Filmkritik: „Snatchers“ (2019)

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SNATCHERS

Story

 
 
 

Eine Teenagerin verzichtet auf Verhütung und bringt zwei boshafte Maya-Aliens auf die Welt.

 
 
 


 
 
 

SNATCHERS – Kritik

 
 
 
Manchmal kommt auch für Filmemacher alles ganz anders. STEPHEN CEDARS und BENJI KLEIMAN sind Freunde und Horrorfans. Die wollten schon immer mal einen Horrorfilm über eine Alienschwangerschaft machen und drehten 2015 einen sechsminütigen Kurzfilm, der anschließen zur Webserie für die mobile Streaming-Plattform Go90 wurde. Weil die achtminütigen Episoden der ersten Staffel von SNATCHERS gut ankamen, ließ man zwei weitere Staffeln in Auftrag geben. Leider wurde 2018 der Betrieb der Go90-Streaming-App eingestellt, was wohl auch die Macher zum Umdenken zwang. Die nahmen sich alle drei Staffeln vor, entnahmen die wichtigsten Szenen und machten daraus einen flotten Spielfilm. Das Ergebnis ist ein Gag-Feuerwerk der Extraklasse, dass sich nicht vor Meta-Horror-Späßen wie TUCKER AND DALE VS. EVIL oder SHAUN OF THE DEAD verstecken muss. Das sahen auch Fans und Kritiker so. Die nahmen den Horror-Spaß lobend an und dürften dafür gesorgt haben, dass die Macher einen Schritt weiter auf der Karriereleiter klettern können. Sowas nennt man Glück und kommt nicht alle Tage. So darf man gespannt darüber sein, was STEPHEN CEDARS und BENJI KLEIMAN als Nächstes auf die Leinwand bringen werden.
 
 
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Die Spielfilmversion von SNATCHERS erzählt die Geschichte von Teenagerin Sara. Die will unbedingt Ex-Freund Skyler Cole zurückzugewinnen, der mit ihr Schluss gemacht hat, weil sie keinen Sex haben wollte. Demzufolge lässt sich die Jugendliche auf die Bedingungen des Mädchenschwarms ein und landet mit ihm in der Kiste. Leider verzichtet man auf Verhütung, was bald ein blutiges Nachspiel hat. Sara wird nämlich schwanger. Das Sonderbare: binnen weniger Stunden ist der Bauch rund und die Geburt steht bevor. Ein Albtraum in dem nur die ehemalige Freundin Hayley Chamberlain eingeweiht wird. Die begleitet die Schwangere zum Frauenarzt und staunt nicht schlecht, als plötzlich ein Alien aus dem Mutterleib krabbelt und für Chaos in der Stadt sorgt. Da rollen Köpfe und das Blut fließt reichlich. Splatterfans wirds freuen.
 
 
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Letztere dürften so einige Déjà-vus erleben. SNATCHERS erinnert nämlich stark an die EVIL DEAD-Serienadaption mit BRUCE CAMPBELL, der dort als Ash Williams boshaften Dämonen mit viel Wortwitz die Leviten liest. Gleicher Ablauf ist auch in SNATCHERS Programm, der sich zu keiner Minute ernst nimmt und sich mit einem Mordstempo permanent selbst auf die Schippe nimmt. Wo sich ähnliche Machwerke von Späßen unter der Gürtellinie bedienen, sind die Lacher in SNATCHERS alles andere – nur nicht plump. STEPHEN CEDARS und BENJI KLEIMAN zitieren fleißig aus der Horror-Ecke und zollen Respekt. Das macht den Streifen charmant und absolut unterhaltsam. Kaum eine Minute vergeht ohne Situationskomik und Anspielungen auf das Horror-Genre. Da werden flotte Sprüche und abgedrehte Einfälle am Fließband zelebriert. Über allem schwebend: ein Comic-gleicher Ton. Da fragt man sich, warum SNATCHERS nicht im Kino lief. Dort wäre die überzogene Horrorkomödie am besten aufgehoben gewesen.
 
 
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SNATCHERS – Fazit

 
 
8 Punkte Final
 
 
FEAST meets EVIL ALIENS. SNATCHERS macht alles richtig. Die Horrorkomödie ist sauwitzig, hat eine kecke Heldin in petto und lässt jede Menge Blut über die Mattscheibe fließen. Hinzukommt, dass Handlung und Lacher in einem Mordstempo über das Gerät flimmern, sodass man überrascht ist, wenn nach knapp 95 Minuten der Abspann zu sehen ist. SNATCHERS huldigt Klassikern, wie ALIEN oder DIE KÖRPERFRESSER KOMMEN mit nötigem Respekt. Eine Tatsache, die im Zuge filmischer Übersättigung meist kaum noch Beachtung findet. Dass der Streifen auch noch in technischer Hinsicht eine gute Figur macht, ist die Kirsche auf der Sahnetorte. Zu sehen gibt es handgemachte Manschereien ebenso, wie Tricks aus dem Computer. Von Billigkram keine Spur. Da kann man sich getrost zurücklehnen und genießen. Hoffentlich geht es irgendwann weiter. Eine mögliche Fortsetzung wird am Ende angedeutet.
 
 
 


 
 
 

SNATCHERS – Zensur

 
 
 
SNATCHERS ist eine Horrorkomödie und die Gewalteinlagen werden humorvoll und derart übertrieben zelebriert, dass der Streifen hierzulande eine Freigabe ab 16 Jahren erhalten wird.
 
 
 


 
 
 

SNATCHERS – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen stammen von MAKE GOOD Content | Warner Bros. Home Entertainment)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Feast (2005)

Evil Aliens (2005)

Ash vs Evil Dead (2015 – 2018)

Satanic Panic (2019)

Tucker & Dale vs Evil (2010)

Filmkritik: „Baby Blood“ (1990)

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BABY BLOOD

(THE EVIL WITHIN)

Story

 
 
 
Akrobatin Yanka wird beim Baden im Meer von einem wurmartigen Parasiten befallen. Das kleine Monstrum schlüpft ihr quasi hinters Höschen und führt eine Schwangerschaft herbei. Nun will das in Yanka heranwachsende Alptraumwesen mit frischem menschlichen Blut ernährt werden und die junge Frau muss eine Mordserie vom Zaun brechen, auf dass die fremde Frucht ihres Leibes, die ihr zum Schluss noch eröffnet, der zukünftig herrschenden Spezies auf Erden anzugehören, nicht verhungert.

 
 
 


 
 
 

BABY BLOOD – Kritik

 
 
Jüngere oder auch nur eher dem Mainstream zugeneigte Horrorfreunde nennen, spricht man sie auf das französische Schreckenskino an, direkt eine Welle düsterer und niederschmetternder Brutal-Werke aus den Nullerjahren. Jene Filme, etwa HIGH TENSION (2003) oder, fünf Jahre später, der berüchtigte MARTYRS, lenken nicht nur das Augenmerk der internationalen Zuschauerschaft auf unsere Nachbarn im Westen, sondern müssen sich auch – teils zurecht – gefallen lassen, als „torture porn“ bezeichnet zu werden. Tatsächlich, bei aller zur Aufführung gebrachten Tiefsinnigkeit bleiben, gerade bei MARTYRS doch die nicht enden wollenden voyeuristischen Szenen entsetzlicher Grausamkeiten gegen die betont attraktiven Protagonistinnen im Gedächtnis. Der 2007 entstandene INSIDE sei an dieser Stelle noch separat genannt, bedient er doch auch die menschliche Grundangst um den eigenen Nachwuchs, wenn auch ernster und grausiger als BABY BLOOD.
 
 
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Dabei verfügt das gallische Genrekino seit jeher über seine Glanzlichter. Von schwarzweißen Grusel-Klassikern wie AUGEN OHNE GESICHT (1960), über das Gesamtwerk einzigartiger Vampir-Erotikfilme eines Jean Rollin und die zahlreichen dort entstandenen Jess-Franco-Kracher unterschiedlicher Qualitäten, bis in den Halbamateur-Splatter der 1980er – Frankreich bietet eine althergebrachte Geschichte des „Cinefantastique“. Letztgenannte Home-made-Gore-Paraden, OGROFF – THE MAD MUTILATOR (1983) und besonders der vollends behämmerte DEVIL STORY von 1986 sind gewissermaßen die einheimischen Väter von BABY BLOOD. Zwar humpelt in Alan Robaks Film nicht, wie in DEVIL STORY ein Zombie in Nazi-Uniform durch französische Vorgärten und mordet willkürlich, doch auch BABY BLOOD ist sich über seine Funktion als Horror-Unterhaltungsfilm im Klaren. Fast lässt sich eine Hommage an Herschell Gordon Lewis und seinen legendärer Splatterfilm-Urahnen BLOOD FEAST (1964) erkennen, wurde doch dort auch bereits an der Ernährung finsterer Übersinnlichkeiten gearbeitet.
 
 
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Viel mehr gekostet haben dürfte die Low-Budget-Geschichte hier auch nicht. Die Effekte sind krude, die Schauspieler leidenschaftlich in ihrer Mühe und die Optik strahlt aus, wie es nur in diesen Jahren möglich war. Seit der Erstveröffentlichung des Films und seiner Aufführung auf den wenigen Festivals seiner Zeit, scheint ein Jahrhundert vergangen zu sein. Das digitale Filmen überschwemmt den Markt und eben auch die Festivals mit Horrorware jeglicher Couleur und Stimmung und trotzdem hat es BABY BLOOD geschafft, noch heute seine Bewunderer zu haben.
 
 
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BABY BLOOD – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Interessanter Exotik-Horror-Favorit aus VHS-Zeiten. Alan Robaks Baby-Parasiten-Reißer überzeugt den Fan, entstammt er doch der Hand eines Regisseurs, der mit den richtigen Lieblingsfilmen aufgewachsen ist. Man sieht BABY BLOOD sein Budget und seine Entstehungszeit an – und das ist ganz und gar großartig. Blöde Trivia: Die Stimme des Monsters im französischen Original ist die des Regisseurs, der unter dem geschmackssicheren Pseudonym Roger Placenta spricht. Höhö.
 
 
 


 
 
 

BABY BLOOD – Zensur

 
 
 
BABY BLOOD erschien Anfang der 1990er in Deutschland auf VHS. Diese Fassung war um 36 Sekunden geschnitten. 1991 wurde genau diese Fassung indiziert. Die erste komplette deutschsprachige Veröffentlichung erschien durch den Anbieter Dragon über das deutschsprachige Ausland auf DVD. Im Jahr 2016 wurde die Indizierung nach 25 Jahren aufgehoben. Erst im August 2019 erfolgte eine Neuprüfung des Splatterklassikers durch den Anbieter BILDSTÖRUNG und erhielt von der FSK in der ungeschnittenen Fassung eine Freigabe ab 18 Jahren (keine Jugendfreigabe).
 
 
 


 
 
 

BABY BLOOD – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Bildstörung (KeepCase Blu-ray)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Baby Blood; Frankreich 1990

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch PCM 2.0 (Mono), Englisch PCM 2.0 (Mono), Französisch PCM 2.0 (Mono)

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 88 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover und Schuber

Extras: Booklet, Kurzfilme Korridor (1989, ca. 7 Min.) und Sado und Maso fahren Boot (ca. 1994, 15 Min.) von Alain Robak, Audiokommentar u. a. mit Regisseur Alain Robak, Diverse Interviews, Trailer

Release-Termin: 29.11.2019

 

Baby Blood [Blu-ray inklusive Bonus-DVD] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 


 
 
 

BABY BLOOD – Trailer

 
 


 
 
 

Christian Ladewig

(Rechte für Grafiken liegen bei Bildstörung)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Elmer (1988)
 
Basket Case – Der unheimliche Zwilling (1982)
 
Unborn – Kind des Satans (1991)
 

Filmkritik: „Wishmaster“ (1997)

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WISHMASTER

(WES CRAVEN’S WISHMASTER)

Story

 
 
 

Der Wunschmeister des Titels ist ein orientalischer Djinn, also grob gesagt ein Flaschengeist, der vor 800 Jahren in einen Edelstein verbannt wird, nachdem er diktatorische Anwandlungen an den Tag legt. Der Dämon erfüllt seinen Findern klassisch drei Wünsche und schafft jedes Mal, den dritten Wunsch im Ableben des blöden Menschen enden zu lassen. Wenn er auf diese Art genügend Seelen eigesammelt hat, übernimmt er die Herrschaft der Welt. 1997 wird der WISHMASTER in den USA aus seinem magischen Gefängnis befreit und macht da weiter, wo er im 12. Jahrhundert unterbrochen wurde.

 
 
 


 
 
 

WISHMASTER – Kritik

 
 
 
Wes Cravens Beiträge zur Entwicklung des Horrorfilms sind nicht zu bestreiten. Gleichsam muss gesagt werden, dass sein Spät-Erfolg SCREAM Mitte der 1990er mitnichten das charmante Persiflieren abgehangener Genre-Klischees ist, den die desinteressierte Presse damals zu erkennen glaubt. Ein widerlich-cooles Persiflieren, zu dessen nachfolgenden Tiefpunkten Herablassungs-Orgien wie THE CABIN IN THE WOODS zählen. Craven selbst tut sein Übriges, um sich von da an in der Rolle des großen Genre-Dekonstruktivisten zu gefallen. Tatsächlich handelt der Filmemacher in den Folgejahren eher situationsabhängig. Wenn die Kasse stimmt, werden wahlweise glatte Horrorfilmchen oder das Genre verdammende Interviews veröffentlicht.
 
 
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WISHMASTER – auf der anderen Seite – ist genau das, was andere Filme damals gerne gewesen wären: Ein sympathisches Stück Horrorkino mit dem vollen Bewusstsein, am Ende einer 90 Jahre alten Filmtradition zu stehen. Die Handlung, eine schnörkellose Übung von Moralstück mit vielen sarkastischen Twists, ist natürlich straight aus der Welt der grellen EC Comics entliehen. Diese Bildgeschichten waren schon Vorbild für Kultmaterial wie CREEPSHOW oder den GESCHICHTEN AUS DER GRUFT. Doch nicht nur auf der Erzählebene behandelt der Film seine Wurzeln mit Respekt. Die Besetzung der Nebenrollen ist ein Who-Is-Who amerikanischen 80er-Jahre-Horrors. Da finden sich neben Angus Scrimm und Reggie Bannister aus PHANTASM/DAS BÖSE Joseph Pilato aus DAY OF THE DEAD und neben dem ewigen Landstreicher-Darsteller George „Buck“ Flower (als Landstreicher, nur der Vollständigkeit halber erwähnt) der unverwüstliche Ted Raimi. Drei der Opfer des Flaschengeists sind Freddy Krueger, der Candyman und Jason Vorhees, beziehungsweise deren dem Fan-Auge vertraute Darsteller Robert Englund, Tony Todd und Kane Hodder. Hier könnte man natürlich einen lustigen Seitenhieb hineininterpretieren, durch den der böse Flaschengeist (oder sein zuständiger Schauspieler, der sehr charismatische Andrew Divoff) direkt seinen Slasher-Film-Vorgängern den symbolischen Garaus macht.
 
 
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Alles in allem ist WISHMASTER im selben Moment ein unterhaltsamer, seiner Entstehungszeit angepasster Horror, wie auch ein Rückblick aufs Genre. Obendrein bietet der langjährige Effekt-Spezialist Robert Kurtzman (KNB FX) in seiner zweiten Regiearbeit einen fast visionären Ausblick auf das vor Zitaten und Cameo-Auftritten alter Genre-Helden nur so strotzende Horrorkino unserer Gegenwart. Ein Horrorkino, das zum großen Teil als wohltuendes Retro-Familienfest zu funktionieren hat und in dessen Rahmen der Fan jeden Film in zahlreichen Edel-Editionen kaufen und danach seine Lieblingsstars ganzjährig auf teuren Conventions persönlich treffen kann.
 
 
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WISHMASTER – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Eigentlich pervers, bei rüden Slasher-Filmen von „Wohlfühl-Horror“ zu schreiben aber wir sind ja unter uns! Der von Altmeister und Profi-Namens-Verleiher Wes Craven präsentierte WISHMASTER hat eigentlich alles, was das Fan-Herz begehrt: Da wäre der flotte, comichafte Plot, die brutal-schweinischen Splatter-Ausbrüche, schwarzer Humor und eine Parade von Genre-Altstars, die wie bei einer Retro-Revue kleine und größere Rollen füllen. Es wäre wünschenswert, wenn das moderne Horrorkino die Balance von WISHMASTER hinbekäme, anstatt wahlweise plump albern oder – genauso beschissen – plump todernst daherzukommen. Heil Divoff!
 
 
 


 
 
 

WISHMASTER – Zensur

 
 
 
WISHMASTER erschien ungekürzt in Deutschland auf VHS und wurde 1999 von der BPjS indiziert. Eine ungekürzte DVD erschien später von ATLANTIS FILM auf DVD. Im August 2016 wurde der Splatter-Hit vorzeitig vom Index gestrichen. Daraufhin ließ das Label NSM RECORDS den Horrorfilm neu prüfen und erhielt eine FSK16 für die ungeschnittene Fassung. Nach ungeprüften Blu-ray/DVD-Mediabooks, einer Büsten-Veröffentlichung und einem Blu-ray-3D-Futurepak, die alle im deutschsprachigen Ausland released wurden, erscheint WISHMASTER nun zum ersten Mal offiziell und ungeschnitten auf Blu-ray für den deutschen Handel. Das österreichische Label NSM RECORDS veröffentlicht die Uncut-Dassung von WISMASTER hierzulande auf Blu-ray im Steelbook. Deutsche Horrorfans können das Sammlerstück bedenkenlos im Elektronikfachmarkt kaufen. Kompletter bekommt man den Film wohl die nächsten Jahre nicht auf Heimkinomedium.
 
 
 


 
 
 

WISHMASTER – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) NSM Records (Blu-ray Steelbook)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Wishmaster; USA 1997

Genre: Horror, Fantasy, Splatter

Ton:Deutsch DTS-HD MA 5.1, Deutsch DTS-HD MA 2.0, Englisch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 2.0

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 1.78:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 90 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Steelbook

Extras: Audiokommentar mit Robert Kurtzman (Regisseur) – Peter Atkins (Autor) und Greg Nicotero (Second Unit Director – FX), Audiokommentar von Daniel Peree und Marco Erdmann vom Wicked Vision-Magazin, Deutscher Trailer, Originaltrailer, TV Spots, Making of, Featurette, Hinter den Kulissen, Interviews: Wes Craven – Andrew Divoff – Tammy Lauren – Robert Englund – Tony Todd – Kane Hodder – Robert Kurtzman – Peter Atkins – Pierre David – Clark Peterson, Filmographien, Bildergalerie

Veröffentlichung: Steelbook: 18.10.2019

 
 

Wishmaster [Blu-ray im Steelbook] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

WISHMASTER – Trailer

 
 


 
 
 

Christian Ladewig

(Die Rechte aller verwendeten Bilder und fürs Packshot liegen bei NSM Records)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Wishmaster (1997)
 
Wishmaster 2 – Das Böse stirbt nie (1999)
 
Wishmaster 3 – Der Höllenstein (2001)
 
Wishmaster 4: Die Prophezeiung erfüllt sich (2002)
 
Jason Goes to Hell – Die Endabrechnung (1993)
 
Wish Upon (2017)
 

Filmkritik: „The Curse of Valburga“ (2019)

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THE CURSE OF VALBURGA

Story

 
 
 

Eine betrügerische Touristentour wird für zwei kriminelle Veranstalter zum blutigen Verhängnis. Die verkaufen Geschichten, welche sich in Slowenien so nie zugetragen haben. Dass ihnen dafür eine blutige Strafe droht, ist im Horror-Genre selbstverständlich.

 
 
 


 
 
 

THE CURSE OF VALBURGA – Kritik

 
 
 
Dass Horror schon lange eine internationale Sprache spricht, ist mittlerweile keine Seltenheit mehr. Da bekommt man schon mal Horrorfilme aus Ländern auf die Mattscheibe, von denen man nicht mal dachte, dass dort überhaupt eine inländische Filmindustrie existiert. Umso mehr überraschte es uns vor einigen Jahren, dass ausgerechnet Slowenien versucht hat auf dem internationalen Horrorfilmmarkt mitzumischen. Als angeblich erster Horrorfilm Sloweniens (was nicht unbedingt richtig ist) schaffte es der Backwood-Slasher IDYLLE nicht nur bis nach Deutschland. Auch andere Länder sicherten sich Rechte und warfen das doch eher konventionell gestrickten WRONG-TURN-Plagiat auf den Videomarkt. Für IDYLLE-Regisseur TOMAZ GORKIC offenbar ein Grund Nachschub zu produzieren. Der weiß, was Horrorfilmfans wollen und färbt im zweiten Film mit dem Titel THE CURSE OF VALBURGA die Mattscheibe rot. Darin wird ein Mix aus Blut, Geschrei und jede Menge Gemetzel an den Zuschauer gebracht. Der ist aber weit weg von ernst. Stattdessen erinnert alles an Parodie im Stile eines DAVE AND TUCKER VS EVIL.
 
 
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Ausgefuchste Geschäftsidee. Weil zwei Brüder Geld brauchen, schmieden sie einen hinterlistigen Plan. Sie erfinden die Geschichte eines sogenannten Baron Valburga, um an das Geld ahnungsloser Touristen zu kommen. Der soll angeblich der Cousin von Graf Dracula gewesen sein und es nicht immer gut mit seinen Untergebenen gemeint haben. Gute Voraussetzungen, um das Interesse geschichtsinteressierter Reisender zu wecken. Die kommen auch bald nach Slowenien und wollen sich auf die Spuren des grausamen Barons begeben. Da klingelt bei Marjan (JURIJ DREVENSEKS) und dessen Bruder Bojan (MARKO MADIC) schon mal die Kasse. In einem Herrenhaus soll die erfundene Tour stattfinden. Doch statt spannendem Geschichtsunterricht geht es bald ans Eingemachte. Im Keller leben nämlich Kannibalen, von denen die Geschwister nichts wissen. Die fallen über die Touristen her und schlagen sich mit ihnen die Bäuche voll. Splatterfans wird das freuen, denn Blut fließt reichlich.
 
 
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THE CURSE OF VALBURGA schlägt in die gleiche Kerbe, wie der von Gorkic inszenierte IDYLLE in welchem Hinterwäldler ahnungslosen Stadtmenschen an die Eingeweide wollen. Diesmal kämpfen aber nicht Landeier gegen Großstädter. In dieser Horrorkomödie sind es Osteuropäer (was für ein dummes Klischee), die es gleich mit der ganzen Welt aufnehmen wollen. So plump wie die Idee zum Film ist dann aber auch dessen weiterer Verlauf. Wir sehen ausschließlich überzeichnete Stereotypen, die derart unsympathisch in Erscheinung treten, dass es eine Freude ist ihnen dabei zuzusehen, wie sie nacheinander über die Klinge springen. Darum geht es nämlich hauptsächlich auch. Alle Touristen wie auch die Tour-Veranstalter selbst werden von einer Gruppe Kannibalen in Stücke gerissen, die im Keller des Herrenhauses seit Jahrzehnten unbemerkt ihr Dasein fristen. Hierbei besonders eigensinnig, wie TOMAZ GORKIC die aus verschiedenen Nationen stammenden Protagonisten in Schubladen steckt, welche an der ersponnenen Tour teilnehmen. Während die russischen Touristen nach einer ausgefallenen Location suchen, um darin einen Porno zu drehen, sind die deutschen Tour-Teilnehmer nur daran interessiert möglichst viel Bier zu trinken und dabei Volksmusik zu hören. Seltsam, dass diese nicht auch noch Lederhosen tragen. Wenn schon hanebüchene Klischees, dann doch bitte richtig.
 
 
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THE CURSE OF VALBURGA ist als Horrorkomödie konzipiert, aber Regisseur TOMAZ GORKIC scheint in Sachen Humor nicht unbedingt den besten Riecher zu haben. Die Späße sind politisch inkorrekt, zünden aber nur selten. Alles wirkt plump und sonderbar – große Lacher bleiben aus. Dafür fährt man in Sachen Gewalt groß auf. War die im Vorgängerfilm IDYLLE noch relativ zurückhaltend und überschaubar, wird jetzt aus dem Vollen geschöpft. Es werden Sägeblätter durch die Luft geworfen und mit Nägel gespickte Keulen in Körper geschlagen. Viele der Spezialeffekte sind zwar simpel und durchschaubar, verfehlen ihre Wirkung aber nur selten. Dass die Morde dabei derart übertrieben zelebriert werden, dass man diese zu keiner Minute ernst nehmen kann, beschert THE CURSE OF VALBURGA Trash-Potenzial. Letzterer wird immer blutiger, je mehr sich das Treiben der Zielgrade nähert. Eine Freigabe für Erwachsene ist diesem Horrorfilm aus Slowenien somit gewiss.
 
 
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THE CURSE OF VALBURGA – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Unterhaltsam – aber dumm. THE CURSE OF VALBURGA ist eine Horrorkomödie mit hohem Trash-Anteil, die sich nicht unbedingt ernst nimmt. Regisseur und Drehbuchautor TOMAZ GORKIC nimmt nach dem slowenischen Backwood-Horror IDYLLE mal wieder das Horror-Genre auf die Schippe und parodiert Klischees und Stereotypen. Gute Ansätze, die aber etwas missglückt sind. Die Späße sind platt und nicht sonderlich clever. Beinahe mag man meinen ein pubertierender Teenager habe diese zu Papier gebracht. Dafür stimmt der Blutzoll. THE CURSE OF VALBURGA ist ganz schön blutig und zeigt mit einfachen Mitteln, wie man das Herz eines jeden Gorehounds in Wallung bringt. Da ist es fast schon etwas schade, dass das blutige Finale dann doch etwas überhastet abgehandelt wird. Ob es am überschaubaren Budget lag? Je näher sich THE CURSE OF VALBURGA dem Ende nähert, umso splattriger wird das Treiben. Vielleicht gibt es irgendwann eine Fortsetzung. Eine wirklich witzige Pointe in der letzten Einstellung deutet darauf hin und stellt ganz nebenbei alle Verläufe im Film infrage.
 
 
 


 
 
 

THE CURSE OF VALBURGA – Zensur

 
 
 
THE CURSE OF VALBURGA ist für eine Horrorkomödie recht blutig geraten. In einer Szene wird etwa eine Minute lange gezeigt, wie die Kannibalensippe im Film auf den Körper einer verletzten Frau einschlagen und in offenen Wunden herumstochern. Weiterhin fliegen Köpfe durch die Gegend und ein Sägeblatt bohrt sich in jede erdenkliche Weise in menschliche Körper. THE CURSE OF VALBURGA dürfte von der FSK erste eine Freigabe ab 18 Jahren erhalten. Eine deutsche Veröffentlichung ist noch nicht angekündigt.
 
 
 


 
 
 

THE CURSE OF VALBURGA – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Strup Produkcija | Black Mandala)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Cannibals and Carpet Fitters (2017)
 
Tucker and Dale vs Evil (2010)
 
Inbred (2012)
 

Filmkritik: „The Furies“ (2019)

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THE FURIES

Story

 
 
 

Mehrere Frauen müssen sich an einem geheimen Ort gegen diverse Killer behaupten, die ihnen das Leben ausknipsen wollen.

 
 
 


 
 
 

THE FURIES – Kritik

 
 
 
Wo sind sie eigentlich hin? Die kompromisslosen Horrorfilme, die sich vor allem durch eines auszeichnen: Gewalt, Gewalt, Gewalt. In den 2000ern sah man sie so ziemlich oft auf der Leinwand. Mittlerweile muss man sie mit der Lupe suchen – aber es gibt sie noch. Einer dieser seltenen Vertreter ist der australische THE FURIES, der vermutlich bis vor einigen Jahren noch Probleme mit der FSK bekommen hätte, weil er so freizügig Gewalt zeigt, als wäre die im Film selbstverständlich. Darin wird mal wieder der Kampf zwischen den Geschlechtern zum Thema gemacht. Mann gegen Frau und Frau gegen Mann. Doch die Story ist nebensächlich. Stattdessen rückt Regie-Newcomer TONY D’AQUINO lieber Spezialeffekte in den Mittelpunkt. Blut, Gematsche und jede Menge Leichen. Gorehounds wirds freuen.
 
 
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THE FURIES erzählt die Geschichte der besten Freundinnen Kayla (AIRLIE DODDS) und Maddie (EBONY VAGULANS). Die geraten in Streit und werden mitten im Konflikt von Fremden überwältigt. Die verschleppen die Frauen zu einem mysteriösen Ort, wo ihnen niemand zur Hilfe eilen kann. Schnell stellt sich heraus, dass man hier nicht sicher ist. Maskierte Gesellen schleichen durch das Gebiet und gehen auf Beutefang. Sie töten sich entweder gegenseitig oder die vielen Frauen, die sich hier im Gebüsch verstecken. Doch was soll das ganze Theater? Wird hier nur zum Spaß getötet oder hat das gegenseitige Abmetzeln einen tieferen Sinn? Die Antwort darauf wird nach und nach gelüftet. Sonderlich plausibel oder glaubwürdig ist der Twist aber nicht.
 
 
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Handwerklich ganz solider Survival-Horror, der die niederen Instinkte des Zuschauers befriedigen möchte. THE FURIES ist definitiv nichts für Feingeister. Was anfangs noch eine erbarmungslose Menschenjagd im Stile von CARNAGE PARK, WOLF CREEK 2 oder 31 vermuten lässt, wird mit fortschreitender Laufzeit ganz schön haarsträubend. Da fallen plötzlich nicht mehr nur die Frauen zum Opfer. Auch die Killer müssen Federn lassen. Entweder deren Köpfe explodieren aus heiterem Himmel oder sie gehen sich gegenseitig an die Gurgel. Sind wir hier im Krieg? Man sollte sich nicht den Kopf zerbrechen, die Auflösung ist dumm, denn Plausibilität ist nicht unbedingt im Sinne von Regisseur TONY D’AQUINO. THE FURIES ist ein Horrorfilm, der sich ausschließlich an Hardcore-Horrorfilmfans richtet, die es etwas härter mögen. Die Spezialeffekte sind erste Sahne und zeigen mal wieder eindrucksvoll zu was talentierte Maskenbildner und Effektekünstler in der Lage sein können. Gesichter werden gespalten, Augen aus Augenhöhlen gezogen und Köpfe gespalten – da bekommen Liebhaber fürs Grobe feuchte Höschen. Leider ist die schonungslose Detailgenauigkeit von Gewalt auch schon der einzige Punkt mit dem THE FURIES glänzen kann. Der Rest ist Slasher-Standard.
 
 
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Die weiblichen Opfer bestehen aus Stereotypen und über die männlichen Gegenspieler erfährt man nichts. Die verhüllen ihre Gesichter unter Masken, für die man sich von klassischen Schlitzern wie HALLOWEEN, BRENNENDE RACHE, TEXAS CHAINSAW MASSACRE oder FREITAG DER 13. inspirieren lassen hat. Viel Substanz besitzt THE FURIES nicht. Aber die erwartet man auch nicht von einem Film, der bereits im Trailer die Gangart diktiert, mit welcher er um die Gunst des zahlenden Publikums buhlen möchte. Immerhin besitzt die Schlachtplatte kaum Leerlauf. Regisseur TONY D’AQUINO tritt im Spielfilmdebüt aufs Gaspedal, sodass kaum Längen entstehen. Sowas nennt man ehrliche Hausmannskost – mehr aber auch nicht.
 
 
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THE FURIES – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Die Splatter-Antwort auf DIE TRIBUTE VON PANEM. Dreckiges Splatter-Kino für Fans hausgemachter Gewaltmanschereien, das die niederen Instinkte des Publikums befriedigen möchte. THE FURIES macht in Sachen Gewalt keine Gefangenen. Der Ton ist rau und die Stimmung angespannt. Blut fließt reichlich und die Spezialeffekte sind aller erste Sahne. Das war’s dann aber auch schon. Der Rest ist Slasher-Standard. Frauen werden von Killern ausradiert, bis eine übrig bleibt, die sich als kühne Rächerin behaupten muss und allen Bösewichten den Marsch bläst. Die Handlung ist nebensächlich und die Auflösung dumm. Deshalb sollte man das Hirn ausschalten und sich einfach nur berieseln lassen – insofern man überhaupt etwas mit expliziten Filmen anfangen kann, in denen ausschließlich geschrien und getötet wird.
 
 
 


 
 
 

THE FURIES – Zensur

 
 
 
THE FURIES ist sehr blutig. Die Spezialeffekte werden detailliert und lang zelebriert. Dabei hält die Kamera stets darauf. Weil sich der Film auch selbst sehr ernst nimmt, hätte THE FURIES vermutlich vor einigen Jahren von der FSK keine Freigabe erhalten. Mittlerweile ist die aber humaner geworden. Daher hat die deutsche Kaufhausfassung von Anbieter SPLENDID FILM in ungeschnittener Form einen roten Freigabe-Flatschen erhalten. Es gibt aber einen Haken. Ganz so komplett ist diese Fassung nicht. Zwar handelt es sich hier um die reguläre ungeschnittene Kinoversion. Es existiert aber noch eine härtere Unrated-Fassung. Diese Filmfassung hat das Label NAMELESS MEDIA im Mediabook in deutscher Sprache veröffentlicht. Auch hier gibt es ein großes Problem. Das Mediabook ist schwer zu bekommen und eigentlich bereits überall ausverkauft.
 
 
 


 
 
 

THE FURIES – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Splendid Film (Kinofassung – KeepCase Blu-ray)

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(c) Nameless Media (Unrated Fassung – Blu-ray im Mediabook)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Furies; Australien | Vereinigte Arabische Emirate 2019

Genre: Thriller, Horror, Splatter

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Niederländisch

Bild: 1.85:1 (1080p) | @24 Hz

Laufzeit: ca. 83 Min.

FSK: keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Kinofassung im KeepCase) | ungeprüft (Unrated Fassung im Mediabook)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover | Mediabook

Extras: Trailer, Trailershow | zusätzlich im Mediabook: Unrated Fassung, Kinofassung, Booklet

Release-Termin: Mediabooks: 15.11.2019 | KeepCase: 31.01.2020

 

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THE FURIES – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei SPLENDID FILM)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Graf Zaroff – Genie des Bösen (1932)
 
Battle Royal (2000)
 
Wrong Turn (2003)
 
A Lonely Place to Die – Todesfalle Highlands (2011)
 
Raze – Fight or Die! (2013)
 

Filmkritik: „Puppet Master – Das tödlichste Reich“ (2018)

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PUPPET MASTER: DAS TÖDLICHSTE REICH

(PUPPET MASTER: THE LITTLEST REICH)

Story

 
 
 
In der Neuauflage zu „Puppet Master“ findet zum 30. Todestag vom Puppenschöpfer Toulon ein Gemetzel bei einer Convention statt. Die mordenden Puppen sind zurück und sie wollen Blut sehen.

 
 
 


 
 
 

PUPPET MASTER: DAS TÖDLICHE REICH – Kritik

 
 
 
Zu Beginn eine Retrospektive: 1989 drehte David Schmoeller mit „Puppet Master“ ein kleines B-Movie um mordende Puppen und unter der Produktion von Charles Band, dem Experten, wenn es um kleine, mordende Wesen geht, avancierte sich der gar nicht mal besonders gute Film zum Kult. Ziemlich schnell folgten zwei weitere Teile, von denen gerade Teil 3 „Toulon’s Revenge“ als kleines Highlight bezeichnet werden darf. Ähnlich wie bei Reihen namens „Freitag der 13.“ oder „Halloween“ wurde aus „Puppet Master“ ein Name und die 90er waren das produktivste Jahrzehnt dieser Reihe. Aus den sowieso nie besonders teuren Filmen wurden aber schon bald ziemlich billige Videothekenableger, die mit den Originalfilmen nicht mehr besonders viel zu tun hatten. Beim vierten Teil ging dies noch gut und der fünfte Teil „The Final Chapter“ deutete schon damals ein Ende der Reihe an, ehe man den Fan-Wünschen ein paar Jahren später nachkam und mit „Curse of the Puppet Master“ 1998 einen sechsten Teil herausbrachte. Hier und beim Nachfolger war aber nichts mehr vom einstigen Charme vorhanden und die Krone setzte dem Ganzen dann „The Legacy“ von 2003 auf, der eigentlich nur aus Rückblicken bestand. Mit „Puppet Master vs. Demonic Toys“ gab es eine billige Fernseh-Spin-Off-Fortsetzung und danach war erst mal einige Jahre Ruhe, bis sich 2010 erneut etwas tat. Mit „Axis of Evil“ bekam die Nazi-Thematik mehr Platz eingeräumt und die Qualität stieg sogar etwas an. Bei den beiden Nachfolgern „Axis Rising“ und „Axis Termination“ führte sogar Charles Band höchstpersönlich Regie. Während er das beim ersten Teil gut gemacht hat, war das bisher letzte Lebenszeichen der Puppen eher mau, doch diese Reihe scheint absolut nicht totzukriegen zu sein, denn 2018 war es soweit und ein weiterer Teil, insgesamt also bereits der 13., wurde herausgebracht. Man hat es dieses Mal allerdings mit keiner Fortsetzung zu tun, sondern mit einer kompletten Neuausrichtung und genau das hat diese Reihe auch mal gebraucht. Mit „Puppet Master: Das tödlichste Reich“ bekommt man wohl den bisher besten Teil dieser langlebigen Reihe geboten.
 
 
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Die größte Änderung ist, dass Toulon hier als Bösewicht dargestellt wird. Ansonsten ist eigentlich alles beim Alten geblieben und trotzdem weicht die Erzählweise von den anderen Teilen deutlich ab. Nachdem man anfangs kurz den bösen Toulon in der Vergangenheit sehen durfte, wechselt das Geschehen in die Gegenwart und da geht es um Edgar, der sich gerade erst scheiden hat lassen. Er findet im Zimmer seines verstorbenen Bruders eine Puppe, die er mit zu einer Convention nimmt, denn der 30. Todestag von Toulon wird gerade gefeiert. Erst mal bei der Convention angekommen, entwickelt nicht nur die eine Puppe ein bedrohliches Eigenleben und es dauert nicht lange, da häufen sich die Leichen. Der Hintergrund ist dabei sicherlich nicht besonders wichtig und viel Story hat „Das tödlichste Reich“ auch gar nicht zu erzählen, eine solche stand bei dieser Reihe aber sowieso nie großartig im Vordergrund. Trotzdem ist das Drehbuch, welches sogar von S. Craig Zahler geschrieben wurde, brauchbar und es tut mal gut, dass hier ein Neustart gewagt wurde. Wie schon in einigen Vorgängern wird das Szenario stark mit den Nazis verknüpft und selbst wenn der Fokus mehr auf Splatter liegt, bekommt die Geschichte hinterher noch eine ganz solide Dynamik.
 
 
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Regie durfte das Duo Tommy Wiklund und Sonny Laguna führen. Man sieht natürlich, dass hinter „Das tödlichste Reich“ nicht das große Geld steckt, aber das war bei dieser Reihe nie der Fall. Allerdings sieht der Film schon deutlich aufwendiger aus, als die Vorgänger, die Charles Band (hier selbstverständlich wieder als Produzent mit an Bord) gedreht hat. Nach einer recht ausgiebigen, aber irgendwie sympathischen Einleitung, wird in der zweiten Hälfte vordergründig gemetzelt und hier kann der Film durchaus punkten, denn er bietet reichlich Splatter, welcher erfreulicherweise sogar fast komplett von Hand gemacht wurde. Der Gorehound kommt da definitiv auf seine Kosten und an nackter Haut mangelt es ebenfalls nicht. Die Kulissen sind dabei nicht unbedingt sehr aufwendig, erfüllen ihren Zweck aber vollkommen und es ist zudem schön, dass man die Titelmelodie leicht beibehalten hat. Bereits der liebevoll gestaltete Vorspann zeigt, dass man sich hier doch Mühe gegeben hat, um die Fans zu bedienen und die bekommen hier das volle Programm. Ist man nur auf mordende Puppen aus, wird man auf jeden Fall ordentlich bedient und im letzten Drittel wird das Ganze auch noch ein wenig aufwendiger.
 
 
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Den positiven Gesamteindruck runden die soliden Darsteller dann ab. Thomas Lennon funktioniert als Identifikationsfigur für den Zuschauer und spielt das ganz sympathisch. Als Toulon gibt es nun sogar Udo Kier zu sehen, der zwar leider nur am Anfang einen kurzen Auftritt hat, aber perfekt in diese Rolle passt. Mit Barbara Crampton ist sogar jemand mit dabei, der schon im Original mitgespielt hat und Matthias Hues passt ebenfalls in dieses Werk hinein. Es gibt eine ganze menge Rollen und selbst wenn man hier nicht das beste Schauspiel erwarten sollte, so ist doch alles zweckdienlich und es wird niemals nervig. So viel Qualität gab es in dieser Reihe jedenfalls nicht immer, aber „Das tödlichste Reich“ hat sowieso nicht mehr besonders viel mit seinen Vorgängern zu tun. Weder besitzt er diese 80er Jahre Atmosphäre aus der Anfangszeit, noch die 90er-Jahre-Billigfilm-Stimmung. Erst recht besitzt er nicht die günstige Inszenierungskunst von Charles Band und eigentlich kann man sich hier seit langer Zeit mal wieder wie in einem ernsthaften Film vorkommen, der natürlich nicht ernst wirken möchte, der es aber eben zulässt, dass man nicht sofort nur an den billigsten Trash denken muss. Das ist nicht immer höchst unterhaltsam, meist aber doch erfreulich amüsant und wer mit dieser Reihe aufgewachsen ist, wird hier einen nachvollziehbaren Sprung in die Gegenwart erleben, der sich qualitativ deutlich von den letzten Vorgängern abhebt. Das offene Ende deutet ja eine Fortsetzung schon ganz klar an und wahrscheinlich wird „Puppet Master“ in ein paar Jahrzehnten die langlebigste Filmreihe aller Zeiten sein. An diesem Rekord wird dann auch niemals mehr jemand etwas ändern können!
 
 
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PUPPET MASTER: DAS TÖDLICHE REICH – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
„Puppet Master: Das tödlichste Reich“ ist natürlich nicht mehr als ein kleiner B-Horrorfilm, doch er stellt tatsächlich den besten Teil der Reihe dar und sollte Fans der früheren Werke dieser Reihe durchaus gefallen. Die Puppen morden sich kräftig durch den Film und sorgen für viel Splatter, so dass jeder Gorehound auf seine Kosten kommt. Nebenbei ist die Geschichte als Neustart ganz in Ordnung und die Darsteller erledigen ihre Arbeit solide. Das ist relativ simpel gemacht, besitzt aber dennoch eine gewisse Qualität und ist einfach recht unterhaltsam. Wer noch nie etwas mit diesen Filmen zu tun hatte, kann eine gewisse Euphorie vielleicht nicht nachvollziehen, doch gerade wenn man alle Teile gesehen hat, wird man überrascht sein, denn „Das tödlichste Reich“ ist ein durchaus brauchbarer Film geworden und er wird mit Sicherheit nicht der letzte Teil der Reihe bleiben!
 
 
 


 
 
 

PUPPET MASTER: DAS TÖDLICHE REICH – Zensur

 
 
 
„Puppet Master: Das tödlichste Reich“ ist schon sehr zeigefreudig. Damit hatte wohl auch die FSK Probleme, weshalb man dort die Freigabe verweigerte. Doch der deutsche Rechteinhaber Pierrot Le Fou hat Erfahrung mit „schwierigen“ Filmen. Das Label scheute nicht den Gang zur Juristenkommission SPIO/JK und wurde belohnt. Die Prüfinstanz erteilte dem Film in der Uncut-Fassung die leichte SPIO/JK-Freigabe „keine schwere Jugendgefährdung“. Sammler von Uncut-Fassungen können daher bedenkenlos zugreifen, wenn sie den Splatter-Spaß im Handel finden.
 
 
 


 
 
 

PUPPET MASTER: DAS TÖDLICHE REICH – Blu-ray

 
 
 
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(c) PIERROT LE FOU (Blu-ray KeepCase-Version)

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(c) PIERROT LE FOU – Uncut #16 (auf 3000 Stück limitiertes Mediabook mit DVD + Blu-ray)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Puppet Master: The Littlest Reich; Großbritannien | USA 2018

Genre: Horror, Splatter

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2,35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 90 Min.

FSK: SPIO JK geprüft: keine schwere Jugendgefährdung (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover | limitiertes Mediabook

Extras: Interviews (u. a. mit Udo Kier Jenny Pellicer Thomas Lennon), Drehtagebuch, „Die Ankunft der Killerpuppen“, Trailer | zusätzlich im Mediabook: Film auf DVD, Booklet, Poster

Release-Termin: Mediabook: 12.07.2019 | KeepCase: 06.09.2019

 

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PUPPET MASTER: DAS TÖDLICHE REICH – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

Die Rechte aller für die Review verwendeten Bilder liegen bei PIERROT LE FOU

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Puppetmaster (1989)
 
Puppetmaster II (1990)
 
Puppetmaster 3 (1991)
 
Puppetmaster IV (1993)
 
Puppet Master V (1994)
 
Curse of the Puppetmaster (1998)
 
Retro Puppetmaster (1999)
 
Puppet Master: The Legacy (2003)
 
Dämonische Spiele – Puppet Master vs. Demonic Toys (2004)
 
Puppet Master: Axis of Evil (2010)
 
Puppet Master X: Axis Rising (2012)
 
Puppet Master: Axis Termination (2017)
 
Demonic Toys (1992)
 
Dolls (1987)
 
Robert – Die Puppe des Teufels (2015)
 

Filmkritik: „Prey – Beutejagd“ (2016)

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PREY – BEUTEJAGD

(PROOI)

Story

 
 
 

Ein riesiger Löwe streift durch Amsterdam und schlägt sich den Magen voll, indem er einfach unzählige Stadtbewohner vertilgt.

 
 
 


 
 
 

PREY – Kritik

 
 
 
Tier-Horror erfreut sich seit den 1970ern besonders großer Beliebtheit. Nicht selten haben es sich in dieser Art Filme mutierte, zornige oder besonders gefräßige Tiere zur Aufgabe gemacht der Menschheit einen Denkzettel zu verpassen, weil diese so ignorant und ausbeuterisch mit Natur und Umwelt umgeht. Ein Thema, das auch heute noch aktueller denn je ist. Dennoch genießen Tierhorrorfilme mittlerweile einen zweifelhaften Ruf, was in erster Linie darauf zurückzuführen ist, dass es so profitorientierte Filmstudios wie SYFY oder THE ASYLUM gibt. Die drehen zwar gern mal Horrorfilme mit und über Tiere. Statt aber Kritik an der Zerstörung der Umwelt durch die Menschheit und dem damit verbundenen Zerfall wichtiger Ökosysteme auszuüben, ist man dort eher daran interessiert trashige Unterhaltung mit schlechten Spezialeffekten zu drehen, die die Hirnzellen des Zuschauers zerstören sollen.
 
 
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Da erwartet man von einem Film mit dem Titel PREY – BEUTEJAGD auch nicht unbedingt feingeistige Filmware. Dennoch ist dieser Horrorstreifen über einen nimmersatten Löwen eine Erwähnung wert. Der Film ist nämlich in den Niederlanden entstanden und hat mit Regisseur DICK MAAS auch noch einen bekannten Holländer am Start, der sich im Horror-Genre bereits einen Namen gemacht hat. Erfahrener Kenner erheben da verständlicherweise den Zeigefinger und zeigen sich interessiert. Das nicht ohne Grund. Herr Maas war nämlich an einigen Horrorproduktionen beteiligt, die in Holland gedreht und sogar international vermarktet wurden. Darunter bekannte Genre-Ware wie VERFLUCHTES AMSTERDAM, FAHRSTUHL DES GRAUENS und der grimmige Weihnachts-Horror SAINT. Wem das alles nichts sagt, dürfte aber trotzdem gleich eine Wissenslücke füllen können. Eine der in Deutschland bekanntesten Komödien wurde von ihm in den 1990ern inszeniert. DICK MAAS schrieb und inszenierte den kultigen FLODDER-Film. Wir sind uns sicher, bei den meisten Lesern macht es jetzt Klick.
 
 
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In Amsterdam herrscht Ausnahmezustand. Dort sind die Einwohner sehr aufgeregt, weil sich in der Stadt eine Bestie herumtreibt, die eine Spur der Verwüstung hinterlässt. Da werden zerfetzte Menschen gefunden und die Polizei steht vor einem Rätsel. Doch eine Kommissarin weiß sofort, was los ist. Sie hat eine Spur und macht einen riesigen Löwen verantwortlich, der offenbar jegliche Scheu vor der Menschheit verloren hat. Leider will der besorgten Kriminalbeamtin niemand Glauben schenken. Ein fataler Fehler, wie sich bald herausstellen wird. Die hungrige Raubkatze dezimiert unschuldige Menschen und macht vor nichts und niemandem halt. Weil sie sich auch noch gut verstecken kann, scheint es nicht leicht, dem Tier das Handwerk zu legen. Da muss ein Experte ran. Ein erfahrener Jäger wird eingeflogen und soll das Problem lösen. Leider sitzt der im Rollstuhl und hat Probleme mit dem Alkohol. Wenn das mal nicht gute Voraussetzungen sind.
 
 
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PREY – der übrigens im Entstehungsland als PROOI vermarktet wird – ist nicht unbedingt das, was man sich von einem erfahrenen Filmemacher wie DICK MAAS vorgestellt hat. Der Streifen ist weit weg von den Qualitäten jener Filme, mit denen der Regisseur Fuß im Filmbusiness gefasst hat. Trotzdem ist der Raubkatzen-Horror PREY immer noch weit besser als das, was der Horror-Videomarkt mittlerweile zu bieten hat. Hier ist ein computeranimiertes Raubtier zu sehen, das die Straßen der niederländischen Hauptstadt unsicher macht und nicht zimperlich zur Sache geht. Das Resultat: zerfetzte Körper und große Blutlachen. Das dürfte jene freuen, die gern sattes Rot im Film sehen wollen, denn PREY geizt zweifelsohne nicht mit Schauwerten. Tier verspeist nicht nur ahnungslose Golfspieler und Essenslieferanten. Auch spielende Kinder müssen dran glauben und werden nach einer Rutschpartie auf dem Spielplatz direkt ins Maul des Tieres befördert. Irgendwie gemein.
 
 
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Generell nimmt sich PREY nicht immer ernst. Der Streifen scheint sich seiner trashigen Handlung bewusst zu sein und zieht daraus Unterhaltungsfaktor. Da geht die riesige Katze in einer vollen Straßenbahn(!) auf Beutefang und übereifrige Hobby-Jäger wollen das Tier in Eigenregie fangen – fallen letztendlich aber selbst in die aufgestellten Fallen. In einer anderen Szene sehen wir, wie ein flüchtender Mann in der Amstel landet und sich in Sicherheit wähnt. Als er aus dem Wasser taucht, um nach dem Rechten zu sehen, wird ihm der Kopf abgebissen. Als wäre das nicht alles schon zynisch genug, landet das abgefressene Haupt anschließend versehentlich in der Müllpresse der Stadtreinigung. Rabenschwarzer Humor lässt sich da freilich nicht von der Hand weisen. Mit derart Späßen hält sich PREY über weite Strecken über Wasser. Die hat die niederländische Produktion aber auch zwingend nötig.
 
 
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Der Streifen ist nämlich knapp zwei Stunden lang und hat vor allem im Mittelteil mit einigen Hängern zu kämpfen. Da werden Figuren eingeführt, die natürlich auch so etwas wie Charakterisierung und eine Hintergrundgeschichte erhalten müssen. Vielleicht etwas zu viel Hintergrund und Dialog, der hätte gestrafft werden können. Das nimmt dem tierischen Horror-Spaß oft den Drive. Trotzdem will man nicht meckern. PREY macht Laune – keine Frage und ist der beste Beweis dafür, dass man nicht unbedingt immer nach Übersee schielen muss, wenn man soliden Horror mit Bluteinlage sehen will. Hier bekommt der Horrorfan all das, was er eben von kurzweiliger Horror-Ware erwartet: Spaß, Gore und jede Menge Blut. Europa kann eben auch blutigen Horror.
 
 


 
 
 

PREY – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Löwenstarker Tier-Horror aus Holland. Unsere Nachbarn trauen sich was und experimentieren mit CGI-Effekten. Das Ergebnis ist PREY – BEUTEJAGD, der als Horrorfilm keine üble Figur macht. Regisseur DICK MAAS erzählt in dieser Produktion von einem amoklaufenden Löwen, der Amsterdam in Schach hält. Das Tier tritt als computeranimierter Killer in Erscheinung, frisst sich aber auch als Puppe durch das Fleisch seiner Opfer. Die Bezeichnung fressen wird dabei besonders zeigefreudig in Szene gesetzt. Wie zuletzt in BOAR ist auch PREY in Sachen Gewalt ganz offen und zelebriert jede Menge blutiger Handarbeiten, die Splatterfans in Verzückung versetzen werden. Offenbar sahen das auch die Horrorfilm-Liebhaber in China so. Schenkt man der Facebook-Webseite zum Film Glauben, schaffte es PREY dort sogar in die Top10 der chinesischen Kinocharts. Das gelingt nicht vielen europäischen Horrorfilmen.
 
 
 


 
 
 

PREY – Zensur

 
 
 
PREY – der in Holland als PROOI vermarktet wird – hält sich nicht unbedingt mit Schauwerten zurück. Es gibt verstümmelte Leichen zu sehen, abgetrennte Köpfe und Gliedmaßen. Ein Jäger fällt weiterhin mit dem Gesicht in eine Bärenfalle. Der Löwe im Film reißt Schädel ab und beißt auch sonst alles tot, was ihm zwischen die Zähne kommt. So muss sogar ein unschuldiges Kind sterben dem der Hals zerbissen wird. Hierzulande dürfte PREY – BEUTEJAGD trotz aller Gewalt eine FSK16 erhalten. In deutscher Sprache erscheint der Titel vorerst Anfang Dezember 2019 ert einmal ungeprüft im deutschspachigen Ausland über Indeed Film / Illusion Unltd. Eine mögliche Auswertung mit FSK-Prüfung für die deutschen Kaufhäuser ist im Verlauf des Jahres 2020 nicht unwahrscheinlich.
 
 
 


 
 
 

PREY – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Shooting Star Filmcompany BV | Dutch FilmWorks)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Roar – die Löwen sind los (1981)
 
Burning Bright – Tödliche Gefahr (2010)
 
Maneater (2007)
 

Filmkritik: „Book of Monsters“ (2018)

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BOOK OF MONSTERS

Story

 
 
 

Auf der Geburtstagsparty einer Außenseiterin geht es plötzlich blutig zu, weil böse Kreaturen aus einem Buch befreit werden.

 
 
 


 
 
 

BOOK OF MONSTERS – Kritik

 
 
 
Böse Bücher gehören im Horrorfilm mindestens genauso zum Standard wie teuflische Kinder, maskierte Psychopathen oder verfluchte Häuser. In den meisten Fällen schlummert auch in diesen Schriftstücken das abgrundtief Böse, das nur ein Ziel kennt: das Ende der Menschheit. Voraussetzung hierfür ist, dass die richtigen Passagen aus genau diesen Büchern gelesen werden. Wurden die ausgesprochen, öffnet man die Tore für Dämonen, Geister und andere Höllen-Kreaturen. Mit denen ist alles andere, als zu spaßen, wie auch die folgende Splatterkomödie beweist. Hier ist bereits der Titel Programm. BOOK OF MONSTERS lässt die Monster frei und geizt zweifelsohne nicht mit Schauwerten. Für die ist STEWART SPARKE verantwortlich, der offenbar ein großer Verfechter von Horror-Autor H.P. LOVECRAFT ist. Von dessen Cthulhu-Mythos hat sich der Regisseur für seinen Film inspirieren lassen. Das aber nicht zum ersten Mal. Bereits im Erstlingswerk THE DARK BELOW waren die Einflüsse des Schriftstellers nicht zu übersehen. Darin machte eine Meeresbiologin Bekanntschaft mit einem seltsamen Wesen aus der Tiefe, das alles andere als friedlich gesinnt war. Gleiches trifft natürlich auch auf die Kreaturen im zweiten Streich des ambitionierten Filmemachers zu. Die treiben es bunt auf der Mattscheibe und zetteln auch noch eine Splatterorgie an. Sowas hört man als Horrorfilmfan gern.
 
 
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Wenn fantasiebegabte Kinder nicht ernst genommen werden. Genauso ergeht es der kleinen Sophie. Die musste mit ansehen, wie die eigene Mutter von Kreaturen aus ihrem Märchenbuch in Stücke gerissen wurde. Doch leider wollte ihr niemand Glauben schenken. Viele Jahre später feiert Sophie ihren 18. Geburtstag und staunt nicht schlecht, als ihr genau jene Geschichten-Fibel vom Vater in die Hände gedrückt wird. Da werden Erinnerung an das furchtbare Ereignis von damals wach. Doch der Teenager hat anderes im Sinn. Die will lieber eine Geburtstagsfeier veranstalten und lädt hierzu Freunde und Klassenkameraden ein. Leider verläuft die Party schnell in ungeahnte Bahnen. Monster fallen über die Gäste her und richten an Blutbad an. Da ist guter Rat teuer. Doch Sophie kennt sich aus. Die erlebt ein Déjà-vu und weiß die Höllenwesen kommen. Es ist das vom Vater geschenkte Buch, welches die Tore für Monster öffnet. Ein Kampf gegen das Böse wird demzufolge unausweichlich. Kein Problem für die wackere Sophie. In der Schule Außenseiterin verwandelt sie sich in BOOK OF MONSTERS zur tapferen Kampfamazone. Nicht schlecht!
 
 
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Hurra, die 1980er sind zurück. Nun ja, nicht ganz. BOOK OF MONSTERS ist mal wieder einer dieser Horrorfilme, der auf Retro macht und versucht die Atmosphäre jener Ära auf Zelluloid zu bannen. Das haben in den letzten Jahren viele Filmemacher auf ähnliche Weise versucht, sind damit aber kläglich gescheitert. Da verwundert es dann doch schon sehr, dass es ausgerechnet einem No-Budget-Streifen gelingt genau jenes Gefühl auf Film festzuhalten, welches vor allem in Video-Produktionen genannten Jahrzehnts transportiert wurde. BOOK OF MONSTERS tritt in Fußstapfen von so Horror-Ware wie NIGHT OF THE DEMONS, SPOOKIES – DIE KILLERMONSTER, BAD TASTE oder Troma-Quatsch wie ATOMIC HERO. Die zeichneten sich vor allem durch eines aus: handgemachte Spezialeffekte, Splatter-Irsinn und jede Menge Spaß. Genau diese Zutaten verhelfen BOOK OF MONSTERS zum Ziel. Hier wurde mit minimalem Budget maximaler Aufwand betrieben. Im Minutentakt werden Körper ausgeweidet, Köpfe abgetrennt und literweise Kunstblut vor der Kamera verschüttet. Die Spezialeffekte sind einfach, dafür aber kreativ. So sehen wir dämonische Gartenzwerge, die an Hälsen knabbern, riesige Monster unter deren Kostümen wahrscheinlich mehrere Schauspieler gesteckt haben und natürlich: Blut, Blut, Blut. Da wird es garantiert nicht langweilig, zumal sich BOOK OF MONSTERS zu keiner Minute ernst nimmt und eine so unschuldige Naivität versprüht, dass man den Streifen nur gernhaben muss.
 
 
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Dabei ist BOOK OF MONSTERS eigentlich nichts Großes. Der Streifen wurde zum großen Teil mittels KICKSTARTER gestemmt – einer Webseite auf der sich seit Jahren Filmemacher tummeln, um sich dort das Geld für ihre Horrorstreifen von spendablen Genre-Fans zu holen. Ein Geben und Nehmen also, was sich im Falle von BOOK OF MONSTERS als gelungen und erfolgreich herausgestellt hat. Horrorkenner bekommen hier das, was sie von Horrorfilmen erwarten und Regisseur STEWART SPARKE konnte sich im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten richtig kreativ austoben. Das Resultat ist schwer unterhaltsam, zumal keine Minute vergeht in der nicht irgendetwas passiert. Da vergehen die knapp 80 Minuten wie im Fluge und der Zuschauer ist zufrieden. BOOK OF MONSTERS ist klein – keine Frage. Was aber mit wenigem Budget auf die Beine gestellt wurde, ist mehr als beachtlich. Da merkt man mal wieder, dass Hervorragendes inszeniert werden kann, wenn Fanboys auf dem Regiestuhl sitzen. Dass Regisseur STEWART SPARKE einer derer ist, lässt sich nicht bestreiten. Der weiß, was Genre-Liebhaber wollen und gibt ihnen das auch. Das freut den Horrorfilmfan.
 
 
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BOOK OF MONSTERS – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Klein aber oho. BOOK OF MONSTERS ist liebenswerter Old-School-Horror, der nicht nur reichlich Blut, sondern auch jede Menge Spaß versprüht. Knapp 150.000 £ hat die britische Splatterkomödie gekostet – davon kamen knapp 45.000 £ durch Crowdfunding in die Kasse. Das knappe Budget kann die Produktion zwar nicht verbergen. Dennoch hat man sich nicht unterjochen lassen. Das Ergebnis schaut nach mehr aus, als es letztendlich gekostet hat, was vermutlich auch daran liegt, dass Regisseur STEWART SPARKE keinen Leerlauf zulässt. Der feiert sein Fun-Splatter-Feuerwerk in einem beachtlichen Tempo ab, dass erst gar nicht auffällt, dass einige Spezialeffekte (Stichwort: dämonische Gartenzwerge) etwas sehr improvisiert anmuten. BOOK OF MONSTERS verbeugt sich vor dem Schaffen des Schriftstellers H.P. LOVECRAFT, ist aber auch gleichzeitig Hommage an das Monster-Horror-Kino der 1980er, wo man noch kreativ mit Kleister, Gips und Elektronik Spezialeffekten Leben einhauchte. Wer handgemachte Manschereien bevorzugt und ein Faible für taffe Frauen hat, die sich gegen Dämonen zur Wehr setzen, ist mit dem charmanten BOOK OF MONSTERS gut beraten.
 
 
 


 
 
 

BOOK OF MONSTERS – Zensur

 
 
 
Wegen diverser Splatter-Szenen in denen Körper zerissen und geteilt werden, hat BOOK OF MONSTERS hierzulande eine Freigabe mit blauen FSK-Sticker erhalten: FSK16. Die Fassung ist ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

BOOK OF MONSTERS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Tiberius Film (KeepCase Blu-ray)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Book of Monsters; USA 2018

Genre: Horror, Komödien, Trash

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 84 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase ohne Wendecover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: 02.01.2020

 

Book of Monsters [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

BOOK OF MONSTERS – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Dark Rift Films | Tiberius Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Night of Something Strange (2016)
 
The Demon’s Rook (2013)
 
Night of the Demons (2009)
 
Night of the Demons (1988)
 

Filmkritik: „Death House“ (2017)

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DEATH HOUSE – GEFANGEN IN DER HÖLLE

(DEATH HOUSE)

Story

 
 
 

Enttäuschender Low-Budget-Horror: In einem Hochsicherheitsgefängnis bricht das Chaos los, als plötzlich der Strom ausfällt und sich alle Gefangenen aus ihren Zellen befreien können.

 
 
 


 
 
 

DEATH HOUSE – Kritik

 
 
 
Was wäre GUNNAR HANSEN glücklich gewesen, wenn er erfahren hätte, das man sein einziges Drehbuch verfilmt. Der Leatherface-Darsteller aus dem allerersten TEXAS CHAINSAW MASSACRE von 1974 hatte nämlich ein Skript verfasst in dem er alle Schauspiellegenden des modernen Horrorkinos vereinen wollte. Leider machte ihm der Tod einen Strich durch die Rechnung. Im Jahre 2015 verstarb der gebürtige Isländer ganz plötzlich und hinterließ eine Idee, die das Blut vieler Horrorfilmfans in Wallung brachte. Um dem verstorbenen Freund die letzte Ehre zu erweisen, griff Regisseur B. HARRISON SMITH das Projekt neu auf. Der ordnete die Idee über eine Horror-Version von THE EXPANDABLES, schliff am Drehbuch seines Vorgängers und inszenierte das Zusammentreffen der Horror-Ikonen unter dem Titel DEATH HOUSE. Das Resultat ist beachtlich – vor allem vor dem Hintergrund, wer sich da alles die Türklinke in die Hand gibt. Nahezu jeder Horror-Star erhielt eine Nebenrolle im Film. Da stellt sich berechtigterweise die Frage, ob so viele Gastauftritte überhaupt gut für eine Filmhandlung sein können. Im Falle von DEATH HOUSE ist das Ergebnis dann doch mehr schlecht, als recht. Da werden Enttäuschungen vorprogrammiert sein, denn dieses Wiedersehen bekannter Horror-Ikonen entpuppt sich als cineastischer Schnellschuss.
 
 
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Irgendwo in der Wüste Nevadas steht ein geheimes Hochsicherheitsgefängnis, das die Regierung als „Death House“ bezeichnet. Der Grund für die grausige Bezeichnung kommt nicht von ungefähr. Wer hier einsitzt, hat es geschafft und wird sein Lebtag kein Tageslicht mehr sehen. In diesem Knast lungern die gefährlichsten Verbrecher Amerikas, an denen Wissenschaftler obskure Experimente mit neuen Technologien durchführen. Von denen sollen sich zwei Bundesbeamten Toria Boon (CORTNEY PALM) und Jae Novak (CODY LONGO) ein Bild machen. Die erhalten eine exklusive Führung durch die Hallen der schaurigen Gefängnisanlage über die bald die Hölle hereinbrichen wird. Da fällt plötzlich der Strom aus, Knastzellen öffnen sich und die Angestellten werden zu Freiwild. Eine dumme Situation, die auch unsere beiden Besucher an Grenzen bringt. Die müssen sich durch das Gebäude kämpfen und sehen sich mit unzähligen Irren konfrontiert, die nur ein Ziel kennen: töten, töten, töten.
 
 
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Horror-Ikonen sind kein Garant für sehenswerte Horrorware. Zu dieser Einsicht muss man zwangsläufig kommen, wenn man DEATH HOUSE gesehen hat. Hier tummeln sich zwar bekannte Gesichter aus Horrorfilmen vor die Linse, sonderlich sehenswert ist das große Wiedersehen aber nicht. DEATH HOUSE entpuppt sich als günstig gedrehter Horror-Murks, der ohne Genre-Größen wie TONY TOOD, KANE HOODER oder BILL MOSELEY wohl kaum Aufmerksamkeit erhalten hätte. Die Ernüchterung folgt auf dem Fuß. DEATH HOUSE ist vollkommen spannungsfrei und wirr. Die Handlung wirkt an den Haaren herbeigezogen und besitzt keinen roten Faden. Oftmals will man das Gefühl nicht loswerden, als habe man hier wahllos Gedanken zusammengewürfelt und in eine Handlung gepresst, die zu keiner Minute Sinn ergibt. Nun gut, mag man meinen – im Horrorfilm macht selten etwas Sinn. Was aber im Falle von DEATH HOUSE zugemutet wird, ist jenseits von Gut und Böse. Der Film hangelt sich von Gastauftritt zu Gastauftritt. Dazwischen herrscht gähnende Langeweile. Nicht einmal die kurzen und nicht immer professionell in Szene gesetzten Gewaltspitzen können das filmische Desaster vor dem Untergang bewahren. Da will man nicht wissen, was Leatherface-Darsteller GUNNAR HANSEN zuvor geraucht haben muss, als er diesen unschlüssigen Rohrkrepierer zu Papier brachte. Offenbar müssen es Drogen von einem fernen Planeten gewesen sein. Anders lässt sich dieser filmische Totalausfall nicht erklären.
 
 
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DEATH HOUSE – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Boah, gar nicht mal so gut. Der Trash-Heuler DEATH HOUSE hätte ein Fest für Horror-Fans werden können. Leider hat man all das vermasselt, was man nur vermasseln kann. Das Drehbuch ist eine Zumutung, der abstrusen Handlung lässt sich nur schwer folgen und auf ein ausuferndes Splatterfest wartet man vergebens. Hinzukommt, dass die Ausleuchtung dunkler Flure und Gänge in der zweiten Filmhälfte derart schlecht ist, dass sich kaum erkennen lässt, was sich da auf der Mattscheibe abspielt. Da hat man nach zähen 45 Minuten Einleitung doch mehr erwartet, zumal auch die Gore-Effekte nicht unbedingt die besten sind. Immerhin bekommt man ein paar Gesichter aus bekannten Horrorfilmen zu sehen, die im Genre Rang und Namen haben. Ob die aber vor den Dreharbeiten geahnt haben, auf was für ein Desaster sie sich hier einlassen, steht auf einem anderen Blatt. Offenbar war für viele der hier Beteiligten Ebbe in der Geldbörse. Um den Lebensunterhalt bestreiten zu können, hat man wohl einfach unterschrieben. So hat man sich ein Klassentreffen der Horror-Ikonen nicht unbedingt vorgestellt.
 
 
 


 
 
 

DEATH HOUSE – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von DEATH HOUSE ist ungeschnitten und erst für Erwachsene freigegeben. Im Film gibt es diverse Gewalszenen, die aber für eine FSK18-Freigabe in Ordnung gehen, um dafür im stationären Handel ungeschnitten ausgelegt werden zu können. Sonderlich brutal – wie anfangs gedacht und vom Label KSM beworben – ist DEATH HOUSE nicht. Auch wenn ab und an Menschen das Zeitliche segnen, ist dieser Horror-Trash keine Sternstunde des Gewalt- und Splatterkinos.
 
 


 
 
 

DEATH HOUSE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) NewKSM

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Death House; USA 2017

Genre: Horror, Action, Krimi, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.78:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 88 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: 2 Blu-rays im Keepcase mit Wechselcover und im Schuber

Extras: Trailer, Trailershow, Behind The Scenes, Interviews, Bildergalerie

Release-Termin: 28.03.2019

 

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DEATH HOUSE – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei NewKSM )

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Incident (2011)
 
Aftershock – Die Hölle nach dem Beben (2012)
 
Prison – Rückkehr aus der Hölle (1987)
 

Filmkritik: „Secret Santa“ (2017)

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SECRET SANTA

Story

 
 
 

Eine dysfunktionale Familie rechnet an Weihnachten miteinander ab.

 
 
 


 
 
 

SECRET SANTA – Kritik

 
 
 
Weihnachten in Familie. Das ist für die einen der Höhepunkt des Jahres, für andere aber auch der Horror auf Erden. Nicht selten trifft man da auf nervige Verwandte, denen man nicht unbegründet den Rest des Jahres aus dem Weg gegangen ist. Da muss man an der Festtafel Geschichten lauschen, die man eigentlich gar nicht hören will oder Geschenke auspacken, die man besser gleich in der Mülltonne entsorgen möchte. Man kann sich die eigene Familie eben nicht immer aussuchen. Genau jene weisen Worte sind nun auch in der Horrorkomödie SECRET SANTA Programm, die übrigens nichts mit dem gleichnamigen Slasher zu tun hat, der bereits 2015 auf die Genre-Gemeinde losgelassen wurde. Statt maskiertem Killer ist es im folgenden Horror-Spaß das Weihnachtsfest selbst, dass einer dysfunktionalen Familie zum tödlichen Verhängnis wird. Regisseur ADAM MARCUS hat hier die Horror-Version der Weihnachtskomödie SCHÖNE BESCHERUNG inszeniert und sich selbst übertroffen. Selten hat man einen böseren Weihnachtsfilm als diesen hier gesehen. Freunde makabrer Späße und blutiger Raffinessen kommen da auf ihre Kosten.
 
 
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SECRET SANTA erzählt die Geschichte der Familie Pope, die sich einander alles andere als gern hat. Trotzdem findet man sich zum alljährlichen Weihnachtsschmaus zusammen, um das Fest miteinander zu feiern, weil es eben an Weihnachten dazugehört. Doch diesmal soll es nicht nur bei verbalen Anfeindungen bleiben. Dieser Heiligabend wird blutig und grausam. Die Familienmitglieder gehen sich nämlich plötzlich an die Gurgel und fallen übereinander her. Der Grund dafür ist ziemlich makaber: jemand hat Drogen in den Punsch gemischt. Diese bewirken nicht nur, dass der Konsument die Wahrheit sagt. Das gefährliche Getränkt sorgt zudem dafür, dass sich die Angehörigen in aggressive Furien verwandeln und sich gegenseitig abschlachten. Autsch, das wird ganz schön blutig.
 
 
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Das hat man nicht kommen sehen. SECRET SANTA hat es ganz schön in sich. Was sich hier auf der Mattscheibe abspielt, hat man definitiv nicht erwartet. Regisseur ADAM MARCUS will mit diesem Weihnachtshorror offensichtlich an alte Horrorfilm-Erfolge anknüpfen. Der übernahm vor einer Ewigkeit die Regie zum neunten Freitag-Film und verpasst mit JASON GOES TO HELL genannter Slasher-Reihe seinen ganz eigenen Stempel. Doch der Filmemacher war seither nicht untätig. Ihm sind die Drehbücher zu Filmen wie TEXAS CHAINSAW 3D und MOMENTUM zu verdanken, die er zusammen mit Gattin DEBRA SULLIVAN verfasst. Letztere hat es sich nicht nehmen lassen, auch als Drehbuchautorin bei SECRET SANTA wieder mit an Bord zu sein.
 
 
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Eine gute Entscheidung, wie sich im Falle von SECRET SANTA herausstellt. Der Film ist nämlich durchaus sehenswert, da er die teils in Hollywood-Filmen vorgelebte „Heile Welt“ an Weihnachten auf die Schippe nimmt und sie in sattes Blutrot taucht. Statt Herzenswärme, Besinnlichkeit und Nächstenliebe regieren in diesem Film Ignoranz, Hass und Oberflächlichkeit. Das alles entlädt sich in einem absurden Gewaltrausch, der vor allem Splatterfans Freude bereiten dürfte. Im Film geht es nämlich alles andere als zimperlich zu. Hier wird in abgeschnittene Köpfe penetriert, Weihnachtsbaumspitzen zweckentfremdet und Tafelbesteck zum Mordwerkzeug umfunktioniert. Dabei allgegenwärtig: rabenschwarzer Humor. Der besitzt teils derart zynischen Tenor, dass einem nicht nur einmal das Lachen im Halse stecken bleiben kann. Regisseur ADAM MARCUS ist mit dem Low-Budget-Splatter SECRET SANTA ein Glücksgriff gelungen. Der Film entpuppt sich als etwas anderer Weihnachtsfilm, der sich ganz ungeniert von so leichten Familienkomödien wie KEVIN ALLEIN ZU HAUS oder GREMLINS – KLEINE MONSTER abzuheben versucht. Ein hervorragendes Weihnachtskontrastprogramm, aber auch nicht unbedingt massentauglich. Für diesen Film benötigt man schon ein dickes Fell, denn der teils derbe Humor ist nicht für jedermann geeignet. SECRET SANTA ist alles andere als besinnlich und jugendkonform und wird definitiv nicht ungeschnitten an Heiligabend im TV laufen. Damit dürfte SECRET SANTA ein erwähnenswertes Alleinstellungsmerkmal besitzen.
 
 
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SECRET SANTA – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Der wohl bitterböseste Weihnachtsfilm, der je gedreht wurde. Dieses Familienzusammentreffen an Heiligabend ist garantiert kein heiterer Kinderspaß. Ganz im Gegenteil. SECRET SANTA ist eine rabenschwarze Horrorkomödie nur für Erwachsene, bei der dem Zuschauer das Lachen im Halse stecken bleiben wird. Die Quintessenz: Spaß und Blut. Die hervorragenden Darsteller wurden in ihren Rollen perfekt besetzt. Auch die bemerkenswert blutigen Spezialeffekte haben es in sich, die ab der zweiten Filmhälfte erstaunlich oft über die Mattscheibe flimmern und SECRET SANTA das Prädikat „ultimativer Weihnachtssplatterfilm“ aufdrücken. Dass SECRET SANTA ziemlich blutig werden würde, war abzusehen. Als Effektekünstler zeichnet kein anderer als ROBERT KURTZMAN verantwortlich. Der hat mit seinen Spezialeffekten schon vielen Horrorfilmen zu blutigem Erfolg verholfen. Darunter so Kultstreifen wie TANZ DER TEUFEL 2, SCREAM oder WISHMASTER.
 
 
 


 
 
 

SECRET SANTA – Zensur

 
 
 
SECRET SANTA ist trotz Horrorkomödie sehr blutig. Hier gibt es ab Filmmitte abwechslungsreiche Tötungsarten zu sehen, die dem Streifen eine Erwachsenenfreigabe beschert haben. Eine Szene ist besonders heikel. Darin penetriert ein tollwütiger Protagonist in einen abgetrennten Kopf und äußert dabei zynische Sprüche. Holt man den Film FOUND – MEIN BRUDER IST EIN SERIENKILLER zurück ins Gedächtnis, dürfte schnell klar werden, dass die hiesige FSK mit sowas gar keinen Spaß versteht. Immerhin ist die deutsche Fassung ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

SECRET SANTA – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) I-On New Media (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Secret Santa; USA 2018

Genre: Horror, Action, Komödien

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 89 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: 29.11.2019

 

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SECRET SANTA – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei I-On New Media)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Krampus (2015)
 
Better Watch Out (2016)
 
Mercy Christmas (2016)