Filmkritik: „Itsy Bitsy“ (2019)

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ITSY BITSY

Story

 
 
 

Eine alleinerziehende Mutter (Elizabeth Roberts) erlebt mit ihren Kindern in einem Landhaus den ultimativen Horror. Dort wird die kleine Familie von einer Riesenspinne terrorisiert.

 
 
 


 
 
 

ITSY BITSY – Kritik

 
 
 
Spinnen sind im Horrorfilm immer eine sichere Bank. Ob große oder kleine Krabbelwesen – Menschen mit Arachnophobie durchleben nicht selten bei dieser Art von Filmen den Horror auf Erden. Wohl ein Grund, warum es nun Nachschub gibt. Der nennt sich ITSY BITSY und greift natürlich einmal mehr die Urangst des Menschen vor den unheimlichen Langbeinen auf. Für diesen durch Crowdfunding finanzierten Tier-Horror zeichnet jemand verantwortlich, der sich mit Spezialeffekten gut auskennt. Das dürfte große Vorfreude schüren, sind es doch in den meisten Fällen ausgerechnet Effekte, die Horrorfilme mit Spinnen besonders eklig machen. Das dürfte wohl auch MICAH GALLO bekannt sein. Der konnte sich bisher als Spezialist für visuelle Effekte in so einigen bekannten Horrorstreifen austoben. Darunter ALMOST HUMAN, HATCHET 3 und SILENT NIGHT. Mit ITSY BITSY wandelt er auf neuen Pfaden. Diesmal hat er es sich auf dem Regiestuhl gemütlich gemacht und feiert zeitgleich sein Spielfilmdebüt. Mit einem so begabten Händchen für Splatter- und Ekelkram darf man gespannt sein.
 
 
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Kara Spencer versucht mit den beiden Kindern ein neues Leben auf dem Land zu beginnen. Nach einem tragischen Ereignis wollte sie nur noch weg aus der Großstadt und hat einen Job als Krankenschwester in ländlicher Idylle angenommen. Dort soll sie einen alten Mann versorgen und zieht in ein leerstehendes Haus gegenüber ein. Keine gute Idee, denn der pflegebedürftige Arbeitgeber entpuppt sich als ominöser Antiquitätenhändler, der in seiner Sammlung so einige Stücke beherbergt, die er über zweifelhafte Umwege erhalten hat. So auch ein Gefäß eines seltsamen Stammes, der einen obskuren Spinnen-Gott verehrt. Das kommt zu Bruch und herauskrabbelt eine riesige Spinne, die ziemlich viel Chaos hinterlässt.
 
 
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Mehr Familiendrama statt Horror. ITSY BITSY dürfte so manchen Horrorfilmfan enttäuschen. Was im Trailer noch reißerisch angepriesen wird, findet nur selten den Weg in den Film. Stattdessen erzählt der Streifen von einer Mutter, die schwer traumatisiert versucht ein neues Leben zu beginnen. Bei einem schweren Unfall ist der kleine Sohn gestorben. Seither plagen Schuldgefühle, die die Mutter tagtäglich aus der Bahn werfen. Als wäre das nicht schon alles schlimm genug, macht auch der älteste Sohn Vorwürfe. Der ist der Meinung, dass die Erziehungsberechtigte allein für die ungeordnete Situation verantwortlich ist, in der sich die kleine Familie nun befindet. Eine Atmosphäre der Verzweiflung, die sich auch auf die Stimmung des Gruselfilms legt. Statt Schreckmomente am Fließband wird Fokus auf zerrüttete Familienverhältnisse gelegt. Viel Gruselei ist da nicht. Stattdessen Drama, Drama, Drama.
 
 
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Aber keine Angst. Die Spinne krabbelt ab und an auch mal vorbei. Die macht es sich in Wannen gemütlich, legt Eier in Puppenhäuser ab und verstecken sich gern auch mal unter aufgestapelten Kuscheltieren. Viel Terror wird ihr aber nicht ermöglicht, was doch etwas verwundert, da der Spinnen-Horror mit sieben Millionen US-Dollar Produktionsbudget hätte eigentlich aus dem Vollen schöpfen können. Wir sehen einen Mix aus praktischen Effekten und Computerarbeiten. Ganz okay, aber nichts, was vom Hocker reisst – vor allem auch deshalb, weil die Inszenierung kaum über TV-Niveau reicht. Das scheint offenbar auch seine Gründe zu haben, saß doch mit BRYAN DICK jemand am Schreibtisch, der zuvor eher an Drehbüchern zu unbedeutenden TV-Arbeiten gearbeitet hat. Da hat man schon Besseres zu sehen bekommen, zumal ITSY BITSY auch in Sachen Gewalt einen Sparkurs fährt. Wo man in anderen Filmen in Kokons gesponnene und schon halb verweste Leichen zu sehen bekommt, bleibt der von MICAH GALLO inszenierte brav und anständig. Ein paar Spinnenbisse und etwas Glibber – das wars. Ganz schön lahm.
 
 
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ITSY BITSY – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Hervorragende Kameraarbeit und gute Spezialeffekte – mehr nicht. ITSY BITSY ist nicht gerade das beste Beispiel für beunruhigenden Spinnen-Horror. Die Ereignisse plätschern vor sich hin und erst im Finale wird es endlich mal interessant. Bis dahin werden diverse innerfamiliäre Konflikte thematisiert, die dann doch etwas zu viel Laufzeit für sich beanspruchen, die man eher in Spinnenauftritte hätte investieren können. Letztere sind überschaubar und lassen sich an einer Hand abzählen. ITSY BITSY schaut zwar ganz ordentlich aus, kann aber seine B-Horror-Herkunft nicht verbergen. Demzufolge können selbst Menschen mit Arachnophobie einen Blick wagen. Sonderlich beunruhigend ist dieser Spinnen-Horrorfilm nämlich nicht. Eine doch enttäuschende Prämisse, wenn man bedenkt, was Filmemacher in den 1970er und 80er mit weitaus weniger Budget bewirken konnten. Da kommen Filme wie ARACHNOPHOBIA oder MÖRDERSPINNEN ins Gedächtnis. Das sind Kultfilme, über die man berechtigterweise selbst heute noch spricht.
 
 
 


 
 
 

ITSY BITSY – Zensur

 
 
 
ITSY BITSY hat kaum Gewalt zu bieten. Oft sieht man nur die Resultate der Angriffe durch die Riesenspinnen. So sehen wir einige Male kurz, wie sich die Körper der Gebissenen durch das Gift verändern. Die Spinne attackiert zudem einen Mann und beißt ihm die Augen aus. Ansonsten reduzieren sich die Spezialeffekte auf diverse Bisswunden und darauf fließender Glibber. Hierzulande dürfte ITSY BITSY ohne Probleme eine FSK16 erhalten.
 
 
 


 
 
 

ITSY BITSY – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Shout! Studios)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Arac Attack – Angriff der achtbeinigen Monster (2002)
 
Arachnophobia (1990)
 
Taranteln – Sie kommen um zu töten (1977)
 
Arachnid (2001)
 
Spider Attack – Achtbeinige Monster (2000)
 
Big Ass Spider (2013)
 

Filmkritik: „Rupture“ (2016)

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RUPTURE – ÜBERWINDE DEINE ÄNGSTE

Story

 
 
 
Eine alleinerziehende Mutter (NOOMI RAPACE, die Heldin aus PROMETHEUS – DUNKLE ZEICHEN und die echte Lisbeth Salander) muss sich in einem abgelegenen Lagerhaus ihrer Angst vor Spinnen stellen. Doch da ist sie nicht allein. Auch andere Menschen werden hier gefangen gehalten und mit ihren persönlichen Ängsten konfrontiert. Doch wozu das alles. Ein Mysterium, das es zu entschlüsseln gilt.
 
 
 


 
 
 

RUPTURE – Kritik

 
 
 
Eine Frau wird heimlich von einer geheimnisvollen Organisation in den eigenen vier Wänden überwacht, anschließend entführt und in einen modrigen Gebäudekomplex verschleppt, wo an ihr fragwürdige Untersuchungen vorgenommen werden. Nein, RUPTURE ist kein weiterer Beitrag zur perverserweise erfolgreichen Torture-Porn-Welle, deren wohl wichtigster Vertreter von Exploitation-Hobbyfachmann ELI ROTH vor über zehn Jahren gedreht wurde. Mit HOSTEL hat dieser Film nicht im Geringsten zu tun, auch wenn die Ausgangssituation geradezu prädestiniert dafür wäre, die Folterwerkzeuge zurück vor die Kamera zu holen. RUPTURE ist einem ganz anderen Filmgenre beheimatet und lässt auch keine seiner Protagonisten reißerisch über die Klinge springen. Der Film geht sogar noch weiter. Weder Tiere noch Menschen müssen in diesem Thriller ihr Leben lassen. Regisseur STEVEN SHAINBERG konfrontiert mit Ungewissheit und geht lieber dem Warum auf den Grund, statt zu quälen oder fürs gequält werden rächen zu lassen. So kann sich die Filmheldin von ihren Fesseln befreien, schlüpft in die Luftschächte ihres ungemütlichen Gefängnisses und versucht einen Weg nach Draußen zu finden. Für den Zuschauer bedeutet das adrenalinreiche Fluchtversuche durch nicht enden wollende Gänge – immer die Angst im Nacken, dass die filmische Identifikationsfigur von den Bösewichten entdeckt wird.
 
 
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RUPTURE ist äußerst spannend, weil das Geheimnis der Entführung gut bewahrt wird. STEVEN SHAINBERG versorgt den Zuschauer immer nur mit dem Nötigsten, verrät nie zuviel und liefert nur häppchenweise Gründe für die mysteriöse Entführung. Dazwischen wird die Flüchtende mit allerhand seltsamen Vorkommnissen konfrontiert, die sie bald an ihrem Verstand verzweifeln lassen. Vorangetrieben wird die Spannung nicht zuletzt durch ein permanent beklemmende Gefühl der Ausweglosigkeit. Flucht scheint unmöglich, Ausgänge sind gut abgesichert und Mitglieder der Organisation ständig präsent. Das macht das Entkommen nicht gerade leicht in einer Szenerie, die vor allem der raffinierten Ausleuchtung wegen für Unbehagen sorgt. RUPTURE glänzt nämlich mit besonderer Ästhetik, die Dank befremdlich wirkender Licht- und Farbexperimente hin und wieder an die Werke des italienischen Altmeisters DARIO ARGENTO oder gar dessen Vorbild MARIO BAVA erinnert. Das sorgt für Atmosphäre, wenngleich die in erster Linie dafür sorgt, dass dem Zuschauer der Herz in die Hose rutscht. Stellenweise ist das STEVEN SHAINBERG ganz gut gelungen.
 
 
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RUPTURE – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Zeit, sich seinen Ängsten zu stellen. Ungemütliches Filmszenario, das aufgrund der bewusst lang hinausgezögerten Auflösung und der spärlich verstreuten Anhaltspunkte spannend bleibt. Nach der rabenschwarzen Liebeskomödie SECRETARY und dem Drama FELL – EINE LIEBESGESCHICHTE geht der US-amerikanische Regisseur STEVEN SHAINBERG ganz andere Wege. RUTPTURE hat weder mit Drama noch mit Komödie etwas am Hut. Der Film ist eher im düsteren Genre beheimatet und deswegen so interessant, weil er sich nicht zwingend an Konventionen orientiert. Keine Morde, kein Spuk und dennoch irgendwo im Horrorfilm beheimatet. Da sieht man sogar darüber hinweg, dass das Ende dann doch mit unbefriedigender Wendung auf Zwang weg will vom Happy End üblicher Genrefilme. Das wirkt etwas sehr aufgesetzt, macht RUPTURE aber nicht zwangsläufig schlecht. Wer jedenfalls erfrischende Genreware nötig hat, ist mit diesem Horrorthriller gut bedient.
 
 


 
 
 

RUPTURE – Zensur

 
 
 
Es gibt eine Leiche auf einer Barre mit fehlenden Augen zu sehen. Was mit ihr genau passiert ist, wird nicht gezeigt und lässt sich nur erahnen. Sieht man einmal von einigen fragwürdigen Experimenten an Menschen ab, gibt es bis auf den kurzen Einsatz mit einem Elektroschocker im Film keine Gewalt zu sehen. Hierzulande hat RUPTURE – ÜBERWINDE DEINE ÄNGSTE von der FSK eine Freigabe ab 16 Jahren erhalten. Ungeschnitten versteht sich. Der Film wird Ende Januar 2017 von SPLENDID FILM ins Heimkino gebracht.
 
 
 


 
 
 

RUPTURE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Splendid Film (limitiertes BD-Steelbook)

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(c) Splendid Film (limitiertes BD-Steelbook)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Rupture; USA 2016

Genre: Horror, Science Fiction

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Niederländisch

Bild: 2.40:1 (1920 x 1080p)

Laufzeit: ca. 101 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover | limitiertes Steelbook

Extras: Trailer, Trailershow, Featurette, Interviews

Release-Termin: 20.01.2017

 

Rupture – Überwinde deine Ängste [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

Rupture – Überwinde deine Ängste [Blu-ray im limitierten Steelbook] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 


 
 
 

RUPTURE – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen, Szenenbilder liegen bei Ambi Pictures | Tango Pictures | Splendid Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Martyrs (2008)
 
Grotesque (2009)
 
Hunger (2009)
 
Martyrs – Remake (2015)
 

Filmreview: „Big Ass Spider“ (2013)

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BIG ASS SPIDER

Story

 
 
 
Kammerjäger Alex (Greg Grunberg) allein gegen eine Riesenspinne: Ein Experiment der Regierung ist mal wieder gehörig danebengegangen und aus einem harmlosen Arachnoid verwandelt sich ein gefräßiges Monster, dass ganz Los Angeles auf Trapp hält …
 
 
 


 
 
 

BIG ASS SPIDER – Kritik

 
 
 
Der verschollen geglaubte MIKE MENDEZ lässt die Spinnen los. Mitte der 90er war der damals gefeierte Nachwuchsregisseur ein kleiner Hoffnungsschimmer am Horrorhimmel und drehte mit MIKE MENDEZ KILLERS eine ziemlich ruppige Horrorsatire, die sich ganz unverfroren an Gewaltstreifen wie NATURAL BORN KILLERS und RESERVOIR DOGS verging. In Europa entstand ein regelrechter Hype um das kontroverse Stück Low-Budget-Kino, das sich binnen weniger Jahre zum Kultfilm des Genres entwickelte. Dem bis dato unbekannten MENDEZ eröffnete der Erfolg neue Möglichkeiten: 2000 entstand sein Zweitwerk mit dem Titel CONVENT, dem deutlich mehr Kohle zur Verfügung stand und das aber von Kritikern und Horrorfans mit eher gemischten Gefühlen aufgenommen wurde. Nach einer Horrordokumentation und dem lieblos heruntergekurbelten THE GRAVEDANCERS (2005) war plötzlich Schluss mit Filmemachen und es wurde verdächtig ruhig um den einst umjubelten Horrormacher. Nach fast acht Jahren Regieabstinenz gibt es endlich wieder etwas von MENDEZ zu sehen. Mit diesmal bedeutend mehr Geld in der Tasche und einigen bekannten TV- und Leinwandstars im Petto hat er einen Spinnenheuler auf Zelluloid gebannt, den man natürlich zu keiner Zeit ernst nehmen kann.
 
MENDEZ scheint eine Vorliebe für selbstironischen Trash zu besitzen. Bereits mit dem Splatterfest CONVENT bewies der Regisseur, dass er gern Horrorfilme dreht, die man lieber mit einem gehörigen Augenzwinkern genießen sollte. Ernst ist der neuste Abstecher ins Gruselmilieu keineswegs, denn auch wenn Spinnen bei den meisten Menschen vorwiegend Angst und Ekel hervorrufen, muss man bei MENDEZ über die langbeinigen Krabbeltiere vor allem eines: Lachen. BIG ASS SPIDER heißt das neuste Machwerk sinnbefreiter Komik für das er sogar einige namhafte Schauspieler gewinnen konnte. GREG GRUNBERG (HEROES – Die Serie) spielt hier den Kammerjäger Alex Mathis, der Haushalte von Ungeziefer und Parasiten befreit und nach einem gemeinen Spinnenbiss in die Notaufnahme eilt. Zufälligerweise wurde dort auch soeben eine Leiche eingeliefert aus deren Brustkorb eine Spinne kriecht, die wenig später die ganze Stadt in Aufruhr versetzt. Das, mit außerirdischer DNA in Berührung gekommene Krabbeltier, bekommt den Hals nicht voll und frisst sich durch Massen von Menschen. Stunden später ist das Vieh zu stattlicher Größe herangewachsen, krabbelt auf einen Wolkenkratzer um darin die Brut ablegen zu können. Spinnenflüsterer Alex findet das gar nicht gut, schnappt sich einen mexikanischen Wachmann und rettet am Ende selbstverständlich die Welt.
 
Seit Nonsens wie SHARKNADO selbst in renommierten Fachzeitschriften lobend Erwähnung finden, ist auch der Tierhorror wieder in aller Munde. Das Mülllabel ASYLUM hat gut vorgelegt und produziert seit Bestehen fleißig Horrorschund in dem Tiere die abstrusesten Dinge tun. Ob Hai mit zwei Köpfen oder Kampf zwischen Riesenschlange und Krokosaurier – das Schaffen dieser Filmwerkstatt ist der Inbegriff cineastischer Dummheit. BIG ASS SPIDER macht da keine Ausnahme. Das Ding strotzt nur so vor schlechten Dialogen, miserablen Handlungssträngen und kaum vorhandener Logik. Was den Streifen aber vom minderwertigen Quark aus den ASYLUM-Studios abhebt sind die hervorragend computeranimierten Spinnen-Effekte, die den Spaßfaktor erheblich steigern. BIG ASS SPIDER macht alles andere als einen billigen Eindruck, punktet mit lautem Munitionsgerassel und erheiternd trivialer Action, die sich natürlich pausenlos selbst auf die Schippe nimmt. Da feuert das Militär planlos den ganzen Film über mit Schusswaffen auf den aggressiven Arachnoid, obwohl im Film mehrfach erläutert wird, dass die Spinne unverwundbar ist. Zudem will sich dem Zuschauer nicht erschließen, wie es das Rieseninsekt letztendlich geschafft hat sich allein zu befruchten. Immerhin hat MIKE MENDEZ, wie andere Regisseure in letzter Zeit auch, an eine Hommage gedacht. Das mutierte Etwas hat sich für die Kinderstube ausgerechnet einen Wolkenkratzer im Zentrum von Los Angeles ausgesucht und krabbelt hinauf ins letzte Stockwerk, um darin den Nachwuchs ablegen zu können. Kult-Gorilla KING KONG hat in seiner Filmlaufbahn auch schon ne Menge ähnlicher Gebäude bestiegen. Leider hat das haarige Filmmonster bisher immer erst reichlich spät bemerkt, dass so ein bisschen Hauswandkletterei zu rein gar nichts führt. Auch wenn das Rad in BIG ASS SPIDER nun nicht gerade neu erfunden wird, bleibt dem Fan solcher Filme nix anderes übrig, als sich auch diesen Film in die Sammlung zu stellen. MENDEZ schafft es mit Situationskomik, guten Darstellern und Kurzweil zu überzeugen. Der haarsträubende Mix aus Science Fiction, Tierhorror und Komödie unterhält trotz inhaltlicher Leere ungemein – den hervorragend getricksten Spinnenmomenten sei Dank.
 
 
 


 
 
 

BIG ASS SPIDER – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
BIG ASS SPIDER ist eine willkommene Abwechslung zum üblichen Tier-Trash des Produktionsstudios ASYLUM, welcher den meisten Filmfans die Laune am Sichten von Tierhorrorfilmen mittlerweile vermiest hat. Der neuste Brüller von MIKE MENDEZ überrascht mit erstaunlich guten Effekten und jeder Menge sinnbefreiter Action, die immerhin soviel temporeichen Kurzweil bietet, dass dem Zuschauer kaum Zeit bleibt darüber nachzudenken, was ihm da gerade für Schwachsinn untergejubelt wird. Der Spinnenekel bleibt aus und die handvoll Gags machen Laune, so dass BIG ASS SPIDER auch von jenen Filmfans goutiert werden kann, die sonst mit Arachnophobie so ihre Probleme besitzen.
 
 
 


 
 
 

BIG ASS SPIDER – Zensur

 
 
 
BIG ASS SPIDER wurde in Deutschland ungeschnitten veröffentlicht und ist bereits für Jugendliche ab 16 Jahren geeignet. Viel Blut gibt es nicht gesehen, von daher ist die niedrige Freigabe gerechtfertigt.
 
 
 


 
 
 

BIG ASS SPIDER – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Splendid Film

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Big Ass Spider; USA 2013

Genre: Horror, Science Fiction, Komödie

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Niederländisch

Bild: 1.78:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 81 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Orangene Amaray mit Wendecover

Extras: Trailershow

Release-Termin: 03.01.2014

 
 
 

Big Ass Spider! [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

BIG ASS SPIDER – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Arac Attack – Angriff der achtbeinigen Monster (2002)
 
Spiders (2000)
 
Spiders 2 (2001)
 
Camel Spiders – Angriff der Monsterspinnen (2011)
 
Arachnophobia (1990)