FILMCHECKER – Die Seite im Netz für Horror. ☠☠☠ Kritiken zu den besten Horrorfilmen ☣☣☣ Slasher, Folterfilme, Thriller, Splatterfilme, Gruselfilme.

Beiträge mit Schlagwort “Splatterfilme

Filmkritik: „The Barn“ (2016)

the-barn-poster
 
 
 

THE BARN

Story

 
 
 
Einige Jugendliche entfachen in einer mysteriösen Scheune – natürlich pünktlich an Halloween – das Böse

 
 
 


 
 
 

THE BARN – Kritik

 
 
 
In den letzten Jahren haben wir sie hier schon ziemlich oft besprochen: Horrorfilme, die sich vor ihren Vorfahren längst vergangener Dekaden verbeugen. Was vor einigen Jahren noch als charmante Hommage an die Hochzeiten des Horrorfilms gefeiert wurde, hat leider längst an Glanz verloren. Der Grund ist denkbar einfach: Es gibt mittlerweile einfach zu viele Genre-Produktionen, die sich entweder von den Horrorfilmen aus den 1970ern oder den 1980ern inspirieren lassen. Der Splatter-Slasher THE BARN bildet da keine Ausnahme. Für diesen Low-Budget-Indiefilm musste mal wieder das goldene Jahrzehnt der Slasher-Streifen herhalten, das vor allem durch mal mehr, mal weniger brauchbare Plagiate und Fortsetzungen bekannter Meuchelklassiker wie A NIGHTMARE ON ELM STREET, HALLOWEEN oder FREITAG DER 13. berüchtigt wurde. Von genannter Kult-Ware ist THE BARN aber weit entfernt, auch wenn zweifelsohne dahinter eine Herzensangelegenheit steckt, die mit Hilfe von Crowdfunding fertiggestellt werden konnte. Dem Film mangelt es an Spannung, sympathischen Protagonisten und vor allem Neuerungen, die ihn hervorstechen lassen würden. Demzufolge ist es (zumindest für uns) unverständlich, weshalb der via Kickstarter finanzierte Old-School-Slasher auf Festivals mit Lob und Preisen nur so überhäuft wurde. Der technische Standard ist unterdurchschnittlich und nach Originalität sucht man vergebens. Da hat man in jüngster Vergangenheit weitaus Besseres gesehen, das derlei Lobpreisungen verdient hätte.
 
 
the-barn-2016-bild-2
 
 
An Halloween geht’s in amerikanischen Horrorfilmen meist rund. Ähnlich wie in NIGHT OF THE DEMONS von 1988 werden auch in THE BARN schaurige Legenden zu dämonischer Realität. Das müssen auch die besten Freunde Sam und Josh am eigenen Leib erfahren, die einen Heidenspaß daran haben, an Halloween Leute zu erschrecken und damit nicht immer auf Gegenliebe stoßen. Doch dieses Jahr soll alles anders werden. Treu der Devise „je oller, je doller“ wollen es die Kumpels im letzten Jahr an der High School noch mal so richtig krachen lassen. So soll das letzte Gruselfest vor dem Abschluss zum unvergesslichen Erlebnis werden. Dafür haben sich die Freunde ein Rockkonzert ausgesucht, das man gemeinsam mit der Clique besuchen möchte. Doch die Fahrt dahin endet anders als erwartet. Man macht einen kurzen Abstecher zu einer Scheune, über die man schaurige Geschichten erzählt. Die interessieren die Teenager nicht. Stattdessen macht man Scherze und dringt in das Gemäuer ein. Der Denkzettel folgt auf dem Fuße. Durch naive Unachtsamkeit entfachen Sie einen Fluch und erwecken drei dämonische Kreaturen zum Leben, mit denen nicht zu spaßen ist.
 
 
the-barn-2016-bild-3
 
 
THE BARN ist typisches Low-Budget-Futter, das man in den 1980ern vermutlich bis zum Erbrechen geschnitten und eingestaubt in den unteren Regalen der Videotheken vorgefunden hätte. Hier wird zitiert, was in genanntem Jahrzehnt horrorfilmtechnisch Rang und Namen hatte. Der Soundtrack bringt Klänge aus Coscarellis DAS BÖSE-Reihe zurück ins Gedächtnis, schaurige Lagerfeuer-Erzählungen erinnern an Camp-Schlitzereien der FREITAG DER 13.-Filme und blutige Dämonen-Schlachtereien wollen Raimis Amateur-Splatter TANZ DER TEUFEL Konkurrenz machen. Zumindest hinsichtlich der Blutmanschereien tobt man sich genüsslich aus und zelebriert handgemachte Spezialeffekte, die in ihrer absurden Zeigefreudigkeit tatsächlich das Horror-Feeling der 1980er einfangen. Leider lassen diese Splatter- und Meuchelmomente immer wieder auf sich warten. Bis die in ihrer vollen Pracht gezeigt werden, benötigt der Zuschauer Geduld. Erst nach knapp einer Stunde kommt das Massaker so richtig in Fahrt. Dann machen sich drei befreite Dämonen über die Bewohner eines verschlafenen Örtchens her, reißen Därme aus Bauchdecken oder schlagen Körperteile ab. Leider wird bis dahin viel gequasselt, ohne das sich überhaupt ein Spannungsbogen entwickeln kann. Das macht es nicht gerade einfach dem wenig originellen Treiben zu folgen. Demzufolge sollte man sich nicht zu viel vom ansprechend gestalteten Poster erhoffen. THE BARN ist trotz seines Retro-Charmes kaum der Rede wert, weil sich der Film zu verkrampft am Zitieren festhält und dabei vergisst, dass das Publikum von Heute dann doch ganz andere Sehgewohnheiten besitzt, wie noch vor 20 Jahren. Hier wird viel Retro aber mindestens genauso viel Leerlauf geboten, der die meisten Zuschauer zum frühen Abschalten bewegen wird. Weil THE BARN hinter dem Vorwand des gut gemeinten Zitierens trotzdem nur ein gemächlich und beliebig erzählter Slasher mit kurzen Morden und bekannter Geschichte ist, dürfte er gerade deswegen wohl auch niemanden mehr vom Hocker reißen – Hommage hin oder her. Auch wenn’s in den 1980ern schön war – neue Ideen sind heute im Horrorfilm so dringend nötig wie noch nie. Das scheinen die Macher dieses Horrorstreifens offenbar außer Acht gelassen zu haben.
 
 
the-barn-2016-bild-1
 
 


 
 
 

THE BARN – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Eine Liebeserklärung an die Horrorfilme der 1980er. THE BARN ist ein Splatter-Slasher der alten Schule, der sich in der Machart an den vielen Horrorklassiker aus genanntem Jahrzehnt orientiert. Das bedeutet: Carpentereske Synthesizer-Klänge, schrille Rockmusik, handgemachte Spezialeffekte und dumme Teenager, die blutig über die Klinge springen müssen. In Interviews erläuterte Regisseur JUSTIN M. SEAMAN stolz, dass die Idee zum Film schon einige Jahre auf dem Buckel hat. THE BARN beruht nämlich auf einem Skript, das der Filmemacher bereits im Alter von blutjungen acht Jahren verfasst hat. Offenbar hatte der Horrorfan nach vielen Jahren der Leidenschaft zum Genre dann doch selbst mal das Verlangen, einen eigenen Horrorfilm nach seinem Geschmack zu drehen. Dank Crowdfunding war das einfacher als gedacht. Um das Gefühl jener Zeit auf Film bannen zu können, vor der man sich ehrfürchtig verbeugt, wurden gleiche Kameras und Belichtungsgerätschaften verwendet, die auch in den Horrorfilmen der 1980er zum Einsatz gekommen waren. Doch hat so viel Einsatz und Liebe zum Horrorkino gelohnt? Wir meinen nur bedingt, denn leider reduzieren sich die eigentlichen Höhepunkte in THE BARN auf die letzte halbe Stunde. Dann erst machen sich drei bekannte Horrorkreaturen (der Boogeyman, Hollow Jack, und die Vogelscheuche) auf, um einer Ortschaft die blutigen Leviten zu lesen. Weil zuvor jedoch kaum etwas passiert, dürften die meisten Zuschauer wegen aufkommender Müdigkeitserscheinungen erst gar nicht die kreativen Kills zu sehen bekommen, die sich im Finale ereignen. Wer wach bleibt wird aber entlohnt. Hinsichtlich der nett getricksten Kunstblut- und Latex-Manscherei gibt es Pluspunkte, denn einige der bösen Szenen schaffen es tatsächlich Erinnerung an jene Dekade wach werden zu lassen. Mehr originelle Ideen, ein durchdachtes Drehbuch und mehr Budget hätten aus THE BARN einen Hit gemacht. Weil aber an allen Ecken improvisiert und gespart werden musste und Regisseur JUSTIN M. SEAMAN was das Filmemachen angeht noch reichlich grün hinter den Ohren ist, ist der ambitionierte Retro-Horror dann doch mehr Grabbeltischware statt Geheimtipp. Übrigens hat man sich fürs Bewerben der Veröffentlichung etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Zeitgleich zum Erscheinen des Streifens, wurde in Amerika ein Videospiel fürs Handy veröffentlicht, das – wie hätte es auch anders sein sollen – mit 8-Bit-Animation an die Videospiele jener Dekade erinnert.
 
 
 


 
 
 

THE BARN – Zensur

 
 
 
Die meisten Schauwerte reduzieren sich in THE BArN auf die letzte halbe Stunde. Dann gibt es allerhand Hausgemachtes zu sehen, das aber trotzdem nicht sonderlich grausam anzuschauen ist. Mit viel Glück gibt es eine FSK16. Wahrscheinlicher ist aber eher eine Erwachsenenfreigabe mit rotem FSK-Flatschen auf dem Cover.
 
 
 


 
 
 

THE BARN – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte Film für Grafiken liegen bei Nevermore Production Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Lost After Dark (2015)
 
Varsity Blood (2014)
 
Bloody Homecoming (2013)
 
Billy Club (2013)
 
Night of the Demons (1988)
 
Night of the Demons 2 (1994)
 
Night of the Demons – Remkae (2009)
 
Trailer Park of Terror (2008)
 
Hatchet (2006)
 
Hatchet 2 (2010)
 
Hatchet 3 (2013)
 


Filmkritik: „Beyond the Gates“ (2016)

beyond-the-gates-2016-poster
 
 
 

BEYOND THE GATES

Story

 
 
 
Ein mysteriöses Video-Brettspiel wird für zwei sich entfremdete Brüder zu Herausforderung. Wer es einmal begonnen hat, muss es zu Ende spielen. Anderenfalls ist der Tod bereits vorprogrammiert.
 
 
 


 
 
 

BEYOND THE GATES – Kritik

 
 
 
Wir begeben uns jetzt zurück in eine Zeit, wo man sich als Fan noch von der Couch erheben musste, um neue Filme sehen zu können. Die hat man bis vor einigen Jahren noch ganz unkompliziert in der Videothek leihen können, wo selbst ausgefallene Nischenfilme ihre Daseinsberechtigung fanden. Was aber mit der Einführung der Videokassette Anfang der 1980er zu einem regelrechten Heimkino-Boom führte, ist im Zeitalter der Digitalisierung Schnee von gestern. Die Videotheken erleben seit Jahren ein Massensterben, weil die Kinohits dank schnellem Breitbandanschluss aus dem Internet in die Wohnzimmer kommen. Dass in solch fortschrittlichen Filmzeiten kaum noch jemand in müffelnden Videotheken stöbern oder auf bereits verliehene Streifen warten möchte, dürfte eine bittere Konsequenz sein mit der sich einige Filmemacher nicht so recht anfreunden möchten. Die lassen längst vergessene Zeiten in ihren Streifen erneut aufleben und versuchen einer neuen Generation an Filmfans nahe zu bringen, wie noch die Eltern in der Jugend Film geschaut haben.
 
 
beyond-the-gates-2016-bild-2
 
 
Nicht zurück in die Zukunft, dafür zurück in die 1980ern geht es mit dem Indie-Horror BEYOND THE GATES, der sich ehrfürchtig vor längst vergessene VHS-Zeiten verbeugt. Darin müssen sich die beiden Brüder Gordon (GRAHAM SKIPPER aus THE MIND’S EYE und ALMOST HUMAN) und John (CHASE WILLIAMSON aus SIREN) durch das Vermächtnis des Vaters arbeiten. Von dem ist seit geraumer Zeit weit und breit keine Spur, weshalb sich die entfremdeten Geschwister aufmachen, um die Videothek des verschollenen Familienoberhauptes auszuräumen. Bei der Entrümpelung stoßen sie auf ein merkwürdiges Video-Brettspiel, das wohl der Vater zuletzt benutzt haben muss. Weil man noch einmal kurz die schmuddelige Videotheken-Ära aufleben lassen und in Erinnerungen schwelgen möchte, beginnt man das mysteriöse Game mit dem eigensinnigen Titel „Beyond the Gates“ zu spielen. Was daraufhin folgt, lässt den Brüdern das Blut in den Adern gefrieren. Die Moderatorin auf der Videokassette zum Spiel scheint ein schauriges Eigenleben zu führen. Deren Kommentare passen aus unerklärbaren Gründen immer zum Spielablauf, was den Geschwistern Sorgen bereitet. Die ist auch berechtigt, denn bald passieren weitaus mysteriösere Dinge. Erst sind es furchterregende Albträume, die die Männer um den Schlaf bringen. Später ist es eine allgegenwärtige Aura des Bösen, die das Verhältnis der Geschwister auf die Probe stellt. Natürlich ist der Ursprung allen Übels im Brettspiel zu suchen. Leider lässt sich „Beyond the Gates“ nicht ohne Weiteres beenden. Wer das Spiel einmal begonnen hat zu spielen, muss es auch zu Ende bringen. Tut man es nicht, wartet der Tod. Tja, manchmal ist es eben besser, wenn man Gebrauchsanleitungen studiert.
 
 
beyond-the-gates-2016-poster
 
 
Willkommen zur Erwachsenen-Version von JUMANJI. So lässt sich BEYOND THE GATES nämlich am besten beschreiben, bei dem es sich mal wieder um einen ungeschliffenen Horror-Indie handelt, der sich was traut. Regisseur JACKSON STEWART versucht hier gegen den Strom zu schwimmen und scheut Konventionen. Das bedeutet, dass der Handlungsverlauf vor allem auch wegen der teils surrealen Einfälle nicht einfach zu durchschauen ist. In BEYOND THE GATES kommen nicht nur zarte Synthesizerklänge aus den 1980ern zum Einsatz, bei denen man schwören könnte, dass man die schon in anderen Horrorfilmen jener Zeit zu hören bekommen hat. Hier wird sich zudem vor Genre-Regisseuren genannter Dekade verbeugt, die dieses Jahrzehnt vor allem bei Zensurwächtern so berüchtigt gemacht haben. Da erinnert Filmemacher und Newcomer JACKSON STEWART mit befremdlichen Farbspielereien an die Werke des mittlerweile eingerosteten DARIO ARGENTO. Handgemachte Splatter- und Matschorgien lassen Revue passieren, wie kreativ man mit Glibber, Gips, Kunstblut und Latex in der Blütezeit des Horrorfilms noch experimentiert hat. Zwar braucht BEYOND THE GATES ein wenig um in Fahrt zu kommen. Hat er endlich seine Richtung gefunden, dürfte der mutige Brettspiel-Horror vor allem Nostalgiker in Verzückung setzen. Wir meinen: Leidenschaftlicher Retro-Horror von einem ambitionierten Horrorfan, der mit Sicherheit die halbe Jugend in den Gruselabteilungen verschiedener Videotheken verbracht hat. Alte Horrorfilmkenner wird die extravagante Hommage Freudentränen bescheren. Wer’s makellos und glatt poliert braucht, ist hier an der falschen Adresse.
 
 
beyond-the-gates-2016-bild-3
 


 
 
 

BEYOND THE GATES – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Wenn ein mysteriöses Brettspiel das Tor in eine andere Dimension öffnet. BEYOND THE GATES ist nichts fürs Massenpublikum. Dieser Streifen entpuppt sich als cineastische Herzensangelegenheit und richtet sich in erster Linie an jene, die in den 1980ern aufgewachsen sind. Dieses interessante Regie-Debüt vereint eine clevere Geschichte mit handgemachten Spezialeffekten und reichlich Retro-Feeling, das Nostalgiker ein Grinsen bescheren wird. Regisseur JACKSON STEWART, der sich selbst als großer Horrorfan bezeichnet und schon als Assistent für STUART GORDON tätig war, konnte für seinen ersten Spielfilm sogar eine namhafte Größe des Horrorgenres gewinnen. So war BARBARA CRAMPTON anfangs nur als Produzentin angedacht, ließ sich dann aber überreden in BEYOND THE GATES auch noch eine kleine Rolle als unheimliche Spielmoderatorin zu übernehmen. Die erfahrene Kult-Schauspielerin scheint nach Auftritten in Splatter-Granaten wie RE-ANIMATOR und FROM BEYOND offenbar Gefallen am Angstkino gefunden zu haben, weshalb man die beliebte Genre-Ikone immer mal wieder in solchen Streifen zu sehen bekommt. Zuletzt war das in YOU’RE NEXT und WE ARE STILL HERE der Fall. Dahinter verbarg sich gelungene Horrorunterhaltung neueren Datums, die man durchaus empfehlen kann. Gleiches gilt auch für BEYOND THE GATES, der wirklich gelungen ist – insofern man etwas mit den Horrorfilmen aus den 1980er und deren Machart anfangen kann. Atmosphärisch bewegt sich der Streifen irgendwo zwischen Euro-Horror aus der Mache des LUCIO FULCI und DARIO ARGENTO, was aber keinesfalls negativ zu bewerten ist. Ganz im Gegenteil. Hinter BEYOND THE GATES steckt ein leidenschaftliches und ehrgeiziges Filmprojekt mit viel Liebe zum Detail und jeder Menge Herzblut. Wer das zu schätzen weiß, wird gut unterhalten werden.
 
 


 
 
 

BEYOND THE GATES – Zensur

 
 
 
Auch wenn es der Film auf den ersten Blick nicht vermuten lässt – in einigen Szenen geht ordentlich die Post ab. Der wird die Splatter-Keule geschwungen und Köpfe zermatscht oder Därme aus Körpern gezogen. Hierzulande dürfte es für diese Zeigefreudigkeit vermutlich eine Erwachsenenfreigabe geben. Aber immerhin angeschnitten. Keine Jugendfreigabe.
 
 
 


 
 
 

BEYOND THE GATES – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen und Trailer liegen bei IFC Midnight)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Jumanji (1995)
 
Zathura – Ein Abenteuer im Weltraum (2005)
 
Stay Alive (2006)
 


Filmkritik: „Night of Something Strange“ (2016)

night-of-something-strange-2016-poster
 
 
 

NIGHT OF SOMETHING STRANGE

Story

 
 
 
Einige notgeile Freunde infizieren sich auf der Reise zum Spring Break mit einem hochansteckenden Zombievirus.
 
 
 


 
 
 

NIGHT OF SOMETHING STRANGE – Kritik

 
 
 
Es scheint Regisseure zu geben, denen nichts peinlich ist. Man denke an die vielen High School- und College-Komödien, die sich seit den Erfolgen der AMERICAN PIE-Filme mit Scherzen weit unter der Gürtellinie gegenseitig Konkurrenz machen wollen. Wer aber meint, dass die Ejakulation in einen Apfelkuchen die Spitze geschmackloser Absurditäten gewesen ist, hat wohl noch nicht NIGHT OF SOMETHING STRANGE gesehen. Diese Indie-Produktion zeigt eindrucksvoll, dass Niveau noch weitaus tiefer sinken kann, als man es sich je zu träumen gewagt hat, denn was man hier vor die Linse bekommt, hat man definitiv noch in keinem Horrorfilm zu sehen bekommen. Hinter der intellektbefreiten Trash-Gurke steckt Newcomer JONATHAN STRAITON. Der hofft mit Zombies, Splatter und Ekel Käufer zu finden und hat für knapp 40.000 US-Dollar Budget Mülltonnen-Horror gemacht, der zumindest auf technischer Ebene überzeugen kann. Trotz zweifelhafter Ekel-Show verblüfft NIGHT OF SOMETHING STRANGE mit souveränem Umgang von Schnitt, Musik und Kamera. Die lassen den Film nämlich nach deutlich mehr ausschauen, als er gekostet hat. In dieser Hinsicht ist der Streifen vielen Low-Budget-Filmen und Indie-Produktionen weit voraus. Dennoch bleibt ein übler Nachgeschmack, weil peinliche Dialoge und noch peinlichere Ideen der versierten technischen Machart den Rang ablaufen.
 
 
night-of-something-strange-2016-bild-3
 
 
Von immergeilen Stereotypen und einem Zombievirus, der eigentlich keiner ist. NIGHT OF SOMETHING STRANGE erzählt eine Geschichte, die so oft abgespult wurde, dass man sie auch in einem Satz zusammenfassen könnte. Mal wieder machen sich einige oberflächlich charakterisierte Teenager auf, um bei Alkohol und Sonnenschein zu feiern. Doch die feucht-fröhliche Spring Break-Party werden die Jugendlichen nie erreichen, denn eine unbekannte Bedrohung folgt ihnen auf dem Weg. Ein Virus in Form einer Geschlechtskrankheit zwingt die naiven Partygänger in die Knie. Während man in einem abgelegenen Motel Rast einlegt und ungeniert durch die Betten springt, schlägt die Krankheit zu und verwandelt die Freunde in aggressive Monster. Die kennen nur eins: töten, töten, töten. Große Erklärungen bedarf es nicht, denn die Ursache des Übels wird bereits im Prolog erwähnt. Ein triebgesteuerter Hausmeister vergeht sich im Leichenschauhaus an einer attraktiven Toten und wird so zum Überträger. Sollte hier jemand mahnende Worte zum Thema ungeschützten Geschlechtsverkehr und seine Folgen vernehmen, kann er diese getrost streichen. In Anbetracht der vielen Geschmacklosigkeiten im Film, waren die wohl mit Sicherheit nicht beabsichtigt.
 
 
night-of-something-strange-2016-bild-4
 
 
Die Idee zum Film kam Filmemacher JONATHAN STRAITON bereits vor vielen Jahren. Um genau zu sein 2007, als ROBERT RODRIGUEZ und QUENTIN TARANTINO das vielgelobte Grindhouse-Projekt bestehend aus PLANET TERROR und DEATH PROOF in die Kinos brachten. Auch Straiton wollte ein ähnliches Double-Feature zusammen mit Produzent RON BONK drehen und hatte bereits die Idee von einer Geschlechtskrankheit im Kopf, die sich wie ein Zombievirus unkontrolliert ausbreiten sollte. Letztendlich legte man das Vorhaben aber auf Eis und machte aus NIGHT OF SOMETHING STRANGE dann doch einen eigenen Spielfilm, der sich vor jenen Streifen verbeugen sollte, mit denen die beiden Filmemacher aufgewachsen waren: die Horrorfilme der 1980er. Trotz Herzensprojekt ist JONATHAN STRAITON mit dem Regiedebüt kein Hit gelungen. Hier werden hilflose Menschen angepinkelt, Leichen begattet, in Gesichter gekotet und blutgetränkte Tampons zum Mitternachtssnack geifernder Zombiefurien umfunktioniert. Nein, NIGHT OF SOMETHING STRANGE ist definitiv nichts für Feingeister und die, die es meinen zu sein. Der Film versucht mit pubertärer Fäkal- und Ekelunterhaltung bei Laune zu halten und ist dabei nicht einmal gut darin. Das Gebotene wirkt in seiner plumpen Einfachheit und zeigefreudigen Schamlosigkeit vielerorts beschämend und die vielen Geschmacklosigkeiten erzielen zu keiner Zeit den Effekt, den sich Macher JONATHAN STRAITON wohl gewünscht hat. Gute Lacher bleiben nämlich aus, was nicht gerade für NIGHT OF SOMETHING STRANGE spricht, der sogar als Horrorkomödie beworben wird. Zu Lachen gibt es herzlich wenig, außer man ist so einfach gestrickt, um sich darüber amüsieren zu können, wie sich ein testosterongesteuerte Womanizer im Film in ein dunkles Hotelzimmer schleicht und statt einer der heißen Bräute versehentlich den dicken Fettsack penetriert. Das ist selbst mit fünf Flaschen Bier intus definitiv nicht komisch.
 
 
night-of-something-strange-2016-bild-1
 
 


 
 
 

NIGHT OF SOMETHING STRANGE – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Trashiger Splatter-Mix aus EVIL DEAD, CABIN FEVER und NIGHT OF THE DEMONS, der zwei Dinge voraussetzt: einen gute Magen und Hang zu pubertärem Humor. Von – ohne Mist – Säure speienden Vaginas bis gefräßigen Penissen gibt es hier allerhand abartiges Zeug zu sehen, was bei den meisten erwachsenen Zuschauern auf Unverständnis stoßen dürfte. NIGHT OF SOMETHING STRANGE ist einer dieser geschmacklosen Produktionen, die man so ähnlich – wenn aber oft mit immerhin Gesellschaftskritik – in den 1980ern von TROMA zu sehen bekommen hat. Das kultige Trash-Studio steckt diesmal nicht dahinter. Stattdessen fügt Regisseur JONATHAN STRAITON (der sich übrigens die hirnrissige Story zum Trash-Debakel ausgedacht hat) eine Schippe bildgewaltiger Abartigkeit hinzu und versucht mit Ekelrezeptur zu polarisieren. Ekel wird hier weniger durch professionelle Gewalt- und Spezialeffekte bewirkt. In diesem Film sind es vor allem Körperflüssigkeiten und Fäkalhumor die Brechreiz verursachen. NIGHT OF SOMETHING STRANGE beweist mehr als deutlich, dass man nicht sonderlich helle sein muss, um das Interesse von Horrorfans zu wecken. Was hier über die Mattscheibe flimmert, entspricht in etwa der Kreativität und Phantasie eines pubertierenden 14-Jährigen, der es offenbar lustig findet, wenn in weibliche Geschlechtsorgane getreten wird bis der Schuh darin stecken bleibt. Was hier an unterirdischer Platt- und Dummheit zelebriert wird, ist kaum in Wort zu fassen – zumal der Quatsch auch kein Ende finden will. Knapp 100 Minuten zieht sich der cineastische Irrsinn, der zudem auch keinen Spannungsbogen besitzt und sich zäh von Geschmacklosigkeit zu Geschmacklosigkeit hangelt. Da ist es schon fast grotesk zu behaupten, dass die Streifen aus den schundigen SYFY und THE ASYLUM-Studios im Vergleich zu dem was hier geboten wird, ernstzunehmende Filmkunst sind. Demzufolge ist NIGHT OF SOMETHING STRANGE auch nur für jene zu empfehlen, die auch wirklich gar keinen Geschmack besitzen. Selbst von schlechtem Geschmack ist dieser Zombie-Schiss nämlich weit entfernt.
 
 


 
 
 

NIGHT OF SOMETHING STRANGE – Zensur

 
 
 
In NIGHT OF SOMETHING STRANGE wird zwar etwas an Splatter gezeigt. Der ist aber derart überzogen, dass es keine Probleme geben mit einer ungeschnittenen Freigabe geben dürfte. Man darf aber – vor allem wegen des sehr ekelhaften Humors – eine Erwachsenenfreigabe erwarten. Keine Jugendfreigabe.
 
 
 


 
 
 

NIGHT OF SOMETHING STRANGE – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen, Szenenbilder liegen bei Hurricane Bridge Entertainment)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Ghost Team One (2013)
 
Hell Baby (2013)
 
Bloody Bloody Bible Camp (2012)
 
Piranha 3DD (2012)
 
Tucker and Dale vs. Evil (2010)
 
Scary Movie (2000)
 
Scary Movie 2 (2001)
 


Filmkritik: „31“ (2016)

31-rob-zombie-poster
 
 
 

31

Story

 
 
 
Eine Gruppe Schausteller (darunter einige Darsteller aus früheren Filmen von ROB ZOMBIE) wird von Fremden überfallen und in eine unterirdische Arena verschleppt. Dort müssen sie ums Überleben kämpfen.

 
 
 


 
 
 

31 – Kritik

 
 
 
Eigentlich wollte Zottelbart und Musiker ROB ZOMBIE nach THE LORDS OF SALEM dem Filmemachen den Rücken kehren. Der surreale Okkult-Grusler erntete mehr negative Kritiken – vor allem auch deswegen, weil Fanboys hier nicht die für Zombie bekannten Gewaltorgien zu sehen bekamen. Stattdessen kehrte der kontroverse Regisseur derben Schlachtplatten den Rücken und probierte sich im Subtilen aus. Leider war das Publikum vom optisch immerhin beeindruckenden Richtungswandel nicht sonderlich begeistert. Demzufolge erhielt ROB ZOMBIE für seinen schleichenden und teils ziellosen Schauerausflug nicht die Anerkennung, die er erhofft hatte und war beleidigt. Die Quintessenz: Erstmal Schluss mit Filmedrehen – zurück zu Comics und Musik. Offenbar war’s ihm so ohne Regieklappe in der Hand auf Dauer zu langweilig. Deshalb machten kurze Zeit nach THE LORDS OF SALEM Informationen im Internet die Runde, dass der Filmemacher an einem weiteren Horrorfilm tüfteln würde, der zu Zombies Regie-Wurzeln zurückkehren sollte. Mehr Härte und Hoffnung auf ein NC-17 (die höchste Freigabe, die Filme in den USA erhalten können) sollten Erwartungshaltungen schüren. Doch verspricht 31 auch das, was der Musiker, Comicautor und Regisseur seinen Anhängern im Vorfeld versprochen hat?
 
 
31-rob-zombie-bild-1
 
 
Halloween des Jahres 1979. Eine Gruppe Schausteller reist mit einem Bus durch das Hinterland der Vereinigten Staaten. Viel scheinen die nicht im Hirn zu haben, denn gute Manieren oder eloquenter Ausdruck scheinen den Zeitgenossen fremd. Da kommt es dem Zuschauer geradezu gelegen, dass der gammeligen Sitte endlich mal der Marsch geblasen wird. Bei der Reise durchs ländliche Amerika stoßen die Freunde auf seltsame Vogelscheuchen, die jemand kurz zuvor auf der Fahrbahn platziert haben muss. Wenig später ist Land unter. Vermummte Gestalten überfallen den Bus, töten die Bande und verschleppen fünf der Kumpels in eine unterirdische Arena. Hier werden Todesspiele gespielt und Wetten abgegeben. Gut für die Initiatoren der Veranstaltung, schlecht für die unfreiwilligen Teilnehmer der Menschenhatz. Die müssen sich vor einer Horde Killer-Clowns in Sicherheit bringen, die mit unterschiedlichem Mordwerkzeug den menschlichen Zielscheiben an den Kragen wollen. Immerhin gibt es ein Ziel. Wer zwölf Stunden im Spiel 31 überlebt, kann auf Gnade hoffen. Doch ob es überhaupt einem der fünf Freunden gelingt, die Nacht heil zu überstehen? Man kann es nur hoffen.
 
 
31-rob-zombie-bild-3
 
 
Einmal mehr setzt ROB ZOMBIE auf das, was seine Filme nun mal ausmachen. Das bedeutet: Verrohende Sprache, gammelige Typen und brutale Gewaltmomente. Somit orientiert sich 31 in seiner Machart an die Erstlingswerke des Schock-Rockers, der mit DAS HAUS DER 1000 Leichen und der Fortsetzung THE DEVIL’S REJECTS vor allem beim horrorerprobten Zuschauer Eindruck hinterlassen konnte. Leider dürfte die Rückkehr zum Altbewährten diesmal zwar durchaus Fans der härteren Filmart zufriedenstellen; der große Coup ist mit 31 leider nicht gelungen. Horror definiert sich nicht nur durch eine lose Aneinanderreihung von möglichst heftigen Gewaltexzessen. In Zombies 31 bleiben Figuren allesamt gesichtslos, was das Treiben relativ unnahbar gestaltet, denn Sympathieträger fehlen gänzlich. Demzufolge dürfte der Zuschauer weitestgehend unberührt vom Schicksal der Helden und Bösewichte bleiben, denen es in 31 nicht gerade zimperlich an den Kragen geht.
 
 
31-rob-zombie-bild-5
 
 
Gewalt als Mittel zum Selbstzweck. Das macht 31 aus, denn der Survival-Horrorfilm besitzt außer dem möglichst zeigefreudigen Ausradieren seiner Figuren nicht viel, was Erwähnung finden könnte. Leider verpufft die teils schockierende Wirkung der meisten Gewaltakte gänzlich, denn Macher ROB ZOMBIE lässt viel mit der Kamera wackeln, anstatt mal richtig draufzuhalten. So kommen zwar Nagelkeulen und Motorsägen zum Einsatz – außer viel Geschrei und Hektik bleiben jedoch die wenigsten der groß angekündigten Brutalo-Szenen in Erinnerung. Das spricht nicht gerade für den Film, der ohnehin ein großes Problem mit seiner rudimentären Handlung hat. Die wurde offensichtlich um diverse Gewalteinlagen geschrieben, schafft aber kaum Klarheit. So bleibt unbeantwortet, warum hier Menschen weggefangen und für Todesspiele missbraucht werden. Aber auch das Mysterium um die Drahtzieher der skrupellosen Organisation wird nicht gelüftet. Vermutlich will sich Zombie da wohl Stoff für mögliche Fortsetzungen offen lassen – sollte der Film sein Publikum finden.
 
 
31-rob-zombie-bild-4
 
 
Letztendlich ist auch 31 einer dieser Film aus der Mache des ROB ZOMBIE, den man entweder mag oder auch nicht. Der schonungslose Überlebenskampf bewegt sich irgendwo zwischen Filmen wie RUNNING MAN und DIE INSEL DER VERDAMMTEN, überzeugt mit dreckigem 70er-Look und punktet definitiv in Sachen Atmosphäre. Hier muss man Zombie durchaus Talent aussprechen, denn 31 dürfte der wohl düsterste Streifen sein, den der zottelige Regisseur bisher auf die Leinwand gebracht hat. Leider hat auch 31 – wie die übrigen Filme des ROB ZOMBIE – ein großes Problem mit der Wortgewandtheit seiner Figuren. Vulgäres Miteinander steht hier an der Tagesordnung, was den Streifen nicht unbedingt besser macht. Das unterstreicht zwar den exploitationhaften Charakter des Horrortrips, geht aber irgendwann so ziemlich auf den Wecker. Wer darüber wegsehen kann und kein Problem mit Filmen hat, die kaum Handlung besitzen und sich von einem Gewaltmoment zum nächsten hangeln, könnte kurzweilig unterhalten werden. Große Horrorfilmkunst ist 31 definitiv nicht. Da hat man schon besseres von Herrn Zombie gesehen.
 
 
31-rob-zombie-bild-2
 
 


 
 
 

31 – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Exploitation á la carte – Ein ROB ZOMBIE-Schocker wie er im Buche steht. Mit 31 kehrt der kontroverse Macher deftiger Filmalbträume wieder zu seinen Wurzeln zurück. Der durch Crowdfunding finanzierte Schocker hat vor allem eines zu bieten: Gewalt – und davon nicht wenig. Leider dürften die Schlachtorgien nicht jedermanns Sache sein. Das liegt nicht in erster Linie an der Grausamkeit der zelebrierten Morde, sondern eher an der unruhigen Kameraführung, die Schwindelgefühle auslöst. Zombie siebter Ausflug ins Regiefach glänzt durch düstere Optik, die beunruhigt – aber auch durch nahezu kaum vorhandene Handlung. Im Mittelpunkt steht ausschließlich der Gedanke, wie man Opfer möglichst reißerisch bebildert um die Ecke bringen kann. Das kann 31 ganz gut. Zu mehr taugt der Film leider nicht, dazu ist der Streifen einzig darauf aus, die niederen Instinkte des Zuschauers zu befriedigen.
 
 
 


 
 
 

31 – Zensur

 
 
 
31 hatte es nicht leicht mit der US-Freigabebehörde MPAA. Die wollte dem Streifen in der Urfassung das kommerziell tödliche NC-17 aufdrücken. Demzufolge musste der Streifen vom Regisseur geschnitten werden (angeblich nur 4 Sekunen), um ein R-Rating erhalten zu können. Auf dieser Fassung beruht nun auch die deutsche Kinofassung.
 
 
 


 
 
 

31 – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Tiberius Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Running Man (1987)
 
Insel der Verdammten (1982)
 
Carnage Park (2016)
 
Hostel (2005)
 


Filmkritik: „Bloody Knuckles“ (2014)

bloody-knuckles-poster(1)
 
 
 

BLOODY KNUCKLES

Story

 
 
 

Die abgetrennte Hand eines Comicautors macht dessen Feinden das Leben zur Hölle.

 
 
 


 
 
 

BLOODY KNUCKLES – Kritik

 
 
 
Die Geschichte vom eiskalten Händchen mal wieder neu interpretiert. Was schon von 1964 bis 1966 in der TV-Serie THE ADDAMS FAMILY für jede Menge Lacher gesorgt hat, scheint auch Jahre nach dem TV-Kult immer noch Filmemacher zu inspirieren. So vermutlich auch Regie-Neuling MATT O’MAHONEY, der in seinem ersten Horrorfilm mit dem vielversprechenden Titel BLOODY KNUCKLES rächende Hände auf den Zuschauer loslässt. Wenn die abgetrennte Hand ein Eigenleben führt – neu ist diese Idee freilich nicht. Bereits OLIVER STONE experimentierte mit dieser Art des Grauens im Schocker DIE HAND und erschuf einen verstörenden Filmalbtraum über den gespaltenen Charakter eines Comicautors, dessen abgetrennte Hand die dunkle Seite ihres Besitzers auslebte. Weitaus humoristischer verarbeitete Regisseur RODMAN FLENDER den Stoff von den bösartigen Griffeln. In seiner Trash-Komödie DIE KILLERHAND sorgte eine besessene Hand für Durcheinander, die fernab vom guten Geschmack Irrsinn und Schabernack anrichtete. Damit machte man es Regie-Legende SAM RAIMI gleich. Der lies im legendären Splatter-Klassiker EVIL DEAD 2 nicht nur Teufel, sondern auch dämonische Hände tanzen und bannte damit Horror-Kult auf Zelluloid, der von jungen Filmemachern immer wieder gern kopiert wird.
 
 
bloody-knuckles-bild-1(1)
 
 
Genau irgendwo zwischen genannten Horrorwerken bewegt sich auch die kanadische Komödie BLOODY KNUCKLES, die sich freilich zu keiner Minute ernst nimmt. Hier gehören Ulk und Albernheiten zur Tagesordnung, was aber nicht immer hundertprozentig zündet. BLOODY KNUCKLES hat nämlich wie viele Horrorkomödien neuen Datums ein Problem: Die guten Gags gehen so ziemlich schnell aus. Im Film geht es einem respektlosen Underground-Comicautor an den Kragen. Der zeichnet mit Vorliebe politisch inkorrekte Bildergeschichten, die er dann für kleines Geld veröffentlicht. Leider gerät eines der Hefte in die Hände einer Gruppe böser Jungs, deren Anführer ein erfolgreicher chinesischer Geschäftmann ist. Als der davon Wind bekommt, wie er im Comic auf die Schippe genommen und seine Person in ein schlechtes Licht gerückt wird, platzt dem Kopf der Bande der Kragen. Was folgt ist für Comiczeichner Travis kein Zuckerschlecken. Die Ganoven lauern dem Künstler auf und hacken ihm aus Rache die Hand ab. Comic-Zeichnen ist nun unmöglich, was den Autor vor große Probleme stellt. Doch das abgetrennte Körperteil hat einen Plan. Es macht sich auf, um das Gesetz sprichwörtlich selbst in die Hand zu nehmen. So muss ein Bösewicht nach dem anderen das Leben lassen, bis Travis dem Anführer der obskuren Bande gegenübersteht. Gott sei Dank hat er Verbündete, die ihm im Kampf zur Seite stehen.
 
 
bloody-knuckles-bild-2(1)
 
 
Von Superhelden in S/M-Klamotten und grabbelnden Händen. BLOODY KNUCKLES beginnt stark und schließt mit spaßigem Finale ab. Dazwischen flimmert reichlich Blödsinn und Füllmaterial über die Mattscheibe, damit der Streifen auf Spielfilmlänge kommt. Viel Lärm um Nichts umschreibt treffend, was dem Zuschauer in diesem Indie-Horror erwartet, denn die Handlung gibt im Grunde genommen nicht genügend Stoff und Ideen her, um daraus einen Spielfilm zu machen. Dennoch hat Macher MATT O’MAHONEY die Geschichte so aufgeblasen, das man’s als Spielfilm verkaufen kann. Längen sind da natürlich vorprogrammiert, was einer Komödie nicht sonderlich förderlich ist, die eigentlich mit Späßen erheitern möchte. Natürlich sind Lacher vorhanden. Trotzdem bekommt man während des Films hin und wieder das Gefühl, als wären die krampfhaft ins Drehbuch geschrieben worden, um BLOODY KNUCKLES irgendwie den Stempel Horrorkomödie aufdrücken zu können. So wird viel Zeit damit verschwendet, eine platte Beziehung zwischen der abgetrennten Hand und ihrem Besitzer in den Fokus zu rücken. Erst ist es Ekel und Abscheu, die distanziert. Gegen Ende kann keiner ohne den anderen. Die Konsequenz: Man verbündet sich gegen das Böse und macht es einen Kopf kürzer. Selten hat man eine dämlichere Liebesgeschichte auf dem Schirm gehabt.
 
 
bloody-knuckles-bild-3.jpg(1)
 
 
Immerhin versucht BLOODY KNUCKLES viel Leerlauf mit Fäkalhumor zu vertuschen. Der hat vielerorts eigentlich kaum noch etwas mit Humor am Hut und dürfte nur jene Zuschauer hinter dem Ofen hervorlocken, die was mit niveaulosen, amerikanischen Spoof-Komödien anfangen können. Wortwitz oder Spaß mit Hirn? Fehlanzeige! Stattdessen gibt’s derbe Späße mit dem Holzhammer. Witzig ist anders. Bleibt zu erwähnen, dass die Spezialeffekte ganz brauchbar sind. Die haben trotz trashiger Umsetzung Charme. So gibt’s gleich zu Beginn eine Melt-Szene zu sehen, die alte STREET TRASH-Zeiten in Erinnerung rufen. Ob jedoch nett getrickste Schmuddelmomente einen sonst eher zu langen und substanzlosen Film unterhaltsam machen, steht auf einem anderen Blatt.
 
 
bloody-knuckles-bild-4.jpg(1)
 
 


 
 
 

BLOODY KNUCKLES – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
DIE HAND, EVIL DEAD 2 und DIE BESTIE MIT DEN FÜNF FINGERN – der Kanadier MATT O’MAHONEY hat sich für sein Spielfilmdebüt von großen Klassikern inspirieren lassen, über die man auch heute noch gerne spricht. Gleiches kann man von BLOODY KNUCKLES jedoch nicht behaupten, der sich eher mit plumpen Späßen über Wasser hält und kaum nennenswerte Einfälle zu bieten hat. Schenkt man dem Macher Glauben, prangert der im Film das Thema Zensur an. Dem Helden im Film wird für seine politisch nicht immer korrekten Karikaturen und Comics die Hand abgeschlagen. Regisseur MATT O’MAHONEY zieht damit Parallelen zum aktuellen Zeitgeschehen und nennt im gleichen Atemzug die berüchtigten zwölf Mohammed-Karikaturen, welche 2005 in der dänischen Tageszeitung JYLLANDS-POSTEN abgedruckt wurden. Die Veröffentlichung zog gewaltsame Proteste nach sich und entfachte eine weltweite Diskussion über die Religions-, Presse-, Kunst- und Meinungsfreiheit. Leider bleibt der brisante Thematik im Film ungehört, denn BLOODY KNUCKLES ist leider nichts für Feingeister, sondern ist einzig damit beschäftigt, sich in primitiven Belanglosigkeiten zu suhlen. Wer was mit Späßen jenseits der Gürtellinie anfangen kann, darf einen Blick riskieren. Wer eine gute Horrorkomödie mit sympathischen Charakteren und netten Einfällen erwartet, wird enttäuscht – auch wenn das Effekte-Team solide Arbeit geleistet hat.
 
 
 


 
 
 

BLOODY KNUCKLES – Zensur

 
 
 
Im Film gibt es einige Splattermomente zu sehen. Von Enthauptungen bis zum kruden Abtrennen einer Hand mit einer Handkreissäge sind einige Momente dabei, die Fans für harte Späße zufriedenstellen dürften. Wegen des komödiantischen Untertons dürfte BLOODY KNUCKLES trotz Gewalteinlagen ungeschoren durch die FSK kommen. Vermutlich aber trotzdem mit einer Freigabe für Erwachsene. Keine Jugendfreigabe.
 
 
 


 
 
 

BLOODY KNUCKLES – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Artsploitation Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Die Hand (1981)
 
Die Killerhand (1999)
 
Hands of a Stranger (1962)
 
The Hands of Orlac (1924)
 
Mad Love (1935)
 
The Beast with Five Fingers (1946)
 


Filmkritik: „The Funhouse Massacre“ (2015)

the-funhouse-massacre-2015(1)
 
 
 

THE FUNHOUSE MASSACRE

Story

 
 
 

Sechs der meistberüchtigten Serienkiller übernehmen eine dieser Spukattraktionen, die sich während der Halloween-Saison in Amerika großer Beliebtheit erfreuen und richten dort ein Massaker an. Das wird ein blutiger Spaß.

 
 
 


 
 
 

THE FUNHOUSE MASSACRE – Kritik

 
 
 
Nach all den ultraharten Folterfilmen, konsequent-kaltschnäuzig durchgezogenen Rachestreifen und kaum noch zu ertragenden Found-Footage-Schnarchern ist es schön zu sehen, dass man sich um Horrorfans sorgt und sie ab und an mit leichter Kost versorgt, für die das Hirnkästchen mal eine Runde ausgeschaltet bleiben kann. Zu einer dieser Kandidaten gehört der Spass-Horror THE FUNHOUSE MASSACRE, der keinen Hehl daraus macht, dass er nur gedreht wurde, um den Genreliebhaber zu unterhalten. Rasanter Splatter-Trash mit hohem Unterhaltungswert wird hier geboten, der sich zu keiner Minute ernst nimmt und somit auf gleicher Welle schwimmt, wie bereits das von TIM SULLIVAN im Jahr 2005 inszenierte Remake des Horrorklassikers TWO THOUSAND MANIACS. Unter dem Titel 2001 MANIACS kam die Neuverfilmung vor allem wegen der ironisch-übertriebenen Zurschaustellung von Gewalt bei horrorbegeisterten Zuschauern gut an und natürlich, weil Genre-Ikone ROBERT ENGLUND in einer weiteren Paraderolle zu sehen war – Jahre nachdem er das letzte Mal als Meuchelmörder FREDDY KRUEGER auf der Leinwand Bewohner der Elm Street mit fiesen Sprüchen und scharfen Handschuh-Klauen um den Schlaf brachte. Zwar keinesfalls böse, aber dennoch humorvoll darf der mittlerweile nicht mehr ganz so frische Altstar auch in THE FUNHOUSE MASSACRE auftreten. In dieser Horror-Comedy wechselt er ausnahmsweise die Fronten und ist diesmal einer von den Guten. Englund-Fans dürfte das Wiedersehen feuchte Höschen bescheren. Doch die Freude ist nur von kurzer Dauer, denn der beliebte Schauspieler hat leider nur einen kurzen Gastauftritt im Film. Nach gerade mal zehn Minuten muss er auf unsanfte Weise das Zeitliche segnen. Da stellt sich prompt die Frage, ob es eine gute Entscheidung gewesen ist, den Kultstar zu früh von der Bühne zu nehmen. Im Falle von THE FUNHOUSE MASSACRE kann Entwarnung gegeben werden, denn auch wenn Englund nicht lang zu sehen ist, hat der Streifen jede Menge Überraschungen zu bieten – und darauf kommt’s doch letztendlich an, oder?
 
 
the-funhouse-massacre-2015-bild-2
 
 
Eigentlich sollte es nur eine Reportage über sechs der meistgefürchteten Verbrecher unseres Planeten werden. Doch die Reporterin hat anderes im Sinn. Statt den Leiter einer Haftanstalt (ROBERT ENGLUND) zu interviewen und Bilder von den Häftlingen zu schießen, gibt sie sich als Tochter einer der Inhaftierten zu erkennen und tötet alles und jeden. Ihr Ziel: die Bösewichte aus ihren Käfigen lassen, damit sie in Freiheit weiteres Unheil anrichten können. Selbstverständlich können die Fieslinge entkommen und flüchten zu einer dieser leicht kitschigen Spukattraktionen, die in Amerika Hochkonjunktur haben, wenn Halloween ist. So werden die Angestellten besagten Horrorhauses um die Ecke gebracht, damit die Psychopathen deren Plätze einnehmen können. Was folgt, kann sich der Zuschauer ausmalen. Ein blutiges Exempel wird statuiert. Die Besucher werden blutig ermordet und als Requisiten missbraucht. Doch eine Gruppe Freunde weiß sich zu wehren. Sie nehmen den Kampf gegen das Böse auf, um den Verbrechern ein Denkzettel zu verpassen. Liebhaber grober Schlachtszenarien wird’s freuen
 
 
the-funhouse-massacre-2015-bild-1
 
 
Nichts ist schlimmer als langweilige Horrorfilme, die Zeit und Nerven rauben. Wühlt man sich durch den ganzen Low-Budget-Kram, der tagtäglich in den Handel gebracht wird, muss man sich der erschreckenden Erkenntnis hingeben, dass wohl den meisten Genre-Regisseuren nicht bewusst ist, was Horrorfans eigentlich wollen. Nach guter und unterhaltsamer Abendunterhaltung dürstet es den Meisten, welche man schon lange nicht mehr von Produktionen neueren Datums erwarten kann. Dort findet eher die Formel schnellen Geldes Verwendung. Nach straffem Zeitplan und mit überschaubaren Budget werden dilettantische Drehbücher verfilmt, die von lustlosen und unerfahrenen Autoren geschrieben werden. Das Nachsehen hat oft der Zuschauer, dem langsam der Spaß am Schauen von Genrefilmen vergeht, weil Quantität vor Qualität geht. Weg vom schlechten No-Budget-Müll, hin zu erwähnenswerten Horrorfilmen, die Spaß bereiten. THE FUNHOUSE MASSACRE ist so ein Fall, dessen Handlung so schwachsinnig ist, dass man den Film allein schon deshalb nur mögen kann. Regisseur ANDY PALMER nimmt sich eines Themas an, an dem sich vor einiger Zeit der Found-Footage-Thriller HOUSES OF TERROR die Zähne ausgebissen hat: Serienmörder und Geisterbahnen. Anders als im bierernsten Wackelchaos von 2014 versucht es Palmer mit selbstironischem Humor. In THE FUNHOUSE MASSACRE haben Spaßbremsen und Moralapostel Sendepause. Hier verhalten sich alle Beteiligten derart schräg, dass kein Auge trocken bleibt. In einer Geisterbahn treten sechs skurrile Gestalten gegen grünschnäblige Jungdarsteller an, die selbstverständlich alles dafür tun, möglichst schnell über die Klinge zu springen. Im Zehn-kleine-Negerlein-Prinzip geht’s voran – selbstverständlich blutig und abwechslungsreich. Nacheinander müssen alle Hauptfiguren kreativ sterben. Von zerquetschten Köpfen bis hin zur grotesken Zahnoperation gibt es allerhand absurdes Zeug zu sehen, das jedoch so überzogen zelebriert wird, dass die Lacher dem Ekel den Rang ablaufen. Höhepunkt ist das im Titel angedeutete Massaker in dem wahllos Gäste der Horrorattraktion irgendwie um die Ecke gebracht werden. Die Kamera hält drauf, der Zuschauer ist glücklich. Weil abwechslungs- und temporeich geschlitzt, gehackt und gesäbelt wird, kommen kaum Längen auf. Ein gewisser Unterhaltungswert lässt sich da nicht streitig machen – vor allem auch deshalb, weil die Grenzen zur Slasher-Persiflage fließend sind. Manchmal tut leichte Kost Not. THE FUNHOUSE MASSACRE ist ein gutes Beispiel dafür, dass doof nicht gleichzeitig schlecht bedeuten muss. Dieser Film ist zwar nicht sonderlich helle, dafür handwerklich gelungen und rasant inszeniert. Der hohe Splatterfaktor tut sein Übriges. Dieser ist übrigens ROBERT KURTZMAN und dessen kreativem Team zu verdanken. Die haben schon einige Blutbäder in bekannten Horrorfilmen angerichtet. Darunter: FROM DUSK TILL DAWN, TEXAS CHAINSAW 3D und TANZ DER TEUFEL 2 um nur einige zu nennen. Zurück zum Massaker – Fortsetzung erwünscht!
 
 
the-funhouse-massacre-2015-bild-3
 
 


 
 
 

THE FUNHOUSE MASSACRE – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Disneyland für Erwachsene. Kunterbuntes Splatterfeuerwerk mit hohem Fun-Faktor, das sich zu keiner Minute ernst nimmt. Wer Filme wie 2001 MANIACS, HATCHET oder das Remake zu NIGHT OF THE DEMONS mochte, wird diesen Film garantiert ins Herz schließen. THE FUNHOUSE MASSACRE punktet mit jeder Menge hirnfreiem Charme, trashigen Splattereffekten und einem absurdem Szenario, dass am Ende so ziemlich ins Nirwana der Absurdität vorstößt. Sechs unaufhaltsame Psychopathen – darunter ein Zahnarzt, ein Kannibale, ein Sektenguru, ein Leichenfledderer, ein Clown und eine Lolita – metzeln sich durch eine Geisterbahn und richten dabei ein lupenreines Massaker an. Mit handgemachten Splatterexzessen, Prothesen und Blutkonserven hat man nicht gegeizt. Das Interesse ausgehungerter Gore-Freunden wird damit geweckt, die sich am blutroten Metzelreigen kaum satt sehen können. Trotz hohem Blutzoll besticht THE FUNHOUSE MASSACRE durch enormen Unterhaltungswert. Hier ist immer was los und viel gequasselt wird nicht. Im Fokus stehen möglichst abgefahrene Todesarten. Darin ist der Film Weltmeister. Löblicherweise lässt sich FEDDY KRUEGER-Darsteller ROBERT ENGLUND kurz blicken und schaut nach dem Rechten. Der hatte zuletzt immer Pech bei der Auswahl seiner Rollen in drittklassigen Horrorfilmen. THE FUNHOUSE MASSACRE macht da eine Ausnahme. Der bereitet nämlich jede Menge Laune – auch wenn Englund zeitig sein Leben lassen muss. Als Partyfilm mit Bier und Freunden macht diese Splatter-Comedy definitiv eine gute Figur. Daher Hirn abschalten und genießen.
 
 
 


 
 
 

THE FUNHOUSE MASSACRE – Zensur

 
 
 
THE FUNHOUSE MASSACRE zelebriert – wie es bereits der Titel vermuten lässt – Gewalt zum Selbstzweck. Hier gibt es allerhand krudes Zeug zu sehen, dass aber durch den humoristischen Unterton nicht so hart wirkt, wie man es vermuten würde. Es werden Köpfe abgeschlagen, Zähne herausgerissen und Kehlen durchgeschnitten. Das ist aber noch längst nicht alles. Es würde wohl den Rahmen sprengen, wenn hier jede Todesart genannt werden würde. Vergleicht man THE FUNHOUSE MASSACRE mit Filmen wie HATCHET kann man sich in etwa ein Bild machen, wohin die Reise gehen wird. Mit viel Glück gibt es für den Streifen eine ungeschnittene Freigabe für Erwachsene (keine Jugendfreigabe). Aber die Wege der FSK sind auch heute noch unergründlich.
 
 
 


 
 
 

THE FUNHOUSE MASSACRE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Hatchet (2006)
 
Hatchet 2 (2010)
 
Hatchet 3 (2013)
 
2001 Maniacs (2005)
 
2001 Maniacs 2 – Es ist angerichtet (2010)
 


Filmkritik: „Last Girl Standing“ (2015)

last-girl-standing-2015-poster
 
 
 

LAST GIRL STANDING

Story

 
 
 

Eine junge Frau (Akasha Villalobos) erlebt nach einem Massaker an ihren Freunden die Hölle auf Erden. Als einzige Überlebende sieht sie sich fünf Jahre später mit gleichem Killer konfrontiert, der ihr einst alles genommen hat, was ihr lieb und heilig gewesen ist.

 
 
 


 
 
 

LAST GIRL STANDING – Kritik

 
 
 
Was passiert eigentlich mit Überlebenden von Horrorfilmen nach dem Abspann? Eine interessante Frage, mit der sich bisher noch kein Horrorfilm ernsthaft auseinandersetzen wollte. Zeit, dass sich jetzt Regisseur BENJAMNIN R. MOODY damit beschäftigt. Der hat bisher nur Kurzfilme und Folgen für TV-Serien gedreht und feiert mit LAST GIRL STANDING sozusagen sein Spielfilmdebüt, das von seiner Frau RACHEL MOODY gleich mitproduziert wurde. Entstanden ist ein ungewöhnliches Filmexperiment, das sich bei genauer Betrachtung als interessanter Mix aus Slasher und Drama entpuppt, weil er Regeln moderner Meuchelfilme geschickt auf den Kopf stellt und den Mut wagt, etwas Neues zu erzählen. So geht es gleich mit Trommel- und Paukenschlägen los. Regisseur BENJAMNIN R. MOODY geht es clever an und beginnt dort wo eigentlich Slasherfilme gewöhnlich enden. So sieht sich Filmheldin Camryn (Akasha Villalobos) gleich zu Beginn mit einem maskierten Killer konfrontiert, der bereits dutzende Menschen auf dem Gewissen hat und nun hinter der letzten Überlebenden her ist. Die weiß sich jedoch zu wehren und bringt den Serienmörder zu Strecke ohne zu ahnen, dass der eigentliche Horror erst nach ihrem Triumph über das Böse beginnen wird.
 
 
Last-Girl-Standing-2015-bild-1
 
 
Fünf Jahre nach den Ereignissen wird Camryn von den schrecklichen Erlebnissen des Massakers eingeholt. Sie arbeitet nun in einer Wäscherei und ist schwer gezeichnet. Trotzdem erhält sie Rückhalt von Arbeitskollegen und Vorgesetzten, die Verständnis für das psychische Ungleichgewicht der jungen Frau haben. Leider beginnt für die Heldin der Albtraum von Neuen, denn plötzlich ist das Böse wieder da. Der maskierte Killer heftet sich ein weiteres Mal an die Fersen der Überlebenden und scheint ein makabres Spiel mit seinem traumatisierten Opfer spielen zu wollen. Das beginnt allmählich den Verstand zu verlieren und sieht die Freunde in Gefahr. Doch, ist der Mörder wirklich zurück oder spielt die Psyche der Traumatisierten nur Streiche?
 
 
Last-Girl-Standing-2015-bild-2
 
 
Man sollte sich nicht vom amateurhaft zusammengeschnippelten Trailer im Anhang abschrecken lassen, denn LAST GIRL STANDING schaut – trotz Low-Budget-Status – besser aus, als man nach der Sichtung des Werbefilmchen vermuten würde. Das sind gute Voraussetzungen. Doch lohnt der etwas andere Slasher überhaupt gesehen zu werden? Wir meinen nur bedingt, denn trotz gutem Ansatz, hat LAST GIRL STANDING mit dem unausgegorenen Drehbuch und einem fehlenden Spannungsbogen zu kämpfen. Der Zuschauer begleitet eine von Qualen und Albträumen zerfressene Frau durch den Alltag, die ihr Leben offensichtlich nicht mehr auf die Reihe bekommt, weil Erlebtes prägt und nicht mehr loslassen kann. So sieht sich die Hauptprotagonistin von einem Killer verfolgt, den sie eigentlich vor Jahren in die ewigen Jagdgründe befördert hat. Um die Handlung voranzutreiben, beginnt Regisseur BENJAMNIN R. MOODY den Zuschauer taktisch zu verwirren. Der wird auf falsche Fährten gelockt und kann – wie die Filmheldin – bald nicht mehr differenzieren, ob der Killer im Film real ist oder nur der Gedankenkraft einer traumatisierten Frau entspringt. Leider wird das Verwirrspiel erschwert, weil die von AKASHA VILLALOBOS verkörperte Filmfigur keineswegs zugänglich ist. Das ist für einen Slasher unverzeihlich, weil das soganannte Final Girl gleichzeitig Identifikationsfigur für den Zuschauer sein soll. In LAST GIRL STANDING wirkt die Hauptdarstellerin nicht sonderlich sympathisch und ist nahezu im gesamten Film damit beschäftigt, wie ein verschrecktes Reh hektisch durch die Kulisse zu hetzen, weil sie meint vom ultimativ Bösen verfolgt zu werden. Das nervt spätestens nach der dritten Wievderholung, denn die künstlich heraufbeschworene Hektik soll den sonst eher behäbig erzählten Film von seiner Lethargie befreien.
 
 
Last-Girl-Standing-2015-bild-3
 
 
Immerhin gibt’s für die Gewaltfraktion was zu sehen. Nach dem zeigefreudigen Einstieg und einem deftigen Massaker, endet der Film quasi so wie er begonnen hat. Nach langer Warterei wird der Zuschauer kurz vor der Zielgeraden mit einem unvorbereiteten Twist konfrontiert, der zu Recht das Prädikat „Makaber“ tragen darf. Leider passt das reißerische und übertrieben blutige Finale nicht zum Rest des eher ernst erzählten Films, der seine Heldin immer weiter in den psychischen Abstieg treibt und es kurz vor dem Abspann nicht gut mit ihr meint. So gibt es in den letzten 15 Minuten harte Spezialeffekte zu sehen damit übertriebenes Töten zelebriert werden kann. Der ernste Tenor des Streifens wird dadurch zerstört, weil ausuferndes Blutgesudel eher unfreiwillig komisch wirkt. Zudem verliert das anfänglich aufgegriffene Thema von Traumverarbeitung und ihre Folgen an Bedeutung und wird stattdessen ins Absurdum getrieben. LAST GIRL STANDING wird die Geister scheiden, denn trotz der guten Idee dahinter harmoniert die Kombination aus Horror und Drama in diesem Fall nicht sonderlich gut. Etwas mehr Liebe im Detail und Feinschliff am Drehbuch hätte nicht geschadet.

 
 
 


 
 
 

LAST GIRL STANDING – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Mutiger Indie-Horrorfilm, der das Slasher-Genre versucht neu zu erfinden – aber irgendwie an der Unentschlossenheit scheitert, was er denn nun eigentlich sein möchte. So konfrontiert der Streifen den Zuschauer mit der Frage, was mit Überlebenden in Horrorfilmen nach dem Abspann passiert. Wo in den meisten Slasher-Streifen ein Happy End über die Mattscheibe flimmert, meint es LAST GIRL STANDING nicht sonderlich gut mit seiner Hauptfigur. Die hat nach dem Endkampf mit dem Bösen nichts zu lachen und leidet unter einem Trauma, das den Alltag der Überlebenden zur Hölle macht. LAST GIRL STANDING hat gute Ansätze, denn die etwas andere Betrachtungs- und Herangehensweise bringt neuen Wind in das mittlerweile nicht mehr ganz so frische Slasher-Genre. Dennoch ist das, was in LAST GIRL STANDING gezeigt wird nicht das Gelbe vom Ei. Der Film scheint sich nicht so recht entscheiden zu können, in welche Schublade er gesteckt werden möchte. So pendelt der Streifen unentschlossen zwischen erschütterndem Drama und deftigem Splatter-Horror, lässt die Hauptprotagonistin am seelischen Ungleichgewicht zerbrechen und gleichzeitig durch die blutige Slasher-Hölle gehen. Irgendwie passt das nicht zusammen. Weitaus problematischer sind die unvorbereiteten Gewalteskapaden. Während es der Film in der ersten Stunde versucht psychologisch durchdacht anzugehen, regnet es kurz vor der Zielgeraden Blut und Innereien. Weil’s zu viel des Guten ist, wirkt’s unfreiwillig komisch, denn der überzogene Gewaltrausch raubt dem Film die zuvor langsam aufgebaute (psychologische) Ernsthaftigkeit. Verflickst und zugenäht!
 
 
 


 
 
 

LAST GIRL STANDING – Zensur

 
 
 
Ja, im Prolog und im Finale geht es ziemlich rabiat zur Sache. Dabei werden allerhand Gegenstände durch menschliche Körper gejagt und gemordet, als gäbe es keinen Morgen mehr. Hierbei macht LAST GIRL STANDING dem Slasher alle Ehre. Auch wenn viele blutige Details gezeigt werden, darf man von einer ungeschnittenen Freigabe in Deutschland ausgehen – für Erwachsene versteht sich.
 
 
 


 
 
 

LAST GIRL STANDING – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Jinga Films und wurde vonn der Filmwebseite entnommen)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Final Girl (2014)

The Final Girls (2015)

Antisocial Behavior (2014)

The Babadook (2014)


Filmkritik: „Frankenstein – Das Experiment“ (2015)

frankenstein-2015-poster
 
 
 

FRANKENSTEIN – DAS EXPERIMENT

Story

 
 
 

Der künstlich erschaffene Adam (Xavier Samuel aus BAIT 3D) kann aus dem Labor entkommen, landet in der Welt der Menschen und stellt schnell fest, dass nicht er das eigentliche Monster ist, sondern der Mensch selbst.

 
 
 


 
 
 

FRANKENSTEIN – Kritik

 
 
 
Kaum ein Jahr vergeht, ohne dass ein neuer Film entsteht, der auf dem Roman von MARY SHELLEY basiert, den die britische Schriftstellerin in jungen Jahren geschrieben und veröffentlicht hat. Bereits im Jahre 1910 wurde das Buch FRANKENSTEIN erstmals von den EDISON STUDIOS für die Leinwand adaptiert und hat seither unzählige Verfilmungen nach sich gezogen, von denen mittlerweile niemand mehr die genaue Anzahl kennt. Viel filmisches Schindluder wurde über die Jahrzehnte mit dem Erfolgsroman getrieben, wobei vor allen in den experimentierfreudigen 1980er Jahren genug trashiges Horrorfutter für den Videomarkt produziert wurde, das kaum noch etwas mit der Originalgeschichte gemein hatte und den Fokus auf Gewalt, Blut und Spezialeffekte richtete. Gleiches gilt auch für den vorliegenden FRANKENSTEIN. Der feierte auf dem FANTASY FILMFEST 2015 Deutschlandpremiere und kam immerhin beim gewalterprobten Publikum gut an, weil er mit viel fragwürdigem Splatter die Herzen blutgieriger Gorehounds erobern konnte.
 
 
frankenstein-2015-bild-1
 
 
Hinter der sehr modernen Interpretation verbirgt sich kein Unbekannter. BERNARD ROSE meldet sich nach dem Found-Footage-Schnarcher SXTAPE zurück, der mit CANDYMAN eine der wichtigsten Horrorikonen unserer Zeit erschuf und in den 90ern für CANDYMANS FLUCH reichlich Lob in Horrorkreisen erntete. Das dürfte im Falle von FRANKENSTEIN nicht so zahlreich ausfallen, denn statt eine stimmige Geschichte mit Atmosphäre und Tiefgang zu erzählen, wird geschmackloser Horror mit dem Holzhammer serviert. Rose orientiert sich – wie so viele Regisseure vor ihm – mal mehr, mal weniger lose am Buch und berichtet in seinem Film von einer desorientierten Kreatur, die sich in einer fremden Welt zurechtfinden muss und ausschließlich auf Hass, Gewalt und Verachtung stößt. Das bemitleidenswerte Wesen nennt sich Adam und wurde von Wissenschaftlern im Labor gezeugt, die eine Art Supersoldat schaffen wollten. Leider läuft das Experiment nicht nach Plan, denn die Zellteilung bereitet Probleme. Erste Komplikationen treten auf, so dass sich die Forscher dazu entschließen den künstlich geschaffenen Menschen einzuschläfern. Leider haben sie nicht mit der übermenschlichen Muskelkraft und der unbändigen Widerstandsfähigkeit ihres Testobjekts gerechnet. Das reist sich los, bringt ein paar Wissenschaftler zur Strecke und kann aus dem ungemütlichen Gefängnis entkommen. Doch die eigentliche Hölle wartet vor den Toren der Forschungsstation, denn hier draußen wird die verunsicherte Kreatur mit etwas konfrontiert, was um Längen schlimmer ist, als schmerzhafte Experimente hinter sterilen Wänden: die Bestie Mensch.
 
 
frankenstein-2015-bild-2
 
 
Gute Ansätze, aber viel unnötiger Gewaltmist. Ohne Zweifel verbirgt sich hinter dieser modernen Adaption eines weltbekannten Mythos die wohl brutalste FRANKENSTEIN-Verfilmung, die die Filmwelt bis dato gesehen hat. Leider ist viel Mord und Totschlag nicht immer förderlich für einen Film, der ganz nebenbei versucht, so etwas wie Gesellschaftskritik an den Zuschauer zu bringen. Regisseur BERNARD ROSE scheint sich nicht zwischen derben Splatter-Horror und kritischem Drama entscheiden zu können, was oftmals dazu führt, dass dem Film die Ernsthaftigkeit genommen wird und die Geschehnisse ins Absurde – fast schön Lächerliche – abgleiten. So geht im Exploitation-Rausch eine nicht unterinteressante Botschaft unter, die dem Zuschauer vermitteln will, dass das grausamste und gewissenloseste aller Monster stets der Mensch selbst ist. Trotz austauschbarer Handlung und zu vielen, geschmacklosen Blutmomenten bleibt XAVIER SAMUEL im Gedächtnis. Der aus THE LOVED ONES bekannte Schauspieler verkörpert hier die Rolle eines verstoßenen Wesens, das sich in einer unterkühlten Welt nach Liebe und Zugehörigkeit sehnt mit Bravour. Samuel bewirkt im Film, dass Mitleid für eine entstellte Kreatur entsteht, die so handelt, wie man es ihr beigebracht hat. Leider ist er da aber der einzige. Die übrigen Darsteller sind kaum der Rede wert und nerven mit teils quälendem Overacting. Selbst Horror-Star TONY TODD bleibt blass. Offensichtlich hat er in der Vergangenheit an zu viel beliebigem Low-Budget-Horror mitgewirkt, dass ihm die Lust vergangen ist, sich von der besten Seite zu zeigen. Somit richtet sich der von BERNARD ROSE gedreht FRANKENSTEIN eher an ein Publikum, dem nicht die Handlung wichtig ist, sondern die Tatsache, dass möglichst viel Blut spritzt. Wem’s gefällt.
 
 
frankenstein-2015-bild-3
 
 
 


 
 
 

FRANKENSTEIN – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Die Splatter-Version von FRANKENSTEIN. Ein etwas unausgegorener Mix aus Gewalt-Horror und Gesellschafts-Drama, der eine kritische Botschaft vermitteln möchte. Weil sich Regisseur BERNARD ROSE jedoch etwas zu versteift auf das Zelebrieren deftiger Splatter-Exzessen konzentriert, verliert die nicht uninteressante Gesellschaftskritik an Gewichtung und macht Platz für deftige Hausmannskost, die wohl nur bei hungrigen Gorehounds auf Zustimmung stoßen wird. Trotz guter Ansätze kann man FRANKENSTEIN keineswegs ernstnehmen, dazu spielt Macher Rose zu detailverliebt mit dem Holzhammer und verursacht damit in erster Linie Ekel statt Kontroverse. Verschenktes Potenzial.
 
 


 
 
 

FRANKENSTEIN – Zensur

 
 
 
Gute Nerven sollte man für FRANENSTEIN mitbringen, denn die gezeigte Gewalt im Film hat es in sich. Die wird roh und schonungslos auf der Mattscheibe gezeigt und reicht von eingeschlagenen Schädeln bis zum Ansägen von Hälsen mit einer Säge. Die Kamera hält in den meisten Fällen schonungslos drauf, so dass es etwas verwunderlich anmutet, dass es FRANKENSTEIN ungeschnitten nach Deutschland geschafft hat. Die FSK hat den Film in seiner kompletten Fassung passieren lassen, was wohl vor 10 Jahren undenkbar gewesen wäre. Da saßen wohl Horrorfans im Prüfungsgremium.
 
 
 


 
 
 

FRANKENSTEIN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
frankenstein-das-experiment-bluray

(c) Eurovideo Medien

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Frankenstein; Deutschland | USA 2015

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.78:1 (1920 x 1080p) | @50 Hz

Laufzeit: ca. 86 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Making-of, B-Roll, Statements, Trailer

Release-Termin: 25.05.2016

 

Frankenstein – Das Experiment [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 


 
 
 

FRANKENSTEIN – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken & Abbildungen liegen bei Eurovideo Medien)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Roger Cormans Frankenstein (1990)
 
Frankenstein 2 – Das Monster erwacht (2011)
 
Mary Shelley’s Frankenstein (1994)
 
Bride of Re-Animator (1994)
 
Re-Animator (1985)


Filmkritik: „Southbound“ (2015)

Southbound-2015-poster
 
 
 

SOUTHBOUND – HIGHWAY TO HELL

Story

 
 
 

Auf dem Highway ist die Hölle los. Das bekommt auch eine Gruppe Durchreisender am eigenen Leib zu spüren, als sie auf einem Highway-Abschnitt durch die Mojave-Wüste schreckliche Dinge erleben.

 
 
 


 
 
 

SOUTHBOUND – Kritik

 
 
 
Man nehme makabre Kurzgeschichten, lasse sie von bekannten Genre-Regisseuren verfilmen und knüpfe sie mit einer plausiblen Rahmenhandlung zusammen, auf dass alles Hand und Fuß bekommt. Fertig ist gruseliger Anthologien-Spaß, wie er seit ein paar Jahren wieder schwer im Kommen ist. Einer der Gründe, warum sich Episoden-Horror aktuell wieder großer Beliebtheit erfreut, ist der überraschende Erfolg der V/H/S-Trilogie (Besprechungen zu Teil 2 und 3), die praktisch die Rückkehr gruseliger Kurzgeschichtensammlungen eingeläutet hat, um einer neuen Generation von Horrorfans beweisen zu können, dass auch knapp erzähltes Grauen ein flaues Gefühl in der Magengegend bescheren kann. Umso erfreulicher, dass sich die Macher genannter Anthologien-Serie ein weiteres Mal zusammengetan haben. Offensichtlich hatte man noch so manche Idee im Kopf, die man dem Zuschauer nicht vorenthalten wollte. So reihte man für SOUTHBOUND erneut deftig gewürzte Horror-Episoden aneinander, welche aber diesmal ohne das Found-Footage-Stilmittel auskommen mussten – Gott sein Dank!
 
 
southbound-bild-1
 
 
Mit dabei sind DAVID BRUCKNER und die vier kreativen Köpfe von RADIO SILENCE. Die hatten bereits jeweils ein Segment in V/H/S verfilmt und wollen noch einmal mit gleicher Rezeptur ähnliche Erfolge feiern. Neu auf dem Regiestuhl ist ROXANNE BENJAMIN. Die trat zuvor als Produzentin der Trilogie in Erscheinung und feiert mit einem selbst inszenierten Segment in SOUTHBOUND ihr Regiedebüt. Löblicherweise hat man sich bei dem neuen Horrorprojekt für herkömmlichen Filmlook entschieden und die wackelige Handkamera-Optik weggelassen. Deren exzessiver Einsatz hatte vielen V/H/S-Fans auf den Magen geschlagen, weil konfuse Kameraführung für Kopfschmerzen und Schwindel sorgten. Die wurde aus dem Film verbannt, was aber nicht heißen soll, dass SOUTHBOUND nun weniger Unruhe verursacht. Ganz im Gegenteil. Auch wenn vom Schüttelstil Abstand gehalten wurde, setzt auch das neue Werk der V/H/S-Macher einen gesunden Magen voraus. Das hat auch einen Grund, denn im Film geht es zur Freude der Gorehounds keineswegs zimperlich zu – Halleluja.
 
 
southbound-bild-2
 
 
SOUTHBOUND erzählt von der unheilvolle Reise diverser Reisender, die auf einen Highway-Abschnitt in der Mojave-Wüste mit seltsamen Vorkommnissen konfrontiert werden. So müssen zwei blutverschmierte Männer gegen fliegende Skelette kämpfen, die den Flüchtenden ans Leder wollen. Als wäre das nicht bereits sonderbar genug, verirrt sich eine Mädchenband nach einer Autopanne in das Haus ominöser Herrschaften, die – trotz spießiger Attitüde – nichts Gutes im Schilde führen. Weiter geht es mit einem tragischen Autounfall, dessen Verursacher von Mitarbeitern der Notrufzentrale am Telefon aufgefordert wird, das Leben des Unfallopfers durch eine wichtige Operation zu retten. In der Halbzeit legt sich ein bewaffneter Mann mit einer Gruppe Einheimischer an, der in einem staubigen Wüstenkaff nach der eigenen Schwester sucht. Den krönenden Abschluss bildet Home-Invasion-Horror der etwas anderen Sorte. Hier überfallen maskierte Einbrecher eine nichtsahnende Familie ohne zu wissen, dass sie mit der schrecklichen Tat das Tor zu Hölle öffnen.
 
 
southbound-bild-3
 
 
SOUTHBOUND ist ein makabrer Mix aus THE TWILIGHT ZONE und OUTER LIMITS, der genau das besitzt, was man von einem Horrorfilm neueren Datums erwartet. So gibt es neben schwarzem Humor und abgefahrenen Ideen selbstverständlich auch jede Menge Blut, handgemachte Effekte und viel unappetitliches Zeug zu sehen, das genau den Nerv des Horrorfilmfans treffen dürfte. Abwechslungsreichtum wird in diesem Episodenfilm groß geschrieben. Die Macher vermischen unterschiedliche Subgenres und vereinen Mystery-Schauer, Okkult-Horror, Home-Invasion-Thriller und Elemente des Road Movies zu schwer unterhaltsamer Horror-Unterhaltung, die kaum Längen hat. Die Segmente sind kurz und knackig, konzentrieren sich aufs Wesentliche und beeindrucken mit teils überraschendem Ausgang. Hin und wieder bleibt einem sogar das Lachen im Halse stecken, weil Gezeigtes dann doch mehr verstört als zu fesseln. So sei an dieser Stelle die Episode THE ACCIDENT genannt, in der ein übel zugerichtetes Unfallopfer nach einer grausigen Operation von seinen Leiden befreit wird. Der Goregehalt dieses Segments ist hoch, der Blutzoll deftig. Ungeübte Zuschauer halten sich am besten die Augen zu.
 
 
southbound-bild-4
 
 
Trotz unterschiedlicher Inszenierungsstile und des Gebrauchs verschiedener Subgenres wirken die einzelnen Segmente aus einem Guss. Das rührt vor allem daher, weil die Geschichten nahtlos ineinander übergehen und miteinander verknüpft sind. Alle Hauptfiguren der jeweiligen Episoden verbindet ein Schicksal. So stehen Themen wie „Schuld“ und „Vergeltung“ im Mittelpunkt der Segmente, die dem Zuschauer kurzweiliges Grauen bescheren werden. Letztendlich ist SOUTHBOUND gerade wegen der außergewöhnlichen atmosphärischen Wüstenkulisse ein Highlight unter der mittlerweile stattlichen Anzahl mehr oder weniger gelungener Horror-Anthologien. Demzufolge sprechen wir auch eine Empfehlung aus. Wer es kurz, knackig und blutig will, sollte diesen vom Teufel heimgesuchten Highway einen Besuch abstatten. Absolut sehenswert!
 
 
 


 
 
 

SOUTHBOUND – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Rabenschwarz, abwechslungsreich und ganz schön blutig. Mit makabrem Horror kriegt man den Zuschauer. Nach V/H/S nun SOUTHBOUND, der vom gleichen Team gemacht wurde und dann doch irgendwie in der Summe mehr überzeugt, als die stark verwackelten Videokassetten-Anthologien. Der Grund liegt in der anderen Machart und den kruden Spezialeffekten, die da ziemlich unverfroren auf der Mattscheibe zelebriert werden. Die Episoden sind abwechslungsreich, rasant und packend inszeniert. Zudem laufen die Segmente nahtlos ineinander und machen erst am Ende Sinn, wenn man dem Zuschauer die Auflösung präsentiert. Wer eine Vorliebe für fiese Scherze hat, ist mit SOUTHBOUND gut beraten. Wie in den vielen Folgen der beliebten GESCHICHTEN AUS DER GRUFT-Reihe mündet jede Story in einem fiesen Finale. Umso trauriger, dass der spannende wie zynische SOUTHBOUND bereits nach 90 Minuten zu Ende ist. Aber kein Grund zur Panik. Man darf davon ausgehen, dass eine teuflische Fortsetzung folgen wird. Mit noch mehr Blut und Innereien könnte es DIE Kurzgeschichtensammlung werden, an der sich alle künftigen Filme dieser Art messen lassen müssen.
 
 


 
 
 

SOUTHBOUND – Zensur

 
 
 
Kein Film für Zartbesaitete. Gerade in der dritten Episode wird es sehr unangenehm. Dort wird ein Körper aufgeschnitten und daran eine makabre Operation vorgenommen. Weiterhin gibt es aufgeschlitzte Münder, zerfetzte Köpfe, abgeschossene Hände und diverse Stichwunden zu sehen. Hierzulande hat der Film ungeschnitten eine Erwachsenenfreigabe erhalten: Keine Jugendfreigabe.
 
 
 


 
 
 

SOUTHBOUND – Deutsche Blu-ray

 
 
 
southbound-bluray

(c) Tiberius Film (KeepCase Blu-ray)

southbound-mediabook

(c) Tiberius Film (limitiertes Mediabook)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Southbound; USA 2015

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @24 Hz

Laufzeit: ca. 89 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer, Trailershow, Audiokommentar | zusätzlich im Mediabook: 24-seitiges Booklet

Release-Termin: 13.10.2016 (BD KeepCase | Mediabook)

 

Southbound [Mediabook] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

Southbound [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

SOUTHBOUND – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
V/H/S 2 (2013)
 
V/H/S 3 – Viral (2014)
 
The ABC’s of Death (2012)
 
Still 2 (2014)
 
Tom Holland’s Twisted Tales (2013)
 
P.O.E. Project of Evil (2012)
 
The Penny Dreadful Picture Show (2013)
 
5 Senses of Fear (2013)
 
Phobia 2 (2009)
 
Sanitarium (2013)
 
Scary or Die (2012)


Filmkritik: „Cabin Fever – Remake“ (2016)

cabin-fever-2016-poster
 
 
 

CABIN FEVER – REMAKE

(CABIN FEVER – THE NEW OUTBREAK)

Story

 
 
 

Eine Gruppe ausspannender Mittzwanziger bekommt es in einer Waldhütte mit einem fleischfressenden Bakterium zu tun, das durch Trinkwasser in den Körper gelangt. Dummerweise sind sie in der Abgeschiedenheit auf sich allein gestellt und erleiden nacheinander einen grausamen Tod.

 
 
 


 
 
 

CABIN FEVER – Kritik

 
 
 
Feingeister müssen jetzt tapfer sein, denn einer der Meister einfältiger Geschmacklosigkeiten ist zurück und hat neues Horrormaterial verbrochen. Vorgegebenes Ziel: Polarisieren! Diesmal sind es jedoch nicht bloß triviale Schauwerte und nackte Tatsachen, die Aufmerksamkeit erregen sollen. Da gab es im Vorfeld natürlich Kritik, nicht unbegründete obendrein. Warum einen Film von ELI ROTH neu verfilmen, der vor gerade einmal 15 Jahren im Kino gelaufen war. Letztendlich tat sich der kontroverse Regisseur selbst hervor, den Aufguss seines Debüts CABIN FEVER abzusegnen, voranzutreiben und zu produzieren. Bei vielen Horrorfans erntete er Unverständnis. Alte Fans hatten schnell den Braten einfach verdienten Geldes gewittert, das sich nun mal mit bekanntem Filmreihen verdienen lässt. Umso erfreulicher für Roth, der als Produzent der Neuverfilmung genug Geld für ein paar neue Autos gemacht haben dürfte.
 
 
cabin-fever-2016-bild-3
 
 
Weitaus weniger Ruhm: Newcomer TRAVIS ZARIWNY, dem die Regie zum Remake überlassen wurde. Der Bemitleidenswerte steht so hinter der Umsetzung eines Filmes, für den er in Horrorfankreisen, so steht zu befürchten, ausschließlich Tadel fangen wird. Ihm wurde die ungnädige Aufgabe zuteil, mit gerade einmal 1,5 Millionen Dollar Produktionsbudget den gleichen Film zu drehen, den Zuschauer bereits 2003 im Kino zu sehen bekommen haben – diesmal freilich mit anderen Schauspielern und glattgebügelter Optik. So erzählt auch der neue CABIN FEVER (der in Deutschland übrigens unter dem Titel CABIN FEVER – THE NEW OUTBREAK vermarktet wird) vom Leid stereotyper College-Absolventen, die in einer Waldhütte den Horror ihres Lebens durchleben müssen. Die wollten eigentlich dort ihren Abschluss feiern, bekommen aber ungebetenen Besuch von einem Mann, der von einem unbekannten Bakterium infiziert wurde. Tja, das Schicksal meint es nicht gut mit dem Fremden. Der endet als (kurz zumindest) lebende Fackel und lässt verängstigte Mittzwanziger zurück, die sich ebenfalls mit der mysteriösen Krankheit anstecken. Die Bedrohung lauert im Wasser, denn im See vor der Hütte vermehrt sich der Erreger in Windeseile. Leider trinken die Absolventen unwissendlich genau dieses Wasser und verleiben sich so selbst die tödlichen Bakterien ein, die sich brutal durch das Fleisch ihrer Opfer fressen.
 
 
cabin-fever-2016-bild-2
 
 
Kennste die Vorlage, kennste das Remake. Wer regelmäßig Neuigkeiten zu Horrorfilmen im Netz studiert, wartet vielleicht immer noch auf den vierten Teil der CABIN FEVER-Reihe. CABIN FEVER: OUTBREAK sollte eigentlich zusammen mit dem dritten Teil CABIN FEVER 3: PATIENT ZERO abgedreht werden, doch leider kam der vierte Film bisher nicht zustande. Stattdessen wurden die Pläne für ein weiteres Sequel über Bord geworfen, um Platz für einen Neuanfang schaffen zu können. Was im Vorfeld viel Trubel verursacht hat, ist letztendlich kalter Kaffee. CABIN FEVER 2016 ist so überflüssig, wie eine Grippe im Sommer. Neue Facetten, mehr Blut und neue Todesszenen – Fehlanzeige. Stattdessen wurde das gleiche Drehbuch mit abgeänderten Dialogen verfilmt, das sich vor Achtziger-Horrorstreifen wie TANZ DER TEUFEL, BRENNENDE RACHE und DAS DING AUS EINER ANDEREN WELT verbeugt, aber für Kenner der Vorlage keinerlei Überraschungen oder gar Neuerungen zu bieten hat. Weil Roth im Hintergrund beteiligt gewesen ist, dürfte es niemanden wundern, dass auch die Neuinterpretation hin und wieder seine Handschrift erkennen lässt. Wie in Roths Werken üblich, darf auch in der Neuauflage sein typisch infantiler Humor nicht fehlen. Das fühlt sich manchmal befremdlich an, weil sich Roths platt-schwarzhumorige Art oftmals jenseits des guten Geschmacks bewegt. Interessanter wird es da schon bei den Spezialeffekten. Die waren bereits im Original von 2003 der eigentliche Star des Films, weil sie durch handgemachte Umsetzung bei zartbesaiteten Zuschauern für Brechreiz gesorgt haben. Selbstverständlich gibt es die auch im Remake zu sehen. Wer aber meint, dass ein Splatter-Gang nach oben geschalten wurde, irrt gewaltig. Aus Budgetgründen mussten Ekeleinlagen drastisch zurückgefahren werden, weshalb das CABIN FEVER Reboot nicht brutaler ist als Roths Debüt.
 
 
cabin-fever-2016-bild-4
 
 
Unterm Strich ist die CABIN FEVER-Neuauflage eine Enttäuschung – wenn man das Original kennt. Viel Neues gibt es nicht zu sehen, was das Frustpotenzial zusätzlich erhöht. Dem Zuschauer wird mit gleichen Szenenverläufen kostbare Lebenszeit gestohlen. Ein ergebnisloses Geschäft, diese Suche nach dem Sinn des Reboots. Warum musste das gleiche Drehbuch verfilmt, sich fast schon krampfhaft an der Vorlage orientiert werden?. Aus welchem Grund wurden nicht neue Todesarten in die Handlung hineingeschrieben, um zumindest abwechslungsreiche Schauwerte bieten zu können? Weshalb hat man nicht mehr Budget investiert, um CABIN FEVER 2016 spektakulärer und blutiger in Szene setzen zu können? Fragen über Fragen. Gleich noch eine: Geht Eli Roth etwa langsam die Luft aus? Bereits im kürzlich veröffentlichten KNOCK KNOCK überraschte der Filmemacher durch eine eher züchtige Inszenierung und stieß damit vor allem jenen Fans vor den Kopf, die sich von dem Thriller brutale Metzelei ohne Anspruch versprochen haben. Moment! Selbstverständlich fehlte in KNOCK KOCK der Anspruch – leider aber auch der Splatter. Wo Roth draufsteht, scheint nicht mehr unbedingt Roth drin zu sein. Demzufolge sollte man die Neuverfilmung seines auf Festivals gefeierten Virenschockers mit Vorsicht genießen, denn sonderlich erwähnenswert ist dieses Remake eigentlich nicht.
 
 
cabin-fever-2016-bild-1
 
 
 


 
 
 

CABIN FEVER – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Kein Film für Hypochonder. Schmuddeliger Oldschool-Horror mit ekligen Effekten und trotzdem mit Vorsicht zu genießen. Im Vorfeld äußerte Eli Roth, dass die Neuauflage seines Debüts CABIN FEVER absolut genial werden würde. Von Genialität ist das Reboot allerdings weit entfernt. Der Aufguss orientiert sich fast schon peinlich präzise am Drehbuch der Vorlage und erzählt die gleiche Geschichte mit gleichen Szenenverläufen, aber anderen Dialogen. Roths Erstling aus dem Jahr 2003 wurde mit schmalem Budget von 1,5 Millionen Dollar zum Überraschungserfolg und glänzte durch infantilem Humor, unsympathischen Protagonisten (eines der Markenzeichen des Regisseurs) und jeder Menge ekliger Effekte. Was den Film aber seinerzeit so ansprechend gemacht hat, verblasst in der Neuinszenierung gänzlich, weil ihm einfach der naive Charme fehlt, der dem Original zum Horror-Hitstatus verholfen hat. Das Remake macht zwar technisch und visuell eine gute Figur, aufgrund mangelnder Eigenständigkeit wird’s aber zumindest für alle schnell langweilig, die die Vorlage kennen. Demzufolge ist es eigentlich egal, welche der beiden Verfilmungen man sich anschaut, wenn man keine der beiden Streifen kennt. Kenner der Vorlage sollten jedoch das Remake meiden. Die werden hier nur enttäuscht. Viel Neues zu erzählen hat der recycelte CABIN FEVER leider nicht.
 
 


 
 
 

CABIN FEVER – Zensur

 
 
 
Gewalttechnisch hält sich das Remake von CABIN FEVER (deutscher Titel: CABIN FEVER – THE NEW OUTBREAK) nahe am Original. Das bedeutet, dass der Film nicht wesentlich härter ist als die Vorlage. So gibt es handgemachten Splatter zu sehen, der dann doch hin wieder eklig ausfällt. Die Protagonisten zerfallen förmlich von innen, weil es Bakterium ihrer Körper auslösen lässt. Der Reboot hat von der FSK eine Erwachsenen-Freigabe mit rotem FSK-Flatschen erhalten und ist ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

CABIN FEVER – Deutsche Blu-ray

 
 
cabin-fever-the-new-outbreak-bluray

(c) Tiberius Film (Blu-ray im KeepCase)

cabin-fever-ultimate-edition

(c) Tiberius Film (Steelbook mit 6 Blu-rays und allen bisher veröffentlichten CABIN FEVER-Teilen)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Cabin Fever; USA 2016

Genre: Horror

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @24 Hz

Laufzeit: ca. 99 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Making of (11:24 Min.), Trailer, Trailershow

Release-Termin: 06.10.2016

 

Cabin Fever – The New Outbreak [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

Cabin Fever Ultimate Edition (Blu-ray-Futurepak mit 6 Discs) – mit allen CABIN FEVER TEILEN ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

CABIN FEVER – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken und Packshot liegen bei TIBERIUS FILM)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Condemned (2015)

Contracted (2013)

Contracted: Phase II (2015)

Thanatomorphose (2012)

Cabin Fever (2003)

Cabin Fever 2: Spring Fever (2009)

Cabin Fever 3: Patient Zero (2012)