FILMCHECKER – Die Seite im Netz für Horror. ☠☠☠ Kritiken zu den besten Horrorfilmen ☣☣☣ Slasher, Folterfilme, Thriller, Splatterfilme, Gruselfilme.

Beiträge mit Schlagwort “Slasher Schnee

Filmkritik: „Lake Alice“ (2017)

lake-alice-2017-poster
 
 
 

LAKE ALICE

(LAKE TOMAHAWK)

Story

 
 
 

Leise rieselt der Schnee, still und starr liegt die Leiche: Eine Familie erlebt ein etwas anderes, tödliches Weihnachtsfest.

 
 
 


 
 
 

LAKE ALICE – Kritik

 
 
 
Schneebedeckte Berge, abgelegene Holzhütten, verschneite Wälder und melancholische Winterpracht. Horror muss sich nicht immer nur in dunklen Irrenanstalten, unheimliche Herrenhäusern oder auf alten Friedhöfen abspielen. Auch traumhafte Schneelandschaften sind seit der King-Verfilmung SHINING ein Garant für markerschütterndes Grauen und wohldosierte Gruselschauer, schließlich lassen sich Geister, Waldkreaturen und Serienkiller nicht von Frost, Eis oder Kälte abschrecken. Letztere haben das moderne Horrorkino berüchtigt gemacht und meucheln sich seither kreativ durch Fleisch und Knochen. Leider trifft das nicht für alle Bösewichte zu, denn offenbar gibt es mittlerweile Serienmörder im Horrorkino denen das Abschlachten gar keine Freude mehr bereiten möchte. So ähnlich geschehen im folgenden Heuler, der dem Begriff Slasher nicht mal ansatzweise Ehre machen möchte. Newcomer BEN MILLIKEN – der übrigens 10 Jahre Amateur-Boxer war – vermischt im Debüt SCREAM und THE STRANGERS erfolglos miteinander und würzt mit dem norwegischen COLD PREY nach. Leider hat er aber den für Slasher-Streifen beliebten Gewaltpegel vernachlässigt, der immerhin dafür sorgt, dass die ständig wiederholenden Handlungen halbwegs ertragbar bleiben. Als wäre das nicht schon fatal genug, wurde von ihm auch noch Spannung aus dem Drehbuch gestrichen. Damit gewinnt man als Regie-Neuling bei Horrorfans nicht mal einen Blumentopf. Anerkennung muss man sich erstmal erarbeiten.
 
 
lake-alice-2017-bild-2
 
 
Weihnachten in Familie. Mutter und Vater Thomas wollen zusammen mit der erwachsenden Tochter Sarah (CAROLINE TUDOR) die Festtage in einer Hütte im Wald verbringen. Letztere hat den Liebsten (BRAD SCHMIDT) mit im Schlepptau, der ihr auch gleich in verschneiter Naturidylle einen Heiratsantrag macht. Zwar sind die Eltern vorerst über die Verlobung alles andere als erfreut, nehmen aber den zukünftigen Schwiegersohn trotzdem herzlich auf. Leider kommen die angehenden Pläne der Liebenden nicht bei allen gut an. So klingeln bald ungebetene Gäste an der Haustür. Weil es mitten in der Nacht ist, sind die Eltern über den späten Besuch logischerweise nicht sonderlich erfreut. Doch das ist den maskierten Besuchern egal. Die frönen hauptberuflich dem Killerhandwerk und gehen auch gleich zur Tagesordnung über. Für die Opfer bedeutet das: Weg von der Festtafel hinein in den Überlebensmodus. Ein besinnliches Weihnachtsfest sieht definitiv anders aus.
 
 
lake-alice-2017-bild-1
 
 
Und täglich grüßt das Murmeltier. LAKE ALICE – der in England übrigens für den Videomarkt in LAKE TOMAHAWK umbenannt wurde – bekleckert sich in Sachen Originalität nicht gerade mit Ruhm. Der Film vermischt Slasher-Klischees mit Elementen bekannter Home-Invasion-Schocker und versucht mit überraschenden Wendungen auf falsche Fährten zu locken. Das hört sich erstmal vielversprechend an, ist aber unterm Strich kaum der Rede wert. Das Problem: LAKE ALICE kommt knapp 30 Jahre zu spät, denn was der Zuschauer hier zu sehen bekommt, wurde in nahezu jedem Slasher und Home-Invasion-Streifen der letzten drei Jahrzehnte mal mehr, mal weniger spannend abgehandelt. Dementsprechend langweilig ist LAKE ALICE dann auch. Die falschen Fährten sind vorhersehbar und die Handlung will erst gar nicht fesseln – wohl auch, weil sie keine Risiken eingeht und neue Wege scheut. Somit verläuft alles nach bekanntem Muster. Ein Killer terrorisiert eine kleine Familie, die wenig später versucht dem Tod zu entkommen und sich wenig klug zur Wehr zu setzen weiß. Leider werden die Familienmitglieder nach dem „Du-bist-der-Nächste“-Prinzip ins Jenseits befördert. Nur die fast schon zwanghaft auf sympathisch getrimmte Filmtochter wird überleben und findet heraus, dass nicht grundlos gemordet wird. Die Psychopathen wollen ein Hühnchen rupfen, werden aber in die Schranken gewiesen, weil ein plötzlich totgeglaubtes Opfer wieder von den Toten aufersteht und dem Trauerspiel ein Ende bereitet. Das ist sprichwörtlich Schnee von gestern, denn um zu fesseln oder gar Angst einzujagen, bedarf es weit mehr, als Slasher-Klassiker frech zu zitieren und Home-Invasion-Zutaten lustlos zu kopieren. Wegen des austauschbaren und wenig raffinierten Drehbuchs ist LAKE ALICE daher nur denen zu empfehlen, die entweder noch nie einen Horror-Slasher gesehen haben oder nicht genug von dieser Art von Filmen bekommen können – und sind sie auch noch so einfallslos. Nur dann kann man wohl etwas von diesem 08/15-Schocker abgewinnen.
 
 
lake-alice-2017-bild-3
 
 


 
 
 

LAKE ALICE – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
SCREAM trifft auf THE STRANGERS. Was hier aufgetischt wird, ist ermüdend, altbacken und unblutig noch dazu. Eigentlich schade, denn LAKE ALICE hat im Grunde genommen alles, was ein Horrorfilm neueren Datums mitbringen sollte. Die schneebedeckte Kulisse erinnert an ähnlich gestrickte Slasher-Ware wie COLD PREY und dessen Fortsetzungen. Zudem lässt das skrupellose Killer-Duo im Film Streifen wie THE STRANGERS oder auch BASTARD Revue passieren. Was aber bitter aufstößt ist die wenig originelle Handlung. Die hat man in ihrem behäbigen Ablauf schon so oft gesehen, dass allein schon die Inhaltsangabe zum Film den Spaß verdirbt. Das ist dahingehend ärgerlich, weil der Film gute Schauspieler besitzt und auch handwerklich überzeugen kann. Leider besitzt LAKE ALICE kaum neue Einfälle und lässt sich auch noch viel Zeit, bis überhaupt endlich mal etwas passiert. Da macht sich schnell Müdigkeit breit und gestaltet diesen Horror-Beitrag so austauschbar, wie schmutzige Unterwäsche. Vor 30 Jahren wäre LAKE ALICE ein Hit geworden. Heute lockt man mit so ausgelutschtem Horrorstoff keinen Fan mehr vorm Ofen hervor. Um die Aufmerksamkeit des Publikums für Horrorfilme gewinnen zu können, muss man sich in Zeiten wie diesen und aufgrund der Menge an Genre-Futter schon mächtig ins Zeug legen. Offenbar hat das Regisseur BEN MILLIKEN nicht bedacht.
 
 
 


 
 
 

LAKE ALICE – Zensur

 
 
 
Viel Gewalt hat LAKE ALICE nicht zu bieten. Der Killer rammt sein Messer mehrmals in ein Opfer hinein, ein Autounfall ist zu sehen und ein Protagonist stirbt an den Folgen eines Pistolenschusses in den Hals. Das ist für Slasher-Verhältnisse enttäuschend und dürfte in Deutschland mit einer FSK16 belohnt werden.
 
 
 


 
 
 

LAKE ALICE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Breaking Glass Pictures)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Cold Prey – Eiskalter Tod (2006)
 
Cold Prey 2 Resurrection – Kälter als der Tod (2008)
 
Silent Night – Leise Rieselt das Blut (2012)
 
Blood Runs Cold (2011)
 
Hayride 2 (2015)
 
Berkshire County (2014)
 

Advertisements