Filmkritik: „Willy’s Wonderland“ (2021)

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WILLY’S WONDERLAND

Story

 
 
 

Nach einer untypischen Autopanne sieht sich ein namenloser Badass gezwungen, eine Nacht in einerm ehemaligen Kindervergnügungsrestaurant zu verbringen, das nicht so unbewohnt und unschuldig ist, wie es scheint.

 
 
 


 
 
 

WILLY’S WONDERLAND – Kritik

 
 
 
Das 2014 als Reaktion zu harscher Kritik an seinem Bieberspiel, kein Witz, von Scott Cawthon entwickelte Horrorspiel „Five Night’s at Freddy’s“ ist anno 2021 nicht nur lange zum kulturellen Phänomen und eigenem Universum inklusive zahlreicher Spiele, mehrerer Bücher und Spin-Offs geworden, nein, auch ein Spielfilm über die besessenen, animatronischen Terrorfiguren unter der Regie von „Home Alone“ und „Harry Potter“-Regisseur Chris Columbus ist geplant. Während sich dieser aber noch in der Vorproduktion befindet und mit einer Lore zu beschäftigen hat, die von Fans seit Jahren entschlüsselt und interpretiert wird, ist der vorliegende „Willy’s Wonderland“, ebenfalls mit sehr ähnlicher Prämisse angereichert und mehr als offensichtlich von dem Franchise inspiriert und ohne jeglichen Anspruch auf Originaltreue oder patentierte Namen, bereits erschienen – und hält genau das, was er verspricht.
 
 
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Zugegeben, die PC-Spiele sind jumpscarelastiger Horror ohne wirkliche Kämpfe und mit viel Suspense und Ruhe zwischen den Attacken; und Gruseln, oder auch nur erschrecken, wird sich bei „Willy’s Wonderland“ wirklich niemand – aber wer Nicolas Cage dabei zusehen will, wie er angenehm amüsant bis leicht unheimlich inszenierte, animatronische Viecher zerkloppt, der ist hier richtig. Manchmal kann Unterhaltung ja so simpel sein. Ein lahmer Classic Rock-Song trübt den soliden Ersteindruck des hübschen Blu-ray Menüs, danach folgt ein reichlich unmotivierter und zu schnell geschnittener Opening-Kill, in dem der Täter zwar nicht zu sehen ist, dafür aber auf einem Röhrenfernseher im Fake 80s-Stil bereits die glücklich singenden Maskottchen vorgestellt werden, bis der Bildschirm mit Blut bespritzt wird. In den Opening Credits begleiten wir dann Nicolas Cage in seiner stummen Rolle als coole Sau, die natürlich mit Sonnenbrille und Dosenbier im Sportwagen durch die Felder heizen darf, wobei aber leider erneut das unnötig hektische Editing, der generische, charakterlose, instrumentelle Rock- Soundtrack und das übertriebene Colourgrading nerven, durch welches alles orange aussieht.
 
 
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Cage fährt über ein Nagelbrett und brauch demnach eine Reparatur für den Wagen, der lokale Abzocker will natürlich $1000 dafür haben und nimmt nur Cash, oder aber eine Nacht im titelgebenden Kinderparadies, das seit Jahren verlassen ist und dank des schnellen Pacings bereits nach 13 Minuten Film betreten wird. Empfangen wird unser Hausmeister dabei von „Tex“, einem weißen Cowboyanzug tragenden, sehr spielfreudig und unterhaltsam von Ric Reitz gespielten fella, der hinter seinem allzu breiten Grinsen etwas zu verstecken scheint. Auch die Tatsache, dass an der Außenseite des Gebäudes Graffitis wie „KID KILLER BURN IN HELL“ prangen, oder kurz vorher noch eine junge Dame festgenommen wurde, die am helllichten Tag versucht hat, das Etablissement abzufackeln, sollte ggf. zu denken geben.
 
 
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Was die folgenden ~75 Minuten lang geschieht, ist inhaltlich zwar absolut vohersehbar und derart nach Schema F geschrieben, dass man vermutlich nicht groß überrascht wird – aber das WIE ist hier darum eine Erwähnung wert, weil es so wunderbar untypisch ist: Denn Nic Cage als Hausmeister redet nicht nur keinen einzigen Satz, sondern ist auch jederzeit überlegen und nie ernsthaft in Gefahr, verletzt zu werden oder umzukommen – das sorgt also für das Ausbleiben jeglichen Mitfieberns oder jeglicher Spannung, stattdessen gilt es aber einfach grinsend das Design, die Neonfarben, die Location, die überraschend brutalen Kills am Teeniefutter, oder sehr straßenkampfmäßigen Choreographien mit den Animatronics zu genießen.
Durch regelmäßige Montagen, Pausen, eine repetitive Struktur und die gleichförmige Gewalt stellt sich nun sowohl beim Protagonisten als auch beim Zuschauer eine Routine ein, die ggf. langweilen kann, mir aber sehr vergnügliche 70 Minuten bereitet hat – denn gut genug aussehen tut der Film und die Tierchen sind zahlreich und abwechselnd goofy oder unironisch gruselig designt – allen voran Sarah the Siren, die in einigen rot beleuchteten Shots an einen ernsteren Horrorfilm erinnert.
 
 
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Logik, Abwechslung und Spannung werden also klein geschrieben, Cage darf nur nonverbal ausrasten und ein originalgetreuer Fan-Film, für den viele es hielten, ist dieses Werk auch nicht denn der muss erst noch gedreht werden – aber so saudämlich das Script den Zuschauer in seiner übererklärten, entmystifizierenden Flashback-Szene mit tausendmal gesehener Hintergrundgeschichte auch ist, ganz nebenbei wird innerhalb dieser Sequenz eine blutige Verletzung an einem Kind (!) gezeigt und beweist, wie egal diesem Film doch übliche Ansprüche oder Konventionen sind.
 

„This is where those kidkillers offed themselves!“

 
Ein heruntergekommenes, dämonisches, fehlgeschlagenes Kindergeburtstagsparadies/Themenrestaurant als Setting kann für sich schon punkten, im „Super Happy Fun Room“ etwa den brutalsten Kill zu inszenieren, aufgrund der Überdrehtheit des Konzepts aber nicht in unangenehme Folter oder Gewalteskapaden auszuarten, ist ein gelingender Balanceakt. Ein erfrischend geradliniger und simpler Film, der genau weiß was er ist, was er sein will und der keine großen Ambitionen hat, bis auf kurzweilige Unterhaltung mit Situationskomik, etwas Splatter, ein paar Kämpfen und sehr spaßigen Creature Designs. Da gilt es die lahmeren Parts des Soundtracks und die dümmeren Entscheidungen der Teenager dann doch zu entschuldigen, wenn Nic Cage dafür besoffen, pinballspielend, ölverschmiert Gorillas durch Toilettenwände rammt. Manchmal tut es einfach gut, etwas kurzes, kathartisch dummes zu sehen, in dem eine Frau durch einen engen Lüftungsschacht robbt, im nächsten Moment aber eins dieser riesigen Tiere reinpasst und sie herrlich unbegabt umher jagt.
 
 
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WILLY’S WONDERLAND – Fazit

 
 
7 Punkte Final
 
 
Dämliche Nebencharaktere, schmerzend uninspirierte Rockmusik und eine lahme Hintergrundgeschichte können auch nicht verhindern dass Nicolas Cage als dauerhaft die Kontrolle habender, stoischer, Robokreaturen zu Muß prügelnder Krieger einfach Laune macht – einige hübsche Einstellungen, passende Synthiesongs und blutige Kills tun ihr Übriges.
 
 
 


 
 
 

WILLY’S WONDERLAND – Zensur

 
 
 
„Willy’s Wonderland“ geht nicht zimperlich mit seinen Figuren um. Dennoch hat der Streifen überraschenderweise von der FSK eine Freigabe ab 16 Jahren erhalten. In den 1980ern wäre ein Film wie „Willy’s Wonderland“ leider nicht unbeschadet durch das Prüfgremium gekommen. Umso erfreulicher ist, dass der trashige Slasher ungeschnitten im Handel steht.
 
 
 


 
 
 

WILLY’S WONDERLAND – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Splendid Film (Blu-ray im KeepCase)

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(c) Splendid Film (Blu-ray + DVD im Mediabook)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Willy’s Wonderland; USA 2021

Genre: Horror, Thriller, Splatter

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Niederländisch

Bild: 2.39:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 89 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover | Mediabook

Extras: Original Trailer, Trailershow, Colorful Darkness (1:43 Minuten), Inside the Fun (7:37 Minuten) | zusätzlich im Mediabook: 24-seitiges Booklet, Film auf DVD

Release-Termin: KeepCase + Mediabook: 21.05.2021

 
 

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WILLY’S WONDERLAND – Trailer

 
 


 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Abbildungen stammen von Splendid Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Meet the Feebles (1989)
 
Demonic Toys (1992)
 
Teddy Bears Are For Lovers (2016)
 

Filmkritik: „Game of Death – It’ll Blow Your Mind“ (2017)

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GAME OF DEATH – IT’LL BLOW YOUR MIND

(GAME OF DEATH)

Story

 
 
 

Als eine Gruppe hedonistischer, reicher, junger Erwachsener unbedacht ein altes Brettspiel startet, löst sie damit eine Orgie explodierender Köpfe und brutaler Tötungen aus.

 
 
 


 
 
 

GAME OF DEATH – Kritik

 
 
 
Der 2017 in Kanada entstandene, mit 73 Minuten extrem kurze Film „Game of Death“ polarisiert verständlicherweise, macht er es dem Zuschauer doch wirklich nicht leicht: Nicht leicht, ihn komplett zu hassen, da er dafür einfach viel zu frech, eigen, charakterstark, gut getrickst und professionell gefilmt ist. Aber auch nicht leicht, ihn einfach zu empfehlen oder gut zu finden, da sich selbst in einer solchen Laufzeit massig Probleme, Stilverirrungen und Fragezeichen tummeln können, die die Wertung runterziehen.
 
 
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Es beginnt mit bunten Buchstaben in den Opening Credits, danach eingedeutschten Spielanweisungen vor Retro-Pixelart, mit Synthiescore und coolen 32-Bit-Animationen. Apokalyptisch retrofuturistische Szenarien im Blauton treffen auf den Totenkopf-Virus des titelgebenden Brettspieles in Pixelfont. 3 Sekunden vertikales Handyvideo einer jungen Blondine als nächstes Opening Signal, dann weist uns eine ambitionierte Kamerafahrt durch den Raum von Tom, einem großgewachsenen, reichen, blonden Asthmatiker mit Katana an der Wand und Sehkuhdokumentation auf dem Bildschirm. Ein langsamer Beat, der uns noch öfter begegnen soll, baut sich auf und erinnert an die ersten Szenen von „Why don’t you just die“. Die folgende Montage an Handyclips, POV-Aufnahmen und hübsch kadrierten Sommerimpressionen stellt die sechsköpfige Gruppe an Teenies/Twentysomethings vor, wie sie kiffen, labern, chillen, rummachen. Könnte man mitreißend, sommerlich und einladend sympathisch inszenieren, hier aber drehen sich die Gespräche auschließlich um Sex und die Protagonisten sind innerhalb kürzester Zeit höchst unsympathisch, nervig und hohl gezeichnet. Der Nachbar guckt kurz creepy sexuell über den Gartenzaun, es wird Flaschendrehen gespielt weil natürlich wird es das, technisch gelungen inszeniert sind u.a. Facesitting und Lapdancing in Zeitlupe und zur Klaviermusik, doch eben genau so inhaltslos und nichtssagend. Junge reiche, weiße, priviligierte Menschen, die nichts tun bis auf Lästern, hedonistischen Trieben nachgehen, und das dabei filmen. Doch „Game of Death“ ist sich seiner Kürze bewusst und so ist diese fadenscheinige „Exposition“ nach stolzen 10 Minuten auch bereits abgehakt, wuchtige Akkorde mit Videospiel-Einschlag setzen stattdessen ein und das Spiel wird ausgepackt.
 
 
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Der Drogendealer stößt dazu, sieben Protagonisten also, 63 Minuten Zeit noch für ein Massaker. Die Finger werden auf das Spiel gelegt und eine Nadel sticht alle für etwas Blut, nach etwas Diskussion bleibt nur eine ominöse „24“, ein Ticken und Ratlosigkeit. Im der meiner Meinung nach besten Einstellung des Films fährt die Kamera nun, ganz im Stile von „It follows“ z.B., stylisch kadriert und mit aller Zeit der Welt, langsam und bedrohlich auf die Bierbong saufende Gruppe junger Erwachsener zu, die im idyllischen Sommerwetter halbnackt ihr Leben genießen. Die Score schwillt langsam an und auch die Kopfschmerzen des ersten Opfers tun es, bevor sein Kopf, allem Anschein nach handgetrickst, höchst effektiv bis zum Maximum aufgeblasen wird und platzt.
 
 
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Das CGI ist sichtbar und nicht makellos, wird aber angemessen von eimerweise Blut unterstützt, die Panik der Gruppe ist nun spürbar und hektisch, aber dank moderaten Shakycam-Einsatzes nicht zu nervig oder anstrengend. Diese spezielle Art der Exekution hat man als Horrorfan zwar schon endlos oft gesehen, in einem Indie-Film aber so früh einen so drastischen Kill zu finden, schürt Hoffnung. Die Stadien „Verschwörungstheorien“, „Es muss draußen ein Schütze sein!“ und „Lasst uns das Teil einfach zerstören!“, die in ähnlich geplotteten Produktionen regelmäßig viel zu viel Zeit im ersten Akt füllen sollen, werden nun innerhalb weniger Minuten abgehandelt, dann folgt auch schon der zweite Kill und endgültig sind unsere teils halbnackten Protagonisten nun verstört, traumatisiert und von oben bis unten voll Blut gespritzt. Die „24“ auf dem Timer, die bisher noch ein kleines Mysterium war, wird alsbald als Anzahl der zu tötenden Leute offenbart – was die deutsche Vermarktung bezüglich „Battle Royale“ also als schlichtweg falsch erweist, da hier unschuldige Menschen von reichen Unsympathen umgebracht werden müssen, nicht etwa diese untereinander. Sobald diese, irgendwie etwas enttäuschende, Prämisse aus dem Sack ist, folgt also das erste große Fragezeichen, da der bisher bereits ruhige und leicht merkwürdige, vielleicht narzisstische, nie aber full-on wahnsinnige Tom einfach entscheidet, das Schicksal des Spiels hinzunehmen und mit seiner Pistole also 22 weitere Leute umzubringen, um sich und die Gruppe zu retten. Das nimmt natürlich jegliche Restsympathie und ist wenig nachvollziehbar, aber auch, dass keiner der anderen Charaktere direkt versucht, etwas dagegen zu unternehmen, oder genauer erläutert wird, ob man selbst jemanden umbringen muss oder es reicht, wenn eine Person es für die ganze Gruppe macht, wo die Tagline doch „Kill or be killed“ ist, reichert bereits Frust beim Zuschauer an.
 
 
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Die Gruppe fährt zusammen vom blutgetränkten Haus weg, der Soundtrack macht Spaß und es ist beachtlich, wie schnell es derart brutal wurde. Die Cops kommen der reichen Killerbande entgegen, das omnipräsente Ticken des Spiels unterstützt die Anspannung und der Effekt des brutal überfahrenen Joggers wird die Gorehounds auch aufheulen lassen – aber wieso sollte man diese Prämisse, die vom „Jumanji“ bzw. „Gruppe wird von übernatürlicher Kraft zum Töten gezwungen“- Moment lebt, nun umschreiben in eine beliebige Geiselsituation, in der ein bewaffneter Psycho die Waffe an den Kopf hält? Wo ist da der Spaß, wo die Innovation? Eine weitere Joggerin muss dran glauben, die Kamera guckt durch den Durchschuss in ihrem Kopf und langsam spüre ich, wie diese bildhübsch eingefangene Satire (?) sich zu einer zynischen, peinlichen und bemüht coolen Amateurproduktion wandelt, in der sich jemand einfach nicht zusammenreißen konnte. Wie anders sollte man die zwei Sekunden „Carmageddon“-Gameplay erklären, die aus dem Nichts in den Film editiert werden, nur um daran zu erinnern, dass es ja eigentlich eine spaßige Videospiel- Angelegenheit sein könnte?
 
 
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Der Stil-Overkill, der sich durch das Intro und die langsamen Arthouse-Fahrten zu Beginn bereits angekündigt hat, wird nun konsequent verfolgt: Eine zu lange singende, aufgedreht gut-gelaunte, mittelalte Försterin, die direkt aus einem Coen-Film zu kommen scheint, dehnt eine überlange Szene aus und stellt einen Hund vor, der nie wieder vorkommt, danach fängt diese digital gedrehte Produktion willkürlich mit letterboxing an und ändert sein Format für ein paar Minuten Autofahrt – sieht cool aus, sagt aber – erneut – nichts aus. Sobald die 10 Minuten Instagram-Impressionen, die folgenden 10 Minuten erste Kills daheim und nun auch die 20 Minuten auf dem Weg, im Auto, beim Ranger und auf der Straße durch sind, bewegt man sich mit der letzten halben Stunde auch schon in großen Schritten auf das Finale zu und, wer hätte es gedacht, demnach gibt es auch nur noch ein Setting. Ob die Wahl eben jenes besonders barmherzig oder zynisch ist, muss jeder für sich selbst entscheiden, einen Unterschied für die Wucht der folgenden zwei Minuten Animationssequenz macht es ohnehin nicht.
 
 
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Zu einer französischen Klavierballade werden wir zuerst mit einer wunderbar lang gehaltenen Kamerafahrt verwöhnt, dann, wenn die Gitarre einsetzt, mit einer erfrischend vielfältigen und abwechslungsreichen, brutalen, kurzen Hotline Miami-Hommage, die aber auch Voxelgrafiken und andere bekannte Stile benutzt. Pointierter als der Carmageddon-Einspieler und aufwendig animiert, gleichzeitig aber auch ein Blender für die unlogische, zynische, im Endeffekt einfach geskippte Sequenz in der gefühlt ohne jede Gegenwehr, Alarme, Polizei oder Munitionsbedenken massig Menschen getötet werden. Ein drastischer Duschstangenskill bleibt fiese in Erinnerung. Und somit sind wir auch schon beim eigentlichen Finale des Films angekommen und auch wenn hier erneut ein fieser und handgetrickster, blutiger Kill auf dem Programm steht und betörend schöne Einstellungen gewählt wurden, so ergeben weder der pseudomoralische Monolog am Ende, noch die Handlungen der Charaktere zu diesem Zeitpunkt auch nur irgendeinen Sinn – das ist nach so einem Tag vielleicht verständlich, aber dann halt schwach geschrieben. Das Outro schenkt noch etwas Weihnachtsflair, bleibt aber leider auch genau so vorhersehbar wie der Rest des Films ab Zeitpunkt x.
 
 
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Und so sind sie also verflogen, die außergewöhnlich kurzen 73 Minuten von „Game of Death“, und ich kann jeden Ärger über dieses Projekt verstehen: Wie kann man eine prinzipiell spannende Prämisse, die sich um ein Brettspiel dreht, nur innerhalb kürzester Zeit zu einem reinen „Killer aufhalten“-Plot umschreiben? Wieso möglichst unsympathische Protagonisten inszenieren, wenn diese dann nicht aufeinander losgehen müssen oder Charakterbögen zum Ausgleichen haben, sondern selber noch aktiv Leute umbringen? Wieso diese großartige Technik mit wunderschönen Shots, beeindruckendem Colourgrading, gekonnten One-Takes und extrem drastischen, handgemachten Effekten so sehr verheizen mit Schauspielern, die größtenteils ihre ersten Erfahrungen sammeln? „Game of Death“ ist ein ordentlich splatternder, zynischer, prinzipiell unsympathischer, aber eben auch sehr durchgestylter und kurzer, moderner Hirnaus-Blödsinn, der wahlweise nur nerven, oder aber für ne knappe Stunde schockieren und unterhalten kann. Keine leichte Kost, keine gute Kost, aber zu gut zum völligen Ignorieren, egal wie moralisch bankrott, dumm, oder schlecht gespielt.
 
 


 
 
 

GAME OF DEATH – Fazit

 
 
6 Punkte Final
 
 
Ordentlich goriger Blödsinn mit privilegierten, jungen Erwachsenen ohne Charakter oder Schauspieltalent. Hübsch gefilmt, pubertär geschrieben und inszeniert, professionell getrickst. Ganz ganz knappe 6/10.
 
 
 


 
 
 

GAME OF DEATH – Zensur

 
 
 
„Game of Death – It’ll Blow Your Mind“ hat von der FSK eine Freigabe ab 18 Jahren erhalten. Diese ist auch gerechtfertigt, denn im Film geht es – wie man an den Filmfotos erkennen kann – nicht gerade zimperlich zu. Der Splatter-Spaß ist übrigens ungeschnitten. Fans härterer Filmware können daher bedenkenlos zugreifen!
 
 
 


 
 
 

GAME OF DEATH – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) I-On New Media (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Game of Death; Frankreich | Kanada | USA 2017

Genre: Horror, Thriller, Splatter

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 73 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Original Trailer, Trailershow

Release-Termin: KeepCase: 28.05.2021

 
 

Game of Death – It’ll Blow Your Mind [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

GAME OF DEATH – Trailer

 
 


 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Abbildungen stammen von I-On New Media)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Jumanji (1995)
 
As the Gods Will (2014)
 
Battle Royale (2000)
 
Die Todeskandidaten (2007)
 
Das Belko Experiment (2016)
 

Filmkritik: „Psycho Goreman“ (2020)

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PSYCHO GOREMAN

Story

 
 
 
Was geschieht, wenn Kinder plötzlich über eine uralte, dämonische Macht verfügen, zeigt uns äußerst eindrucksvoll der Funsplatter „Psycho Goreman“.
 
 
 


 
 
 

PSYCHO GOREMAN – Kritik

 
 
Es ist immer erfreulich, wenn man endlich wieder eine gute Horrorkomödie vor sich hat, denn davon gibt es echt viel zu wenige. „Psycho Goreman“ klingt zwar eigentlich mehr nach einem echten Gorefest, bietet im Endeffekt aber erstaunlich harmonische Unterhaltung, die sich einen Dreck um politische Korrektheit schert, schön anarchisch und trotzdem irgendwie süß daherkommt. Ein Fest für jeden, der auf kuriose Unterhaltung steht.
 
 
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Die beiden Geschwister Mimi und Luke entdecken beim Spielen einen seltsamen Edelstein und ein ominöses Gerät in einem Erdloch. Ohne zu wissen, womit sie es da zu tun haben, setzen die Geschwister eine äußerst gefährliche außerirdische Kraft frei, die einst von einem anderen Planeten Lichtjahre entfernt verbannt wurde. Für Mimi ist das jedoch kein Grund, um Angst zu haben, denn mit dem Edelstein lässt sich das gruselige, zerstörerische Monster ganz leicht kontrollieren. Wer im Besitz des Edelsteins ist, hat das Sagen und deshalb richtet Mimi gemeinsam mit Luke so einigen Schaden an. Doch auf einem Planeten in weiter Ferne läuten die Alarmsignale und eine weitere Macht ist auf dem Weg, um dem Ungetüm Einhalt zu gebieten. Was für ein schriller Mix! Bei „Psycho Goreman“ fühlt man sich an unglaublich viele Dinge erinnert. An „Wishmaster“, an „Hellraiser“, an „Masters of the Universe“, an „Flash Gordon“, ja sogar irgendwie etwas an „Krieg der Sterne“ und sogar minimal an „Dragon Ball Z“. Dieser Film mischt sich wirklich von allem etwas zusammen und erscheint im Endeffekt trotzdem recht eigenständig. Man hatte herrlich schräge Ideen und formt diese zu einem kindlich-naiven, albernen und völlig sinnbefreiten Quatsch, welcher jedoch absolut Spaß macht. Das Drehbuch hat schon mal das Zeug zum Kult.
 
 
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Dass das so gut funktioniert, liegt vor allen Dingen an der Atmosphäre, die schrulliger einfach nicht hätte sein können. Wenn ein kleines Mädchen das Sagen über eine Bestie hat, dann kommt man sich fast vor wie in einem Werk von Disney. Im nächsten Moment fliegen dann aber die Gedärme herum. „Psycho Goreman“ ist ein Film der Gegensätze und das macht ihn so heiter. Dabei ist der Grundton überraschend soft und sogar ein wenig Coming-of-Age-Drama schafft es in die Handlung. Der übernatürliche Teil wirkt wie eine abgefahrene Mischung aus Science-Fiction, Fantasy und Horror, während ein Großteil der Laufzeit von der Komödie dominiert wird. Hier gilt wie immer: Humor ist Geschmackssache und nicht jeder wird die Gags gut finden. Viele davon sind nämlich wirklich over-the-top und wirken mächtig albern. Trotzdem ist die Trefferquote angenehm und das gesamte Treiben ist dermaßen locker und schräg, dass man sich sehr gut unterhalten fühlt.
 
 
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Mit Steven Kostanski ist sowieso immer wieder zu rechnen. Mit „The Void“ zeigte er seine ernste Seite, aber schon bei Streifen wie „Manborg“, „Father’s Day“ oder der überraschend guten Neuauflage „Leprechauns Returns“ bewies der Mann, dass er amüsanten Horror bestens beherrscht. Die Inszenierung ist kreativ, verspielt und teilweise ziemlich verrückt, nur um in manchen Momenten dann fast wieder kommerziell zu wirken. Hinzu gesellen sich abgefahrene Effekte, die herrlich retro erscheinen, weil sie eben überwiegend von Hand gemacht wurden. Die ganzen Wesen sehen richtig schön kreativ gestaltet aus und auch der Psycho Goreman ist eine Wucht. Die vielen Lichteffekte könnten so direkt aus den 80ern stammen, was hier positiv verstanden werden soll. Außerdem splattert es ab und zu noch schön, wobei die Freigabe ab 16 Jahren hier schon verrät, dass es nicht zu derb wird. Das ist etwas schade, denn mehr wäre definitiv nicht verkehrt gewesen, aber der Blutgehalt geht dennoch in Ordnung und der Soundtrack macht dem Wort „retro“ ebenfalls alle Ehre.
 
 
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Über die Darsteller kann man sich übrigens nicht beklagen. Es ist immer mutig Kinder in Hauptrollen zu stecken, denn viele Filme scheiterten schon daran. Mit der Figur von Mimi macht es sich „Psycho Goreman“ ebenfalls nicht leicht, denn nicht jeder wird etwas mit dem rotzfrechen Gör anfangen können. Da befindet man sich auf einer schmalen Linie zwischen cool und nervig. Nita-Josee Hanna macht ihre Sache aber ganz ordentlich und Owen Myre agiert angenehm zurückhaltend. Die Rollen der Eltern hätten etwas markanter ausfallen dürfen, gehen jedoch in Ordnung und Matthew Ninaber ist in der Rolle des Psycho Goreman einfach herrlich. Zum Glück verfehlt hier auch die deutsche Synchronisation ihren Zweck nicht. Nebenbei bekommt man sogar eine einigermaßen stimmige Figurenzeichnung geboten, die teilweise bewusst kitschig ist, teilweise aber auch erfreulich stark auf gewisse Klischees verzichtet.
 
 


 
 
 

PSYCHO GOREMAN – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
„Psycho Goreman“ besitzt ganz klar seine Schwächen, aber diese können dem Sehgenuss kaum etwas anhaben und man hat es hier mit einem potenziellen Kultfilm zu tun. Die Story ist völlig simpel, aber herrlich kreativ und man hat hier einfach dermaßen viele Zutaten vermischt, dass die Atmosphäre kaum vielseitiger sein könnte. Das geht über Sci-Fi bis hin zu Fantasy und endet in einer albernen Komödie, die manchmal sehr kindlich-naiv wirkt. Mit dem Humor muss man sich arrangieren können, aber das ist einfach Geschmackssache. Auch sollte man auf altmodische Effekte stehen, aber sowieso schreit einfach alles an „Psycho Goreman“ nach retro. Das wurde handwerklich ordentlich gemacht, besitzt einen klasse Unterhaltungswert, gute Darsteller, wunderbare Effekte und ein paar echt gelungene Lacher. Zwar können einem manche Figuren etwas auf den Keks gehen und für mehr Gore wäre man bei dem Titel ebenfalls dankbar gewesen, doch alles in einem ist dieser Film köstlich und dass er mit viel Herz gemacht wurde, bemerkt man ebenfalls. Gerne eine Fortsetzung davon!
 
 


 
 
 

PSYCHO GOREMAN – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Psycho Goreman“ ist ungeschnitten und überraschenderweise bereits für Zuschauer ab 16 Jahren geeignet.
 
 
 


 
 
 

PSYCHO GOREMAN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Koch Films (Blu-ray im KeepCase)

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(c) Koch Films (Mediabook – Cover A – Koch Films Shop exklusiv)

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(c) Koch Films (Mediabook – Cover C)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Psycho Goreman; Kanada 2020

Genre: Horror, Komödien, Science Fiction

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.40:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 95 Minuten

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im KeepCase mit Wechselcover | Mediabooks

Extras: Audiokommentar des Regisseurs, Interview mit Steven Kostanski, Interviews mit Cast & Crew, Deleted Scene, Behind the Scenes, Bildergalerie

Release-Termin: KeepCase: 22.04.2021 | Mediabook: 25.02.2021

 

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PSYCHO GOREMAN – Trailer

 
 



 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Koch Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Wes Craven’s Wishmaster (1997)
 
Hellraiser – Das Tor zur Hölle (1987)
 
Masters of the Universe (1987)
 
Flash Gordon (1980)
 
Turbo Kid (2015)