen Streifen wie MINUTES TO MIDNIGHT. Hierbei handelt es sich nicht nur um Filmware, die eigentlich gar keinen Sinn ergibt. Genannte Produktion aus Amerika ist dazu auch noch ein hinterlistiger Zeiträuber, der die Aufmerksamkeit des Zuschauers fordert, ihm aber nichts zu bieten hat. Immerhin war das absehbar. Schaut man sich nämlich an, wer da verantwortlich zeichnet, rollen sich erfahrenen Filmfans die Zehennägel. CHRISOPHER RAY hat es sich auf dem Regiestuhl gemütlich gemacht und blickt auf eine umfangreiche Vita zurück, welche die Crème de la Crème qualitativer Gruselperlen umfasst. Darunter herausragende Filmjuwelen wie CIRCUS KANE, 2-HEADED SHARK ATTACK und MEGACONDA. Daher verwundert es wenig, dass MINUTES TO MIDNIGHT knapp zwei Jahre gebraucht hat, um den Weg von Amiland nach Deutschland zu finden. Ein hiesiges Indie-Label hatte Erbarmen und riskiert nun die Käuferschaft mit genanntem B-Movie in den Wahnsinn zu treiben. Da wird mit vielversprechendem Cover-Entwurf gelockt. Kaum die Blu-ray in den Player gelegt, offenbart sich das gesamte Grauen. Letzteres erhält hier eine ganz neue Bedeutung. Man muss es gesehen haben, um es glauben zu können.
 
 
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Ein paar Mittzwanziger, von denen einige in der gleichen Firma arbeiten, wollen das Neujahr auf ganz besondere Weise begrüßen. Die nisten sich im Ferienhaus ihres Arbeitgebers (Sexidol aus den 1990ern: WILLIAM BALDWIN) ein und ignorieren die Warnung des örtlichen Gesetzeshüters (Mädchenschwarm aus den 1990er: RICHARD GRIECO). Letzterer will die jungen Leute vor drohendem Unheil bewahren. Die Hütte befindet sich in den Bergen und ein Unwetter zieht auf. Doch das ist den Freunden egal. Demzufolge muss betraft werden. Drei irre Geschwister (darunter BILL MOSELEY, der sich vollkommen lächerlich macht) schleichen durch die Gegend und veranstalten kurzen Prozess. Die machen Jagd auf die Unbelehrbaren und machen so klar Schiff mit Erlebnissen aus der Vergangenheit. Als Kind wurden die drei Schurken nämlich gehänselt. Angestauter Frust, dem nun unsere Kumpels ausgesetzt sind. Ein klarer Fall von: Pech gehabt.
 
 
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Wenn drei Alt-Stars in einem Low-Budget-Horrorfilm mitspielen, der ohne großes Tohuwabohu in die Händlerregale gebracht wird, lässt das oft Schlimmes erahnen. Im Falle von MINUTES TO MIDNIGHT bestätigt sich das ungute Bauchgefühl, denn was hier zugemutet wird, ist Genre-Bodensatz. Die Einführung der Charaktere ist rudimentär, ein Spannungsaufbau ist gar nicht zu erkennen und die für Horrorfilme prädestinierten Gewalteffekte bewegen sich auf dem Niveau eines jungen Olaf Ittenbachs. Gut, mag man meinen – Trash sollte mit einem gewissen Augenwinkern genossen werden. Das Problem: MINUTES TO MIDNIGHT gehört nicht zu Kategorie Trash. Der Film nimmt sich zu ernst, stibitzt fleißig bei Hoopers TEXAS CHAINSAW MASSACRE und entpuppt sich trotz bekannter Gesichter als semiprofessioneller Schnellschuss, den sich selbst erfolglose Videothekeninhaber niemals freiwillig ins Regal stellen würden.
 
 
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Keine Spur von Unterhaltung, keine Spur von Spaß. Stattdessen hakt Regisseur CHRISOPHER RAY gelangweilt ausgelutschte Slasher-Klischees ab und unterstreicht Geschehnisse mit teils unpassender Musik. Zwischen unspektakulären Morden handeln Protagonisten dumm. Deren Verhalten wirkt mancherorts derart gekünstelt, dass man sich fragt, ob die Macher hinter dieser Produktion überhaupt daran interessiert gewesen waren, ihr Publikum für voll zu nehmen. Hier wird nichts parodiert oder bewusst auf die Schippe genommen. Alles läuft unter dem Banner Backwood-Slasher. Das macht MINUTES TO MIDNIGHT zum Geduldspiel und dürfte dafür sorgen, dass Zuschauer müde auf die Timer ihrer Abspielgeräte starren. Bis hier jedoch Abspann über die Mattscheibe läuft, vergeht viel Zeit. Zeit in der zwar viel, aber im Grunde auch nichts passiert.
 
 
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Regisseur CHRISOPHER RAY hat sichtlich Freude daran, sein Publikum zu Tode zu langweilen. Die Protagonisten nehmen sich Zeit mit Sterben und führen den Genre-Fan durch einen überraschungsarmen Schnarcher, der vor allem wegen billigem Digitallook Augenkrebs verursacht. Da fragt man sich doch glatt, wie man so bekannte Namen wie BILL MOSELEY, WILLIAM BALDWIN oder RICHARD GRIECO gewinnen konnte. Okay, okay – genannte Schauspieler sind durch die Bank weg erschreckend gealtert und dürften wohl froh über jedes Stellenangebot sein. Dennoch hätte man den drei Darstellern etwas mehr Würde gewünscht. Was das Drehbuch von denen abverlangt, ist weit weg von respektabel. So geht man nicht mit älteren Herrschaften um.
 
 


 
 
 

MINUTES TO MIDNIGHT – Fazit

 
 
 
3 Punkte Final
 
 
Teils schon peinlicher Mix aus Hoopers TEXAS CHAINSAW MASSACRE und LAID TO REST, der vor allem durch eines auffällig wird: Semiprofessionalität. Billig lautet das Credo von MINUTES TO MIDNIGHT. Das beginnt beim Filmlook und endet bei den Spezialeffekten. Aber das war nicht anders zu erwarten. Im Intro ist ein Banner von UNCORK’D ENTERTAINMENT zu sehen. Das ist ein amerikanisches Filmunternehmen, das ganz üble Horrorfilmverbrechen vertreibt und mit weniger als wenig Kapital maximalen Reibach erwirtschaften will. Daher Vorsicht bei Filmen, die im Trailer das Logo des Unternehmens zeigen. Meist steckt dahinter unbrauchbarer Unsinn. MINUTES TO MIDNIGHT bestätigt diese Theorie, an dem übrigens zwei (!) Drehbuchautoren beteiligt gewesen waren. Was die jedoch am Schreibtisch wirklich getrieben haben, werden wir wohl nie erfahren.
 
 


 
 
 

MINUTES TO MIDNIGHT – Zensur

 
 
 
MINUTES TO MIDNIGHT hat von der FSK eine Erwachsenenfreigabe mit rotem FSK-Sticker erhalten. Die Gewaltmomente sind schnell geschnitten und nicht immer professionell in Szene gesetzt. Im Finale kommt immerhin etwas Backwood-Slasher-Feeling auf und es wird in Richtung Folter geschielt. Ob die hohe Freigabe wrklich gerechtfertigt ist, steht auf einem anderen Blatt. Für Horrorfilmfans interessant: Die deutsche Fassung von MINUTES TO MIDNIGHT ist ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

MINUTES TO MIDNIGHT – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) White Pearl Classics (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Minutes to Midnight; USA 2018

Genre: Horror, Action

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 1.78:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 91 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase ohne Wendecover

Extras: Trailer

Release-Termin: KeepCase: 19.06.2020

 

Minutes to Midnight [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 


 
 
 

MINUTES TO MIDNIGHT – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei White Pearl Classics)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Redwood Massacre (2014)
 
Pinup Dolls on Ice (2013)
 
Hayride – Das Massaker (2012)
 

Filmkritik: „Open 24 Hours“ (2018)

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OPEN 24 HOURS

Story

 
 
 

Wenn sich psychologischer Horror ganz überraschend in einem Blutbad entlädt. Bei einer Nachtschicht in einer Tankstelle muss sich eine schwer traumatisierte Frau eigenen Ängste stellen.

 
 
 


 
 
 

OPEN 24 HOURS – Kritik

 
 
 
Tankstellen sind im Horror-Genre nicht selten Schauplatz des Schreckens. Sind sie in der Nähe, ist das Böse nicht weit. Offenbar ziehen abgelegene Zapfstellen die Bösewichte magisch an. Andererseits findet man darin gern auch schon mal Angestellte, die vor drohendem Unheil warnen. So gab es RHEA-M in dem Maschinen die Herrschaft übernommen hatten und sich Menschen in einer Tankstelle verschanzten. Aber auch in Schockern wie SPLINTER, HIGH TENSION oder dem TEXAS CHAINSAW MASSACRE spülten abgefuckte Benzinstationen ahnungslose Protagonisten direkt in die Hände des Bösen. Der Horrorfilm OPEN 24 HOURS macht sich auch die unheilvolle Atmosphäre von abgeschiedenen Zapfsäulen zunutze und bannt Albträume auf Zelluloid. Dabei herausgekommen ist gelungenes Angstkino mit gut dosierten Schocks, die es in sich haben. Da schauen wir genauer hin.
 
 
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Alles auf null. Denkt sich auch Mary White (VANESSA GRASSE aus LEATHERFACE – THE SOURCE OF EVIL). Die wurde erst aus dem Gefängnis entlassen und ist nun auf Jobsuche. Ein Tankstellenbesitzer hat Erbarmen. Der sucht eine Kassierin, die auch mal nachts den Laden schmeißt. Für die attraktive Mittzwanzigerin ein Hoffnungsschimmer wieder den Fuß ins richtige Leben zu bekommen. Die nimmt an und hat auch gleich den ersten Arbeitstag. Der gestaltet sich aber komplizierter als gedacht, denn die Vergangenheit holt Mary wieder ein. Vor einigen Jahren hat sie nämlich ihren Boyfriend (COLE VIGUE aus THE UNSPOKEN) ins Handwerk gefuscht. Der war ein berüchtigter Frauenmörder und zwang unsere Heldin dazu die grausamen Taten mit anzusehen. Letztere hielt die Psychofolter nicht mehr aus, zündete das Haus an und der schlafende Ex erlitt schwere Verbrennungen. Offenbar fordert der nun Rache. So ziehen bald unheimliche Schatten um den neuen Arbeitsplatz. Alles nur Einbildung oder passiert das in real? So wirklich sicher ist sich die traumatisierte Mary da bald nicht mehr.
 
 
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OPEN 24 HOURS ist ein Mix aus Psychothriller, Stalker-Horror und Slasher, der vor allen handwerklich vieles richtig macht. Der Film ist zwar günstiger Indie-Horror, schaut aber hochwertig aus. Da scheint jemand mit Erfahrung am Werk gewesen zu sein. In der Tat zeichnet jemand verantwortlich, der sich im Genre gut auskennt und einen hervorragenden Riecher hat, wie er Horrorfilme möglichst unterhaltsam für sein Publikum aufbereiten muss. PADRAIG REYNOLDS nennt sich der Gute, der bereits so Horrorstoff wie RITES OF SPRING, DARK LIGHT oder THE DEVIL’S DOLLS auf Zelluloid gebannt hat. Das war solides Genre-Handwerk, das zumindest kurzweilig Gänsehaut bescheren konnte. OPEN 24 HOURS macht da keine Ausnahme, vermeidet Umwege und versucht den Zuschauer mit Verwirrungstaktik zu vernebeln. Das Ergebnis ist konventioneller Horror, der mit der Erwartungshaltung spielt, ohne zu sehr zu überfordern aber stets spannend bleibt.
 
 
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Regisseur PADRAIG REYNOLDS hat offenbar gelernt, wie man Spannung erzeugt und welche Regeln beim Inszenieren von Horrorfilmen beachtet werden müssen. Zu den wichtigsten gehört eine zugängliche Heldin. In Schauspielerin VANESSA GRASSE hat er sie gefunden. Die verkörpert hier eine labile junge Frau, die den erlebten Albtraum immer und immer wieder durchmachen muss. Erst sind es mysteriöse Telefonanrufe und gruselige Kunden, die am Nervenkostüm nagen und die Vergangenheit zurück ins Gedächtnis holen. Später kommen ungemütliche Halluzinationen und grausame Rückblenden dazu, die am eigenen Verstand zweifeln lassen. Filmemacher PADRAIG REYNOLDS will seine Protagonistin einfach nicht zu Ruhe kommen lassen und treibt sie immer weiter in den Wahnsinn. Das macht sich auch am Film selbst bemerkbar. Der verändert seinen Ton, je näher er der Zielgerade entgegenfiebert. Da wird aus psychologischem Grauen plötzlich bluttriefender Horror, der gut und gern auch mal den Vorschlaghammer schwingen lässt. Zartbesaitete Zuschauer zucken hier zurecht zusammen, denn der abrupte Richtungswechsel kommt ganz unvorbereitet. Daher von uns an dieser Stelle eine Warnung. Wer glaubt, dass OPEN 24 HOURS den anfänglichen Kopf-Horror bis zum Ende durchzieht, irrt gewaltig.
 
 
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OPEN 24 HOURS – Fazit

 
 
7 Punkte Final
 
 
Ein wendungsreicher und kompromissloser Horror-Schocker, der von seiner Heldin ziemlich viel abverlangt. Mit den Filmen aus der Werkstatt von PADRAIG REYNOLDS macht man nichts falsch. Das sind kleine Horrorfilme, die man sich an einem Sonntagabend anschauen kann, ohne zu sehr enttäuscht zu werden. Einer derer: OPEN 24 HOURS. Hierbei hält man Psycho-Horror in den Händen, der gekonnt versucht zu manipulieren. Kernthema des Films ist es herauszubekommen, was tatsächlich passiert oder nur dem Geist eines traumatisierten Mädchens entspringt. Sind die Ereignisse im Film Einbildung und Folgen eines schwerwiegenden Traumas? Oder ist hier wirklich ein Killer am Werk, der unserer Heldin eine Lektion erteilen will? Genau das gilt es herauszufinden. Wie des Pudels Kern ergründet wird, ist ohne Zweifel spannend. Da verzeiht man Regisseur PADRAIG REYNOLDS gern, dass der es im Finale mit Wendungen übertreibt und einige Logiklücken übersehen hat.
 
 
 


 
 
 

OPEN 24 HOURS – Zensur

 
 
 
In der zweiten Filmhälfte von OPEN 24 HOURS bekommt man einige Gewaltszenen vor die Linse. Es wird ein Kopf mit einem Vorschlaghammer zermatscht, Stichwunden sind zu sehen und blutige Kopfschüsse runden den Gewaltcocktail ab. Hierzulande passt das alles für eine Freigabe mit rotem FSK-Sticker. In Deutschland ist der Film ungeschnitten erschienen mit der Kennzeichnung: keine Jugendfreigabe.
 
 
 


 
 
 

OPEN 24 HOURS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) I-On New Media (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Open 24 Hours; USA 2018

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 102 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Original Trailer, Trailershow

Release-Termin: KeepCase: 25.09.2020

 
 

Open 24 Hours [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

OPEN 24 HOURS – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen stammen von Spotlight Pictures | I-On New Media)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast (1997)
 
Ich weiß noch immer, was du letzten Sommer getan hast (1998)
 
ATM – Tödliche Falle (2012)
 
The Night before Halloween (2013)
 

Filmkritik: „Fright Fest“ (2018)

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FRIGHT FEST

(AMERICAN FRIGHT FEST)

Story

 
 
 

Zwei entlaufende Psychopathen machen sich auf zu einer verlassenen Psychiatrie, die soeben in eine Halloween-Attraktion umfunktioniert wird. Was die dort wollen, kann man sich ausmalen.

 
 
 


 
 
 

FRIGHT FEST – Kritik

 
 
 
Willkommen zu einer weiteren Horror-Produktion, die meint, dass die zugrunde liegende Idee zum Film neu und innovativ sei. FRIGHT FEST gehört zu dieser Art Streifen, die wir in letzter Zeit so ziemlich oft hier auf FILMCHECKER besprochen haben. In diesen Filmen werden meist Häuser, Scheunen und verlassenen Krankenhäuser in Spukattraktionen umfunktioniert, die mutige Besucher an Halloween das Fürchten lehren sollen. Doch der Spaß ist nicht von langer Dauer. In der Regel mischt sich unbemerkt ein Killer unter die Gäste und richtet ein Blutbad an. Weil innerhalb der Spukhäuser geschrien und gerannt wird, bemerkt niemand, dass einige Leichen nicht aus Latex, sondern echt sind. Das sorgt für manch spaßigen Moment – vor allem auch deshalb, weil Gäste über blutige Gewaltspäße applaudieren, ohne zu ahnen, dass vor ihren Augen soeben ein Mensch abgeschlachtet wird. Ein Running Gag, der im Falle von FRIGHT FEST etwas zu häufig eingesetzt wird. Irgendwann ist’s nicht mehr lustig – interessiert aber Regisseur ANTE NOVAKOVIC wenig. Der zieht sein Ding durch, kümmert sich nicht um die Belange seines Publikums und liefert DEN Horror-Schnarcher des Jahres 2018 ab. So etwas muss man erst mal schaffen.
 
 
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In der Kleinstadt Sommerton, Pennsylvania versucht ein Bürgermeister verzweifelt einen Weg zu finden, Stimmen für die Wiederwahl zu gewinnen. Da kommt er auf eine ganz besondere Idee. Er macht aus einer verlassenen Irrenanstalt eine aufwendige Halloween-Attraktion in der man sich mal wieder so richtig erschrecken lassen kann. Hierbei soll ein ehemaliger Regisseur schauriger Horrorfilme die Leitung übernehmen. Doch Spencer Crowe (DYLAN WALSH) ist schon lange aus der Übung und hatte seit vier Jahren keinen bezahlten Auftritt mehr. Nicht ohne Grund. Alkohol nennt sich der neue beste Freund, der den einst gefeierten Filmemacher in so manch prekäre Situation gebracht hat. Die lässt auch in FRIGHT FEST nicht lang auf sich warten. Im Suff streift Crowe einen Transporter, baut einen Unfall und begeht Fahrerflucht. Doch die Strafe folgt auf dem Fuß. Bei den Insassen des gerammten Transporters handelt es sich um gefährliche Häftlinge, die aus dem Unfallwagen entkommen können und sich nun den Weg in die Freiheit bahnen. Ihr Ziel: genau jene Anstalt, die soeben als Geisterbahn umfunktioniert wurde, um darin zahlungswillige Gäste zu erschrecken. Da wird aus hausgemachtem Horror plötzlich blutiger Ernst. Einer der flüchtenden Kriminellen ist nämlich besonders krank im Kopf. Der liebt das Mordhandwerk und funktioniert die angesagte Gruselattraktion in ein Schlachthaus um.
 
 
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Indie-Slasher ohne Überraschung, dem das Glanzstück gelingt knapp 90 Minuten ohne Spannung auszukommen. FRIGHT FEST – der im Original übrigens AMERICAN FRIGHT FEST heißt – hat natürlich nichts mit dem gleichnamigen Filmfest zu tun, das alljährlich in Großbritannien veranstaltet wird, damit sich Fans des düsteren Genres ultraneues Horror-Material anschauen können. Vielmehr tritt der Streifen in die Fußstapfen von so Meuchelware wie HALLOWEEN HAUNT, HELL FEST, THE FUNHOUSE MASSACRE oder BLOOD FEST – um nur einige zu nennen. Die sind aus gleichem Holz geschnitzt und lassen Killer auf Menschen los, die einfach an Halloween etwas Spaß haben wollten. Nicht alle genannten Filme waren sehenswert. Dennoch bewegen sich die erwähnten qualitativ immer noch in Sphären, die FRIGHT FEST zu keiner Minute erreicht. Dabei ist das große Problem dieses Slashers die Tatsache, dass er im Grunde genommen all das falsch macht, was bisher so viele Regisseure beim Inszenieren von Schlitzer-Filmen falschgemacht haben. Dazu gehört vor allem die permanente Einfallslosigkeit mit der FRIGHT FEST den Zuschauer quält.
 
 
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So laufen die Geschehnisse nach bekanntem Schema ab. Ein Killer bringt diverse Menschen um die Ecke, bis dem Bösewicht Konter gegeben wird. Im Falle von FRIGHT FEST problematisch, weil es keine Identifikationsfiguren gibt. Stattdessen sollen stereotype Charaktere das Publikum durch den Film führen. Der Zuschauer dürfte den Figuren aber nicht folgen wollen. Die verhalten sich nicht nur dämlich, sondern wirken auch noch oberflächlich, nervend und unsympathisch. Somit bleibt deren Ableben – wie der Ausgang der Geschichte – im Grunde egal. Der Todesstoß für einen Horrorfilm und ein Armutszeugnis für jeden Regisseur. Letzterer schimpft sich ANTE NOVAKOVIC und ist vielseitig in der Filmbranche unterwegs. Der verdient sich sein Lohn und Brot als Schauspieler, Produzent und Drehbuchschreiber. Haupteinnahmequelle waren bis vor einigen Jahren aber noch diverse Assistenten-Tätigkeiten in sogar hochkarätigen Hollywood-Blockbustern. Darunter: MIAMI VICE, KILL THE BOSS oder EYES WIDE SHUT. Vielleicht hätte er es beim Assistieren belassen sollen. So wären uns weitere miserable Horrorfilme erspart geblieben.
 
 
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FRIGHT FEST – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
FRIGHT FEST ist ein beliebiger Geisterbahn-Slasher, der mit das Langweiligste ist, was es aktuell an Meuchelfilmen zu kaufen gibt. Die Dialoge sind unterirdisch, der Look ist billig, die Figuren nerven und auf Spannung hat man gleich ganz verzichtet. Somit bleibt nur der Blutzoll über, der FRIGHT FEST Daseinsberechtigung attestieren könnte. Leider ist selbst der kaum der Rede wert und geht im Zuge harter Slasher wie LAID TO REST oder WRONG TURN vollkommen unter. Daher können wir keine Empfehlung aussprechen. Selbst alteingesessene Fans dieses Subgenres dürften mit FRIGHT FEST so gar keinen Spaß haben. Für die gibt es aktuell bessere Alternativen.
 
 
 


 
 
 

FRIGHT FEST – Zensur

 
 
 
FRIGHT FEST hat von der FSK eine Freigabe ab 16 Jahren in der ungeschnittenen Form erhalten. Wegen ein paar Werbefilmchen auf der Heimkinoveröffentlichung befindet sich auf dieser aber ein roter FSK-Flatschen. Sonderlich blutig ist der Slasher nicht. Daher ist die Freigabe gerechtfertig.
 
 
 


 
 
 

FRIGHT FEST – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) I-ON NEW MEDIA (KeepCase Blu-ray)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: American Fright Fest; USA 2018

Genre: Horror, Splatter, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 2.35:1 (1080p) | @24 Hz

Laufzeit: ca. 94 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung) | Wegen Bonusmaterial ist Blu-ray FSK18

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Original Kinotrailer, weitere Trailer

Release-Termin: 31.01.2020

 

Fright Fest [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

FRIGHT FEST – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei I-ON NEW MEDIA)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Bates Haunting – Das Morden geht weiter (2011)
 
Hell Fest (2018)
 
Lost After Dark (2014)
 
The Funhouse Massacre (2015)
 
Blood Fest (2018)
 
Halloween Haunt (2019)
 

Filmkritik: „Extracurricular“ (2018)

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EXTRACURRICULAR

Story

 
 
 

Ungewöhnlicher Abbau von Schulstress: Vier Teenager haben für sich das Morden als Hobby entdeckt. Leider geht während einer ihrer blutigen Streifzüge alles schief.


 
 
 


 
 
 

EXTRACURRICULAR – Kritik

 
 
 
Vor über zehn Jahren erschien mit THE STRANGERS einer der ungemütlichsten Home-Invasion-Streifen, die je gedreht wurden. Darin wurde ein Pärchen von drei maskierten Fremden ohne erkennbaren Grund in den eigenen Wänden terrorisiert und am Ende ermordet. Leider verzichtete Regisseur und Drehbuchautor BRYAN BERTINO auf eine Auflösung und gab weder Antworten zu Beweggründen der Mörder, noch äußerte er sich zu den Identitäten der Bösewichte. Doch was könnte die Killer genannten Horrorthrillers zu einer solch schrecklichen Tat getrieben haben? Ist es die Sucht am Quälen ahnungsloser Menschen gewesen oder einfach nur Hass? Eine Frage, die der folgende EXTRACURRICULAR beantworten könnte.
 
 
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Der zeigt ein derartiges Verbrechen aus einer anderen Sicht. Während man im Horrorfilm immer nur die Perspektive der ahnungslosen Opfer einnimmt und ihnen beim Schreien, Flüchten und Sterben beiwohnt, folgte man in EXTRACURRICULAR den Tätern. Denen schaut man hier beim Morden über die Schulter. Es sind Miriam, Derek, Ian und Jenny, die Vorzeigeschüler einer Highschool sind. In ihrer Freizeit frönen sie aber zweifelhaften Hobbys. Sie töten gern Menschen. Doch bevor sie die Gier nach Blut befriedigen können, bedarf es akribische Vorbereitungen. So benötigt man Zeit, bis das richtige Opfer gefunden wurde. Ist es in die Falle gegangen, werden genaue Pläne geschmiedet, wie die Tat ablaufen soll. Nur so kann man den Verdacht von sich lenken und rückt nicht in den Fokus polizeilicher Ermittlungen. Doch das ändert sich schon bald. Die neuen Opfer bereiten Probleme. Ein älteres Ehepaar lässt sich nicht in die Schranken weisen und gibt Konter. Ein großes Problem, das unsere vier Freunde nicht einkalkuliert haben. Die Folge: Alles läuft aus dem Ruder. Da werden aus Tätern plötzlich selbst Opfer.
 
 
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Interessante Sichtweise mit Startschwierigkeiten. EXTRACURRICULAR ist ein solider Schocker und erzählt Home-Invasion-Horror zur Abwechslung aus der Sicht der Mörder. Wäre da nicht der zähe Einstieg, der etwas zu viel Zeit in Charakterisierung und Verbrechensplanung investiert. Wir sehen wie vier nicht sympathische Abiturienten aus gutem Hause mörderische Fantasien in die Realität umsetzen wollen. Deren Alltag in der Schule wurde langweilig, weshalb ein Pakt geschlossen wurde, um eine Reihe perfekter Morde aufzuführen, bevor man aufs College geht. Die Suche nach dem nächsten Kick treibt die Jugendlichen dazu durch abgelegene Gegenden zu schleichen, um potenzielle Opfer für den ultimativen Kill ausfindig machen zu können. Sind die gefunden, werden die Taten im Schutze der Dunkelheit geplant. Grotesk, zumal zwischen all der bizarren Planungsarbeit auch noch Zeit für Liebelei, Identitätsfindung und etwas Coming of Age bleibt. Viel Halbstarken-Gepose und Schulhoftratsch. Das soll Horror sein? Ja das ist es, denn nach der Halbzeit wendet sich überraschend das Blatt. Schluss mit absurden Teenager-Ideen – jetzt wird es ernst. Da mutieren plötzlich hochintelligente Schüler zu gewissenlosen Psychopathen, die aus Mordgier nicht einmal mehr Respekt voreinander kennen. Sie spielen mit ihren Opfern und terrorisieren mit erschreckender Routine. Spätestens jetzt zieht EXTRACURRICULAR alle Register deftiger Horrorware.
 
 
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Regisseur RAY XUE ist im Filmgeschäft noch grün hinter den Ohren. Mit EXTRACURRICULAR hat er gerade mal den zweiten Langfilm inszeniert und man merkt dem Filmemacher auch die Unerfahrenheit an. So fällt es ihm in der ersten Filmhälfte sichtlich schwer, das Interesse des Zuschauers für sich zu gewinnen. Die Ereignisse plätschern unaufgeregt dahin und es will partout nichts passieren. Hinzukommt, dass den Zuschauer niemand abholen möchte und Figuren unnahbar wirken. Letzteres ist ein beliebter Fehler, den gern Filmemacher im Genrekino begehen. Ein jeder Horrorfilm fällt und steigt mit seinen Helden. Kann sich das Publikum mit ihnen nicht identifizieren, ist der Streifen zum Scheitern verurteilt. So ähnlich ergeht es auch EXTRACURRICULAR, dessen Antihelden kühl, blass und uninteressant bleiben.
 
 
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Was den kanadischen EXTRACURRICULAR aber vor dem Untergang rettet, ist der zweite Teil der Handlung. Da wird es hart, zumal Regisseur RAY XUE den Gewaltpart mit einem souveränen Tempo durchzieht, dass man meinen könnte, er habe zuvor mindestens zehn Filme der Gattung Home-Invasion abgedreht. Die Teenager quälen ihr Opfer und bekommen dafür einen blutigen Denkzettel verpasst. An Kunstblut wird nicht gespart. Aber das ist nicht alles. Unangenehme Spezialeffekte und eine bitterböse Pointe bilden den Höhepunkt dieser Indie-Produktion. Horrorfilmfans mit einer Leidenschaft für die härtere Gangart wird das mit Sicherheit gefallen.
 
 
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EXTRACURRICULAR – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Die Horror-Version von THE BREAKFAST CLUB, welche einmal mehr vor Augen führt, wie schwer es doch ist, ein Teenager zu sein. Ständiger Notendruck, unkontrollierbare Hormone und die sich abzeichnende Verantwortung des Erwachsenenalters, die aufzeigt, wie schrecklich die Welt wirklich ist. EXTRACURRICULAR erzählt die Geschichte von vier Teenagern, die einen ungewöhnlichen Weg finden, um all diese Teenager-Ängste abzubauen. Es ist die Lust am Töten – ohne Rücksicht auf Verluste, ohne Skrupel und Moral. Entstanden ist ein durchwachsener Horrorthriller, der erst in der zweiten Filmhälfte interessant wird. Wirklich warm will man aber mit EXTRACURRICULAR nicht werden, was vor allem am unausgegorenen Drehbuch liegt, das irgendwie zu lang benötigt, um den richtigen Weg zu finden. Hinzukommt, dass sich das Skript weniger um die Figuren als viel mehr um deren Taten kümmert. Letztere haben es dafür aber in sich.
 
 
 


 
 
 

EXTRACURRICULAR – Zensur

 
 
 
Die zweite Hälfte von EXTRACURRICULAR ist ganz schön deftig. Da wird die Gewaltkeule geschwungen und ein paar blutige Morde werden auf der Mattscheibe gezeigt. Hier dürfte unklar sein, wie sich die FSK entscheiden wird. Für eine FSK16 zu deftig, für eine FSK18 zu wenig. Man darf gespannt sein. Wir denken aber, dass sich die Prüfbehörde für eine Erwachsenenfreigabe entscheiden wird, da hier die Morde von Minderjährigen ausgeführt werden, die aus Langeweile töten.
 
 
 


 
 
 

EXTRACURRICULAR – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Signature Entertainment)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Bad Kids of Crestview Academy (2017)
 
F – London Highschool-Massaker (2010)
 
Tormented (2009)
 
Don’t Hang Up (2016)
 
The Final – Nächste Stunde: Rache! (2010)
 

Filmkritik: „Death House“ (2017)

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DEATH HOUSE – GEFANGEN IN DER HÖLLE

(DEATH HOUSE)

Story

 
 
 

Enttäuschender Low-Budget-Horror: In einem Hochsicherheitsgefängnis bricht das Chaos los, als plötzlich der Strom ausfällt und sich alle Gefangenen aus ihren Zellen befreien können.

 
 
 


 
 
 

DEATH HOUSE – Kritik

 
 
 
Was wäre GUNNAR HANSEN glücklich gewesen, wenn er erfahren hätte, das man sein einziges Drehbuch verfilmt. Der Leatherface-Darsteller aus dem allerersten TEXAS CHAINSAW MASSACRE von 1974 hatte nämlich ein Skript verfasst in dem er alle Schauspiellegenden des modernen Horrorkinos vereinen wollte. Leider machte ihm der Tod einen Strich durch die Rechnung. Im Jahre 2015 verstarb der gebürtige Isländer ganz plötzlich und hinterließ eine Idee, die das Blut vieler Horrorfilmfans in Wallung brachte. Um dem verstorbenen Freund die letzte Ehre zu erweisen, griff Regisseur B. HARRISON SMITH das Projekt neu auf. Der ordnete die Idee über eine Horror-Version von THE EXPANDABLES, schliff am Drehbuch seines Vorgängers und inszenierte das Zusammentreffen der Horror-Ikonen unter dem Titel DEATH HOUSE. Das Resultat ist beachtlich – vor allem vor dem Hintergrund, wer sich da alles die Türklinke in die Hand gibt. Nahezu jeder Horror-Star erhielt eine Nebenrolle im Film. Da stellt sich berechtigterweise die Frage, ob so viele Gastauftritte überhaupt gut für eine Filmhandlung sein können. Im Falle von DEATH HOUSE ist das Ergebnis dann doch mehr schlecht, als recht. Da werden Enttäuschungen vorprogrammiert sein, denn dieses Wiedersehen bekannter Horror-Ikonen entpuppt sich als cineastischer Schnellschuss.
 
 
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Irgendwo in der Wüste Nevadas steht ein geheimes Hochsicherheitsgefängnis, das die Regierung als „Death House“ bezeichnet. Der Grund für die grausige Bezeichnung kommt nicht von ungefähr. Wer hier einsitzt, hat es geschafft und wird sein Lebtag kein Tageslicht mehr sehen. In diesem Knast lungern die gefährlichsten Verbrecher Amerikas, an denen Wissenschaftler obskure Experimente mit neuen Technologien durchführen. Von denen sollen sich zwei Bundesbeamten Toria Boon (CORTNEY PALM) und Jae Novak (CODY LONGO) ein Bild machen. Die erhalten eine exklusive Führung durch die Hallen der schaurigen Gefängnisanlage über die bald die Hölle hereinbrichen wird. Da fällt plötzlich der Strom aus, Knastzellen öffnen sich und die Angestellten werden zu Freiwild. Eine dumme Situation, die auch unsere beiden Besucher an Grenzen bringt. Die müssen sich durch das Gebäude kämpfen und sehen sich mit unzähligen Irren konfrontiert, die nur ein Ziel kennen: töten, töten, töten.
 
 
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Horror-Ikonen sind kein Garant für sehenswerte Horrorware. Zu dieser Einsicht muss man zwangsläufig kommen, wenn man DEATH HOUSE gesehen hat. Hier tummeln sich zwar bekannte Gesichter aus Horrorfilmen vor die Linse, sonderlich sehenswert ist das große Wiedersehen aber nicht. DEATH HOUSE entpuppt sich als günstig gedrehter Horror-Murks, der ohne Genre-Größen wie TONY TOOD, KANE HOODER oder BILL MOSELEY wohl kaum Aufmerksamkeit erhalten hätte. Die Ernüchterung folgt auf dem Fuß. DEATH HOUSE ist vollkommen spannungsfrei und wirr. Die Handlung wirkt an den Haaren herbeigezogen und besitzt keinen roten Faden. Oftmals will man das Gefühl nicht loswerden, als habe man hier wahllos Gedanken zusammengewürfelt und in eine Handlung gepresst, die zu keiner Minute Sinn ergibt. Nun gut, mag man meinen – im Horrorfilm macht selten etwas Sinn. Was aber im Falle von DEATH HOUSE zugemutet wird, ist jenseits von Gut und Böse. Der Film hangelt sich von Gastauftritt zu Gastauftritt. Dazwischen herrscht gähnende Langeweile. Nicht einmal die kurzen und nicht immer professionell in Szene gesetzten Gewaltspitzen können das filmische Desaster vor dem Untergang bewahren. Da will man nicht wissen, was Leatherface-Darsteller GUNNAR HANSEN zuvor geraucht haben muss, als er diesen unschlüssigen Rohrkrepierer zu Papier brachte. Offenbar müssen es Drogen von einem fernen Planeten gewesen sein. Anders lässt sich dieser filmische Totalausfall nicht erklären.
 
 
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DEATH HOUSE – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Boah, gar nicht mal so gut. Der Trash-Heuler DEATH HOUSE hätte ein Fest für Horror-Fans werden können. Leider hat man all das vermasselt, was man nur vermasseln kann. Das Drehbuch ist eine Zumutung, der abstrusen Handlung lässt sich nur schwer folgen und auf ein ausuferndes Splatterfest wartet man vergebens. Hinzukommt, dass die Ausleuchtung dunkler Flure und Gänge in der zweiten Filmhälfte derart schlecht ist, dass sich kaum erkennen lässt, was sich da auf der Mattscheibe abspielt. Da hat man nach zähen 45 Minuten Einleitung doch mehr erwartet, zumal auch die Gore-Effekte nicht unbedingt die besten sind. Immerhin bekommt man ein paar Gesichter aus bekannten Horrorfilmen zu sehen, die im Genre Rang und Namen haben. Ob die aber vor den Dreharbeiten geahnt haben, auf was für ein Desaster sie sich hier einlassen, steht auf einem anderen Blatt. Offenbar war für viele der hier Beteiligten Ebbe in der Geldbörse. Um den Lebensunterhalt bestreiten zu können, hat man wohl einfach unterschrieben. So hat man sich ein Klassentreffen der Horror-Ikonen nicht unbedingt vorgestellt.
 
 
 


 
 
 

DEATH HOUSE – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von DEATH HOUSE ist ungeschnitten und erst für Erwachsene freigegeben. Im Film gibt es diverse Gewalszenen, die aber für eine FSK18-Freigabe in Ordnung gehen, um dafür im stationären Handel ungeschnitten ausgelegt werden zu können. Sonderlich brutal – wie anfangs gedacht und vom Label KSM beworben – ist DEATH HOUSE nicht. Auch wenn ab und an Menschen das Zeitliche segnen, ist dieser Horror-Trash keine Sternstunde des Gewalt- und Splatterkinos.
 
 


 
 
 

DEATH HOUSE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) NewKSM

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Death House; USA 2017

Genre: Horror, Action, Krimi, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.78:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 88 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: 2 Blu-rays im Keepcase mit Wechselcover und im Schuber

Extras: Trailer, Trailershow, Behind The Scenes, Interviews, Bildergalerie

Release-Termin: 28.03.2019

 

Death House [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

DEATH HOUSE – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei NewKSM )

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Incident (2011)
 
Aftershock – Die Hölle nach dem Beben (2012)
 
Prison – Rückkehr aus der Hölle (1987)
 

Filmkritik: „You Might Be the Killer“ (2018)

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YOU MIGHT BE THE KILLER

Story

 
 
 

A little bit FRIDAY THE 13TH: In einem Sommercamp wütet ein maskierter Killer und tötet alle Campbetreuer auf grausame Weise.

 
 
 


 
 
 

YOU MIGHT BE THE KILLER – Kritik

 
 
 
Immer wenn man meint bekannten Horror-Subgenres nichts Neues mehr hinzufügen zu können, kommt ein ambitionierter Filmemacher daher und belehrt den Zuschauer eines Besseren. Seit Jahren fristet der Slasher ein jämmerliches Dasein im Heimkino. Alteingesessenen Filmkenner spricht man da aus der Seele. Seit Wes Cravens SCREAM will sich diese Unterart des Horrorfilms einfach nicht mehr weiterentwickeln und spult immer wieder gleiche Verläufe ab, die bereits in den Anfängen des Slasher-Kinos Programm gewesen waren. Das verursachtet verständlicherweise bei jenen Zuschauern Langeweile, denen es nach Unterhaltung dürstet. Die wollen nicht immer wieder gleiche Geschichten auf der Mattscheibe sehen, die sich einzig durch ausgetauschte Besetzung voneinander unterscheiden. Stattdessen will man überrascht werden und Wege fernab bekannter Pfade gehen. Frische Ideen sind demnach fällig.
 
 
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Gleiche Gedanken hatte offenbar auch Regisseur BRETT SIMMONS. Dem dürfte die Ideen-Stagnation im Slasher-Bereich auch ein Dorn im Auge gesesen sein. Wohl ein Grund warum er mit YOU MIGHT BE THE KILLER einen Film dieser Gattung inszeniert hat, der sich von den üblichen Verdächtigen unterscheidet. Darin beginnt eigentlich alles ganz vertraut. Ein Überlebender befindet sich auf der Flucht vor einem maskierten Mörder. Sam (FRAN KRANZ auf BLOODSUCKING BASTARDS) nennt sich das verwirrte Opfer, das sich in der Hütte eines Sommercamps verstecken kann und direkt zum Telefon greift. Doch statt die Polizei zu rufen, wählt der Camp-Leiter lieber die Nummer von Freundin Chuck (ALYSON HANNIGAN aus der AMERICAN PIE-Reihe). Die arbeitet in einem Comic-Laden und kennt sich mit Horrorfilmen und deren Verläufen auf. Statt schnell zur Hilfe zu eilen oder den Notruf zu alamieren, versucht sie ihrem Freund am Telefon zu helfen. Was der aber zu erzählen hat, drängt YOU MIGHT BE THE KILLER in eine unerwartet erfrischende Richtung.
 
 
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Verkehrte Welt. YOU MIGHT BE THE KILLER ist Meta-Horror, der mal was anderes versucht. Statt die bekannte Horror-Geschichte aus der Sicht der Opfer zu erzählen, die in einem Sommercamp vor einem maskierten Killer flüchten müssen, geht die als Hommage an die Freitag-Filme der 1980er getarnte Horrorkomödie kreativere Wege. In diesem Film folgt der Zuschauer dem Killer auf Schritt und Tritt. Der schaut dem Bösen quasi beim Töten über die Schulter und kann sich so mal ein Bild dessen machen, was ein Killer alles erlebt, wenn der im Horrorfilm auf Beutefang geht. Dass das natürlich alles andere als ernst gemeint ist, wird schnell klar. YOU MIGHT BE THE KILLER ist ein Film, der sich zu keiner Minute ernst nimmt. Regisseur BRETT SIMMONS hat eine Menge Spaß daran mit Slasher-Klischees zu spielen und selbige auch noch durch den Kakao zu ziehen. Das sorgt für so manch urkomischen Moment und selbst eingefleischte Fans können noch etwas lernen. So wird im Film erklärt, wie Antiheld Sam zur Maskierung kommt und durch welch unglückliche Umstände die Camp-Kollegen das Zeitliche segnen müssen. Als wäre das nicht alles schon tragisch genug, muss er auch noch einen Weg finden, wie er das „Final Girl“ aufhalten kann, das am Ende eines jeden Meuchelthrillers dem Bösen die Leviten lesen muss. Weil YOU MIGHT BE THE KILLER auch noch ganz unverfroren aus bekannten Klassikern wie FREITAG DER 13. oder SLEEPAWAY CAMP zitiert und konventionellen Erzählmechanismen mittels Flashbacks den Stinkefinger zeigt, ist YOU MIGHT BE THE KILLER schon jetzt Pflichtprogramm für Slasher-Fans und solche, die es noch werden wollen.
 
 
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YOU MIGHT BE THE KILLER – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Clever, witzig und vollkommen anders. YOU MIGHT BE THE KILLER ist der beste Beweis dafür, dass auch der in die Jahre gekommene Slasher unterhalten kann – wenn sich nur ambitionierte Filmleute trauen angestaubte Regeln zu brechen. Das ist im Falle von YOU MIGHT BE THE KILLER geschehen. Der Film ist quasi eine vollkommen andere Sicht auf das Slasher-Genre der 1980er und das lässt den Streifen aus der grauen Masse an billig und lieblos produzierten Meuchelfilmen hervorstechen. Interessant ist hierbei, wie es zum Film überhaupt kam. Die Grundlage zum Meta-Horror lieferten nämlich die Autoren SAM SYKES und CHUCK WENDIG. Die waren kreativ und ersponnen sich eine absurde Horrorgeschichte, die auf Twitter 11.000 Leser unterhielt. Als wäre das nicht schon sonderbar genug, machten sie sich in selbigem Twitter-Thread auch noch über die Klischees und Verläufe von Horror-Slashern lustig. Die cleveren Gedankengänge kamen nicht nur bei den Lesern des Threads gut an. Auch die beiden Initiatoren sahen in den eigenen Gedankengängen Potenzial für einen Langfilm. So kam, was kommen musste. SAM SYKES und CHUCK WENDIG nahmen Geld in die Hand und beauftragten Regisseur BRETT SIMMONS für den Regieposten. Letzterer kennt sich mit Horrorfilmen aus. Der inszenierte bereits Genre-Ware, wie ANIMAL, HUSK und eine Episode im Anthologie-Horrorfilm CHILLING VISIONS: 5 STATES OF FEAR. Jede Menge Erfahrungen, die YOU MIGHT BE THE KILLER zu einem sehenswerten Filmerlebnis machen.
 
 
 


 
 
 

YOU MIGHT BE THE KILLER – Zensur

 
 
 
YOU MIGHT BE THE KILLER hat ein paar blutige Gore-Effekte zu bieten. Da werden Hälse mit der Machete aufgeschnitten oder ein Schädel in zwei Hälften geschlagen. Wegen des humoristischen Untertons dürfte die Meta-Horrorkomödie eine FSK16 erhalten. Hierzulande hat sich die Rechte das Label INDEED FILM gesichert und wird den Streifen voraussichtlich im Frühjahr 2019 veröffentlichen.
 
 
 


 
 
 

YOU MIGHT BE THE KILLER – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Screen Media Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Behind the Mask (2006)
 
Final Girls (2015)
 
Scream – Schrei (1996)
 

Filmkritik: „The Ranger“ (2018)

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THE RANGER

Story

 
 
 

Jedes Jahr besuchen Millionen Menschen die Nationalparks Amerikas – aber nicht jeder kehrt auch wieder zurück. So auch im Horrorfilm THE RANGER. Darin meint es der Ordnungshüter eines Nationalparks gar nicht gut mit Besuchern, die meinen Regeln brechen zu müssen.

 
 
 


 
 
 

THE RANGER – Kritik

 
 
 
Wenn Überlebende im Horror-Genre auf Gesetzeshüter treffen und um Hilfe betteln, muss man mittlerweile auf alles gefasst sein. Filme wie MICHAEL BAY’S TEXAS CHAINSAW MASSACRE oder LEATHERFACE haben gezeigt, dass sich hinter der Fassade des hilfsbereiten Polizisten gern auch mal das personifizierte Böse verstecken kann. Ganz zum Leidwesen der ahnungslosen Opfer. Die werden in dieser Art von Filmen plötzlich selbst zu Gejagten und werden am Ende doch schon mal vom Ordnungshüter höchstpersönlich zu Wurst verarbeitet. Der Horror-Slasher THE RANGER macht auch von dieser Verwirrungstaktik Gebrauch. Hier ist zwar keine Kannibalensippe im Einsatz deren Familienoberhaupt als Polizist getarnt Hilfesuchende in mundgerechte Häppchen zerteilt. In diesem Horror-Indie nimmt ein Ranger seine Arbeit zu ernst und sorgt mit radikalen Mitteln für Zucht und Ordnung. Handgemachten Splatter gibt’s obendrauf. Das wird ein Spaß.
 
 
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Böse Punks: in einem Club werden Chelsea und ihre Clique von der Polizei überrascht. Die führt dort eine Razzia durch und geht dabei alles andere als zimperlich vor. Für einen der Freunde zu viel des Guten. Als der sieht, wie einer der Wachleute die taffe Chelsea festnehmen will, macht er kurzen Prozess. Er zückt ein Messer und sticht den Polizisten nieder. Nun aber nichts wie weg. Gemeinsam flüchtet man in die Wälder zu einer Hütte im Wald. Dort will man erst einmal untertauchen, bis Gras über die Sache gewachsen ist. Leider hat Chelsea bei diesem Plan gar kein gutes Gefühl. Die Bretterbude gehört nämlich dem verstorbenem Onkel, der unter tragischen Umständen das Zeitliche segnen musste. Weitaus mehr Sorgen als die mysteriöse Familiengeschichte unserer tapferen Filmheldin macht aber ein Ranger. Der sorgt in den Wäldern für Ordnung und will, dass im Naturschutzgebiet Regeln befolgt werden. An die halten sich die rebellischen Kleinganoven aber nicht. So kommt, was kommen muss: der mürrische Ranger sieht rot und bestraft einen nach dem anderen.
 
 
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Wenn dein Freund und Helfer ein Psycho ist. THE RANGER ist ein solider Vertreter der Gattung Slasher. Naive Teenager treffen auf einen Killer, der seine grünschnäbeligen Opfer nacheinander abwechslungsreich tötet. Also alles beim Alten, würde diesmal nicht eine Frau auf dem Regiestuhl sitzen, die ihren männlichen Kollegen zeigt, was eine Harke ist. Mit ihrem ersten Langfilm zeigt JENN WEXLER, dass auch Frauen blutige Horrorfilme inszenieren können. Die zitiert fleißig Klassiker wie EVIL DEAD und FREITAG DER 13. und scheint damit so ziemlich viel Spaß zu haben. THE RANGER lässt mit Punkmusik und handgemachten Effekten die 1980ern aufleben. Das hat zur Folge, dass der Streifen den Eindruck erweckt, als wäre er zu dieser Zeit entstanden. Retro-Horrorfilmfans wird das wohl gefallen – auch, wenn THE RANGER das Slasher-Rad nicht neu erfindet. Regisseurin JENN WEXLER daddelt die Verläufe gängiger Horror-Slasher zu unoriginell ab. Wirklich Spannung kann so nicht entstehen, zumal auch die Figuren eher Stickern aus dem Slasher-Sammelalbum entsprechen und nur als Kanonenfutter herhalten müssen, um zumindest den Blutzoll des Zuschauers befriedigen zu können. Letzterer ist für einen Indie-Schlitzer ganz ordentlich. Für den kleinen Slasher-Hunger zwischendurch daher ganz brauchbar. Bleibenden Eindruck hinterlässt THE RANGER aber nicht.
 
 
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THE RANGER – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Blutiger Slasher, der vor allem durch eines hervorsticht: Retro-Charme und blutige Spezialeffekte. Story und Figuren sind in THE RANGER nebensächlich. Regisseurin JENN WEXLER fügt ihrem ersten Langfilm keine Neuerungen hinzu. Wer hier sein Leben lassen muss, ist so ziemlich schnell klar. Auch ist bereits nach wenigen Minuten ersichtlich, wer es am Ende als Held mit dem Bösen aufnehmen muss. Das dürfte für all jene langweilig erscheinen, die schon mindestens einen Slasher gesehen haben, der nach klassischem Aufbau inszeniert wurde. Was aber Erwähnung finden sollte, sind die hervorragenden Spezialeffekte, die für einen so kleinen Horrorthriller beachtlich heftig und professionell in Szene gesetzt wurden. THE RANGER ist ein solider Vertreter der Gattung Slasher und auch eher nur für jene geeignet, die eine Leidenschaft für diese Art von Filmen besitzen. Kann man sehen, muss man aber nicht.
 
 
 


 
 
 

THE RANGER – Zensur

 
 
 
Ein paar grafische Gemeinheiten gibt es in THE RANGER zu sehen. So reißt sich ein Protagonist den Fuß ab, um aus einer Bärenfalle entkommen zu können, eine Axt kommt zum Einsatz und Gewehrkugeln bohren sich durch Kopf und Körper. Weiterhin wird einer Filmfigur erst mehrmals mit einem Gegenstand ins Gesicht geschlagen bevor sie dann von einem Turm gestoßen wird. Weil alles dann doch schon sehr blutig und zeigefreudig zelebriert wird, dürfte THE RANGER vermutlich von der FSK eine Freigabe ab 18 Jahren erhalten.
 
 
 


 
 
 

THE RANGER – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Hood River Entertainment)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Hitcher (2007)
 
Wolf Creek (2005)
 
Killing Ground (2016)
 
Carnage Park – Willkommen in der Hölle (2016)
 
The Mooring (2012)
 
Desolation (2017)
 

Filmkritik: „Leprechaun Returns“ (2018)

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LEPRECHAUN RETURNS

Story

 
 
 

Nach 25 Jahren wird ein boshafter Zwerg aus seinem Gefängnis befreit und beginnt eine Gruppe von Studenten zu terrorisieren.

 
 
 


 
 
 

LEPRECHAUN RETURNS – Kritik

 
 
 
Manche Monster sind einfach nicht tot zu kriegen – vor allem, wenn man mit ihnen Geld verdienen kann. So hat es sich Hollywood seit den 2000ern zur Aufgabe gemacht jeder noch so kultverdächtigen Horror-Kreatur durch ein glattgebügeltes Remake neues Leben einzuverleiben. Viel zu oft scheiterte das Vorhaben – in wenigen Fällen war die Neuauflage dennoch besser als das Original. Da mittlerweile alle bekannten Genre-Bösewichte der 70er/80er durch eine Neuverfilmung den Weg ins neue Jahrtausend gefunden haben und es kaum noch etwas zu remaken gibt, setzt man eben fort, was bei Horror-Nerds von Begriff sein könnte. So gelang es einem irischen Kobold sich in den 1990ern Dank Video-Ära einen Namen zu machen. LEPRECHAUN hies der Horrorspaß, der zwar in den unteren Regalen der Videotheken sein Dasein fristete, es aber bis heute auf sechs mehr oder weniger brauchbare Filme und ein überflüssiges Reboot brachte. Offenbar waren die Rechte in Zeiten günstig, in denen sich kaum noch jemand an den Killergnom erinnern kann. Die letzte, richtige Fortsetzung liegt schon einige Jahre zurück. Grund für die eher für Trash-Filme bekannte Filmbude SYFY genannte Filmreihe 15 Jahre nach dem letzten Sequel fortzuführen. Unter dem Titel LEPRECHAUN RETURN geht es daher nun in Runde 7. Wer die bisherigen Produktionen von SYFY gesehen hat, dürfte mit Grausen erahnen können, was das bedeutet.
 
 
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LEPRECHAUN RETURNS ignoriert alle bisherigen Streifen und Ereignisse. Stattdessen knüpft der Film an das Original von 1993 an und erzählt die Geschichte von College-Studentin Lila (TAYLOR SPREITLER). Die ist die Tochter der Heldin aus dem Original-Leprechaun, welche dort von JENNIFER ANISTON verkörpert wurde. Mittlerweile ist die aber an Krebs verstorben. Dennoch verschlägt es Lila zurück an den Ort, an dem die Mutter einst gelebt hat. Dort will die junge Frau mit ihren Kommilitonen ein Haus auf Vordermann bringen, das als neues Verbindungsheim dienen soll. Leider befreit man bei den Renovierungsarbeiten genau jenen Leprechaun, den einst die Mutter vor 25 Jahren in die Knie gezwungen hat. Der macht genau dort weiter, wo er in den 1990ern aufgehört hat und begibt sich auf die Suche nach seinem Gold, das ihm vor 25 Jahren von seinen Gegenspielern weggenommen wurde. Das ist für die jungen Helden in LEPRECHAUN RETURNS nicht sonderlich erfreulich. Die wissen anfangs nicht, wie ihnen geschieht und was der Kobold will. Doch Heldin Lila bietet dem raffgierigen Gnom die Stirn.
 
 
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Ach nee, das hätte nun nicht wirklich sein müssen. Was aus den SYFY-Studios kommt, ist berechtigterweise für die Tonne. Gleiches kann man auch über LEPRECHAUN RETURNS sagen, der genau das widerspiegelt, für das Produktionen aus genannter Resterampe stehen. Die zeichnen sich durch mindere Qualität aus, mit der man möglichst viel Geld verdienen möchte. Demzufolge macht LEPRECHAUN RETURNS dem Namen SYFY alle Ehre und kurbelt eine überraschungsarme Geschichte ab, die nach den bekannten Formeln abgehandelt wird, welche sich das Studio SYFY seit Bestehen auf die Stirn geschrieben hat. Für all jene, die nicht wissen, was gemeint ist: LEPRECHAUN RETURNS ist seichte Horrorunterhaltung auf TV-Niveau, die schnell abgedreht wurde, kaum Substanz besitzt und auch sonst eher leichte Gemüter ansprechen möchte.
 
 
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Wie in den meisten SYFY-Gurken kämpfen auch in LEPRECHAUN RETURNS nicht sonderlich helle Jungdarsteller gegen ein Monster, das irgendwie in die Knie gezwungen werden muss. Diesmal sind es aber keine Zombies, CGI-Kreaturen oder Geister. Dieser SYFY-Film rückt einen Kobold in den Mittelpunkt, der zynische Sprüche von sich gibt, über die man mit fortschreitender Laufzeit gar nicht mehr lachen kann. Zwergen-Darsteller LINDEN PORCO tritt ein großes Erbe an. Dem wurde die ungnädige Ehre zuteil, in die Fußstapfen von WARWICK DAVIS zu treten, der in allen bisherigen LEPRECHAUN-Streifen den Kultkobold verkörpert hat. Ein Unterfangen, das bereits vor Drehbeginn zum Scheitern verurteilt war. Horrorfans sind so ziemlich eigen, wenn es um Horrorfilm-Ikonen geht, die das Genre maßgeblich mitgeprägt haben. Genau das wird auch in LEPRECHAUN RETURNS zum großen Problem. Zwar sieht der Kobold aus, wie der Leprechaun aus genannter Film-Reihe. Dennoch bleibt für eingefleischte Fans unübersehbar, dass die Rolle des goldgierigen Gnoms von einem anderen Darsteller verkörpert wird. Somit macht es LEPRECHAUN RETURNS dem Remake von A NIGHTMARE ON ELM STREET gleich. Auch dort tauschte man den beliebten Hauptdarsteller gegen einen neuen aus. Weil ROBERT ENGLUND nicht mehr als zynische FREDDY KRUEGER zu sehen war, erhielt die Neuverfilmung von Genre-Anhängern kaum Zuspruch.
 
 
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Gleiches Schicksal dürfte nun auch LEPRECHAUN RETURNS ereilen, der kaum der Rede wert ist und irgendwie überflüssig wirkt. Die Handlung wurde aufs Wesentliche beschränkt und besteht einzig darin eindimensionale Darsteller nacheinander in den Filmhimmel zu jagen. Immerhin versucht SYFY das beste aus dem rudimentären Filmkonzept zu machen. Der Film nimmt sich nicht immer bierernst und zieht die trashige Inszenierung bewusst ins Lächerliche. Das wird vor allem bei den diversen Morden deutlich. Die sind zwar blutig aber derart überzeichnet, dass ein comicgleicher Unterton nicht von der Hand zu weisen ist. Leider mangelt es dem Streifen an Neuerungen. LEPRECHAUN RETURNS spult die gleichen Verläufe ab, die bereits in den Filmen zuvor Programm gewesen waren. Man erfährt nichts Neues über den mordenden Kobold und auch sonst fehlen diesem Ableger frische Ideen. Das mag für all jene nicht schlimm sein, die bisher noch keinen Streifen dieser Reihe gesehen haben. Wer jedoch alle sechs LEPRECHAUN-Filme (das doofe Reboot mal ausgenommen) kennt, dürfte sich bei diesem Ausflug ins irische Kobold-Universum schnell gelangweilt fühlen.
 
 


 
 
 

LEPRECHAUN RETURNS – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Wo SYFY draufsteht, ist auch SYFY drin. LEPRECHAUN RETURNS ist dreiste Resteverwertung und fühlt sich an, als habe das Studio SYFY einen ihrer bisherigen Kreaturen-Filme genommen und einfach nur das Filmmonster gegen einen mordenden Kobold ausgetauscht. Das Filmkonzept ist rudimentär. Das bedeutet: eindimensionale Jungdarsteller werden nacheinander durch einen Killergnom ermordet – Spannungsfreiheit inklusive. Das ist ziemlich langweilig, auch wenn sich der Streifen nicht immer bierernst nimmt. Immerhin erwähnenswert: LEPRECHAUN RETURNS ist der bisher blutigste Teil der Reihe. Ob das einen guten Horrorfilm auszeichnet, möchten wir bezweifeln.
 
 
 


 
 
 

LEPRECHAUN RETURNS – Zensur

 
 
 
LEPRECHAUN RETURNS ist der blutigste Teil der Reihe und auch ziemlich zeigefreudig. Ein Auto fährt über einen Kopf, der Leprechaun wühlt sich durch Gedärm und ein Protagonist wird von einer herabfallenden Solaranlage in zwei Hälften geteilt. Aber das ist noch längst nicht alles. Für die Rückkehr des Killerkobolds hat man sich noch weitere zynische Morde einfallen lassen, was dafür sorgen dürfte, dass LEPRECHAUN RETURNS hierzulande wohl eher mit rotem FSK-Flatschen in den Handel kommen wird.
 
 
 


 
 
 

LEPRECHAUN RETURNS – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Syfy)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Leprechaun’s Revenge (2012)
 
Leprechaun (1993)
 
Leprechaun 2 (1994)
 
Leprechaun – Tödliches Spiel in Vegas (1995)
 
Space Platoon (1997)
 
Leprechaun 5 – In the Hood (2000)
 
Leprechaun 6 – Back 2 tha Hood (2003)
 

Filmkritik: „Hell Fest“ (2018)

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HELL FEST

Story

 
 
 

Wenn die Geisterbahn zur grausamen Realität wird: in einem Horror-Themenpark geht ein Killer um, der Gefallen daran findet junge Menschen zu töten.

 
 
 


 
 
 

HELL FEST – Kritik

 
 
 
Was nur ist mit dem Slasher passiert. Diese Unterart des Horrorfilms flimmert nun seit mehr als über 40 Jahren über die Leinwand – mit Ruhm bekleckert die sich aber seit Jahren nicht mehr. Den letzten wirklich großen Streifen dieser Gattung Film gab es 1996 mit SCREAM. Seither muss man nennenswerte Slasher-Produktionen mit der Lupe suchen. Doch man kann noch hoffen; zumindest wenn man sich den Trailer zum Meuchelstreifen HELL FEST anschaut. Der macht auf den ersten Blick eine gute Figur. Da wird mit rasanten Schnitten, glattgebügelten Bildern, panischer Musikuntermalung und einem furchterregenden Killer geworben. Leider alles heiße Luft. HELL FEST wird Erwartungen nicht gerecht, denn sonderlich spannend oder gar neu ist Gebotenes keineswegs. Ein großes Problem: Regisseur GREGORY PLOTKIN folgt zu engstirnig den Regeln, die der Slasherfilm zu seinen Anfangszeiten festgelegt hat. Wer demzufolge schon mal einen Streifen dieser Art gesehen hat, dürfte ahnen, was ihm blüht. Das hat zur Folge, dass alles absolut vorhersehbar bleibt. Spannung wird demnach zunichtegemacht. Das ist irgendwie ärgerlich.
 
 
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Rummelplatz des Grauens. Offenbar sind Horror-Themenparks, Geisterbahnen und Horror-Häuser seit einiger Zeit eine beliebte Kulisse, um dort Protagonisten an Halloween über die Klinge springen zu lassen. So haben wir zuletzt mit BLOOD FEST, THE FUNHOUSE MASSACRE oder TALON FALLS bereits ähnliche Streifen besprochen, in denen auf schaurigen Kirmes-Veranstaltungen das Böse Runden gedreht hat. In HELL FEST passiert etwas ganz ähnliches. Darin machen sich junge Menschen auf zu einer Attraktion, die Ihresgleichen sucht. Auf dem sogenannten „Hell Fest“ können sich Besucher zu Tode erschrecken lassen. Dieser riesige Themenpark hat sich dem Horror-Genre verschrien und entpuppt sich als riesige Freiluft-Geisterbahn, die dem Besucher das Blut in den Adern gefrieren lassen soll. Zumindest erhoffen sich den ultimativen Schock-Trip auch unsere fünf Helden. Die besorgen sich VIP-Bändchen und können es kaum erwarten sich von Zombies, Geistern und Serienmördern durch die Nacht hetzen zu lassen. Leider befindet sich auch unter den vielen Gästen auch einer, der nicht alle Latten am Zaun hat. Der macht nämlich aus Spaß Ernst und beginnt Besucher zu ermorden. Leider kann er auf dieser Veranstaltung ungestört töten. Die meisten der hier Anwesenden glauben nämlich, dass die Leichen zum Programm gehören. Doch Heldin Natalie (AMY FORSYTH) ist clever. Der kommt alles etwas spanisch vor und bringt sich so in große Gefahr. Der Killer will sich nämlich von ihr nicht den Spaß verderben lassen und heftet sich an ihre Fersen, um die neugierige Zeugin einen Kopf kürzer zu machen.
 
 
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Joar, ist halt ein Slasher. HELL FEST unterscheidet sich nicht unwesentlich von den üblichen Verdächtigen dieses nicht mehr ganz so frischen Subgenres des Horrorfilms. Der Streifen hakt die wichtigsten Regeln ab, die dieser Art von Filmen zugrunde liegen. Wer hier überleben wird, ist bereits zu Beginn klar. So haben wir die obligatorische Scream-Queen, die es am Ende mit dem Killer aufnehmen wird, vorher aber tatenlos zusehen muss, wie die nicht immer klugen Freunde nacheinander abgeschlachtet werden. Selbstverständlich wird dabei die Identität des Killers bewahrt. Der versteckt sich hinter einer schaurigen Maske und darf am Ende entkommen, damit HELL FEST bei Erfolg in eine zweite Runde gehen kann. Der rudimentäre Ablauf dürfte selbst alteingesessene Slasher-Fans unterfordern, denn eine richtige Handlung besitzt HELL FEST keineswegs. Vielmehr sehen wir, wie dumme junge Menschen von einer Themenpark-Attraktion zur nächsten laufen und dabei nacheinander das Zeitliche segnen. Das ist ermüdend, gerade auch deshalb, weil mehr Wert auf Kulisse gelegt wird, statt die Protagonisten und die Taten des Killers in den Mittelpunkt zu rücken. In HELL FEST ist nämlich der Ort der Geschnehnisse der eigentliche Star. Hier haben Bühnenbildern ganze Arbeit geleistet. Das Set glänzt durch Abwechslungsreichtum, die Masken der Schausteller sehen verdammt gut aus und jede Attraktion in diesem Freizeitpark besticht durch Liebe zum Detail. Das mag löblich sein, kann aber den Slasher nicht vor der Belanglosigkeit retten, weil visuelle Raffinessen allein einen Horrorfilm nicht tragen können.
 
 
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Unterm Strich bedeutet das: außen hui, innen pfui. HELL FEST kann nicht halten, was der aussichtsreiche Trailer verspricht. Der Streifen schaut zwar ziemlich gut aus, ist aber bei genauerer Betrachtung keine Spannungsgranate. Die Ereignisse passieren eben und wirkliche Höhepunkte muss man mit der Lupe suchen. Erst im Finale kommt endlich so etwas wie Herzklopfen auf. Dass zudem auch dem Gewaltpegel kaum Beachtung geschenkt wurde, dürfte vielen Slasher-Fans gar nicht gefallen. Mit beinahe schon übertriebener Zurückhaltung geht der Killer in HELL FEST zugange. Da kommen leider zu oft nur unscheinbare Stichwaffen zum Einsatz. Viel Blut fließt demzufolge nicht. Das ist dahingehend enttäuschend, weil deftige Gewalt für viele Zuschauer zum essenziellen Bestandteil in Horrorfilmen geworden ist.
 
 


 
 
 

HELL FEST – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
SCREAM auf dem Rummel. HELL FEST besitzt nennenswerte Voraussetzungen für einen guten Horrorfilm. Das Set ist ungewöhnlich und glänzt durch Liebe zum Detail, Kameraarbeit und Schnitt überzeugen und auch den Schauspieler kann man Talent bescheinigen. Ein großes Problem jedoch ist die Handlung selbst. Die passt auf einen Bierdeckel und bietet garantiert nichts Neues, das man nicht schon in über 40 Jahren Slasher-Geschichte zu sehen bekommen hat. HELL FEST ist so vorhersehbar und konventionell gestrickt, dass erfahrene Slasher-Kenner müde von den immer wieder gleichen Abläufen werden. Nun gut, mag man meinen, Regisseur GREGORY PLOTKIN hat Anlaufschwierigkeiten. Der hat mit HELL FEST gerade mal seine zweite Regiearbeit für einen Langfilm abgeliefert. Zuvor saß der Filmemacher für PARANORMAL ACTIVITY: GHOST DIMENSION auf dem Regiestuhl und kümmert sich für die übrigen vier Streifen genannter Grusel-Reihe um den Schnitt. Demzufolge sollte man Erwartungen herunterschrauben. Auch, wenn der Trailer zum Film neues Slasher-Fieber entfacht – ein Slasher-Highlight ist HELL FEST definitiv nicht. Da hat man weitaus Besseres auf dem Schirm gehabt. Vieles davon entstand aber während den Slasher-Hochzeiten in den 1980ern.
 
 
 


 
 
 

HELL FEST – Zensur

 
 
 
Für einen Slasher ist HELL FEST so ziemlich zurückhaltend ausgefallen. Die härteste Szene ist die, in der einem Protagonisten ein spitzer Gegenstand durch das Auge gejagt wird. Ansonsten wird meist nur kurz mit Stichwaffen in Körper gestochen. Hierzulande hat der Film in der ungeschnittenen Fassung eine FSK16 erhalten.
 
 
 


 
 
 

HELL FEST – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) UNIVERSUM FILM

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Hell Fest; USA 2018

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.85:1 | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 89 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase ohne Wechselcover

Extras: Featurette, Trailer

Release-Termin: 13.09.2019

 

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HELL FEST – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei UNIVERSUM FILM)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Blood Fest (2018)
 
Bates Haunting – Das Morden geht weiter (2011)
 
The Funhouse Massacre (2015)
 
Scream Park (2013)
 
Dark Ride (2006)
 
Das Kabinett des Schreckens (1981)