Filmkritik: „Der Hexenclub“ (1996)

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DER HEXENCLUB

(THE CRAFT)

Story

 
 
 
Sarah besucht eine neue Schule und scheint das vierte Mitglied eines Hexenzirkels zu sein. Doch die Teenager haben keine Ahnung, auf welche Mächte sie sich einlassen.

 
 
 


 
 
 

DER HEXENCLUB – Kritik

 
 
Wenn es um Hexen geht, gibt es ganz unterschiedliche Herangehensweisen, wie Filme dieses Thema umsetzen. Manchmal als seriöser Horror, manchmal auch als Gruselkomödie. Wenn man es zusätzlich mit einem Werk aus den 90ern zu tun hat, liegt es nahezu auf der Hand, daraus einen Teenie-Horrorfilm zu machen. Das tat 1996 „Der Hexenclub“, der erst letztes Jahr eine Art Remake erhielt. Vielleicht hat der Streifen damals sein Publikum gefunden, doch heute kann man das am ehesten aus nostalgischen Gründen noch halbwegs genießen.
 
 
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Nach einem gescheiterten Selbstmordversuch zieht Sarah mit ihrem Vater um. An der neuen Schule findet sie gleich drei neue Freundinnen, die sich eher im Hintergrund bewegen. Nancy, Bonnie und Rochelle halten sich nämlich für Hexen und haben ihren eigenen Zirkel. Sie denken, dass Sarah die Vierte im Bunde sein soll, weil sie tatsächlich ein paar übernatürliche Fähigkeiten besitzt. Und siehe da: Mit Sarah im Zirkel funktioniert die Sache mit der Hexerei gleich viel besser. Sarah bemerkt allerdings zu spät, dass sie mit Mächten hantiert, die sie schwer kontrollieren kann und die anderen Mädels denken gar nicht daran aufzuhören. Das Drehbuch mag 1996 noch einigermaßen funktioniert haben, wirkt aus heutiger Sicht jedoch ziemlich lahm. Man hat einfach das Thema Hexen genommen und dieses mit einem typischen Teenie-Film kombiniert. Der Verlauf der Geschichte ist vorhersehbar und so richtig originelle Ideen findet man nicht. Außerdem ist das Treiben doch arg brav und sehr moralisch. Ein bisschen mehr Pfeffer hätte sicher nicht geschadet. Wo die Story etwas enttäuscht, kann sich aber wenigstens die Umsetzung teilweise sehen lassen.
 
 
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Von der Inszenierung her macht „Der Hexenclub“ nämlich nicht viel falsch. Dunkle Bilder paaren sich mit reichlich Gewitterblitzen, es gibt Schlangen, Käfer, Würmer zu sehen, Menschen können schweben, albtraumhafte Bilder werden hervorgezaubert. Zwar gewinnt der Film auch hier keinen Preis für Originalität, aber manche Effekte sind recht kreativ geraten und vor allen Dingen sehen sie sehr ordentlich aus. Dafür, dass das Werk bereits sein Vierteljahrhundert auf dem Buckel hat, lässt sich das hübsch anschauen. Billig wirkt hier sowieso nichts und Regisseur Andrew Fleming hat seine Arbeit solide gemacht. Leider mangelt es jedoch etwas an Atmosphäre. Man kann zwar von einem Horrorfilm sprechen, aber der Horror-Anteil ist doch relativ gering und lässt kaum Bedrohung entstehen. Für etwas mehr Grusel hätte man ruhig auch sorgen dürfen. Dafür hätte im Gegenzug der ganze Teenie-Anteil etwas zurückgeschraubt werden dürfen.
 
 
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Das hätte „Der Hexenclub“ vielleicht auch unterhaltsamer gemacht, denn besonders in der ersten Hälfte der 100 Minuten Laufzeit lässt man sich zu viel Zeit. Hier geht es fast durchgehend locker zur Sache und selbst wenn das kurzzeitig ganz amüsant sein mag, verstreicht zu viel Zeit für Belanglosigkeiten. Das wird hinterher zum Glück etwas besser und das Finale ist wirklich nicht schlecht ausgefallen, aber von Spannung kann man eher nicht sprechen und mehr Action wäre definitiv nicht verkehrt gewesen. Auch ein bisschen mehr Blut hätte fließen dürfen. Wirklich stark ist allerdings der Soundtrack ausgefallen, der so richtig schön nach den 90er Jahren klingt und sehr vielseitig ist.
 
 
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Über die Darsteller kann man sich nicht wirklich beklagen, aber Jubelstürme werden hier ebenfalls nicht ausbrechen. Robin Tunney macht ihre Sache noch am besten, kann ein paar Facetten mit ins Spiel bringen und wirkt allgemein ganz sympathisch. Etwas nervenstrapazierend ist die Darbietung von Fairuza Balk, die zwar nicht schlecht spielt, aber ab und zu doch etwas zu sehr übertreibt. Neve Campbell und Rachel True machen das Quartett vollständig, bleiben aber überwiegend im Hintergrund und fallen kaum auf. So wie jeder andere Darsteller hier auch. Ähnliches lässt sich über die Figurenzeichnung sagen, die doch eher flach bleibt und keinen echten Draht zu den Charakteren entstehen lässt.
 
 


 
 
 

DER HEXENCLUB – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
„Der Hexenclub“ wird am ehesten Kinder der 90er Jahre ansprechen und kennt man den Film von früher, sorgt er für einen angenehmen, nostalgischen Touch. Wirklich gut, macht ihn das jedoch keineswegs. Die Handlung ist dünn, wenig originell und zu vorhersehbar, die Darsteller agieren zwar passabel, können aber nicht viel reißen und die Figurenzeichnung ist zu oberflächlich. Die größten Qualitäten liegen in der handwerklichen Arbeit, denn die Effekte sehen ordentlich aus und die Inszenierung ist nicht verkehrt. Allerdings macht es sich der Unterhaltungswert zu gemütlich. Erst passiert lange nichts und auch hinterher kommt kaum Spannung auf. Das sehenswerte Finale und der tolle Soundtrack entschädigen zwar etwas dafür, doch insgesamt kann „Der Hexenclub“ es nicht über den Durchschnitt hinaus schaffen! Übrigens wurde mit „Blumhouse’s Der Hexenclub“ knapp 24 Jahre später eine überflüssige Fortsetzung nachgeschoben, die das Franchise wieder zum Leben erwecken sollte.
 
 


 
 
 

DER HEXENCLUB – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Der Hexenclub“ ist ungeschnitten und für Zuschauer ab 16 Jahren geeignet. Im Jahr 1996 war diese Freigabe gerechtfertigt. Würde der Streifen heute neu bei der FSK vorgelegt werden, dürfte er wohl ohne Probleme eine FSK12 erhalten.
 
 
 


 
 
 

DER HEXENCLUB – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) SONY PICTURES ENTERTAINMENT (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Craft; USA 1996

Genre: Horror, Thriller, Fantasy

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1, Französisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Englisch, Arabisch, Dänisch, Finnisch, Französisch, Hindi, Norwegisch, Schwedisch, Türkisch; Englisch für Hörgeschädigte

Bild: 1.85:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 101 Minuten

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im KeepCase mit Wechselcover

Extras: Kommentar des Regisseurs, Der Hexenclub jenseits der Kamera – Originaldokumentation, Entfallene Szenen mit optionalem Kommentar, Entstehung von „Der Hexenclub“, Trailer, BD-Live

Release-Termin: KeepCase: 08.10.2009

 

Der Hexenclub [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

DER HEXENCLUB – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei SONY PICTURES ENTERTAINMENT)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Blumhouse’s Der Hexenclub (2020)
 
Teen Witch (1989)
 
Der Pakt (2006)
 
Carrie 2 – Die Rache (1999)
 

Filmkritik: „Blumhouse’s Der Hexenclub“ (2020)

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BLUMHOUSE’S DER HEXENCLUB

(THE CRAFT – LEGACY)

Story

 
 
 
24 Jahre nach „Der Hexenclub“ wird es Zeit, die Geschichte um vier junge Hexen, die ihren eigenen Zirkel betreiben, noch mal neu zu erzählen.

 
 
 


 
 
 

BLUMHOUSE’S DER HEXENCLUB – Kritik

 
 
Remakes stehen in den letzten zwei Jahrzehnten wohl so hoch im Kurs, wie niemals zuvor. Und auch das Modell, dass man älteren Filmen einfach lange Zeit später eine Art Fortsetzung spendiert, ist momentan sehr beliebt. Wenn man die richtig bekannten Streifen durch hat, muss man irgendwann auf eher unbekanntere Filme zurückgreifen. Nach einem Remake von „Der Hexenclub“ hat sich bestimmt niemand gesehnt und wer nicht gerade mit dem 90er-Jahre-Kino groß geworden ist, kennt das Vorbild vielleicht nicht mal. Nun ist „Blumhouse’s Der Hexenclub“ aber trotzdem da und wäre dem nicht so gewesen, ihn hätte wohl niemand vermisst.
 
 
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Lily zieht mit ihrer Mutter in eine neue Stadt, denn Helen hat einen neuen Mann gefunden und will mit ihm zusammenziehen. An der neuen Schule blamiert sich Lily gleich am ersten Tag, aber sie hat Glück und findet drei neue Freundinnen. Diese sind schon lange auf der Suche nach einem vierten Mitglied für ihren Hexen-Zirkel. Obwohl Lily sich mit so einem Zeug gar nicht auskennt, stellt sie bald fest, dass sie tatsächlich übernatürliche Fähigkeiten besitzt. Das nutzen die Mädels zu ihrem Vorteil, aber im Verborgenen liegt auch ein Feind, der sich erst spät zu erkennen gibt. Ist das nun eine Fortsetzung oder ein Remake? Eine berechtigte Frage, auf die es keine klare Antwort gibt. Ungefähr zwei Drittel von „Blumhouse’s Der Hexenclub“ wirken wie ein Remake, in welchem man ungefähr dasselbe Szenario zu sehen bekommt, welches es im Original bereits gab. Erst zum Schluss hin macht man daraus doch eher eine Art Fortsetzung, wobei alles sehr konstruiert und wenig glaubwürdig wirkt. Sowieso ist das Drehbuch sehr vorhersehbar, dient mit keinerlei Überraschungen und wirkt abgedroschen. Schon das Original war keine Bombe in Sachen Originalität, doch was einem hier geboten wird, befindet sich nicht mal auf Serien-Niveau.
 
 
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Hier überhaupt noch von einem Horrorfilm zu sprechen, grenzt an einer Frechheit. Den Teenie-Anteil (der schon im Vorgänger zu hoch war) hat man noch ausgebaut. Nun geht es um Dinge wie Sexualität und Familientragödien. Da fühlt man sich eher wie in einer Teenie-Seifenoper. Das Schlimme daran ist, dass „Blumhouse’s Der Hexenclub“ diese Schiene konsequent durchzieht und erst in den letzten zehn Minuten versucht Spannungs-Elemente mit einzubauen. Von Horror ist auch hier keine Spur; eher fühlt man sich wie in billiger Fantasy. Wenn der böse Antagonist dann mal schnell von vier Mädels platt gemacht wird, die ihre Kräfte erst seit kurzem besitzen, ist das nicht nur unglaubwürdig, sondern so plump, dass es ärgerlich wird. Ansonsten werden ein paar harmlose Zaubereien betrieben, die mit reichlich Glitzer daherkommen. Das fühlt sich eher so an, als wäre der Film für ein weibliches Publikum zwischen zehn und 14 Jahren gemacht worden. Der Erwachsene schaut völlig in die Röhre. Es gibt keinen guten Humor, so gut wie keine Action, keine Spannung, keine Bedrohung, keinen Horror. Nur Teenie-Geplänkel auf unterem Niveau. Dass die handwerkliche Arbeit halbwegs in Ordnung ist, bringt dem Werk da auch nichts mehr.
 
 
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Es herrscht einfach durchgehende Langeweile und man kann froh sein, dass nach 85 Minuten der Abspann erscheint. Obwohl „Blumhouse’s Der Hexenclub“ mit ein paar prominenten Namen wie Michelle Monaghan und David Duchovny aufwarten kann, wird er dadurch nicht positiver, weil beide sich absolut anpassen und gelangweilt agieren. Die neue Hauptrolle wird von Cailee Spaeny noch ganz passabel gespielt, aber alle anderen Darsteller verpuffen im Nichts, sind kein Stück markant und bleiben keine Minute nach Filmende in Erinnerung. Der kleine Cameo-Auftritt von Fairuza Balk am Ende ist zwar nett gemeint, bringt jedoch ebenfalls nichts. Ein weiteres Problem ist die durchgehend uninteressante Figurenzeichnung, die keinerlei Sympathien aufkommen lässt. Hier ist einfach alles belanglos. Selbst der Soundtrack, der nun natürlich gefüllt ist mit modernem Pop.
 
 


 
 
 

BLUMHOUSE’S DER HEXENCLUB – Fazit

 
 
 
2 Punkte Final
 
 
Wem „Der Hexenclub“ von 1996 schon zu weichgespült war, der lässt von „Blumhouse’s Der Hexenclub“ am besten die Finger, denn hier gibt es einen reinen Teenie-Film mit vereinzelten Fantasy-Momenten, aber auf gar keinen Fall Horror! Überwiegend gibt es eine noch viel harmlosere Variante des Originals zu sehen und am Ende versucht man sich als Fortsetzung darzustellen, was jedoch völlig unglaubwürdig und konstruiert wirkt. Die handwerkliche Arbeit geht noch als okay durch, wobei der Film nicht gerade aufwendig gestaltet wurde und die Darsteller liefern keine Totalkatastrophen ab, wirken aber allesamt austauschbar und gelangweilt. Das ist von vorne bis hinten enorm fad, niemals unterhaltsam und dass man erst in den allerletzten zehn Minuten daran denkt, vielleicht noch etwas Spannung zu kreieren, sagt eigentlich schon alles. Als Kinderfilm vielleicht noch halbwegs brauchbar, als Horrorfilm eine Nullnummer!
 
 


 
 
 

BLUMHOUSE’S DER HEXENCLUB – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Blumhouse’s Der Hexenclub“ ist ungeschnitten und – anders als sein Vorgänger – bereits für Zuschauer ab 12 Jahren geeignet. Das verwundert wenig, ist „Blumhouse’s Der Hexenclub“ doch eher ein Teenie-Film und hat wegen der seichten Inszenierung kaum Gewalt zu bieten.
 
 
 


 
 
 

BLUMHOUSE’S DER HEXENCLUB – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) SONY PICTURES ENTERTAINMENT (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Craft: Legacy ; Kanada | USA 2020

Genre: Horror, Drama, Fantasy

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1, Französisch DTS-HD MA 5.1, Spanisch DTS-HD MA 5.1, Russisch (Voice-Over) DD 5.1

Untertitel: Deutsch, Englisch, Arabisch, Dänisch, Estnisch, Finnisch, Französisch, Lettisch, Litauisch, Niederländisch, Norwegisch, Russisch, Schwedisch, Spanisch, Türkisch, Ukrainisch

Bild: 2.39:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 94 Minuten

FSK: FSK12 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im KeepCase ohne Wechselcover

Extras: Featurette: Blumhouse-Franchise & Starke Geschichte, Featurette: Magische Regisseurin, 4 alternative Szenen (mit Einleitung von Regisseurin Zoe Lister-Jones)

Release-Termin: KeepCase: 11.02.2021

 

Blumhouse’s Der Hexenclub [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

BLUMHOUSE’S DER HEXENCLUB – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei SONY PICTURES ENTERTAINMENT)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Der Hexenclub (1996)
 
Teen Witch (1989)
 
Der Pakt (2006)
 
Carrie 2 – Die Rache (1999)
 

Filmkritik: „Maniac“ (1980)


 
 
 

MANIAC

Story

 
 
 
Frank Zito (Joe Spinell) lebt in seiner finsteren New Yorker Wohnung. Freunde hat er keine. Nur die Schaufensterpuppen, die um sein Bett herumstehen und ihm lebendig scheinen, leisten ihm Gesellschaft. Liegt auch an den blutverschmierten Haarteilen und Kleidungsstücken, die ihnen Frank angelegt hat. Die gehören seinen Opfern – der Mann ist ein bestialischer Serienkiller, den der Hass auf seine Mutter in die paranoide Schizophrenie getrieben hat. Wenn ihn der Irrsinn packt, zieht er durch Manhattan und lauert seinen Opfern auf, die er skalpiert und tötet. Als ihn die Fotografin Anna beobachtet und er ihr nachstellt, fühlt er zum ersten Mal nicht den Morddrang in sich aufsteigen…

 
 
 


 
 
 

MANIAC – Kritik

 
 
Joe Spinell, eigentlich ein vielseitiger und technisch hochtalentierter Schauspieler, verdankt seinem rauen Äußeren, der Hakennase, der pockennarbigen Haut, zeitlebens meistens in Rollen von Mördern, Tyrannen, Gangstern und anderen Figuren von der dunklen Seite des Storytellings besetzt zu werden. Herausforderungen, die der Charakterdarsteller stets bravourös meistert. Wie es das Klischee des ordentlichen Kinobösewichts immer wieder will, gilt Spinell im wahren Leben als schüchterner und stets freundlicher Mensch, der seine Fans und Freunde behandelt wie Gold und jüngeren Schauspielern immer mit guten Karriere-Ratschlägen zur Seite steht. Während der Oscar-Zeremonie, der ein junger Steven Spielberg von der New Yorker Wohnung seiner Eltern aus beiwohnt, sitzt Joe Spinell neben ihm auf der Couch. 1989 stirbt der Bluter nach einem Sturz in der Badewanne. All dieses Wissen ist Nebensache, betrachten wir seine Performance als Mörder Frank Zito isoliert. Schwitzend, sichtlich leidend, von seinem Drang, morden zu müssen so beherrscht wie Peter Lorre in Fritz Langs „M – Eine Stadt sucht einen Mörder“ (1931), nehmen wir Zito als getriebenen, seine Kontrolle in Gänze verloren habenden Menschen wahr, empfinden vielleicht sogar Mitleid mit ihm – bis der nächste bestialische und minutiös abgefilmte Tötungsakt passiert. Mit dem ehemaligen Bondgirl Caroline Munro steht ihm eine Darstellerin gegenüber, für deren wirklich singuläre Schönheit es sich auch lohnen würde, das Leben zu ändern.
 
 
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William Lustig ist New Yorker und kennt die unappetitlichsten Winkel seiner Heimatstadt wie seine sprichwörtliche Westentasche, hat er doch schon während seiner ersten Karriere als Regisseur ein paar äußerst ruppiger Pornos vor ein paar Jahren hier gedreht. In diesen verwaisten Neon-Katakomben des Big Apple ist der Maniac Frank Zito zuhause, hier ist sein Jagdrevier. Ohne das Insiderwissen des Regisseurs um diese apokalyptisch wirkenden Flecken in der Metropole, wäre die schwarze Magie seines „Maniac“ nicht die gleiche. Tom Savinis Skalpierungs-Spezialeffekte zählen zu den handwerklich besten und optisch erschreckendsten seiner Karriere. Die Arbeiten an den Slasher-Grausamkeiten von „Maniac“ und den in Romano Scavolinis derbem Slasherfilm „Nightmare In A Damaged Brain“ (1981) gezeigten, erreichen einen Grad an widerlichem Realismus, der sogar dem Splatter-Effektmeister selbst unangenehm und grenzwertig erscheint, wie er in Interviews immer wieder betont.
 
 
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MANIAC – Fazit

 
 
 
10 Punkte Final
 
 
„Maniac“ ist ein essentieller Slasherfilm und könnte strenggenommen schon als letztes Genrewort gesehen werden, was die Unzahl an Zehn-kleine-Negerlein-Filmen, die auf ihn folgen, praktisch überflüssig macht. Ein Film von der 42. Straße, wo einst die New Yorker Straßenprostituierte vor den Grindhouse-Kinos standen, für die 42. Straße. Ein Top-20-Horrorfilm der Achtziger Jahre, den man gesehen haben sollte und der sich auf der gleichen Stufe findet wie „Tanz der Teufel“.
 
 


 
 
 

MANIAC – Zensur

 
 
 
„Maniac“ erschien bereits im Kino leicht zensiert. Genau diese Fassung erschien später auf VHS und wurde 1983 indiziert. Dabei sollte es aber nicht bleiben. Fünf Monate nach der Indizierung folgte die Beschlagnahmung. „Maniac“ gilt als erster Streifen in Deutschland, dessen Heimkinofassung beschlagnahmt wurde. Die Beschlagnahmung löste in den 1980ern eine Welle weiterer Beschlagnahmungen anderer Genre-Filme aus. 36 Jahre sollte es dauern, bis man in „Maniac“ keine Jugendgefährdung mehr sah. Der Streifen wurde im Dezember 2019 vom Index gestrichen, weil man in „Maniac“ nach heutigen Maßstäben nicht mehr den Tatbestand des §131 StGB sah. Daraufhin ließ Rechteinhaber SONY den Kulfilm neu von der FSK prüfen und erhielt für den Streifen eine Freigabe mit roten FSK-Flatschen in ungeschnittener Form. Die nun im Kaufhaus erhältlichen Blu-rays und 4K-UHD-Scheiben beinhalten genau diese neu geprüfte und ungekürzte Fassung. Das man das als Filmfan noch erleben darf!
 
 
 


 
 
 

MANIAC – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Sony Pictures Entertainment (KeepCase – mit 2 Blu-rays)

(c) Sony Pictures Entertainment (Limited Vintage Edition – Digipack – mit 5 Discs)

(c) Sony Pictures Entertainment (Ultimate Edition – Büstenedition – mit 6 Discs exklusiv nur bei AMAZON erhältlich)

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(c) Sony Pictures Entertainment (Steelbook – mit 3 Discs – exklusiv nur bei MediaMarkt erhältlich)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Maniac; USA 1980

Genre: Horror, Thriller, Splatter

Ton: Deutsch DTS-HD MA 7.1, Deutsch DTS-HD MA 2.0, Englisch DTS-HD MA 7.1, Englisch DTS-HD MA 2.0

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 1.85:1 (1080p) | @24 Hz

Laufzeit: ca. 88 Min.

FSK: FSK18 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover | Digipack | Büstenedition | Steelbook

Extras – KeepCase-Variante: Remastered Uncut Version, Audiokommentar von Co-Producer/Director William Lustig und Co-Producer Andrew W. Garroni, Audiokommentar von Co-Producer/Director William Lustig, Special Make-Up Effects Artist Tom Savini, Editor Lorenzo Marinelli und Joe Spinells Assistent Luke Walter, Featurettes, Making Of, TV-Spots, Radio Spots, U.S. „Hard“ Trailer (Red-Band), U.S. „Soft“ Trailer (R-Rated), International Trailer, Deutscher Teaser, Deutscher Trailer, Französischer Trailer, Italienischer Trailer, Exklusives Interview mit William Lustig in seinem Hotelzimmer als er zu Gast in Deutschland war, Exklusives Interview mit William Lustig im Retromovieshop als ihn Markus Hagge eingeladen hatte, A Maniac meets the Retromaniacs, Maniac: The Making of a living pulp novel, William Friedkin spricht über „Maniac“, Outtakes, „Returning to the Scene of the Crime“ mit William Lustig, „Anna und der Killer“ – Interview mit Caroline Munro, „The Death Dealer“ – Interview mit Special Make-up Effects Artist Tom Savini, „Dark Notes“ – Interview mit Composer Jay Chattaway, „Maniac Men“ – Interview mit den Songwritern Michael Sembello und Dennis Matkosky, The Joe Spinell Story, Mr. Robbie: Maniac 2 Promo Reel, Maniac Publicity, Channel 7 News, 3/6/81, 11:00pm, Channel 11 News, 3/6/81, 10:30pm, NBC Tomorrow Show, 3/10/81, Channel 2 News, 2/3/81, 10:00pm, Channel 10 News, 3/2/81, 11:00pm, Channel 3 News, 3/3/81, 6:00pm, Channel 3 News, 3/3/81, 11:00pm, Channel 6 News, 3/3/81, 5:30pm, Violent Movies, Movie Violence, Al Goldstein rants against violent movies, Al Goldstein mutilates his love doll, Gallery Of Outrage, Joe Spinell bei „The Dive“, Bildergalerie

Extras – Limited Vintage Edition – Digipack: Alle Extras der KeepCase-Veröffentlichung zzgl: 52-seitiges Booklet mit Bildern und Hintergründen zur Entstehung des Films!
Wertiges Package im Retro-Look mit Digipack und Slipcase im Hardcover-„Jacket“, Director’s Cut auf Blu-ray, Kinofassung auf Blu-ray, DVD mit Kinofassung in 1.33:1

Extras – Ultimate Edition – Büstenedition: Alle Extras der KeepCase-Veröffentlichung zzgl: Weltexklusiv! Limitierte, handbemalte „Maniac“-Büste – limitiert auf 500 Stück, 52-seitiges Booklet mit Bildern und Hintergründen zur Entstehung des Films, T-Shirt mit exklusivem Maniac Motiv, Limitierungs-Zertifikat, Director’s Cut auf Blu-ray, Kinofassung auf Blu-ray, 4K-UHD-Disc des Films, Soundtrach-CD

Extras – Steelbook: Alle Extras der KeepCase-Veröffentlichung zzgl: Director’s Cut auf Blu-ray

Release-Termin: Büstenedition: 01.10.2020 | Digipack: 01.10.2020 | KeepCase: 01.10.2020 | Steelbook: 01.10.2020

 

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MANIAC – Trailer

 
 


 
 
 

Christian Ladewig

(Rechte für Grafiken liegen bei SONY PICTURES ENTERTAINMENT)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Alexandre Ajas Maniac (2012)
 
Henry: Portrait of a Serial Killer (1986)
 
Der New York Ripper (1982)
 

Filmkritik: „Stephen Kings Schlafwandler“ (1992)

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STEPHEN KINGS SCHLAFWANDLER

(SLEEPWALKERS)

Story

 
 
 
Mutter Mary und Sohn Charles Brady haben ein, nein eigentlich zwei finstere Geheimnisse. Des Nächtens verwandeln sich die beiden in menschengroße Raubkatzen auf zwei Beinen. Werkatzen? Jedenfalls sind sie mit Vampirismus geplagt und inzestuös miteinander im Gange. Echte Katzen können auch hinter der tagsüber aufrechterhaltenen Menschengestalt der Monster sehen, was Sache ist und sind in der Lage, den Feinden im Kampf schwere Wunden zuzufügen. Nach dem Umzug in den Mittleren Westen der USA macht sich Charles an die hübsche Tanya ran, deren Lebenssaft für ihn und seine Frau Mutter benötigt wird.

 
 
 


 
 
 

STEPHEN KINGS SCHLAFWANDLER – Kritik

 
 
SCHLAFWANDLER, ein irgendwie in den letzten Jahren ein wenig vergessener Horrorfilm der Video-Ära, ist Stephen Kings deutlich als solche zu erkennende Hommage an Jacques Tourneurs romantischen Gruselklassiker KATZENMENSCHEN aus den Vierzigern. Da Regisseur und Autor Paul Schrader bereits 1982 ein Remake in die Kinos bringt, will King in der Folge nicht einfallslos wirken und sieht sogar von der Veröffentlichung des Romans ab. 1992 dann schreibt er selbst das Drehbuch und findet als Regisseur Mick Garris, mit dem er in den nächsten Jahren immer wieder zusammenarbeiten wird. Die für damalige Verhältnisse aufwendige TV-Serienproduktion THE STAND: DAS LETZTE GEFECHT stammt zum Beispiel von Garris. Diese Debüt-Kooperation der beiden Horror-Helden sticht bereits heraus. Sie ist unterhaltsam, schnell, spannend, irgendwie auch pervertiert sexy und nicht zuletzt erstaunlich brutal. Monster-Make-Up und Splatter-Effekt-Arbeit sind ideal. Eben genau so, wie man sie in den Achtzigern und Neunzigern – eben der Zeit vor der feindlichen Übernahme des Computereffektwesens von einem Film wie SCHLAFWANDLER erwarten darf. Schön, jetzt eine Uncut-Scheibe in Händen zu halten.
 
 
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Kritikpunkte muss es geben: Man merkt dem vom Meister verfassten Drehbuch eine gewisse Unsicherheit an. Fast, als habe King, aus Vorsicht, nicht zu nahe an die CAT PEOPLE heranzuschreiben, Unklarheiten in der Erzählung gelassen. Hier weiß man nicht, man kann es sich allerdings denken, ob jene Unklarheiten so bereits in seinem nicht veröffentlichten Manuskript bestanden haben. Vermutlich nicht. So wäre schon interessant zu erfahren und auch der Geschichte zuträglich, woher die Rivalität mit und Verwundbarkeit gegenüber eher harmlosem Getier wie Hauskatzen herkommt. Die mag man solch eindrucksvoll geschaffenen Alptraumgestalten wie Mary und Charles gar nicht zugemutet wissen.
 
 
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Das ansehnliche Hauptdarstellergespann bilden Brian Krause, der jung in der RÜCKKEHR ZUR BLAUEN LAGUNE leidet und später bei CHARMED: ZAUBERHAFTE HEXEN Fernsehprominenz erringt und Mädchen Amick, deren Vornamen der damals die Bravo lesende Rezensent nicht verstehen kann. Die obsessive Monstermutter spielt überzeugend Alice Krige. In kleinen Rollen sehen wir den zu früh abgetretenen Glenn Shadix und Ron Perlman, der ja – das wissen auch nicht mehr viele – eine Katzenmenschen-Vergangenheit auf den Fernsehschirmen sein Eigen nennen darf. Eine wahre Cameo-Show bieten die Auftritte von Luke Skywalker persönlich, Mark Hamill also, sowie der Horrormacher-Kollegen Clive Barker, Joe Dante, John Landis und Tobe Hooper. Stephen King selbst ist natürlich auch an Bord.
 
 
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STEPHEN KINGS SCHLAFWANDLER – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Untergegangener aber durchaus lobenswerter Teil des fast unendlich umfangreichen Stephen-King-Filmuniversums, der eine Wieder- oder Neunentdeckung lohnt. SCHLAFWANDLER ist eine irgendwo zwischen Werwolf- und Monsterfilm einzusortierende Verbeugung vor einem Horrorfilm der Schwarzweißzeit. Eventuelle Holprigkeiten in der Story werden durch herrlich zeitgemäße Masken und Gore-Effekte mehr als ausgeglichen.
 
 
 


 
 
 

STEPHEN KINGS SCHLAFWANDLER – Zensur

 
 
 
SCHLAFWANDLER erlitt das gleiche Schicksal wie die meisten Horrorfilme in den 1980ern und 1990ern. Der Film wurde 1993 indiziert. Es folgten einige geschnittene, aber auch ungeschnittene VHS-Releases. Auf DVD war der Horrorfilm aber ungeschnitten. Erst im Mai 2018 wurde die Indizierung aufgehoben. Im Juli 2019 feierte SCHLAFWANDLER seine deutsche Blu-ray-Premiere im Mediabook. Das war ungeschnitten und ungeprüft. Erst 2020 lies Rechteinhaber SONY das Filmchen neu bei der FSK prüfen und erhielt für die ungeschnittene Fassung eine FSK16. Die nun erhältliche Kaufhausfassung im KeepCase ist trotz blauem FSK-Flatschen ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

STEPHEN KINGS SCHLAFWANDLER – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Sony Pictures Entertainment – KeepCase

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(c) Nameless Media – Mediabooks

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(c) Nameless Media – Büste & Mediabook

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Sleepwalkers; USA 1992

Genre: Horror, Thriller, Klassiker

Ton: Deutsch DTS-HD MA 2.0, Englisch DTS-HD MA 2.0

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.85:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 89 Min.

FSK: KeepCase: FSK16 (ungeschnittene Fassung) | Mediabook: ungeprüft (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover | Mediabook

Extras: Trailer | zusätzlich im Mediabook: Booklet und Hauptfilm auf DVD

Release-Termin: Mediabook: 26.07.2019 | KeepCase: 12.03.2020

 

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STEPHEN KINGS SCHLAFWANDLER – Trailer

 
 


 
 
 

Christian Ladewig

(Rechte für Grafiken liegen bei SONY PICTURES ENTERTAINMENT | NAMELESS MEDIA)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Katzenmenschen (1982)
 
Katzenmenschen (1942)
 
Wolfman (2010)
 

Filmkritik: „Die Todeskandidaten“ (2007)

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DIE TODESKANDIDATEN

(THE CONDEMNED)

Story

 
 
 
Ein unappetitlicher Geldmensch übt sich mal wieder in Profitmaximierung, indem er einen im Internet übertragenen Wettkampf organisiert. Er setzt einige der brutalsten Einzelkämpfer auf einer Pazifikinsel ab und lässt sie aufeinander los. Unter den professionellen Schlagetoten befinden sich international verdammte Zuchthaushyänen, Söldnerabschaum und andere Waffenfetischisten aus aller Welt und auch ein undercover ermittelnder Militärgeheimdienstler, mit dem wir, die Zuseher, sympathisieren sollen/dürfen.

 
 
 


 
 
 

DIE TODESKANDIDATEN – Kritik

 
 
DIE TODEKANDIDATEN ist ein Unterhaltungswerk nach dem guten, alten Filmprinzip der Menschenjagd, beliebt seit GRAF ZAROFF – GENIE DES BÖSEN Anfang der Dreißiger, über die brutal-hysterischen BATTLE-ROYALE-Filme aus Japan und deren peinlichen Mainstream/Kinderfilm-Kopien HUNGER GAMES, zu edlem Old-School-Brutalo-Trash wie eben DIE TODESKANDIDATEN hier.
 
 
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Star dieser Produktion aus dem Filmstudio des WORLD WRESTLING ENTERTAINMENT Konzerns ist Stone Cold Steve Austin, einer der größten Publikumslieblinge der Wrestling-Geschichte und zu diesem Zeitpunkt leider bereits Sportinvalide. Der kahlköpfige Texaner dreht bis heute fleißig B-Actioner für den Heimkinomarkt. DIE TODESKANDIDATEN ist sein wohl bester Film und gleichzeitig ein Beweis für die Risikobereitschaft der WWE in ihren frühen Filmproduzententagen. Wie zum Beispiel auch der co-produzierte Slasher SEE NO EVIL nimmt auch das grobe Filmchen hier keine Gefangenen. Sind ja auch Todeskandidaten, höhöhö. Selbstredend ist hier der erste der beiden Schlitzerfilme mit WWE-Monstrum Kane gemeint. Nicht jene grottenschlecht-lahmarschige Unverschämtheit von Fortsetzung aus den Stümperhänden der gnadenlos überschätzten und aufgrund ihres Geschlechts von Kritik nicht angreifbaren Schwestern Soska.
 
 
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Austin und seine Tanzpartner nutzen jede erdenkliche Grausamkeit mit scharfen Klingen oder fliegendem Blei, bis nur noch einer übrig und das moralisch vollkommen verrohte Publikum, beziehungsweise dessen Blutdurst, gesättigt ist. Ja, hier liegt, wie bei jedem dieser Filme, das Milligramm Sozialkritik. Die schwülstige Frage, ob ohne Zuschauer eine solche Barbarei überhaupt auf Sendung gehen würde. Eine Frage, die spätestens seit BIG BROTHER im Raume steht, bei wirklichen Formaten psychischer Zerstörung (hallo, Heidi Klum) aber geflissentlich totgeschwiegen wird. Aus dieser Riege der Mordbestien im Dschungel stechen Nathan Jones (Ex-Knacki, war auch kurz mal Wrestler, dann unter anderem MAD MAX: FURY ROAD), Manu Bennett, bekannt als Crixus aus der derben SPARTACUS-Serie und der walisische Fußball-Körperverletzer Vinnie Jones hervor. Letzterer dann aber auch in seiner mit Abstand sadistischsten und grausigsten Rolle ever.
 
 
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Der Film stand mehr oder weniger ab Erscheinen in Deutschland auf dem Index. Hat er sich auch verdient, der Gute. Nicht nur aufgrund des Nickelback-Songs im Abspann. Tatsächlich sucht die Brutalität dieses Kampfarena-Films 2007 ihresgleichen. Aus dem Computer kommende Ultra-Gorebomben wie der oben erwähnte Serienhit SPARTACUS, die eine BRAINDEAD-meets-CGI-Ästhetik in wöchentlicher Fernsehserien-Abfolge normalisieren würde, kommen erst ab 2010 auf den Zuschauer zu. Von den in jeder zweiten Netflix/Amazon Prime/etc. völlig selbstverständlich präsentierten Brutalitäten unserer Gegenwart ganz zu schweigen. Nicht, dass wir uns beschweren würden. Wenn etwas einen Actionfilm eine Klasse höherstuft, dann schweinische Härte.
 
 
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DIE TODESKANDIDATEN – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
DIE TODESKANDIDATEN ist eine der brutalsten und das Gehirn verrohendsten Menschenjagd/Arenafilm-Actionknüppel seit Erfindung des mit Käse überbackenen Käserands bei Pizza. Genau diese solltest Du, Freund und Leser jetzt direkt mit dem Kauf der BluRay hier kombinieren. Dazu Bier. Dankesschreiben bitte unter dieses Review posten, Geld- und Sachgeschenke nach Absprache.
 
 
 


 
 
 

DIE TODESKANDIDATEN – Zensur

 
 
 
DIE TODESKANDIDATEN lief im Kino noch ungekürzt mit „keine Jugendfreigabe“. Später auf DVD sah das aber anders aus. Dort erhielt der Film keine Freigabe von der FSK, sodass sich der Rechteinhaber SONY dazu entschloss zur SPIO/JK zu gehen. Das SPIO/JK-Gremium vergab „keine schwere Jugendgefährdung“. Leider wurde der Actionfilm zeitnah indiziert. Die Indizierung auf Liste A wurde am 28.10. 2019 aufgehoben. Mittlerweile hat man den Streifen von der FSK neu prüfen lassen. Die Freigabebehörde vergab diesmal „keine Jugendfreigabe“ in ungeschnittener Form. Die Kaufhausfassung im KeepCase mit dem roten FSK-Flatschen ist daher ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

DIE TODESKANDIDATEN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Sony Pictures Entertainment – KeepCase

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(c) Nameless Media – Mediabooks

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Condemned; USA 2007

Genre: Action, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.85:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 114 Min.

FSK: KeepCase: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung) | Mediabook: ungeprüft – FSK18 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover | Mediabook

Extras: Deleted & Extended Scenes, Filmdokumentationen: Making of, Capital Carnage 1998, Stone Cold im Movie World Australien, Storyboard-Vergleiche, Trailer, Audiokommentar mit Stone Cold Steve Austin und Regisseur Scott Wiper | zusätzlich im Mediabook: Booklet und Hauptfilm auf DVD

Release-Termin: Mediabook: 22.11.2019 | KeepCase: 12.03.2020

 

Die Todeskandidaten [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

DIE TODESKANDIDATEN – Trailer

 
 


 
 
 

Christian Ladewig

(Rechte für Grafiken liegen bei SONY PICTURES ENTERTAINMENT | NAMELESS MEDIA)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Harte Ziele (1993)
 
Surviving the Game – Tötet ihn! (1994)
 
The Tournament (2009)
 

Filmkritik: „Blinde Wut“ (1989)

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BLINDE WUT

(BLIND FURY)

Story

 
 
 
Nick Parker (Rutger Hauer) verliert im Vietnamkrieg sein Augenlicht und bereist seitdem ziellos die USA. Als er in Nevada seinen Armeekameraden Frank besuchen will, ist dieser verschwunden, seine Frau wird von Gangstern ermordet und bittet Nick, ihren Sohn mit seinem Vater zusammenzuführen. Was die immer wieder im Auftrag von Franks Boss attackierenden Killer nicht wissen: Nick hat bei einem asiatischen Kampfkunst-Sensei gelernt, auch ohne Sehvermögen jeden außer Gefecht zu setzen, der ihm auf die Pelle rückt.

 
 
 


 
 
 

BLINDE WUT – Kritik

 
 
Juli 2019. Der niederländische Schauspieler Rutger Hauer ist noch keine Stunde tot, da überschlägt sich die deutsche Presse mit Nachrufen, deren standesdünkelhafter Schwachsinns-Tenor den Verstorbenen zu einer Art intellektueller Arthouse-Kino-Ikone verklärt. Von Holland nach Hollywood auf einem Kunstfilm-Schiffchen quasi. Selbst seine tolle Darstellung des traurigen Replikanten in BLADE RUNNER wird dem Sektor des Unterhaltungskinos entrissen. Hierbei wird unterschlagen, dass Hauer eben nicht auf die fast brotlose Kunst des Daseins als Kunstfilm-Liebling beschränkt war. Als wäre eine Karriere als Filmstar etwas Verwerfliches. Sein gutes, rau-wiedererkennbares Äußeres, eine typisch holländische Mehrsprachigkeit und klassisch geschulte Schauspielkunst sind nicht gerade hinderlich. Seine Rollen umfassen folglich ausländische Bösewichter genauso wie kernige Actionhelden, wenn auch mit einem Hauch der Nachdenklichkeit und auch Verletzlichkeit. So ist auch die Darstellung des Nick Parker in BLINDE WUT angelegt. Auch die restliche Besetzung macht Spaß. Terry O’Quinn, als Frank mal kein Drecksack, überzeugt so, wie er es auch als STEPFATHER und viele Jahre später John Locke in LOST tut. Meg Foster ist immer gut, Kinderstar Brandon Call aus BAYWATCH spielt den Sohn und auf der Seite der Bad Guys spart BLINDE WUT auch nicht an Qualität, kommen hier doch tatsächlich das menschliche Warzenschwein Randall „Tex“ Cobb und der japanische Ninja-König Sho Kosugi zum Einsatz.
 
 
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Was für eine Überleitung. Japan: Als Inspiration für den Film gilt die japanische Figur des Zatoichi – Star von beinahe 30 Spielfilmen seit Anfang der Sechziger und einer langegesendeten Fernsehserie. Dieser „blinde Ichi“ ist ein Masseur und heimlicher Schwertkampf-Meister, der Mitte des 19. Jahrhunderts durch das feudalistische Japan wandert und immer wieder an Kriminelle gerät. Natürlich denken die Fieslinge jedes Mal, der Sehbehinderte kann keine große Bedrohung für ihre Untaten sein und beißen verlässlich zum Finale bildgewaltig ins Gras, beziehungsweise den Bambus. Gespielt wird der Blinde von Shintaro Katsu, dem Bruder von Tomisaburo Wakayama. Den kennt der geneigte Gewaltfilm-Fan als Hauptdarsteller der legendären SHOGUN ASSASSIN/LONE WOLF AND CUB Filmreihe. Katsus stählerne Aufräumarbeiten in der Unterwelt begeistern Mitte der Achtziger den Schauspieler Tim Matheson so sehr, dass der die amerikanischen Adaptionsrechte für der 17. ZATOICHI-Film, sinngemäßer deutscher Titel ZATOICHIS HERAUSFORDERUNG, erwirbt und drei Jahre später BLINDE WUT produziert.
 
 
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Der amerikanische Film ist schneller und actionreicher als alle Zatoichis zusammen, ergeht sich aber trotzdem nicht in unendlichen Materialschlachten, wie sie das Adrenalinkino in Hollywood mittlerweile gnaden- und hirnlos zelebriert. CGI gab’s in dieser Form glücklicherweise noch nicht. Regisseur Philip Noyce allerdings, das sei hier noch angemerkt, dreht 2010 mit dem Angelina-Jolie-Vehikel SALT tatsächlich einen Big-Budget-Actioner, der trotz erwähnter CGI-Exzesse gut ist.
 
 
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BLINDE WUT – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
BLINDE WUT, die amerikanische Weiterführung einer Filmepisode der ZATOICHI-Reihe aus Japan, ist ein Action-Cheeseburger der alten Schule. Erfreulicherweise stimmt bei diesem Herrenfilm eigentlich alles. Grobe Martial-Arts-Kloppe trifft auf machohafte Arschloch-Komik, die Besetzung ist ein Fest und der große Rutger Hauer mochte den Film und seine Darstellung des Vietnamveteranen-Zatoichi auch. Wie könnten wir ihm widersprechen?
 
 
 


 
 
 

BLINDE WUT – Zensur

 
 
 
BLINDE WUT wurden in Deutschland ungeschnitten in den Kinos gezeigt und kam anschließend ebenso ungekürzt auf VHS heraus. Leider wurde der Film 1990 indiziert. Diese Indizierung wurde erst 2015 aufgehoben. Während der Indizierung wurde der Streifen 2006 ungeschnitten auf DVD veröffentlicht. Mittlerweile ist BLINDE WUT auch im HD-Zeitalter angekommen. Der Streifen feierte seine deutsche Blu-ray-Premiere 2019 im Mediabook aus dem Hause NAMELESS MEDIA. Dieses war ungeprüft. Rechteinhaber SONY hat den Action-Klassiker aber nun von der FSK neu prüfen lassen und erhielt für die ungeschnittene Filmfassung eine FSK16. Daher kann der Film nun ohne Probleme im Kaufhaus erworben werden. Die dort ausliegende KeepCase-Blu-ray ist trotz FSK16-Sticker komplett.
 
 
 


 
 
 

BLINDE WUT – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Sony Pictures Entertainment – KeepCase

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(c) Nameless Media – Mediabook A (limitiert auf 333 Stück)

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(c) Nameless Media – Mediabook B (limitiert auf 444 Stück)

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(c) Nameless Media – Mediabook C (limitiert auf 333 Stück)

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(c) Nameless Media – Mediabook D (limitiert auf 444 Stück)

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(c) Nameless Media – Mediabook E (limitiert auf 444 Stück)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Blind Fury; USA 1989

Genre: Action, Komödien, Krimis

Ton: Deutsch DTS-HD MA 2.0, Englisch DTS-HD MA 2.0

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.85:1 (1080p) | @29,976 Hz

Laufzeit: ca. 86 Min.

FSK: KeepCase: FSK16 (ungeschnittene Fassung) | Mediabook: ungeprüft – FSK18 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover | Mediabook

Extras: Trailer | zusätzlich im Mediabook: Booklet und Hauptfilm auf DVD

Release-Termin: Mediabook: 18.10.2019 | KeepCase: 12.03.2020

 

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BLINDE WUT – Trailer

 
 


 
 
 

Christian Ladewig

(Rechte für Grafiken liegen bei SONY PICTURES ENTERTAINMENT | NAMELESS MEDIA)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Gesucht: Tot oder lebendig (1987)
 
Zatoichi – Der blinde Samurai (2003)
 
Zatoichi – The Blind Swordsman (1989)
 

Filmkritik: „Düstere Legenden“ (1998)

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DÜSTERE LEGENDEN

(URBAN LEGEND)

Story

 
 
 
Auf der Privat-Uni Pendleton, im Bostoner Umland, fällt der cleveren Studentin Natalie (Alicia Witt) auf, dass zwischen einer Serie kruder Morde und dem in dieser Gegend doch erstaunlich allgegenwärtigen Klatsch über „urban legends“ eine Verbindung bestehen muss. Gerade auch, da das College Pendleton selbst eine Generation zuvor zum tragischen Ort einer zur lokalen Folklore mutierten Amoktat geworden ist. Damals tötet ein Professor fünf seiner Studenten.

 
 
 


 
 
 

DÜSTERE LEGENDEN – Kritik

 
 
Klingt mal wieder, als wär’s schon hundert Jahre her. Die späten 1990er sind eine unschuldige Zeit fürs Unterhaltungskino und somit auch für den Horror, unsere Leib- und Magen-Umdreh-Filme also. Mehr oder weniger. Natürlich erreicht der Atem von Wes Cravens SCREAM (1996), ein Atem der Ironisierung und im Kern Verachtung des Horror-Genres auch einen im Anschluss entstandenen Film wie DÜSTERE LEGENDEN – bedeckt aber zum Glück nicht den ganzen Film mit jenem ätzenden Mehltau der Herablassung. Mit der Besetzung etwa von Freddy Krueger höchstselbst als undurchsichtiger Professor Wexler beweist man ein gewisses liebevolles Traditionsbewusstsein – und Brad Dourif geht sowieso immer. Was DÜSTERE LEGENDEN trotzdem in den Kanon der selbst- und geschichtsbewussten Horrorfilme seiner Entstehungszeit einreiht, ist die kunstvolle Verschachtelung der Handlung. Die Universitätsvorlesung über die „urban legends“ bildet eine Ebene der Filmerzählung, die Mordserie in Natalies College-Umfeld ist die zweite und bezieht sich auf eben jene urbanen Legenden des Hörsaals. Wenn in den Gesprächen der Protagonisten oder auch aus dem Radio über weitere lokale Schauergeschichten geredet wird, berührt der Film schon die kunstvoll installierte Meta-Ebene, die etwa der Film-im-Film „Stab“ bei SCREAM darstellt.
 
 
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Gedreht wird DÜSTERE LEGENDEN in Toronto. Die große Zeit der im Vergleich zu Los Angeles steuergünstigen Filmstadt in Kanada nimmt ihren Lauf und hält noch immer an. Das angenehm nicht-kalifornische Setting soll eine Unistadt im tiefsten Lovecraft-Country, dem lauschigen Neu-England sein. Da wirken die schnieken Studentenschönlinge gleich noch exotischer. Apropos: Alicia Witts „girl next door“-Attraktivität ist beinahe unzeitgemäß, tatsächlich bedienen heute, in der Gegenwart, zum Sex-Symbol gehypte Schauspielerinnen wie Jessica Chastain eine ähnliche Ästhetik.
 
 
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Was die Morde angeht, beruft man sich auf den blutrünstigen Detail- und Ideenreichtum des Slasher-Kinos der 1980er, dessen Freude am gnadenlos präsentierten Entleiben unschuldiger Dummköpfe und leichtlebiger College-Mäuschen wiederum dem italienischen Giallo-Kino entliehen ist. Da liegt auch traditionell der Fokus eher auf den Morden und nicht unbedingt der Handlung. Ohne Mario Bava kein John Carpenter und kein ironisch-revisionistisch aufgezogenes Slasher-Revival der späten 1990er. Selbst wenn letztgenannte das gar nicht so sehr als Fan-Service begriffen haben, wie man heute denken könnte. Auch Jungregisseur Jamie Blanks kennt seine Vorbilder auch und bewirbt sich ein Jahr vor DÜSTERE LEGENDEN bei den Produzenten, indem er ihnen einen Kurzfilm zukommen lässt. Eigentlich möchte er für sie den geplanten ICH WEISS, WAS DU LETZTEN SOMMER GETAN HAST drehen, kommt aber ein wenig zu. Unschuldig auch die hilflose Umtitelung des Films. Den Begriff der „urban legend“ hat die deutschsprachige Öffentlichkeit noch nicht im Köcher und so wird das allgemeingültige Adjektiv düster bemüht. Auch bei den – natürlich sukzessive weniger guten – Fortsetzungen bleibt der deutsche Verleih dabei.
 
 
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DÜSTERE LEGENDEN – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Über zwanzig Jährchen und schon zwickt die Nostalgie. DÜSTERE LEGENDEN ist ein wichtiger Baustein in der Entwicklung des Horrorgenres zum Ende der VHS-Ära. Geschult in Genre-Historie und Konventionen. Selbstbewusst und nicht ganz so vor Selbstekel strotzend wie SCREAM und doch ironisch, gleichzeitig packend genug, um auch heute noch zwei unterhaltsame Stunden zu bieten. Mit Gesichtern, die man heute noch kennt.
 
 
 


 
 
 

DÜSTERE LEGENDEN – Zensur

 
 
 
DÜSTERE LEGENDEN ritt in den 1990ern auf der wieder auflebenden Teen-Slasher-Welle mit und richtete sich an ein jüngeres Kinopublikum. Dementsprechend züchtig sind auch die Morde ausgefallen. Hierzulande wurde der Streifen bereits für Sechsehnjährige freigegeben. Die deutsche Fassung ist ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

DÜSTERE LEGENDEN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Sony Pictures Entertainment

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Urban Legend; USA 1998

Genre: Horror, Mystery, Thriller

Ton: Deutsch Dolby TrueHD 5.1, Englisch Dolby TrueHD 5.1, Spanisch Dolby TrueHD 5.1

Untertitel: Deutsch, Englisch, Portugiesisch, Spanisch, Türkisch

Bild: 2.40:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 99 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Regiekommentar, Making Of „Düstere Legenden“, Trailer, BD Live

Release-Termin: 07.08.2008

 

Düstere Legenden [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

DÜSTERE LEGENDEN – Trailer

 
 


 
 
 

Christian Ladewig

(Rechte für Grafiken liegen bei SONY PICTURES ENTERTAINMENT)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast (1997)
 
Anatomie (2000)
 
Düstere Legenden 2 (2000)
 
Ich weiß noch immer, was du letzten Sommer getan hast (1998)
 

Filmkritik: „Villains“ (2019)

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VILLAINS

Story

 
 
 

Die Horror-Version von Bonnie- und Clyde. Zwei Ganoven kommen auf ihrer Reise nach Florida hinter das Geheimnis eines gestörten Ehepaares.

 
 
 


 
 
 

VILLAINS – Kritik

 
 
 
Wenn zwei Schauspieler gemeinsam in einem Genre-Werk zu sehen sind, die zuletzt durch gefeierte Horrorfilme aufgefallen sind, macht das neugierig. Zeichnen dann auch noch Leute auf dem Regiestuhl für genau dieses filmische Schaffen verantwortlich, die sich mit dem Schreiben, Produzieren und Regieführen von Horrorfilmen einen Namen machen konnten, werden Horrorfilmkenner nicht unbegründet hellhörig. DAN BERK und ROBERT OLSEN sind Freunde und haben schon einiges an Grauen auf die Leinwand gebracht. Die beiden Filmemacher hegen eine große Leidenschaft für ungemütliche Unterhaltung und inszenierten Horrorfilme wie BODY oder VAMPIRE NATION – BADLANDS, die sich mit menschlichen Abgründen beschäftigt haben. Regie-Arbeit Nummer drei macht da keine Ausnahme. VILLAINS (übersetzt: Schurken) nennt sich der Spaß und durchforstet einmal mehr das Böse im Menschen. Dafür konnte man zwei gefragte Darsteller engagieren: MAIKA MONROE (aus IT FOLLOWS) und BILL SKARSGÅRD. Letzterer erhielt viel Lob als Pennywise im Remake des Stephen-King-Klassikers ES und wechselt für VILLAINS die Fronten. Statt auf der dunklen Seite zu kämpfen, probiert er es nun als Held. Kein leichtes Unterfangen, assoziiert man den schwedischen Schauspieler immer wieder mit dem grausamen Spaßmacher aus der Neuverfilmung des King-Romans.
 
 
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Ein zynischer Mix aus DON’T BREATHE und ARIZONA JUNIOR, der virtuos mit der Frage spielt, wer in diesem Film denn nun eigentlich der Bösewicht ist. Jules (MAIKA MONROE) und Mickey (BILL SKARSGÅRD) sind ineinander bis über beiden Ohren verliebt und mit dem Gesetz auf Kriegsfuß. Die pfeifen auf Recht und Ordnung und ziehen plündernd durchs Land. An einer Tankstelle hofft man auf fette Beute. Die überfällt man kurzerhand, nur um anschließend feststellen zu müssen, dass man statt Geld hätte besser Benzin stibitzen sollen. Da strandet man nun irgendwo in der Einöde mit dem Auto und guter Rat ist teuer. Doch ein abgelegenes Haus lässt auf Hilfe hoffen. Leider sind die Eigentümer nicht Zuhause, was die Kleinkriminellen dazu veranlasst im Anwesen nach Benzin zu suchen. Doch man wird nicht fündig. Stattdessen entdeckt man im Keller etwas, das den Verliebten das Blut in den Adern gefrieren lässt. Ein kleines Mädchen sitzt angekettet auf dem Boden und scheint verwirrt zu sein. Dazu hat es auch allen Grund. Das Heim gehört einem seltsamen Pärchen, mit dem nicht gut Kirschen essen ist. Eine Einsicht, zu der unsere Einbrecher bald selbst kommen. Kaum vom Schock erholt, treffen die Hauseigentümer Zuhause ein. Da sitzen Jules und Mickey in der Falle.
 
 
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Irgendwie mangelt es diesem vierköpfigen Kammerstück an Boshaftigkeit. Ja, die eigensinnigen Bewohner dieser morschen Hütte ticken nicht richtig. Doch das hat man zuvor schon einige Male gesehen. Filme wie DAS HAUS DER VERGESSENEN oder DARK PARADISE haben gezeigt, dass sich hinter der Fassade vermeintlich anständiger Menschen nicht selten das personifizierte Böse verbirgt. Leider ist aber die Idee von gestörten Familien, die in den eigenen vier Wänden eigenartige Dinge veranstalten, nicht mehr ganz so frisch. Eine Tatsache, die auch im Falle von VILLAINS bitter aufstößt. Die schwarze Horrorkomödie hat zwar gute Schauspieler zu bieten, zeigt aber nichts, was man nicht schon dutzende Male in dieser Art von Filmen zu sehen bekommen hat. So spielt das Böse auch in diesem Streifen mit seinen Opfern. Letztere müssen einen Weg aus ihrem Gefängnis finden und decken gleichzeitig ein dunkles Geheimnis auf, das das kranke Duo im Film nicht unberechtigt vor der Außenwelt versteckt hält. Ein vertrauter Ablauf also, der von permanenter Unentschlossenheit begleitet wird.
 
 
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VILLAINS kann sich nicht so recht entscheiden, was er denn nun eigentlich sein will. Die in Brooklyn lebenden Regisseure und Drehbuchautoren DAN BERK und ROBERT OLSEN wollen ihren Film in keine Schublade stecken. Ständig pendelt die Handlung zwischen unbequemer Ernsthaftigkeit und schwarzem Humor, was zwangsläufig die Frage in den Raum wirft, was das denn hier alles soll. VILLAINS wirkt wie die filmische Adaption eines düsteren Cartoons. Dennoch: Für eine Komödie ist Gezeigtes zu ernst, für Horror zu lustig. Das irritiert, zumal sich der Streifen auch zu geschwätzig gibt und richtige Höhepunkte missen lässt. So kommt es zu Fluchtversuchen, die scheitern und Wendungen, die einzig den Nutzen haben das Geheimnis zu verschleiern, das die bösen Hauseigentümer umgibt. Selbst das ist nicht sonderlich spektakulär. Eine enttäuschende Angelegenheit – vor allem auch deshalb, weil VILLAINS den Mut scheut, mal so richtig böse zu sein. Der Film versucht erst gar nicht, aus seinem seichten Gefängnis auszubrechen. Keine fiesen Kills, keine heimtückischen Schocks. Eine Folge der RTL-Vorabendserie UNTER UNS ist nervenaufreibender.
 
 
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In Interviews erklärten die Macher hinter VILLAINS, wie es zum Film kam. Die hatten 2015 mit gerade einmal 50.000 US-Dollar einen kleinen, aber feinen Thriller namens BODY gedreht, der auf Festivals gut ankam. Umso inniger der Wunsch, einen größeren Film ähnlicher Art zu inszenieren, der das doppelte an Budget verschlingen sollte. So entstand das Drehbuch zu VILLAINS für das man aber von Produzenten den Rat erhielt, besser mit der filmischen Umsetzung zu warten, da der Genre-Mix mehr Kapital und talentierte Schauspieler benötigen würde. Ein Ratschlag, den die Regisseure DAN BERK und ROBERT OLSEN beherzigten. Die drehten daher erst einmal den bierernsten Vampir-Survival-Horror VAMPIRE NATION – BADLANDS und lernten während der Arbeit, wie es ist ein umfangreiches Projekt mit großem Budget zu steuern. Genau diese Erfahrung kommt nun VILLAINS zugute. Zumindest hier erweckt nichts den Eindruck, dass es sich immer noch um Indie-Kino handelt.
 
 
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VILLAINS – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Wenn das Psycho-Paar aus TRUE ROMANCE auf das Killer-Duo aus NATURAL BORN KILLERS stößt. Wir sind Horrorfilmfans und mögen es ab und an etwas leichter. Da kann auch gern einmal der Kopf ausgeschaltet und sinnlose Gewalt auf der Mattscheibe zelebriert werden. Etwas, für das VILLAINS prädestiniert gewesen wäre. Ein krankes Ehepaar pfeift auf Moral und veranstaltet weit krankere Dinge hinter verschlossenen Türen. Quasi so etwas wie Familie Firefly aus DAS HAUS DER 1000 LEICHEN oder die Familiensippe aus dem legendären TEXAS CHAINSAW MASSACRE. Was VILLAINS zelebriert, ist aber weit weg von all dem. Beinahe schon brav, wird hier das Geheimnis zweier durchgeknallter Psychos ergründet. Die haben im Keller ihres Hauses ein kleines Mädchen angekettet und veranstalten auch sonst komische Dinge in den eigenen vier Wänden. Mit schwarzem Galgenhumor, bissigen Dialogen und beinahe schon comicgleichen Unterton versucht man das Interesse des Publikums zu gewinnen. Uns war’s leider zu seicht. Wir sind uns aber sicher, dass dieser kurvenreiche, düstere und scharfkantige Comic-Thriller trotzdem seine Fans finden wird.
 
 
 


 
 
 

VILLAINS – Zensur

 
 
 
VILLAINS ist in Sachen Gewalt eher harmlos. Erst am Ende wird einer der Protagonisten in den Filmhimmel geschickt. Wegen der doch etwas bedrohlichen Atmosphäre dürfte VILLAINS hierzulande aber dennoch erst für sechzehnjährige Zuschauer geeignet sein.
 
 
 


 
 
 

VILLAINS – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Ones Below – Das Böse unter uns (2015)
 
Haus der Vergessenen (1991)
 
Mum & Dad (2008)
 
Don’t Breathe (2016)
 
Dark Paradise (1988)
 

Filmkritik: „Brightburn: Son of Darkness“ (2019)

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BRIGHTBURN: SON OF DARKNESS

(BRIGHTBURN)

Story

 
 
 
Wie hätte es wohl ausgesehen, wenn Superman böse gewesen wäre? Ein mögliches Szenario hierzu bietet der konsequent böse „Brightburn“!

 
 
 


 
 
 

BRIGHTBURN – Kritik

 
 
Das Superheldengenre boomt nach wie vor und dominiert das momentane Kino mehr als jemals zuvor. Dass dann irgendwann andere Genre nachziehen, ist ganz normal. So war es bei Zombies schließlich auch, die plötzlich immer öfter in Komödien auftreten durften. Mit „Brightburn“ wird nun ein Superheldenfilm mit Horror verbunden und daraus ist ein interessanter Mix entstanden, der sein Potenzial zwar nicht gänzlich ausschöpft, aber trotzdem einiges richtig macht.
 
 
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Das Ehepaar Tori und Kyle werden eines Abends Zeuge eines Meteoriteneinschlags auf ihrem Land. Doch was dort vom Himmel fiel, war eine Kapsel und daran befand sich ein Baby. Da das Paar selbst erfolglos versucht hat, ein Kind zu zeugen, nehmen sie dieses Baby als Geschenk an und ziehen Brandon so gut wie möglich auf. 12 Jahre ging das alles gut, doch nun verändert sich Brandon. Plötzlich hört er Stimmen in seinem Kopf und will sich nichts mehr gefallen lassen. Langsam aber sicher wird Brandon ein Bösewicht. Was daran am gefährlichsten ist, ist die Tatsache, dass Brandon übermenschliche Fähigkeiten besitzt und scheinbar unverwundbar ist. Ja, man fühlt sich bei der Story wirklich stark an „Superman“ erinnert, was mit Sicherheit Absicht war. Die Idee, einen bösen Superhelden zu erschaffen, der zusätzlich gerade mal in die Pubertät gekommen ist, mag sich vielleicht gar nicht mal so originell anhören, ist in dieser Umsetzung aber doch ziemlich kreativ und zum Glück hat man das Ganze auch konsequent durchgezogen. Nur bei der Figurenzeichnung schöpft man das Potenzial nicht unbedingt aus. Von jetzt auf gleich ist Brandon böse und er akzeptiert es sofort. Eine Ambivalenz findet nicht statt. Diese ist nur auf der Seite der Eltern vorhanden und daraus ergibt sich schon etwas Dramatik, doch wenn Brandon selbst ab und zu Zweifel gehabt hätte, hätte dies das Treiben spannender machen können. Im Endeffekt will „Brightburn“ dann aber am ehesten einen bösen Spaß bereiten und zumindest in diesem Punkt erfüllt er seinen Zweck voll und ganz.
 
 
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James Gunn, der von vielen ja mittlerweile als Gott des Superheldenstoffes gehalten wird, war als Produzent mit an Bord, Familienmitglieder von ihm Brian und Mark Gunn schrieben das Drehbuch und Neuling David Yarovesky durfte Regie führen. Das Budget war dabei sicherlich nicht zu hoch, weil „Brightburn“ mit keiner Selbstverständlichkeit erfolgreich sein konnte. Doch das sieht man dem Resultat kaum an. Besonders aufwendig ist das sicherlich nicht geraten, doch es reicht für einen Einleitungsfilm dieser Art vollkommen aus und die nicht zu dominierenden Effekte sind stets solide. Am Ende wird bereits ein möglicher zweiter Teil angeteasert, der hier durchaus Sinn ergeben würde, weil die Geschichte nicht zu Ende erzählt ist. Dass dies überhaupt möglich wäre, liegt daran, dass man hier konsequent geblieben ist und das Böse gewinnen darf. Alles andere wäre aber auch eine herbe Enttäuschung gewesen, denn wenn man schon so viel Spaß an der Boshaftigkeit erkennen lässt, muss man das auch geradlinig zu Ende führen. Immer mal wieder gibt es ein paar herrlich makabere Szenen und dass Brandon erst 12 Jahre alt ist, macht das Ganze nicht minder derb. Mit Splatter hält sich „Brightburn“ dabei zwar zurück, doch ein paar Szenen sind gewiss nicht ohne. Der Horror steht dabei stets im Vordergrund und die Superhelden-Fähigkeiten dienen nur der leichten Variation. Man fühlt sich phasenweise tatsächlich wie in einem Slasher der etwas anderen Art.
 
 
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Besonders am Anfang besitzt das einen großen Reiz, wenn Brandon noch nicht mordet und die Eltern erst so langsam begreifen, dass mit ihrem Sohn etwas nicht stimmt. Nachdem dann klar ist, dass Brandon der bösen Seite ohne Rückkehr verfallen ist, raubt das dem Werk etwas an Spannung, wobei das Finale dank der guten Inszenierung trotzdem alles andere als misslungen ist. Über die Darsteller kann man übrigens auch nicht meckern. Jackson A. Dunn wurde als Brandon definitiv gut gecastet, hat nicht unbedingt die schwerste Rolle zu meistern, beherrscht den bösen Blick aber souverän. Am meisten schauspielerische Klasse bringt Elizabeth Banks mit sich, die sich reichlich Mühe gibt, aber auch David Denman ist als ihr Film-Ehemann solide. Daneben gibt es ein paar kleinere Rollen, die alle zweckdienlich gespielt werden. Die größte Auswahl an markanten Charakteren besitzt „Brightburn“ indes nicht. Sie sind alle ganz sympathisch und die drei Hauptfiguren wurden gut getroffen, doch die Nebenfiguren interessieren eher weniger. Auch hier wäre noch etwas mehr drin gewesen und über Brandons Herkunft hätte man eigentlich ebenfalls gerne etwas mehr erfahren, aber es ist nicht so wichtig, als dass diese Kritik den Spaß am Film rauben würde.
 
 
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BRIGHTBURN – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
„Brightburn“ kreiert einen Horrorfilm mit Slasher-Motiven und einem Bösewicht mit Superhelden-Fähigkeiten, der gerade erst entdeckt, dass es Spaß macht zu töten. So simpel die Idee auch ist, sie wirkt erfrischend und weil das so schön böse umgesetzt wurde, macht das Schauen tatsächlich viel Spaß. Auf jeglichen Tiefgrund verzichtet man dabei und obwohl hier Platz für Anspruch gewesen wäre, setzt man eher auf weniger nachhaltige Unterhaltung, denn für Hintergründe und Ambivalenz sieht das Drehbuch keinen Platz vor. Da das alles gut inszeniert wurde, ein paar schön fiese Szenen besitzt, zudem solide gespielt wurde und definitiv kurzweilig ist, verzeiht man das jedoch gerne. Auf jeden Fall ist dies mal ein etwas anderer Horrorfilm, den sich Fans durchaus anschauen können, wenn ihnen nach unbeschwerter Unterhaltung ist!
 
 
 


 
 
 

BRIGHTBURN – Zensur

 
 
 
„Brightburn“ hat einige recht fiese Spezialeffekte zu bieten. Die sind schon teilweise sehr hart anzusehen. Dennoch ist der Streifen ungeschnitten erhältlich. Die auf Heimkinomedium erhältliche Fassung ist frei ab 16 Jahren.
 
 
 


 
 
 

BRIGHTBURN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Sony Pictures Entertainment

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Brightburn; USA 2019

Genre: Horror, Mystery, Thriller, Drama, Science Fiction

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1, Japanisch DTS-HD MA 5.1, Türkisch DD 5.1

Untertitel: Deutsch, Englisch, Japanisch, Türkisch

Bild: 2.39:1 (1080p) | @24 Hz

Laufzeit: ca. 90 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase ohne Wendecover

Extras: Trailer, Kommentar des Filmemachers, Erfindung eines Neuen Super-Schurken, Helden-Horror! – Ein Ganz Neues Genre, Quick Burns – Vignette Social Serien

Release-Termin: 30.10.2019

 

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BRIGHTBURN – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei SONY PICTURES ENTERTAINMENT)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Chronicle – Wozu bist Du fähig? (2012)
 
The Prodigy (2019)
 

Filmkritik: „The Intruder“ (2019)

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THE INTRUDER

Story

 
 
 

Ein junges Ehepaar träumt von einem neuen Leben in den eigenen vier Wänden. Doch das Traumhaus entpuppt sich als Albtraum, weil der ehemalige Eigentümer ein Psychopath ist.

 
 
 


 
 
 

THE INTRUDER – Kritik

 
 
 
Nanu, hat man wieder die Remake-Presse angestellt? Zumindest könnte man das meinen, wenn man einen Titel wie THE INTRUDER liest. Schaut man sich nämlich ein wenig in den bekannten Filmdatenbanken OFDB und IMDB um, wird man schnell entdecken können, dass so einige Horrorklassiker gleiche Titelkreation tragen. Wir können aber beruhigen. THE INTRUDER aus dem Jahr 2019 ist keine Neuverfilmung eines bereits vorhandenen Films. Stattdessen wird Ideenraub betrieben. Bei genauerer Betrachtung ist dieser Hollywood-Schnellschuss nichts anderes, als eine weitere Kopie ähnlich thematisierter Filme wie FEAR – WENN LIEBE ANGST MACHT oder THE STEPFATHER von 1987. In beiden Filmen versteckte sich das personifizierte Böse hinter der Fassade vermeintlich netter Bürger. Genannte Klassiker boten immerhin effektiven Thrill für nervenstarke Zuschauer. Ob das auch für THE INTRUDER gilt?
 
 
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Annie (MEAGAN GOOD) und Scott (MICHAEL EALY aus dem Remake von JACOB’S LADDER) sind ein junges Ehepaar mit Problemen. Gatte Scott nimmt es nämlich nicht immer genau mit der Treue, weshalb die beiden schon einiges versucht haben, um die Beziehung retten zu können. So soll der nächste Schritt die Gründung einer Familie sein. Dafür hat man sich ein schönes Anwesen in idyllischer Lage ausgesucht, das sich Scott einiges kosten lassen hat. Doch das Traumhaus entpuppt sich bald als Albtraum. Der ehemalige Besitzer kann offenbar nicht loslassen. Charlie Peck (DENNIS QUAID aus FREQUENCY und DIE REISE INS ICH) hat mehrere Jahre in dem Waldhaus gelebt und darin sogar seine Frau an den Krebs verloren. Demzufolge fällt der Abschied schwer. Doch das Verhalten des ehemaligen Besitzers nimmt bald seltsame Züge an. Tagein, tagaus verbringt er Zeit auf dem Grundstück und ignoriert dabei die Wünsche seiner Käufer. Die wollen hier endlich in Ruhe leben und bekommen es langsam mit der Angst zu tun, weil der alte Eigentümer auf die Privatsphäre der neuen Mieter pfeift. Was für ein schöner Start ins neue Leben.
 
 
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Nicht alles, was von einem großen Studio in Arbeit gegeben wird, muss zwangsläufig auch im Kino landen. THE INTRUDER hat mehr als das dreifache seines mageren Budgets an den amerikanischen Kinokassen wieder einspielen können, ist aber bei genauerer Betrachtung ein Psychothriller auf TV-Niveau. Zwar hat der Streifen mit DENNIS QUAID ein bekanntes Gesicht Hollywoods in petto; unterm Strich ist THE INTRUDER aber glattpolierte Horrorunterhaltung von der Stange. Dabei gestaltet sich die vehemente Vorhersehbarkeit der Geschehnisse als eines der größten Probleme. Der Film macht kein großes Geheimnis um das Mysterium seines Plots. So ist bereits nach 15 Minuten klar, dass DENNIS QUAID als ehemaliger Hauseigentümer nicht der ist, der er zu sein scheint. Der mimt zwar einen netten Mann mittleren Alters, hat es aber faustdick hinter den Ohren. Er stellt den neuen Eigentümern nach, manipuliert seine Opfer und entpuppt sich bald als gerissener Psychopath, der so einige Leichen im Keller hat.
 
 
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Alles gut und schön, wären da nicht knapp zwei Stunden Laufzeit, die gefüllt werden müssen. Weil das Geheimnis um den Bösewicht bereits zu früh gelüftet wird, macht es sich THE INTRUDER schwer mit dem Spannungsaufbau, denn was passieren wird, ist offensichtlich. Da wird künstlich Laufzeit generiert und die Handlung mit immer wieder gleichen Abläufen gefüllt. DENNIS QUAID kommt als ehemaliger Besitzer zu Besuch und nistet sich bei den neuen Eigentümern ein. Am nächsten Tag kommt er erneut und mäht den Rasen. Tag drei wieder mit DENNIS QUAID, der durch das Anwesen stromert, um nach dem Rechten zu sehen. Trotz mulmigen Gefühls, können sich die neuen Hausbesitzer nicht dazu durchringen die Polizei zu rufen. Auch dann nicht, als man es mit der Angst zu tun bekommt. Ziemlich doof und fern der Realität.
 
 
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Nein, nein – THE INTRUDER ist keine Referenz in Sachen Psychopathen- und Stalker-Horror. Der Film kommt nie richtig in Fahrt und auch auf die fürs Genre obligatorischen Blutszenen muss man lang warten. Bei einem so halbherzigen Drehbuch voller Leerlauf und Logiklücken fragt man sich nicht zu Unrecht, was Schauspieler DENNIS QUAID bewegt haben muss, hier mitzuwirken. Wir schätzen mal, er hatte grade Zeit und die Gage hat gepasst. Der bekannte Darsteller wäre nicht der erste Hollywoodstar, der die Zeit zwischen Großproduktion nutzt, um sich sein Bankkonto mit wenig Aufwand aufzufüllen.
 
 
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THE INTRUDER – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Durchschnittlicher Stalker-Psychothriller auf TV-Niveau. Kaum zu glauben, dass THE INTRUDER im Kino lief. Die Handlung dieses Horrorthrillers ist so dünn, das selbst jeder POLIZEIRUF 110 dagegen oscarverdächtig erscheint. Schauspieler DENNIS QUAID will mal richtig böse sein und versucht sich als Psychopath. Leider hat er sich da aber wohl eines der schwächsten Drehbücher ausgesucht, die in Hollywood zuletzt gehandelt wurden. Die Handlung ist vorhersehbar, die Abläufe generisch und auch in Sachen Gewalt ist THE INTRUDER alles andere, als erbaulich. Voll der Zeiträuber. Gras beim Wachsen zuschauen ist spannender.
 
 
 


 
 
 

THE INTRUDER – Zensur

 
 
 
THE INTRUDER ist kein Angstmacher. In Amerika erhielt der Streifen ein jugendfreundlichen PG-13. Das ist auch kein Wunder. Gewalt oder vulgäre Sprache wird nämlich kaum im Film eingesetzt. Erst im Finale bekommt man etwas davon zu sehen. Dann geht es – wenn wundert es – dem Bösewicht an den Kragen. Hierzulande hat THE INTRUDER eine FSK16 erhalten.
 
 
 


 
 
 

THE INTRUDER – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Sony Pictures Entertainment (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Intruder; Kanada | USA 2019

Genre: Thriller, Drama

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1, Französisch DD 5.1, Japanisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Englisch, Arabisch, Bulgarisch, Griechisch, Italienisch, Japanisch, Kroatisch, Polnisch, Portugiesisch, Serbisch, Slowakisch, Slowenisch, Tschechisch, Ungarisch, Französisch, Hebräisch, Isländisch, Niederländisch, Rumänisch, Türkisch

Bild: 2.40:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 102 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase ohne Wendecover

Extras: Alternatives Ende, Entfallene & alternative Szenen, Outtakes, Audiokommentar von Besetzung und Crew, Wie man einen modernen Thriller dreht: Hinter den Kulissen von Foxglove, Trailer, Trailershow

Release-Termin: 19.12.2019

 

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THE INTRUDER – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Sony Pictures Entertainment)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
One Hour Photo (2002)
 
Stepfather (2009)
 
The Stepfather (1987)
 
The Stepfather 2 (1989)
 
Stepfather 3 – Vatertag (1992)
 
The Roommate (2011)