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Filmkritik: „Bloody Knuckles“ (2014)

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BLOODY KNUCKLES

Story

 
 
 

Die abgetrennte Hand eines Comicautors macht dessen Feinden das Leben zur Hölle.

 
 
 


 
 
 

BLOODY KNUCKLES – Kritik

 
 
 
Die Geschichte vom eiskalten Händchen mal wieder neu interpretiert. Was schon von 1964 bis 1966 in der TV-Serie THE ADDAMS FAMILY für jede Menge Lacher gesorgt hat, scheint auch Jahre nach dem TV-Kult immer noch Filmemacher zu inspirieren. So vermutlich auch Regie-Neuling MATT O’MAHONEY, der in seinem ersten Horrorfilm mit dem vielversprechenden Titel BLOODY KNUCKLES rächende Hände auf den Zuschauer loslässt. Wenn die abgetrennte Hand ein Eigenleben führt – neu ist diese Idee freilich nicht. Bereits OLIVER STONE experimentierte mit dieser Art des Grauens im Schocker DIE HAND und erschuf einen verstörenden Filmalbtraum über den gespaltenen Charakter eines Comicautors, dessen abgetrennte Hand die dunkle Seite ihres Besitzers auslebte. Weitaus humoristischer verarbeitete Regisseur RODMAN FLENDER den Stoff von den bösartigen Griffeln. In seiner Trash-Komödie DIE KILLERHAND sorgte eine besessene Hand für Durcheinander, die fernab vom guten Geschmack Irrsinn und Schabernack anrichtete. Damit machte man es Regie-Legende SAM RAIMI gleich. Der lies im legendären Splatter-Klassiker EVIL DEAD 2 nicht nur Teufel, sondern auch dämonische Hände tanzen und bannte damit Horror-Kult auf Zelluloid, der von jungen Filmemachern immer wieder gern kopiert wird.
 
 
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Genau irgendwo zwischen genannten Horrorwerken bewegt sich auch die kanadische Komödie BLOODY KNUCKLES, die sich freilich zu keiner Minute ernst nimmt. Hier gehören Ulk und Albernheiten zur Tagesordnung, was aber nicht immer hundertprozentig zündet. BLOODY KNUCKLES hat nämlich wie viele Horrorkomödien neuen Datums ein Problem: Die guten Gags gehen so ziemlich schnell aus. Im Film geht es einem respektlosen Underground-Comicautor an den Kragen. Der zeichnet mit Vorliebe politisch inkorrekte Bildergeschichten, die er dann für kleines Geld veröffentlicht. Leider gerät eines der Hefte in die Hände einer Gruppe böser Jungs, deren Anführer ein erfolgreicher chinesischer Geschäftmann ist. Als der davon Wind bekommt, wie er im Comic auf die Schippe genommen und seine Person in ein schlechtes Licht gerückt wird, platzt dem Kopf der Bande der Kragen. Was folgt ist für Comiczeichner Travis kein Zuckerschlecken. Die Ganoven lauern dem Künstler auf und hacken ihm aus Rache die Hand ab. Comic-Zeichnen ist nun unmöglich, was den Autor vor große Probleme stellt. Doch das abgetrennte Körperteil hat einen Plan. Es macht sich auf, um das Gesetz sprichwörtlich selbst in die Hand zu nehmen. So muss ein Bösewicht nach dem anderen das Leben lassen, bis Travis dem Anführer der obskuren Bande gegenübersteht. Gott sei Dank hat er Verbündete, die ihm im Kampf zur Seite stehen.
 
 
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Von Superhelden in S/M-Klamotten und grabbelnden Händen. BLOODY KNUCKLES beginnt stark und schließt mit spaßigem Finale ab. Dazwischen flimmert reichlich Blödsinn und Füllmaterial über die Mattscheibe, damit der Streifen auf Spielfilmlänge kommt. Viel Lärm um Nichts umschreibt treffend, was dem Zuschauer in diesem Indie-Horror erwartet, denn die Handlung gibt im Grunde genommen nicht genügend Stoff und Ideen her, um daraus einen Spielfilm zu machen. Dennoch hat Macher MATT O’MAHONEY die Geschichte so aufgeblasen, das man’s als Spielfilm verkaufen kann. Längen sind da natürlich vorprogrammiert, was einer Komödie nicht sonderlich förderlich ist, die eigentlich mit Späßen erheitern möchte. Natürlich sind Lacher vorhanden. Trotzdem bekommt man während des Films hin und wieder das Gefühl, als wären die krampfhaft ins Drehbuch geschrieben worden, um BLOODY KNUCKLES irgendwie den Stempel Horrorkomödie aufdrücken zu können. So wird viel Zeit damit verschwendet, eine platte Beziehung zwischen der abgetrennten Hand und ihrem Besitzer in den Fokus zu rücken. Erst ist es Ekel und Abscheu, die distanziert. Gegen Ende kann keiner ohne den anderen. Die Konsequenz: Man verbündet sich gegen das Böse und macht es einen Kopf kürzer. Selten hat man eine dämlichere Liebesgeschichte auf dem Schirm gehabt.
 
 
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Immerhin versucht BLOODY KNUCKLES viel Leerlauf mit Fäkalhumor zu vertuschen. Der hat vielerorts eigentlich kaum noch etwas mit Humor am Hut und dürfte nur jene Zuschauer hinter dem Ofen hervorlocken, die was mit niveaulosen, amerikanischen Spoof-Komödien anfangen können. Wortwitz oder Spaß mit Hirn? Fehlanzeige! Stattdessen gibt’s derbe Späße mit dem Holzhammer. Witzig ist anders. Bleibt zu erwähnen, dass die Spezialeffekte ganz brauchbar sind. Die haben trotz trashiger Umsetzung Charme. So gibt’s gleich zu Beginn eine Melt-Szene zu sehen, die alte STREET TRASH-Zeiten in Erinnerung rufen. Ob jedoch nett getrickste Schmuddelmomente einen sonst eher zu langen und substanzlosen Film unterhaltsam machen, steht auf einem anderen Blatt.
 
 
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BLOODY KNUCKLES – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
DIE HAND, EVIL DEAD 2 und DIE BESTIE MIT DEN FÜNF FINGERN – der Kanadier MATT O’MAHONEY hat sich für sein Spielfilmdebüt von großen Klassikern inspirieren lassen, über die man auch heute noch gerne spricht. Gleiches kann man von BLOODY KNUCKLES jedoch nicht behaupten, der sich eher mit plumpen Späßen über Wasser hält und kaum nennenswerte Einfälle zu bieten hat. Schenkt man dem Macher Glauben, prangert der im Film das Thema Zensur an. Dem Helden im Film wird für seine politisch nicht immer korrekten Karikaturen und Comics die Hand abgeschlagen. Regisseur MATT O’MAHONEY zieht damit Parallelen zum aktuellen Zeitgeschehen und nennt im gleichen Atemzug die berüchtigten zwölf Mohammed-Karikaturen, welche 2005 in der dänischen Tageszeitung JYLLANDS-POSTEN abgedruckt wurden. Die Veröffentlichung zog gewaltsame Proteste nach sich und entfachte eine weltweite Diskussion über die Religions-, Presse-, Kunst- und Meinungsfreiheit. Leider bleibt der brisante Thematik im Film ungehört, denn BLOODY KNUCKLES ist leider nichts für Feingeister, sondern ist einzig damit beschäftigt, sich in primitiven Belanglosigkeiten zu suhlen. Wer was mit Späßen jenseits der Gürtellinie anfangen kann, darf einen Blick riskieren. Wer eine gute Horrorkomödie mit sympathischen Charakteren und netten Einfällen erwartet, wird enttäuscht – auch wenn das Effekte-Team solide Arbeit geleistet hat.
 
 
 


 
 
 

BLOODY KNUCKLES – Zensur

 
 
 
Im Film gibt es einige Splattermomente zu sehen. Von Enthauptungen bis zum kruden Abtrennen einer Hand mit einer Handkreissäge sind einige Momente dabei, die Fans für harte Späße zufriedenstellen dürften. Wegen des komödiantischen Untertons dürfte BLOODY KNUCKLES trotz Gewalteinlagen ungeschoren durch die FSK kommen. Vermutlich aber trotzdem mit einer Freigabe für Erwachsene. Keine Jugendfreigabe.
 
 
 


 
 
 

BLOODY KNUCKLES – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Artsploitation Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Die Hand (1981)
 
Die Killerhand (1999)
 
Hands of a Stranger (1962)
 
The Hands of Orlac (1924)
 
Mad Love (1935)
 
The Beast with Five Fingers (1946)
 

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Filmkritik: „Chemical Peel“ (2014)

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CHEMICAL PEEL

Story

 
 
 
Der Tod kommt auf leisen Sohlen: Nach einem Zugunglück tritt Giftgas aus den Wagons und bahnt sich den Weg zu einer abgeschiedenen Hütte in der sechs Freundinnen einen Junggesellinnenabschied feiern. Die verbarrikadieren sich im Haus und warten auf Rettung.

 
 
 


 
 
 

CHEMICAL PEEL – Kritik

 
 
 
Immer wieder gern gesehen und im Genre doch stark vernachlässigt: Body-Horror. Zuletzt hat den ELI ROTH vor bereits zwölf Jahren mit CABIN FEVER recht erfolgreich aus der Versenkung geholt, bevor er sich mit cineastischen Filmgurken wie HOSTEL 2 (2007) oder THE GREEN INFERNO (2013) selbst in Aus katapultierte. Weil sich der Virus-Schocker gut verkaufen lies, mussten zwei Fortsetzungen folgen, die aber nicht mehr an die Popularität des Erstlings anknüpfen konnten.
 
Trotz eher zwiespältigen Ruf und bisher durchwachsenem Schaffen hat sich ROTH mittlerweile eine treue Fanbase aufbauen können, zu der vermutlich auch Regisseur HANK BRAXTAN gehören dürfte. Der hat sich für seinen CHEMICAL PEEL ziemlich unverfroren bei CABIN FEVER bedient und im Gegensatz zum Hütten-Horror äußerst kreativ am Ekel-Faktor geschraubt, damit sich dem Zuschauer möglichst schnell der Magen umdreht. Ein Zugunglück und austretendes Giftgas wird hier für eine unvorhersehbare Kette von Ereignissen verantwortlich gemacht, die für sechs Protagonistinnen ein tödliches Ende zur Folge haben wird. Die wollten eigentlich irgendwo abgeschieden einen Junggesellinnenabschied feiern, werden aber in einem Ferienhaus von giftigem Nebel überrascht, der Lungen verätzen lässt und aus Organen Mett macht. Für Horror-Fans eine feine Sache bringt doch BRAXTAN teils ziemlich unappetitlichen Melt-Horror (= Horror in dem Körper zerlaufen oder zerfließen) zurück auf die Mattscheibe, der seit PLANET SATURN LÄSST SCHÖN GRÜSSEN (1977) und dem kultigen Indie STREET TRASH (1987) leider ziemlich rar im Horror-Bereich geworden ist.
 
In CHEMICAL PEEL werden nicht nur Reizmägen auf eine harte Probe stellt. Sechs Bilderbuch-Zicklein haben sich ausgerechnet jenen Tag für Anfeindungen und Intrigen ausgesucht, an dem ihr letztes Stündlein geschlagen hat. Kein leichtes Unterfangen für den Zuschauer, dessen Geduld durch unerträglichen Zicken-Terror überstrapaziert wird, schließlich wird hier nicht selten gegackert wie im Hühnerstall, was CHEMICAL PEEL nicht sonderlich förderlich ist. Die Mädchen kramen nach längst vergessenen Geschichten, um sich gegenseitig in die Enge treiben zu können. Es werden Rachepläne geschmiedet und an eigenes Wohl gedacht. Vertraut ist sich am Ende hier keine der Anwesenden, obwohl anfänglich eigentlich von Freundschaft gefaselt wird. Stattdessen legt man sich gegenseitig Steine in den Weg, was in einer Situation wie der in CHEMICAL PEEL logischerweise kaum von Nutzen sein dürfte.
 
Unsympathische Charaktere müssen spektakulär sterben. Eine Regel, die sich im Horrorfilm immer wieder großer Beliebtheit erfreut. Macher HANK BRAXTAN macht es schwarzhumorig und verpasst seinen Terror-Ziegen einen makabren und ebenso blutigen Denkzettel. Nach einer erfolgreichen Flucht vor der biologischen Gefahr und endlosen Diskussionen später, geht es denn Frauen an den Kragen. Die tödlichen Dämpfe verschaffen sich einen Weg von draußen nach innen und sorgen für reichlich groteske Melt-Momente, die das Herz eines jeden Splatterfans schneller schlagen lassen dürften. So darf sich der Gorehound an einer Brechreiz erregenden „Wechseldusche“ einer Heldin erfreuen, die nur der Vorbote einiger Extravaganzen ist, die CHEMICAL PEEL dann doch besser machen, als man anfangs wahrscheinlich vermutet hat.
 
 
 


 
 
 

CHEMICAL PEEL – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
CABIN FEVER meets STREET TRASH. CHEMICAL PEEL ist garantiert nichts für schwache Reizmägen, denn hier erbrechen Heldinnen die eigenen Innereien und waschen sich bei einer Dusche mit chemisch verseuchtem Wasser das Fleisch von den Knochen. Der Ekel-Horror ist zurück, wenngleich er auch unter einigen Schwächen zu leiden hat. Die sind hier im Drehbuch zu suchen, denn im Falle von CHEMICAL PEELING haben mal wieder ziemlich viele kreative Köpfe an der Umsetzung gefeilt, so dass der Horror-Brei etwas versalzen wurde. Die Protagonisten sind das Problem, denn der Zuschauer bekommt hier intrigantes Geschnatter vor die Linse, das so ziemlich schnell zu nerven beginnt. Immerhin findet Regisseur HANK BRAXTAN im letzten Drittel die Zicken-Notbremse und entschädigt mit handwerklich souverän inszeniertem und schwarzhumorigem Splatter-Quatsch. Am Ende stellt sich die Frage, warum es von Melt-Horror eigentlich nicht mehr Streifen ähnlicher Machart gibt. In Zeiten immer wieder gleicher Rache, Folter- und Slasher-Gurken bietet so ein Schmelz-Schocker endlich mal nötige Abwechslung.
 
 
 


 
 
 

CHEMICAL PEEL – Zensur

 
 
 
In CHEMICAL PEEL geht es recht deftig zu. Ein unfreiwilliger Kopfschuss, blutiger Husten und zermatschte Köpfe. Alles recht explizit und zeigefreudig. Wir gehen von einer ungeschnittenen „keine Jugendfreigabe“ aus.
 
 
 


 
 
 

CHEMICAL PEEL – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Septic Man (2013)
 
Thanatomorphose (2012)
 
Street Trash (1987)
 
Slime City (1988)
 
Body Melt (1993)
 


Filmreview: „Wolf Creek 2“ (2013)

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WOLF CREEK 2

Story

 
 
 
Outback-Killer Mick Taylor ist wieder zurück und hat auch gleich die Fährte zweier Touristen aus Deutschland gewittert, die planlos durch die Einöde Australiens trampen. Auf der Flucht vor dem irren Schlitzer geraten sie an den Briten Paul Hammersmith, der eigentlich nur helfen will und dabei ebenfalls ins Visier des Touristen-Mörders gerät …
 
 
 


 
 
 

WOLF CREEK 2 – Kritik

 
 
 
Im australischen Outback hört dich niemand schreiben – das zumindest suggerierte der Horror-Schocker WOLF CREEK, der im Jahr 2005 in die Kinos gebracht wurde und inspiriert von den Survival-Thrillern der 70er gekonnt auf der damals boomenden Terrorwelle mitritt. Mittlerweile sind neun Jahre vergangen und den Horror-Machern die Ideen ausgegangen, so dass man ganz fleißig Altbewährte neu aufbrüht, um noch einmal Geld damit machen zu können. Schlicht und einfach WOLF CREEK 2 nennt sich der unoriginelle Käse, der mit knapp einem Jahrzehnt Verspätung nachgeschoben wird und quasi die besten Szenen des Erstlings mit zusätzlichem Ekelgehalt anreichert, damit einfach gestrickte Horrorgemüter feuchte Höschen von der hier gezeigten Brutalität bekommen. WOLF CREEK-Regisseur GREG MCLEAN hat sich die Blöße gegeben und auch gleich die überflüssige Fortsetzung gedreht, die quasi eine ähnliche Geschichte wie sein Vorgänger erzählt und sich einen Deut darum schert sich überhaupt weiterzuentwickeln zu wollen. Die australische Kulisse wurde beibehalten und der zuvor schweigsame Killer entwickelt sich zur zynischen Plaudertasche, der seinen Schlitzer-Kollegen FREDDY KRUEGER, LEPRECHAUN und CHUCKY Konkurrenz machen möchte. Der Rest ist wie gehabt: Einige ahnungslose Rucksack-Touristen verirren sich im Wolfe-Creek-Krater-Nationalpark und geraten dabei in das Jagdgebiet des ominösen Fremden aus dem vorhergehenden Teil, der auch gleich mit seiner Metzel-Hatz beginnt.
 
Der Ton ist rauer geworden, denn mit subtilem Terror gewinnt man im Horrorfilm schon lange keinen Blumentopf mehr. MCLEAN dreht daher an der Gewaltschraube und lässt Köpfe explodieren, Finger absägen und Opfer enthaupten. Wurde die Gewalt im Erstling noch weitestgehend angedeutet wird in WOLF CREEK 2 schonungslos draufgehalten, was natürlich das Interesse der Fans solcher Filme wecken dürfte. Leider macht stumpfe Gewalt allein schon lange keinen guten Horrorfilm mehr aus, denn aufgrund der Vielzahl ähnlicher Streifen ist WOLF CREEK 2 nur ein weiterer Film dieser Art in einer nahezu nicht enden wollenden Reihe trivial gestrickter Brutalo-Werke. Immerhin wird der Filmfan mit Kurzweil belohnt. Psychopath MICK TAYLOR (gespielt von JOHN JARRATT) entpuppt sich als scheinbar unkaputtbarer Super-Killer, der jede Situation vorausahnen kann und trotz Liebe zum Alkohol mit ner Menge Glück gesegnet wurde. Der Schlitzer ist seinen Opfern weitaus überlegen und immer einen Schritt voraus. Er hetzt das menschliche Schlachtgut von einem Ort zum nächsten und zieht trotz geistiger Beschränktheit stets am längeren Hebel. Macher und Produzent GREG MCLEAN gönnt dem Zuschauer kaum Verschnaufpausen und verknüpft den dünnen Slasher-Plot mit recht packend inszenierten Verfolgungsjagden durch die trostlose Einöde Australiens. Hier wächst der Film zu wahrer Größe heran, denn einige Duelle zwischen Opfer und Killer auf den Straßen im Nirgendwo wurden von MCLEAN ziemlich spannend in Szene gesetzt. Leider werden derart Momente immer wieder durch die obligatorischen Gewaltszenen ausgebremst, denn irgendwie mag man in WOLF CREEK 2 das Gefühl nicht loswerden wollen, als ob man fast schon besessen daran gearbeitet hat, der Fanbase gerecht werden zu wollen. Der dürstet es seit harten Sicko-Streifen, wie I SPIT ON YOUR GRAVE 2 (2013) und dem gefeierten MARTYRS (2008) nach möglichst krankem Folter-Dreck, um nach Sichtung prahlen zu können, welch abartigen Nonsens man soeben gesehen hat. Regisseur GREG MCLEAN hat diesbezüglich etwas zu sehr nach den ganz Großen Metzelorgien geschielt und dabei ganz vergessen die Geschichte rund um seinen Charakter Mick Taylor konsequent weiterzuspinnen. Wirklich Neues erfährt der Horrorfan nämlich nicht, so dass die Fortsetzung auch eher als professionell gedrehtes Splatter-Remake gewertet werden darf.
 
Auch wenn die männliche Scream-Queen am Ende unter nicht nachvollziehbaren Umständen überleben darf und zuvor durch eine finstere und effekthascherische Geisterbahn geführt wird, so ist die Fortsetzung zu WOLF CREEK ein weiteres, schnell heruntergeleiertes Sequel, auf das nun wahrlich niemand gewartet hat. Im Übrigen bekommt der Zuschauer in WOLF CREEK 2 eine der geschmacklosesten Szene der letzten Jahre zu Gesicht: Während Opfer Paul Hammersmith (RYAN CORR) mit seinem Auto vor dem übertrieben patriotisch veranlagtem Mörder Mick Taylor flüchtet, überquert ein Rudel Kängurus die Fahrbahn. Die Tiere schlagen in fast schon erheiternder Detailfreude auf den Windschutzscheiben der Fahrzeuge auf und werden anschließend blutig von den Rädern überrollt. Herr MCLEAN, auch wenn WOLF CREEK 2 nur ein Film ist, finden Sie das witzig?
 
 
 


 
 
 

WOLF CREEK 2 – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
WOLF CREEK 2 ist ein derbes Splatter-Gewitter für Freunde brutaler Metzelfilme. Leider ist der Gewaltgrad auch das einzig Nennenswerte, was der Streifen zu bieten hat, denn im Grunde genommen ist das Sequel mehr überflüssiges Remake statt Fortsetzung und bietet mehr Splatter statt subtilem Terror. Aufgrund der schonungslos dargestellten Brutalitäten, die nun wahrlich nichts für zarte Gemüter sind, dürften die hiesigen Zensurbehörden das Stück Tortur-Kino gnadenlos in der Luft zerreißen. Ungeschnitten wurde der Film hierzulande nicht veröffentlicht; profitgeile Ösi-Unternehmen dürfte das freuen, schließlich kann man im Nachbarland viel Geld mit ungeschnittenen Mediabooks verdienen.
 
 
 


 
 
 

WOLF CREEK 2 – Zensur

 
 
 
WOLF CREEK 2 ist ziemlich brutal. Opfer werden ausgeweidet und zerhackt, Kehlen durchgeschnitten und Köpfe weggeschossen. Demzufolge wurde der Streifen hierzulande nur geschnitten in die Händlerregale gebracht. Die deutsche Fassung wurde um einige Schauwerte erleichtert.
 
 
 


 
 
 

WOLF CREEK 2 – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) KSM GmbH (geschnittene Fassung im Amaray)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Wolf Creek 2; Australien 2013

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 103 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (geschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover, die Blu-ray wird parallel im limitierten Steelbook vertrieben

Extras: Making Wolf Creek 2 (ca 50 Minuten mit dt. Untertiteln), Deleted Scenes, Trailer, Bildergalerie

Release-Termin: 20.10.2014

 

Wolf Creek 2 [Blu-ray] auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

WOLF CREEK 2 – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Wolf Creek (2005)
 
Michael Bay’s Texas Chainsaw Massacre (2003)
 
The Butcher Boys (2012)
 
The Hills Have Eyes – Hügel der blutigen Augen (2006)
 
High Tension (2003)
 
Haus der 1000 Leichen (2003)
 


Filmreview: „Sickle – Prepare for Hell“ (2013)

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SICKLE – PREPARE FOR HELL

Story

 
 
 
Kannibalengatte und Sheriff SICKLE (Kane Hodder) sorgt im Hinterwäldlerkaff Redstone für Recht und Ordnung. Da kommt ihm eine skrupellose Verbrecherbande gerade recht, die einige Stunden zuvor einen Stripclub ausgeraubt hat und nun mit der Beute auf der Flucht ist. In Sickles Inzuchtdorf legen die Flüchtenden an der Tankstelle Rast ein. Wenig später werden einige der Gauner in mundgerechte Häppchen zerkleinert auf dem Küchentisch serviert …
 
 
 


 
 
 

SICKLE – Kritik

 
 
 
Wenn auf dem Filmposter mit KANE HODDER als Schauspieler geworben wird, dürfte das bei vielen Horrorfilmfans für feuchte Unterhosen sorgen. Der Amerikaner hat sich in den 80ern mit seiner Darbietung als Hockeymasken-Killer JASON VOORHEES einen anerkannten Ruf in der Horrorszene erschlitzt und ist jetzt Dauergast in zumeist durchwachsenen Horrorproduktionen. Nach vier FREITAG DER 13.-Ausflügen war plötzlich Schluss mit Meucheln und HODDER wurde überraschend durch KEN KIRZINGER ersetzt, so dass es für den Schauspieler, ehrlich gesagt eher Stuntman, an der Zeit war, sein Lohn und Brot durch andere Rollen zu verdienen. So schlüpfte er in die Rolle des mordgierigen VICTOR CROWLEY und bescherte Splatterfans mit den drei HATCHET-Episoden wahrlich blutige Freudentränen. Dass sich HODDER für keinen Filmauftritt zu schade ist, verdeutlichen seine unterschiedlichen Leinwandausflüge. Da waren nämlich nicht nur Glanzstunden dabei. Bei Filmrollen wie der in B.T.K. (2008) oder ROBIN HOOD: GHOSTS OF SHERWOOD (2012) dürfte allein der Dollar ausschlaggebend gewesen sein, warum sich HODDER für so einen Käse hat überreden lassen – schließlich muss auch eine ehemals erfolgreiche Horrorikone irgendwie über die Runden kommen. Immerhin hat sich HODDER Jahre nach JASON VOORHEES in vielen unterschiedlichen Rollen erprobt, wobei ihm natürlich stets die Rollen der Bösewichter angetragen wurden. Das ist natürlich im vorliegenden Indie-Grindhouse-Thriller SICKLE nicht anders, wo der Hüne bereits auf dem deutschen Heimkinocover erneut unter Beweis stellt, dass er nach wie vor hervorragend mit schwerem Gerät umgehen kann. Für das deutsche Label MAD DIMENSION Grund genug, mittels raffinierten PR-Schachzugs auf die Blu-ray des Films aufmerksam zu machen. Da ist auf dem Heimkinocover ein die Kettensäge schwingender KANE HODDER zu sehen, der eine unachtsamen Protagonistin gleich einmal ihrer Beine entledigt hat. Das Filettierergebnis wurde vom Label jedoch mit einer roten „zensiert“-Plakette überstempelt, so dass der Filmfreund erst dann die Matscherei zu sehen bekommt, wenn er das Cover wendet. Auch wenn der Zuschauer auf jene Filmszene vergebens warten dürfte, sind MAD DIMENSION mit diesem geschickten Werbegag einige Blindkäufe garantiert.
 
Umgesetzt hat diesen Trash ROBERT CONWY, der bisher noch nichts Nennenswertes auf die Beine stellen konnte. Zumindest hat er vor SICKLE schon einmal im Genre schnuppern dürfen und eine Zombie-Gurke namens NECRO WARS (2010) auf die Menschheit losgelassen, die im aktuellen Film gleich einmal die Geschehnisse einläuten darf. Der Zuschauer bekommt kurze Ausschnitte seine Vorwerkes zu Gesicht, die über den Bildschirm eines TV-Apparates flimmern jedoch anfänglich eher wie ein überdrehter Faketrailer anmuten und Erinnerungen an das schmuddelige Bahnhofskino der 70er/80er wach werden lassen. Nachdem die Glotze von einem der anwesenden Protagonisten abgeschalten wurde, geht´s auch konsequent exploitationlastig weiter. Eine geldgeile Gangsterbande gerät nach dem Überfall auf einen angesagten Stripclub in das Visier einiger ungebildeter Hinterwäldler, die nichts anderes im Sinn haben, als sich ihre leeren Bäuche mit gut gewürzten Menschenfleisch-Barbecue vollzuschlagen. Kopf des Kannibalenpacks ist Sheriff Sickle (gespielt von KANE HODDER), der mit den Verbrechern kurzen Prozess macht und das Schlachtgut im Kühlschrank bunkert. Das ist nicht gerade neu und hat man vermutlich bereits ganz schön oft in TEXAS CHAINSAW MASSACRE und dessen unzähligen Plagiaten zu sehen bekommen. Aber immerhin versucht CONWY den bekannten Content und die rudimentäre Handlung durch ansprechende Optik zu verfeinern. Der Zuschauer bekommt Bildverfremdungen, Farbfilter und Filmfehler vor die Linse, die zusammen mit viel nackter Haut und einer Portion „Hausgemachtes“ jeden Retrofan zum Entzücken bringen dürfte. Es wird wild um sich geschossen und Schuhabsätze werden in Augenhöhlen gestochen. Zimperlich gibt sich EXIT TO HELL (so der Originaltitel) mit Sicherheit nicht und als Freund der etwas groberen Unterhaltung darf man sich freuen, dass hier vorwiegend auf „liebevolle Handarbeit“ zurückgegriffen wurde. Leider bleibt SICKLE dennoch hinter den Erwartungen zurück. Man merkt förmlich, dass CONWY fast schon krampfhaft nur darum bemüht war, seinen Trash-Thriller in das Grindhouse-Schema zu pressen. Abgedreht Charaktere, coole Sprüche, geniale Einfälle und eine gute Story sucht man hier vergebens, wobei ROBERT RODRIGUEZ und QUENTIN TARANTINO im Jahr 2007 mit ihrem Double-Feature GRINDHOUSE eindrucksvoll bewiesen haben, wie exploitationhaftes und politisch inkorrektes Bahnhofscinema im 21. Jahrhundert auszusehen hat. Unterm Strich bekommt der Horrorfan mit SICKLE einen kurzweiligen Splatterspaß serviert, der mit seinen knapp 78 Minuten zwar ziemlich knapp ausgefallen ist, aber dafür reichlich temporeich abgehandelt wird. Der nette 70er Look fetzt und die dreckig-blutige Atmosphäre gefällt. Leider ist die herrlich abgefuckte Optik das einzig Gute an diesem Film, so dass selbst Horrorlegende KANE HODDER in der austauschbaren und unspektakulären Handlung vollkommen gesichtslos bleibt und als titelgebender SICKLE doch etwas sehr kurz kommt. Da kann man nur hoffen, dass Regisseur ROBERT CONWY beim nächsten Mal etwas mehr am Drehbuch feilt; die visuelle Darbietung stimmt schon einmal auf jeden Fall.
 
 
 


 
 
 

SICKLE – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
TEXAS CHAINSAW MASSACRE goes billig. Bei SICKLE stimmt die Optik; die titelgebende Figur kommt jedoch leider etwas zu kurz. Zudem spielt sich das eher lieblos geschrieben Drehbuch nach Schema F ab und dürfte mit seinem kaum vorhandenem Ideengehalt nur ein müdes Lächeln bei Horrorfans hervorrufen.
 
 
 


 
 
 

SICKLE – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von SICKLE – PREPARE FOR HELL ist vollkommen ungeschnitten und ab 18 Jahren freigegeben.
 
 
 


 
 
 

SICKLE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Exit to Hell; USA 2013

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 1.77:1 (1920x1080p)

Laufzeit: ca. 78 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit unzensiertem Wendecover und schwarzer Amaray

Extras: Interview mit Kane Hodder, Originaltrailer, umfangreiche Trailershow mit 10 weiteren Filmenclips aus dem Programm von MAD DIMENSION

 
 
 
Die SICKLE Blu-ray aus dem Hause MAD DIMENSION kommt einmal mehr in einer edlen schwarzen Amaray daher. Das macht nicht nur im Sammlerregal einen schicken Eindruck sondern passt somit auch perfekt zu den bisherigen Scheiben des Anbieters. Ein witziger Gag am Rande ist das unzensierte Wendecover, das mehr Gekröse offenbart und zeigt, dass Hauptdarsteller KANE HODDER immer noch hervorragend mit der Kettensäge umgehen kann. Die Qualität des Hauptfilms ist jedoch eher als solide zu betiteln, was vor allem dem Low-Budget-Charakter und dem typischen Grindhouse-Look zu schulden ist. Immerhin bekommt der Zuschauer eine halbwegs vernünftige Synchronisation geboten. Die ist nicht ganz so haarsträubend ausgefallen, wie man es sonst von Filmen aus der MIG oder INTERGROOVE-Schmiede gewohnt ist. Die Dialoge sind klar verständlich und hin und wieder klappert´s auch mal aus den hinteren Lautsprechern. Leider sieht es bei den Extras etwas mager aus. Mit ganzen zehn Trailern rührt Anbieter MAD DIMENSION erst einmal etwas die Werbetrommel. Ansonsten kann der Filmfreund aus dem mit Rockmusik untermalten Bewegtmenü nur den Trailer zum Film finden (englisch, zwei Minuten) und ein knappes Interview mit Darsteller KANE HODDER (ca. vier Minuten, englisch), das sich eher als sehr werbelastiger Promoclip entpuppt. Deutsche Untertitel sucht der Zuschauer leider vergebens. Ob für den Hauptfilm oder die kurzes Extras; für eine Untertitlung hat´s leider nicht mehr gereicht – sehr ärgerlich!
 
 
 

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SICKLE – Trailer

 
 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
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Chillerama (2011)

Planet Terror (2007)

Death Proof (2007)

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The Last House on the Left (1972)