Filmkritik: „Blood Feast – Blutiges Festmahl“ (2016)

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BLOOD FEAST – BLUTIGES FESTMAHL

(BLOOD FEAST – REMAKE)

Story

 
 
 

Ein Familienvater verfällt einer alten, ägyptischen Göttin, die ihn zu Mord und Kannibalismus anstiftet.

 
 
 


 
 
 

BLOOD FEAST – Kritik

 
 
 
Willkommen zu einer weiteren Folge: Remakes, die die Welt nicht braucht. Diesmal hat es einen Klassiker getroffen, der vor vielen Jahren wegen drastischer Gewaltszenen für Furore gesorgt hat und deswegen in vielen Ländern geschnitten werden musste. Die Rede ist vom Video Nasty BLOOD FEAST, der nun schon über 50 Jahre auf dem Buckel hat und seinerzeit etwas Neues zu bieten hatte. So gilt der Streifen als einer der ersten seiner Art, der drastische Splatter-Szenen auf die Leinwand brachte und damit seine Zuschauer schockieren wollte. Mit knapp 24.500 US-Dollar wurde in detaillierter Weise gezeigt, wie einem Menschen die Zunge herausgerissen, in Organen gewühlt oder eine Leiche zerstückelt wurde. Was heute ganz selbstverständlich in jedem Horrorfilm Verwendung findet, war im Jahr 1963 tabubrechend und machte nicht nur Regisseur und „Godfather of Gore“ HERSCHELL GORDON LEWIS über Nacht berühmt. Sein BLOOD FEAST stampfte ein neues Subgenre innerhalb des Horrorfilms aus dem Boden, das erst in den 1980ern so richtig an Fahrt gewinnen sollte und sich bis heute erfolgreich behaupten kann: der Splatter- und Gorefilm. Genau jenem wegweisenden Stück Zelluloid hat sich nun der deutsche Genre-Regisseur MARCEL WALZ angenommen. Der kennt sich mit Blut und Gewalt aus, hat der doch in der Vergangenheit viel Leid auf Blu-ray und DVD pressen lassen, das leider nur bei Fans unmenschlicher Grausamkeiten gut ankam. Umso mehr überrascht es, dass sich der Filmemacher nach so überflüssigem Bullshit wie SCHLARAFFENHAUS und LA PETITE MORT an einem wegweisenden Klassiker bedient. Ob das gut gehen kann?
 
 
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Wenn Papa seine Pillen nicht schluckt. Fuad Ramses ist mit Frau und Tochter von Frankreich nach Amerika gezogen. Doch so wirklich glücklich ist der Vater hier nicht. Er führt ein Restaurant, das aber nicht sonderlich gut läuft. Damit man über die Runden kommt, arbeitet das Familienoberhaupt in einem Museum für alte, ägyptische Kultur. Hier ist er als Nachtwächter tätig und kommt so mit der Statue der Göttin Ishtar in Berührung, die schnell in den Bann zieht und dessen Verstand vernebelt. Die Folge: Fuad Ramses handelt von Sinnen und beginnt Menschen zu ermorden, um für die ägyptische Hoheit ein rituelles Fest vorzubereiten, das zufriedenstellen soll. Dass der Familienvater seine tägliche Ration Pillen vergisst einzunehmen, kommt der Göttin geradezu Recht. So lässt sich das Opfer leichter manipulieren und für eigene Zwecke missbrauchen. Ein großes Festmahl ist somit garantiert. Guten Appetit.
 
 
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Erhält jetzt auch noch unterirdischer Trash eine Frischzellenkur? Zu aller Überraschung ist die Neuverfilmung – trotz des Regisseurs MARCEL WALZ – weitaus besser, als seine Vorlage. Erfahrene Horrorfilmkenner wundert das aber wenig. Zwar ist der Originalfilm aus filmhistorischer Sicht interessant, gilt aber dennoch als grottenschlechter Exploitationstreifen, der für heutige Verhältnisse dilettantisch und deshalb auch unfreiwillig komisch wirkt. Ganz anders die Neuverfilmung. Die wurde an die heutigen Sehgewohnheiten angepasst, besitzt hektische Schnitte, schwarzen Humor, dreckigen Look und professionell gemachte Spezialeffekte. Zudem erzählt der „neue“ BLOOD FEAST auch eine halbwegs gescheite Geschichte. Warum wir das erwähnen? Ganz einfach, weil der deutsche Indie-Regisseur MARCEL WALZ in der Vergangenheit mit eher billigem Unterground-Splatter und amateurhaften Folterunsinn von sich hören lassen hat, der es nur auf die niederen Instinkte abzielen wollte. Nun bot sich dem Regisseur die Gelegenheit endlich mal an einem richtigen Film zu arbeiten, der weitaus professioneller inszeniert werden sollte, als die bisherigen Werke des Filmemachers.
 
 
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Nun gut, der erhoffte Kracher ist das Remake leider nicht geworden. Der Film hat zweifelsohne seine Höhepunkte, die natürlich – als hätte man es geahnt – in der zelebrierten Gewalt zu suchen sind. Überraschenderweise wird diese wohldosiert eingesetzt und ist überschaubar. Das ist dahingehend verwunderlich, weil sich der deutsche MARCEL WALZ gerade deswegen in Fankreisen einen Namen machen konnte und nun den Blutfluss drosselt. Eingefleischten Anhängern des kontroversen Regisseurs dürfte das bitter aufstoßen. Der hat aber mit BLOOD FEAST den wohl rundesten Film gemacht hat, den man bisher von ihm zu sehen bekam. Das liegt einerseits an den professionellen Schauspielern, die zur Abwechslung mal was können. So konnte man für die Hauptrollen die aus TEXAS CHAINSAW MASSACRE 2 bekannte CAROLINE WILLIAMS gewinnen. Ihr zur Seite steht ROBERT RUSLER, der auch schon in einigen Horrorfilmen zu sehen war, die nicht unbekannt sind. Darunter NIGHTMARE 2 – DIE RACHE sowie die Stephen-King-Verfilmung MANCHMAL KOMMEN SIE WIEDER. Die Schauspielerfahrung der genannten Darsteller macht sich bezahlt. Dank deren Können, ist BLOOD FEAST weitaus ertragbarer, als die Vorlage. Dort wurden in erste Linie untalentierte Akteure engagiert, denen man ansah, dass sie ihre Texte ablasen. Den Amateurfilmstatus lässt die Neuverfilmung demnach hinter sich.
 
 
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Dennoch sollte man sich die Neuverfilmung nicht zu schön reden. Momentan leben wir in einer Zeit, in der man regelrecht von Horrorfilmen überschüttet wird. Das ermüdet, weil die meisten Produktionen stets nach gleichem Ablauf inszeniert werden, die Überraschungen missen lassen. BLOOD FEAST bildet keine Ausnahme und daddelt seine dünne Geschichte nach gewohnter Manier ab. So werden regelmäßig Jungakteure abgeschlachtet und am Ende gibt es ein deftiges Finale zu bestaunen. Wem die Einfachheit der Verläufe ausreicht, um unterhalten zu werden, dürfte – gerade wegen einiger Blutszenen – solide unterhalten werden. Alteingesessene Filmkenner, die im Horrorfilme schauen geübt sind, werden früh gelangweilt abschalten, weil die Neuverfilmung weder Neuerungen noch Risikos wagt. Somit ist BLOOD FEAST ein Remake unter vielen. Wegen rudimentärer Dialoge, Ideenarmut und vorhersehbaren Handlungssträngen wird sich an diese Neuinterpretation wohl schnell niemand mehr erinnern können. Macht das einen guten Horrorfilm aus? Wir meinen: Nein!


 
 
 

BLOOD FEAST – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Düsteres Horror-Remake mit hervorragenden Splatter-Szenen. Die Neuverfilmung des Splatter-Klassikers ist ein zweischneidiges Schwert. Der Film dürfte wohl nicht einmal ansatzweise den Kultstatus erreichen, den das Original aus der Mache des HERSCHELL GORDON LEWIS mittlerweile genießt. Dazu fehlen der Neuauflage einfach Alleinstellungsmerkmale, um aus dem riesigen Pool an blutigen Filmen hervorstechen zu können. Wer BLOOD FEAST gesehen hat, dürfte verstehen, was gemeint ist. Das Remake ist beliebig und bleibt nicht einmal wegen seiner hervorragenden Spezialeffekte im Gedächtnis. Das mutet grotesk an, weil sich das Original vor über 50 Jahren gerade wegen seiner zelebrierten Schaufreudigkeit einen Namen machen konnte. Lobenswerterweise muss man aber sagen, dass Regisseur MARCEL WALZ eine positive Entwicklung an den Tag legt. Der bewegte sich mit seinen bisherigen Schmuddelfilmen eher auf gehobenem Amateurfilmstatus. Seine Interpretation zu BLOOD FEAST sieht zur Abwechslung mal aus, wie ein richtiger Spielfilm und besitzt endlich auch mal echte Schauspieler. Leider ist das Ergebnis nur ein solider Horrorfilm mit einigen Bluteinlagen. Erinnern wird sich an dieses Remake nach Sichtung niemand mehr. Dennoch Herr Walz, die Richtung stimmt schon mal. Mal schauen ob er’s in den nächsten Jahren auch noch in die Riege ernstzunehmender Horrorfilmemacher schaffen wird.
 
 
 


 
 
 

BLOOD FEAST – Zensur

 
 
 
Für einen Film aus der Mache von MARCEL WALZ ist die gezeigte Brutalität ungewöhnlich zurückhaltend. Es wird etwas Fleisch von Körperteilen geschnitten. Zudem gibt es einen Kehlenschnitt zu sehen. Am Ende wird genüsslich rohes Fleisch vom lebenden Menschen gefuttert. BLOOD FEST – BLUTIGES FESTMAHL ist hierzulande nur geschnitten erschienen.
 
 
 


 
 
 

BLOOD FEAST – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Tiberius Film (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Blood Feast; Deutschland | USA 2016

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.40:1 (1080p) | @24 Hz

Laufzeit: ca. 96 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (geschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Making Of, Musikvideo, EPK der Kinopremiere, Trailer

Release-Termin: 02.08.2018

 

Blood Feast – Blutiges Festmahl [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

BLOOD FEAST – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei GUNDO ENTERTAINMENT | TIBERIUS FILM)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Blood Feast (1963)
 
Blood Diner (1987)
 
American Burger (2014)
 
Hostel (2005)

Filmkritik: „Dead Shack“ (2017)

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DEAD SHACK

Story

 
 
 

Mein Nachbar das unbekannte Wesen. Im Film DEAD SHACK entpuppt der sich als unberechenbare Killermaschine.

 
 
 


 
 
 

DEAD SHACK – Kritik

 
 
 
Wenn in Horrorfilmen Zombies ihr Unwesen treiben, dürften bei den meisten Horrorfilmfans die Alarmglocken läuten. Die Skepsis ist nicht grundlos. In den letzten Jahren haben nämlich die meisten Zombiefilme das immer wieder gleiche Szenario abgespult, in denen sich Überlebende durch eine postapokalyptische Welt kämpfen müssen, in der es nur so von Untoten wimmelt. Das hat müde gemacht, weshalb die Zuschauer mittlerweile dankend abwinken, wenn ein neuer Zombiestreifen das Licht der Kinowelt erblickt. Der kanadische Regisseur PETER RICQ will das ändern und spricht damit Fans aus der Seele. Ihm sind die dystopischen Zombieszenarien gehörig auf dem Magen geschlagen, weshalb er mit seinem ersten Langfilm versucht frischen Wind ins festgefahrene Zombie-Genre zu bringen. DEAD SHACK nennt sich sein mittels Crowdfunding teilfinanzierter Horror-Spaß, der müde Fun-Splatter-Fans muntermachen soll. Hier gibt es jede Menge blutige Raffinessen zu bestaunen, die mit einer Prise Ironie verfeinert wurden. Damit erfüllt sich der eingefleischte Horrorfan einen Traum und huldigt zeitgleich wegweisende Horror-Klassiker, die in dem Filmfan die Leidenschaft zum Genre geweckt haben. So prägten Horrorkomödien wie EVIL DEAD 2, FRIGHT NIGHT und AN AMERICAN WERWOLF IN LONDON nachhaltig, wie Filmemacher PETER RICQ in Interviews zu verstehen gab. Der Verfechter des 80er-Jahre-Horrors wollte einen Film in gleichem Schlage drehen, in dem sich Horror und Witz die Waage geben. Entstanden ist durchaus kurzweiliger Splatter-Nonsens. Handwerklich solide und nicht ungeschickt.
 
 
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Camping, gute Laune und Eltern. Für die Teenager in DEAD SHACK ein Albtraum. Die begeben sich mit den Eltern in die kanadischen Wälder, um dort übers Wochenende in einer Waldhütte zu nächtigen. Doch zum Schlafen und Relaxen kommt man erst gar nicht. Die grünschnäbeligen Heranwachsenden müssen nämlich ihre Nase in Dinge stecken, die sich nichts angehen. Da streunt man übers Grundstück der Wochenendbehausung und macht einen Abstecher zur Nachbarin, die gerade Männerbesuch empfängt. Für die Jugendlichen ein gefundenes Fressen, um zu spannen. Doch natürlich kommt alles anders. Die Dame betäubt ihre triebgesteuerten Gäste und verfüttert sie an entstellte Kreaturen. Für die jungen Helden unserer Geschichte ein Schock. Die stürmen aus ihrem Versteck und verhalten sich auf ihrer Flucht so unachtsam, dass sie das Interesse der Beobachteten wecken. Die will natürlich Zeugen ausradieren und beginnt eine gnadenlose Hetzjagd auf die Schüler. Neugierde muss eben bestraft werden.
 
 
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Die Horror-Version des 80er Kultfilms THE GOONIES. DEAD SHACK ist nicht sonderlich ausführlich. Als Entschädigung für rudimentäres Horror-Einerlei gibt es aber schwarzen Humor und handgemachte Splatter-Leckerbissen, die offenbar die 1980er zurück ins Wohnzimmer bringen sollen. Mal wieder macht man von eingespielten Retro-Sounds Gebrauch, die dafür sorgen sollen, dass man sich in jene Zeit zurückversetzt fühlt, vor der man sich verbeugen möchte. Hin und wieder gelingt das sogar – vor allem dann, wenn das Böse durch die Dunkelheit schleicht und aggressive Synthesizer-Klänge den Puls schneller schlagen lassen. Doch am Spannungsbau ist man nicht sonderlich interessiert. Der wird bald vernachlässigt. Originell, durchdacht oder tiefgründig will DEAD SHACK nämlich gar nicht sein. Der Film entpuppt sich als hirnfreier Party-Snack für Zwischendurch, der erst dann seine volle Wirkung entfalten kann, wenn man ihn zusammen mit Freunden bei möglichst hohem Alkoholpegel genießt. So sind schnell Wege zum eigentlichen Höhepunkt geebnet – und der nennt sich: Mord- und Totschlag. Eine Kannibalensippe kämpft gegen Camper und Camper kämpfen gegen Menschenfresser. Da fließt eine Menge Blut und Fans härterer Gangart kommen auf ihre Kosten. Leider schleicht sich aber partout das Gefühl ein, dass Gebotenes für die Laufzeit von knapp 80 Minuten zu wenig ist. Zwar hat man an überzeichnete Figuren und coole Sprüche gedacht, die die Horrorkomödie in einen blutigen Comic-Strip für Erwachsene verwandeln. Trotzdem erweckt DEAD SHACK den Anschein, als wäre das hier alles eigentlich als Kurzfilm angedacht gewesen, bei dem man sich aber kurzfristig dann doch dazu entschieden hat, was fürs Kino zu machen. So sollte man trotz Bluteinlagen Erwartungen herunterschrauben. Dann kann man nicht enttäuscht werden. Besser als das, was man sonst so im Horrorbereich mittlerweile geboten bekommt, ist der kanadische DEAD SHACK jedoch allemal.
 
 
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DEAD SHACK – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Der perfekte Horrorfilm für einen Abend mit Freunden und einer Kiste Bier. DEAD SHACK ist ein schwarzhumoriger Party-Horror-Slasher bei dem der Fokus auf handgemachtem Blutgemansche liegt. Der unabhängig produzierte Slasher-Kannibalen-Zombie-Mix kommt schnell zum Punkt und will das feiern, was Horrorfilmfans nun mal von modernen Horrorfilmen erwarten. Da werden Köpfe eingeschlagen, an Körpern geknabbert und mit Äxten hantiert. Der kanadische Horrorbeitrag geizt nicht mit Blut und Schauwerten. Dafür aber mit Köpfchen und Handlung. Viel dergleichen bekommt man nämlich nicht zu sehen. Die Protagonisten nerven in ihrer Einfältigkeit schnell und sind leider weit weg von sympathisch. Auch viele der Proleten-Sprüche im Film sind Gift für Feingeister. Dafür hat man aber aus wenig viel gemacht und lässt DEAD SHACK nach mehr aussehen, als er vermutlich gekostet hat. Wer daher simpel gestrickte Horrorfilme mit 80er-Retro-Charme bevorzugt in denen ausschließlich die Blutkeule geschwungen wird und so dem Film seine Daseinsberechtigung gibt, wird sich an DEAD SHACK einen Ast freuen.
 
 
 


 
 
 

DEAD SHACK – Zensur

 
 
 
Es gibt einige grafische Gemeinheiten im Film zu sehen. Munition eines Schrotgewehrs bohrt sich durch Körper und Köpfe, ein Kopf wird mit einem Vorschlaghammer zermatscht, eine Axt wird in eine Schulter geschlagen und Menschenfleisch wird auch noch gefressen. DEAD SHACK ist ein witziger Genre-Mix und dürfte hierzulande mit einem roten FSK-Sticker in den Handel kommen. Wir vermuten: Keine Jugendfreigabe – ungeschnitten. Der Film feiert übrigens im April 2018 seine Deutschlandpremiere auf dem OBSCURA FILMFESTIVAL.
 
 
 


 
 
 

DEAD SHACK – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Raven Banner)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Eat Locals (2016)
 
Scouts vs. Zombies – Handbuch zur Zombie-Apokalypse (2015)
 
Condemned (2015)
 
Peelers (2016)
 
Night of Something Strange (2016)
 

Filmkritik: „Day of the Dead: Bloodline“ (2017)

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DAY OF THE DEAD: BLOODLINE

Story

 
 
 

Zombie-Apokalypse, die 1598783258te. Diesmal dreht sich alles um eine junge Ärztin, die offenbar einem Heilmittel auf die Spur kommt, das Menschen vor dem Zombie-Dasein bewahrt.

 
 
 


 
 
 

DAY OF THE DEAD: BLOODLINE – Kritik

 
 
 
Was wäre die Zombiewelt nur ohne den Vater dieser Kreaturen: GEORGE A. ROMERO. Der Kult-Regisseur drehte mit NIGHT OF THE LIVING DEAD nicht nur einen wegweisenden Horror-Klassiker, den man auch 50 Jahre nach Entstehung gut und gern zitiert. Ganz nebenbei legte er mit seinem kritischen Zombiestreifen den Grundstein für unzählige Zombiefilme, die beinahe täglich in Händlerregale gestellt werden und dort ihr belangloses Dasein fristen. Gleiches Schicksal dürfte auch den folgenden Zombie-Schocker ereilen, der den Zuschauer mit heimtückischer Taktik um sein schwer verdientes Geld bringen möchte. DAY OF THE DEAD: BLOODLINE erweckt nämlich den Anschein, als habe der Streifen mit den Filmen des GEORGE A. ROMEROS zu tun. Der leider 2017 verstorbener Filmemacher ließ nach seinem zeitkritischen Zombie-Hit fünf weitere Filme folgen – darunter einen mit ähnlichem Namen: DAY OF THE DEAD. Doch mit besagtem Klassiker hat der hier vorgestellte B-Actioner – bis auf Zombies – nur wenig im Hut. Statt tiefgründiger Botschaft setzt man auf Action. Das immerhin schnörkellos und sauber. Es mag Zuschauer geben, denen das ausreicht. Herje!
 
 
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Ein weiterer Zombiefilm geschustert nach bekannter Formel. Wieder einmal bricht ein Zombie-Virus aus und macht Menschen zu willenlosen Sklaven des Bösen. Die Zombie-Apokalypse breitet sich über den gesamten Erdball aus und rafft fast die gesamte Menschheit dahin. Ein paar Menschen können sich retten. So auch Wissenschaftlerin und Ärztin Zoe. Die lebt nun schon seit knapp fünf Jahren in einem militärischen Bunker, wo sie Forschungen betreibt, um ein Gegenmittel für die Krankheit zu finden. Als ein kleines Mädchen im Bunker erkrankt, muss Medizin beschafft werden. Weil sich Vorräte dem Ende neigen, beschließt man Nachschub zu holen. Zusammen mit einem Team mutiger Soldaten begibt man sich auf eine Reise voller Gefahren. Doch eine der größten Gefahren folgt dem Team auf dem Heimweg ins Camp. Ein ehemaliger Patient der mutigen Ärztin findet einen Weg in den sicheren Bunker. Der war schon zu Lebzeiten von der attraktiven Zoe besessen und besitzt – trotz Zombiedasein – immer noch Gefühle für die taffe Forscherin. Das bekommt auch das Objekt seiner Begierde zu spüren. Doch die Ärztin hat andere Pläne. Offenbar ist das Blut des infizierten Rosenkavaliers aus einem besonderen Saft. Der zeigt nämlich weitaus menschlichere Züge, als die meisten der Infizierten. Trägt dieser Zombie etwa die Lösung des Übels in sich? Genau das vermutet auch Zoe und beginnt mit ihrer Forschung nach einem Heilmittel am „lebenden“ Zombie.
 
 
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Der heimtückische Blender mit dem irreführenden Titel DAY OF THE DEAD: BLOODLINE soll angeblich ein Remake des von Romero erschaffenen dritten Teils der legendären Zombie-Saga sein. Das Original hat nun schon einige Jährchen auf dem Buckel, weshalb man dringend Bedarf gesehen hat, den angestaubten Stoff neu interpretieren zu müssen. Dass ein solches Vorhaben graue Haare wachsen lässt, dürfte verständlich sein, schließlich gilt der originale DAY OF THE DEAD als einer der besten Zombiefilme, die jemals gedreht wurden. Und als habe man es geahnt: das Quasi-Remake DAY OF THE DEAD: BLOODLINE entpuppt sich als geschlagener Verlierer. Warum? Ganz einfach: Der Film hat kaum noch etwas mit seiner Vorlage gemein und radiert all das aus dem Drehbuch, was den Film des GEORGE A. ROMERO so ausgezeichnet hat. Wo im Original einfühlsam belehrt wurde, dass Zombies – trotz niederer Instinkte – noch immer Menschen sind, verzichtet DAY OF THE DEAD: BLOODLINE auf Substanz und Kritik. Hier liegt der Fokus auf der Befriedigung niederer Instinkte – koste es, was es wolle. Der Zuschauer wird mit reichlich Action bei Laune gehalten und bekommt hin und wieder Gewalt zu sehen. Doch ist das schon alles? Aber selbstverständlich. Dem Film mangelt es – wie seinen Kreaturen – an Hirn. Das wird vor allem an den Fehlentscheidungen aller Protagonisten deutlich. Die leben zwar bereits seit fünf Jahren in täglicher Angst und haben nach einer Zombie-Epidemie gelernt mit Taktik und Köpfchen der blutgeilen Bedrohung aus dem Weg zu gehen. Von Klugheit spürt man im Film aber nichts. Dort werden die vielen Figuren plötzlich zu Freiwild und hegen offenbar den Wunsch sterben zu wollen. Da wird unvorsichtig durch Szenarien gepoltert, um Zombies aus ihren Verstecken zu locken. Die Folgen sind vorhersehbar: Nahezu alle Protagonisten müssen wegen mangelnder Vorsicht ihr Leben lassen. Alles, wie eh und je eben. Das Zombie-Genre hängt leider seit Jahren in einer Dauerschleife fest.
 
 
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DAY OF THE DEAD: BLOODLINE – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Einfache Unterhaltung für einfache Gemüter. Was nur hat man HÈCTOR HÉRNANDEZ VINCENS gezahlt, dass er sich so ungeniert am Romero-Klassiker DAY OF THE DEAD vergehen musste. Der spanische Regisseur hatte mit DIE LEICHE DER ANNE FRITZ einen Genre-Geheimtipp inszeniert und verkauft sich nun mit dem Remake zu DAY OF THE DEAD unter Wert. Seine Neuauflage ist weit weg von der Genialität der Vorlage, die Zombie-Vater GEORGE A. ROMERO im Jahr 1985 auf die Leinwand gebracht hat. Der ging es in seinen Filmen gern mal kritisch an und ergänzte den dritten Teil seiner aus fünf Streifen bestehenden Untoten-Filmreihe um gesellschaftspessimistische Aspekte. Sozialkritik sucht man in der hier vorliegenden Neuauflage vergebens. Das Remake DAY OF THE DEAD: BLOODLINE ist bei genauerer Betrachtung ein lupenreines B-Movie, das ausschließlich auf Action und Make-up-Effekte abzielt. Zugegeben ist beides von besserer Qualität, als das, was einem mittlerweile im Zombie-Sektor zugemutet wird. Dennoch ist DAY OF THE DEAD: BLOODLINE nichts weiter, als Stangenware an welche man sich schon bald nicht mehr erinnern wird. Da kann man nur froh sein, dass Romero unlängst verschieden ist. Der hätte vermutlich nie zugelassen, dass man aus seinem Kultfilm derart hanebüchenen Edel-Trash macht. Daher Kopf ausschalten, beschallen lassen und wieder aus dem Gedächtnis radieren. Zu mehr taugt DAY OF THE DEAD: BLOODLINE leider nicht.
 
 
 


 
 
 

DAY OF THE DEAD: BLOODLINE – Zensur

 
 
 
DAY OF THE DEAD: BLOODLINE ist gewalttechnisch ähnlich aufgebaut, wie die meisten dieser Sorte Film. Es gibt Biss- und Fressszenen zu sehen. Diese wurden professionelle in Szenen gesetzt. Gleiches gilt für das modrige Zombie-Make-up. Hierzulande gab es ohne Probleme eine Erwachsenenfreigabe. Die erhältliche Kaufhausfassung mit dem roten FSK-Flatschen ist ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

DAY OF THE DEAD: BLOODLINE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Eurovideo Medien (Blu-ray KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Day of the Dead: Bloodline; Bulgarien | USA 2017

Genre: Horror, Thriller, Splatter

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 2,35:1 (1080p) | @24 Hz

Laufzeit: ca. 90 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wechselcover

Extras: Making-of, Interviews, Trailer

Veröffentlichung: KeepCase: 25.01.2018

 
 

Day of the Dead: Bloodline [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

DAY OF THE DEAD: BLOODLINE – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Eurovideo Medien GmbH)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Day of the Dead (2008)
 
What We Become (2015)
 
Anger of the Dead (2015)
 
The Rezort (2015)
 
28 Days Later (2002)
 
28 Weeks Later (2007)