Filmreview: „The Butterfly Room“ (2012)

butterfly room 2012
 
 
 

THE BUTTERFLY ROOM

Story

 
 
 
Die in die Jahre gekommene Ann (Barbara Steele) erlebt ihren zweiten Frühling. Kinder liebt sie über alles, vor allem dann, wenn diese mit der mysteriösen Dame viel Zeit verbringen. Doch hinter der Fassade der gutherzigen und spendablen Frau verbirgt sich das unberechenbare Böse …
 
 
 


 
 
 

THE BUTTERFLY ROOM – Kritik

 
 
 
Die Liebe einer Mutter stirbt nie. Das mag auch für Nachbarin Ann (BARBARA STEELE) gelten, die einfach derart viel Liebe zu vergeben hat, dass sie gleich für mehrere (ihr fremde) Kinder reicht. Doch die nette, alte Dame von nebenan hat auch ihre Problemchen, denn einen wirklich guten Draht zu ihrer eigenen, erwachsenen und übertrieben hysterischen Tochter Dorothy (HEATHER LANGENKAMP) scheint die gute Frau nicht zu haben. Umso erfreulicher, dass die allein erziehende Mutter Claudia (ERICA LEERHSEN) mit Tochter Julie (ELLERY SPRAYBERRY) in das gegenüberliegende Apartment einzieht. Schnell ist ein guter Kontakt zur neuen Nachbarin aufgebaut, so dass die kleine Julie hin und wieder Zeit mit der schrulligen Ann verbringen kann, wenn Mutter Claudia mal wieder etwas länger auf der Arbeit benötigt. Doch mit der älteren Dame scheint irgendwas im Argen zu liegen. Nachts dringen geheimnisvolle Geräusche aus ihrer Wohnung und Menschen verschwinden spurlos, die zuletzt mit der Rentnerin in Verbindung gestanden haben. Alles hat den Anschein, als wenn Anns mysteriöser Schmetterlingsraum ein Geheimnis wahrt zu dem Julie der Zutritt verboten wurde.
 
Der Giallo ist zurück. Das Subgenre des Thrillers wurde von Horror-Kultikone MARIO BAVA (BLUTIGE SEIDE) Mitte der 60er begründet und hat Dank DARIO ARGENTO und SERGIO MARTINO in den 70ern eine Blütezeit erlebt. Seit einigen Jahren versucht man den scheinbar vergessenen Vorläufer des amerikanischen Slasher-Films wieder aufleben zu lassen. Visuell sehr reizvolle und effizient inszenierte Streifen wie GIALLO (2009) oder MASKS (2011) brachten erneut spannendes Krimi-Feeling in die Wohnzimmer und verhalfen dem einst schmuddeligen Giallo zu neuem Glanz. Auch JONATHAN ZARANTONELLO ist ein großer Verfechter jener Filmgattung. Der wollte mit seinem THE BUTTERFLY ROOM nur zwei Dinge: Eine Hommage an den berüchtigten Giallo-Thriller der 70er mit all seinen Lieblingsdarstellern drehen und einen Film in die Kinos bringen, in dem eine Frau unschuldige Kinder gemeingefährlich um die Ecke meuchelt. Ersteres ist ihm zumindest auf jeden Fall eindrucksvoll gelungen. THE BUTTERFLY ROOM entpuppt sich als Klassentreffen der Altstars des Horrorgenres. Wir sehen BARBARA STEELE als bemitleidenswerte und skrupellose Alte, die bereits in Bavas Klassiker DIE STUNDE WENN DRACULA KOMMT (1960) zu sehen war und dort glänzen konnte. Die Darsteller-Riege wird ergänzt durch Scream Queen HEATHER LANGENKAMP, die es vor mehr als 30 Jahren mit Kinderschlächter Freddy Krueger (ROBER ENGLUND) aufnahm und sich im ersten NIGHTMARE ON ELM STREET um Kopf und Kragen schrie. Außerdem ließen es sich Regisseur JOE DANTE (GREMLINS) und CAMILLE KEATON (das Opfer aus dem Original I SPIT ON YOUR GRAVE) nicht nehmen, mal kurz durchs Bild zu huschen, damit die Klassikerfans unter den Filmzuschauern feuchte Höschen bekommen.
 
THE BUTTERFLY ROOM ist ein durchweg sehenswerter Genrebeitrag, was vor allem daran liegen mag, dass ZARANTONELLO dem Horrorfreund nicht die ewig gleiche Brühe vorsetzt, die er schon in zig anderen Möchtegern-Schockern gesehen hat. Sein dritter Spielfilm hat es wahrlich in sich und besinnt sich zu den Wurzeln des Horrors zurück, die das Genre einst zu erfolgreich gemacht haben. Mit überschaubarem Budget erzählt er eine puzzleartige und packende Geschichte, die nie zuviel verrät und mittels intelligent eingestreuter Zeitsprünge von der düsteren Vergangenheit eines betagten, vereinsamten und mordenden Mütterchens berichtet. Hierbei scheint STEELE als meuchelnde Oma perfekt gewählt. Sie agiert zwar ab und an (bewußt?) sonderbar und unbeholfen vor der Kamera, findet aber stets den Spagat zwischen ausgefuchstem Biest und gutherziger Übermutter, der man das eiskalte Killerspiel irgendwie gar nicht übel nehmen will. Im Gegensatz zu den üblichen Verdächtigen der bekannten Gallio-Ära hält sich ZARANTONELLO mit der Zurschaustellung von Grausamkeiten dezent zurück. Großmütterchen Ann schreitet zumeist im Affekt zur Tat und hat eine ganz eigene Methode zur „Müllbeseitigung“ für sich entwickelt, was man natürlich zu keiner Zeit hinterfragen sollte (ist ja schließlich auch ein Horrorfilm), scheint doch Ann im Film mit Bärenkräften gesegnet worden zu sein.
 
Auch wenn es sich bei THE BUTTERFLY ROOM um unverbrauchte Genreware mit viele Liebe zum Detail handelt, hinterlässt das etwas sehr überstützte und viel zu kurze Finale einen recht faden Nachgeschmack. Selbstverständlich arbeitet ZARANTONELLO daraufhin hinaus, dass das perfide Treiben der merkwürdigen Dame am Ende entdeckt wird. Was anfänglich noch nahezu akribisch durchgeplant zu vertuschen versucht wird, verliert am Ende an Wichtigkeit. Ann stapft unüberlegt in ein Fettnäpfchen nach dem anderen und stolpert so in ein Finale, das man fast schon als zwanghaft konstruiert und arg grobmotorisch bezeichnen könnte. Immerhin bleibt das Rätsel um Anns titelgebenden Schmetterlingsraum bis kurz vor Ende gut verschleiert, was auf jeden Fall knapp 90 fesselnde Minuten verspricht. Die sind definitiv gut angelegt, punktet THE BUTTERFLY ROOM doch mit einer unverbrauchten Thriller-Thematik, die zudem sogar auch noch intelligent umgesetzt wurde. Leider hat es bisher noch kein deutscher Verleih riskiert den absolut sehenswerten Streifen auszuwerten, was schon mehr als grotesk anmutet, wenn man sich die Schundwerke anschaut, die tagtäglich in den deutschen Handel gebracht werden. Sollte es dennoch soweit sein: Vormerken und anschauen, denn THE BUTTERFLY ROOM ist eine wirklich liebenswert-schrullige Verbeugung vor den ganz großen Giallo-Regisseuren der 70er Jahre.
 
 
 


 
 
 

THE BUTTERFLY ROOM – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Ein absoluter Leckerbissen für jeden Horrorfan. THE BUTTERFLY ROOM lässt den längst vergessenen, schmuddligen Giallo der 70er Jahre erneut aufleben und haucht ihm sogar noch frischen Wind ein. Selten hat man einen derart betagten Killer auf der Mattscheibe erlebt, der so ausgefuchst und raffiniert zur Tat schreitet, dass im Gegensatz dazu Genre-Kollegen wie Meyers, Voorhees und Co. in Rente gehen können. Regisseur JONATHAN ZARANTONELLO hat alles richtig gemacht und ein kleines Meisterwerk geschaffen, das den ganz großen Giallis der 70er in nichts nachsteht. Wenn nur andere soviel Herzblut in ihr Schaffen investieren würden, gäbe es schon längst nicht mehr so viele minderwertige Filme wie es aktuell der Fall ist. Von uns gibt es daher auch für THE BUTTERFLY ROOM fast volle Punktzahl und den Hinweis auf Horror-Pflichtprogramm!
 
 
 


 
 
 

THE BUTTERFLY ROOM – Zensur

 
 
 
Hierzulande konnte THE BUTTERFLY ROOM problemlos die FSK passieren. Da im Film nur wenige Grausamkeiten gezeigt werden, die zudem kaum blutig sind, wurde der Streifen ab 16 Jahren freigegben. Die Kaufhausversion ist ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

THE BUTTERFLY ROOM – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Maritim Pictures

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Butterfly Room; USA 2012

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch Dolby Digital 2.0, Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 87 Min. (uncut)

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Originaltrailer, Trailershow

Release-Termin: 10.06.2014

 
 
 

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THE BUTTERFLY ROOM – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Sleep Tight (2011)
 
Das Kindermädchen (1990)
 
Fear – Wenn Liebe Angst macht (1996)
 
Stepfather (1987)
 
Stepfather (2009)
 

Filmreview: „Last Passenger“ (2013)

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LAST PASSENGER – ZUG INS UNGEWISSE

Story

 
 
 
Lewis Shaler (Dougray Scott) ist vielbeschäftigter Arzt und alleinerziehender Vater. Auf dem Weg nach Hause begibt er sich mit seinem kleinen Sohnemann in den letzten Zug nach London, wo er der schönen Fremden Lewis ( Kara Tointon) begegnet und sich ihr sofort verbunden fühlt. Doch die Liaison währt nicht lang. Als der Zug nicht wie erhofft am Zielbahnhof ankommt, die Notbremsen nicht zu funktionieren scheinen und weit und breit kein Zugbegleiter anzutreffen ist, schwant den wenigen Passagieren Übles. Ein irrer Selbstmörder hat die Kontrolle des Zugs übernommen und will unweigerlich mit Gefährt und Besatzung in den Tod rasen. Können die Reisenden ihrem Schicksal entkommen?
 
 
 


 
 
 

LAST PASSENGER – Kritik

 
 
 
Führt man sich einmal viele durchaus gelungene Horrorfilme der letzten Dekaden vor Augen, so fällt verblüffend oft auf, dass es sich hier um Genrebeiträge handelt, die von Jungregisseuren inszeniert wurden, die vorher wenige bis gar keine Regieerfahrungen vorweisen konnten. Gerade im Horrorbereich scheint der Trend allmählich weg vom kommerziellen Mainstream, hin zum günstig hergestellten Independentfilm zu gehen, wobei das natürlich nicht zwangsläufig negativ gewertet werden sollte. Auch der vorliegende LAST PASSENGER ist einer dieser einfallsreich umgesetzten Filmbeiträge, der ohne millionenschweres Budget auskommen musste und es trotzdem schafft, den Puls des ahnungslosen Zuschauer ordentlich in die Höhe zu treiben. Regisseur und Co-Drehbuchautor OMID NOOSHIN, der zuletzt auf dem Gebiet des Kurzfilms einige Regie-Erfahrungen sammeln konnte, inszeniert mit LAST PASSENGER seinen ersten abendfüllenden Spielfilm und beweist mit seiner minimalistisch erzählten Geschichte eindrucksvoll, dass es manchmal nur ein wenig Einfallsreichtums bedarf, einen schweißtreibenden und spannenden Schocker zu realisieren. Das sah vermutlich auch das britische Produktionshaus UK FILM COUNCIL (IRON LADY und MY WEEK WITH MARYLIN) so und fungierte als verlässlicher Geldgeber.
 
In LAST PASSENGER erlebt der Filmfreund die hilflosen Interaktionen einiger ahnungsloser Reisender, die vehement alles erdenklich Mögliche unternehmen, um einen außer Kontrolle geratenen Zug in ihre Gewalt zu bringen und das eigene Überleben zu sichern. Hierbei versucht Regisseur OMID NOOSHIN sein erschütterndes Szenario so glaubwürdig wie möglich zu zeichnen. Auch wenn die Verhaltensmuster der wenigen Fahrgäste zu Beginn noch den vermeintlich typischen Klischees des Genres unterliegen, so ändert sich das im Verlauf der Handlung, so dass LAST PASSENGER am Ende sogar gänzlich ohne Unsympathen auskommt. Das Verhalten der wenigen Fahrgäste erscheint vollkommen nachvollziehbar, ihre Verzweiflung wirkt stets authentisch, wobei sich der Zuschauer nicht nur einmal dabei ertappen dürfte, das Szenario selbst zu hinterfragen und dabei eine Antwort zu finden, wie er sich selbst in einer derart verzweifelten Situation verhalten würde. Auch wenn die zugrundeliegende Idee des Films nicht wirklich originell erscheint und die Charaktere ein wenig Zeit benötigen, um die zündenden, letztlich rettenden Gedanken in die Tat umzusetzen, so schafft es NOOSHIN mit einer Leichtigkeit, eine erschreckend klaustrophobische Atmosphäre zu erzeugen, die den Grundton der Geschichte vortrefflich zu unterstreichen weiß. Hier sorgt nicht die Enge der Zugabteile für ein beklemmendes Angstgefühl, sondern die Hilflosigkeit der Charaktere, die vorerst rein gar nichts unternehmen können, den Zug stoppen zu können. Wer gerade gegen Filmmitte einige der durchaus adrenalinfördernden Szenen kaum ertragen kann und nicht hinschauen mag, wenn die Fahrgäste versuchen von Außen die Abteile zu entkoppeln, dem sei an dieser Stelle vergewissert, dass der Film natürlich ein gutes Ende nimmt.
 
Dennoch, bis der erlösende Abspann über den Bildschirm flimmert, erlebt der Filmfreund Suspense-Unterhaltung aller erster Güte. Wer eine Vorliebe für kurzweilig-unterhaltsames Thriller-Kino hegt, ist mit LAST PASSENGER optimal beraten. Ein Thriller der zwar nicht ganz befreit von budgetbedingten Schnitzern ist; für ein Regie-Debüt jedoch erstaunlich souverän in Szene gesetzt wurde.
 
Von daher: Nächster Halt: LAST PASSENGER – wir wünschen eine gute Fahrt! .
 
 
 


 
 
 

LAST PASSENGER – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Schweißtreibend inszenierter Suspense-Thriller für Nervenstarke. Ein Beitrag, der gerade für jene Genre-Fans interessant sein dürfte, die ein Faible für sauber inszenierte Filme hegen, deren Spannungsschraube von Minute zu Minute fester gezogen wird. Überraschend guter Indie-Beitrag!
 
 
 


 
 
 

LAST PASSENGER – Zensur

 
 
 
Der Film ist nicht brutal und zeigt kaum Grausamkeiten. Zwar sterben im Film auch Menschen, der FSK war der packende Zugentführungs-Thriller aber immerhin eine FSK12 wert und ist somit auch für Minderjährige geeignet.
 
 
 


 
 
 

LAST PASSENGER – Deutsche Blu-ray

 
 
 
LAST PASSENGER Blu-ray

(c) Universum Film

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Last Passenger; Großbritannien 2013

Genre: Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1920x1080p)

Laufzeit: ca. 97 Min.

FSK: FSK 12 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Making Of, Featurette, Interviews, B-Roll, Visual Effects, Sound Design

Starttermin: 17.01.2014

 
 
 
LAST PASSENGER ist ein kleiner Indie, der mit wenig Budget auskommen musste und das merkt man auch. Vor allem beim Bild der Blu-ray aus dem Hause UNIVERSUM FILM macht sich das magere Kapital bemerkbar. Das Bild ist viel zu hell und schaut durchweg milchig und arg kontrastarm aus. Zudem sind die Farben verwaschen, was aber immerhin zum Charakter der altmodischen Wagon-Kulisse passt. Beim Ton schaut es da schon etwas besser aus. Die Stimmen sind stets klar zu verstehen und die klapprigen Umgebungsgeräusche des Zugabteils sorgen für eine angenehme Räumlichkeit. Kommt es dann ab Filmmitte zum Zusammenprall mit einem Auto scheint das Heimkino aus seinem Winterschlaf zu erwachen. Der anfänglich eher zurückhaltende und eher dialogreiche Thriller überrascht mit lautem Getose, das druckvoll aus den Boxen schallt. Zudem kommt in den wenigen Actionszenen der Subwoofer vermehr zum Einsatz. Vor allem die Explosion gegen Filmende überzeugt. Im wirklich hübsch animierten Hauptmenü findet der Zuschauer selbstverständlich eine kleine Anzahl an Extras. Die sind zwar recht übersichtlich ausgefallen, überzeugen aber durch Qualität. So gibt es ein Making of (ca. 3 Minuten), eine B-Roll (ca. 6 Minuten) und 13 Interviews mit diversen Beteiligten (ca. 30 Minuten) zu sehen. Weiterhin haben noch drei Features über die Kameraarbeit, die visuellen Effekte und das Sound Design (zusammen ca. 13 Minuten) den Weg auf die Blu-ray gefunden. Ein BD-Live-Zugang und der Trailer in Deutsch und Englisch runden das Extrapaket ab. Leider gibt es mal wieder keine deutschen Untertitel für die Boni, so dass die meisten Extras kaum zu gebrauchen sind. Dafür entschädigt eine umfangreiche Trailershow mit sechs weiteren Filmen aus dem Katalog des Anbieters. Wer sich immer noch nicht mit dem FSK-Flatschen anfreunden kann, darf den Einleger gern umdrehen, denn ein Wendecover liegt bei.
 
 
 

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LAST PASSENGER – Trailer

 
 
 


 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
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247°F – Todesfalle Sauna (2011)

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Hot 247° F – Todesfalle Sauna

Story

 
 
 
Vier Freunde streben einem gemütlichen und feierfreudigen Wochenende entgegen. In einer einsam gelegenen Holzhütte wollen sie für einige Stunden den stressigen Alltag hinter sich lassen und gemütlich bei Alkohol und Musik unbeschwert feiern. Doch der vermeintliche Frieden ist schnell verschwunden, als drei von ihnen in einer Sauna eingesperrt werden und panisch versuchen, sich aus ihrer misslichen Lage zu befreien.
 
 
 


 
 
 

Hot 247°F – Kritik

 
 
 
Durchstöbert man einmal die Annalen des Genre-Films, so verblüfft es ein wenig in welch missliche Situationen Helden der Horrorfilmgeschichte bereits so alles geraten sind. Dabei ist immer wieder verwunderlich mit welch minimalistischen Mitteln eine Geschichte erzählt werden kann, die zudem bis zum erlösenden Ende spannend unterhält. Ein sehr beliebter Spielball in der Welt des psychologisch recht effektiven Horrorfilms, ist die Angst vor geschlossenen Räumen (Klaustrophobie) geworden, welche die Protagonisten in ihren Filmen teilweise enorm Disziplin und Selbstbeherrschung kostet, um sich am Ende doch noch aus dem ungemütlichen Gefängnis befreien zu können. Ob in einem Sarg lebendig begraben („Burried„), in einem Bank-Terminal eingeschlossen (ATM (2011)) oder in einem riesigen mechanischen Würfel („Cube„) dem Ausgang suchend – die Ideenvielfalt kreativer Drehbuchautoren war bisher unerschöpflich.
 
Auch die drei Protagonisten des aktuellen Thrillers „247°F“ (so der Original-titel) geraten in eine überaus verzwickte Situation und finden sich in einer sprichwörtlich „schweißtreibenden“ Situation wieder. Dabei haben die beiden Regie-Debütanten „Levan Bakhia“ und „Beqa Jguburia“ alle Mühe damit, die Geschehnisse so plausibel, realistisch und ehrlich zu schildern. Dass die reißerischen Floskeln zu Beginn des Filmes auf wahre Begebenheiten hinweisen, sollten Filmfreunde unkommentiert außer acht lassen, denn bei „247°F“ handelt es sich um ein kleines und effektives Filmchen, dass besser zu sein scheint, als anfänglich gedacht. Die Geschehnisse plätschern zwar vorerst genüsslich daher, gewinnen dennoch im Laufe des Filmes allmählich an Fahrt und gipfeln in einem überaus desaströsen Ende, dass sich auch für den Zuschauer zu einer wahren Nervenprobe entwickelt. Immer wieder verstreuen die beiden Filmemacher ersichtlich wirre Brotkrumen, damit der Zuschauer nicht so schnell hinter das Geheimnis dieses kleinen fiesen und dennoch einfach gestrickten Thrillers gelangt.
 
Wer ist für diese Misere verantwortlich und welcher Sinn steckt hinter all dem? Fragen, die der Film glücklicherweise erst in den letzten Filmminuten beantwortet und Genre-Fans vorab im Dunkeln umherirren lässt. Aber auch in der heißen Zelle ereignet sich Erschütterndes. Die drei Leidtragenden versuchen mit allen erdenklich logischen Mitteln die Tür zu ihrem Gefängnis zu öffnen und in irgendeiner Form auf sich aufmerksam zu machen. Natürlich haben die drei immer ihre eigenen physischen Grenzen vor Augen und die Angst, inmitten der unmenschlichen Temperaturen im Inneren der Sauna zu kollabieren. Wer wird ohne Flüssigkeit, bei derart unmenschlicher Hitze, wie lange überleben können? Hinzukommt, dass sich unter den Anwesenden eine Protagonistin befindet, die bereits durch einen vorherigen Schicksalsschlag traumatisch gezeichnet ist und demnach umso mehr Spannungen in die so schon angespannte Situation bringt.
 
Mit dem recht gemeinen Thriller haben die beiden Regisseure „Levan Bakhia“ und „Beqa Jguburia“ ein Debüt-Filmchen geschaffen, dass sich wie ein schmerzhafter Faustschlag in der Magengegend anfühlt. Technisch auf einem recht ansprechenden Niveau, kommen hier auf engstem Raum die Vorzüge klassischem Klaustrophobie-Horrors zum Einsatz. Hier wird geschrien, gewinselt und mit allerhand handfesten Methoden versucht die Pforten des Gefängnisses zu zerbrechen. Dabei trifft zwar im Verlauf des Filmes immer wieder unerwartet Hilfe ein, die aber dennoch nicht zum erhofften Erfolg führt. „247°F“ kommt definitiv zugute, dass er nicht in derb-klischeebeladene Sphären driftet und mit dreist-nervigen Stereotypen aufwartet, sondern zu jeder Minute für den Zuschauer logisch und nachvollziehbar scheint. Die Vorgehensweise der eingesperrten Protagonisten ist immer plausibel und menschlich, auch wenn die beiden Regisseure gänzlich entgegen traditioneller Film-Regeln den Sympathieträger im Verlauf der Filmhandlung radikal „ausschalten“. Freunde des eher realistischen Horrors sei „247°F„, im wahrsten Sinne des Wortes, „wärmstens“ zu empfehlen. Denn hier stehlen den leidenden Protagonisten nicht irgendwelche Zombies, Mutanten und Serienkiller die Show, sondern die unangenehme und ausweglose Situation, in welcher sich die liebenswerten Charaktere befinden.
 
 
 


 
 
 
 

Hot 247°F – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
Ein überaus fieses, wenn auch unglaublich spannendes Stück Thriller-Kino. Ein regelrechter Geheimtipp für Freunde realistischen Horrors.
 
 
 


 
 
 

Hot 247°F – Zensur

 
 
 
Im Film selbst fliesst bis auf eine Szene kein Blut. Daher ist der Film ungeschnitten ab FSK16 freigegeben.
 
 
 


 
 
 

Hot 247°F – Deutsche Blu-ray

 
 
 
247F Bluray Cover
 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: 247°F; USA 2011

Genre: Drama/Horror/Thriller

Ton: Deutsch + Engl. DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 1920x1080p, 2.35:1

Laufzeit: 88 Min.

FSK: FSK 16

Verpackung: Amaray ohne Wendecover

Extras:Original Trailer, Audiokommentar des Regisseurs (keine UT), Entfallene Szenen (keine UT), diverse Trailer aus dem Programm von „Great MOvies“

 
 
 
Wenn man Blu-rays aus dem Hause „Great Movies“ in den Händen hält, ist das ja immer so eine Sache. Hier wird oftmals eher schlimmster Trash eingekauft und unter die Leute verhöckert. Umso erstaunlicher, dass sich das Label diesen durchaus sehenswerten Streifen gesichert hat und ihm eine bodenständige Veröffentlichung spendiert. Nach dem Einlegen der Scheibe erwartet den Zuschauer ein recht puristisches, aber stimmiges Menü, von wo aus er zwischen dem Film, Ton-Einstellungen und Extras wählen kann. Ein Kapitelmenü gibt es nicht, ebenso wie auswählbare Untertitel für Film, Audiokommentar und Extras. Wo die Liebe zum Detail fehlt, überrascht diese Veröffentlichung dennoch durch eine ansprechende Bild- und Tonqualität. Lobenswerterweise hat man sich hier sogar auch Mühe gegeben, dem Film eine ansprechende Synchronisation zu spendieren. Zu den Extras gesellen sich der Audiokommentar des Regisseurs, diverse Trailer u.a. auch zum Film, sowie entfallene Szenen. Ein Making of, wie auf dem Cover versprochen, gibt es nicht. Ebenso wie Untertitel und ein Wendecover.
 
 

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Hot 247°F – Trailer

 
 


 
 

Hellraiser80

 
 
 
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