Filmkritik: „The Demon’s Rook“ (2013)

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THE DEMON’S ROOK

Story

 
 
 
Ein mächtiger Dämon entführt einen kleinen Jungen, um ihn in schwarzer Magie zu unterrichten. Jahre später kehrt der Verschleppte zurück in die Welt der Lebenden und muss die Menschheit vor dem Untergang bewahren.

 
 
 


 
 
 

THE DEMON’S ROOK – Kritik

 
 
Ach was waren die Zeiten schön, als im Horrorfilm noch bevorzugt per Hand gesplattert wurde und die Effekte nicht aus dem Computer kamen. Die 80er waren das Jahrzehnt kreativer Absurditäten, wo mit Latex, Glibber und Kunstblut versucht wurde dem Kinogänger das Ekeln zu lehren. Während am anderen Ende der Welt ein junger SAM RAIMI im Splatter-Klassiker EVIL DEAD die Teufel tanzen lies, produzierte Altmeister DARIO ARGENTO Jahre später einen ebenso berüchtigten Genrefilm in Italien, der den meisten Horrorfans unter dem Titel DANCE OF THE DEMONS von Begriff sein dürfte. Das Multitalent JAMES SIZEMORE holt nostalgisches Dämonen-Gematsche zurück auf die Mattscheiben und will mit seinem Regiedebüt an die guten, alten VHS-Zeiten anknüpfen, in denen man sich nicht vom mageren Produktionsbudget abschrecken lies und soviel Handgemachtes wie möglich in Horrorfilmen zeigen wollte. Sein THE DEMON’S ROOK entpuppt sich als herzliche Hommage an das nicht immer perfekte Indie-Horrorkino der 80er und dürfte vor allem bei jenen Filmfans Herzklopfen verursachen, die mit diesen Filmen aufgewachsen sind.
 
 
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Der kleine Roscoe ist ein erkundungsfreudiges Kind, von Dämonen regelrecht besessen und spielt tagsüber mit der besten Freundin Monsterspiele im Garten. Dennoch zieht sich der aufgeweckte Junge immer öfter in sein Zimmer zurück, wo er finstere Visionen und grausige Fratzen mit Kreide zu Papier bringt. Die Eltern sind stolz auf das phantasiebegabte Kind, bis der Sohnemann von einem mächtigen Dämon Besuch erhält und verschleppt wird. Doch die Kreatur namens Dimwos ist nicht böser Natur. Sie weiht den Knaben in die Macht schwarzer Magie ein und fungiert als Pförtner zwischen Licht und Dunkelheit, um die Menschheit vor dem Bösen zu beschützen. Als es dennoch einigen Geschöpfen der dunklen Seite gelingt in die Welt der Lebenden zu krabbeln, liegt es an dem mittlerweile erwachsenen Roscoe die bevorstehende Apokalypse aufzuhalten. In seiner ehemaligen Spielkameradin Eva sieht er eine Verbündete um Dämonen, Zombies und Besessene aufhalten zu können.
 
 
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THE DEMON’S ROOK ist kein sonderlich guter oder professioneller Film, aber das ist diesmal auch nicht von Bedeutung. Der Film bietet einen regelrechten Bilderrausch handgemachter Maskeneffekte, die mal weniger, mal besser gelungen sind. Ob wandelnde Zombies, dämonische Kreaturen aus der Hölle oder der Leibhaftige persönlich – THE DEMON’S ROOK bietet ein buntes Sammelsurium kreativer Effektspielereien, die allein dessen schon die Sichtung rechtfertigen. Dass ein derart visueller Ideenrausch auch seine Problemchen mit sich bringt, scheint die logische Konsequenz zu sein. Schauspielerisch fährt Regisseur, Produzent und Schauspieler (er selbst hat auch gleich die Hauptrolle im Film übernommen) nämlich einen konsequenten Sparkurs. Fast alle Helden, Kreaturen und Filmopfer werden von Freunden des Machers verkörpert, die dann auch noch Haus und Hof für die Dreharbeiten zur Verfügung gestellt haben, damit mehr Geld für Kunstblut und Splatter-Exzesse ausgegeben werden konnte. Viel Improvisationstalent stellt SIZEMORE unter Beweis. Um neumodische Wohnzimmer atmosphärisch aussehen zu lassen, holt er kurzum die Nebelmaschine aus dem Keller und lässt das semiprofessionelle Set in satte Rot-, Blau- und Grün-Töne erstrahlen. So gleicht er finanzielle Defizite aus und erinnert ganz nebenbei mit stimmigen Farbspielereien an die frühen Werke des Giallo-Mitbegründers DARIO AGENTO, die sogar auch noch von charmantem Synthesizer-Gedudel begleitet werden.
 
 
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Es muss nicht immer perfekt sein, vor allem dann nicht, wenn ein Horrorfan versucht seine Obsession zum Genre mittels phantasievoller Bilderflut zum Ausdruck zu bringen. THE DEMON’S ROOK ist ein leidenschaftliches Fanprojekt, das vor allem das besitzt, was man bei vielen Horrorfilmen neueren Datums vermisst: Herzblut. Der Streifen glänzt durch nostalgischem 80er-Jahre-Charme und schaut dank guter Kameraarbeit oftmals teurer aus, als er vermutlich gewesen ist. Bei so viel Liebe zum Genre schaut man gern über Mankos in der Inszenierung hinweg und vergisst schnell, dass hier erzählerische Tiefe kaum Stellenwert besitzt. Kurzum: THE DEMON’S ROOK ist eine blutrote Dämonenhatz für all jene, die ohnehin der Meinung sind, dass früher im Horrorfilm alles besser war. Kein Wunder, bringt Macher JAMES SIZEMORE jenes schrill-experimentierfreudige Jahrzehnt zurück ins Gedächtnis, das wichtige Genre-Meilensteine wie HELLRAISER, RE-ANIMATOR, THE THING oder Cronenbergs DIE FLIEGE hervorgebracht hat.
 
 
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THE DEMON’S ROOK – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
THE DEMON’S ROOK ist ein kleiner Juwel am Horrorhimmel und ein blutgetränktes Gore-Fest der Extraklasse. Diese Produktion ist nicht für die breite Masse bestimmt, sondern ein Film für alle Nostalgiker, die zu jener Zeit aufgewachsen sind, vor der sich THE DEMON’S ROOK verbeugt: Ein Hoch auf die 80er – Lang lebe das VHS-Zeitalter!
 
 


 
 
 

THE DEMON’S ROOK – Zensur

 
 
 
Blut gibt es reichlich zu sehen. Von Zombie-Fressszenen bis Pfeilmord ist alles dabei, bei dem das Horror-Herz tanzt. Insofern THE DEMON’S ROOK überhaupt in Deutschland veröffentlicht wird, wird er auf jeden Fall mit rotem FSK-Flatschen im Händlerregal stehen – in welcher Schnittform dürfte aber fraglich sein.
 
 
 


 
 
 

THE DEMON’S ROOK – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Evil Dead (1981)
 
Dance of the Demons (1985)
 
Dance of the Demons 2 (1986)
 
Demon Knight – Ritter der Dämonen (1995)
 

Filmreview: „Hotel Inferno“ (2013)

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HOTEL INFERNO

Story

 
 
 
Frank Zimosa ist einen Auftragsmörder und erlebt den Einsatz seines Lebens. In einem Hotel soll er ein Killer-Duo auslöschen, erlebt aber hier die Hölle auf Erden …
 
 
 


 
 
 

HOTEL INFERNO – Kritik

 
 
 
Nach dutzenden Serienkiller, Folter- und Geisterstreifen ist es für uns FILMCHECKER eine Wohltat, wenn da per Post Filmnachschub eintrudelt, bei dem man einfach mal den Kopf ausschalten kann. Label LFG hat uns ein ansprechendes Mediabook zugeschickt, dessen Inhalt zumindest bei Splatter-Fans gehörig Eindruck hinterlassen dürfte. HOTEL INFERNO heißt der Splatter-Quatsch für den Film- und Videospielschmiede NECROSTORM verantwortlich zeichnet. Das italienische Produktionsstudio hat sich auf die Herstellung ultra-derber Horrorstreifen spezialisiert, in denen Eimer Kunstblut rudimentäre Filmhandlungen rot färben sollen. Mit blutreichen Gore-Hits wie ADAM CHAPLIN (2011) und TAETER CITY (2012) konnte man sich international bereits einen kleinen Fankreis aufbauen, der natürlich gierig darauf wartet, dass die italienischen Splatter-Werkstatt emsig weiter solche Streifen produziert. Für HOTEL INFERNO hat man sich etwas Neues einfallen lassen und wirbt damit ganz dezent auf dem Cover. Als „The First Ego-Shooter Splatter Movie“ betitelt, werden hier ganz ungeniert Videospiel-Elemente mit der aktuell so beliebten Found-Footage-Zutat kombiniert, was durch Zugabe von reichlich übertriebenem Splatter eine erfrischende Alternative zu all den minderwertigen Wackelgurken der letzten Jahre darstellt. Regisseur GIULIO DE SANTI schien nach TAETER CITY Gefallen am Horror der harten Gangart gefunden zu haben und lies es sich nicht nehmen auch für HOTEL INFERNO auf dem Regiestuhl Platz zu nehmen. Ganz nebenbei ist ihm dabei sogar das Kunststück gelungen eine gänzlich neue Filmgattung ins Leben zu rufen, die man tatsächlich so noch nicht auf dem Bildschirm hatte.
 
Die Geschichte des Films dreht sich um Frank Zimosa. Der ist Profilkiller und erhält ein lukratives Angebot bei dem sich eine Menge Geld verdienen lässt. Er wird zu einem Hotel gerufen in dem zwei Mörder ein Zimmer gemietet haben, die nun möglichst kaltblütig um die Ecke gebracht werden sollen. Eine Brille soll die Tat aufzeichnen, die während des Auftrages getragen werden soll. Doch alles läuft anders als erwartet. Auftraggeber Jorge Mistrandia entpuppt sich als gerissenes Schlitzohr und benutzt Zimosa als Marionette, um eine jahrhundertealte Kreatur nähren zu können, die tief unter dem Hotel ihr Dasein fristet. Der Dämon labt sich am Schmerz der Menschen, der mit der Brille eingefangen werden kann. Für Killer Zimosa kein guter Tag, ist doch sein Leben bald selbst in großer Gefahr.
 
HOTEL INFERNO führt den Zuschauer zurück in eine Zeit, in der Horrorfilme mit handgemachten Effekten den Videomarkt erobert haben. Lang ist es her seit Splatter-Streifen wie BRAINDEAD, BAD TASTE oder TANZ DER TEUFEL dem Gewaltfan feuchte Höschen und Zensurbehörden schlaflose Nächte bereitet haben. Für Macher GIULIO DE SANTI vermutlich Grund genug, die glorreichen Zeiten des Splatter-Kinos erneut aufleben zu lassen. Wie zuletzt in Ajas produzierten Remake zu MANIAC (2012) wird der Zuschauer in der Ego-Perspektive durch eine haarsträubende Filmhandlung gejagt und sieht quasi das Geschehen durch die Augen des Filmhelden Frank Zimosa. Der hetzt durch enge Flure, flitzt durch dunkle Gewölbe und kriecht durch dichtes Geäst, um Horden von Gegnern aufzulauern und zur Freude des Horrorfans blutgeil abschlachten zu können. Es werden Köpfe geteilt, Hände zermatscht und Gliedmaßen abgeschlagen – zwar hat der Computer bei einigen Gewaltakten nachgeholfen; die Blutexzesse sehen jedoch so ungekünstelt aus, dass man meinen könnte sie wären in liebevoller Handarbeit entstanden. Leider ist bei soviel Liebe zur Hausmannskost mal wieder der Inhalt etwas sehr kurz gekommen. Auch wenn HOTEL INFERNO mit all seinen Matscheffekten und den diversen Gegner-Invasionen an die berüchtigte Shooter-Reihe DOOM erinnert findet die Geschichte rund um das unheimliche Hotel und seinen grotesken Bewohnern kaum Beachtung. Stattdessen flitzen im Minutentakt Scharen von teils mutierten Filmschurken durch die finstere Szenarie und trachten Held Frank mit allerlei Hieb- und Schusswaffen nach dem Leben. Das Drehbuch wurde zugunsten des Blutzolls auf das Wesentliche beschränkt, besitzt aber dennoch ein annehmbares Tempo, damit es dem Zuschauer bei den oftmals hektischen Schwenks der Kamera nicht langweilig wird. Immerhin lässt Regisseur GIULIO DE SANTI den Zuschauer wissen, dass er eine besondere Leidenschaft für das moderne Horrorkino aus Italien hegt. Sein minimalistisch Score orientierte sich an die kultigen Sound-Kompositionen der italienischen Band GOBLIN, die Ende der 70er und Anfang der 80er durch Soundtracks für italienische Horrorfilme wie SUSPIRIA (1977), DAWN OF THE DEAD (1978) und PHENOMENA (1985) zu Weltruhm gekommen ist. Ob HOTEL INFERNO gleichen Erfolg verbuchen wird, bleibt abzuwarten. Fakt ist jedoch, dass Studio NECROSTORM nach ADAM CHAPLIN und TAETER CITY einen Schritt in die richtige Richtung gewagt und dem Splatter-Film durch ein neuartiges Filmerlebnis frische Impulse verleiht hat. Gerade weil die Genre-Schmiede vehement darum bemüht ist sich stetig weiterentwickelt zu wollen, darf man gespannt sein, was da demnächst noch an herrlich überzogenem Gewaltmaterial aus dem schönen Italien kommen wird.
 
 
 


 
 
 

HOTEL INFERNO – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Herrlich überzogener Splatter-Nonsens für Fans bluttriefender Gewaltorgien. Die Schlachtplatte aus dem Hause NECROSTORM verspricht ein gänzlich neues Filmerlebnis, das man so vermutlich noch nie auf dem Bildschirm hatte. In einer Art Splatter-Variante des beliebten Ego-Shooters DOOM werden hier Gegnerscharen im Akkord ins Jenseits befördert und das nicht gerade unblutig. Besonderes Augenmerk sei an dieser Stelle auf die Spezialeffekte gerichtet, die für einen Splatterfilm aller erste Sahne sind und kaum vermuten lassen, dass hier CGI zum Einsatz gekommen ist. Sieht man von der dünnen und leider vollkommen hirnriesigen Geschichte ab, gehört HOTEL INFERNO zweifelsohne zu einer der besten Indie-Gewaltorgien neueren Datums. Bei soviel handwerklichem Geschick können sich deutsche Splatter-Könige wie ITTENBACH, WALZ und Konsorten gern Inspiration holen, schließlich wissen die Jungs von NECROSTORM wie man auch mit kleinem Geld sehbare Splatter-Werke für hungrige Gorehounds werkelt.
 
 
 


 
 
 

HOTEL INFERNO – Zensur

 
 
 
Rechteinhaber LFG hat HOTEL INFERNO direkt im deutschsprachigen Ausland veröffentlicht und umgeht dabei den strengen Auflagen der hiesigen FSK. Diese hätte das selbstzweckhafte Blutgemansche niemals in ungeschnittener Form freigegeben. Wer demnach den Streifen komplett haben mag, muss sich an den Händler seines Vertrauens wenden. Der Film kann problemfrei bei Onlinehändlern erworben werden, die indizierte Ware im Programm führen. Wer die Möglichkeit hat Filmbörsen zu besuchen, wird auch dort die deutsche Fassung von HOTEL INFERNO kaufen können.
 
 
 


 
 
 

HOTEL INFERNO – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) LFG

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Hotel Inferno; Italien 2013

Genre: Horror, Thriller, Splatter

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 1,78:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 78 Min.

FSK: nicht von der FSK geprüft (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Mediabook mit 16-teiligem Buchteil auf 2000 Stück limitiert

Extras: Fun at Work-Feature (01:08 Min.), Special Effects-Feature (02:04 Min.), Ritual-Clip (00:29 Min.), Deutscher Trailer (01:04 Min.), zusätzliche DVD mit dem Hauptfilm

Release-Termin: 06.06.2014

 
 
 
Nach dem Release des Neo-Giallos TULPA spendiert Rechteinhaber LFG auch dem Splatter-Nonsens HOTEL INFERNO eine schöne Veröffentlichung im beliebten Mediabook, das passend zum Hauptfilm ansprechend bunt gestaltet wurde. Besonderes Lob gilt der Übersetzung. Für einen Nischenfilm wie HOTEL INFERNO konnte LFG professionelle Sprecher gewinnen, so dass eine vernünftige Synchronisation zusammengestellt werden konnte. Leider ist das bei Veröffentlichungen von Low-Budget-Produktionen keine Selbstverständlichkeit, gehören mittlerweile minderwertige Übersetzungen zum obligatorischen Standard in Horrorfilmen. Wer nach Sichtung des Streifens gern wissen möchte, wie man die teils verblüffend echt wirkenden Gewalteffekte umgesetzt hat, kann sich hierfür gern das kleinen Special-Effects-Feature zu Gemüte führen, das sich neben Trailer und einem kleinen Gag-Reel auch auf der Scheibe befindet. Ein richtiges Making of oder einen Audiokommentar sucht man stattdessen vergebens. Das ist ärgerlich. Dafür ist jedoch neben der Blu-ray im Mediabook auch die DVD enthalten, die ebenso den Hauptfilm beinhaltet. Das Sammlerstück ist im Übrigen auf 2000 Exemplare limitiert.
 
 

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HOTEL INFERNO – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Evidence (2011)
 
Alexandre Ajas Maniac (2012)
 
Doom (2005)
 
Cloverfield (2008)
 
Enter the Void (2009)
 
Gamer (2009)
 

Filmreview: „Wer – Das Biest in Dir“ (2013)

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WER – DAS BIEST IN DIR

Story

 
 
 
Mann oder Bestie: Verteidigerin Kate Moore (A.J. Cook) steht vor dem Fall ihres Lebens. Sie gerät an einen Angeklagten, der für zwei brutale Morde verantwortlich gemacht wird. Nun will sie dessen Unschuld beweisen. Doof nur, dass sich der Beschuldigte vor ihren Augen zu einem Werwolf verwandelt …
 
 
 


 
 
 

WER – Kritik

 
 
 
Werwolffilme sind auch nicht mehr das, was sie mal waren. Seit nunmehr 100 Jahren geistert der Mannwolf durch die Filmlandschaft und hat sich bisher auf ganz unterschiedliche Weise auf der Leinwand präsentiert. Ob als brutale Bestie in THE HOWLING (1981), Sprüche klopfender Chaot in TEENWOLF (1985) oder verletzliche Kreatur im Horrordrama GINGER SNAPS (2000) – seit der von den UNIVERSAL STUDIOS produzierte WOLFSMENSCH im Jahre 1941 Aufsehen erregte und Geld in die Kinokassen brachte, sind Werwolf-Schocker aus den Lichtspielhäusern nicht mehr wegzudenken. Mittlerweile ist die Liste der Werwolfheuler lang geworden. Klein ist dagegen die Anzahl derer, die es lohnt überhaupt gesehen zu werden, denn unter all den mehr oder weniger erfolgreichen Streifen innerhalb des Lykanthropen-Genres befindet sich auch ne Menge Quatsch. Ein etwas ruppiger Vertreter dieser Sparte ist WER, der nun den Weg in die Händlerregal findet. Regisseur WILLIAM BRENT BELL zeichnet verantwortlich und hatte vermutlich keine Lust mehr auf seicht-weichgespülten Kiddi-Kram, der sich seit TWILIGHT, INSIDIOUS und PARANORMAL ACTIVITY großer Beliebtheit erfreut. Für WER werden die Gewaltregler erneut auf Maximum gedreht, schließlich sind Horrorfilme im 21. Jahrhundert nicht mehr ausschließlich dazu da um Angst einzujagen. Wichtig ist vor allem verrohende Gewalt, die möglichst sadistisch vor der Kamera zelebriert wird, damit sich dem Zuschauer ganz schnell der Magen umdreht.
 
In Frankreich lebt man neuerdings gefährlich. Eine mörderische Bestie treibt dort ihr Unwesen. Deren unstillbaren Blutdurst bekommt eine ahnungslose Familie zu spüren, die gerade in einem der ländlichen Vororte von Paris Urlaub macht. Ehefrau Claire (STEPHANIE LEMELIN) überlebt schwer verletzt und schildert den Polizisten, dass die grausame Tat durch Menschenhand verursacht wurde. Schnell ist ein Verdächtiger gefunden. Der fällt anhand der verlotterten Optik direkt ins Beuteraster der Beamten und soll nun von Verteidigerin Kate Moore vertreten werden. Die Anwältin ist fest von der Unschuld des wortkargen Riesen überzeugt, wird jedoch bald eines Besseren belehrt. Bei einigen Untersuchungen gerät der Mann in Rage und verwandelt sich in eine unaufhaltsame Kreatur, die bald nicht mehr unter Kontrolle zu bringen ist und blind vor Wut jeden zerreist, der sich ihr in den Weg stellt. Der Mythos über Werwölfe scheint sich zu bewahrheiten, doch niemand weiß, wie man das Monster aufhalten kann. Für Kate Grund genug dem Wesen auf Schritt und Tritt zu folgen, schließlich spürt sie, dass zwischen ihr und dem Werwolf eine Verbindung besteht.
 
WILLIAM BRENT BELL ist wieder da. Mit seinem DEVIL INSIDE (2012) hat er sich zuletzt selbst ein Denkmal gesetzt und einen der miesesten Mainstram-Wackelkamera-Streifen gedreht, die man bis dato auf der Leinwand bewundern durfte. Trotzdem konnte sich der kostengünstige Wackeltrip gut an den Kinokassen behaupten, so dass BRENT BELL nun weitere Horrorfilme machen kann. Weil die Machart von DEVIL INSIDE gut funktioniert hat, geht es auch gleich mit der Shaky Cam weiter, denn WER ist im gleichen Subgenre beheimatet, wie die miese Teufelsaustreibung aus dem Jahre 2012. Die Geschichte wird hierbei in Form einer hektisch geschnittenen Reality-Doku geschildert. Um möglichst authentisch zu wirken bekommt der Zuschauer Unmengen News-Schnipsel fiktiver Nachrichtensender vorgesetzt, wobei die aus den meisten Found Footage Filmen bekannte Perspektive aus Sicht der Überwachungskamera selbstverständlich auch mit an Bord ist. Mittlerweile ist man es ja gewohnt, dass Charaktere in Wackelkamera-Streifen grundsätzlich blass bleiben, schließlich konzentrieren sich die meisten dieser Filme auf das plakative Erschrecken nach gängiger Methodik, was nicht selten durch das unkontrollierbare Wackeln der Kamera getoppt wird. Auch WER bedient sich den ewig gleichen Found Footage Regeln und versorgt den Zuschauer mit teils unerträglicher Kameraführung, die zwar immer nah an der Heldin bleibt aber den Zuschauer zur Weißglut treibt, weil der Kameramann kein ruhiges Händchen findet. Unbeholfene Schocks bestätigen die Tatsache, dass sich das Wackelfilm-Genre auf einem absteigenden Ast befindet, denn wirklich unvorhersehbar ist keiner von denen, weil man sich einfach an den ewig gleichen Schreckmomenten sattgesehen hat. Eigentlich bietet WER nichts Neues, wäre da nicht der deftige Härtegrad, der zumindest das Interesse der Splatter-Fraktion auf den Plan rufen dürfte. Regisseur WILLIAM BRENT BELL schöpft aus den Vollen und grenzt sich mit seinem Schlachtfest ganz selbstbewusst von den bisherigen Vertretern dieser Filmgattung ab. WER dürfte mit Sicherheit der bisher brutalste Found Footage Schocker sein, schließlich werden hier ganz ungeniert Körper vor der Kamera zerfetzt. CGI zeigt sich in WER von der besten Seite, denn das meiste Gematsche kommt aus dem Computer, fügt sich hervorragend in das Wackelgeschehen ein und hinterlässt einen durchweg positiven Gesamteindruck. Zudem verschönern diverse Computereffekte ganz gezielt die obligatorische Verwandlungsszene, die zu jedem Werwolffilm gehört, wie das Salz in die Suppe. Das Effekte-Team hat in diesem Falle lobenswerte Arbeit geleistet und eine gelungene Blutwurstplatte zusammengestellt, an der sich kommende Filme dieser Art messen müssen. Auch wenn WER mit Sicherheit kein Brüller ist; die derben, temporeichen und hektisch geschnittenen Gewaltexzesse haben Autor und Regisseur WILLIAM BRENT BELL den Hintern gerettet.
 
 
 


 
 
 

WER – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
A NEW AMERICAN WEREWOLF IN PARIS – Der mit Abstand brutalste Found Footage Film in der Geschichte des Wackelkamera-Genres. Eigentlich ist WER ein Werwolfstreifen wie jeder andere auch, wären da nicht die ziemlich realistisch umgesetzten und krude inszenierten Gewaltmomente, die das Herz eines jeden Splatterfans schneller schlagen lassen dürften. Zwar benötigt WER ein wenig um an Fahrt zu gewinnen; legt der Wolfmann dann jedoch los, geht es Schlag auf Schlag. Mit WER hat DEVIL INSIDE-Macher WILLIAM BRENT BELL doch noch bewiesen, dass er halbwegs unterhaltsame Horrortrips machen kann. Da kann man nur hoffen, dass der Regisseur nun das ohnehin schon gebeutelte Found Footage Genre ruhen lässt und nicht noch einen Film dieser Art zu drehen beginnt.
 
 
 


 
 
 

WER – Zensur

 
 
 
WER ist ziemlich brutal. Es werden Menschen in Stücke gerissen, Kiefer auseinandergefetzt, Augäpfel angeritzt und Menschen wie Papier durch die Luft gewirbelt. Das hat für einen roten KJ-Sticker ausgereicht, sogar für eine ungekürzte Fassung.
 
 
 


 
 
 

WER – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Ascot Elite Home Entertainment

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Wer; USA 2013

Genre: Horror, Mystery, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.85:1 – @24 Hz (1080p)

Laufzeit: ca. 93 Min.

FSK: FSK18 – Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover, Erstauflage im Schuber

Extras: Featurette, Bonus-Clip: „Stunt to Finish“, Interviews, Originaltrailer, Trailershow, Programmhinweise fürs Kino

Release-Termin: 14.10.2014

 

Wer [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

WER – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
V/H/S 2 – Super VHS (2013)
 
Das Tier (1981)
 
American Werewolf (1981)
 
American Werewolf in Paris (1997)
 

Filmreview: „Nurse 3D“ (2013)

Nurse 3D 2013
 
 
 

NURSE 3D

Story

 
 
 
Abby (Paz de la Huerta) ist ein ganz böses Mädchen. Sie arbeitet tagsüber als Pflegerin in einem Krankenhaus und schlüpft am Abend in die Rolle der kaltblütigen Rächerin, deren Lebenssinn darin besteht gerissene Ehebrecher in den Tod zu treiben …
 
 
 


 
 
 

NURSE 3D – Kritik

 
 
 
Was zeichnet eine gute Krankenschwester aus? Natürlich Diskretion, Einfühlungsvermögen und fachliche Kompetenz. Da wir auf FILMCHECKER jedoch ausschließlich böse Machwerke besprechen dürfte wohl nahe liegen, dass solche Qualifikationen in Genrefilmen wohl eher nebensächlicher Natur sind. Hier zählt stattdessen Optik, Kampfgeist und Überlebenswillen, passiert es doch im Horrorfilm nicht selten, dass männliche Protagonisten fleißigen Krankenschwestern eher an Wäsche oder Kehle wollen, als sich von ihnen fachgerecht untersuchen zu lassen. NURSE 3D heißt der neue Krankenhaus-Horror Made in Amerika, der schon seit geraumer Zeit Werbung mit nackten Tatsachen betreibt. Schauspielerin und Model PAZ DE LA HUERTA (ENTER THE VOID) hat sich nämlich nicht nur für das Filmplakat nackig gemacht; sie scheint auch im Film keinerlei Hemmungen davor zu haben textilfrei vor der Kamera zu posieren. Groteskerweise trägt sie dabei aber stets hochhackige High Heels – vermutlich, um sich nicht ganz so nackt zu fühlen.
 
PAZ DE LA HUERTA spielt hier die begehrte und charismatische Abby, die eine feindselige Haltung gegenüber Männern besitzt und sich hauptsächlich für die Belange betrogener Frauen einsetzt. Selbige scheinen oftmals gar nicht zu wissen, welch widerwärtiges Spiel der Gatte hinter dem Rücken der Liebsten veranstaltet, wenn die brave Ehefrau tagsüber ihrer Arbeit nachgeht. So lässt die selbsternannte Richterin stets im richtigen Moment ihre Reize spielen und erreicht dabei immer, dass der schwarzen Witwe die Männer wie Fliegen ins Netz gehen. Im Namen aller Frauen wird dann nach Lust und Laune gerichtet. Da wird hier ein Unfall inszeniert, dort ein Mann vom Dach eines Hochhauses geschubst, als wäre es in dieser Welt selbstverständlich Ehebrecher mit dem Tod zu bestrafen. Doch auch böse, herzlose Mädchen sind nicht vor Amors Liebespfeil sicher. Der trifft Abby just in jenem Moment, als der gemeingefährlichen Serienkillerin die schöne Danni (KATRINA BOWDEN) über den Weg läuft. Die ist noch recht neu im Schwestern-Beruf und klammert sich an die taffe Abby ohne zu wissen, dass ihre neue beste Freundin eine ziemlich kranke Psychopathin ist.
 
Es gibt Horror-Themen, die wiederholen sich immer und immer wieder. NURSE 3D ist blutiger Psychopathen-Horror, der sich der beliebten Rezeptur vom vermeintlich liebenswerten Mädel bedient, hinter deren friedliebender Fassade sich das abgrundtief Böse versteckt. Filme wie ONE HOUR PHOTO (2002), das versemmelte STEPHFATHER-Remake (2009) oder der Teenie-Thriller FEAR mit MARK WAHLBERG aus dem Jahre 1996 haben mal mehr mal weniger packend bebildert, dass sich selbst hinter dem unschuldigsten Gesichtlein, dass personifizierte Böse verstecken kann und es oftmals weder Maske oder Schlachtwerkzeug bedarf, um Angst und Schrecken zu verbreiten. Trotz manchmal wirklich gruselig umgesetzter Thematik – Filme über schizophrene Irre, die geheimnisvolle Doppelleben führen, gibt es mittlerweile zu Genüge. Das neue Werk von Regisseur DOUGLAS AARNIOKOSKI revolutioniert das Psychopathen-Genre in keiner Weise, besitzt aber gut durchdachte Wendungen, ein sauber geschriebenes Drehbuch und viel Gore und Splatter, damit sich der Horrorfan zufrieden in seinen Filmsessel lehnen kann.
 
NURSE 3D folgt selbstverständlich den gleichen Regeln wie all die anderen Streifen dieser Filmgattung. Da geschehen allerhand mysteriöse Morde, deren Aufklärung irgendwie niemanden so wirklich interessieren will. Der Heldin wir eine neue mysteriöse Freundin zur Seite gestellt, deren Geheimnis es gilt aufzudecken. Die kleidet sich zwar hin und wieder auffallend erotisch, spricht aber seltsamerweise nie von und über ihre männlichen Liebschaften. Warum wird schnell klar, denn die eigensinnige Fremde hat nur Augen für die Heldin der Geschichte, die sich bald etwas arg bedrängt von den Annäherungsversuchen und Eifersüchteleien der ihr sympathischen Kameradin fühlt. Wie es bei Psychopathen üblich ist, sind die Beweggründe für das komische Verhalten in der Kindheit zu suchen, schließlich wird abnormales Handeln im Horrorfilm stets mit quälenden Traumata gerechtfertigt. Was folgt ist das obligatorische Horror-Einerlei: Das Doppelspiel der Psychopathin wird entlarvt, die Bloßgestellte verliert den Bezug zur Realität und richtet ein derbes Massaker an.
 
Während anfänglich nur Ehebrecher den Filmtod sterben müssen, sticht die schizophrene Abby am Ende wahllos und beliebig zu. Die Unschuldigen müssen dran glauben und sowohl Patienten als auch Ärzte werden auf gar blutreiche Weise in den Filmhimmel transportiert. Ein reißerischer 3D-Effekt unterstreicht hierbei den Spaßfaktor, denn wenn Blut dreidimensional von der Leinwand tropft, freut sich das Horrorherz. Ähnlich wie im Slasher-Neuaufguss zu MY BLOODY VALENTINE (2009) fliegen dem Horrorfan die Mordwerkzeuge in NURSE 3D sprichwörtlich um die Ohren. In Kombination mit allerhand greifbar nackter Tatsachen wird der Horror-Thriller zumindest für den männlichen Genrefreund zu einer spaßigen Angelegenheit. Leider schmälert die platte 2D-Variante die Freude am Horror erheblich. Denn was der dreidimensionale Schabernack geschickt zu kaschieren versteht, wirkt ohne 3D-Brille billig und unfertig. Hier verliert das blutige Massaker einen Teil seiner reizvollen Wirkung, denn die meisten der harten Effekte kommen aus dem Computer und erinnern in ihrer Machart an das Pixelgewitter aus der trashigen WRONG TURN-Reihe.
 
Auch wenn Splatter ausreichend vorhanden aber etwas an Qualität missen lässt und die Geschichte von der geheimnisvollen Psychopathin nicht gerade vor Innovationen und Ideenreichtum strotz, sei NURSE 3D allen Fans böser Filme ans Herz gelegt. Die Klischees über Krankenhäuser und dessen Personal werden in AARNIOKOSKIS Psycho-Splatter-Ding derart überspitzt durch den Kakao gezogen, dass man das ganze Szenario trotz Abbys blutreichen Racheakte partout nicht ernstnehmen kann. Hier tragen Krankenpflegerinnen ausschließlich Strapse, Pumps und knappe Uniformen bei der Arbeit und der untersetzte Chefarzt baggert grundsätzlich attraktive Kolleginnen an und hat damit auch noch Erfolg. Man sollte über die ganzen pubertären Dummheiten des Films nicht nachdenken, denn hohe Filmkunst will NURSE 3D auch nicht sein. Apropos Filmkunst: Es bedarf schon ein gewisses Können einen Film zu drehen, den man so schon dutzende Male gesehen hat und der sich den typischen Stereotypen, Klischees und Regeln des modernen Horrorkinos bedient, ohne dabei überhaupt eine Minute langweilig zu sein. NURSE 3D hat keinerlei Längen, was aufgrund der austauschbaren und überraschungsarmen Handlung schon als Kunststück zu bezeichnen ist.
 
Natürlich gelingt der Antagonistin am Ende die Flucht und der Film endet mit Hoffnung auf Nachschub. Ein solcher Abschluss dürfte nach scheinbar endlosen Horror-Serien wie der legendären FREITAG DER 13.-Reihe vermutlich keinen Filmfan mehr wundern, gehört es doch mittlerweile zur Gesetzmäßigkeit im Horrorbereich, dass das Böse am Ende überlebt um startklar für Runde zwei sein zu können. Im Fall von NURSE 3D wäre es auch fatal gewesen jene Regeln zu brechen. Denn Schauspielerin PAZ DE LA HUERTA hat mit ihrer Verkörperung der psychopathischen Abby einen wirklich göttlich kultigen Filmkiller geschaffen. Wir warten schon ganz geduldig auf die Fortsetzung …
 
 
 


 
 
 

NURSE 3D – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
In NURSE 3D wird dem Zuschauer vor lauter Splatter und sexy Kurven ganz schwindelig. Hier sieht eine Krankenschwester rot, die sich dreidimensional mit Skalpell und Tupfer durch das Fleisch skrupelloser Ehebrecher arbeitet. Männer werden in NURSE 3D zu primitiven Begattungsmaschinen deklariert, deren Jagd- und Sammlertrieb immer dann groteske Ausmaße findet, wenn sich die weiblichen Protagonisten des Streifens ihre Arbeitsuniformen überstreifen. Die erfüllt natürlich nicht den Zweck für den sie eigentlich gedacht ist, sondern dient nur als sexy Accessoires, um die weiblichen Proportionen besser in Szenen zu setzen. Bei soviel purer Erotik empfehlen wir vor Sichtung genügend eisgekühlte Getränke bereitzustellen. Die sind auf jeden Fall hier unabdinglich, denn NURSE 3D ist mit Abstand der heißeste Horrorschocker seit Jahren.
 
 
 


 
 
 

NURSE 3D – Zensur

 
 
 
NURSE 3D fängt harmlos an und steigert sich in Sachen Härte konsequent. Am Ende verteilt sich das pixelige Blut recht großzügig über die Leinwand, so dass NURSE 3D hierzulande von der FSK die höchste Freigabe erhalten hat. NURSE 3D ist mit dem roten KEINE JUGENDFREIGABE-Sticker in den Handel gekommen.
 
 
 


 
 
 

NURSE 3D – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Amaray – UNIVERSUM FILM

 
 
 
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(c) Limitiertes Steelbook – UNIVERSUM FILM

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Nurse 3D; USA 2013

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte

Bild: 2.40:1 – @24 Hz (1080p)

Laufzeit: ca. 87 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover, limitiertes Steelbook

Extras: Making of Featurettes, Originaltrailer, Audiokommentar des Regisseurs, Trailershow, 3D-Version

Release-Termin: 10.10.2014

 

Nurse (inkl. 2D-Version) – Steelbook [3D Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 

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NURSE 3D – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Crush – Gefährliches Verlangen (2013)
 
Misery (1990)
 
One Hour Foto (2002)
 
Swimfan (2002)
 
Obsessed (2009)
 
The Roommate (2011)
 
Mr. Brooks – Der Mörder in Dir (2007)
 
Eine verhängnisvolle Affäre (1987)

Review: „The Penny Dreadful Picture Show“ (2013)

THE PENNY DREADFUL PICTURE SHOW 2013
 
 
 

THE PENNY DREADFUL PICTURE SHOW

Story

 
 
 
Penny Dreadful (Eliza Swenson) sucht die große Liebe. Sie lädt sich einige Auserwählte in ihr Heim und zeigt ihnen gruselige Filme, in der Hoffnung deren Herz für sich gewinnen zu können …
 
 
 


 
 
 

THE PENNY DREADFUL PICTURE SHOW – Kritik

 
 
 
Wirft man den Namen ELVIRA in die Horror-Runde, dürfte vor allem das ältere Semester einiges zu erzählen haben. Schauspielerin CASSANDRA PETERSON hat nämlich Anfang der 80er eine beliebte Figur im amerikanischen TV verkörpert, die unter dem Namen ELVIRA zur Kultikone des modernen Horrorfilms avancierte. In schwarze Kleidung gehüllt und mit praller Oberweite, dunklem Make-up und schwarzer Perücke ausgestattet, präsentierte sie in der TV-Show MOVIE MACABRE (1981 – 1993) schmuddelig gedrehte B-Movies fernab vom glattgebügelten Mainstream. Auf ähnlicher Schiene fährt auch folgende Kurzgeschichtensammlung, die unter dem Titel THE PENNY DREADFUL PICTURE SHOW um die Gunst der Anthologie-Freunde buhlt. Filmmacher NICK EVERHART, LEIGH SCOTT und ELIZA SWENSON haben mit Titelheldin PENNY DREADFUL ihre ganz eigene Version der schwarzhumorigen Filmansagerin ELVIRA geschaffen, die mit fast schon kindlicher Naivität günstig gedrehte Horror-Shorts anmoderiert und auch mal zum Mordinstrument greift, wenn einer ihrer Verehrer sie beim Schauen jener Streifen stört, die da gerade über die Kinoleinwand flimmern. Leider wurmt es in PENNYS erstem Leinwandauftritt gewaltig, denn die drei kleinen von ihr ausgewählten Episoden sind von eher bescheidener Natur. Das dürfte vermutlich auch der Grund gewesen sein, warum der Film erst jetzt zu einer Veröffentlichung gekommen ist. THE PENNY DREADFUL PICTURE SHOW wurde nämlich bereits vor über einem Jahr fertiggestellt und wartete seither vergebens auf einen regulären Release. Im Zuge des US-Serienstarts der Horror-TV-Reihe PENNY DREADFUL (die natürlich nichts mit der vorliegenden Anthologie am Hut hat) war es nur taktisch klug den Release voranzutreiben, schließlich lässt sich bei fast identisch klingender Titelkreation so manch nicht bewanderter Horrorfan hinters Licht führen.
 
PENNY DREADFUL (halb Frankensteins Monster, halb Puppe) lebt in ihrer eigenen Welt. Zusammen mit ihren Freunden Ned und Wolfboy haust sie in einem heruntergekommenen Kino und schaut sie bevorzugt grausige Filme auf der großen Leinwand an. Auf der Suche nach der wahren Liebe erster Kuss lädt sich die kitsch-liebende Frankensteinbraut zwei nette Burschen ins Heim und führt ihnen ihre Lieblingsfilme vor:
 
 
SLASH IN THE BOX
 
Ein Pärchen macht in knappen drei Minuten recht unangenehme Erfahrungen mit einer scheinbar harmlosen Spieluhr. Wir sehen schlechte CGI-Effekte, etwas Blut und eine Geschichte, die im Grunde genommen gar keine ist. Welche Botschaft NICK EVERHART (Regie für eine der Segmente in CHILLING VISIONS: 5 SENSES OF FEAR) mit seiner dreiminütigen Episode an den Zuschauer bringen wollte, wird vermutlich nur er selbst wissen.
 
 
MORNING AFTER
 
Hier handelt es sich um eine Hommage an die berüchtigten Vampirfilme der 60er und 70er Jahre, die sich dank der legendären Hammer Studios auch heute noch großer Beliebtheit erfreuen. In dieser Geschichte verfällt eine junge Dame den Reizen eines lesbischen Vampirs und wird gebissen. Die Handlung des von ELIZA SWENSON (eigentlich Schauspielerin und jetzt Regieneuling) inszenierten Beitrags läuft nach Schema F ab und besitzt nicht einmal annähernd den „Biss“, den eigentlich jene Streifen besitzen sollten, die sich mit der Vampir-Problematik auseinandersetzen.
 
 
THE SLAUGHTER HOUSE
 
Wurde von LEIGH SCOTT (Macher von viel Trash-Mist) inszeniert und verbeugt sich vor einem der wichtigsten Horrorfilme der 70er: TEXAS CHAINSAW MASSACRE. In dieser Episode wird einfach mal der Spieß umgedreht und drogengeile Stadtkids terrorisieren eine zurückgebliebene Hinterwäldlerfamilie. Die Kurzgeschichte hat gute Ansätze, einen schaurig-dreckigen Look und leider unglaublich miserable Gewalteffekte, die aus dem Computer kommen. Zudem will man irgendwie nicht verstehen, was JEFFREY COMBS dazu geritten haben muss, sich knapp dreißig Minuten aufzuführen als habe er einen an der Klatsche.
 
 
THE SCOUT
 
Die Gechichte wurde von NICK EVERHART gedreht, hat es leider nicht in den fertigen Film geschafft. Dennoch schwirrt die Episode aber seit geraumer Zeit im Netz umher und wurde auch auf den bisherigen Heimkinoveröffentlichungen als Bonus beigefügt. Das vollständige Segment kann hier gesehen werden.
 
 
Episoden-Horror ist seit dem Erfolg von THE ABC’S OF DEATH (2013) und natürlich der V/H/S-Teile gern gedrehter Stoff, um die Aufmerksamkeit der Horrorfans gewinnen zu können. Leider gibt’s da immer wieder sehr durchwachsenes Zeug zu sehen, das eher langweilt als unterhält. THE PENNY DREADFUL PICTURE SHOW zählt hierbei leider zu den weniger gelungenen Streifen innerhalb des Horror-Genres, denn in diesem Fall lenkt die nette Verpackung mal wieder vom eher trögen Inhalt ab. Die titelgebende PENNY präsentiert hier in eigensinnig schwarzhumoriger Weise drei unwichtige Horrorepisoden, die sich in ihrer Machart an der berüchtigten GESCHICHTEN AUS DER GRUFT-Serie orientieren. Der Horrorfan darf sich auf durchaus makabre Pointen freuen, die aber aufgrund geistloser Höhepunkte irgendwie rein gar nicht zünden wollen. Hier haben die Macher an der falschen Stelle gespart, denn was nützt eine Horror-Anthologie, wenn es den knappen Geschichten an Kreativität, Raffinesse und Spannung mangelt. In THE PENNY DREADFUL PICTURE SHOW ist die Gastgeberin der heimliche Star des Films, denn die hätte Potenzial gehabt in Serie zu geben. Dort wäre das schrullige Filmmonster vermutlich auch besser aufgehoben gewesen, entpuppt sich doch PENNYS Horroreinstand als zwanghaft zusammengekleistertes Horrorwerk, dem es eindeutig an Herzblut fehlt. Die Idee der PENNY DREADFUL mag auf Papier gestanden haben, konnte aber vermutlich allein nicht einen kompletten Spielfilm tragen. Drum wurden hastig drei uninspirierte Kurzgeschichten dazugekritzelt, damit man das holprige Machwerk als abendfüllenden Horrorfilm in den Handel bringen konnte. Immerhin gibt’s trotz schlechtem „Füllstoff“ auch einige Lichtblicke zu verzeichnen. Bei der Ausstattung des Filmsets hat sich das Regie-Trio um ELIZA SWENSON (die übrigens die PENNY spielt) beim Regie-Maestro TIM BURTON bedient. Der ist ja bekannt dafür optisch opulente Meisterwerke zu kreieren, die sich durch einen unverkennbaren Look auszeichnen. Ein ähnlich eigensinniges Bühnenbild besitzt auch die Rahmenhandlung in der PENNY DREADFUL PICTURE SHOW, das mit dezentem Gothic-Look glänzt und an Streifen aus der BURTON-Kreativschmiede erinnert. Weiterhin erfreut ein Wiedersehen mit SID HEIGH (HAUS DER 1000 LEICHEN) und Horror-Ikone JEFFREY COMB (WOULD YOU RATHER). Letzterer spielt hier die Rolle seines Lebens: Einen behinderten und stark kurzsichtigen Rollstuhlfahrer, der während der gesamten letzten Episode damit beschäftigt ist auf Krampf unrechnungsfähig zu sein und eine Puppe zu schütteln. Trotz einiger Starauftritte ist THE PENNY DREADFUL PICTURE SHOW nicht der Kracher, den man bei derart Cameos vermutlich erwartet hätte. Es ist bedauerlich, dass man hier nicht mehr Liebe zum Detail betrieben und sich etwas mehr Zeit für das Schreiben der einzelnen Kurzgeschichten genommen hat. Die gehören zum einfallslosestem, was das Genre zuletzt hervorgebracht hat und hinterlassen im Falle von THE PENNY DREADFUL PICTURE SHOW einen mehr als enttäuschenden Nachgeschmack. Vielleicht wird ja bei einer möglichen Fortsetzung alles anders und es steht mehr Kapital zur Verfügung. Denn fehlende Kohle ist hier mal wieder der Grund für mangelnde Qualität.
 
 
 


 
 
 

THE PENNY DREADFUL PICTURE SHOW – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Und es hätte alles so schön werden können: THE PENNY DREADFUL PICTURE SHOW hat wirklich gute Ansätze und einen charmanten Titelcharakter. Leider sind die Episoden in dieser Anthologie trotz Staraufgebot sehr durchwachsen. Sieht man einmal von der sehr gelungenen Rahmenhandlung ab, zeichnen sich die einzelnen Geschichten durch Ideenlosigkeit und unverschämt miserable Gore-Effekte aus, die unverständlicherweise mal wieder aus dem Computer kommen müssen. Immerhin macht das Zählen der Zitate Laune. In letzter Zeit scheint es im Horrorfilm nämlich zum guten Ton zu gehören, sich vor den ganz Großen des Genres zu verbeugen. THE PENNY DREADFUL PICTURE SHOW macht da keine Ausnahme, auch wenn der Streifen qualitativ Welten von jenen Filmen entfernt ist, die er zaghaft und unbeholfen zitiert. Auch wenn die drei Macher der Sammlung ganz viel Potenzial verschenkt haben; hier kommen Fans der kultigen GESCHICHTEN AUS DER GRUFT-Reihe auf ihre Kosten. Episoden-Moderatorin PENNY DREADFUL ist zwar nicht einmal annähernd so bissig wie der zynische Cryptkeeper aus der TV-Serie, macht aber optisch einiges her und hat manch flotten Spruch auf den Lippen. So sollte man die Erwartungen vor Sichtung herunterschrauben. Denn wer hier einen Film in der Machart von V/H/S oder THE ABC’S OF DEATH erwartet wird ganz schnell enttäuscht werden.
 
 
 


 
 
 

THE PENNY DREADFUL PICTURE SHOW – Zensur

 
 
 
THE PENNY DREADFUL PICTURE SHOW ist nicht sonderlich hart. Die Effekte kommen aus dem Computer und wurden teilweise schon sehr schlecht und billig in Szene gesetzt. Es gibt einen Kopfschuss in Zeitlupe, Kehlenschnitte und Durchpfählungen zu sehen. Das wirkt aufgrund der miesen Umsetzung nicht sonderlich grausam, dürfte aber für eine ungeschnittene KJ-Freigabe reichen.
 
 
 


 
 
 

THE PENNY DREADFUL PICTURE SHOW – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The ABC’s of Death (2012)
 
Scary or Die (2012)
 
The Theatre Bizarre (2011)
 
Chillerama (2011)
 
V/H/S (2012)
 
V/H/S 2 (2013)
 
Geschichten aus der Gruft (Serie)
 
Creepshow (1982)

Filmreview: „Zombie Night“ (2013)

zombie-night-2013
 
 
 

ZOMBIE NIGHT

Story

 
 
 
Die Toten krabbeln aus unerklärlichen Gründen aus ihren Gräbern und suchen eine friedliche amerikanische Kleinstadt heim. Zwei Familien geraten in Gefahr und versuchen sich vor den gierigen Geschöpfen in Sicherheit zu bringen …
 
 
 


 
 
 

ZOMBIE NIGHT – Kritik

 
 
 
Man muss ZOMBIE NIGHT nicht zwingend gesehen haben, um feststellen zu müssen, dass dieser Heuler eigentlich vollkommen überflüssig ist. Grund hierfür ist nicht etwa die Tatsache, dass das Treiben mal wieder der ASYLUM Unreaktivschmiede entspringt. Diesmal ist es schlicht und einfach die tröge Zombieproblematik, die mittlerweile einfach Überhand genommen hat und wirklich so rein gar keinen Spaß mehr machen will. Dabei sind es die immer wieder gleichen Geschichten und die sich ständig wiederholenden Verhaltensmuster der Helden, die schlicht und einfach dafür sorgen, dass Zombiefilme kaum noch zu fesseln wissen. Für ASYLUM Verhältnisse geht der aktuelle Horrorausflug zumindest technisch vollkommen in Ordnung. Wir sehen wirklich hervorragende Make-up-Effekte, die ungewöhnlicherweise richtig gut gemacht wurden und sich selbstverständlich in ihrer Machart am Heiligen Horrorgral: THE WALKING DEAD orientieren. Die Kreaturen unterscheiden sich anhand ihres Verwesungsstatus voneinander und schlendern, wie einst im legendären DAWN OF THE DEAD gemütlich und hungrig durch die Kulisse, was in Anbetracht vieler hektisch geschnittener Zombiegurken von heute durchaus charmant gemeint ist, aber irgendwie nicht mehr so recht in unsere Zeit passen will. Da müssen sich schon mal Protagonisten offensichtlich konstruiert auf den Boden werfen oder Ewigkeiten an einem Grabstein verweilen, um von den Untoten gepackt zu werden. Die sind nämlich in ihrer Bewegung oft derart eingeschränkt, dass es nicht selten unfreiwillig komisch wirkt, wenn ihnen dann doch einmal ein Opfer zwischen die Finger gerät. Opfer gibt es in ZOMBIE NIGHT so einige, die statt von, lieber in die Arme der Fleischfresser flitzen. Hier verhält sich das Kanonenfutter mal wieder so unglaublich hirnverbrannt, dass man meinen könnte, keiner von denen hätte in seinem bisherigen Leben je einen Zombiefilm gesehen. Gebissene Angehörige werden lieber bis zur Verwandlung in den Armen gehalten; kehren sie dann als Zombies ins Leben zurück hapert es mal wieder mit treffsicheren Kopfschüssen. ZOMBIE NIGHT ist trotz gutem Splatterzeugs eine Schlafpille vor dem Herrn. Das Drehbuch ist von der Stange und so vorhersehbar, wie eine Portion Kartoffelpüree aus der Tüte. Spannung will da natürlich nicht entstehen, so dass der Zuschauer von einem Zombieüberfall zum nächsten getrieben wird, damit er auch etwas Mord und Totschlag für sein Geld zu sehen bekommt.
 
Es hat halt nicht sein sollen. Auch nach ihrem unerklärlichen Überraschungserfolg SHARKNADO hat die Müllerverwertungs-Werkstatt THE ASYLUM nichts (Neues) dazu gelernt. Hier wird Filmschrott am Fließband produziert, den irgendwie immer niemand gesehen haben will. Trotzdem scheint der Abfall genügend Käufer zu finden, so dass immer mehr davon produziert wird. Kopiert wird bei THE ASYLUM fleißig und das schon seit Anfang an. Hier hat man es sich nämlich zur Aufgabe gemacht, billige Duplikate kommender Kinohits in die Wohnzimmer zu bringen. Dabei werkelt ASYLUM derart hinterhältig, dass nicht selten Verwirrung entsteht und der Kunde gar nicht mehr weiß, was Original und Fälschung ist. Woher Inspiration für den minderwertigen ZOMBIE NIGHT gekommen ist, dürfte Horrorfans klar sein. Nachdem WORLD WAR Z im letzten Jahr Kinokassen klingeln lassen hat und THE WALKING DEAD immer noch Traumquoten im TV erzielt, verwundert es vermutlich niemanden, wenn THE ASYLUM auch kräftig mitmischt, um ein wenig Taschengeld zu verdienen. Leider ist ASYLUMS neuster Rohrkrepierer ein ebensolcher Unsinn, wie all die anderen Streifen des Trash-Studios. Denn sieht man von den ordentlichen Gewaltszenen ab (übrigens alles handmade), gehört ZOMBIE NIGHT zu den wohl erbärmlichsten Videoproduktionen, die man in letzter Zeit auf der Mattscheibe hatte. Das Drehbuch ist Murks, die rudimentäre Handlung zu keiner Zeit nachvollziehbar und trotz bierernster Inszenierung ist ZOMBIE NIGHT stets unfreiwillig komisch. Da weiß man irgendwie nie so richtig, ob dieser Quatsch denn nun ernster Horrorfilm oder selbstironische Parodie sein soll.
 
Immerhin wird auch dieser Film seine Fans finden, was vor allem daran liegen mag, dass ein kleiner Horrorstar auf dem Regiestuhl Platz genommen hat. Hier versagt nämlich JOHN GULAGER auf ganzer Linie. Der hat zuvor den Edel-Trash PIRANHA 3DD (2012) gedreht und schon Erfahrung in Sachen Splatter sammeln können, schließlich geht die FEAST Trilogie auf seine Kappe. Der TV-Film ZOMBIE NIGHT ist eine einzige Enttäuschung. Da kann man nur hoffen, dass GULAGER bald zu eigentlicher Größe zurückfinden wird.
 
 
 


 
 
 

ZOMBIE NIGHT – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Nicht schon wieder ein Zombiefilm: ZOMBIE NIGHT ist eine Verbeugung vor den klassischen Zombiestreifen des GEORGE A. ROMERO. Leider erreicht dieser unausgegorene THE ASYLUM-Schnellschuss nicht einmal ansatzweise die Qualitäten der besagten Meisterwerke des Zombie-Urvaters. ZOMBIE NIGHT hat wirklich gute und erstaunlich blutige Effekte zu bieten. Aber was nützen die besten Splatter-Exzesse, wenn der eigentliche Film zu Tode langweilt. Wer eine unterhaltsame Freizeitbeschäftigung sucht, sollte lieber Gras beim Wachsen zusehen, denn das ist bei Weitem spannender als dieser Ladenhüter.
 
 
 


 
 
 

ZOMBIE NIGHT – Zensur

 
 
 
Wie es sich für einen ordentlichen Zombiefilm gehört, geht es auch in ZOMBIE NIGHT nicht handzahm zugange. Leider hat sich der hiesige Rechteinhaber dazu entschlossen, den Streifen nur geschnitten der FSK vorzulegen. Demnach wurde der Streifen an ein Label unterlizensiert, das ZOMBIE NIGHT in Österreich im Mediabook ungeschnitten veröffentlicht.
 
 
 


 
 
 

ZOMBIE NIGHT – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Dawn of the Dead (1978)
 
Night of the Living Dead (1968)
 
Day of the Dead (1985)
 
Dawn of the Dead – Reamake (2004)
 
Woodoo – Die Schreckensinsel der Zombies (1979)
 

Filmreview: „Cabin Fever 3: Patient Zero“ (2013)

cabin fever 3 - patient zero 2013
 
 
 

CABIN FEVER 3: PATIENT ZERO

Story

 
 
 
Das Prequel CABIN EVER 3: PATIENT ZERO erzählt die Vorgeschichte von Teil eins und führt den Zuschauer auf eine scheinbar unbewohnte Insel, auf der einige Wissenschaftler mit einem aggressiven Virus experimentieren. Vier gutgelaunte Kids, die eigentlich auf dem Eiland einen Junggesellenabschied feiern möchten, ahnen davon nichts und kommen mit der tödlichen Bedrohung in Kontakt – mit fatalen Folgen …
 
 
 


 
 
 

CABIN FEVER 3: PATIENT ZERO – Kritik

 
 
 
Als sich das Zombie-Genre im Jahre 2002 noch einmal neu ausrichtete, schien niemand je geahnt zu haben, welche Folgen das für den Horrorfilm haben würde. Nach Streifen wie 28 DAYS LATER (2002) oder dem DAWN OF THE DEAD-Remake (2004) gewann vor allem das realitätsnahe Szenario an Wichtigkeit. Untote stiegen nun nicht mehr nur aus unerfindlichen Gründen aus ihren Gräbern; in Folge von Pandemien, die durch höchst ansteckende Killerviren verursacht wurden, verwandelten sich scheinbar friedliebende Bürger zu rasenden Bestien, die entgegen der bekannten Zombie-Regeln ab und an sogar von ihrem Leiden geheilt werden konnten. Und gerade weil derart Schreckensszenarien weitaus furchterregender waren, als so manch dusseliger und durch Gassen schlendender Zombie, kam ELI ROTH 2002 auf den Trichter, doch auf den Epidemie-Zug aufzuspringen und sein eigenes Virusfilmchen mit dem viel versprechenden Titel CABIN FEVER zu drehen. Der selbstironische und recht düstere Low-Budget-Indie kam bei Fans überraschend gut an und heimste auf zig Festivals diverse Preise ein. Was folgte dürfte bekannt sein: ROTH drehte drei Jahre später HOSTEL und sicherte sich einen festen Platz in der Horror Hall of Fame.
 
Dass derart erfolgreiches Filmfranchise natürlich fortgesetzt werden musste, lag auf der Hand. Dem damals noch unbekannten TI WEST (THE INNKEEPERS) wurde die schwierige Aufgabe zuteil, die Geschichte um den fleischfressenden Virus fortzuführen. Da es zwischen ihm und den Produzenten Streitigkeiten über die bevorzugte Schnittfassung gab, distanzierte sich der Regisseur nach Veröffentlichung von CABIN FEVER 2: SPRING FEVER (2009) ganz von seinem Projekt. Unbegründet war der Rückzug nicht. Das Sequel wurde von Fans und Presse gnadenlos zerrissen und glänzte vornehmlich durch pubertären Fäkalhumor und spannungsfreiem Goregewitter, das selbst in seinen blutigsten Momenten nur selten Sinn ergab. Immerhin schien es soviel Geld in die Kassen geschwemmt zu haben, dass wenig später sogar über eine weitere Fortsetzung nachgedacht wurde.
 
Die kommt nun fast ein Jahrzehnt nach dem gelungenen Erstling in die internationalen Heimkinos. Die frohe Kunde vom weiteren Ableger dürfte nach dem miserablen Vorgänger nicht bei jedem Fan euphorische Freudentänze verursacht haben. Verständlich; dennoch waren wir überrascht, dass Regisseur KAARE ANDREWS aus den Fehlern des zweiten Teils gelernt und die Filmserie wieder auf den korrekten Pfad geführt hat. CABIN EVER 3: PATIENT ZERO ignoriert die bisherigen Geschehnisse der Reihe und erzählt stattdessen die Vorgeschichte von ROTHS Virusschocker aus dem Jahre 2002. Die Ereignisse beginnen auf einer Insel, wo ein größenwahnsinniger Wissenschaftler (CURRIE GRAHAM) in einem unterirdischen Labor mit einem höchst gefährlichen Virus hantiert, dessen Kontakt binnen weniger Stunden die Zersetzung des menschlichen Körpers zur Folge hat. Patient Zero (SEAN ASTIN) scheint bei den Experimenten eine Schlüsselfunktion einzunehmen. Der trägt den Virus zwar in sich, ist aber immun gegen dessen Symptome. Währenddessen stechen vier Großstadtkids mit einer gecharterten Jacht in See, um den Junggesellenabschied von Marcus (MITCH RYAN) zu feiern. Gut, dass einer der Freunde von einer unbewohnten Insel gehört hat, die irgendwo da draußen im Meer schlummern soll. Der Horrorfan ahnt natürlich, dass es sich bei genau jenem unberührten Stück Natur um jenes Eiland handelt, auf dem das geheimnisvolle Labor errichtet wurde. Dort hat sich der Virus mittlerweile einen Weg nach draußen bahnen können und gleich mal für ein Massenfischsterben an der Küste gesorgt. Selbstverständlich wissen die neunmalklugen Kids nichts davon und gehen erstmal genüsslich tauchen. Als sie wieder an Land kommen, plagt sie ein schrecklicher Ausschlag, der wenig später zum Tod führen wird.
 
Es scheint wie ein Neuanfang, den Regisseur KAARE ANDREWS mit seinem zweiten Aufguss einleiten möchte, um von der minderwertigen Qualität des Vorgängers abzulenken. Er hat es geschafft das Niveau zurück in die Serie zu holen und kurzerhand den humoristischen Unterton aus dem Franchise gestrichen. CABIN EVER 3: PATIENT ZERO nimmt Abstand von platten Albernheiten, geschmacklosen Splatter-Extravaganzen und hyperaktiven Teens in Schuluniformen. Der aktuelle Virus-Ausflug ist erheblich düsterer als die beiden bisherigen Ableger der Reihe, was dem Film selbstverständlich zugute kommt. Während wir es in der ersten Hälfte mit typischen Teenie-Gequassel unter schwül-stechender Sonne zu tun haben, geht es ab Filmmitte erstaunlich rabiat zur Sache. Der Virus fordert seine ersten Opfer und zeigt das talentierte Können kreativer SFX-Künstler. Da werden Arme aus Leibern gerissen und literweise Blut erbrochen. Die Zersetzungsstadien wurden herrlich widerwärtig und detailfreudig in Szene gesetzt, so dass der Filmfreund selbstverständlich das zu sehen bekommt, was er von einem Film wie CABIN FEVER erwartet. Hier zeigt sich auch, dass für Teil drei erheblich mehr Budget zu Verfügung gestanden haben muss. Technisch gibt es nämlich nix zu auszusetzen, was sich vor allem auch an der Spannungsschraube bemerkbar macht. Die findet in der zweiten Filmhälfte überraschenderweise an Bedeutung und sorgt für dezenten Thrill und schaurige Atmosphäre. Leider hapert es mal wieder an den stereotypen Protagonisten, die wieder Horrorfilm-typisch austauschbar und unüberlegt durch die Szenarie hetzen. Die sind sich später bewusst, dass sie es mit einem seltenen Virus zu tun haben, plumpsen aber unvorsichtig über zerfressene Körper, obwohl man sich zuvor geschworen hat nix auf dieser Insel anzufassen. Zudem hinterfragt man nicht selten die Absichten manch eifriger Filmschaffender, die weibliche Wissenschaftler in High-Heels am Arbeitsplatz umherstolzieren und ohne Schutzanzug an höchst infektiösen Probanten herumschnippeln lassen. Alles in allem ist CABIN EVER 3: PATIENT ZERO trotz Mängelliste ein erstaunlich solides und spannendes Prequel geworden, das die Geschichte um den Killervirus konsequent weiterspinnt. Wer einen starken Magen hat und den katastrophalen Vorgänger aus dem Gedächtnis streicht, dürfte gut unterhalten werden und wieder Gefallen am CABIN FEVER-Franchise finden.
 
 
 


 
 
 

CABIN FEVER 3: PATIENT ZERO – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Wer hätte je daran gedacht, dass die CABIN FEVER-Reihe eine Kehrtwende einschlagen wird. Nach dem versemmelten zweiten Teil findet die Serie wieder zu eigentlicher Größe zurück. CABIN EVER 3: PATIENT ZERO ist absolut humorlos und überraschend spannend geworden. Leider sind aber die nervenden Kids geblieben, die jedoch ohnehin durch den aggressiven Virus ihr Leben lassen müssen. Die Krankheitssymptome erhalten hier noch einmal eine Steigerung, denn der Ekelfaktor ist in CABIN FEVER 3 erneut ziemlich hoch angesetzt. Da zeigt sich wieder, wie wichtig erfahrene SFX-Spezialisten für einen Horrorfilm sind, denn im Falle von CABIN FEVER 3 haben die mal wieder ganze Arbeit geleistet. Wer es blutig und düster mag, ist hier genau richtig – laut offenem Ende wird bald ein weiterer Teil folgen. Hoffentlich auf ähnlichem Niveau.
 
 
 


 
 
 

CABIN FEVER 3: PATIENT ZERO – Zensur

 
 
 
CABIN FEVER 3: PATIENT ZERO ist schon recht eklig. Die Stadien der Zersetzung wurden mit viel Liebe zum Detail realisiert. Bei der hiesigen FSK war der Ekelspass eine FSK 18 wert. Teil drei hat den KJ-Flatschen bekommen und ist ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

CABIN FEVER 3: PATIENT ZERO – Deutsche Blu-ray

 
 
 
cabin fever 3 blu-ray
 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Cabin Fever: Patient Zero; USA 2013

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 7.1, Englisch DTS-HD MA 7.1

Untertitel: keine

Bild: 2,35:1 (1920x1080p)

Laufzeit: ca. 95 Min.

FSK: FSK 18 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: nur Trailer in Deutsch und Englisch, Trailershow

 
 
 

Cabin Fever 3 – Patient Zero [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

CABIN FEVER 3: PATIENT ZERO – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Cabin Fever (2002)
 
Cabin Fever 2: Spring Fever (2009)

Filmreview: „Antisocial“ (2013)

Antisocial_2013
 
 
 

ANTISOCIAL – ALLES ANDERE ALS EIN NORMALER VIRUS

Story

 
 
 
Für einige Studenten endet der Neujahrsrutsch im Fiasko. Ein Virus bricht aus und verwandelt Menschen in gewalttätige Tötungsmaschinen. Um sich nicht anzustecken und Konfrontationen mit den wilden Horden zu vermeiden, verbarrikadiert man sich im Haus eines der Freunde. Doch selbst hier kann sich die Clique nicht in Sicherheit wähnen, denn der Virus scheint einen anderen Weg gefunden zu haben, sich der Körper seiner Opfer zu bemächtigen …
 
 
 


 
 
 

ANTISOCIAL – Kritik

 
 
 
Seit Mitte der 90er Jahre hat sich das Internet zum Standard für die Verbreitung von Informationen jeder Art entwickelt. Das World Wide Web gilt als eine der größten Veränderungen des Informationswesens seit der Erfindung des Buchdrucks und hat seither enormen Einfluss auf das tägliche Leben genommen. Ob Kontakte knüpfen, Einkaufen gehen oder Bankgeschäfte erledigen; das Internet ist in unserer schnelllebigen Zeit unentbehrlich geworden und wird von immer mehr Menschen weltweit auf ganz unterschiedliche Weise genutzt. Wie abhängig sich die Menschheit mittlerweile von jener sich rasant entwickelten Technologie gemacht hat, zeigt CODY CALAHAN mit seinem Erstling ANTISOCIAL. Hier sind es die sozialen Netzwerke, die gleich mal auf recht bissige Weise ihr Fett abbekommen. Ganz unbegründet ist die schroffe Gesellschaftskritik natürlich nicht, scheint es doch für immer mehr User zum Lebensinhalt geworden zu sein, sich in Social Community-Plattformen wie Facebook, MySpace oder Google+ mitzuteilen oder selbst zu inszenieren.
 
Gleiches erlebt auch Sam (MICHELLE MYLETT), die quasi am letzten Tag des Jahres per Social Redroom (eine Art fiktives Facebook) vom Ende ihrer Beziehung erfährt und daraufhin die Community-App von ihrem Handy löscht. Sie macht sich zu ein paar Freunden, um mit ihnen gemeinsam das neue Jahr zu begrüßen. Leider entwickelt sich die Silvestersause zum Albtraum, denn die Menschen auf den Straßen scheinen von etwas höchst Aggressivem infiziert zu sein, das sich in Windeseile von Körper zu Körper frisst und friedliebende Zeitgenossen in bösartige Wilde verwandelt. Schnell erkennen die Freunde, dass es sich hier um einen Virus handeln muss, der durch Hautkontakt und durch Blut von bereits Infizierten übertragen wird. Doch Sam ist anderer Meinung. Sie findet heraus, dass die Krankheit eine andere Ursache besitzt bei der das Internet eine mehr als tragende Rolle spielt.
 
Not another Zombie Movie. ANTISOCIAL schwimmt selbstverständlich im lukrativen Fahrwasser der beliebten Zombieheuler, denn solange THE WALKING DEAD im TV alle Rekorde bricht, werden auch weitere Streifen dieser Art produziert werden. ANTISOCIAL ist aber immerhin einer der besseren Beiträge dieses Subgenres, wobei CALAHAN mit seinem Debüt ebenso wie einst auch Zombie-Urvater GEORGE A. ROMERO (NIGHT OF THE LIVING DEAD) versucht, den Zuschauer mit reichlich Holzhammertaktik wachzurütteln. Social Network heißt die Seuche, die sprichwörtlich User in “asoziale” Kreaturen verwandelt, die jene Internetseiten für das Kommunizieren aufsuchen. Denn ganz wie im echten Leben haben sich derlei Kommunikationskanäle zu einer regelrechten Plage entwickelt. Menschen sprechen ausschließlich virtuell miteinander; Unterhaltungen werden wenn nur noch per Facebook oder Skype getätigt. Das ist bei weitem einfacher zu bewerkstelligen und bequemer, als sich außerhalb des Netzlebens auf einen Kaffee zu treffen. Zudem schwindet in der Anonymität des Internets zunehmend der Respekt vorm Gesprächspartner. Hier verwandeln sich selbst scheue, graue Mäuschen in tapfere Krieger, die natürlich keine Skrupel davor haben, selbst per Chat oder Email die Beziehung mit der/dem Liebsten zu beenden. Da tut es letztendlich auch mal Not, wenn in der Masse an Plattformen aussortiert wird und sich die Mitglieder in mordgierige Marionetten verwandeln, die sich gegenseitig ausradieren.
 
Ähnliche Thematik griff 2008 übrigens BRUCE MCDONALD auf. In seinem klaustrophobischen Weltuntergangsszenario PONTYPOOL wurde ein Zombievirus auf ebenso ungewöhnliche Weise übertragen. Hier infizierte sich die Bevölkerung auf dem Wege der Sprache. Das Hören bestimmter Wörter hatte im Film eine Erkrankung zur Folge, die aus Menschen aggressive Furien werden ließ, was gut und gerne auch als Anspielung auf die zunehmende Degeneration der heutigen Sprache gewertet werden kann. Auch in ANTISOCIAL spielt Kommunikation eine wesentliche Rolle. CALAHAN fasst mit seinem recht ungewöhnlichen Film den neuen Trend der sozialen Netzwerke auf und kritisiert ihn auf kontroverse Weise. Herausgekommen ist ein recht bizarrer Zombiestreifen, der trotz aller berechtigter Kritik aber immer noch genug Horrorfilm bleibt, um den Fan des Genres zu unterhalten. Wie es im Zombiefilm üblich ist, wird auch hier nicht auf grobes Gemetzel verzichtet. Die Protagonisten infizieren sich der Reihe nach mit einem versehentlich freigesetzten Internetvirus und beginnen sich im Verlauf der Handlung zu töten. Da darf schon einmal eine gut geschärfte Axt nicht fehlen, mit der die Heldin am Ende ein kleines Gemetzel anrichten darf. Ansonsten ist man aber in ANTISOCIAL vordergründig damit beschäftigt, der Ursache der Epidemie auf die Schliche zu kommen. Die kommt aus dem Rechner, sorgt vorerst für Halluzinationen und lässt Nasen- wie Ohrenbluten folgen. Danach verwandelt sich der Infizierte zur Killermaschine, die es aufzuhalten gilt. Unterm Strich ist das Erstwerk des Kanadiers CODY CALAHAN kein dummes Filmchen, insofern man sich mit der Tatsache anfreunden kann, dass hier der Zombievirus auf eher unkonventionelle Weise unter die Leute kommt. ANTISOCIAL ist ein erstaunlich guter Film geworden, der handwerklich solide umgesetzt wurde und dabei trotz Indie-Status eine richtige gute Figur macht. Auch wenn die Wege der Heilung schon etwas sehr haarsträubend beschrieben werden, sollte man sich ANTISOCIAL nicht entgehen lassen, denn sehenswert ist dieser kanadische Genre-Beitrag allemal.
 
 
 


 
 
 

ANTISOCIAL – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
ANTISOCIAL darf mit Sicherheit als einer der diskussionswürdigsten und blutigsten kanadischen Horrorfilme gewertet werden. Der kontroverse Weckruf gegen die Sucht nach Selbstinszenierung in den sozialen Netzwerken und den Einfluss auf unsere Kommunikation durch das Internet macht einmal mehr als deutlich, welchen Stellenwert die Datenautobahn in der heutigen Zeit genießt. Ohne das World Wide Web geht schon lange nix mehr, was im Falle von ANTISOCIAL ein (zwar absurdes aber dennoch) mehr als erschreckendes Ende findet. Regisseur CODY CALAHAN schafft es, selbstsicher einen blutigen Zombiestreifen mit aktuellem Zeitgeschehen zu kombinieren. Insofern man sich nicht an der etwas ungewöhnlichen Thematik stört, dürfte sein Filmdebüt mit Sicherheit neugierig auf das machen, was der Regisseur in Zukunft aus dem Ärmel schütteln wird. ANTISOCIAL bringt endlich frischen Wind ins leicht angestaubte Zombiegenre – wer hätte das ausgerechnet von so einem kleinen Indie erwartet?
 
 
 


 
 
 

ANTISOCIAL – Zensur

 
 
 
ANTISOCIAL wird gegen Ende recht blutig. Da werden auch mal Köpfe angebohrt und Gliedmaßen abgehackt. ANTISOCIAL wurde von der FSK ungeschnitten freigegeben. Der Film hat den roten KEINE JUGENDFREIGABE-Flatschen erhalten.
 
 
 


 
 
 

ANTISOCIAL – Deutsche Blu-ray

 
 
 
Antisocial Blu-ray

(c) Mad Dimension

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Antisocial; Kanada 2013

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 1.85:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 89 Min.

FSK: FSK18 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Trailershow

Release-Termin: 21.02.2014

 
 
 

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ANTISOCIAL – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Pontypool (2008)
 
The Last Days on Mars (2013)
 
Open Graves (2013)
 
Terror Z – Der Tag danach (2013)
 

Filmreview: „The Underneath“ (2013)

The_Underneath_2013
 
 
 

THE UNDERNEATH

Story

 
 
 
Wayne (Holt Boggs) und Jessi (Natalie Wilemon) sind frisch verheiratet und wollen ihre Flitterwochen mit einer Wanderung durch die unberührte Natur ausklingen lassen. Leider findet der erholsame Trip ein frühes Ende, denn das Paar landet auf der Speisekarte grotesker Höhlenwesen, die in Tunneln unter einem idyllischen See hausen …
 
 
 


 
 
 

THE UNDERNEATH – Kritik

 
 
 
Hurra, die Kreaturen aus THE DESCENT sind zurück. Okay, so in ähnlich, denn THE UNDERNEATH ist quasi die Billigversion des britischen Gruselhits aus dem Jahre 2005. Regisseur BRIAN T. JAYNES muss wohl ein großer Fan jener Höhlenkletterei gewesen sein, denn sein Schnellschuss gleicht in allen Belangen der durchaus sehenswerten Vorlage aus Großbritannien. Hier haben wir es mit Gestalten zu tun, die unter der Erde in Gängen hausen und ab und an mal Hunde und Menschen von der Erdoberfläche krallen, um sie dann genüsslich zu verspeisen. Taktisch klug scheint das traute Heim auch gewählt zu sein, denn das befindet sich nahe eines idyllischen Badesees, zu dem sich nicht selten ahnungslose Touristen verirren. Was würde die Welt nicht ohne jene Filmschaffende tun, die sich mit einer unbändigen Leidenschaft der Herstellung von Trash widmen. BRAIN T. JAYNES hat nämlich ein goldenes Händchen für Filme, die eigentlich keiner freiwillig sehen möchte. Er dreht, schreibt, schneidet und produziert fleißig eine Gurke nach der nächsten und scheint darin auch noch erfolgreich zu sein. Angefangen hat es anno 2010 mit einem Glanzstück sinnbefreiter Videounterhaltung. Der Monsterschund BOOGEY CREEK lies sich scheinbar gut ins Ausland verkaufen (sogar nach Deutschland), so dass der amerikanische Filmemacher gleich an zig weiteren Katastrophen werkeln und darunter auch mit dem erschreckend unterirdischen Zombieabfall HUMANS VERSUS ZOMBIES (2011) quälen konnte. Ganz so unterirdisch wie seine letzten Werke ist THE UNDERNEATH seltsamerweise nicht geworden, denn auch wenn hier mal wieder rigoros kopiert wurde und sogar die Story von Unterirdischen handelt, überzeugt das Creature-Feature mit solider Spannung.
 
Im Mittelpunkt steht ein verheiratetes, sympathisches Pärchen, das die Flitterwochen via Camping unvergesslich machen möchte. Natürlich treibt es die Verliebten an genau jenen Baggersee, unter dem hungrige Kreaturen hausen, die sich noch vom letzten Opfer die gefüllten Mägen streicheln. Fluchs rutschen die beiden in ein Erdloch und landen in einem riesigen Höhlenkomplex unter dem Gewässer. Gatte Wayne (HOLT BOGGS) prellt sich gleich mal die Haxen, so dass die Erkundungstour erschwert wird. Gut, dass Frau (NATALIE WILEMON) immer ihr Handy dabei hat. Das hat selbstverständlich drei Meter unter der Erdoberfläche keinen Empfang, lässt sich aber hervorragend als Taschenlampe verwenden. Es wird durch unterirdische Gewässer getaucht und sich durch enge Gänge gezwängt, bis man auf eine Scharr seltsam deformierte Menschen trifft, die scheinbar seit Ewigkeiten in den unterirdischen Höhlen leben.
 
Was man aus Pappe nicht alle machen kann. JAYNES hat aus dem Wunderstoff nicht nur die ganze Kulisse zaubern lassen; auch die Masken sehen verdammt nach Bastelbedarf aus. Zwar lässt sich eine gewisse Ähnlichkeit zu den Wesen aus NEIL MARSHALLS Höhlenschocker erkennen; viel Liebe zum Detail wurde hier aber nicht betrieben. Nichtsdestotrotz passt die Stimmung. Die ist trotz Gips und Styropor reichlich klaustrophobisch und sorgt vereinzelt sogar für ganz dezentes Herzklopfen. Wie es in THE DESCENT der Fall ist, krabbeln auch die Monster in THE UNDERNEATH kopfüber an der Höhlendecke entlang. Wie das mit bloßen Händen logisch zu bewerkstelligen ist, bleibt unbeantwortet, schließlich handelt es sich hier ja auch um einen Horrorfilm. Ebenso unklar bleibt, wie die Kreaturen unter die Erde gekommen sind und warum sie bisher unentdeckt blieben. Immerhin gibt es auch Monstersex zu sehen. Das lockert die bierernste Handlung auf und scheint den Wesen auch sichtlich Vergnügen zu bereiten, denn so ein Leben in permanenter Blind- und Dunkelheit dürfte auf Dauer arg aufs Gemüt schlagen. THE UNDERNEATH ist Low Budget Standard, so wie man ihn kennt. Die rudimentäre Handlung wird geradlinig nach Schema F abgedaddelt und ab und an gibt es Found Footage in Form eines Handytagebuchs zu sehen, denn Wackelcam liegt Jahre nach PARANORMAL ACTIVITY unverständlicherweise immer noch im Trend. Ansonsten bröselt es mal kurz von der Decke, damit das Tempo der überraschungsarmen Geschichte vorangetrieben wird. Light-Splatter gibt es in Form von Fressszenen und Kadavern übrigens auch zu sehen. Das erfreut das Splatterherz und hält natürlich bei Laune.
 
THE UNDERNEATH ist nix Großes. JAYNES hat hier einen kleinen, soliden Horrorausflug gedreht, den man sich gut und gerne als Appetizer gönnen kann. Sättigend ist das magere Horrorhäppchen natürlich nicht im Geringsten, bereitet aber für knapp eine Stunde unterhaltsame Kurzweil. Mit gerade einmal 65 Minuten Nettolaufzeit, ist THE UNDERNEATH jedoch ganz schön kurz geraten, was zwar angesichts der nahezu nicht vorhandenen Geschichte optimal gelöst wurde, aber für einen abendfüllenden Spielfilm eindeutig zu wenig ist. Hier hätte man sich mehr Konfrontationen mit den Höhlenbewohnern gewünscht, denn die treten recht überschaubar und fast schon zurückhaltend in Aktion.
 
 
 


 
 
 

THE UNDERNEATH – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Klein, fein und praktisch: THE UNDERNEATH kann quasi als weitere, natürlich inoffizielle Fortsetzung zu THE DESCENT bezeichnet werden. Der Low Budget Grusler ist knackig, spannend und bietet Splatter light für all jene, die von einem Horrorfilm auch eine Prise Gewalt erwarten. Die bleibt aber im Rahmen und orientiert sich dabei selbstverständlich an das klaustrophobische Original aus dem Jahre 2005. Ansonst hat Regisseur BRIAN T. JAYNES erstaunlich gut kopiert, denn ein Rohrkrepierer ist THE UNDERNEATH trotz kaum vorhandenem Budget löblicherweise nicht geworden. Anschauen, unterhalten lassen, abhaken.
 
 
 


 
 
 

THE UNDERNEATH – Zensur

 
 
 
THE UNDERNEATH ist nicht sonderlich brutal. Wer THE DESCENT gesehen hat, dürfte demnach auch wissen in welchem Gewaltpegel sich THE UNDERNEATH einpendelnd wird. Wir gehen von einer ungeschnittenen FSK16 aus.
 
 
 


 
 
 

THE UNDERNEATH – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Descent (2005)
 
The Descent 2 – Die Jagd geht weiter (2009)
 
The Cave (2005)
 
The Hills Have Eyes 2 (2007)

Filmreview: „The Human Race“ (2013)

the human race 2013
 
 
 

THE HUMAN RACE –

THE „RACE OR DIE“ TOURNAMENT

Story

 
 
 
Achtzig nichtsahnende Menschen finden sich gemeinsam auf einem seltsamen Parkours wieder und sollen um ihr Überleben laufen. Niemand weiß, wie er hierher gekommen ist. Eine Stimme aus dem Off erklärt den Anwesenden die Spielregeln. So stirbt ein jeder, der gegen selbige verstößt und nicht zu laufen beginnt. Ziel ist das menschliche Rennen zu meistern, doch es kann nur einer gewinnen …
 
 
 


 
 
 

THE HUMAN RACE – Kritik

 
 
 
THE HUMAN RACE lief bereits auf dem 2013er FANTASY FILMFEST und mauserte sich dort nicht unbegründet zum Geheimtipp. Es scheint mal wieder an der Zeit, in der ein frisches und erfolgreiches Filmfranchise unzählige Plagiate nach sich ziehen muss. Diesmal hat es die TRIBUTE VON PANEM-Reihe erwischt: Glattpolierte Romanverfilmungen der Bücher von Schriftstellerin SUZANNE COLLINS, die aktuell Millionenumsätze an den Kinokassen und auf dem Heimkinomarkt erzielen. Aufgrund der beachtlichen Popularität jener Serie war es nur eine Frage der Zeit, bis ähnliche Streifen in den Handel und in die weltweiten Lichtspielhäuser kommen sollten. PAUL HOUGH ist einer dieser Filmschaffenden, der sich durch den Erfolg der PANEM-Thematik sichtlich inspirieren lies und einen Film drehte, der der populären Romantrilogie nicht unähnlich ist. Wie in DIE TRIBUTE VON PANEM (OT: THE HUNGER GAMES) werden in seinem ersten Langfilm Menschen aller sozialer Schichten in eine befremdliche Szenerie transferiert, in der sie sich gegenseitig ausradieren müssen, um zu überleben. Damit das fragwürdige Treiben stets brisant und kurzweilig bleibt, befinden sich unter den Mitstreitern natürlich auch einige Bösewichte, die unberechenbar und rücksichtslos zur Tat schreiten, schließlich sind auch im wahren Leben nun mal nicht alle Menschen friedlich gesinnt.
 
Wir sehen zwei ehemalige Kriegsveteranen, zwei Taubstumme, eine Schwangere, zwei elternlose Kinder, eine gerissene Karrierefrau, einen Rentner und diverse Kleinkriminelle, die sich nach einem hellen Lichtblitz in einer Art Arena wiederfinden, in der sich keiner der Teilnehmer daran erinnern kann, wie er eigentlich hierhergekommen ist. Eine Stimme aus dem Off erklärt den Anwesenden die Spielregeln: So darf nicht auf das Gras getreten oder die Wegmarkierungen umgangen werden. Des Weiteren sollte jeder der Mitspieler in Bewegung bleiben, denn wer zweimal überrundet wird oder zuwider den Spielregeln handelt muss eines grausamen Todes sterben. Der wird SCANNERS-like mittels computeranimierter Kopfexplosion zelebriert und dürfte vor allem das Interesse der Splatter-Fraktion auf den Plan rufen, denn blutig sind die Tötungen in THE HUMAN RACE allemal. Damit es nicht zu eintönig wird und weil eben nur einer der zig gesichtlosen Spieler gewinnen kann, wird natürlich reichlich beim Ausradieren nachgeholfen. Ein Counter hält die noch Lebenden stets auf den aktuellen Teilnehmerstand, was zusätzlich dafür sorgt, dass der Überlebenstrieb jedes Einzelnen verstärkt wird. So verwandeln sich scheinbar gewissenhafte Zeitgenossen zu skrupellosen Handlangern der Hölle, die für das eigene Überleben über Leichen gehen.
 
Auch wenn es bei THE HUMAN RACE mal wieder reichlich Lebenssaft zu sehen gibt und die Protagonisten möglichst graphisch über die Klinge springen müssen, damit Liebhaber des Groben unterhalten werden, sind Parallelen zum aktuellen Zeitgeschehen nicht von der Hand zu weisen. Das menschliche Rennen in HUMAN RACE kann gut und gerne auch als bitterböse sozialkritische Endzeitparabel gesehen werden, in welcher der egoistischen und selbstsüchtigen Gesellschaft von Heute der Spiegel vorgehalten wird. Wie es nun mal in der Realität der Fall ist, erliegen auch in HOUGHS Erstling die Schwächeren und (körperlich) Benachteiligten den vordiktieren Regeln der makabren Spiel-Initiatoren als erstes. In THE HUMAN RACE zählt das Gesetz des Stärkeren; den Glauben an Moral und Menschlichkeit verdrängt man da zugunsten des eigenen Überlebenswillens schon mal im Eifer des Gefechts. Ähnlich Kontroverses gab es übrigens bereits Jahre vor THE HUMAN RACE und COLLINS Erfolgstrilogie im Kino zu sehen. Mit BATTLE ROYALE drehte der Japaner KINJI FUKASAKU 2000 eines der diskussionswürdigsten Horror-Dramen des 21. Jahrhunderts und löste dabei sogar eine weltweite Debatte über Gewalt in Filmen aus. Die war nicht ganz unbegründet, mussten sich doch in seinem Kultwerk ausgewählte Mittelschüler in einem staatlich sanktionierten Todesspiel gegenseitig auf arg krude Weise töten.
 
Rabiat geht es natürlich auch in THE HUMAN RACE zu. Hier lauert der Tod an jeder Ecke. Sei es durch das Nichteinhalten von Spielregeln oder durch die Hand der übrigen Teilnehmer; je näher sich der Wettlauf dem Ende nähert, umso roter färbt sich das Spielgeschehen. Die Splatter-Momente sind nicht ohne und dürften für die deutsche Fassung erheblich Federn lassen. Natürlich hat so ein kleiner Indie wie THE HUMAN RACE auch so seine Schwächen. Nach einem simplen aber sehr hübsch animierten Intro, in dem die Kamera wie in einem Parkours von Namen zu Namen hetzt, ernüchtert der teils billige Videolook des Streifens. Hier macht sich das beschränkte Budget bemerkbar, das in HOUGHS Debüt mit drei Millionen US-Dollar für unabhängigen Horror zwar üppig ausgefallen ist, aber vermutlich nicht ausgereicht hat, um all die kreativen Visionen des Regisseurs in die Tat umzusetzen. So musste gespart werden wo es nur ging, was sich vor allem bei den wichtigsten Protagonisten bemerkbar macht. Die agieren teils derart hölzern und unerfahren, dass man meinen könnte, einen bescheidenen Amateurstreifen zu sehen. Auch wenn an der Charakterisierung der Protagonisten ziemlich oberflächlich und stereotyp geschustert wurde, sei dieses Manko in THE HUMAN RACE zu verschmerzen, werden die Teilnehmer ohnehin im Verlauf der Handlung kurz und schmerzlos ausradiert. Ungewöhnlicherweise trifft es die Sympathieträger als erstes, der gemeingefährliche Rest bleibt bis kurz vor Schluss am Leben. Auch wenn sich die rudimentäre Handlung einzig auf das Töten und Getötet werden konzentriert, so muss man doch sagen, dass Regisseur PAUL HOUGH einen verdammt kurzweiligen Thriller geschaffen hat, bei dem man am Ende das Gefühl nicht los wird, mehr davon sehen zu wollen. THE HUMAN RACE ist kurz, knackig und temporeich inszeniert. Das Rennen vergeht wie im Flug und das böse, offene Ende lässt auf eine Fortsetzung hoffen. Mit mehr Kapital und besseren Darstellern könnte die sogar ein Kracher werden.
 
 
 


 
 
 

THE HUMAN RACE – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Auf die Plätze, fertig, Tod. THE HUMAN RACE wurde nicht unbegründet zum Geheimtipp auf dem FANTASY FILMFEST 2013. Hier gibt es genug Splatter und Gewalt für all jene, denen DIE TRIBUTE VON PANEM zu jugendkonform gewesen ist. PAUL HOUGH hat mit seinem menschlichen Rennen einen soliden und recht rasanten Adrenalinkick gedreht, der trotz Schwächen in der Story und einigen untalentierten Darstellern stets unterhaltsam, kurzweilig und rasant bleibt. Für Fans von BATTLE ROYALE und DIE TRIBUTE VON PANEM definitiv Pflichtprogramm, denn THE HUMAN RACE ist ein bitterböses und verdammt blutiges Filmchen, das man unbedingt gesehen haben sollte. Von uns gibt es daher auch das Geheimtipp-Prädikat!
 
 
 


 
 
 

THE HUMAN RACE – Zensur

 
 
 
Anfänglich schien es, als ob THE HUMAN RACE Probleme mit der FSK bekommen würde, schließlich ist das gerissene Vorgehen einiger Protagonisten schon ziemlich grausam anszusehen. Die morden gegen Ende nämlich krude, um den Wettlauf gewinnen zu können. Seltsamerweise konnte Rechteinhaber NEW KSM eine ungeschnittene Freigabe mit rotem Flatschen durch die FSK boxen. Die dürfte vermutlich einen guten Tag gehabt haben, denn anders lässt sich nicht erklären wie der Film nun doch ungeschnitten in den stationären Handel kommen darf.
 
 
 


 
 
 

THE HUMAN RACE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
The-human-race-bluray

(c) NEW KSM

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Human Race, USA 2013

Genre: Action, Horror, Science Fiction

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.78:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 87 Min. (uncut)

FSK: FSK18 – KEINE JUGENDFREIGABE (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Audiokommentar, Deleted Scenes, Trailer, Bildergalerie

Release-Termin: 19.05.2014

 
 
 

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THE HUMAN RACE – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Die Tribute von Panem – The Hunger Games (2012)
 
Battle Royale (2000)
 
Die Insel der Verdammten (1982)