Kritik: „Die Tribute von Panem – Catching Fire“ (2013)

Die-Tribute-von-Panem-Catching-Fire (2013)
 
 
 

DIE TRIBUTE VON PANEM – CATCHING FIRE

Story

 
 
 
Katniss (Jennifer Lawrence) und Peeta (Josh Hutcherson) haben die 74ten Hungerspiele überlebt. Doch viel mehr: Sie haben dem mächtigen Kapitol die Stirn geboten. Ihr Beispiel ermutigt die unterdrückte Bevölkerung der Distrikte zur Rebellion gegen das Regime. Doch dann ändert Präsident Snow kurzerhand die Spielregeln und wählt die neuen Tribute für das Jubel-Jubiläum der Hungerspiele aus den bisherigen Siegern, um gegeneinander anzutreten. Auch Katniss und Peeta werden erneut in die Arena geschickt und müssen sich dem Kampf ums Überleben stellen. Und langsam wird ihnen klar, dass sie in Wirklichkeit Teil eines viel größeren Plans sind …
 
 
 


 
 
 

DIE TRIBUTE VON PANEM: CATCHING FIRE – Kritik

 
 
 
Der erste Teil DIE TRIBUTE VON PANEM – THE HUNGER GAMES war weltweit ein durchbrechender Erfolg und verspricht eine ähnlich erfolgreiche Saga zu werden wie der Zauberspaß um HARRY POTTER oder das Vampirdrama TWILIGHT. Mit der Verfilmung des zweiten Teils der Panem-Trilogie, CATCHING FIRE, verspricht Regisseur FRANCIS LAWRENCE, die Erfolgsgeschichte des ersten Teils fortzusetzen. Und er hält sich an seine Worte. Imposante Schauplätze, große Emotionen, mitreißende Actionszenen, dafür aber auch eine eher durchwachsene Story, machen den 146 Minuten langen Film zu einem aufregenden Hollywood-Blockbuster.
 
Nachdem im Vorgänger der primäre Fokus auf den Gladiatorenkämpfen ähnlichen Hungerspielen lag, dreht sich die Handlung in der Fortsetzung vor allem um die aufkeimende Revolution im Land und die Versuche des machthungrigen Kapitols, diese zu unterdrücken. Die größte Zeit folgt man im Sequel der Protagonistin, Katniss Everdeen (JENNIFER LAWRENCE). Hatte die unfreiwillige Heldin nach den Geschehnissen im ersten Teil nur den Wunsch, einfach nur nach Hause zu gehen, wird ihr in DIE TRIBUTE VON PANEM – CATCHING FIRE jene Illusion schnell wieder genommen. So muss sie doch die vorgespielte Romanze zwischen ihr und Peeta Mellark (JOSH HUTCHERSON) fortsetzen um die Schaulust des entertainmentgeilen Kapitols zu befriedigen. In der ersten Hälfte des Films spielt die sich andeutende Rebellion und die wachsende und ungewollte Verantwortung unserer Protagonistin die größte Rolle. Bei Actionfans dürfte der eher ruhig erzählte Einstieg einen etwas zähen Nachgeschmack hinterlassen, ist er dennoch für den Spannungsaufbau und den weiteren Verlauf der Gesamthandlung von entscheidender Bedeutung. In der zweiten Hälfte müssen die Protagonisten erneut in die tödliche Arena aus der nur ein Teilnehmer als Sieger hervorgehen kann. Ab hier sollte es zur Sache gehen. Wohlgemerkt, sollte!
 
Zwar gibt es einige schnelle Finishes zu sehen und die Protagonisten müssen sich diversen Fallen stellen, ein Herzinfaktrisiko besteht jedoch bei weitem nicht. Spätestens hier merkt man, dass die Fortsetzung die Gewichtung anders legt als ihr Vorgänger. Es geht nicht mehr nur ums Überleben; hier nehmen die Gefühlswelt der Heldin und die sozialen Probleme der Panem-Gesellschaft einen höheren Stellenwert ein. Actionfans oder Liebhaber seichter Unterhaltung könnte diese Kehrtwende zuwider sein aber gerade gesellschaftskritische Kinobesucher und Leser der Buchvorlage dürften sich an der engen Filmumsetzung stark erfreuen. So ist CATCHING FIRE keineswegs eintönig, wie ähnlich groß angekündigte Blockbuster diesen Jahres, die mit schönen Bildern und großen Namen warben, dann jedoch mit flachen und absehbaren Handlungen enttäuschten. Das Leinwandabenteuer bietet sowohl emotionsgeladene, ruhige Abschnitte aber auch einige schnelle Kampfszenen. Zudem gefallen eindrucksvolle Bilder als auch das glaubhafte Schauspiel. Der Verlauf ist glücklicherweise nicht allzu absehbar und erfreut mit einigen überraschenden Auflösungen sowohl am Ende als auch zwischendurch. Auf eine klischeehafte abgedroschene Hollywoodromanze wurde erfreulicherweise verzichtet und das obwohl die Emotionen der Protagonisten eine große Rolle spielen. Deren Dosierung ist übrigens auch für abgehärtete Zuschauer erträglich. Sie sind keinesfalls eindimensional.
 
So wird Ms. Everdeen nicht nur von schweren Schuldgefühlen und schlafraubenden Alpträumen geplagt, sondern ist auch stetig hin und her gerissen zwischen aufgezwungener Heldenrolle und quälendem Heimweh, zwischen ihren unausgesprochenen Gefühlen gegenüber ihrem Kindheitsfreund Gale (LIAM HEMSWORTH) und der zunächst vorgetäuschten Beziehung zu ihrem Überlebenspartner Peeta, zwischen wachsendem Verantwortungsgefühl für diejenigen, die abhängig von ihr sind und Abscheu gegen die Marionettenspieler hinter dem Geschehen. So verkörpert JENNIFER LAWRENCE keine furchtlose Heldin, die sich selbstlos für das Gute einsetzt, sondern durchaus ein glaubhaft wirkendes 16jähriges Mädchen, das ungewollt in die Rolle der Heldin gezwängt wurde und deren Psyche durch die erlittenen Strapazen leidet.
 
Die Actionseite des Films ist kürzer gehalten als im Vorgänger, blutfrei und weniger spektakulär. Das tut jedoch nicht unbedingt einen Abbruch, schließlich liegt im Mittelteil der Panem-Saga der Fokus auf der Gesellschafskritik, auf die Ungerechtigkeit und den Machtmissbrauch durch das System und dessen Intrigen sowie die Ausbeutung und Unterdrückung des Volkes – auch in Bezug auf die Realität. So stellt Panem das fiktive zukünftige Nordamerika dar welches sich nach einem Atomkrieg neu geordnet hat. Die Interpretation der ausschließlich schwarzen Besatzung des Distrikts 11, der für Obstanbau auf Plantagen verantwortlich ist dürfte nicht allzu schwer fallen. Natürlich wird auch das Auge ausreichend bedient. Und das nicht zu knapp. Die neuen extrem hochauflösenden IMAX-Aufnahmen sorgen immer wieder für staunen. Sei es im prunkvollen Kapitol mit seinen dekadenten Bewohnern, im HighTech-Trainingscenter der Tribute oder im üppig bewachsenen Dschungel der neuen Arena. Die Macher haben keine Mühen gescheut staunenswerte Spielorte zu kreieren. Spielorte die mit detailierten und echtwirkenden Special Effects bespickt sind. Seien es aggressive Affen, futuristische Hovercrafts, lebendig wirkender giftiger Nebel oder eins der vielen anderen Produkte aus der Animationsschmiede – sie alle sind realistisch und mit Liebe zum Detail umgesetzt. Aber auch die Kostüme sind für nicht modeaffine Zuschauer einen zweiten Blick wert. Vor allem die extrovertierte Effie Trinket (Elizabeth Banks) begeistert mit ihren originellen Outfits. So ist DIE TRIBUTE VON PANEM – CATCHING FIRE eine gelungene und werksgetreue Umsetzung des Romans von Suzanne Collins, die auch kritische Leser erfreuen dürfte und die extrem Lust auf den Abschluss der Serie, DIE TRIBUTE VON PANEM – MOCKINGJAY macht.
 
 
 


 
 
 

DIE TRIBUTE VON PANEM: CATCHING FIRE – Fazit

 
 
 
9 Punkte Final
 
 
 
Spannend, Glaubhaft, Mitreißend, Beeindruckend jedoch ruhiger und actionärmer als der Vorgänger. Wie die Altersfreigabe ab 12 schon vermuten lässt werden Liebhaber stumpfer und blutreicher Horrorstreifen wohl nicht auf ihre Kosten kommen. Für alle anderen ist CATCHING FIRE auf jeden Fall sehenswert. Wegen den beeindruckenden IMAX Bildern, die nur auf großer Leinwand wirklich zu Geltung kommen können ist der Gang ins Kino sogar sehr empfehlenswert.
 
 
 


 
 
 

DIE TRIBUTE VON PANEM: CATCHING FIRE – Zensur

 
 
 
Wie im Teil zuvor DIE TRIBUTE VON PANEM – THE HUNGER GAMES ist es ebenso erstaunlich, wie auch die Fortsetzung unbeschnitten bereits für 12-jährige freigegeben werden konnte. Hier ist wieder einmal offensichtlich, dass die Wege der FSK oft nicht nachzuvollziehen sind. Den minderjährigen Fan des Franchise dürfte es freuen, dem hiesigen Rechteinhaber ebenso!
 
 
 


 
 
 

DIE TRIBUTE VON PANEM: CATCHING FIRE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
catching-fire-bluray

(c) Studiocanal

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Hunger Games: Catching Fire; USA 2013

Genre: Thriller, Drama, Abenteuer, Action

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.40:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 146 Min. (uncut)

FSK: FSK12 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Digipack, FSK-Logo ist nicht aufgedruckt

Extras: Neunteiliges Making of über die Dreharbeiten, Audiokommentar von Regisseur Francis Lawrence und Produzentin Nina Jacobson, Geschnittene Szenen, Featurettes: „Die Vision“, „Rückkehr der Verbündeten“ (Die Besetzung), „Freund oder Feind“ (Die neuen Darsteller), Easter Egg, 5 Trailer, Booklet, Poster

Release-Termin: 27.03.2014

 
 
 

Die Tribute von Panem – Catching Fire – Fan Edition [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 

Die Tribute von Panem – The Hunger Games – Fan Edition [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

DIE TRIBUTE VON PANEM: CATCHING FIRE – Trailer

 
 
 


 
 

Sören C.

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Tribute von Panem – The Hunger Games (2012)
 
Battle Royale (2000)
 
Insel der Verdammten (1981)
 

Filmreview: „World War Z“ (2013)

world-war-z-poster
 
 
 

WORLD WAR Z

Story

 
 
 
Gerry (Brad Pitt) und Karen Lane (Mireille Enos) fahren mit Ihren beiden Töchtern in die Innenstadt Philadelphias, als sie plötzlich ins Verkehrschaos geraten. Die Frage nach der Ursache stellt sich nicht lange: Aggressive und blutrünstige Virusinfizierte, die sich mit jedem Biss rasend schnell vermehren, attackieren die Stadt. Mit allen Mitteln versucht der ehemalige UN-Spezialagent Gerry seine Familie aus dem unvorstellbaren Chaos in Sicherheit zu bringen. Dies gestaltet sich denkbar schwer, da die Zombies schneller und stärker als nicht-mutierte Menschen sind. Schließlich wird die Familie zusammen mit anderen Überlebenden auf einen Flugzeugträger mitten im Ozean gebracht, wo sie sich in Sicherheit wähnt. Gerry muss, um den Schutz seiner Familie zu gewährleisten, im Auftrag der UN ein Mittel finden, um das Virus zu stoppen. Es bleiben ihm nur noch 90 Tage, bevor es dafür endgültig zu spät ist. Ein aufregender Wettlauf gegen die Zeit beginnt …
 
 
 


 
 
 

WORLD WAR Z – Kritik

 
 
 
Das Zombiegenre ist so beliebt wie seit den 70ern nicht mehr. Langsam schlurfend, frei von Intelligenz oder Emotion, sind die lebenden Toten unentwegt auf der Suche nach menschlichem Frischfleisch und breiten sich dabei rapide aus. Die letzten Überlebenden kämpfen auf der Suche nach einem sicheren Ort vor der geifernden Bedrohung. So kennt und liebt der Zombiefan seine wandelnden Toten und wurde vor allem in den letzten Jahren mit einer wahren Schar blutrünstiger Werke versorgt. So erzielte beispielsweise die amerikanische Fernsehserie THE WALKING DEAD die Topquoten im Pay-TV. Zwar erfindet auch WORLD WAR Z die Sparte nicht neu, doch man darf sich auf viele Innovationen freuen, die den Hollywoodstreifen zumindest aus der Masse hervorstechen lassen. WORLD WAR Z ist trotz der negativen Kritik im Vorfeld ein überraschend cleverer, fesselnder und phantasievoller Beitrag zum Zombie-Genre.
 
Zunächst zeichnet die Geschwindigkeit in der alles abläuft, den Film besonders aus. Ganz anders als in den meisten älteren Zombiestreifen schlurfen, die Infizierten hier nicht schleppend durch die Gegend – darauf wartend, dass panische Dummköpfe unüberlegt in ihre Arme rennen, sondern stürmen in enormem Tempo durch die Städte. Unaufhaltsam, ohne Ablenkung jagen sie jeden Nichtinfizierten. Das Filmtempo scheint sich den Zombies anpassen zu wollen: Auf eine lange Einführphase oder große ruhige Abschnitte wird weitestgehend verzichtet. Auch der sicherste oder isolierteste Ort bietet keinen unüberwindlichen Schutz. Normalerweise würde man ein Dutzend oberflächlicher Charaktere erwarten, deren klischeehafte und vor allem kurze Filmleben keine tiefere Beziehung zum Zuschauer erlauben und deren Ableben somit kaum Mitgefühl auslöst. Glücklicherweise hat man diesen Qualitätseinbruch verhindert. Denn während der kompletten 113 Filmminuten folgt man konsequent nur einem einzigen Protagonisten. Und das funktioniert. Obwohl schon wenige Minuten nach der Öffnung des Kinovorhangs die Katastrophe beginnt und kein langer Einblick in das Alltagsleben der Familie Lane gewährt wird, baut sich trotzdem eine spannungsgeladene Verbindung zu der Hauptfigur Gerry auf. Und das ist in diesem Genre inzwischen nicht mehr selbstverständlich. Handelt es sich doch meist um einfältige Pinsel die, ohne zu überlegen, panikgetrieben in ihren sicheren Tod rennen, während die Zuschauer nur mit dem Kopf schütteln. Bei WORLD WAR Z wurde den Charakteren glücklicherweise Intelligenz geschenkt und ihre Handlungen meist logisch, überlegt und nachvollziehbar gezeichnet. Danke hierfür. Allerdings liegt der Fokus eben nur auf Gerry Lane. Über die Geschichte, Motive und Nebenfiguren erfährt man kaum etwas. Der Titel verspricht, dass es global wird und er verspricht nicht zu viel. So wird das Publikum an unterschiedliche Schauplätze der ganzen Welt geführt. Die Personen, denen man dort begegnet, wurden glücklicherweise mit Schauspielern aus den jeweiligen Ländern besetzt um so eine hohe Authentizität zu erreichen und um schlecht nachgeahmte Akzente zu vermeiden – zumindest in der Originalfassung. Zur Glaubhaftigkeit hat vor allem auch beigetragen, dass die Macher viel Mühe darin investiert haben, die Zombiemythologie wissenschaftlich zu begründen. Dafür wurden Experten unter anderem für Infektionskrankheiten, Entomologie oder Parasitismus zu Rate gezogen. So wird der Zombiefan nicht nur mit Theorien und Erklärungen über Ursprung und Wirkung des Virus beschenkt – was durchaus eine Seltenheit im Genre ist. Darüber hinaus klingen sie auch noch plausibel und einleuchtend. Der Horrorfaktor ist bei WORLD WAR Z eher ein Actionfaktor. So finden neckisch herumwedelnde Eingeweide, endlose Wellen aus Blut und kreatives Zombiezermansche wesentlich weniger Screentime als in vergleichbaren Filmen. Allerdings hat man für kreative Tötungsideen oder große Präsentationen von halb verwesten Menschenfressern auch kaum Zeit. Rennen, losschießen, rennen, verstecken, rumballern, noch mehr rennen, schleichen und doch wieder rennen. Die Handlung ist packend, dramatisch, der Puls erreicht durchweg Höchstwerte und ja, es wird auch wirklich viel gerannt. Dennoch gibt es auch Schleichpassagen in denen jede falsche Bewegung die Aufmerksamkeit der wilden Horde auf sich lenken könnte und damit den sicheren Tod bedeutet. Somit ist für Jeden etwas dabei um die Blutpumpe ordentlich zu beanspruchen.
 
Es wird auf intensive Brutalität und krasse Ekelmomente verzichtet, wohl auch zugunsten der Jugendfreigabe ab 16, was dank der Dynamik nicht wirklich auffällt und somit kaum zu Lasten fällt. Marc Fosters buchabweichende Filmumsetzung von WORLD WAR Z ist eine gelungene Erfrischung im Filmgenre der lebenden Toten. Mit seinem fesselnden Verlauf, intelligenten Protagonisten und übermenschlichen Infizierten sorgt die fast zweistündige Hetzjagd um die Welt für gelungene Unterhaltung. Auch geeignet für Zombiefans mit schwachen Magen. Leute mit schwachen Herzen sollten den Kinosaal allerdings meiden.
 
 
 


 
 
 

WORLD WAR Z – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Ein spannendes und atemberaubendes Erlebnis, an dem Action- und auch erfahrene Zombieanhänger trotz weniger Ekelmomente (oder gerade deswegen) ihre wahre Freude haben werden.
 
 
 


 
 
 

WORLD WAR Z – Zensur

 
 
 
Der Film erscheint in Deutschland vollkommen ungeschnitten und ist sogar für Jugendliche geignet. WORLD WAR Z ist frei ab 16 Jahren!
 
 
 


 
 
 

WORLD WAR Z – Trailer

 
 


 
 

Sören C.

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Purge – Die Säuberung (2013)

28 Days Later (2012)

28 Weeks Later (2007)

Resident Evil (2002)

I Am Legend (2007)

Filmreview: „The Purge – Die Säuberung“ (2013)

The_Purge-Die_Säuberung
 
 
 

THE PURGE – DIE SÄUBERUNG

Story

 
 
 
2022. Nach mehreren Wirtschaftskrisen, Kriegen und dem Fall des Dollars ins Bodenlose herrscht in den Vereinigten Staaten eine noch nie da gewesene Kriminalitätsrate. Um dem entgegenzuwirken erlassen die neuen Gründerväter wenige Monate nach ihrer Wahl die alljährliche Purge (deutsch: Säuberung). Pünktlich zum Frühlingsanfang darf nun ab jedem 21. März des Jahres ab 19 Uhr, zwölf Stunden jeder fröhlich metzeln, abrechnen, einfach mal ordentlich Druck ablassen, denn jedes Verbrechen inklusive Mord ist legal und damit auch nicht strafbar. Polizei, Feuerwehr und Krankenhäuser sind in dieser Zeit nicht im Einsatz. So hat jeder die Möglichkeit, das Biest in sich zu entfesseln und seine Seele zu säubern, um ein besserer Mensch zu werden. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Die Arbeitslosenquote liegt bei unter einem Prozent, es gibt so gut wie keine Kriminalität und die Wirtschaft boomt. Normalerweise verläuft die Nacht bei der gut situierten Familie Sandin reibungslos. Schließlich verkauft Vater James (Ethan Hawke) Sicherheitssysteme erster Klasse, hat sogar die ganze Nachbarschaft im noblen Vorstadtviertel versorgt und kann seiner Frau Mary (Lena Headey) und den beiden Kindern so ein besseres Leben ermöglichen. Doch diesmal geht etwas schief. Als der gutherzige Sohn Charlie einem verletzten und fliehenden Obdachlosen Schutz in dem Haus gewährt, gerät die Situation außer Kontrolle. Die in Seidenkleid oder Uniform bekleideten Jäger, eine Gruppe maskierter junger Leute aus gutem Hause, möchten ihr Recht zur Säuberung wahrnehmen. Ihr Recht, die Stadt von Gesindel zu befreien, sei es schweren Herzens auch über Leichen aus ihrer Schicht.
 
 
 


 
 
 

THE PURGE – Kritik

 
 
 
God bless America! Ist der sarkastische Satz, der einem beim Abspann auf der Zunge liegt. Die Idee zu THE PURGE ist ziemlich spannend. Zwar erinnern Ansätze der Grundstory an BATTLE ROYAL bzw. dessen dreiste Mainstream-Kopie DIE TRIBUTE VON PANEM aber in dieser Form kam einem das noch nicht auf den Schirm. Es scheint zunächst absurd, der Bevölkerung einmal im Jahr Selbstjustiz und Triebbefriedigung zu gewähren um Kriminalität unten und Wirtschaft oben zu halten. So kann jeder seine negativen Gefühle rauslassen und seine Seele selbst reinigen – am Ende für ein besseres und friedlicheres Land. Und da letztendlich neben den gehassten Chefs, Ex-Partnern und Nachbarn vor allem die sozial Schwachen dran glauben müssen, die sich keinen sicheren Ort zum Schutz leisten können, dürfte dem Staat durchaus zugutekommen, machen doch die geschwind Platz für ein rasantes Wirtschaftswachstum. Wenn man sich dann allerdings die Diskussionen der Waffengesetze in den Staaten der letzten Monate zurück in den Kopf ruft, in der doch tatsächlich die Mehrheit der vernunftsimmunen Bevölkerung die Meinung vertritt, dass eine bewaffnete Lehrerin durchaus effektiver ist als ein strengeres Verbot von Waffen, scheint die Filmidee einfach nicht realitätsfern genug zu sein. So hinterlässt die grausame Vorstellung einer Nachbarschaft, die munter meuchelt und dabei nicht nur geduldet sondern auch akzeptiert und begünstigt wird, einen bitteren Beigeschmack.
 
So gesehen lässt bereits der Prolog dem Zuschauer einen Gänsehautschauer über den Rücken laufen. Bei erbaulicher Fahrstuhlmusik bewundert man Überwachungsvideos der letzten Purge, bei der Durchschnittsmenschen leichtfertig durch die Gegend schießen oder ihre geliebten Mitbürger enthusiastisch zu Tode prügeln, ohne dass ihre Opfer auf Hilfe hoffen brauchen oder die Täter Strafe fürchten müssen. Ab dann wird sich des innovationslosen amerikanischen Klischee-Repertoires bedient. THE PURGE wird wie ein Nationalfeiertag begangen: Blumen werden aufgestellt, der Rasen nochmals gemäht, den Nachbarn eine sichere Nacht gewünscht, mit der Familie gemeinsam zu Abend gegessen und die unvorstellbare Grausamkeit dieses Massakers weggelächelt. Leider ist ab da vieles vorhersehbar. Die Hintergedanken der Nachbarn, die psychopathische Gesinnung der weißen Elite-Jugend, die einen schwarzen Obdachlosen jagt, die Konflikte innerhalb der Familie… eigentlich die ganze Handlung. Der unglaublich überraschende der-Killer-holt-zum-finalen-Schlag-in-Zeitlupe-über-dem-Protagnisten-aus-und-wird-von-einer-plötzlich-auftauchenden-Figur-von-hinten-erschossen-Effekt findet gleich mehrmals Verwendung. Auch wenn das jedes Mal so aufregend und unerwartet erscheint wie eine neue DSDS-Staffel, trägt es zum Spannungsgrad verblüffenderweise nicht bei. Na sowas. Die Bilder sorgenloser und gleichgültig mordender junger oder vermeintlich freundlicher Mitmenschen lösen zwar im Kopf des Publikums üble Gedanken aus, der Spannungsbogen wird jedoch immer wieder durch viel zu vorhersehbare Ereignisse zerlegt. Auf einen Aha-Moment wartet man bedauerlicherweise vergebens.
 
Für die Protagonisten kann man kaum viel Mitgefühl aufbauen. Es handelt sich um die ausgelutschte Standard-Vorstadtfamilie die weder Tiefe noch Verstand besitzt. Die zuweilen absolut nicht nachvollziehbaren Handlungen regen einfach nur auf (Logisch lässt man die Taschenlampe an, wenn man sich im Dunkeln verstecken soll. Oder rennt ohne Deckung und sich einmal umzudrehen durchs Haus während eine Gruppe Meuchelnder sich in selbigen befindet). Überdies werden zwar zahlreiche Patronen verschossen und scharfgeschliffene Macheten von leichtfüßigen Fräuleins grazil geschwungen, Freunde von brutalen und kreativen Tötungsvorgängen werden jedoch trotzdem vergeblich auf ihre Kost warten müssen. Denn THE PURGE basiert zwar auf einem ziemlich gewalttätigen Konzept, das jedoch ausschließlich mittels wilder Ballereien und ungeschickter Messerhiebe umgesetzt wird. Auf drastisches Gemetzel, blutige Folter oder Wellen von Kunstblut wird größtenteils verzichtet. Zudem erscheinen die Antagonisten bis auf RHYS WAKEFIELD wenig furchteinflößend, verscheiden sie doch so unbedeutend und unspektakulär wie die Fliegen. Der Horror basiert eher auf der Selbstverständlichkeit des gegenseitigen Mordens und der einhergehenden Billigung und Förderung durch die Bevölkerung.
 
THE PURGE ist gesellschaftskritisch und spricht die soziologischen Probleme Amerikas an. Die oberflächliche Maske der Freundlichkeit, die die weisse Bevölkerung nur zu gern zur Schau trägt, das immer noch bestehende Rassen- und Schichtenproblem (auch die obligatorische Quotenschwarze in der Nobelnachbarschaft ändert daran wenig), die menschenverstandsfreie Haltung zur Waffenpolitik aber auch die Gewaltbereitschaft der Menschheit insgesamt. Was tut man wenn man morden kann, darf und soll? Was passiert wenn man die kulturelle Ordnung aufhebt und damit sämtliche Tabus nichtig werden lässt? Wem kann man noch vertrauen? Was dominiert? Mensch oder Bestie? Interessante Fragen mit der sich der Zuschauer und natürlich auch die Protagonisten auseinandersetzen müssen. Bedauerlich, dass die ernsthafte Behandlung dieser Fragen in der zweiten Hälfte des Films zugunsten eines stupiden Teen-Horror-Movie außer Acht gelassen wird.
 
THE PURGE setzt eher auf Sozio-Psycho-Horror, statt mit möglichst bestialischer Splatterei das Auge vergewaltigen zu wollen. Das kann man gut oder schlecht finden. Splatter-Fans wird der Psychotrip vermutlich kaum munden wollen, Fans düsterer Psycho-Thriller wohl schon eher. Die Grundidee nimmt der Genre-Fan erst mal spannungsgeladen und erwartungsvoll auf. Viele werden sich schon direkt beim Trailer nägelknabbernd wiederfinden. Bedauerlicherweise aber leidet JAMES DeMOCANOS 85-minütiges Werk durch eine überraschungsarme Handlung, zahlreiche Klischees, oberflächliche Charaktere und ein absehbares Ende beachtlich. Schade. THE PURGE startet mit einer grotesken und aufregenden Idee, lässt jedoch durch den einfallslosen Verlauf ziemlich nach. Für Horrorfans durchaus zu empfehlen wenn man auf große Überraschungen verzichten kann. Anhänger blutigen Splatters, die auf bizarres Gemetzel aus sind, werden eher ungesättigt den Kinosaal verlassen.
 
 
 


 
 
 

THE PURGE – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Düsterer Psycho-Thriller im Hochglanzformat. Brillante Idee, akzeptable aber leidenschaftslose Umsetzung. Gorehounds schauen übrigens dumm aus der Wäsche!
 
 
 


 
 
 

THE PURGE – Zensur

 
 
 
Die Heimkinofassung wurde ungeschnitten mit dem FSK16-Flatschen veröffentlicht, was vollkommen in Ordnung geht, da der Film nicht sonderlich grausam ist.
 
 
 


 
 
 

THE PURGE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
the purge
 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Purge; USA/Frankreich 2013

Genre: Horror, Science Fiction, Thriller

Ton: Deutsch DTS 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1, Französisch DTS 5.1, Italienisch DTS 5.1, Spanisch DTS 5.1, Japanisch DTS 5.1, Indonesisch DTS 5.1

Untertitel: Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch, Japanisch, Dänisch, Niederländisch, Finnisch, Norwegisch, Schwedisch, Portugiesisch

Bild: 2.40:1 (1920x1080p), @24 Hz

Laufzeit: ca. 85 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Überlebe die Nacht: Das Making Of von „The Purge“ (neun Minuten, hochauflösend)

 
 
 
Etwas unkreativ geht es aktuell bei UNIVERSAL PICTURES HOME ENTERTAINMENT zugange, denn wie bereits bei CURSE OF CHUCKY geht es nach dem Einlegen der Blu-ray von THE PURGE direkt in ein eher zweckmäßig gestaltetes Hauptmenü, das mit einem Standbild nicht gerade gestaltungstechnisch dem heutigen Blu-ray-Standard entspricht. Hier darf sich der Zuschauer durch die für UNIVERSAL typischen Menüsymbole klicken, was sich jedoch schnell als dumme Geduldsprobe entpuppt, da man dahinter nie das zu sehen bekommt, was man eigentlich sehen wollte. Bild und Ton sind, wie eigentlich zu erwarten war, auf hohem Niveau. Gerade in den wenigen Tagesszenen überrascht eine gute Schärfe. Aber auch die dunklen Szenen überzeugen mit sattem Schwarzwert und durch ein hervorragendes Bildtransfer. Die Dialoge sind klar verständlich und das Meiste spielt sich im Frontbereich ab; wird es dann doch einmal hektisch und laut grummelt es aus allen Boxen. Da es sich bei der deutschen Blu-ray zu THE PURGE um ein scheinbar einheitliches Release für ganz Europa handelt, gibt es den Film nicht nur in Deutsch und Englisch zu sehen. Sieben Tonspuren sind auf der Veröffentlichung zu finden, wobei man sich den Film auch in Indonesisch und Japanisch anschauen kann. Wer Untertitel benötigt wird in einem umfangreichen Sammelsurium an unterschiedlichen Untertitelspuren mit Sicherheit fündig. Bei den Extras sieht es leider etwas mau aus, was etwas unverständlich anmutet, hat doch THE PURGE ordentliche Erfolge an den Kinokassen verbuchen können. So gibt es gerade einmal ein Making-of zu Film zu sehen. Das ist mit gerade einmal neun Minuten ganz schön kurz geraten, liegt aber in hochauflösender Bildqualität vor und wurde mit Untertiteln ausgestattet. Den Originaltrailer sucht man übrigens vergebens. Ebenso gibt es nicht einmal eine Trailershow mit anderen Titeln des Publisher auf der vorliegenden Kauf-Blu-ray. Das ist leider für einen Mainstreamtitel etwas sehr ernüchternd. Immerhin gibt´s ein Wechselcover gratis dazu!
 
 
 

The Purge – Die Säuberung [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZOn bestellen

 
 


 
 
 

THE PURGE – Trailer

 
 


 
 

Sören C.

 
 
 
Ähnche Filme:
 
28 Days Later (2012)

28 Weeks Later (2007)

Kritik: „Zimmer 205 – Traust Du Dich rein?“ (2011)

zimmer 205
 
 
 

ZIMMER 205 – TRAUST DU DICH REIN?

Story

 
 
 
Die Protagonistin Katrin zieht ins Wohnheim ihrer neuen Uni. Ein neuer Lebensabschnitt. Endlich weg von der Bevormundung durch ihren überbehutsamen Vater und einer traumatisierenden Vergangenheit. Voller Enthusiasmus stürzt sich die Psychopharmaka schluckende Erstsemestlerin ins Uni-Leben, besucht Vorlesungen und macht Bekanntschaften. Dass ihre Vormieterin, die vor Katrin in dem Zimmer mit der Nummer 205 lebte, spurlos verschwunden ist, sorgt sie zunächst wenig. Doch bald darauf findet sie das Videotagebuch der Vermissten, dass ein entsetzliches Licht auf ihre neuen Bekanntschaften fallen lässt. Auf der Suche nach der Wahrheit weckt sie durch ihre Neugier gefährliche Dämonen der Vergangenheit. Was ist wirklich mit der gesuchten Annika passiert? Was versuchen ihre Mitkommilitonen vor ihr zu verbergen? Was haben eine düstere Vision und eine immer wieder auftauchende Gestalt im roten Kapuzenpulli zu bedeuten? Als mysteriöse Todesfälle auch noch dafür sorgen, dass Katrin selbst im Zentrum der polizeilichen Ermittlungen steht, schwebt sie schon längst selbst in Gefahr …
 
 
 


 
 
 

ZIMMER 205 – Kritik

 
 
 
Also um eins vorweg zu nehmen, ich musste aufs Klo. Schon nach den ersten zehn Minuten. Ich musste wirklich dringend. Wirklich, wirklich dringend. Aber erlöst wurde ich letztendlich erst nach 107 fesselnden Minuten. Ich wartete den ganzen Film auf eine ermüdende unwichtig erscheinende Szene, doch sie blieb einfach aus. Und das unerwartet! Ich meine, ein deutscher Psychothriller? Hallo? Wenn ich an deutsche Filme denke kommen mir direkt zwei Arten in den Sinn. Zum Einen schlechte Möchtegernkopien großer Hollywoodblockbuster und zum Anderen diese unglaublich künstlerich wertvollen Kulturbeiträge die so lethargisch und überanspruchsvoll sind, dass am Ende lediglich die Macher noch erahnen können was sie damit eigentlich sagen wollten, während der Rest der Zuschauer ihren Suizidgedanken nachgehen. Ich ging also mit wirklich niedriger Erwartung in die Pressevorführung und ich wurde tatsächlich überrascht. Bisher haben nur wenige deutsche Filme meine Vorurteile gebrochen, einer davon ist auch nun ZIMMER 205 – TRAUST DU DICH REIN?. Mag es daran liegen, dass es sich um ein verbessertes dänisches Remake von „Kollegiet“ handelt oder das Regisseur Rainer Matsutani nur ein gewiefter Fuchs ist, am Ende ist es egal, denn der deutsche Psychothriller ZIMMER 205 hat sich wirklich als ein gelungenes und spannendes Filmereignis entpuppt.
 
Aber fangen wir von vorn an. Schon das schnell geschnittene Intro mit düsterer Hintergrundmelodie sorgt für eine unheilversprechende Atmosphäre bevor der Zuschauer in das Leben der Protagonistin eintaucht deren Psyche und Wahrnehmung die ganze Filmlänge im Fokus bleibt. Ich bin Herrn Matsutani wirklich sehr verbunden, dass uns eine überlange nichtssagende Einführung mit inhaltslosen Szenen erspart blieb. Dennoch wirkt alles flüssig und nicht abgehackt. Auch der erste Todesfall lässt nicht allzu lang auf sich warten. Zwar muss man unweigerlich an diverse mordende Geistermädchen aus bekannten japanischen Remakes denken, dennoch wirkt unsere rote Kapuzengestalt nicht allzu ausgelutscht. Dazu kommt: obwohl man rechtzeitig ziemlich genau erahnen kann, was passieren wird, dennoch kurzzeitig Herzschläge aussetzen können. Zumindest war das bei mir der Fall und ich bin wirklich nicht leicht zu erschrecken (behaupte ich zumindest). Die Todeshergänge geschehen ohne große Massaker, Badewannen voll Blut oder phänomenale Effekte. Unser Rachegeist kommt, verfolgt, erschreckt und sorgt für tragische Unfälle mit Todesfolge. Einerseits könnte man sagen unspektakulär andererseits würde ein aktiv meuchelndes Mädchen aus dem Jenseits die Hauptfrage am Ende nicht zulassen oder absurde Massenkettenreaktionen a lá FINAL DESTINATION, die Stimmung unfreiwillig ins lächerliche ziehen. Ok, ok, obwohl der ein oder andere Abgang auch schon mal ein Schmunzeln herzaubern kann (vorausgesetzt der Herzschlag hat schon wieder eingesetzt). Die Handlung ist flüssig, nachvollziehbar und wirft nur selten Logiklücken auf, die allerdings meistens nach kurzer Zeit wieder geschlossen werden. Ahnt man bei vielen solcher Filme bereits nach den ersten fünf Minuten den Ausgang des Werks wird man bei ZIMMER 205 – TRAUST DU DICH REIN? mehrmals durch gut durchdachte Wendungen unterhalten die nicht mit einem zwingenden HÄ?-Ausruf begleitet werden müssen. Ein sehr positiver Aspekt ist, dass man ständig bei der Antwort schwankt, auf die Frage ob unsere traumatisierte Studenten vielleicht einfach die falsche Pillendosis gewählt hat und halluziniert oder ob es sich doch um paranormale gesundheitsgefährdende Phänomene handelt. Das Ende kommt mit einem Äääääh?-Aaaaaah!-Ooh!-Effekt und sorgt somit für einen runden Abschluss. Vor allem danach, kann man rückblickend nicht sicher sein was wirklich die Wahrheit ist und die Hauptfrage nach den realen Geschehnissen bleibt offen.
 
ZIMMER 205 – TRAUST DU DICH REIN? ist ein ausführlich ausgearbeitetes Werk mit fesselnder Handlung, glaubhaften Wendungen und ansprechenden Charakteren der mit wenig Effekten und Kunstblut sehr gut aus kommt. Die Geschichte erfindet das Genre nicht neu, ist jedoch durchaus gelungen und ist zweifellos sehenswert. Matsutani hat wunderbare Arbeit geleistet und meine Meinung über deutsche Psychothriller von Grund auf revidiert. Wer auf eine wendungsreiche, gut strukturierte Unterhaltung mit Fokus auf die wankende Psyche der Hauptfigur steht, sollt sich ZIMMER 205 auf keinen Fall entgehen lassen. Fans von sinnlosen aber spektakulären Mordorgien werden allerdings nicht auf ihre Kosten kommen.
 
 
 


 
 
 

ZIMMER 205 – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Ein Beweis, dass auch Horror aus Deutschland für deftige Adrenalinschübe sorgen kann. Gruselfans sollten definitiv einen Blick ins ZIMMER 205 riskieren!
 
 
 


 
 
 

ZIMMER 205 – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung ist ungeschnitten für Jugendliche ab 16 Jahren geeignet, kein Wunder geht es hier vorwiegend subtil zugange!
 
 
 


 
 
 

ZIMMER 205 – Deutsche Blu-ray

 
 
 
Zimmer-205-Traust-du-dich-rein-Blu-ray
 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Zimmer 205; Deutschland 2011

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.40:1 (1920x1080p), @24 Hz

Laufzeit: ca. 104 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Making of, Outtakes, Intro-Trailer, DVD-Kritik vom Youtube-Kritiker ROBERT HOFMAN, BD-Live-Zugang, Deleted Scenes

 
 
 
Nach dem Einlegen der Scheibe gibt es erst einmal etwas Werbung zu sehen. Mit drei Trailern anderer Film aus dem Hause EUROVIDEO macht das Label etwas Eigenwerbung bevor es anschließend in ein schickes Menü geht, dass mit Szenen aus dem Hauptfilm unterlegt wurde. Das Bild der Blu-ray von ZIMMER 205 kommt erstaunlich hochwertig daher. Starke Kontraste, tiefe Schwarztöne und eine hervorragende Schärfe erfreuen das Filmliebhaberherz. Auch der Ton besitzt eine gute Räumlichkeit und unterstreicht die für einen deutschen Film erhebliche düstere Stimmung des Streifens. Bei den Extras geht es für einen deutschen Indie-Gruselfilm erstaunlich umfangreich zugange. Es wird ein Making-of (ca. 21 Minuten) geboten, das die Filmentstehung umfangreich protokolliert. Zudem haben es einige gelöschte Szenen (rund zehn Minuten) und diverse Outtakes (ca. fünf Minuten) auf die Scheibe geschafft, die durch einen kleinen Intro-Trailer (ca. drei Minuten) ergänzt werden. Alle Extras liegen in DVD-Qualität vor. Da die gebotenen Boni in deutscher Sprache vorliegen, gibt es demzufolge auch keine Untertitel. Das Extrapaket wird abgerundet durch einen BD-Live-Zugang bei dem ein Internetanschluss vorausgesetzt wird und eine ca. dreiminütigen DVD-Kritik vom Youtube-Kritiker ROBERT HOFMAN. Wer sich nicht mit dem blauen FSK-Flatschen anfreunden kann, darf sich zudem über ein Wechselcover freuen. Das gibt es von EUROVIDEO gratis dazu. Für einen deutschen Genrefilm eine erstaunlich nennenswerte Veröffentlichung, hat das Label EUROVIDEO bis auf einen Audiokommentar all das zusammengetragen, was man scheinbar zum Film finden konnte. Vor allem das Fan-Feature in Form einer Youtube-Kritik ist zwar kurz, darf gern Schule machen. Sehr gut EUROVIDEO!
 
 
 

Zimmer 205 – Traust du dich rein? [Blu-ray] ungeschnitten bei AMAZON bestellen

 
 


 
 
 

ZIMMER 205 – Trailer

 
 
 


 
 

Sören C.

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Room 205 – Kollegiet (2007)