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Kritik: „The Shallows – Gefahr aus der Tiefe“ (2016)

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THE SHALLOWS – GEFAHR AUS DER TIEFE

Story

 
 
 

Eine Badeurlauberin besucht den Ort ihrer Kindheit, um ein wenig zu surfen. Doch im Wasser lauert eine unberechenbare Gefahr, die keine natürlichen Feinde kennt.

 
 
 


 
 
 

THE SHALLOWS – Kritik

 
 
 
GOSSIP GIRL auf Abwegen. Einmal mehr konfrontiert Hollywood schöne Menschen mit den Launen der Natur. Diesmal ist es Schauspielerin BLAKE LIVELY, die im Film THE SHALLOWS – GEFAHR AUS DER TIEFE feststellen muss, dass so ein chilliger Surftrip ins Paradies auch unerfreulich ausgehen kann. Die Traumfabrik versucht’s mal wieder mit dem Aufwärmen gängiger Horrorfilm-Rezepturen und widmet sich erneut unberechenbaren Giganten aus den Ozeanen, die seit Spielbergs DER WEISSE HAI ausreichend Kinogänger ins Multiplex locken, damit kräftig abgesahnt werden kann. Immerhin hat die immer gleiche Formel von gefräßigen Haifischen stets gut funktioniert und die Ticketverkäufe angekurbelt. Ob SHARK NIGHT 3D, DEEP BLUE SEA oder BAIT 3D – zumindest finanziell haben sich die auf Zelluloid gebannten Überlebenskämpfe immer ausgezahlt, so dass zweifelsohne behauptet werden kann: Aggressive Haifische im Kino gehen eigentlich immer. Auch mit THE SHALLOWS wird sich das nicht ändern, denn der Horrorthriller scheut das Unkonventionelle und macht es stattdessen nach bekanntem Muster. Regisseur JAUME COLLET-SERRY (HOUSE OF WAX und ORPHAN – DAS WAISENKIND) geht auf Nummer sicher und orientiert sich beim Bescheren von Nervenkitzel an den üblichen Verdächtigen. Insbesondere der Found-Footage-Thriller OPEN WATER und dessen Fortsetzung dürften Pate gestanden haben, denn schaut man genauer hin, sind Parallelen zu genannten Überlebens-Schockern nicht von der Hand zu weisen.
 
 
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Eine beunruhigende Situation wird für 80 ungemütliche Filmminuten missbraucht, um das Herz des Zuschauers schneller schlagen zu lassen. Ein gutes Nervengerüst ist folglich auch die Voraussetzung, will man THE SHALLOWS unbeschadet überstehen. Wenn der Hai die Witterung aufgenommen hat, wird’s brenzlig. Eine solche Erfahrung macht auch die Hobbysurferin und Medizinstudentin Nancy Adams (BLAKE LIVELY), die zu einem malerischen Strand reist, um dort mit dem Surfbrett auf den Wellen zu reiten. Die ersten Anläufe gelingen auf Anhieb, doch kaum draußen im Meer wird es gefährlich. Ein weißer Hai ist besonders aggressiv und wittert die Fährte. Er beißt der Surferin ins Bein und reist sie in die Tiefe hinab. Doch Nancy ist zäh. Sie kann entkommen und rettet sich auf einen Felsen, der aus dem Meer herausragt. Weil’s sich bei dem idyllischen Flecken Erde um einen Geheimtipp handelt, ist aber auch keine Menschenseele zu sehen, die helfen könnte. So verharrt die verängstigte Frau wenige Meter entfernt von der Küste im Wasser und nimmt den Kampf gegen ein Tier auf, das über eine ungewöhnlich hohe Intelligenz verfügt.
 
 
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Willkommen zu einer weiteren kleinen Dokumentation über hungrige Bewohner der Meere, die dafür sorgen dürfte, dass Meeresbiologen fassungslos die Hände über den Kopf zusammenschlagen werden. Drehbuchautor ANTHONY JASWINKSI (KRISTY – LAUF UM DEIN LEBEN) war nämlich um besonders authentischen Realismus bemüht, stattet aber seine Filmbestie mit taktisch besonders hinterlistigen Eigenschaften aus, damit möglichst viele Menschen zerfleischt werden. Das ist natürlich vollkommener Blödsinn, vor allem wenn man im Hinterkopf hat, dass Haifische um Menschen mehr oder weniger einen großen Bogen machen. Offensichtlich war das den Filmemachern wohl wenig reißerisch genug, weshalb in der Klischeekiste gekramt werden musste. Nichtsdestotrotz ist THE SHALLOWS nicht zwangsläufig schlecht. Ganz im Gegenteil. JAUME COLLET-SERRY beherrscht die Gabe des Panikmachens besonders gut und treibt die Heldin in allerhand verzwickte Situationen. Die gibt sich wacker und handelt clever, um dem fleischreichen Speiseplan des Tieres entgehen zu kommen.
 
 
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Trotz immer gleicher Handlungsverläufe vom Entkommen und sich Retten, wird das Geschehen nie langweilig. Das ist in Anbetracht der dünnen Handlung schon als kleine Meisterleistung zu bezeichnen. Auch deshalb, weil kaum Verschnaufpausen geboten werden. Immer wieder attackiert der Hai sein Opfer und lässt dem Zuschauer dabei den Atem stocken. Leider vermasselt das zu effekthascherische Finale den eigentlich positiven Gesamteindruck. Das bis dato hyperintelligente Tier begeht plötzlich Fehler und macht den Überlebenskampf fairer. Gut für die Hilfesuchende – blöd für den Zuschauer, dem der etwas zu dick aufgetragene Schlussfight auf einer Boje im Wasser dann doch etwas sehr übertrieben erscheint. Das ist halt Hollywood. Besser man schaltet den Kopf aus. Nur dann kann man nicht enttäuscht werden.
 
 


 
 
 

THE SHALLOWS – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Wenn es Tiere mit dem Menschen aufnehmen und andersherum. THE SHALLOW – GEFAHR AUS DER TIEFE ist typisches Mainstream-Futter fürs konventionelle Publikum, das Logik scheut und Protagonisten in absurde Situationen bringt. Ein Hai ist es mal wieder, der sich in diesem Film als überlegener Gegner wähnt und am Ende doch in die Schranken gewiesen wird. Ein bisschen DER WEISSE HAI hier, ein wenig OPEN WATER da – fertig ist Haifisch-Horror von der Stange, der zumindest eines kann: packend unterhalten. THE SHALLOWS hat durchaus Höhepunkte und ist aus irgendeinem Grund richtig spannend geworden. Das dürfte wohl in erste Linie Verdienst des erfahrenen JAUME COLLET-SERRY gewesen sein, der mit Thrillern wie UNKNOWN IDENTITY und NON-STOP schon einiges an Nervenzerfetzern auf die Kinoleinwand gebracht hat. Starke Nerven und gute Kondition brauchte übrigens auch Hauptdarstellerin BLAKE LIVELY. Die erklärte in Interviews, dass sie für den Film an die Grenzen der körperlichen Belastbarkeit ging. 13 Stunden war sie täglich im Wasser und musste gegen steile Wellengänge ankämpfen. Besonders Gatte RYAN REYNOLDS machte der Schauspielerin für die schwierigen Dreharbeiten in Australien Mut – von dessen nicht weniger anstrengenden Performance in BURIED lies sich die Amerikanerin nämlich inspirieren. Ihr willenstarker Einsatz hat sich im Falle des Haifisch-Thrillers bezahlt gemacht. THE SHALLOWS ist kurzweilig, beunruhigend und spannend – so sollte Horrorkino am besten immer sein.
 
 
 


 
 
 

THE SHALLOWS – Zensur

 
 
 
THE SHALLOWS – GEFAHR AUS DER TIEFE ist kein sonderlich blutiger Vertreter der Gattung Hai-Horror. Der Heldin wird in den Oberschenkel gebissen, einem Mann wird der Unterleib abgerissen und ansonsten werden einiger Surfer vom Hai unter Wasser gezogen. Rot eingefärbtes Wasser deutet an, dass die Opfer das Zeitliche gesegnet haben. Auch wenn das Nervenkostüm des Zuschauers arg strapaziert wird, hat es hierzulande von der FSK den grünen FSK-Flatschen geben. In Amerika PG-13 – hierzulande FSK12. Übrigens ist zeitgleich zu THE SHALLOWS ein ähnlicher Film erschienen. Der nennt sich IN THE DEEP und macht von gleichem Filmprinzip Gebrauch – nur unter Wasser.
 
 
 


 
 
 

THE SHALLOWS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) SONY PICTURES HOME ENTERTAINMENT

 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Shallows; USA | Australien 2016

Genre: Horror, Thriller, Drama

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1, Russisch DD 5.1

Untertitel: Deutsch, Englisch, Dänisch, Estnisch, Finnisch, Lettisch, Litauisch, Norwegisch, Russisch, Schwedisch, Türkisch

Bild: 2.39:1 | @23,976 Hz (16:9)

Laufzeit: ca. 86 Min.

FSK: FSK12 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase | Steelbook

Extras: 3 Entfallene Szenen (4:51 Min.), Der Dreh von „The Shallows – Gefahr aus der Tiefe“ (5:57 Min.), Wenn Haie angreifen (7:34 Min.), Wie man einen Hai konstruiert (6:56 Min.), Die Suche nach dem perfekten Strand: Lord Howe Island (6:01 Min.), Trailer

Release-Termin: 27.12.2016

 

The Shallows – Gefahr aus der Tiefe [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

THE SHALLOWS – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Filmplakat und Abbildungen liegen bei SONY PICTURES GERMANY)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
In the Deep (2016)
 
Open Water (2003)
 
Open Water 2 (2006)
 
The Reef – Schwimm um dein Leben (2010)
 
Frozen (2010)
 


Filmkritik: „Home Invasion“ (2016)

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HOME INVASION

Story

 
 
 

Eine Mutter (Natasha Henstridge) wird mit ihrem pubertierenden Stiefsohn (Liam Dickinson) von drei Einbrechern zu Hause überrascht. Nun ist guter Rat teuer.

 
 
 


 
 
 

HOME INVASION – Kritik

 
 
 
Zu Hause ist es immer noch am schönsten – manchmal aber auch nicht. Letztere Erkenntnis muss NATASHA HENSTRIDGE in HOME INVASION machen, die nach der SPECIES-Trilogie endlich mal wieder in einem Film mitspielt, der auch beim Genrefan auf Interesse stoßen könnte. Die spielt im Film mit vielversprechendem Titel eine treusorgende Ehefrau, die sich zwar in einem riesigen Anwesen um die Erziehung von Stiefsohn Jacob kümmert, aber mit der Beziehung zum Kindesvater abgeschlossen hat, weil der ohnehin nur arbeiten ist. Weil das Haus irgendwo am Hintern der Welt gebaut wurde, wurde es vom Eigentümer mit teurer Überwachungstechnik ausgestattet, die jeden Winkel des Gebäudes erfassen kann. Leider scheint irgendwas Kostbares im Haus verborgen zu liegen, was das Interesse von drei Eindringlingen auf den Plan ruft. Die verschaffen sich maskiert Zutritt und besprühen Überwachungskameras mit Farbe. Doch Mutter Chloe weiß Rat. Sie kontaktiert jenes Sicherheitsunternehmen, das mit dem Bau der Überwachungstechnik beauftragt wurde. Das kennt versteckte Kameras im Haus, die von den Einbrechern nicht entdeckt wurden. Per Telefon lotst Sicherheitsmann Mike (JASON PATRIC) die Bewohner unentdeckt zum Ausgang des Hauses. Doch die ungebetenen Besucher wissen über Anwesenheit der Eigentümer bescheid und wollen Zeugen ausradieren. Sie läuten eine Jagd auf die Bewohner ein, haben aber nicht mit der List von Mutter Chloe gerechnet.
 
 
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Wenn ein angepriesener Thriller in Amerika mit PG-13 vermarktet wird, schwant dem horrorfilmbegeisterten Zuschauer nichts Gutes. Dass HOME INVASION auch noch aus der Feder von PETER SULLIVAN stammt, bestätigt Befürchtungen. Der zeichnet nämlich in erster Linie für Drehbücher zu unzähligen TV-Produktionen verantwortlich und hat viele dieser Filme auch gleich selbst produziert oder gedreht (darunter HIGH SCHOOL EXORCISM). Mit schweißtreibendem Überlebenshorror hat HOME INVASION demzufolge wenig am Hut. Vielmehr erweckt der Thriller den Eindruck, dass auch hier schnell was fürs amerikanische TV gedreht werden musste, damit Sendeplatz gefüllt werden kann. Als kleiner Sonntagabendsnack mag das ausreichen, im Gedächtnis kleben bleibt nichts, denn der Filmtitel weckt falsche Erwartungen. Wer hier grausames Quälen, perverses Demütigen oder kaltschnäuziges Rächen vermutet, liegt falsch. Vielmehr orientiert sich HOME INVASION in seiner Machart an den 2003 von DAVID FINCHER inszenierten PANIC ROOM in dem sich eine kleine Familie vor Einbrechern in einem Schutzraum verstecken musste. Was jedoch dort auf wenige Quadratmeter packend abgehandelt wurde, verpufft in HOME INVASION mangels Ideenreichtum. Hier flüchtet sich NATASHA HENSTRIDGE mit dem wenig talentierten Filmsohn LIAM DICKINSON von Versteck zu Versteck, während Einbrecher in Seelenruhe einen Tresor knacken wollen und dem Zuschauer nicht mitteilen wollen, was sich darin eigentlich befindet. Viel Tiefe erhält keiner der Anwesenden und Suspense wird auf Sparflamme geköchelt. Stattdessen scheint Henstridge reichlich unterfordert zu sein und winselt sich reichlich übertrieben durch einen Film mit dünnem Plot.
 
 
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HOME INVASION ist ein lustloser DTV-Thriller für zartbesaitete Hausfrauen, denen bereits bei TV-Sendungen wie AKTENZEICHEN XY…UNGELÖST das Herz vor Aufregung schnell schlägt. Aufgrund der vielen, harten Home-Invasion-Thriller der letzten Jahre entpuppt sich der von DAVID TENNANT inszenierte Schnarcher als unnötiger Zeiträuber, der Home-Invasion nach Schema F abhandelt aber gänzlich auf Unterhaltung für Erwachsene verzichtet. Zwar gibt am Ende kurzen Munitionshagel zu sehen; der zahme Racheakt, der mit fast schon zwanghafter Zurückhaltung über die Mattscheibe flimmert, macht keinen Horrorfan glücklich. Umso bedauerlicher, dass sich Actionstar SCOTT ADKINS (aus RE-KILL und UNIVERSAL SOLDIER: DAY OF RECKONING) verheizen lässt. Der ist in HOME INVASION der einzige Lichtblick und verkörpert darin einen der drei Bösewichte, der für sein Ziel sogar über Leichen geht. Adkins mutiert im Film schleichend zum gewissenlosen Killer, bekommt aber kaum die Möglichkeit gewissenlos zu sein. Sobald er sein wahres Gesicht zeigt, ereilt ihn auch schon der Filmtod. Enttäuschend!
 
 
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HOME INVASION – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Ein zahmer Mix aus THE CALL und PANIC ROOM, der trotz vielversprechendem Titel nicht das verspricht, was sich Horrorfans darunter erhofft haben. Wo HOME INVASION draufsteht, ist diesmal nicht Home-Invasion drin, denn dieser Zu-Hause-Horror ist eher was für Zuschauer, die nach Serien wie AKTENZEICHEN XY…UNGELÖST Probleme mit dem Einschlafen bekommen. Wer einen weiteren FUNNY GAMES vermutet, wird bitterlich enttäuscht werden, denn hinter HOME INVASION verbirgt sich ein zahmer Thriller, der besser im TV aufgehoben wäre und alteingesessene Horrorfans nur unnötig Zeit stibitzt.
 
 


 
 
 

HOME INVASION – Zensur

 
 
 
Die Gewalt reduziert sich ausschließlich auf kurze Schusswechsel, während denen Menschen sterben. Hart ist das nicht anzusehen, zumal man derart Szenen bereits nach 20 Uhr im TV zu sehen bekommt. HOME INVASION hat von der FSK problemlos eine FSK16 erhalten.
 
 
 


 
 
 

HOME INVASION – Deutsche DVDy

 
 
 
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(c) SONY PICTURES HOME ENTERTAINMENT (vorerst nur DVD only Release)

 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Home Invasion; USA 2016

Genre: Horror, Thriller, Krimi

Ton: Italienisch (Dolby Digital 5.1), Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1), Französisch (Dolby Digital 5.1)

Untertitel: Deutsch, Englisch, Französisch, Polnisch, Hindi, Türkisch, Arabisch, Italienisch, Niederländisch

Bild: 1.77:1 (16:9)

Laufzeit: ca. 85 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase (DVD)

Extras: Trailer

Release-Termin: 25.02.2016 (vorerst nur auf DVD)

 

Home Invasion (DVD) ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

HOME INVASION – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Sony Pictures Home Entertainment)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Home Invasion (2012)

Deadly Home (2015)

Panic Room (2003)


Filmkritik: „Insidious: Chapter 3“ (2015)

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INSIDIOUS: CHAPTER 3 – JEDE GESCHICHTE HAT EINEN ANFANG

Story

 
 
 
Im Prequel zu Teil 1 und 2 trifft das Medium Elise Rainier auf die junge Quinn, die gerne Kontakt zu ihrer verstorbenen Mutter aufnehmen möchte. Natürlich geht dabei etwas schief und sowohl Quinn als auch Elise müssen sich fortan mit Wesen aus der Schattenwelt herumschlagen, die gerne im Diesseits Fuß fassen möchten.
 
 
 


 
 
 

INSIDIOUS: CHAPTER 3 – Kritik

 
 
 
Der erste Teil der „Insidious“-Reihe hat sich ja story- und figurentechnisch fast ausnahms-, aber vor allem hemmungslos bei diversen anderen Horrorfilmen bedient. Erstlings-Regisseur Leigh Wannell (der in den „Insidious“-Filmen den Sidekick Specs spielt und bislang nur als Schauspieler und Drehbuchautor diverser „Saw“-Filme einen Namen gemacht hat) geht gleich noch einen dreisten Schritt weiter und klaut sich seinen ersten eigenen Film bei den beiden „Insidious“-Vorgängerteilen zusammen. So dreist muss man auch erst mal sein, da könnte man fast vergessen, was für ein lahmes Grusel-Filmchen Whannell im hier vorliegenden dritten Teil der vollkommen überflüssigen Reihe abgeliefert hat. Aber eben nur fast.
 
 
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Das Medium Elise (Lin Shaye) – *unheilvolle Musik einspiel* – wird von der jungen Quinn (Stefanie Scott) aufgesucht, die ihre Mutter an den Krebs verloren hat und nun mit Vater (Dermot Mulroney) und Bruder (Tate Berney) allein klarkommen muss. Sie hätte da aber doch noch ein paar Fragen an Mutti (vielleicht sowas wie „Hast du mein Lieblingsshirt gewaschen“ oder „Können Bienen pupsen“ oder „Warum hat mein Agent mich für diesen grauenhaften Horrortrip unterschreiben lassen“) und möchte deshalb gerne, dass Elise mit dem verstorbenen Familienmitglied Kontakt aufnimmt. Beim Versuch der Kontaktaufnahme nimmt das Medium allerdings eine böse Kraft wahr, die ins Diesseits drängt. Daraufhin bricht Elise die Sitzung ab und bittet das Mädchen, nicht selbst zu versuchen, die tote Mutter im Jenseits zu kontaktieren. Was nun passiert ist vorhersehbar. Wie diese renitenten Rotzblagen in dem Alter nun mal so sind, hören sie auf solcherlei Warnungen grundsätzlich nicht. Was zur Folge hat, dass Quinn immer häufiger von einem verschrumpelten Opa in versifftem Krankenhaus-Flatterhemd und mit Sauerstoffmaske (seltsamerweise aber ohne die dazugehörige Sauerstoffflasche – der rebellische Alte) heimgesucht wird. Irgendwann ist auch der natürlich skeptische Papa überzeugt und engagiert das Flachpfeifen-Vollobst-Gespann Trick und Track, ach nee: Tucker (Angus Sampson) und Specs (Leigh Whannell). Was nun folgt, ist natürlich der unlogische, dämliche, vor allem aber unspannende Showdown, in dem die diesseitigen Blitzbirnen auf die jenseitigen Schreckgespenster treffen und ein wenig paranormalen Rabbatz veranstalten. Bedauerlicherweise dauert dieser Humbug 97 Minuten, wobei der Genrekenner spätestens 30 Minuten ob der dargebotenen Langeweile sanft entschlummert sein dürfte.
 
 
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Die „Insidious“-Reihe ist eine weitere goldene Kuh, die so lange gemolken wird, bis sich kein Dollar Gewinn mehr mit ihr machen lässt. Das war schon bei den „Saw“-Filmen so, die immer überflüssiger wurden und lässt sich auch bei diversen anderen Fortsetzungsreihen feststellen, die so lange immer neue Teile generieren, bis auch der letzte Zuschauer genervt das Weite gesucht hat. Warum dies allerdings im vorliegenden Fall nicht schon nach Teil 1 passiert ist, scheint weiterhin schleierhaft. Schon der Erstling zeichnete sich durch das Fehlen jeglicher inszenatorischer Kreativität aus, wirkte einfach nur schlecht aus anderen Filmen zusammengestümpert (wie aus POLTERGEIST von 1982) und war mit einem so albern aussehenden Dämon besetzt, dass man kurz vor einem hysterischen Lachanfall stand. Aber nein, die Einspielergebnisse bewiesen das Gegenteil und so wurde flugs ein zweiter Teil gedreht, der ähnlich uninspiriert daherkam und die unsägliche Geschichte plump fortsetzte.
 
 
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Regisseur Leigh Wannell (der im Übrigen auch das murksige Drehbuch zu diesem Schnarchnasen-Film verbrochen hat) hingegen dachte wohl, es sei clever, nicht erneut auf die Inhalte der ersten beiden Teile einzugehen, sondern seine Geschichte vor den Ereignissen von Teil 1 anzusetzen. Was daran allerdings clever sein soll – man weiß es nicht. Zumindest dürfte der Macher mit so unfassbar behäbiger und standardisierter Vorgehensweise keinen Blumentopf gewinnen. Der Film ist entweder todlangweilig und wird von überflüssigen Dialogen flankiert oder wartet mit schon beleidigend plumpen Krawall-Schocksequenzen auf, bei denen Whannell wohl dachte, laut = cool und schockierend. Laut sind die Schockmomente – keiner Frage, aber ebenso schockierend schlecht. So lassen sich die Schocks leicht vorausahnen: einfach jedes Mal von drei runterzählen, dann kommt punktgenau die „überraschende“ Schrecksekunde. Fantastisch. Selten sind die Schreckmomente zwar nicht, dafür wurden sie aber immer wieder selten dämlich umgesetzt. So ist in „Insidious 3“ beim Erschrecken Einfallslosigkeit Programm, schließlich entpuppen sich die Schocksequenzen als 08/15 Angstmacher, die in ihrer trivialen Form auch dem Kopf eines Dreijährigen entsprungen sein könnten, der hier versucht hat seine persönlichen Hui-Buh-Momente auf Zelluloid zu bannen.
 
 
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Also, wir haben hier zur Hälfte dieselben stumpfsinnigen Charaktere wie in den Vorgängerfilmen und zur anderen Hälfte neue Gesichter, die aber ebenso austauschbar sind wie Familie Lambert (wobei man sich fragen muss, wie schlecht es um Dermot Mulroney finanzielle Situation bestellt sein muss, wenn er in so einem Murks mitspielt). Lin Shaye arbeitet sich gewohnt souverän auch noch durch den größten Horror-Mumpf (damit hat sie ja ausreichend Erfahrung – die Senioren-Horrorqueen) und Pips und Pups, äh Sampson und Whannell sehen noch behämmerter aus als in den anderen „Insidious“-Teilen. Der angezettelte Budenzauber unterläuft problemlos jegliches Interesse-Radar und ist so konventionell, zäh und laberlastig geworden, dass man aufpassen muss, den Film nicht mit tausenden anderen Genrebeiträgen zu verwechseln. Wurde der lächerlichen Schlussakkord erwähnt, der den Zuschauer unsanft zu dem zeitlich danach angesiedelten Teil 1 der Reihe schubst?
 
 


 
 
 

INSIDIOUS: CHAPTER 3 – Fazit

 
 
 
2 Punkte Final
 
 
 
„Insidious Chapter 3“ ist genauso überflüssig und einfallslos wie die ersten beiden Teile. Leigh Whannell ist bestenfalls ein mittelmäßiger Schauspieler und ein schaurig schlechter Regisseur. Die hier angewandten Schockmomente sind Standards des Standard und bestenfalls laut und lächerlich. Die Darsteller spielen zugegebenermaßen solide, aber was nützt gutes Schauspiel, wenn der Film selbst für die Tonne ist? Zwischen den plumpen Erschreckversuchen ist der Film zäh und viel zu dialoglastig. Schauspielerin und Horrorikone Lin Shaye ist mittlerweile über 70. Vielleicht sollte sie lieber in Rente gehen, als in immer weiteren Horrorgurken mitzuspielen. Für Fans der Reihe vermutlich wieder ganz großes Gruselkino. Für den Genrekenner eher eine Anleitung zum wiederholten Gähnen. Nicht mehr als zwei von zehn Fortsetzungsreihen, die besser nie fortgesetzt worden wären.
 
 


 
 
 

INSIDIOUS: CHAPTER 3 – Zensur

 
 
 
„Insidious: Chapter 3“ ist – wie schon die Vorgänger – subtiles Gruselvergnügen ohne blutige Raffinessen. Hier wird in erster Linie erschreckt und gespukt. Das hat dem Streifen eine FSK16 beschert. Natürlich in ungeschnittener Form versteht sich.
 
 
 


 
 
 

INSIDIOUS: CHAPTER 3 – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Sony Pictures Home Entertainment

 
 
 

TECHNISCHE DATEN

Originaltitel: Insidious: Chapter 3; Kanada | USA 2015

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1, Englisch (Hörfilmfassung) DD 5.1, Italienisch DTS-HD MA 5.1, Französisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Englisch, Englisch für Hörgeschädigte, Französisch, Türkisch, Arabisch, Italienisch, Finnisch, Dänisch, Norwegisch, Schwedisch, Niederländisch

Bild: 2.39:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 97 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Heimsuchung: Ein Medium berichtet, Entfallene Szenen, Stunts: Der Autounfall, Cherry Glazerr: Tiptoe Through the Tulips, Makabre Kreationen, Enthält auch die Geschichte des Anfangs: Blick „Hinter die Kulissen“ von Chapter 3

Release-Termin: 12.11.2015

 

Insidious: Chapter 3 – Jede Geschichte hat einen Anfang [Blu-ray] ungeschnitten bei AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

INSIDIOUS: CHAPTER 3 – Trailer

 
 

 
 

MissVega

(Mehr Kritiken von MISSVEGA gibt es hier zu lesen)

Die Rechte aller Grafiken liegen bei SONY PICTURES HOME ENTERTAINMENT

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Insidious (2010)
 
Insidious: Chapter 2 (2013)
 
Poltergeist (1982)
 
Poltergeist II – Die andere Seite (1986)
 
Poltergeist III – Die dunkle Seite des Bösen (1988)


Filmkritik: „The Final Girls“ (2015)

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THE FINAL GIRLS

Story

 
 
 
Als in jenem Kino ein Feuer ausbricht, in dem anlässlich des Todes der Horrorfilm-Schauspielerin Amanda Cartwright ein Gedenk-Event stattfindet, finden sich Amandas Tochter Max und ihre Freunde plötzlich im berühmtestem Film der verstorbenen Schauspielerin wieder: „Camp Bloodbath“. Nun müssen sie selbst ums Überleben kämpfen.
 
 
 


 
 
 

THE FINAL GIRLS – Kritik

 
 
 
Regisseur Todd Strauss-Schulson kann bei IMDb zwar schon auf 25 Regie-Einträge verweisen, allerdings ist „The Final Girls“ erst sein dritter Kinofilm (nach „Private High Musical“ von 2008 und „Harold & Kumar“ von 2011). Und Strauss-Schulson hat aus dem Drehbuch der Neulinge M.A. Fortin und Joshua John Miller wirklich das Bestmögliche herausgeholt. Leider bietet das Script nicht die bestmögliche Story, so dass „The Final Girls“ bedauerlicherweise nicht so gut ist, wie er definitiv hätte werden können. Denn wo findet der geneigte Horrorfan heute noch einen Film, der ordentlich budgetiert und mit fähigen Darstellern ausgestattet ist und darüber hinaus noch mit einer originellen Story-Idee punkten kann? Eben. Da ist es dann umso ärgerlicher, wenn der Film erkennen lässt, dass er hinter seinen Möglichkeiten geblieben ist. „The Final Girls“ hat fast alles richtig gemacht, allerdings hapert es an zwei grundlegenden Dingen, die diesen Film perfekt gemacht hätten: wesentlich mehr Gore und viel mehr Humor. So vergehen die 88 Minuten Laufzeit zwar auch recht kurzweilig, aber der Film ist leider viel zu unlustig. Zudem blendet Scott-Schulson bei fast jeder Slasher-Szene ab, so dass kaum Blut zu sehen ist. Das ist wirklich ärgerlich, weil „The Final Girls“ ansonsten über ein paar wirklich gute Ideen verfügt.
 
 
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Max (Taissa Farmiga aus „Mindscape„) hat ihre Mutter, die Horrorfilm-Ikone Amanda Cartwright (Malin Akerman), vor drei Jahren bei einem Autounfall verloren. Über diesen Verlust ist Max immer noch nicht hinweg. Als ein Bekannter sie bittet, an einem Gedenk-Event für Amanda teilzunehmen, an dem ein Double-Feature ihrer berühmtesten Filme „Camp Bloodbath 1+2“ gezeigt wird, lehnt Max deshalb zunächst ab. Schlussendlich taucht sie aber doch im Kino auf, in dem der Film gezeigt wird. Als dort plötzlich ein Feuer ausbricht, suchen Max und ihre Freunde einen Ausweg. Kurzerhand stürzen sie durch die Leinwand und landen dabei mitten im gezeigten Film aus den 1980er Jahren. Das Wiedersehen mit ihrer dort noch blutjungen Mutter macht Max schwer zu schaffen. Allerdings bleibt keine Zeit für langes Nachdenken, denn immer noch schleicht ein Killer durchs Camp und macht auch vor Max und ihren Freunden nicht halt. Wird es der sypmpathischen Hauptdarstellerin und ihren Freunden gelingen, dem Killer zu entwischen und vielleicht sogar die Mutter der Filmheldin zu retten. Oder werden sie auf ewig in dem billigen Schocker „Camp Bloodbath“ gefangen bleiben?
 
 
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Zunächst zum Positiven: „The Final Girls“ hat ein paar wirklich grandiose Ideen. Die Freunde bekommen wiederholt die Möglichkeit, ins Camp Bloodbath zu gelangen, als sie sich nach ihrer Flucht aus dem brennenden Kinosaal unverhofft im waldähnlichen Setting des Films wiederfinden. Denn nach genau 92 Minuten beginnt der Film immer wieder von vorn, so dass die anfänglich ausgeschlagene Mitfahrgelegenheit im dritten Anlauf endlich wahrgenommen wird. Auch zum Thema Rückblenden hat Scott-Schulson sich etwas einfallen lassen. Zum Beispiel kann man über die eingeblendete Schrift herübersteigen, die anzeigt, in welchem Jahr man sich gerade befindet. Als die Freunde auf einmal ganz langsam sprechen und sich auch so bewegen, stellen sie erstaunt fest, dass sie sich in einer Slow-Motion-Sequenz befinden. Und als sich Hedlin Max nach ihrem letzten Kampf umdreht und zum Himmel blickt, wird dort der nun eingeblendete Abspann sichtbar. Diese kleinen Ideen sind wirklich lustig und machen Spaß. Der Film ist eine Hommage an „Freitag, der 13.“ und zeigt dies gern und deutlich durch schonungslosem Gebrauch von Slasher-Klischees. So taucht der Killer immer dann auf, wenn die Protagonisten gerade am Fummeln sind. Zudem wurde er als Kind in einem Ferienlager gehänselt, trägt eine alberne Maske und pflügt sich mit einer Machete durch seine Opfer. Darüber hinaus hat Scott-Schulson ein paar wunderbare Szenen in seinen Film gestreut, in denen 80er und Neuzeit aufeinanderstoßen. So treffen Walkmans auf Handys, was bei den Filmfiguren für Verwirrung sorgt.
 
 
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Scott-Schulson hat außerdem viel Wert auf ordentliche CGI und coole Bilder gelegt. Oft taucht er die Settings in satte, leuchtende Farben, die den Look des Films nennenswert unterstreichen. Auch die Darsteller geben ihr Bestes und spielen solide. Der 37jährigen Malin Akerman nimmt man das Teenager-Blondchen im Film-im-Film zwar nicht ganz ab, dennoch spielt sie ihre Rolle gut. Taissa Farmiga ist die 21jährige Schwester der doppelt so alten Vera Farmiga („Up in the Air“) und liefert als emotional völlig überforderte Filmheldin Max ebenfalls glaubwürdige Leistungen ab. Erwähnenswert wäre dann vielleicht noch Angela Trimbur als tumbe, aber sexy Tina, die wunderbar überzogen von ihr dargeboten wird. Guter Cast, guter Look, coole Ideen und stimmiger Soundtrack – bis hierhin hat Scott-Schulson alles richtig gemacht.
 
 
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Was seinem Film dann leider zumindest teilweise das Genick bricht, sind die zu spärlich vertretenen Komponenten Humor und Splatter. Da ist sogar das Vorbild von 1980 blutiger und zeigefreudiger als dieser Film. Scott-Schulson blendet fast jedes Mal ab, sobald die Machete geschwungen wird oder vermeintlich blutige Auseinandersetzungen stattfinden. Von grausig-absurden Morden oder bösen Verletzungen bekommt man hier also so gut wie nichts zu sehen, was wenig Sinn macht, wenn man einen Horror-Slasher dreht. Darüber hinaus fehlt es dem Film, abgesehen von ein paar humoristischen Wortspielchen, eindeutig an Witz. Der sich förmlich anbietende Running Gag um das Ableben einer der Protagonisten wird verschenkt. Coole One-Liner von Amanda und Vicki wie „Dann heb ich mich eben für George Michael auf“ und „Darauf würde ich mich lieber nicht verlassen“ bleiben die Ausnahme. Somit werden die 88 Minuten Laufzeit zum teils zähen Trauerspiel, eben weil man so gut erkennen kann, welches Potenzial der Film gehabt hätte.
 
 


 
 
 

THE FINAL GIRLS – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Kaum Witz und wenig Gewalt. Diese Mankos machen „The Final Girls“ leider zu einem durchschnittlichen Horrorfilme – etwas, was man diesem Film wirklich nicht gegönnt hätte. Dennoch kann man mit diesen Final Girls durchaus Spaß haben, denn trotz der erwähnten fehlenden Zutaten liegt der Film qualitativ weit über dem, was man normalerweise im Horrorgenre geboten bekommt. Vielleicht kommt es ja so, wie auch im Film „Camp Bloodbath“: ein zweiter Teil kündigt sich an. Bis dahin solide sechs von zehn blutigen Camps, um die man besser einen weiten Bogen macht.
 
 


 
 
 

THE FINAL GIRLS – Zensur

 
 
 
„The Final Girls“ hat von der FSK eine Jugendfreigabe erhalten. Sonderlich blutig sind die Morde nicht, was die FSK16 durchaus gerechtfertigt. Slasher-Fans können daher bedenkenlos zugreifen.
 
 
 


 
 
 

THE FINAL GIRLS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
the-final-girls-bluray

(c) Sony Pictures Home Entertainment

 
 
 

TECHNISCHE DATEN

Originaltitel: The Final Girls; USA 2015

Genre: Horror, Thriller, Komödie

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1, Italienisch DD 5.1

Untertitel: Deutsch, Dänisch, Englisch für Hörgeschädigte, Finnisch, Hindi, Italienisch für Hörgeschädigte, Norwegisch, Polnisch, Schwedisch, Türkisch

Bild: 2.40:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 91 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Kommentar von Cast & Crew, Kommentar des Drehbuchautors, Entfallene, erweiterte und alternative Szenen mit optionalem Kommentar vom Regisseur, Entwicklung der visuellen Effekte Vorschau-Animation

Release-Termin: 12.11.2015

 

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THE FINAL GIRLS – Trailer

 
 

 
 

MissVega

(Mehr Kritiken von MISSVEGA gibt es hier zu lesen)

Die Rechte aller Grafiken liegen bei SONY PICTURES HOME ENTERTAINMENT

 
 
 
Ähnche Filme:
 
You Can’t Kill Stephen King (2012)
 
Chuckys Baby (2004)
 
Freddy’s New Nightmare (1994)
 
Scream 2 (1997)
 
Scream 3 (2000)
 
Scream 4 (2011)
 


Filmreview: „Afflicted“ (2013)

Afflicted-2013
 
 
 

AFFLICTED

Story

 
 
 
Derek reist mit seinem Freund Cliff um die Welt und entdeckt nach einem Schäferstündchen mit einer geheimnisvollen Frau, dass sein Körper übernatürliche Kräfte entwickelt. Die anfänglich faszinierenden Fähigkeiten werden jedoch schnell zum Albtraum als es Derek plötzlich nach Menschenblut dürstet …
 
 
 


 
 
 

AFFLICTED – Kritik

 
 
 
Willkommen in der vielfältigen Found-Footage-Welt, wo fast jedes Horrorfilmthema in irgendeiner Weise lukrativ wiederverwertet wird, um maximales Kapital rausschlagen zu können. Die Produktionskosten sind gering und die Bandbreite an unterschiedlichen Horrorstoffen umfangreich, so dass geistloser Wackelcam-Nachschub auch in den kommenden Jahren garantiert sein dürfte. Zwischen all den lieblos heruntergekurbelten Gruselstreifen dieser Art, scheint es dennoch immer mal wieder kleinen Horror-Perlen zu geben, die es tatsächlich schaffen dem allmählich nervenden Subgenre etwas Gutes abzugewinnen. Die zweiteilige Wackel-Anthologie V/H/S hat das mit Bravour bewiesen und auch die kürzlich besprochenen Schocker THE DEN (2013) und WER (2013) zeigen eindrucksvoll, dass man auch aus Filmen mit Shaky-Cam-Methodik packende Horrorunterhaltung zaubern kann. Nun gesellt sich zu den besseren Werken dieser Art der von DEREK LEE und CLIF PROWSE inszenierte Kracher AFFLICTED, der auf einschlägigen Filmfestival durchweg positiv aufgenommen wurde und knapp dreieinhalb Jahre Arbeit verschlungen hat. Für ihr Debüt haben es sich die beiden Nachwuchsregisseure nicht nehmen lassen auch gleich die Hauptrolle im Horrorhit zu übernehmen. Erste Erfahrungen als Schauspieler konnten die Freunde (die bereits seit dem 15. Lebensjahr zusammen Filme machen) bereits in ihren ersten Kurzfilmen sammeln, wo sie nicht nur hinter der Kamera standen, sondern auch davor agierten. Eigentlich entstand die Idee zu AFFLICTED aus der Not heraus. Die beiden ambitionierten Neulinge schrieben an einem Action-Thriller, von dem sie wussten, dass sie dafür unmöglich einen Geldgeber finden würden. Mit dem Ziel vor Augen endlich einen eigenen Langfilm zu drehen, zogen sich die beiden Filmliebhaber in ihr Kämmerlein zurück und steckten die Köpfe zusammen. Nach einigen Drehbuchversionen entstand die Idee zur kostengünstigen Fake-Doku AFFLICTED, die nicht nur das unbeliebte Subgenre neu erfinden, sondern erneut die Lust auf Wackelkamerafilme wecken sollte.
 
Der übernatürliche Dokumentarfilm handelt vom erfolgreichen Software-Entwickler Cliff Prowse (CLIFF PROWSE), der mit seinem langjährigen Freund Derek Lee (DEREK LEE) beschließt, um die ganzen Welt zu reisen. Der aufregende Trip soll auf Video festgehalten werden, schließlich führt Cliff einen erfolgreichen Blog, der von Internetnutzern auf dem gesamten Globus gelesen wird. Die anfängliche Freude bekommt jedoch einen unerhofften Dämpfer, als der ahnungslose Derek erfährt, dass in seinem Hirn ein Aneurysma heranwächst und die Heilungschancen alles andere als rosig ausschauen. Trotzdem wollen sich die Freunde die aufregende Sause nicht entgehen lassen. Eine der ersten Stationen ist Paris, wo Derek nach einem Schäferstündchen mit einer mysteriösen Schönheit von seinem besten Kumpel niedergeschlagen im Hotelzimmer vorgefunden wird. Der Schreck sitzt tief, hindert die Freunde aber nicht daran, weiter die Welt zu erkunden. Nach anfänglichen Krankheitssymptomen beginnt Derek eine eigenartige Transformation zu durchleben. Sonnenlicht lässt binnen weniger Minuten die Haut verbrennen und Bärenkräfte sorgen für Erstaunen. Leider hat die unerwartete Verwandlung zum Superhelden auch Nebenwirkungen, denn Derek dürstet es nach menschlichem Blut. Bekommt er den Lebenssaft nicht innerhalb weniger Tage zu trinken, mutiert er zum unberechenbaren Killervampir, der sich bald nicht mehr unter Kontrolle hat und im Rausch den besten Kumpel tötet. Doch welche Ursachen hat die Mutation. Fragen, auf die Derek schon bald eine Antwort findet.
 
Die Idee Found-Footage mit Superhelden-Klischees zu verbinden ist nicht neu. Bereits 2012 hat Hollywood mit CHRONICLE – WOZU BIST DU FÄHIG Ähnliches ausprobiert und einen durchaus sehenswerten Mysterythriller in die Kinos gebracht, der vor allem durch verblüffend einfallsreiche Spezialeffekte überzeugen konnte. AFFLICTED ist aus ähnlichem Holz geschnitzt und kann quasi als Horror-Antwort zum Überraschungs-Hit von JOSH TRANK gesehen werden. DEREK LEE und CLIF PROWSE punkten mit fesselnden First-Person-Sequenzen, die vor allem in der zweiten Filmhälfte kaum Zeit zum Verschnaufen lassen. Während sich der erste Teil der Handlung auf die zunächst faszinierenden Fähigkeiten konzentriert und die Freunde beim Erkunden der Superkräfte begleitet, entwickelt sich AFFLICTED ab Filmmitte zur schweißtreibenden Hetzjagd durch Straßengassen und Wohnkomplexe, weil Derek mit seinem unkontrolliertem Blutdurst die Aufmerksamkeit der Sicherheitskräfte auf sich zieht. Die verfolgen den ohnehin gebeutelten Protagonisten auf Schritt und Tritt, wobei der Zuschauer die Ereignisse aus der Egoperspektive beiwohnen darf und sich während Dereks Flucht nicht selten in einer Spielfilmversion des Konsolen-Games MIRRORS EDGE wähnt. Es wird von Hauswand zu Hauswand gehangelt, aus schwindelerregenden Höhen gesprungen und durch finstere Gänge geflitzt; der Actionanteil ist nicht zu verachten und fesselt vermehrt durch Hochspannung statt literweise Kunstblut. Natürlich kommen auch hungrige Gorehounds auf ihre Kosten, auch wenn AFFLICTED sich eher dezent zurückhält mit der Zurschaustellung splattriger Raffinessen. Nach anfänglicher Freude über die neuen Fähigkeiten, folgt die Ernüchterung. Weil Derek im Jagdmodus Best Buddy Cliff zerfetzt hat, sieht er keinen anderen Ausweg, als sich selbst das Leben zu nehmen. Um nicht weitere Unschuldigen zu töten, steckt er sich eine Schrotflinte in den Mund und drückt ab. Leider ist der Super-Vampir unkaputtbar, denn wenige Minuten später regeneriert sich die üble Kopfwunde von selbst.
 
Die Macher DEREK LEE und CLIF PROWSE haben mit AFFLICTED einen Hammer-Film gedreht, der Found-Footage-Gegner eines Besseren belehrt. Statt die ewig gleiche Wackel-Rezeptur unspektakulär zu kopieren, fesseln die beiden Filmneulinge durch rasant und schnörkellos inszeniert Horrorunterhaltung mit verblüffenden Spezialeffekten, die ganz schnell die vielen üblen Wackelkamerafilme vergessen lassen. Übrigens halten die beiden Regisseure weitestgehend Abstand von den obligatorischen Bildtotalausfällen und der langsam nervenden Kamerawackelei, die es dem Zuschauer oftmals erschweren der Handlung überhaupt folgen zu können. Statt die eingerostete Klischeeliste für Found-Footage-Machwerke abzuhaken, beweisen LEE und PROWSE Mut zur Originalität und verknüpfen die oftmals leidlich unterhaltsame Filmart erfinderisch mit dem langlebigeren Vampirgenre. Herausgekommen ist ein Film, den sich Horrorfilmfans unbedingt vormerken sollten, denn AFFLICTED rockt auf ganzer Linie.
 
 
 


 
 
 

AFFLICTED – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
AFFLICTED erfindet das Found-Footage-Genre neu und gehört mit Abstand zum Besten, was diese Filmart bisher hervorgebracht hat. Wer die Superhelden-Schlacht CHRONICLE – WOZU BIST DU FÄHIG gemocht hat, wird diesen Film lieben. Kein Wunder haben doch die Macher DEREK LEE und CLIF PROWSE nicht nur stumpf kopiert, sondern einen Horrorstreifen geschaffen, der durch erfinderische Kameraführung, bemerkenswerte Spezialeffekte und jede Menge Originalität überzeugt. AFFLICTED ist eine technisch beeindruckende und spannungsgeladene Horror-Hatz bei der man irgendwie gar nicht so recht glauben will, dass es sich hier um einen Low-Budget-Indie handelt für den nur wenig Budget zu Verfügung gestanden hat. Das allein dürfte jedoch schon ausreichen, dass man auf das gespannt sein darf, was die Nachwuchsregisseure demnächst in die Kinos bringen werden. Das FILMCHECKER-Team hätte nie gedacht, dass das ausgelutsche Found-Footage-Filmthema noch einmal einen so kreativen Schub erhalten würde. Von daher können wir AFFLICTED nur jedem Filmfan empfehlen, der einen guten und packenden Horrorschocker sehen mag.
 
 
 


 
 
 

AFFLICTED – Zensur

 
 
 
AFFLICTED hat in der ungeschnittenen deutschen Fassung den blauen FSK16-Flatschen erhalten. Sonderlich grausam ist der Streifen nicht, demnach darf er bereits von Jugendlichen gesehen werden.
 
 
 


 
 
 

AFFLICTED – Deutsche Blu-ray

 
 
 
afflicted-blu-ray

(c) Sony Pictures Home Entertainment

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Afflicted; USA 2013

Genre: Horror, Mystery, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1, Englisch (Hörfilmfassung) DD 5.1, Italienisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Englisch, Italienisch, Finnisch, Dänisch, Norwegisch, Schwedisch, Englisch für Hörgeschädigte

Bild: 1.78:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 85 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: „Hinter den Kulissen“ von Afflicted, Anatomie einer Szene: Der Sprung aus dem Fenster, Entfallene Szenen

Release-Termin: 04.09.2014

 

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AFFLICTED – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Absence (2013)
 
Chronicle (2011)
 
Cloverfield (2008)
 
Europa Report (2013)
 
Apollo 18 (2011)
 


Filmreview: „Evil Dead“ (2013)

Evil Dead 2013
 
 
 

EVIL DEAD

Story

 
 
 
Der plötzliche Tod der eigenen Mutter hat die beiden Geschwister Mia und David furchtbar entfremdet. Aus Angst die tödliche Krankheit der Mutter auch in sich zu tragen, versucht David dem Problem zu entkommen, indem er davonläuft. Seine jüngere Schwester sieht sich im Stich gelassen und verfällt daraufhin den Drogen. Um den Weg zurück in eine normale und geregelte Welt zu finden, treffen die Geschwister erneut aufeinander, um eine Lösung für Mias Drogensucht zu finden. Zusammen mit einigen Freunden versuchen sie weit draußen in einer Hütte im Wald, dem Problem Herr zu werden und stellen die traumatisierte Mia unter kalten Entzug. Doch irgendwas ist mysteriös an der vermeintlich vertrauten Behausung. Irgendjemand scheint sich Zugang zum Keller der Hütte verschafft und ein ominöse Ritual betrieben zu haben. Schnell stoßen die Freunde auf ein seltsames Buch, aus dem Eric einige der verschlüsselten Botschaften liest. Ein fataler Fehler, denn mit dem Aussprechen der Verse, erweckt er einen bösartigen Dämon, der sich alsbald den Körpern der Freunde bemächtigt …
 
 
 


 
 
 

EVIL DEAD – Kritik

 
 
 
20 Jahre sollte es dauern, bis das beliebte EVIL DEAD-Franchise in eine neue Runde gehen sollte.
Vermutlich schien der Wunsch nach einer weiteren Fortsetzung und der Erwartungsdruck der Fanbase derart enorm gewesen zu sein, dass sich in Zeiten lukrativer Remakes auch Erfinder und Macher der Ur-Trilogie SAM RAIMI dazu verpflichtet sah, die allmählich in die Jahre gekommene TANZ DER TEUFEL-Serie mit Hilfe eines Reboots, auch einem jungen und unwissenden Publikum zugänglich zu machen und die bisherigen Liebhaber der Reihe ebenso zufriedenzustellen. Mit überraschenden Folgen. Nachdem ein überzeugender Trailer im Netz die Runde machte, entstand um die kommende EVIL DEAD-Neuauflage ein, bisher im Horror-Genre wohl noch nie dagewesener Hype, der die Vorfreude auf die kommende Neuauflage unter Anhängern des „bösen Horrorfilms“ unweigerlich wachsen lies. Kassenträchtig als den „wohl schrecklichsten Film aller Zeiten“ betitelt, schlug EVIL DEAD nach dem amerikanischen Kinostart ein wie eine Bombe. Bereits am ersten Startwochenende schwemmte der 17 Millionen Dollar teurer Film fast das Doppelte seinen Budgets in die amerikanischen Kinokassen, sodass sich das Filmstudio SONY und die gesamte Produzenten-Riege dazu entschloss, dem Reboot drei weitere Teile folgen zu lassen: zwei Fortsetzungen, um die Neuauflage als Trilogie zu komplettieren sowie ein ARMY OF DARKNESS-Sequel, um die Ur-EVIL DEAD-Serie weiterspinnen zu können. Glaubt man den diversen Gerüchten im Internet, sollen beide Reihen letztendlich sogar ineinander übergreifen, sodass für die kommenden Jahre ein regelrechter TEUFELSTANZ im Kino zelebriert werden dürfte.
 
Nun steht jedoch mit dem ersten, „neuen“ EVIL DEAD-Teil vorerst ein gehörig bösartiger Schocker ins Haus, der weltweite Horrorfilmfreunde vermutlich in zwei Lager spalten dürfte. Denn die Neuaufguss mag zwar trotz der durchaus gelungenen Umsetzung nicht jedem Filmfreund auf Anhieb munden wollen. Gerade den Verfechtern der EVIL DEAD-Klassiker und den Liebhabern schön altmodischer Retro-Kost dürfte der neue, ziemlich hektisch und schnell geschnittene Splatter-Trip, ein gehöriges Grummeln ins Gesicht zaubern. Die, aus heutiger Sicht oftmals naiv-wirkende, charmant-liebenswerte 80er Jahre Atmosphäre sucht man hier vergebens, denn EVIL DEAD ist perfekt durchgestylt von Anfang bis Ende. Hier wurde wahrlich Liebe zum Detail betrieben, denn jede Szene, jeder Effekt und jeder Kameraeinstellung wirkt genau geplant und präzise durchleuchtet. Fast schön möge man meinen, dass die Reihe mit dem aktuellen Neuanfang den Mainstream erreicht hat, denn mit den adretten Jungschauspieler-Ensemble, all den hochwertig gefilmten Szenen und professionell umgesetzten Splatter-Effekten erinnert der neue und MAKELLOSE EVIL DEAD fast schon an einen, auf das heutige MTV-Publikum zugeschnittenen Blockbuster, wie man ihn aktuell leider zu oft in derart Form im Kino präsentiert bekommt.
 
Dennoch, keine Bange, den erwartungsfreudigen Filmfreunden da draußen sei versichert, der Film rockt – und das gewaltig. Mit dem größtmöglichen Respekt und bemerkenswert viel Herzblut hat sich Nachwuchsregisseur FEDE ALVAREZ an einen der vermutlich wichtigsten Werke innerhalb des Horror-Genres gewagt und einen Film geschaffen, der die Messlatte für all die noch kommenden Neuauflagen mehr oder weniger bekannter Horrorfilme erheblich weit nach oben getrieben hat. EVIL DEAD ist einer dieser Gruselschocker, bei dem wahrlich alles stimmt. Bereits die kultige Vorlage war nicht gerade eine Garant für tief verzwickte Story-Wendungen und erzählerische Tiefe und dennoch schaffte der Klassiker ein unwohliges und beängstigendes Gefühl zu entwickeln, dass vor allem dafür sorgte, einigen zartbesaitete Gemütern einige schlaflose Nächte zu bereiten. Die durchaus erschreckend, dichte Atmosphäre und das gespenstige Setting verhalfen dem Klassiker, zusammen mit den für damalige Verhältnisse derben Splatter-Exzessen, zum Kultstatus, den er nun heute genießen darf. Umso nachhaltiger die Sorge aller Fans des Originals, ob diese bedrückende Spannung auch im EVIL DEAD des Jahres 2013 konsequent beibehalten werden kann. Ja das tut sie! Die geisterhafte Kulisse ist eine Wonne und erinnert in ihren besten Momenten, an die alptraumhaften Szenarien eines TIM BURTON. Regisseur FEDE ALVAREZ ist stets darum bemüht, jede Einstellung anders ausschauen zu lassen und lässt die Kamera virtuos um die wenigen Protagonisten sausen, sodass der Film gerade aufgrund seiner aufgesetzten Künstlichkeit beinahe etwas Märchenhaftes besitzt. Bemerkenswert ebenso, dass ALVAREZ versucht, der unlängst bekannten Geschichte mehr Tiefgang zu verleihen. Erfährt man in den Originalteilen nur sehr wenig über den Hauptdarsteller Ash, so überrascht, dass die Geschwister Mia und David nun sogar eine Art Charakterentwicklung durchleben, auch wenn diese an einigen Stellen etwas arg aufgesetzt wirkt. Der interessanteste Aspekt des Reboots scheint aber in der Geschichte des Buches zu liegen, der endlich auch einmal etwas Aufmerksamkeit geschenkt wird. Die Legende rund um die darin beschriebene Beschwörung eines Dämons, wirkt runder und stimmiger als in der Original-Trilogie und bietet zudem reichlich Stoff für die noch (hoffentlich) kommenden beiden Fortsetzungen der Neuauflage.
 
Was aber natürlich alle Fans des aktuellen DÄMONENTANZES am meisten interessieren dürfte, wäre der Härtegrad, der bereits im Trailer offenkundig zur Schau gestellt wurde.
Der wird natürlich ganz zur Freude hungriger Gorehounds deftig auf die Spitze getrieben und dürfte Otto-Normal-Kinogänger gänzlich verschreckt im Kinosessel zusammenzucken lassen. EVIL DEAD wirkt ernst und hart, keine Frage, aber trotzdem schafft es Regisseur FEDE ALVAREZ an wenigen Stellen im Film einige kleine slapstickartige Einlagen zu verstecken, die an die großartig abgedrehten Momente eines EVIL DEAD 2 – DEAD BY DAWN (1987) erinnern. Hier wäre vor allem die Szene zu nennen, in der eine der Protagonisten bei lebendigen Leib den eigenen Arm mit Hilfe eines elektrischen Küchenmessers abtrennen möchte, dieser zu aller Entsetzen an nur noch einer Vene baumelt und letztendlich unerwartet abreißt. Zudem dürfte der etwas skurrile Einsatz von gewöhnlichem Klebeband für das Versorgen der schlimmsten Wunden, im Film für einige Schmunzler sorgen. Und: so viele zugeschlagene Türen, wie in EVIL DEAD bekommen vermutlich nur die Kontrolleure der GEZ zu Gesicht. Alle Effekte im Film sind handgemacht, was man irgendwie rein gar nicht glauben mag, treten die diversen Verbrennungen, Enthauptungen, Brechanfälle und Make up-Effekte derart professionell in Erscheinung, dass es fast schon eine Wonne ist, dem nächsten schrecklichen Tod einer der Protagonisten beizuwohnen. Leider trübt der bisher bereits im Netz kursierende RED BAND-Trailer ein wenig den Gesamteindruck, denn dieser verrät, bis auf den Prolog und das pompöse, mit orchestralen Klängen unterlegte Finale, zu viel über das furchtbare Ableben der im Film agierenden Charaktere.
 
 
 
Die Neuauflage des berüchtigten EVIL DEAD-Schockers ist eines der wenigen Remakes in letzter Zeit, welche man als vollkommen gelungen betiteln kann. Die Geschichte rund um die abgelegene Hütte und den Protagonisten, die sich zu sich selbst zerfleischenden Wesen verwandeln, ist zwar nicht neu, wirkt aber Dank der vielen, hervorragenden und abwechslungsreichen Einfälle des Nachwuchsregisseurs FEDE ALVAREZ erfrischend anders und stets spannend. Hier kommt der Feuerhaken aus dem Original-Film von SAM RAIMI ebenso zum Einsatz, wie die Motorsäge, die spätestens während des Finales für wohlig-superbe Schauer sorgen dürfte. Die hektische und rasante Dämonenhatz ist erstaunlich kurzweilig, toll bebildert und herrlich derbe, sodass man nur hoffen kann, dass sich bald ein Drehbuch für ein Sequel finden lässt, damit die Geschichte auf gleichem Niveau fortgeführt werden kann. Was im übrigen die hiesige FSK geritten haben muss, dieses Remake in seiner ungeschnittenen Rated R-Form auch für den deutschen Zuschauer unbeschnippel zugänglich zu machen, entzieht sich unserer Logik. Der EVIL DEAD des Jahres 2013 ist das wohl derbste Filmchen, was seit SAW über die deutschen Kinoleinwände flimmerte. Immerhin, das lässt hoffen, dass SONY PICTURES auch in deutschen Gefilden versuchen könnte, den bei weitem „harmloseren“ Originalfilm vom Index zu bekommen.
 
 
 


 
 
 

EVIL DEAD – Fazit

 
 
 
9 Punkte Final
 
 
 
Gegen das Remake sieht das Original aus wie Kinderfasching. Bitterbös-blutige Dämonen-Hatz für ganz mutige Kinozuschauer.
 
 
 


 
 
 

EVIL DEAD – Zensur

 
 
 
Die deutsche Kinofassung war identisch mit der Amerikanischen, die bereits vor dem US-Kinostart einige Frames Federn lassen, um ein lukratives RATED R erhalten zu können. Zwar lies Regisseur AVAREZ vor dem Kinostart verlauten, dass für die Heimkinoauswertung eine ungeschnittene UNRATED-Variante vorgesehen wäre; das Vorhaben wurde jedoch kurzerhand auf Eis gelegt. Nach dem offiziellen Kinorelease verkündete AVAREZ, dass es sich angeblich bei der zerschnippelten RATED R-Fassung um seine bevorzugte Filmversion handeln würde. Diese kommt jetzt auch auf Blu-ray und DVD in den deutschen Handel. Hierbei wird es zwei Schnittversionen geben. Während die SPIO/JK-Variante ungeschnitten ist und der RATED R-Fassung entspricht, ist die Kaufhausvariante mit dem KEINE JUGENDFREIGABE-Aufdruck geschnitten.
 
 
 


 
 
 

EVIL DEAD – Deutsche Blu-ray

 
 
 
evil dead
 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Evil Dead; USA 2013

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch und Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Englisch, Türkisch

Bild: (2.35:1 (1920x1080p)

Laufzeit: ca. 89 Min. (geschnittene Fassung) / ca. 91 Min. (ungeschnittene Fassung)

FSK: Keine Jugendfreigabe (geschnittene Fassung) / SPIO/JK (ungeschnittene Faasung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Regisseur der Toten: Regisseur Fede Alvarez‘ Neuentwurf eines kultigen Horrorklassikers, Mias Weg: Die körperliche und psychische Verwandlung in „die böse Mia“, Kommentar mit Besetzung und Filmemachern, Das entfesselte Böse: Die Ursprünge und das Design des neuen Buchs der Toten, Evil Dead – Das Remake, Alles möglichst schwierig

 
 
 
Endlich hält auch das Remake des vermutlich kultigsten Splatter-Klassikers aller Zeiten Einzug in die heimischen Wohnzimmer, wobei Rechteinhaber SONY PICTURES HOME ENTERTAINMENT löblicherweise auch Fans die Möglichkeit eingeräumt hat EVIL DEAD in seiner ungeschnittenen RATED R-Fassung kaufen zu können. Neben der zerschnippelten FSK-Variante gibt es selbstverständlich auch eine unzensierten Fassung mit SPIO/JK-Stempel, die vermutlich nicht allzu lang frei erhältlich sein wird. Daher sei jedem Sammler ans Herz gelegt diese Filmfassung so schnell wie möglich zu ordern, bevor ihr die Indizierung droht oder sie gar auf dem Index landet. Neben den herkömmlichen Amaray-Hüllen kann der Liebhaber schicker Blu-ray-Verpackungen tolle Steelbooks des Remakes erstehen. So packt der Drogeriemarkt MÜLLER die ungeschnittene Filmversion in ein derartiges Sammlerstück, während SATURN und MEDIA MARKT nur die geschnittene Auflage in das Steelbook stecken. Rein technisch hat sich SONY bei der Umsetzung der Blu-ray nicht lumpen lassen. Diese kommt erstaunlich umfangreich daher und überzeugt durch tolles Bild und satten Sound. Das Menü zeigt Szenen des Films während der Zuschauer mittels Blutklecks durch die Menüstruktur navigieren kann. Im Bonusbereich wird volles Programm geboten. Für einen Horrorfilm dieser Größenordnung schon eine rare Angelegenheit, sind umfangreiche Extras bei Horrorfilmen eher Mangelware. Neben einem Audiokommentar mit diversen Beteiligten geben kurze Features einen guten Einblick in die Dreharbeiten. In den Dokumentationen MIAS WEG (09:13 min), REGISSEUR DER TOTEN (7:25 min), EVIL DEAD – DAS REMAKE (09:50 min), ALLES MÖGLICHST SCHWIERIG (08:13 min) und DAS ENTFESSELTE BÖSE (05:07 min) werden dem Filmfreund ausführliche Hintergrundinformationen geboten, die sich endlich einmal Extras nennen dürfen, denn nicht selten sind die Features der hauseigenen Filme SONYS vollgestopft mit Marketing-Gequassel. Alles Extras besitzen übrigens deutsche Untertitel, so dass sich auch Zuschauer im Bonusbereich informieren können, die nicht der englischen Sprache mächtig sind. Den tollen Trailer zum Film gibt’s es übrigens nicht auf der Scheibe – Schade!
 
 
 

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EVIL DEAD – Trailer

 
 
 

 
 

Hellraiser80

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
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Evil Dead (1981)

Evil Dead 2 – Dead by Dawn (1987)

Armee der Finsternis (1993)