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Filmkritik: „Sindbad und das Auge des Tigers“ (1977)

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SINDBAD UND DAS AUGE DES TIGERS

(SINDBAD AND THE EYE OF THE TIGER)

Story

 
 
 
Seefahrer Sindbad will sein Leben als Stoff von Heldengesängen an den Nagel hängen, sesshaft werden und reist an den Hof eines benachbarten Reiches. Dort wartet seine Holde, die Prinzessin. Leider gibt´s dort auch eine böse Stiefmutter, die mit Hilfe finsterer Mächte die Angehörigen der Königsfamilie in Tiere verwandelt hat. Legenden berichten von einem Einsiedler, der die Hexerei umkehren kann. So machen sich Sindbad und seine Crew auf eine weitere große Reise, die sie in phantastische Inselreiche voller mythischer Kreaturen und kampflüsterner Monster führt. Sogar den verschollenen Kontinent Hyperborea besucht man auf der Suche nach der Rettung von Sindbads Zukunft als Ehemann und Throninhaber.
 
 
 


 
 
 

SINDBAD UND DAS AUGE DES TIGERS – Kritik

 
 
 
Die Katze aus dem Sack, bitte: SINDBAD UND DAS AUGE DES TIGERS ist ein Ray-Harryhausen-Film. Natürlich ist er das. Der 2013 verstorbene Gründervater des Stop-Motion-Effekts dürfte wohl der einzige Tricktechniker aus Hollywood oder anderorts sein, dessen Name zum Synonym der Filme geworden ist, in denen seine Arbeit zu sehen war. Die Namen der verschiedenen durchgereichten Regisseure sind da eher Nebensache. Jene der Hauptdarsteller ehrlich gesagt auch. Hat sich aber keiner dran gestört. Ganz im Gegenteil. Mancher zum Zerkrümeln langweilige Sonn- oder Feiertag konnte Kindern in aller Welt mit den phantasievollen Orient-Märchenfilmen und ihren über den Bildschirm zuckelnden Monstrositäten aus Tausendundeinernacht erträglicher gestaltet werden. Konsequenterweise fungierte der Effekt-Pionier hier auch als Co-Autor des Drehbuchs und sogar als Produzent. Somit war gesichert, wo bei SINDBAD UND DAS AUGE DES TIGERS die Prioritäten zu liegen haben.
 
 
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Der Film ist – dankenswert – eine Revue der unendlich kreativen Stop-Motion-Effekte aus erklärter Großmeister-Werkstatt. Die Finanzmenschen der Columbia Studios hatten ihrem dritten Sindbad-Film 1977 großzügige sieben Millionen Dollar Budget genehmigt. Das ist für diese Zeiten mehr als ordentlich. Zudem es sich um einen an ein kindliches Publikum adressierten Film handelt. Mit dem Geld konnten Regisseurs-Handwerker Sam Wanamaker und seine Mannschaft wunderbar stimmige Drehorte im Nahen Osten und in der Mittelmeerregion ins Auge der Kamera rücken. Die antike Felsenstadt Petra, im heutigen Jordanien gelegen, findet sogar explizit Erwähnung in der Handlung. Die Besetzung, wie erwähnt, zweitrangig. John Philip Law hatte 1977 keine Lust, den tollkühnen Märchenhelden aus Bagdad nochmal zu geben. Also fiel die Titelrolle an den armen Patrick Wayne, zeitlebens geschlagen mit dem übermächtigen Schatten seines Vaters: Western-Volksheld und ewiges Idol amerikanischer Konservativer: John Wayne. Junior macht seine von vornherein mit Einschränkungen versehene Sache gut, genau wie die über-hübsche James-Bond-Gespielin Jane Seymour an seiner Seite oder auch Peter Mayhew, der seine zweizwanzig kurz darauf ins berühmte Fellkostüm des Chewbacca am Set von KRIEG DER STERNE wickeln sollte.
 
 
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SINDBAD UND DAS AUGE DES TIGERS – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Die Orient-Abenteuer aus dem Schoß der Columbia-Studios sind in etwa sowas wie die amerikanischen Gegenstücke zu den hierzulande so beliebten Märchenfilmen aus der Sowjetunion oder der Tschechoslowakei. Ray Harryhausens Spezialeffekte im Stop-Motion-Stil bilden das Zentrum der Sindbad-Filme und wissen auch heute noch mit ihrem (inzwischen leicht antiquierten) Charme zu begeistern. SINDBAD UND DAS AUGE DES TIGERS besitzt die magische Fähigkeit, den Zuschauer zurück in die verregneten Fernsehnachmittage der Kindheit zu versetzen. Was will man von einem Film für kleine und große Kinder noch mehr?
 
 
 


 
 
 

SINDBAD UND DAS AUGE DES TIGERS – Zensur

 
 
 
Auch die nun erhältliche Blu-ray zu SINDBAD UND DAS AUGE DES TIGERS ist ungeschnitten und – wie bereits zur Kinoaufführung im Jahr 1977 – frei ab 6 Jahren.
 
 
 


 
 
 

SINDBAD UND DAS AUGE DES TIGERS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Koch Media Home Entertainment | Explosive Media (KeepCase mit Schuber)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Sinbad and the Eye of the Tiger; Großbritannien | USA 1977

Genre: Fantasy

Ton: Deutsch DTS-HD MA 2.0 (Mono), Englisch DTS-HD MA 2.0 (Mono)

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.85:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 113 Min.

FSK: FSK6 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover | Erstauflage im Schuber

Extras: The Harryhausen Chronicles (ca. 58 Min.), This is Dynamation Featurette (ca. 3:30 Min.), Bildergalerie (HD, ca. 2 Min.), Original Kinotrailer (ca. 2 Min.)

Release-Termin: 01.12.2016

 

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SINDBAD UND DAS AUGE DES TIGERS – Trailer

 
 

 
 

Christian Ladewig

(Die Rechte für alle Grafiken liegen bei KOCH MEDIA HOME ENTERTAINMENT | EXPLOSIVE MEDIA)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Sindbads fünfte Reise (2014)
 
Sindbads gefährliche Abenteuer (1973)
 
Sindbads siebente Reise (1958)
 
Kampf der Titanen (1981)
 


Filmreview: „Grave Encounters 2“ (2012)

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Grave Encounters 2

Story

 
 
 
Alex Wright (Richard Harmon) ist ein Horrorfilm-Junkie, wie er im Buche steht. Nicht nur, dass er eigene Filme dreht, er bespricht auch regelmäßig Horrorwerke auf seinem Youtube-Kanal. Seit geraumer Zeit beschäftigt ihn der Schocker „Grave Encounters“. Wright scheint fest der Überzeugung zu sein, dass das Filmdokument echt sei und beginnt Recherchen im Internet zu betreiben. Als er herausfindet, dass der gesamte Cast als verschollen gilt, trommelt er ein paar Freunde zusammen, mit deren Hilfe er das Rätsel rund um die Geschehnisse des „Grave Encounter“-Filmes lösen möchte. Kaum haben die Freunde den Schauplatz des Filmes betreten, beginnen sich die Ereignisse in der verlassenen „Collingwood-Psychiatrie“ zu wiederholen…
 
 
 


 
 
 

Grave Encounters 2 – Kritik

 
 
 
Angenommen man dreht einen Horrorfilm, der unerwartet zum Geheimtipp avanciert. Die klügste Vorgehensweise wäre vermutlich die, den lukrativen Überraschungs-Hit mit einer Fortsetzung weiterzuspinnen, um schnell noch im Fahrwasser des Originals die Kasse klingeln zu lassen. Rasch kritzelt man einige Ideen auf Papier und wärmt einige Schockeffekte lau auf, die man bereits unzählige Male im Vorgänger präsentiert bekommen hat. Garniert mit einigen derben Splatter-Szenen hofft man nun, dass sich der Erfolg abermals wiederholt.
 
Der Film „Grave Encounters 2“ ist ein derartiger Fall, der nun versucht, in die erfolgreichen Fußstapfen seines Vorgängers zu treten. Zu allem Erstaunen gelingt ihm das recht solide, dennoch erreicht er aber nur in den wenigsten Momenten die unheimlichen Qualitäten des Originals. Was den Film trotzdem durchaus sehenswert macht, ist der konsequente Wandel seines Erzählstils, denn „Grave Encounter 2“ bietet im Grunde nichts wirklich bahnbrechend Neues, ist aber trotzdem im Vergleich zum ersten Teil ganz anders. Das subtil-schauerhafte Gruseln ist hier Mangelware. Vielmehr setzt der Film auf Hektik und Blutzoll. Die actionlastige Geisterhatz verirrt sich in einigen Momenten in recht deftigem Gekröse, sodass vor allem Splatter-Fans auf ihre Kosten kommen dürften. Ob diese neue Richtung wirklich geschickt gewählt ist, sollte jeder für sich selbst entscheiden, denn vor allem Fans des Originals dürften sich bei „Grave Encounters 2“ gehörig vor den Kopf gestoßen fühlen. Die Geister gehen arg rabiat zur Sache, sodass die eigentlich beunruhigend-ängstigende Atmosphäre, zugunsten deftiger Splatter-Exzesse in den Hintergrund rückt. Vermutlich war Regisseur „John Poliquin“ darin bestrebt mit seiner Fortsetzung verschiedene Filmgeschmäcker anzusprechen. Gerade in Zeiten unzähliger Geister-Found-Footage-Filme, die allesamt allein nur das unspektakuläre auf-und-zu-schieben von Schränken und Türen fokussieren, scheint „Poliquin“ bestrebt darum zu sein, andere Wege gehen zu wollen und sich ein wenig vom Subtilen zu distanzieren. Da aufgrund von „Hostel„, „Saw“ und Co. selbstzweckhafte Gewaltakte zum üblichen Bild aktueller Horrorfimlware geworden sind , macht hierbei natürlich auch „Grave Encounters 2“ keine Ausnahme und schwimmt geschwind auf dieser populären Welle mit.
 
Natürlich gibt es neben dem teilweise arg schroffen Gesplattere und dem lukrativen Recyclen altbewährter Erfolgsrezepte auch jede Menge „Neues“ in „Grave Encounters 2“ zu bestaunen. Regisseur „John Poliquin“ ist stets darum bemüht, die Geschichte des Anwesens weiterzuerzählen. Auch wenn hin und wieder ein gewisses Déjà-vu Gefühl eintreten will, so schafft er es dennoch etwas Licht rund um die Geschehnisse der leerstehenden Psychiatrie zu bringen. In bekannter „House on Haunted Hill„-Manier erzählen einige groteske Geistererscheinungen von der Geschichte dieser Klinik und beantworten so einige wesentliche Fragen, die bisher unbeantwortet blieben. Auch wenn es ein wenig an Zeit benötigt, bis der zweite Aufguss überhaupt an Fahrt gewinnt, so kann man „Poliquin“ nicht vorwerfen, dass er mit seiner Rückkehr in das Spukgemäuer langweilt. Zwar dauert es geschlagene 40 Minuten bis der Film überhaupt zum Punkt kommt, hat er die dann jedoch erreicht, bietet das schweißtreibende Tempo mit welchem „Grave Encounters 2“ davonradelt, dem Zuschauer kaum Zeit zum Verschnaufen. Die ahnungslosen Kids werden von einer Szenarie zur nächsten getrieben, immer die Angst im Nacken haben zu müssen, kreativ um die Ecke gemeuchelt zu werden. Auch wenn die Geschichte gegen Ende hin fast schon surreale Züge erhält und sich die Helden in einer Art Parallelwelt wiederfinden, so kann man sich als Filmfreund nicht darüber beschweren, trotz allem hanebüchenen Hocus Pocus, sich doch irgendwie kurzweilig unterhalten gefühlt zu haben.
 
Grave Encounters 2“ ist ein zweischneidiges Schwert und dürfte vor allem Freunde des ersten Teils vor den Kopf stoßen. Von unheimlicher und subtiler Atmosphäre ist hier kaum noch irgendwas zu verspüren. Nervenstrapazierende Schockeffekte sind in dieser Fortsetzung Mangelware und werden schier und einfach durch derbe Splatter-Effekte ausgetauscht. Die Geister demonstrieren kontrovers schroff, wie man unwillkommene Gäste wahrhaftig unwillkommen begrüßt, sodass das Sequel für Freunde wohldossierten Gruselns vollkommen unangebracht ist. Statt jugendfreier „Paranormal Activity„-liker Umsetzung geht es hier deftig zur Sache. Da werden Köpfe zerquetscht und eingetreten und Leiber mittels Starkstrom zerfetzt und verbrannt. Das Splatter-Herz dürfte vor derart ungenierter Zeigefreudigkeit vor Freude tanzen. Trotzdem, auch wenn die Erwartungen im Vergleich zum Vorgänger kaum erfüllt werden können, so kann man nicht behaupten, dass „Grave Encounters 2“ eine miese Fortsetzung ist. Sicherlich erfindet auch dieser Spuk-Film das Genre nicht neu und auch sonst hat man all das, was der Film letztendlich bietet, bereits um Längen besser woanders gesehen. Dennoch hat dieses Sequel auch seine Momente, die zudem aufgrund der hervorragenden technischen Fingerfertigkeit zu überzeugen wissen. Gerade gegen Ende hin sind die Grenzen des typischen Found-Footage-Filmstil kaum noch als selbige zu erkennen. Da wird die Kamera von Geistern getragen, die dann um die verbleibenden Protagonisten umherschwirren. Aber auch die wenigen Geistereffekte (siehe Filmplakat!) sind als ziemlich gelungen zu betiteln und heben „Grave Encounters 2“ über den Durchschnitt.
 
 
 


 
 
 

Grave Encounters 2 – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Deftiger Splatter statt wohldosiertem Gruselvergnügen – Eine gelungen Fortsetzung, die sich zwar altbewährter Mechanismen des ersten Teil bedient, dennoch irgendwie vollkommen anders ist.
 
 
 


 
 
 

Grave Encounters 2 – Zensur

 
 
 
Aufgrund einiger recht deftiger Szenen, dürfte die deutsche Filmfassung ungeschnitten mit „Keine Jugendfreigabe„-Kennzeichnung erscheinen.
 
 
 


 
 
 

Grave Encounters 2 – Trailer

 
 
 

 
 
 

Hellraiser80

 
 
 
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