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Kritik: „Downrange – Die Zielscheibe bist du!“ (2017)

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DOWNRANGE – DIE ZIELSCHEIBE BIST DU!

(DOWNRANGE)

Story

 
 
 

Dümmlicher Pseudo-Terror von der Stange. Eine Gruppe Freunde gerät im Hinterland an einen Sniper, der die Jugendlichen nacheinander mit seinem Gewehr in die ewigen Jagdgründe befördert.

 
 
 


 
 
 

DOWNRANGE – Kritik

 
 
 
Dumme Teenager müssen im Horrorfilm sterben. Eine Formel, die vor allem im Slasher-Genre zum guten Ton gehört. Doch nicht immer müssen es unkaputtbare Killer sein, die sich scheinbar rastlos an die Fersen ihrer aufgescheuchten Opfer heften und sie so lange verfolgen, bis sie sich ihrem Schicksal ergeben. Es geht auch anders und das sogar ohne sich die Finger schmutzig zu machen oder gar Kalorien verbrennen müssen, wie der Splatterfilm DOWNRANGE beweist. Darin hat es sich ein Scharfschütze in einem Baum gemütlich gemacht und wartet in Seelenruhe auf seine Opfer. Die kommen schon bald. Eine Gruppe Freunde düst durch das Jagdgebiet des Fremden und muss bald ums Überleben bangen. So schießt der Killer in die Räder des Fahrzeugs und zwingt die Jugendlichen zum Stranden. Nun ist guter Rat teuer, denn weder der Wagen lässt sich fortbewegen noch haben die Handys Empfang. Da stellt sich die Frage, wie man dem Schicksal entkommen kann. Den Teenagern zumindest scheint’s egal zu sein. Die scheißen auf Pläne und laufen lieber unüberlegt durch die Szenerie. Dass sie dafür mit dem Tod bestraft werden müssen, ist so klar wie Kloßbrühe. Für den Spannungsaufbau ist ein so trivialer Ablauf leider nicht sonderlich förderlich.
 
 
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Was nur hat Filmemacher RYUHEI KITAMURA dazu getrieben, einen Film wie DOWNRANGE zu inszenieren? Der Regisseur ist fürs blutige Horrorfach bekannt und konnte sich in der Vergangenheit mit einigen sehr gelungenen Horrorstreifen einen Namen machen. So gehen auf dessen Konto der Asia-Splatter-Hit VERSUS, sowie die nicht minder deftige Schlachtplatten MIDNIGHT MEAT TRAIN und NO ONE LIVES. Das blutige Chaos wird auch im Sniper-Schocker DOWNRANGE beibehalten, der leider gar nicht mehr so unterhaltsam ist, wie die bisherigen Streifen des Filmemachers. Irgendwie steckt in diesem Film der Wurm, was in erster Linie daran liegt, dass die Charakterzeichnung unter aller Kanone ist. Nun gut, möchte man meinen, Charakterzeichnung ist im Horrorfach meist Nebensache. Wenn aber Protagonisten wie dumme Schafe vor dem Visier eines Schafschützen tanzen und dabei nicht einen klugen Gedanken fassen wollen, ist Schluss mit lustig. DOWNRANGE meint es nicht gut mit seinen Protagonisten, denn die handeln von Sinnen und befriedigen damit zumindest die Blutsucht des Zuschauers. Der bekommt in DOWNRANGE anständig gefilmte Morde zu sehen, die so zeigefreudig sind, dass der Streifen Probleme mit der FSK bekam. Der Sniper-Splatter erhielt nämlich anfangs von der Prüfbehörde keine Freigabe. Doch der Rechteinhaber ging gegen das Urteil in Berufung und hatte Erfolg. Ob dieser (finanzielle) Aufwand gerechtfertigt gewesen war, sollte an dieser Stelle jeder selbst entscheiden. DOWNRANGE ist nicht sonderlich helle und spult seine vorhersehbare und unspannende Geschichte nach Schema F ab. Das bedeutet: kreischen, winseln und sterben bis am Ende niemand mehr übrig ist. Die Charakterentwicklung ist oberflächlich, die Protagonisten sind unsympathisch und die zweckmäßigen Dialoge sind sogar noch dümmer, als die jeder gescripteten RTL2-Nachmittagssendung. Demzufolge raten wir, besser andere und gelungenere Sniper-Thriller in den Player schieben, denen es auch tatsächlich gelingt, den Puls des Publikums in die Höhe zu treiben. So schockierten zuletzt Filme wie KING OF THE HILL oder TOWER BLOCK. Zwei heftige Streifen, die das Nervenkostüm beanspruchen und dabei auch noch Kompromisse scheuen. Zartbesaitete Zuschauer sollten die aber besser meiden.
 
 
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DOWNRANGE – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Intellektueller Total-Reinfall! Dafür aber professioneller Splatter im Überfluss. Den bekommt man im Falle von DOWNRANGE ziemlich oft vor die Linse und das auch noch in technisch tadelloser Umsetzung. Brutalität steht hier vor Plausibilität, denn bis auf den Filmbösewicht handelt nahezu jede Figur dieses deftigen Splatterstreifens dämlich und unüberlegt. Feingeister werden daher an dieser Stelle vorgewarnt. Die selten dummen Handlungen aller Protagonisten gehen an die Substanz und machen wütend. Wer demzufolge leicht cholerisch veranlagt ist, sollte DOWNRANGE besser meiden. Das ist besser fürs Herz.
 
 
 


 
 
 

DOWNRANGE – Zensur

 
 
 
In DOWNRANGE – DIE ZIELSCHEIBE BIST DU (so der deutsche Titel) geht es nicht zimperlich zu. Köpfe werden überfahren, Augen ausgeschossen und Körper mit Kugeln durchsiebt. Die Gewaltexzesse sind so deftig, dass selbst die FSK keinen Spaß verstand und DOWNRANGE eigentlich ungeschnitten nicht freigeben wollte. Wer aber denkt, dass dieses Horrorthriller Federn lassen musste, wird überrascht sein. Offenbar hatte das Label SPLENDID FILM mehr Glück als gedacht. Nach einer Berufung, gabs von der FSK dann doch den Segen. DOWNRANGE steht ab sofort ungeschnitten mit rotem FSK-Sticker im Handel.
 
 
 


 
 
 

DOWNRANGE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) SPLENDID FILM (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Downrange; USA 2017

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Holländisch

Bild: 2,35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 94 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: 25.05.2018

 

Downrange – Die Zielscheibe bist du! [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

DOWNRANGE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei SPLENDID FILM)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
El rey de la montaña – Unsichtbare Gefahr (2007)
 
Beim Sterben ist jeder der Erste (1972)
 
Happy Hunting (2017)
 
Carnage Park (2016)
 

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Filmkritik: „Happy Hunting“ (2017)

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HAPPY HUNTING

Story

 
 
 

Alkoholiker (MARTIN DINGLE WALL) verirrt sich bei seiner Reise nach Mexiko in das Jagdgebiet gewissenloser Landeier, die gern mal auf Menschenhatz gehen.

 
 
 


 
 
 

HAPPY HUNTING – Kritik

 
 
 
Eigentlich wollte der alkoholabhängige Warren nur nach Mexiko reisen, um dort einem ominösen Telefonanruf nachzugehen. Eine Mexikanerin hat kurz vor ihrem Tod erklärt, dass der Herumtreiber der Vater ihres Kindes sei. Deshalb will Waren die lange Reise aufnehmen, um seinen Sohn kennenzulernen. Leider entpuppt sich die Fahrt dorthin als Horrortrip. Der Alkoholiker verirrt sich in das kleine Städtchen Bedford Flats irgendwo in der Wüste an der mexikanischen Grenze, wo nach anderen Regeln gelebt wird. Hier wird alljährlich ein Fest der Superlative gefeiert bei dem unschuldige Menschen gejagt werden. Leider stolpert Warren genau während der Festvorbereitungen in den Ort und wird so zum unfreiwilligen Opfer einer Menschenjagd, die mit nichts und niemand Gnade kennt.
 
 
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HAPPY HANUTING ist kein einfach zu verdauender Horrorthriller, denn die kaltschnäuzigen Bilder sind nicht für jedermann bestimmt. Inmitten flirrender Wüstenhitze wird hier eine kompromisslose Menschenjagd veranstaltet. In ihrer derben Zurschaustellung erinnert die nicht selten an das harte Exploitationkino der 1970er, wo so Survival-Horror wie BEIM STERBEN IST JEDER DER ERSTE oder der reißerische Mutanten-Schocker THE HILLS HAVE EYES für Furore gesorgt haben. Doch das Duell zwischen Mensch und Mensch ist nicht nur brutal und zeigefreudig. Im Unterschied zu vielen ähnlich gelagerten Streifen in denen Menschen gejagt, gefoltert und ermordet werden, mangelt es HAPPY HAUNTING nicht an gesellschaftspolitischer Kritik. So prangern die beiden Regisseure JOE DIETSCHS und LOUIE GIBSON nicht nur die lapidaren Waffengesetze in den Vereinigten Staaten an, wo das Recht Waffen zu besitzen, verfassungsrechtlich geschützt ist. Auch die politisch vergessenen Teile Amerikas werden kritisch beäugt, wo offenbar an eigenen Traditionen und Bräuchen festgehalten wird, weil man sich von der Politik im Stich gelassen fühlt.
 
 
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Unterm Strich also kein belangloses Gewaltspektakel, sondern Horror mit Hirn, der durchaus kurzweilig über die Leinwand flimmert und – der Titel lässt es erahnen – gern auch mal von schwarzhumorigen Untertönen Gebrauch macht. Übrigens ist LOUIE GIBSON kein Niemand. Hier handelt es sich um einen der Söhne von Schauspieler MEL GIBSION. Letzterer probiert sich seit einigen Jahren auch gern mal als Regisseur aus. Offenbar hat dessen Sohnemann auch Gefallen am Drehen von Filmen gefunden. Mit HAPPY HUNTING feiert der Nachwuchs nämlich sein Spielfilm-Regiedebüt. Angesichts der schnörkelfreien Inszenierung darf man gespannt auf das sein, was da noch kommen wird. Talent hat der Gibson-Spross definitiv.
 
 
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HAPPY HUNTING – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Kompromisslose Mischung aus Actionfilm, Survival-Thriller und Neo-Western, der an das harte Exploitationkino der 1970er erinnert. Der Film überzeugt mit versiertem Umgang der Kamera, atemberaubenden Bildern sowie spannender Erzählweise und beweist einmal mehr, dass visuell überzeugende Filme nicht immer nur aus Hollywood kommen müssen. Als i-Tüpfelchen gibt es neben viel Gewalt und zynischer Note auch noch jede Menge Bezüge und Seitenhiebe auf die aktuelle Politik des DONALD TRUMP. Dessen Vision einer Mauer an der Grenze zu Mexiko wird in HAPPY HUNTING Wirklichkeit. Ganz zum Leidwesen von Filmheld Warren. Der muss vor einer Meute schießwütiger Amerikaner nach Mexiko flüchten, kommt aber nicht auf die andere Seite, weil eine Mauer an der Grenze gebaut wurde. Was für ein makabres Unterfangen. HAPPY HUNTING ist intelligent, brutal und sehenswert. Demzufolge ein Fest für anspruchsvolle Horrorfans.
 
 
 


 
 
 

HAPPY HUNTING – Zensur

 
 
 
HAPPY HUNTING ist ziemlich hart und die Gewaltszenen sehr zeigefreudig. Vor allem unerwartete Einschüsse in menschliche Körper lassen zusammenzucken und sind nichts für empfindsame Gemüter. Sollte HAPPY HUNTING in Deutschland erscheinen, könnte es Probleme mit der FSK geben. Dennoch gehen wir von einer ungeschnittenen Erwachsenenfreigabe mit rotem Freigabesticker aus.

 
 
 


 
 
 

HAPPY HUNTING – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen liegen bei Selective Collective | Waterstone Entertainment)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Reach – In der Schusslinie (2014)
 
Desierto – Tödliche Hetzjagd (2015)
 
King of the Hill (2007)
 


Filmkritik: „Carnage Park“ (2016)

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CARNAGE PARK – WILLKOMMEN IN DER HÖLLE

Story

 
 
 

Ein schießwütiger Heckenschütze (PAT HEALY aus STARRY EYES, COMPLIANCE und THE INNKEEPERS) schießt im staubigen Kalifornien aus der Ferne auf Menschen. Beim neusten Opfer hat er sich ein besonders zähes Ziel ausgesucht. Das lässt sich nämlich nichts gefallen.

 
 
 


 
 
 

CARNAGE PARK – Kritik

 
 
 
Regisseur MICKEY KEATING goes Exploitation. Wer regelmäßig die Filmvorstellungen auf FILMCHECKER liest und sich auch mit den Filmen auseinandersetzt, die er sich angeschaut hat, wird mittlerweile erkannt haben, dass der noch nicht einmal dreißig Jahre alte Filmemacher und seine Werke zu den ganz großen Geheimtipps im Genre zählen. Sie fallen durch Experimentierfreudigkeit und Einfallsreichtum auf. Keating lässt sich nicht reinreden, bei dem was er tut. Er dreht, worauf er Lust hat und schreibt sogar seine Drehbücher selbst. Warum das so vonstatten geht, verriet er erst kürzlich in einem Interview. So erklärte er, dass er sich nicht vorstellen könne, ein fremdes Skript zu verfilmen, weil er seinem Schaffen gern eine individuelle Note verpassen möchte. Deshalb geht bei ihm – vom Schreiben des Drehbuchs bis hin zum Führen der Regie – stets alles Hand in Hand, um beim Filmemachern alle Zügel selbst halten zu können. Keating bleibt seiner Richtung treu und probiert sich weiter aus. Nach dem Okkultismus-Horror RITUAL, der Sci-Fi-Mystery POD und dem minimalistischen Psycho-Geister-Drama DARLING wird es mit CARNAGE PARK reißerischer. Das Grindhouse-Kino der späten 1970er und frühen 1980er lässt grüßen. CARNAGE PARK besucht eine Zeit, in der es im Kino nicht gerade zimperlich zu ging.
 
 
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CARNAGE PARK beruht angeblich auf wahren Begebenheiten – zumindest wird das im Vorspann zum Film erklärt. Im Film folgt der Zuschauer einem Diebes-Duo, das irgendwo im wüstenartigen Hinterland Kaliforniens vor der Polizei flüchtet, weil es zuvor eine Bank überfallen hat. Doch das letzte Stündlein hat geschlagen. Schüsse fallen und bringen die Kleinganoven zur Strecke. Zurück bleibt eine Geisel (ASHLEY BELL aus THE LAST EXORCISM 2), die bald selbst ums Überleben bangen muss. Ein Vietnamveteran scheint von Sinnen zu sein und schießt auf alles und jeden, der sich auf sein Privatgrundstück verirrt hat. Dumm nur, dass die gekidnappte Bankangestellte Vivian unfreiwillig zum nächsten Ziel wird, weil sie im Kofferraum des Fluchtfahrzeuges eingesperrt war. Leider kennt der durchgeknallte Scharfschütze kein Erbarmen – auch nicht mit Unschuldigen. Er beginnt eine gnadenlose Jagd auf sein verängstigtes Opfer, das dem schießwütigen Militär hilflos ausgeliefert ist. Zartbesaitete Zuschauer halten da lieber Abstand – dieser Überlebenskampf setzt starke Nerven voraus.
 
 
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Als Hommage an die Crime- und Survival-Filme der 1970er beschreibt Regisseur MICKEY KEATING selbst seinen unbequemen Terrorstreifen CARNAGE PARK für den er sich von Werken alteingesessener Filmemacher wie SAM PECKINPAH, PETER WATKINS und angeblich sogar ROBERT ALTMAN hat inspirieren lassen. So erklärte Keating, dass er schon immer mal einen Film im Stile eines GRAF ZAROFF – GENIE DES BÖSEN machen wollte und sich nun endlich mit CARANAGE PARK die Möglichkeit ergeben hat, diesen Wunsch in die Tat umzusetzen. Selbstverständlich ist sein Ausflug ins Terrorfach nichts im Vergleich zu wegweisenden Klassikern wie BEIM STERBEN IST JEDER DER ERSTE oder DIEBE WIE WIR, die den kanadischen Filmemacher beim Schreiben des Drehbuchs beeinflusst haben sollen. Statt Nervenkitzel zu zelebrieren, liegt der Fokus auf schnellen Schocks und ein paar unappetitlichen Szenen. So wird der Zuschauer in erster Linie durch ein absurdes Szenario gejagt, das dann doch mehr an so ruppige Horrorstreifen wie TEXAS CHAINSAW MASSACRE oder THE HILLS HAVE EYES erinnert, die ebenfalls in den 1970ern entstanden sind. Visuell zumindest sind Vergleiche zu genannten Low-Budget-Schockern nicht von der Hand zu weisen, denn auch in CARNAGE PARK dominiert die vor Hitze flirrende Einöde des ländlichen Amerikas, in der die Schreie der verzweifelten Protagonisten ungehört bleiben.
 
 
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Auch wenn das Resultat ambitionierten Vorhabens dann doch mehr plakatives Zur Schau Stellen von Gewalt ist, muss man Macher MICKEY KEATING zu Gute halten, dass er den Terror souverän einfängt. Die Filmheldin wird nahezu unentwegt durch die trostlose Landschaft getrieben und entdeckt auf ihrem Irrweg weitere Opfer, die ganz unerwartet im Kugelhagel ihr Leben lassen müssen. Auf dem mit Leichen gepflasterten Grundstück des Bösewichts wird am Ende in einer verlassenen Mine der Showdown aufgetragen, der das willenstarke Opfer über sich hinauswachsen lässt. Gegen diese rastlose Überlebenshatz voller adrenalinreicher Momente ist eine Geisterbahn ein Scheißdreck. Trotz Lobesgesang auf die harten Überlebensthriller der 1970er gab es in der Vergangenheit schon Besseres zu sehen. Die Idee, von einem scheinbar unsichtbaren menschlichen Gegner attackiert zu werden, haben schon andere Filmemacher effektiv auf Zelluloid gebannt. Einer dieser zu Unrecht kaum beachteten Streifen ist der spanische KING OF THE HILL. Darin wird ebenso auf Unschuldige gefeuert – dort jedoch in den spanischen Bergen und mit einer Prise Gesellschaftskritik. Letztere sucht man in CARNAGE PARK leider vergebens. Logik übrigens auch – manchmal.
 
 
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CARNAGE PARK – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Wenn aus einem Crime-Thriller ein adrenalinreicher Terrorstreifen wird. Ruppiger Terrorfilm, vor dem ungeübte Zuschauer besser einen Bogen machen sollten. CARNAGE PARK lebt von der ungemütlichen Idee, einem scheinbar unsichtbaren Gegner ausgeliefert zu sein und treibt eine ahnungslose Frau rastlos durch staubige Wildnis, die von einem psychopathischen Sniper beschossen wird. Der unfaire Überlebenskampf scheint das Opfer nicht nur an den Rand mentaler Kräfte zu treiben; auch psychisch meint es Regisseur MICKEY KEATING nicht sonderlich gut mit seiner Heldin, die aus Angst beinahe den Verstand verliert, sich aber immerhin stets zu wehren weiß. CARNAGE PARK ist psychologisch nicht sonderlich raffiniert und auch die Beweggründe des Täters, sowie dessen übermenschliche Cleverness haben kaum Hand und Fuß. Das scheint aber auch nicht die eigentliche Intension des kanadischen Filmemachers gewesen zu sein. Der probiert sich in Exploitation aus und versucht mit Terror zu schockieren. Gelungen ist Keating das allemal, denn CARNAGE PARK ist allein schon wegen der bizarren Thematik und dem teils unerwarteten Munitionshagel im Film nichts für Zartbesaitete.
 
 
 


 
 
 

CARNAGE PARK – Zensur

 
 
 
CARNAGE PARK ist nicht einfach zu verdauen. Der Fokus liegt auf Terror. Die Heldin wird ununterbrochen durch den Film gehetzt. Dabei sieht sie übel zugerichtete Leichen und wird selbst von einer Kugel gestreift. Bereits am Boden liegende Opfer werden – insofern sie noch leben – noch einmal mit einem Schuss aus der Ferne in die ewigen Jagdgründe befördert. Weiterhin gibt es eine unappetitliche Szene mit einer Bärenfalle zu sehen. Grafische Kopfschüsse sind hier Standard. Demzufolge wurde der Film hierzulande erst für Erwachsene freigegeben mit „keine Jugendfreigabe“.
 
 
 


 
 
 

CARNAGE PARK – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Tiberius Film (KeepCase Blu-ray)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Carnage Park; USA 2016

Genre: Thriller, Horror

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @24 Hz

Laufzeit: ca. 81 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: 02.01.2017 (BD KeepCase)

 
 
 


 
 
 

CARNAGE PARK – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken und Poster liegen bei TIBERIUS FILM)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
King of the Hill (2007)

Outback – Tödliche Jagd (2011)

Tower Block (2012)

Beim Sterben ist jeder der Erste (1972)


Filmreview: „Tower Block“ (2012)

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TOWER BLOCK

Story

 
 
 
Die Bewohner eines abrissbereiten Wohnblocks sind in Gefahr. Ein irrer Scharfschütze schießt auf die Fenster. Die wenigen Überlebenden sammeln sich auf dem Flur und versuchen aus diesem mit Fallen gespickten Gefängnis zu entkommen …
 
 
 


 
 
 

TOWER BLOCK – Kritik

 
 
 
Aus England weht in letzter Zeit ein recht rauer Wind. Führt man sich britische Genrefilme der vergangenen Jahre einmal vor Augen, sind es vor allem die sozialen Brennpunkte der Großstädte, die ausreichend Zündstoff für kontroverse Filme bieten. Während im SciFi-Horror ATTACK THE BLOCK britische Ghettokids gegen ein blutgieriges Vieh aus dem All kämpfen, ist es im Terrorschocker EDEN LAKE ein junges Paar, das sich gegen eine Bande perspektivloser und höchst aggressiver Jugendlicher zur Wehr setzen muss. Die provokative Gewaltstudie PIGGY erzählt auf erschreckende Weise, welche Folgen Gewalt mit sich bringen kann und HARRY BROWN schildert ebenso unangenehm, wie verroht und skrupellos die Jugend einschlägiger Armenviertel Englands mittlerweile wütet. Das Thema Gewalt in Verbindung mit sozialer Benachteiligung ist (zugegebenermaßen nicht nur) in Großbritannien ein heißes Eisen und bietet unzähligen Filmemachern (JASON FORD – COMMUNITY) ausreichend Material für ihre meist ziemlich deftigen Filmchen. TOWER BLOCK des ambitionierten und nicht minder talentierten Nachwuchsregisseurs JAMES MORAN ist aus dem gleichem Holz und erschüttert mit einer ebenso kaltschnäutzigen Inszenierung, die Otto-Normal-Zuschauer vermutlich schwer im Magen liegen dürfte. MORAN, der bereits an einschlägigen Horrorwerken (COCKNEYS VS ZOMBIES, COMEDOWN, F) mittüfteln und erste Erfahrungen als Regieassistent sammeln konnte, hat es nach einigen Kurzfilmen mit seinem TOWER BLOCK nun auch auf die große Leinwand geschafft. Dem deutschen Zuschauer blieb das Kinoerlebnis unverständlicherweise verwehrt. Das gestrichene Kinorelease wirkt zudem auch noch recht unlogisch, wirbt doch der hiesige Anbieter UNIVERSUM FILM auf dem Heimkinocover dafür, dass der Filmfreund mit TOWER BLOCK den vermutlich besten britischen Film des Kinojahres 2012 in Händen hält. Eine etwas bedauerliche Entscheidung, handelt es sich doch bei TOWER BLOCK um einen jener Filme, der erst auf der großen Leinwand seine eigentliche Wirkung entfaltet. In MORANS Erstwerk steht psychischer Terror, der mit ziemlich derben Gewalteskapaden garniert wurde, auf der Tagesordnung.
 
Die Geschichte wird aus der Sicht der letzten Bewohnern eines baufälligen Wohnkomplexes geschildert, das zwar günstige Sozialwohnungen bietet, der Stadt jedoch ein Dorn im Auge ist. Man möchte den Schandfleck am liebsten abgerissen sehen. Da dürfte es der Stadtverwaltung vermutlich geradezu recht sein, als ein wahnsinniger Scharfschütze eine gnadenlose Hetzjagd auf die verbliebenen Bewohner veranstaltet und auf alles schießt, was sich in irgendeiner Weise vor den Fenstern tummelt. Während viele Mieter mit der Gefahr reichlich unvorbereitet konfrontiert werden und nicht entkommen können, sammeln sich die wenigen Überlebenden in den Fluren des Hauses und beginnen damit, sich einen Weg aus dem mit Fallen versehenen Glaskasten zu bahnen. Der brutale Auftakt ist nichts für Weicheier. Der Angriff kommt unvorbereitet und dürfte besonders Besitzer einer Heimkinoanlage reichlich zusammenzucken lassen. Da wird in Köpfe geschossen und Finger abgetrennt, so dass die Überlebenden wenig später verständlicherweise in Panik geraten und die komischsten Dinge veranstalten. Während sich fix klärt, wer unter den Anwesenden klar in der Birne ist und wer nicht, sind es vor allem zwei Protagonisten, die dem Zuschauer im Hirn haften bleiben. Kämpferin Becky (SHERIDIAN SMITH) fungiert als Identifikationsfigur, während Unsympath Kurtis (JACK O´CONNELL) nur unnötige Konflikte innerhalb der Gruppe schürt und mit seinem geistlosen Prollgehabe schnell zu nerven beginnt. Der traurige Rest der anwesenden Cast bleibt blass und unwichtig und stellt das obligatorische Kanonenfutter, von dem derartige Filme nun einmal leben.
 
Wie im Horrorfilm üblich haben wir es auch in TOWER BLOCK mit einigen unverschämt dummen Charakteren zu tun. Während sich die Überlebenden zu Beginn noch halbwegs vorsichtig und vernünftig verhalten, wird die Taktik zugunsten des Schlachtwertes im weiteren Verlauf geändert. Nach 10-kleinem-Negerlein-Prinzip verlaufen sich die Figuren in SAW-esken Fallen, die der Scharfschütze im Wohnblock verstreut hat oder laufen dem Killer gleich direkt vor die Flinte. Andere wählen unbegründeterweise den Freitod, was dem Zuschauer irgendwie so gar nicht einleuchten möchte. Immerhin gefällt die schön finstere Atmosphäre. Die düstere Optik ist in Kombination mit den ausgezehrten Farben als durchweg stimmig zu beurteilen und kommt TOWER BLOCK recht gelegen. Einige handfeste Schocks sitzen tief und die gut platzierten Gewaltszenen dürften dem Horrorfilmfreund ebenfalls zusagen. Leider ist auch TOWER BLOCK nicht frei von Ungereimtheiten. So ist die Ambition des Killers zwar einleuchtend, fühlt sich aber sehr gezwungen an. Auch Kurtis‘ Verwandlung vom Filmbösewicht zum Frauenversteher und Moralapostel wirkt ebenso überzogen wie unglaubwürdig. Die wenigen gesellschaftskritischen Floskeln, die uns Neuling JAMES MORAN mit auf dem Weg geben wollte erweisen sich als sehr aufgesetzt und sind in einem Horrorfilm wie diesem irgendwie arg fehl am Platz. Dennoch ist TOWER BLOCK ein ganz schön gemeines Filmchen, das trotz seiner genreüblichen Schnitzer ziemlich spannend umgesetzt wurde und mit einem erstaunlich kurzweiligen Tempo 90 Minuten packend zu unterhalten weiß.
 
 
 


 
 
 

TOWER BLOCK – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Stimmt: TOWER BLOCK ist wirklich einer der besseren britischen Filme des Kinojahrs 2012. Ein kompromissloses, packendes und ganz schön gemeines Stück Zelluloid.
 
 
 


 
 
 

TOWER BLOCK – Zensur

 
 
 
Es ist etwas verwunderlich, wie es TOWER BLOCK ungeschnitten durch die FSK geschafft hat. Zwar wird hier kein Splatterfeuerwerk verbraten; dennoch wirkt der Film in seiner Machart durchweg hart und schonungslos. Die deutsche Heimkinoversion mit dem KJ-Stempel ist ungeschnitten!
 
 
 


 
 
 

TOWER BLOCK – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Tower Block; Großbritannien 2012

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch und Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1920x1080p)

Laufzeit: ca. 90 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Behind the Scenes: Interviews

 
 
 
Nach dem Einlegen der Blu-ray macht Anbieter UNIVERSUM FILM erst einmal mit drei Trailern aus dem eigenen Filmfundus Werbung. Danach geht’s geradezu ins Hauptmenü von TOWER BLOCK, dass zwar schlicht gehalten ist, aber doch irgendwie schick ausschaut. Das Bild lässt Filmkorngegner sauer aufstoßen. Gerade in den dunklen Szenen ist das „böse“ Korn nämlich deutlich zu erkennen. Die Farben kommen Stilmittel-bedingt deutlich kühl und reduziert daher, während die Schärfe zwar ganz annehmbar ist, das Bild aber bei leichten Schwenks Nachziehbewegungen aufweist. Beim Ton kann TOWER BLOCK aber definitiv punkten. Gerade dann, wenn der Killer mit seinem Gewehr drauflos ballert, lassen die unvorhersehbaren Einschussgeräusche schon merklich zusammenzucken. Die sind präzise ortbar und ziemlich gut abgemischt. Ansonsten macht der Ton durchweg eine solide Figur. Die Dialoge sind klar verständlich und der Score lässt die Speaker arbeiten. Auch der Subwoofer kommt nicht zu kurz. Wer jedoch des Englischen mächtig ist, sollte zur Originaltonspur wechseln. Diese hat den besseren Klang, wenngleich die deutsche Synchronisation für einen derartigen Film nicht zu verachten ist. Bei den Extras schaut es mau aus. Es gibt gerade einmal ein sechs Minuten langes Feature, indem die Crew etwas aus dem Nähkästchen plaudert. Untertitel sind hier Fehlanzeige. Zudem findet der Zuschauer neben einem BD-Live-Zugang noch den Trailer zum Film. Fünf weitere Trailer aus dem Programm von UNIVERSUM FILM runden den Bonusbereich ab. Wer gern Blu-rays sammelt und nicht mit dem FSK-Flatschen warm werden will, wird sich über ein Wechselcover freuen.
 
 
 

Tower Block [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

TOWER BLOCK – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Harry Brown (2009)