Filmkritik: „The Furies“ (2019)

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THE FURIES

Story

 
 
 

Mehrere Frauen müssen sich an einem geheimen Ort gegen diverse Killer behaupten, die ihnen das Leben ausknipsen wollen.

 
 
 


 
 
 

THE FURIES – Kritik

 
 
 
Wo sind sie eigentlich hin? Die kompromisslosen Horrorfilme, die sich vor allem durch eines auszeichnen: Gewalt, Gewalt, Gewalt. In den 2000ern sah man sie so ziemlich oft auf der Leinwand. Mittlerweile muss man sie mit der Lupe suchen – aber es gibt sie noch. Einer dieser seltenen Vertreter ist der australische THE FURIES, der vermutlich bis vor einigen Jahren noch Probleme mit der FSK bekommen hätte, weil er so freizügig Gewalt zeigt, als wäre die im Film selbstverständlich. Darin wird mal wieder der Kampf zwischen den Geschlechtern zum Thema gemacht. Mann gegen Frau und Frau gegen Mann. Doch die Story ist nebensächlich. Stattdessen rückt Regie-Newcomer TONY D’AQUINO lieber Spezialeffekte in den Mittelpunkt. Blut, Gematsche und jede Menge Leichen. Gorehounds wirds freuen.
 
 
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THE FURIES erzählt die Geschichte der besten Freundinnen Kayla (AIRLIE DODDS) und Maddie (EBONY VAGULANS). Die geraten in Streit und werden mitten im Konflikt von Fremden überwältigt. Die verschleppen die Frauen zu einem mysteriösen Ort, wo ihnen niemand zur Hilfe eilen kann. Schnell stellt sich heraus, dass man hier nicht sicher ist. Maskierte Gesellen schleichen durch das Gebiet und gehen auf Beutefang. Sie töten sich entweder gegenseitig oder die vielen Frauen, die sich hier im Gebüsch verstecken. Doch was soll das ganze Theater? Wird hier nur zum Spaß getötet oder hat das gegenseitige Abmetzeln einen tieferen Sinn? Die Antwort darauf wird nach und nach gelüftet. Sonderlich plausibel oder glaubwürdig ist der Twist aber nicht.
 
 
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Handwerklich ganz solider Survival-Horror, der die niederen Instinkte des Zuschauers befriedigen möchte. THE FURIES ist definitiv nichts für Feingeister. Was anfangs noch eine erbarmungslose Menschenjagd im Stile von CARNAGE PARK, WOLF CREEK 2 oder 31 vermuten lässt, wird mit fortschreitender Laufzeit ganz schön haarsträubend. Da fallen plötzlich nicht mehr nur die Frauen zum Opfer. Auch die Killer müssen Federn lassen. Entweder deren Köpfe explodieren aus heiterem Himmel oder sie gehen sich gegenseitig an die Gurgel. Sind wir hier im Krieg? Man sollte sich nicht den Kopf zerbrechen, die Auflösung ist dumm, denn Plausibilität ist nicht unbedingt im Sinne von Regisseur TONY D’AQUINO. THE FURIES ist ein Horrorfilm, der sich ausschließlich an Hardcore-Horrorfilmfans richtet, die es etwas härter mögen. Die Spezialeffekte sind erste Sahne und zeigen mal wieder eindrucksvoll zu was talentierte Maskenbildner und Effektekünstler in der Lage sein können. Gesichter werden gespalten, Augen aus Augenhöhlen gezogen und Köpfe gespalten – da bekommen Liebhaber fürs Grobe feuchte Höschen. Leider ist die schonungslose Detailgenauigkeit von Gewalt auch schon der einzige Punkt mit dem THE FURIES glänzen kann. Der Rest ist Slasher-Standard.
 
 
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Die weiblichen Opfer bestehen aus Stereotypen und über die männlichen Gegenspieler erfährt man nichts. Die verhüllen ihre Gesichter unter Masken, für die man sich von klassischen Schlitzern wie HALLOWEEN, BRENNENDE RACHE, TEXAS CHAINSAW MASSACRE oder FREITAG DER 13. inspirieren lassen hat. Viel Substanz besitzt THE FURIES nicht. Aber die erwartet man auch nicht von einem Film, der bereits im Trailer die Gangart diktiert, mit welcher er um die Gunst des zahlenden Publikums buhlen möchte. Immerhin besitzt die Schlachtplatte kaum Leerlauf. Regisseur TONY D’AQUINO tritt im Spielfilmdebüt aufs Gaspedal, sodass kaum Längen entstehen. Sowas nennt man ehrliche Hausmannskost – mehr aber auch nicht.
 
 
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THE FURIES – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Die Splatter-Antwort auf DIE TRIBUTE VON PANEM. Dreckiges Splatter-Kino für Fans hausgemachter Gewaltmanschereien, das die niederen Instinkte des Publikums befriedigen möchte. THE FURIES macht in Sachen Gewalt keine Gefangenen. Der Ton ist rau und die Stimmung angespannt. Blut fließt reichlich und die Spezialeffekte sind aller erste Sahne. Das war’s dann aber auch schon. Der Rest ist Slasher-Standard. Frauen werden von Killern ausradiert, bis eine übrig bleibt, die sich als kühne Rächerin behaupten muss und allen Bösewichten den Marsch bläst. Die Handlung ist nebensächlich und die Auflösung dumm. Deshalb sollte man das Hirn ausschalten und sich einfach nur berieseln lassen – insofern man überhaupt etwas mit expliziten Filmen anfangen kann, in denen ausschließlich geschrien und getötet wird.
 
 
 


 
 
 

THE FURIES – Zensur

 
 
 
THE FURIES ist sehr blutig. Die Spezialeffekte werden detailliert und lang zelebriert. Dabei hält die Kamera stets darauf. Weil sich der Film auch selbst sehr ernst nimmt, hätte THE FURIES vermutlich vor einigen Jahren von der FSK keine Freigabe erhalten. Mittlerweile ist die aber humaner geworden. Daher kann man von einer ungeschnittenen Veröffentlichung mit rotem Freigabe-Flatschen ausgehen. THE FURIES feiert im September 2019 auf dem FANTASY FILMFEST seine Deutschlandpremiere. Danach wird der Survival-Horror vom Anbieter SPLENDID FILM in die Händlerregale gebracht.
 
 
 


 
 
 

THE FURIES – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei SPLENDID FILM)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Graf Zaroff – Genie des Bösen (1932)
 
Battle Royal (2000)
 
Wrong Turn (2003)
 
A Lonely Place to Die – Todesfalle Highlands (2011)
 
Raze – Fight or Die! (2013)
 

Filmkritik: „Puppet Master – Das tödlichste Reich“ (2018)

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PUPPET MASTER: DAS TÖDLICHSTE REICH

(PUPPET MASTER: THE LITTLEST REICH)

Story

 
 
 
In der Neuauflage zu „Puppet Master“ findet zum 30. Todestag vom Puppenschöpfer Toulon ein Gemetzel bei einer Convention statt. Die mordenden Puppen sind zurück und sie wollen Blut sehen.

 
 
 


 
 
 

PUPPET MASTER: DAS TÖDLICHE REICH – Kritik

 
 
 
Zu Beginn eine Retrospektive: 1989 drehte David Schmoeller mit „Puppet Master“ ein kleines B-Movie um mordende Puppen und unter der Produktion von Charles Band, dem Experten, wenn es um kleine, mordende Wesen geht, avancierte sich der gar nicht mal besonders gute Film zum Kult. Ziemlich schnell folgten zwei weitere Teile, von denen gerade Teil 3 „Toulon’s Revenge“ als kleines Highlight bezeichnet werden darf. Ähnlich wie bei Reihen namens „Freitag der 13.“ oder „Halloween“ wurde aus „Puppet Master“ ein Name und die 90er waren das produktivste Jahrzehnt dieser Reihe. Aus den sowieso nie besonders teuren Filmen wurden aber schon bald ziemlich billige Videothekenableger, die mit den Originalfilmen nicht mehr besonders viel zu tun hatten. Beim vierten Teil ging dies noch gut und der fünfte Teil „The Final Chapter“ deutete schon damals ein Ende der Reihe an, ehe man den Fan-Wünschen ein paar Jahren später nachkam und mit „Curse of the Puppet Master“ 1998 einen sechsten Teil herausbrachte. Hier und beim Nachfolger war aber nichts mehr vom einstigen Charme vorhanden und die Krone setzte dem Ganzen dann „The Legacy“ von 2003 auf, der eigentlich nur aus Rückblicken bestand. Mit „Puppet Master vs. Demonic Toys“ gab es eine billige Fernseh-Spin-Off-Fortsetzung und danach war erst mal einige Jahre Ruhe, bis sich 2010 erneut etwas tat. Mit „Axis of Evil“ bekam die Nazi-Thematik mehr Platz eingeräumt und die Qualität stieg sogar etwas an. Bei den beiden Nachfolgern „Axis Rising“ und „Axis Termination“ führte sogar Charles Band höchstpersönlich Regie. Während er das beim ersten Teil gut gemacht hat, war das bisher letzte Lebenszeichen der Puppen eher mau, doch diese Reihe scheint absolut nicht totzukriegen zu sein, denn 2018 war es soweit und ein weiterer Teil, insgesamt also bereits der 13., wurde herausgebracht. Man hat es dieses Mal allerdings mit keiner Fortsetzung zu tun, sondern mit einer kompletten Neuausrichtung und genau das hat diese Reihe auch mal gebraucht. Mit „Puppet Master: Das tödlichste Reich“ bekommt man wohl den bisher besten Teil dieser langlebigen Reihe geboten.
 
 
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Die größte Änderung ist, dass Toulon hier als Bösewicht dargestellt wird. Ansonsten ist eigentlich alles beim Alten geblieben und trotzdem weicht die Erzählweise von den anderen Teilen deutlich ab. Nachdem man anfangs kurz den bösen Toulon in der Vergangenheit sehen durfte, wechselt das Geschehen in die Gegenwart und da geht es um Edgar, der sich gerade erst scheiden hat lassen. Er findet im Zimmer seines verstorbenen Bruders eine Puppe, die er mit zu einer Convention nimmt, denn der 30. Todestag von Toulon wird gerade gefeiert. Erst mal bei der Convention angekommen, entwickelt nicht nur die eine Puppe ein bedrohliches Eigenleben und es dauert nicht lange, da häufen sich die Leichen. Der Hintergrund ist dabei sicherlich nicht besonders wichtig und viel Story hat „Das tödlichste Reich“ auch gar nicht zu erzählen, eine solche stand bei dieser Reihe aber sowieso nie großartig im Vordergrund. Trotzdem ist das Drehbuch, welches sogar von S. Craig Zahler geschrieben wurde, brauchbar und es tut mal gut, dass hier ein Neustart gewagt wurde. Wie schon in einigen Vorgängern wird das Szenario stark mit den Nazis verknüpft und selbst wenn der Fokus mehr auf Splatter liegt, bekommt die Geschichte hinterher noch eine ganz solide Dynamik.
 
 
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Regie durfte das Duo Tommy Wiklund und Sonny Laguna führen. Man sieht natürlich, dass hinter „Das tödlichste Reich“ nicht das große Geld steckt, aber das war bei dieser Reihe nie der Fall. Allerdings sieht der Film schon deutlich aufwendiger aus, als die Vorgänger, die Charles Band (hier selbstverständlich wieder als Produzent mit an Bord) gedreht hat. Nach einer recht ausgiebigen, aber irgendwie sympathischen Einleitung, wird in der zweiten Hälfte vordergründig gemetzelt und hier kann der Film durchaus punkten, denn er bietet reichlich Splatter, welcher erfreulicherweise sogar fast komplett von Hand gemacht wurde. Der Gorehound kommt da definitiv auf seine Kosten und an nackter Haut mangelt es ebenfalls nicht. Die Kulissen sind dabei nicht unbedingt sehr aufwendig, erfüllen ihren Zweck aber vollkommen und es ist zudem schön, dass man die Titelmelodie leicht beibehalten hat. Bereits der liebevoll gestaltete Vorspann zeigt, dass man sich hier doch Mühe gegeben hat, um die Fans zu bedienen und die bekommen hier das volle Programm. Ist man nur auf mordende Puppen aus, wird man auf jeden Fall ordentlich bedient und im letzten Drittel wird das Ganze auch noch ein wenig aufwendiger.
 
 
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Den positiven Gesamteindruck runden die soliden Darsteller dann ab. Thomas Lennon funktioniert als Identifikationsfigur für den Zuschauer und spielt das ganz sympathisch. Als Toulon gibt es nun sogar Udo Kier zu sehen, der zwar leider nur am Anfang einen kurzen Auftritt hat, aber perfekt in diese Rolle passt. Mit Barbara Crampton ist sogar jemand mit dabei, der schon im Original mitgespielt hat und Matthias Hues passt ebenfalls in dieses Werk hinein. Es gibt eine ganze menge Rollen und selbst wenn man hier nicht das beste Schauspiel erwarten sollte, so ist doch alles zweckdienlich und es wird niemals nervig. So viel Qualität gab es in dieser Reihe jedenfalls nicht immer, aber „Das tödlichste Reich“ hat sowieso nicht mehr besonders viel mit seinen Vorgängern zu tun. Weder besitzt er diese 80er Jahre Atmosphäre aus der Anfangszeit, noch die 90er-Jahre-Billigfilm-Stimmung. Erst recht besitzt er nicht die günstige Inszenierungskunst von Charles Band und eigentlich kann man sich hier seit langer Zeit mal wieder wie in einem ernsthaften Film vorkommen, der natürlich nicht ernst wirken möchte, der es aber eben zulässt, dass man nicht sofort nur an den billigsten Trash denken muss. Das ist nicht immer höchst unterhaltsam, meist aber doch erfreulich amüsant und wer mit dieser Reihe aufgewachsen ist, wird hier einen nachvollziehbaren Sprung in die Gegenwart erleben, der sich qualitativ deutlich von den letzten Vorgängern abhebt. Das offene Ende deutet ja eine Fortsetzung schon ganz klar an und wahrscheinlich wird „Puppet Master“ in ein paar Jahrzehnten die langlebigste Filmreihe aller Zeiten sein. An diesem Rekord wird dann auch niemals mehr jemand etwas ändern können!
 
 
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PUPPET MASTER: DAS TÖDLICHE REICH – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
„Puppet Master: Das tödlichste Reich“ ist natürlich nicht mehr als ein kleiner B-Horrorfilm, doch er stellt tatsächlich den besten Teil der Reihe dar und sollte Fans der früheren Werke dieser Reihe durchaus gefallen. Die Puppen morden sich kräftig durch den Film und sorgen für viel Splatter, so dass jeder Gorehound auf seine Kosten kommt. Nebenbei ist die Geschichte als Neustart ganz in Ordnung und die Darsteller erledigen ihre Arbeit solide. Das ist relativ simpel gemacht, besitzt aber dennoch eine gewisse Qualität und ist einfach recht unterhaltsam. Wer noch nie etwas mit diesen Filmen zu tun hatte, kann eine gewisse Euphorie vielleicht nicht nachvollziehen, doch gerade wenn man alle Teile gesehen hat, wird man überrascht sein, denn „Das tödlichste Reich“ ist ein durchaus brauchbarer Film geworden und er wird mit Sicherheit nicht der letzte Teil der Reihe bleiben!
 
 
 


 
 
 

PUPPET MASTER: DAS TÖDLICHE REICH – Zensur

 
 
 
„Puppet Master: Das tödlichste Reich“ ist schon sehr zeigefreudig. Damit hatte wohl auch die FSK Probleme, weshalb man dort die Freigabe verweigerte. Doch der deutsche Rechteinhaber Pierrot Le Fou hat Erfahrung mit „schwierigen“ Filmen. Das Label scheute nicht den Gang zur Juristenkommission SPIO/JK und wurde belohnt. Die Prüfinstanz erteilte dem Film in der Uncut-Fassung die leichte SPIO/JK-Freigabe „keine schwere Jugendgefährdung“. Sammler von Uncut-Fassungen können daher bedenkenlos zugreifen, wenn sie den Splatter-Spaß im Handel finden.
 
 
 


 
 
 

PUPPET MASTER: DAS TÖDLICHE REICH – Blu-ray

 
 
 
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(c) PIERROT LE FOU (Blu-ray KeepCase-Version)

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(c) PIERROT LE FOU – Uncut #16 (auf 3000 Stück limitiertes Mediabook mit DVD + Blu-ray)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Puppet Master: The Littlest Reich; Großbritannien | USA 2018

Genre: Horror, Splatter

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2,35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 90 Min.

FSK: SPIO JK geprüft: keine schwere Jugendgefährdung (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover | limitiertes Mediabook

Extras: Interviews (u. a. mit Udo Kier Jenny Pellicer Thomas Lennon), Drehtagebuch, „Die Ankunft der Killerpuppen“, Trailer | zusätzlich im Mediabook: Film auf DVD, Booklet, Poster

Release-Termin: Mediabook: 12.07.2019 | KeepCase: 06.09.2019

 

Puppet Master: Das tödlichste Reich [Mediabook mit DVD + Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

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PUPPET MASTER: DAS TÖDLICHE REICH – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

Die Rechte aller für die Review verwendeten Bilder liegen bei PIERROT LE FOU

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Puppetmaster (1989)
 
Puppetmaster II (1990)
 
Puppetmaster 3 (1991)
 
Puppetmaster IV (1993)
 
Puppet Master V (1994)
 
Curse of the Puppetmaster (1998)
 
Retro Puppetmaster (1999)
 
Puppet Master: The Legacy (2003)
 
Dämonische Spiele – Puppet Master vs. Demonic Toys (2004)
 
Puppet Master: Axis of Evil (2010)
 
Puppet Master X: Axis Rising (2012)
 
Puppet Master: Axis Termination (2017)
 
Demonic Toys (1992)
 
Dolls (1987)
 
Robert – Die Puppe des Teufels (2015)
 

Filmkritik: „Prey“ (2016)

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PREY

(PROOI)

Story

 
 
 

Ein riesiger Löwe streift durch Amsterdam und schlägt sich den Magen voll, indem er einfach unzählige Stadtbewohner vertilgt.

 
 
 


 
 
 

PREY – Kritik

 
 
 
Tier-Horror erfreut sich seit den 1970ern besonders großer Beliebtheit. Nicht selten haben es sich in dieser Art Filme mutierte, zornige oder besonders gefräßige Tiere zur Aufgabe gemacht der Menschheit einen Denkzettel zu verpassen, weil diese so ignorant und ausbeuterisch mit Natur und Umwelt umgeht. Ein Thema, das auch heute noch aktueller denn je ist. Dennoch genießen Tierhorrorfilme mittlerweile einen zweifelhaften Ruf, was in erster Linie darauf zurückzuführen ist, dass es so profitorientierte Filmstudios wie SYFY oder THE ASYLUM gibt. Die drehen zwar gern mal Horrorfilme mit und über Tiere. Statt aber Kritik an der Zerstörung der Umwelt durch die Menschheit und dem damit verbundenen Zerfall wichtiger Ökosysteme auszuüben, ist man dort eher daran interessiert trashige Unterhaltung mit schlechten Spezialeffekten zu drehen, die die Hirnzellen des Zuschauers zerstören sollen.
 
 
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Da erwartet man von einem Film mit dem Titel PREY auch nicht unbedingt feingeistige Filmware. Dennoch ist dieser Horrorstreifen über einen nimmersatten Löwen eine Erwähnung wert. Der Film ist nämlich in den Niederlanden entstanden und hat mit Regisseur DICK MAAS auch noch einen bekannten Holländer am Start, der sich im Horror-Genre bereits einen Namen gemacht hat. Erfahrener Kenner erheben da verständlicherweise den Zeigefinger und zeigen sich interessiert. Das nicht ohne Grund. Herr Maas war nämlich an einigen Horrorproduktionen beteiligt, die in Holland gedreht und sogar international vermarktet wurden. Darunter bekannte Genre-Ware wie VERFLUCHTES AMSTERDAM, FAHRSTUHL DES GRAUENS und der grimmige Weihnachts-Horror SAINT. Wem das alles nichts sagt, dürfte aber trotzdem gleich eine Wissenslücke füllen können. Eine der in Deutschland bekanntesten Komödien wurde von ihm in den 1990ern inszeniert. DICK MAAS schrieb und inszenierte den kultigen FLODDER-Film. Wir sind uns sicher, bei den meisten Lesern macht es jetzt Klick.
 
 
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In Amsterdam herrscht Ausnahmezustand. Dort sind die Einwohner sehr aufgeregt, weil sich in der Stadt eine Bestie herumtreibt, die eine Spur der Verwüstung hinterlässt. Da werden zerfetzte Menschen gefunden und die Polizei steht vor einem Rätsel. Doch eine Kommissarin weiß sofort, was los ist. Sie hat eine Spur und macht einen riesigen Löwen verantwortlich, der offenbar jegliche Scheu vor der Menschheit verloren hat. Leider will der besorgten Kriminalbeamtin niemand Glauben schenken. Ein fataler Fehler, wie sich bald herausstellen wird. Die hungrige Raubkatze dezimiert unschuldige Menschen und macht vor nichts und niemandem halt. Weil sie sich auch noch gut verstecken kann, scheint es nicht leicht, dem Tier das Handwerk zu legen. Da muss ein Experte ran. Ein erfahrener Jäger wird eingeflogen und soll das Problem lösen. Leider sitzt der im Rollstuhl und hat Probleme mit dem Alkohol. Wenn das mal nicht gute Voraussetzungen sind.
 
 
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PREY – der übrigens im Entstehungsland als PROOI vermarktet wird – ist nicht unbedingt das, was man sich von einem erfahrenen Filmemacher wie DICK MAAS vorgestellt hat. Der Streifen ist weit weg von den Qualitäten jener Filme, mit denen der Regisseur Fuß im Filmbusiness gefasst hat. Trotzdem ist der Raubkatzen-Horror PREY immer noch weit besser als das, was der Horror-Videomarkt mittlerweile zu bieten hat. Hier ist ein computeranimiertes Raubtier zu sehen, das die Straßen der niederländischen Hauptstadt unsicher macht und nicht zimperlich zur Sache geht. Das Resultat: zerfetzte Körper und große Blutlachen. Das dürfte jene freuen, die gern sattes Rot im Film sehen wollen, denn PREY geizt zweifelsohne nicht mit Schauwerten. Tier verspeist nicht nur ahnungslose Golfspieler und Essenslieferanten. Auch spielende Kinder müssen dran glauben und werden nach einer Rutschpartie auf dem Spielplatz direkt ins Maul des Tieres befördert. Irgendwie gemein.
 
 
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Generell nimmt sich PREY nicht immer ernst. Der Streifen scheint sich seiner trashigen Handlung bewusst zu sein und zieht daraus Unterhaltungsfaktor. Da geht die riesige Katze in einer vollen Straßenbahn(!) auf Beutefang und übereifrige Hobby-Jäger wollen das Tier in Eigenregie fangen – fallen letztendlich aber selbst in die aufgestellten Fallen. In einer anderen Szene sehen wir, wie ein flüchtender Mann in der Amstel landet und sich in Sicherheit wähnt. Als er aus dem Wasser taucht, um nach dem Rechten zu sehen, wird ihm der Kopf abgebissen. Als wäre das nicht alles schon zynisch genug, landet das abgefressene Haupt anschließend versehentlich in der Müllpresse der Stadtreinigung. Rabenschwarzer Humor lässt sich da freilich nicht von der Hand weisen. Mit derart Späßen hält sich PREY über weite Strecken über Wasser. Die hat die niederländische Produktion aber auch zwingend nötig.
 
 
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Der Streifen ist nämlich knapp zwei Stunden lang und hat vor allem im Mittelteil mit einigen Hängern zu kämpfen. Da werden Figuren eingeführt, die natürlich auch so etwas wie Charakterisierung und eine Hintergrundgeschichte erhalten müssen. Vielleicht etwas zu viel Hintergrund und Dialog, der hätte gestrafft werden können. Das nimmt dem tierischen Horror-Spaß oft den Drive. Trotzdem will man nicht meckern. PREY macht Laune – keine Frage und ist der beste Beweis dafür, dass man nicht unbedingt immer nach Übersee schielen muss, wenn man soliden Horror mit Bluteinlage sehen will. Hier bekommt der Horrorfan all das, was er eben von kurzweiliger Horror-Ware erwartet: Spaß, Gore und jede Menge Blut. Europa kann eben auch blutigen Horror.
 
 


 
 
 

PREY – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Löwenstarker Tier-Horror aus Holland. Unsere Nachbarn trauen sich was und experimentieren mit CGI-Effekten. Das Ergebnis ist PREY, der als Horrorfilm keine üble Figur macht. Regisseur DICK MAAS erzählt in dieser Produktion von einem amoklaufenden Löwen, der Amsterdam in Schach hält. Das Tier tritt als computeranimierter Killer in Erscheinung, frisst sich aber auch als Puppe durch das Fleisch seiner Opfer. Die Bezeichnung fressen wird dabei besonders zeigefreudig in Szene gesetzt. Wie zuletzt in BOAR ist auch PREY in Sachen Gewalt ganz offen und zelebriert jede Menge blutiger Handarbeiten, die Splatterfans in Verzückung versetzen werden. Offenbar sahen das auch die Horrorfilm-Liebhaber in China so. Schenkt man der Facebook-Webseite zum Film Glauben, schaffte es PREY dort sogar in die Top10 der chinesischen Kinocharts. Das gelingt nicht vielen europäischen Horrorfilmen.
 
 
 


 
 
 

PREY – Zensur

 
 
 
PREY – der in Holland als PROOI vermarktet wird – hält sich nicht unbedingt mit Schauwerten zurück. Es gibt verstümmelte Leichen zu sehen, abgetrennte Köpfe und Gliedmaßen. Ein Jäger fällt weiterhin mit dem Gesicht in eine Bärenfalle. Der Löwe im Film reißt Schädel ab und beißt auch sonst alles tot, was ihm zwischen die Zähne kommt. So muss sogar ein unschuldiges Kind sterben dem der Hals zerbissen wird. Hierzulande dürfte PREY trotz aller Gewalt eine FSK16 erhalten.
 
 
 


 
 
 

PREY – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Shooting Star Filmcompany BV | Dutch FilmWorks)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Roar – die Löwen sind los (1981)
 
Burning Bright – Tödliche Gefahr (2010)
 
Maneater (2007)
 

Filmkritik: „Book of Monsters“ (2018)

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BOOK OF MONSTERS

Story

 
 
 

Auf der Geburtstagsparty einer Außenseiterin geht es plötzlich blutig zu, weil böse Kreaturen aus einem Buch befreit werden.

 
 
 


 
 
 

BOOK OF MONSTERS – Kritik

 
 
 
Böse Bücher gehören im Horrorfilm mindestens genauso zum Standard wie teuflische Kinder, maskierte Psychopathen oder verfluchte Häuser. In den meisten Fällen schlummert auch in diesen Schriftstücken das abgrundtief Böse, das nur ein Ziel kennt: das Ende der Menschheit. Voraussetzung hierfür ist, dass die richtigen Passagen aus genau diesen Büchern gelesen werden. Wurden die ausgesprochen, öffnet man die Tore für Dämonen, Geister und andere Höllen-Kreaturen. Mit denen ist alles andere, als zu spaßen, wie auch die folgende Splatterkomödie beweist. Hier ist bereits der Titel Programm. BOOK OF MONSTERS lässt die Monster frei und geizt zweifelsohne nicht mit Schauwerten. Für die ist STEWART SPARKE verantwortlich, der offenbar ein großer Verfechter von Horror-Autor H.P. LOVECRAFT ist. Von dessen Cthulhu-Mythos hat sich der Regisseur für seinen Film inspirieren lassen. Das aber nicht zum ersten Mal. Bereits im Erstlingswerk THE DARK BELOW waren die Einflüsse des Schriftstellers nicht zu übersehen. Darin machte eine Meeresbiologin Bekanntschaft mit einem seltsamen Wesen aus der Tiefe, das alles andere als friedlich gesinnt war. Gleiches trifft natürlich auch auf die Kreaturen im zweiten Streich des ambitionierten Filmemachers zu. Die treiben es bunt auf der Mattscheibe und zetteln auch noch eine Splatterorgie an. Sowas hört man als Horrorfilmfan gern.
 
 
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Wenn fantasiebegabte Kinder nicht ernst genommen werden. Genauso ergeht es der kleinen Sophie. Die musste mit ansehen, wie die eigene Mutter von Kreaturen aus ihrem Märchenbuch in Stücke gerissen wurde. Doch leider wollte ihr niemand Glauben schenken. Viele Jahre später feiert Sophie ihren 18. Geburtstag und staunt nicht schlecht, als ihr genau jene Geschichten-Fibel vom Vater in die Hände gedrückt wird. Da werden Erinnerung an das furchtbare Ereignis von damals wach. Doch der Teenager hat anderes im Sinn. Die will lieber eine Geburtstagsfeier veranstalten und lädt hierzu Freunde und Klassenkameraden ein. Leider verläuft die Party schnell in ungeahnte Bahnen. Monster fallen über die Gäste her und richten an Blutbad an. Da ist guter Rat teuer. Doch Sophie kennt sich aus. Die erlebt ein Déjà-vu und weiß die Höllenwesen kommen. Es ist das vom Vater geschenkte Buch, welches die Tore für Monster öffnet. Ein Kampf gegen das Böse wird demzufolge unausweichlich. Kein Problem für die wackere Sophie. In der Schule Außenseiterin verwandelt sie sich in BOOK OF MONSTERS zur tapferen Kampfamazone. Nicht schlecht!
 
 
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Hurra, die 1980er sind zurück. Nun ja, nicht ganz. BOOK OF MONSTERS ist mal wieder einer dieser Horrorfilme, der auf Retro macht und versucht die Atmosphäre jener Ära auf Zelluloid zu bannen. Das haben in den letzten Jahren viele Filmemacher auf ähnliche Weise versucht, sind damit aber kläglich gescheitert. Da verwundert es dann doch schon sehr, dass es ausgerechnet einem No-Budget-Streifen gelingt genau jenes Gefühl auf Film festzuhalten, welches vor allem in Video-Produktionen genannten Jahrzehnts transportiert wurde. BOOK OF MONSTERS tritt in Fußstapfen von so Horror-Ware wie NIGHT OF THE DEMONS, SPOOKIES – DIE KILLERMONSTER, BAD TASTE oder Troma-Quatsch wie ATOMIC HERO. Die zeichneten sich vor allem durch eines aus: handgemachte Spezialeffekte, Splatter-Irsinn und jede Menge Spaß. Genau diese Zutaten verhelfen BOOK OF MONSTERS zum Ziel. Hier wurde mit minimalem Budget maximaler Aufwand betrieben. Im Minutentakt werden Körper ausgeweidet, Köpfe abgetrennt und literweise Kunstblut vor der Kamera verschüttet. Die Spezialeffekte sind einfach, dafür aber kreativ. So sehen wir dämonische Gartenzwerge, die an Hälsen knabbern, riesige Monster unter deren Kostümen wahrscheinlich mehrere Schauspieler gesteckt haben und natürlich: Blut, Blut, Blut. Da wird es garantiert nicht langweilig, zumal sich BOOK OF MONSTERS zu keiner Minute ernst nimmt und eine so unschuldige Naivität versprüht, dass man den Streifen nur gernhaben muss.
 
 
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Dabei ist BOOK OF MONSTERS eigentlich nichts Großes. Der Streifen wurde zum großen Teil mittels KICKSTARTER gestemmt – einer Webseite auf der sich seit Jahren Filmemacher tummeln, um sich dort das Geld für ihre Horrorstreifen von spendablen Genre-Fans zu holen. Ein Geben und Nehmen also, was sich im Falle von BOOK OF MONSTERS als gelungen und erfolgreich herausgestellt hat. Horrorkenner bekommen hier das, was sie von Horrorfilmen erwarten und Regisseur STEWART SPARKE konnte sich im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten richtig kreativ austoben. Das Resultat ist schwer unterhaltsam, zumal keine Minute vergeht in der nicht irgendetwas passiert. Da vergehen die knapp 80 Minuten wie im Fluge und der Zuschauer ist zufrieden. BOOK OF MONSTERS ist klein – keine Frage. Was aber mit wenigem Budget auf die Beine gestellt wurde, ist mehr als beachtlich. Da merkt man mal wieder, dass Hervorragendes inszeniert werden kann, wenn Fanboys auf dem Regiestuhl sitzen. Dass Regisseur STEWART SPARKE einer derer ist, lässt sich nicht bestreiten. Der weiß, was Genre-Liebhaber wollen und gibt ihnen das auch. Das freut den Horrorfilmfan.
 
 
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BOOK OF MONSTERS – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Klein aber oho. BOOK OF MONSTERS ist liebenswerter Old-School-Horror, der nicht nur reichlich Blut, sondern auch jede Menge Spaß versprüht. Knapp 150.000 £ hat die britische Splatterkomödie gekostet – davon kamen knapp 45.000 £ durch Crowdfunding in die Kasse. Das knappe Budget kann die Produktion zwar nicht verbergen. Dennoch hat man sich nicht unterjochen lassen. Das Ergebnis schaut nach mehr aus, als es letztendlich gekostet hat, was vermutlich auch daran liegt, dass Regisseur STEWART SPARKE keinen Leerlauf zulässt. Der feiert sein Fun-Splatter-Feuerwerk in einem beachtlichen Tempo ab, dass erst gar nicht auffällt, dass einige Spezialeffekte (Stichwort: dämonische Gartenzwerge) etwas sehr improvisiert anmuten. BOOK OF MONSTERS verbeugt sich vor dem Schaffen des Schriftstellers H.P. LOVECRAFT, ist aber auch gleichzeitig Hommage an das Monster-Horror-Kino der 1980er, wo man noch kreativ mit Kleister, Gips und Elektronik Spezialeffekten Leben einhauchte. Wer handgemachte Manschereien bevorzugt und ein Faible für taffe Frauen hat, die sich gegen Dämonen zur Wehr setzen, ist mit dem charmanten BOOK OF MONSTERS gut beraten.
 
 
 


 
 
 

BOOK OF MONSTERS – Zensur

 
 
 
Wegen diverser Splatter-Szenen in denen Körper zerissen und geteilt werden, dürfte BOOK OF MONSTERS hierzulande wohl eine Freigabe mit rotem FSK-Sticker erhalten: keine Jugendfreigabe.
 
 
 


 
 
 

BOOK OF MONSTERS – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Dark Rift Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Night of Something Strange (2016)
 
The Demon’s Rook (2013)
 
Night of the Demons (2009)
 
Night of the Demons (1988)
 

Filmkritik: „Death House“ (2017)

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DEATH HOUSE – GEFANGEN IN DER HÖLLE

(DEATH HOUSE)

Story

 
 
 

Enttäuschender Low-Budget-Horror: In einem Hochsicherheitsgefängnis bricht das Chaos los, als plötzlich der Strom ausfällt und sich alle Gefangenen aus ihren Zellen befreien können.

 
 
 


 
 
 

DEATH HOUSE – Kritik

 
 
 
Was wäre GUNNAR HANSEN glücklich gewesen, wenn er erfahren hätte, das man sein einziges Drehbuch verfilmt. Der Leatherface-Darsteller aus dem allerersten TEXAS CHAINSAW MASSACRE von 1974 hatte nämlich ein Skript verfasst in dem er alle Schauspiellegenden des modernen Horrorkinos vereinen wollte. Leider machte ihm der Tod einen Strich durch die Rechnung. Im Jahre 2015 verstarb der gebürtige Isländer ganz plötzlich und hinterließ eine Idee, die das Blut vieler Horrorfilmfans in Wallung brachte. Um dem verstorbenen Freund die letzte Ehre zu erweisen, griff Regisseur B. HARRISON SMITH das Projekt neu auf. Der ordnete die Idee über eine Horror-Version von THE EXPANDABLES, schliff am Drehbuch seines Vorgängers und inszenierte das Zusammentreffen der Horror-Ikonen unter dem Titel DEATH HOUSE. Das Resultat ist beachtlich – vor allem vor dem Hintergrund, wer sich da alles die Türklinke in die Hand gibt. Nahezu jeder Horror-Star erhielt eine Nebenrolle im Film. Da stellt sich berechtigterweise die Frage, ob so viele Gastauftritte überhaupt gut für eine Filmhandlung sein können. Im Falle von DEATH HOUSE ist das Ergebnis dann doch mehr schlecht, als recht. Da werden Enttäuschungen vorprogrammiert sein, denn dieses Wiedersehen bekannter Horror-Ikonen entpuppt sich als cineastischer Schnellschuss.
 
 
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Irgendwo in der Wüste Nevadas steht ein geheimes Hochsicherheitsgefängnis, das die Regierung als „Death House“ bezeichnet. Der Grund für die grausige Bezeichnung kommt nicht von ungefähr. Wer hier einsitzt, hat es geschafft und wird sein Lebtag kein Tageslicht mehr sehen. In diesem Knast lungern die gefährlichsten Verbrecher Amerikas, an denen Wissenschaftler obskure Experimente mit neuen Technologien durchführen. Von denen sollen sich zwei Bundesbeamten Toria Boon (CORTNEY PALM) und Jae Novak (CODY LONGO) ein Bild machen. Die erhalten eine exklusive Führung durch die Hallen der schaurigen Gefängnisanlage über die bald die Hölle hereinbrichen wird. Da fällt plötzlich der Strom aus, Knastzellen öffnen sich und die Angestellten werden zu Freiwild. Eine dumme Situation, die auch unsere beiden Besucher an Grenzen bringt. Die müssen sich durch das Gebäude kämpfen und sehen sich mit unzähligen Irren konfrontiert, die nur ein Ziel kennen: töten, töten, töten.
 
 
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Horror-Ikonen sind kein Garant für sehenswerte Horrorware. Zu dieser Einsicht muss man zwangsläufig kommen, wenn man DEATH HOUSE gesehen hat. Hier tummeln sich zwar bekannte Gesichter aus Horrorfilmen vor die Linse, sonderlich sehenswert ist das große Wiedersehen aber nicht. DEATH HOUSE entpuppt sich als günstig gedrehter Horror-Murks, der ohne Genre-Größen wie TONY TOOD, KANE HOODER oder BILL MOSELEY wohl kaum Aufmerksamkeit erhalten hätte. Die Ernüchterung folgt auf dem Fuß. DEATH HOUSE ist vollkommen spannungsfrei und wirr. Die Handlung wirkt an den Haaren herbeigezogen und besitzt keinen roten Faden. Oftmals will man das Gefühl nicht loswerden, als habe man hier wahllos Gedanken zusammengewürfelt und in eine Handlung gepresst, die zu keiner Minute Sinn ergibt. Nun gut, mag man meinen – im Horrorfilm macht selten etwas Sinn. Was aber im Falle von DEATH HOUSE zugemutet wird, ist jenseits von Gut und Böse. Der Film hangelt sich von Gastauftritt zu Gastauftritt. Dazwischen herrscht gähnende Langeweile. Nicht einmal die kurzen und nicht immer professionell in Szene gesetzten Gewaltspitzen können das filmische Desaster vor dem Untergang bewahren. Da will man nicht wissen, was Leatherface-Darsteller GUNNAR HANSEN zuvor geraucht haben muss, als er diesen unschlüssigen Rohrkrepierer zu Papier brachte. Offenbar müssen es Drogen von einem fernen Planeten gewesen sein. Anders lässt sich dieser filmische Totalausfall nicht erklären.
 
 
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DEATH HOUSE – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Boah, gar nicht mal so gut. Der Trash-Heuler DEATH HOUSE hätte ein Fest für Horror-Fans werden können. Leider hat man all das vermasselt, was man nur vermasseln kann. Das Drehbuch ist eine Zumutung, der abstrusen Handlung lässt sich nur schwer folgen und auf ein ausuferndes Splatterfest wartet man vergebens. Hinzukommt, dass die Ausleuchtung dunkler Flure und Gänge in der zweiten Filmhälfte derart schlecht ist, dass sich kaum erkennen lässt, was sich da auf der Mattscheibe abspielt. Da hat man nach zähen 45 Minuten Einleitung doch mehr erwartet, zumal auch die Gore-Effekte nicht unbedingt die besten sind. Immerhin bekommt man ein paar Gesichter aus bekannten Horrorfilmen zu sehen, die im Genre Rang und Namen haben. Ob die aber vor den Dreharbeiten geahnt haben, auf was für ein Desaster sie sich hier einlassen, steht auf einem anderen Blatt. Offenbar war für viele der hier Beteiligten Ebbe in der Geldbörse. Um den Lebensunterhalt bestreiten zu können, hat man wohl einfach unterschrieben. So hat man sich ein Klassentreffen der Horror-Ikonen nicht unbedingt vorgestellt.
 
 
 


 
 
 

DEATH HOUSE – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von DEATH HOUSE ist ungeschnitten und erst für Erwachsene freigegeben. Im Film gibt es diverse Gewalszenen, die aber für eine FSK18-Freigabe in Ordnung gehen, um dafür im stationären Handel ungeschnitten ausgelegt werden zu können. Sonderlich brutal – wie anfangs gedacht und vom Label KSM beworben – ist DEATH HOUSE nicht. Auch wenn ab und an Menschen das Zeitliche segnen, ist dieser Horror-Trash keine Sternstunde des Gewalt- und Splatterkinos.
 
 


 
 
 

DEATH HOUSE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) NewKSM

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Death House; USA 2017

Genre: Horror, Action, Krimi, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.78:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 88 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: 2 Blu-rays im Keepcase mit Wechselcover und im Schuber

Extras: Trailer, Trailershow, Behind The Scenes, Interviews, Bildergalerie

Release-Termin: 28.03.2019

 

Death House [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

DEATH HOUSE – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei NewKSM )

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Incident (2011)
 
Aftershock – Die Hölle nach dem Beben (2012)
 
Prison – Rückkehr aus der Hölle (1987)
 

Filmkritik: „Secret Santa“ (2017)

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SECRET SANTA

Story

 
 
 

Eine dysfunktionale Familie rechnet an Weihnachten miteinander ab.

 
 
 


 
 
 

SECRET SANTA – Kritik

 
 
 
Weihnachten in Familie. Das ist für die einen der Höhepunkt des Jahres, für andere aber auch der Horror auf Erden. Nicht selten trifft man da auf nervige Verwandte, denen man nicht unbegründet den Rest des Jahres aus dem Weg gegangen ist. Da muss man an der Festtafel Geschichten lauschen, die man eigentlich gar nicht hören will oder Geschenke auspacken, die man besser gleich in der Mülltonne entsorgen möchte. Man kann sich die eigene Familie eben nicht immer aussuchen. Genau jene weisen Worte sind nun auch in der Horrorkomödie SECRET SANTA Programm, die übrigens nichts mit dem gleichnamigen Slasher zu tun hat, der bereits 2015 auf die Genre-Gemeinde losgelassen wurde. Statt maskiertem Killer ist es im folgenden Horror-Spaß das Weihnachtsfest selbst, dass einer dysfunktionalen Familie zum tödlichen Verhängnis wird. Regisseur ADAM MARCUS hat hier die Horror-Version der Weihnachtskomödie SCHÖNE BESCHERUNG inszeniert und sich selbst übertroffen. Selten hat man einen böseren Weihnachtsfilm als diesen hier gesehen. Freunde makabrer Späße und blutiger Raffinessen kommen da auf ihre Kosten.
 
 
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SECRET SANTA erzählt die Geschichte der Familie Pope, die sich einander alles andere als gern hat. Trotzdem findet man sich zum alljährlichen Weihnachtsschmaus zusammen, um das Fest miteinander zu feiern, weil es eben an Weihnachten dazugehört. Doch diesmal soll es nicht nur bei verbalen Anfeindungen bleiben. Dieser Heiligabend wird blutig und grausam. Die Familienmitglieder gehen sich nämlich plötzlich an die Gurgel und fallen übereinander her. Der Grund dafür ist ziemlich makaber: jemand hat Drogen in den Punsch gemischt. Diese bewirken nicht nur, dass der Konsument die Wahrheit sagt. Das gefährliche Getränkt sorgt zudem dafür, dass sich die Angehörigen in aggressive Furien verwandeln und sich gegenseitig abschlachten. Autsch, das wird ganz schön blutig.
 
 
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Das hat man nicht kommen sehen. SECRET SANTA hat es ganz schön in sich. Was sich hier auf der Mattscheibe abspielt, hat man definitiv nicht erwartet. Regisseur ADAM MARCUS will mit diesem Weihnachtshorror offensichtlich an alte Horrorfilm-Erfolge anknüpfen. Der übernahm vor einer Ewigkeit die Regie zum neunten Freitag-Film und verpasst mit JASON GOES TO HELL genannter Slasher-Reihe seinen ganz eigenen Stempel. Doch der Filmemacher war seither nicht untätig. Ihm sind die Drehbücher zu Filmen wie TEXAS CHAINSAW 3D und MOMENTUM zu verdanken, die er zusammen mit Gattin DEBRA SULLIVAN verfasst. Letztere hat es sich nicht nehmen lassen, auch als Drehbuchautorin bei SECRET SANTA wieder mit an Bord zu sein.
 
 
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Eine gute Entscheidung, wie sich im Falle von SECRET SANTA herausstellt. Der Film ist nämlich durchaus sehenswert, da er die teils in Hollywood-Filmen vorgelebte „Heile Welt“ an Weihnachten auf die Schippe nimmt und sie in sattes Blutrot taucht. Statt Herzenswärme, Besinnlichkeit und Nächstenliebe regieren in diesem Film Ignoranz, Hass und Oberflächlichkeit. Das alles entlädt sich in einem absurden Gewaltrausch, der vor allem Splatterfans Freude bereiten dürfte. Im Film geht es nämlich alles andere als zimperlich zu. Hier wird in abgeschnittene Köpfe penetriert, Weihnachtsbaumspitzen zweckentfremdet und Tafelbesteck zum Mordwerkzeug umfunktioniert. Dabei allgegenwärtig: rabenschwarzer Humor. Der besitzt teils derart zynischen Tenor, dass einem nicht nur einmal das Lachen im Halse stecken bleiben kann. Regisseur ADAM MARCUS ist mit dem Low-Budget-Splatter SECRET SANTA ein Glücksgriff gelungen. Der Film entpuppt sich als etwas anderer Weihnachtsfilm, der sich ganz ungeniert von so leichten Familienkomödien wie KEVIN ALLEIN ZU HAUS oder GREMLINS – KLEINE MONSTER abzuheben versucht. Ein hervorragendes Weihnachtskontrastprogramm, aber auch nicht unbedingt massentauglich. Für diesen Film benötigt man schon ein dickes Fell, denn der teils derbe Humor ist nicht für jedermann geeignet. SECRET SANTA ist alles andere als besinnlich und jugendkonform und wird definitiv nicht ungeschnitten an Heiligabend im TV laufen. Damit dürfte SECRET SANTA ein erwähnenswertes Alleinstellungsmerkmal besitzen.
 
 
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SECRET SANTA – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Der wohl bitterböseste Weihnachtsfilm, der je gedreht wurde. Dieses Familienzusammentreffen an Heiligabend ist garantiert kein heiterer Kinderspaß. Ganz im Gegenteil. SECRET SANTA ist eine rabenschwarze Horrorkomödie nur für Erwachsene, bei der dem Zuschauer das Lachen im Halse stecken bleiben wird. Die Quintessenz: Spaß und Blut. Die hervorragenden Darsteller wurden in ihren Rollen perfekt besetzt. Auch die bemerkenswert blutigen Spezialeffekte haben es in sich, die ab der zweiten Filmhälfte erstaunlich oft über die Mattscheibe flimmern und SECRET SANTA das Prädikat „ultimativer Weihnachtssplatterfilm“ aufdrücken. Dass SECRET SANTA ziemlich blutig werden würde, war abzusehen. Als Effektekünstler zeichnet kein anderer als ROBERT KURTZMAN verantwortlich. Der hat mit seinen Spezialeffekten schon vielen Horrorfilmen zu blutigem Erfolg verholfen. Darunter so Kultstreifen wie TANZ DER TEUFEL 2, SCREAM oder WISHMASTER.
 
 
 


 
 
 

SECRET SANTA – Zensur

 
 
 
SECRET SANTA ist trotz Horrorkomödie sehr blutig. Hier gibt es ab Filmmitte abwechslungsreiche Tötungsarten zu sehen, die dem Streifen eine Erwachsenenfreigabe bescheren werden. Eine Szene könnte hierbei große Probleme bereiten. Darin penetriert ein tollwütiger Protagonist in einen abgetrennten Kopf und äußert dabei zynische Sprüche. Holt man den Film FOUND – MEIN BRUDER IST EIN SERIENKILLER zurück ins Gedächtnis, dürfte schnell klar werden, dass die hiesige FSK mit sowas gar keinen Spaß versteht.
 
 
 


 
 
 

SECRET SANTA – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Distilled Media | Skeleton Crew)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Krampus (2015)
 
Better Watch Out (2016)
 
Mercy Christmas (2016)
 

Filmkritik: „Leprechaun Returns“ (2018)

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LEPRECHAUN RETURNS

Story

 
 
 

Nach 25 Jahren wird ein boshafter Zwerg aus seinem Gefängnis befreit und beginnt eine Gruppe von Studenten zu terrorisieren.

 
 
 


 
 
 

LEPRECHAUN RETURNS – Kritik

 
 
 
Manche Monster sind einfach nicht tot zu kriegen – vor allem, wenn man mit ihnen Geld verdienen kann. So hat es sich Hollywood seit den 2000ern zur Aufgabe gemacht jeder noch so kultverdächtigen Horror-Kreatur durch ein glattgebügeltes Remake neues Leben einzuverleiben. Viel zu oft scheiterte das Vorhaben – in wenigen Fällen war die Neuauflage dennoch besser als das Original. Da mittlerweile alle bekannten Genre-Bösewichte der 70er/80er durch eine Neuverfilmung den Weg ins neue Jahrtausend gefunden haben und es kaum noch etwas zu remaken gibt, setzt man eben fort, was bei Horror-Nerds von Begriff sein könnte. So gelang es einem irischen Kobold sich in den 1990ern Dank Video-Ära einen Namen zu machen. LEPRECHAUN hies der Horrorspaß, der zwar in den unteren Regalen der Videotheken sein Dasein fristete, es aber bis heute auf sechs mehr oder weniger brauchbare Filme und ein überflüssiges Reboot brachte. Offenbar waren die Rechte in Zeiten günstig, in denen sich kaum noch jemand an den Killergnom erinnern kann. Die letzte, richtige Fortsetzung liegt schon einige Jahre zurück. Grund für die eher für Trash-Filme bekannte Filmbude SYFY genannte Filmreihe 15 Jahre nach dem letzten Sequel fortzuführen. Unter dem Titel LEPRECHAUN RETURN geht es daher nun in Runde 7. Wer die bisherigen Produktionen von SYFY gesehen hat, dürfte mit Grausen erahnen können, was das bedeutet.
 
 
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LEPRECHAUN RETURNS ignoriert alle bisherigen Streifen und Ereignisse. Stattdessen knüpft der Film an das Original von 1993 an und erzählt die Geschichte von College-Studentin Lila (TAYLOR SPREITLER). Die ist die Tochter der Heldin aus dem Original-Leprechaun, welche dort von JENNIFER ANISTON verkörpert wurde. Mittlerweile ist die aber an Krebs verstorben. Dennoch verschlägt es Lila zurück an den Ort, an dem die Mutter einst gelebt hat. Dort will die junge Frau mit ihren Kommilitonen ein Haus auf Vordermann bringen, das als neues Verbindungsheim dienen soll. Leider befreit man bei den Renovierungsarbeiten genau jenen Leprechaun, den einst die Mutter vor 25 Jahren in die Knie gezwungen hat. Der macht genau dort weiter, wo er in den 1990ern aufgehört hat und begibt sich auf die Suche nach seinem Gold, das ihm vor 25 Jahren von seinen Gegenspielern weggenommen wurde. Das ist für die jungen Helden in LEPRECHAUN RETURNS nicht sonderlich erfreulich. Die wissen anfangs nicht, wie ihnen geschieht und was der Kobold will. Doch Heldin Lila bietet dem raffgierigen Gnom die Stirn.
 
 
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Ach nee, das hätte nun nicht wirklich sein müssen. Was aus den SYFY-Studios kommt, ist berechtigterweise für die Tonne. Gleiches kann man auch über LEPRECHAUN RETURNS sagen, der genau das widerspiegelt, für das Produktionen aus genannter Resterampe stehen. Die zeichnen sich durch mindere Qualität aus, mit der man möglichst viel Geld verdienen möchte. Demzufolge macht LEPRECHAUN RETURNS dem Namen SYFY alle Ehre und kurbelt eine überraschungsarme Geschichte ab, die nach den bekannten Formeln abgehandelt wird, welche sich das Studio SYFY seit Bestehen auf die Stirn geschrieben hat. Für all jene, die nicht wissen, was gemeint ist: LEPRECHAUN RETURNS ist seichte Horrorunterhaltung auf TV-Niveau, die schnell abgedreht wurde, kaum Substanz besitzt und auch sonst eher leichte Gemüter ansprechen möchte.
 
 
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Wie in den meisten SYFY-Gurken kämpfen auch in LEPRECHAUN RETURNS nicht sonderlich helle Jungdarsteller gegen ein Monster, das irgendwie in die Knie gezwungen werden muss. Diesmal sind es aber keine Zombies, CGI-Kreaturen oder Geister. Dieser SYFY-Film rückt einen Kobold in den Mittelpunkt, der zynische Sprüche von sich gibt, über die man mit fortschreitender Laufzeit gar nicht mehr lachen kann. Zwergen-Darsteller LINDEN PORCO tritt ein großes Erbe an. Dem wurde die ungnädige Ehre zuteil, in die Fußstapfen von WARWICK DAVIS zu treten, der in allen bisherigen LEPRECHAUN-Streifen den Kultkobold verkörpert hat. Ein Unterfangen, das bereits vor Drehbeginn zum Scheitern verurteilt war. Horrorfans sind so ziemlich eigen, wenn es um Horrorfilm-Ikonen geht, die das Genre maßgeblich mitgeprägt haben. Genau das wird auch in LEPRECHAUN RETURNS zum großen Problem. Zwar sieht der Kobold aus, wie der Leprechaun aus genannter Film-Reihe. Dennoch bleibt für eingefleischte Fans unübersehbar, dass die Rolle des goldgierigen Gnoms von einem anderen Darsteller verkörpert wird. Somit macht es LEPRECHAUN RETURNS dem Remake von A NIGHTMARE ON ELM STREET gleich. Auch dort tauschte man den beliebten Hauptdarsteller gegen einen neuen aus. Weil ROBERT ENGLUND nicht mehr als zynische FREDDY KRUEGER zu sehen war, erhielt die Neuverfilmung von Genre-Anhängern kaum Zuspruch.
 
 
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Gleiches Schicksal dürfte nun auch LEPRECHAUN RETURNS ereilen, der kaum der Rede wert ist und irgendwie überflüssig wirkt. Die Handlung wurde aufs Wesentliche beschränkt und besteht einzig darin eindimensionale Darsteller nacheinander in den Filmhimmel zu jagen. Immerhin versucht SYFY das beste aus dem rudimentären Filmkonzept zu machen. Der Film nimmt sich nicht immer bierernst und zieht die trashige Inszenierung bewusst ins Lächerliche. Das wird vor allem bei den diversen Morden deutlich. Die sind zwar blutig aber derart überzeichnet, dass ein comicgleicher Unterton nicht von der Hand zu weisen ist. Leider mangelt es dem Streifen an Neuerungen. LEPRECHAUN RETURNS spult die gleichen Verläufe ab, die bereits in den Filmen zuvor Programm gewesen waren. Man erfährt nichts Neues über den mordenden Kobold und auch sonst fehlen diesem Ableger frische Ideen. Das mag für all jene nicht schlimm sein, die bisher noch keinen Streifen dieser Reihe gesehen haben. Wer jedoch alle sechs LEPRECHAUN-Filme (das doofe Reboot mal ausgenommen) kennt, dürfte sich bei diesem Ausflug ins irische Kobold-Universum schnell gelangweilt fühlen.
 
 


 
 
 

LEPRECHAUN RETURNS – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Wo SYFY draufsteht, ist auch SYFY drin. LEPRECHAUN RETURNS ist dreiste Resteverwertung und fühlt sich an, als habe das Studio SYFY einen ihrer bisherigen Kreaturen-Filme genommen und einfach nur das Filmmonster gegen einen mordenden Kobold ausgetauscht. Das Filmkonzept ist rudimentär. Das bedeutet: eindimensionale Jungdarsteller werden nacheinander durch einen Killergnom ermordet – Spannungsfreiheit inklusive. Das ist ziemlich langweilig, auch wenn sich der Streifen nicht immer bierernst nimmt. Immerhin erwähnenswert: LEPRECHAUN RETURNS ist der bisher blutigste Teil der Reihe. Ob das einen guten Horrorfilm auszeichnet, möchten wir bezweifeln.
 
 
 


 
 
 

LEPRECHAUN RETURNS – Zensur

 
 
 
LEPRECHAUN RETURNS ist der blutigste Teil der Reihe und auch ziemlich zeigefreudig. Ein Auto fährt über einen Kopf, der Leprechaun wühlt sich durch Gedärm und ein Protagonist wird von einer herabfallenden Solaranlage in zwei Hälften geteilt. Aber das ist noch längst nicht alles. Für die Rückkehr des Killerkobolds hat man sich noch weitere zynische Morde einfallen lassen, was dafür sorgen dürfte, dass LEPRECHAUN RETURNS hierzulande wohl eher mit rotem FSK-Flatschen in den Handel kommen wird.
 
 
 


 
 
 

LEPRECHAUN RETURNS – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Syfy)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Leprechaun’s Revenge (2012)
 
Leprechaun (1993)
 
Leprechaun 2 (1994)
 
Leprechaun – Tödliches Spiel in Vegas (1995)
 
Space Platoon (1997)
 
Leprechaun 5 – In the Hood (2000)
 
Leprechaun 6 – Back 2 tha Hood (2003)
 

Filmkritik: „Primal Rage“ (2018)

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PRIMAL RAGE

(PRIMAL RAGE: THE LEGEND OF OH-MAH)

Story

 
 
 

In PRIMAL RAGE muss sich ein Paar in den Wäldern mit einer mordlustigen Kreatur anlegen.

 
 
 


 
 
 

PRIMAL RAGE – Kritik

 
 
 
Wenn mit einem riesigen Monstermaul auf dem Cover einer Heimkinoveröffentlichung geworben wird, dürften so einige Horrorfans nicht zu Unrecht skeptisch werden. Seit einigen Jahren werden nämlich solche plakativen und reißerischen Werbemaßnahmen für Trash-Horror aus dem Hause SYFY oder THE ASYLUM betrieben, wo gern mal CGI-Monster in schlecht produzierten Low-Budget-Gurken auf kreischende Teenager losgelassen werden. Da sollen verheißungsvolle Filmplakate von nicht vorhandenen Qualitäten ablenken und letztendlich zum Kauf animieren. Demzufolge ist die Vorsicht verständlich. In Zeiten des Horror-Überflusses, in denen man gute Horrorstreifen mittlerweile mit der Lupe suchen muss, ist es schwer geworden die Spreu vom Weizen zu trennen. Gut, dass es Filmseiten wie FILMCHECKER gibt, die das testen, was sonst keiner sehen will. Im Falle des hier folgenden PRIMAL RAGE können wir aber schon mal Entwarnung geben. Da geifert zwar auch ein Monster auf dem Cover; von unterirdischem Low-Budget-Schrott ist dieser Film aber weit entfernt. Da kann man als eingefleischter Genre-Liebhaber endlich mal aufatmen und sich auf einen unterhaltsamen Filmabend freuen. PRIMAL RAGE macht’s möglich.
 
 
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In PRIMAL RAGE geht es um ein sich entfremdetes Pärchen, das wieder zu sich finden muss. Mark war über ein Jahr lang im Knast. Zeit, in der sich viel verändert hat – vor allem bei Frau Ashley. Die ist sich ihrer Liebe nicht mehr ganz so sicher, lässt es sich aber nicht nehmen den Gatten aus dem Knast abzuholen. Viel zu sagen hat sich das Pärchen demzufolge nicht, als man durch die kalifornischen Wälder zurück in die Zivilisation düst. Bis es zu einem folgenschweren Unfall kommt. Ein nackter Mann kreuzt die Fahrbahn und wird von den jungen Leuten überfahren. Da sitzt der Schock tief, zumal Beifahrer Mark soeben aus dem Gefängnis entlassen wurde und man nun eine neue Haftstrafe fürchtet. Doch viel Zeit bleibt nicht sich über Konsequenzen den Kopf zu zerbrechen. Beide werden von einem Fremden attackiert und flüchten in die Wälder. Was sie dort erleben, ist kein Zuckerschlecken. Hier müssen sie sich gegen eine böse Kreatur zur Wehr setzen, die mit allen Wassern gewaschen ist.
 
 
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Oh nein, nicht schon wieder ein Film über Bigfoot. Zumindest mag man das meinen, wenn man sich den Trailer zu PRIMAL RAGE anschaut. Darin wird gleich zu Beginn von Legenden berichtet, die die sagenumwobene Kreatur in den Mittelpunkt rücken. Natürlich ist auch in diesem Streifen alles wie gehabt. Ein Schauspieler im Bigfoot-Kostüm hetzt ahnungslose Opfer durch Wälder, die von der Kreatur nacheinander in Stücke gerissen werden. Das hört sich nicht sonderlich einfallsreich an. Was PRIMAL RAGE aber dennoch hervorstechen lässt, ist der beinahe schon übertrieben zelebrierter Gewaltpegel, den man eigentlich sonst von dieser Art Filmen nicht unbedingt erwartet. Regisseur PATRICK MAGEE ist noch relativ unerfahren in Sachen Regieführung. Was der aber mit dem ersten Spielfilm auf die Beine gebracht hat, ist weit weg von schlecht. Mit einem erfahrenen Effekte-Team lässt der Gesichter zerreißen, Köpfe von Pfeilen durchbohren und Kehlen aufschlitzen. Die Kamera hält munter drauf, sodass man sich schon wundern muss, was die hiesige FSK dazu getrieben hat PRIMAL RAGE ungeschnitten freizugeben. Überhaupt sind die vielen recht harten und teils auch sehr lang ausgewalzten Splatter-Exzesse handwerklich über jeden Zweifel erhaben. Das mutet für einen Low-Budget-Streifen ungewöhnlich an. Der Grund ist in der Vita von Newcomer PATRICK MAGEE zu suchen. Der begann seine Karriere als Effektspezialist und gründete schnell seine eigene Effekt-Firma: MAGEE FX. Mit der war er für Hollywood-Blockbuster wie ALIEN VS. PREDATOR, MEN IN BLACK 3 oder Raimis SPIDER-MAN tätig. Weil die Geschäfte gut liefen, konnte er sich endlich einen langen Traum erfüllen. So sah Magee in Kindestagen den Horrorklassiker AMERICAN WEREWOLF IN LONDON. Seit jeher wuchs in ihm der Wunsch irgendwann selbst mal einen Monsterfilm zu drehen. Nun ist die Zeit gekommen. Mit PRIMAL RAGE werden Visionen wahr. Zu aller Überraschung ist das Resultat auch noch unerwartet unterhaltsam. Freunde blutiger Horrorfilme wird das freuen.
 
 
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PRIMAL RAGE – Fazit

 
 
 

7 Punkte Final

 
 
 
Ist das etwa eine Videospielverfilmung des Spielklassikers PRIMAL RAGE? Die Frage ist berechtigt und dürfen wir mit „nein“ beantworten. Der hier vorgestellte PRIMAL RAGE ist ein blutiger Monster-Splatter aller erster Güte, der rein gar nichts mit der gleichnamigen Prügel-Reihe zu tun hat, die 1994 in den Arcade-Hallen und anschließend für Spielkonsolen veröffentlicht wurde. Regisseur PATRICK MAGEE vermischt in der ersten Regiearbeit Elemente aus der erfolgreichen PREDATOR-Reihe mit Bigfoot-Schauer und Hexen-Horror zu einem schwer unterhaltsamen Horrorstreifen, der obendrein auch noch ziemlich brutal ist. Trotz altbekannter Geschichte um ein Monster in den Wäldern ist PRIMAL RAGE ganz kurzweilig geraten – auch wenn die Filmkreatur dann doch etwas sehr früh in ganzer Pracht vor der Kamera gezeigt wird. Doch Mankos im Drehbuch werden mit hochwertigen Gore-Effekten wettgemacht. Die sind hier der eigentliche Star und dürften jeden Horrorfilmfan zum Schwärmen bringen. Weil der Film nach der Halbzeit auch noch einen plötzlichen Richtungswechsel wagt und mit einem Twist verblüfft, sprechen wir an dieser Stelle für PRIMAL RAGE eine Empfehlung aus. PRIMAL RAGE erfindet das Monster-Genre keineswegs neu. Dennoch gehört er Dank atmosphärischer Bilder, düsterer Stimmung und deftigen Gewaltmomenten zu den besseren Creature-Features, die man in den letzten Jahren zu sehen bekommen hat.
 
 
 


 
 
 

PRIMAL RAGE – Zensur

 
 
 
Es ist schon eine kleine Überraschung, dass PRIMAL RAGE ungeschnitten durch die FSK gekommen ist. Der Gewaltpegel ist ordentlich und einige Spezialeffekte sehen so realistisch aus, dass man sich nicht grundlos fragt, ob dass hier wirklich noch handgemachte Spezialeffekte sind. Es werden Köpfe zertreten und Schädel auseinandergerissen. Dennoch blieb der Film trotz roten FSK-Flatschen unzensiert. Splatterfans könne daher bedenkenlos zugreifen.
 
 
 


 
 
 

PRIMAL RAGE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Meteor Film (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Primal Rage; USA 2018

Genre: Horror, Splatter

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @24 Hz

Laufzeit: ca. 106 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Trailer, Trailershow, Interviews, Audiokommentar, Fotogalerie

Release-Termin: 01.11.2018

 

Primal Rage [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

PRIMAL RAGE – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Meteor Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Feed the Gods (2014)
 
Exists (2014)
 
Willow Creek (2013)
 

Filmkritik „Habit“ (2017)

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HABIT

Story

 
 
 

Der arbeitslose Michael kommt an einen ominösen Job, der so einige Überraschungen parat hält.

 
 
 


 
 
 

HABIT – Kritik

 
 
 
Familien in Horrorfilmen sind immer so ein Ding. Werden die zum Mittelpunkt eines Genre-Streifens gemacht, kann es gut und gerne sein, dass sich hinter der Fassade gut gesitteter Kreise Grausames abspielen wird. Da werden gern mal im Keller ahnungslose Opfer aus Spaß gefoltert und alle aus der Sippe machen mit. Wer regelmäßig Horror-Schocker schaut weiß mittlerweile, dass man engen Familienbanden in dieser Art von Filmen nicht über den Weg trauen kann. Dort hält man zusammen und bewahrt Geheimnisse gut. Nur so lässt sich perfides Treiben unbemerkt hinter verschlossenen Türen fortsetzen, ohne dass Gesetzeshüter Wind davon bekommen. Auch der dritte Langfilm von Regisseur SIMEON HALLIGAN rückt genannte Familien-Thematik in den Fokus. Wie könnte es anders sein, schweißt auch hier ein Geheimnis Menschen zusammen, die sich im Film als „Familie“ bezeichnen. Eigentlich vielversprechende Horror-Ware. Wäre da nicht der inflationäre Gebrauch von Horror-Klischees, der den interessant beginnenden HABIT am Ende doch etwas zu ausgelutscht wirken lässt.
 
 
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Familiendrama meets Underground-Horror: Wenn zwei sich finden und sich gleich miteinander verbunden fühlen. Genau jene positiven Erfahrungen muss auch Michael machen. Der hatte bisher so gar kein Glück im Leben. Seit die Mutter sich vor seinen Augen das Leben genommen hat, meint es das Schicksal gar nicht gut mit ihm. Job hat er keinen und Perspektiven sind Mangelware. Da tritt ein Schutzengel in sein Leben. Lee nennt sich die Gute und ermöglicht dem Mittzwanziger den Schritt in ein neues Leben. Weil der sich ihr zugegen erkenntlich zeigt, beschafft die attraktive Fremde dem perspektivlosen Michael einen Job bei ihrem Onkel. Die Sache hat nur einen Haken. Der neue Job ist lebensgefährlich, denn hinter den Mauern eines ominösen Nachtclubs frönt man blutigem Handwerk.
 
 
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Horror von jemandem, der sich in Horrorfilm-Kreisen auskennt. Regisseur SIMEON HALLIGAN weiß, was Horrorfans wollen. Der ist nicht nur Regisseur und dreht Filme. Seit zehn Jahren ist der Brite auch Festivalleiter des beliebten Grimmfest in Manchester, wo Zuschauern alljährlich das Fürchten gelehrt werden soll. Da mutet es schon etwas ironisch an, wenn man sieht, was Halligan nun mit HABIT selbst fabriziert hat. Wirklich dolle ist dieser Film nämlich nicht. Irgendwie kommt HABIT nämlich nur schleppend in Fahrt und fällt einzig durch seinen abrupten Richtungswechsel auf. Da wird aus einem Ausflug ins ruppige Rotlichtmilieu plötzlich bluttriefender Okkult- und Kannibalen-Horror, der sich dann doch etwas zu krampfhaft den bekannten Regeln des Horror-Kinos unterwirft. Da muss zwanghaft in Blut gewatet werden und die Kamera hält drauf. Zudem fehlt natürlich ebenso das klischeebehaftete Ende nicht, bei dem die Machenschaften entlarvt und dem Bösen blutig die Leviten gelesen werden. Vorhersehbarkeit ist hier Programm. Offenbar wollte Filmemacher SIMEON HALLIGAN den Erwartungen des Horror-Publikums gerecht werden. Das erwartet nicht zu fordernde Abläufe und eine gewisse Härte von Genre-Ware. Beides wird geboten, um einfache Gemüter glücklich machen zu können. Ein etwas unglücklicher Schachzug, da HABIT so leider nur ein Horrorfilm von vielen ist, den man schnell wieder vergessen hat. Angesichts der wirklich hervorragenden Schauspieler eine Verschwendung. Die machen die rudimentäre Handlung ertragbar, welche sich einzig dadurch auszeichnet Sex und Gewalt miteinander zu vermischen. So bleiben Schicksale auf der Strecke, deren Analyse weitaus interessanter gewesen wäre, als die inflationäre Horror-Schiene bedienen zu müssen. In kurzen Momenten nämlich versucht SIMEON HALLIGAN die dramatischen Erlebnisse seine Hauptdarsteller zu ergründen. Die haben viel Tragisches erlebt, was dazu beiträgt auf die dunkle Seite zu wechseln. Leider ist die Ergründung von Schicksalen nur Vorwand, um später Splatter-Szenen zelebrieren zu können. Alteingesessene Horrorfilm-Kenner werden da nicht unbegründet mit den Augen rollen. Irgendwie sind Genre-Filme neueren Datum so ziemlich durchschaubar geworden. Das hat man alles schon mal gesehen und sieht deshalb Verläufe schon früh kommen.
 
 
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In Interviews erklärte Regisseur SIMEON HALLIGAN, dass HABIT ein Heimspiel war. Der Streifen spielt in Manchester und hier lebt der Filmemacher auch. Leider gab es bei den Dreharbeiten große Probleme. So schied einer der Hauptdarsteller im Verlauf des Filmdrehs aus und musste ersetzt werden. Das war dahingehend problematisch, weil viele Szenen bereits im Kasten waren. Da stand man vor der Entscheidung: die Dreharbeiten abbrechen und finanzielle Verluste hinnehmen oder bereits gedrehte Szenen mit einem neuen Darsteller noch einmal drehen. Man entschied sich für letzteres. Entstanden ist modernes britisches Genre-Kino für das sich Filmemacher SIMEON HALLIGAN vom dänischen Regisseur NICOLAS WINDING REFN inspirieren ließ. Sein ONLY GOD FORGIVES hinterließ Eindruck und wird als Referenz genannt. Dennoch, von den Qualitäten des genannten französisch-dänischen Thrillers ist HABIT weit entfernt – auch wenn der eine deutliche Steigerung zu den bisherigen Werken darstellt, die SIMEON HALLIGAN bisher gedreht hat: SPLINTERED und WHITE SETTLERS.
 
 
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HABIT – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Ein Mix der Werke des Marquis de Sade und den Alptraum-Fantasien eines Clive Barker. HABIT basiert auf den gleichnamigen Roman aus der Feder von STEPHEN MCGEAGH. In der filmischen Adaption taucht der Zuschauer ein in eine Welt des organisierten Verbrechens, unterirdischer Kulte und blutiger Splatter-Orgien. Handwerklich ist das solide gelöst und auch visuell ist HABIT ansprechend. Was nicht so dolle ist: irgendwie wollen die Ereignisse so gar nicht fesseln oder mitreisen. Nach einem abrupten Richtungswechsel verfällt HABIT in bekannte Horror-Klischees. Das wirkt teils flach und bekannt. Die Figuren verhalten sich, wie sie es eben in Horrorfilmen tun und im Finale triumphiert einmal mehr das Gute über das Böse. Warum muss man denn immer bekannte Formeln und Verläufe auf Zelluloid bannen? Als alteingesessener Horrorfilm-Liebhaber dürstet es dringend nach neuen Ideen. Die vermisst man im Falle von HABIT leider schmerzlich. Blut, Sex und dreckiger Look ist in im Genre-Kino von Heute längst nicht mehr alles.
 
 
 


 
 
 

HABIT – Zensur

 
 
 
HABIT hat ab Filmmitte einige blutige Schmankerl zu bieten. Da werden Menschen sprichwörtlich von Kannibalen „gefressen“ und sich in deren Blut geräkelt. Weiterhin wird ein Messer in einen Bauch gerammt, eine Kehle wird durchgeschnitten und einige Schussverletzungen gibt es auch zu sehen. Wegen der doch sehr zeigefreudigen Kannibalismusszenen dürfte es passieren, dass HABIT erst für Erwachsene freigegeben wird.
 
 
 


 
 
 

HABIT – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Not a Number | Tin Hat Productions)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Ravenous – Friss oder stirb (2017)
 
Omnivoros – Das letzte Ma(h)l (2013)
 
Wir sind was wir sind (2010)
 

Filmkritik: „Blood Fest“ (2018)

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BLOOD FEST

Story

 
 
 

Auf einer Horror-Convention ist die Hölle los. Kreaturen aus Horrorfilmen werden lebendig und fallen über die Gäste her.

 
 
 


 
 
 

BLOOD FEST – Kritik

 
 
 
Wenn es nach Horror-Fans geht, dürfte es wohl nichts Schöneres geben, als einmal im Leben die Stars zu treffen, die das Gruselfilmfach groß gemacht haben. Diese Träume werden seit einigen Jahren wahrgemacht. Auf sogenannten Conventions können sich Filmliebhaber treffen und die Liebe zum Genre miteinander teilen. Hin und wieder werden die sogar von Genre-Größen besucht. Eine der wenigen Möglichkeiten für Fans ein Foto mit dem Lieblingsschauspieler zu knipsen ohne dafür um die halbe Welt reisen zu müssen. Horror-Conventions haben sich längst zum Mekka fürs horrorbegeisterte Publikum gemausert. Hier werden Kontakte geknüpft, Autogramme besorgt und Horrorfilme uraufgeführt, die man vermutlich sonst nie wieder vor die Linse bekommt. Umso interessanter, wenn genau eine dieser Pilgerstätten zum Thema eines Horrorstreifens gemacht wird, der sich auch noch als unterhaltsamer Fun-Splatter entpuppt.
 
 
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Dax (ROBBIE KAY) ist ein großer Fan blutiger Horrorfilm. Ein Grund, warum er sich Karten für das BLOOD FEST besorgt hat. Hierbei handelt es sich um ein riesiges Festival, dass sich ganz dem Genre verschrieben hat. Leider ist Vater Dr. Conway (TATE DONOVAN) gar nicht erfreut über die Teilnahme des Sohnemanns. Weil der mit Horrorfilmen auf Kriegsfuß steht, zerschneidet er die Eintrittskarte für die Convention und zerstört Träume binnen weniger Sekunden. Doch Dax lässt sich nicht unterkriegen. Der nutzt Vitamin B und erhält über Umwege Eintritt zur Horror-Fete. Vielleicht hätte er das lieber bleiben sollen, denn das Schicksal meint es nicht gut mit dem Genre-Liebhaber. Kaum die Veranstaltung betreten, passieren furchtbare Dinge. Nachdem Festivalorganisator Anthony Walsh (OWEN EGERTON) die Eröffnungsrede gehalten hat, erscheinen Killer auf der Bühne und arbeiten sich mit Kettensäge und Messern durchs Publikum. Da bricht Panik aus, denn das Eintrittstor ist plötzlich verschlossen und ein Entkommen ist unmöglich. Da bleibt nur noch die Konfrontation. Leider wird hier unfair gekämpft. Offenbar hat jemand Kreaturen der Horrorfilmwelt zum Leben erweckt, die nun über die Gäste der Convention herfallen. Da hilft nur Augen zu und durch. Waschechte Horrorfilmkenner wissen aber was zu tun ist. Gott sei Dank ist Dax einer derer. Der hat schon so viele Schocker gesehen, dass er Horrorfilmregeln beherrscht. In einer Situation wie dieser ist dieses Wissen pures Gold wert.
 
 
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Ein unterhaltsamer Mix aus HATCHET, CABIN IN THE WOODS und 2001 MANIACS. Passender lässt sich nicht beschreiben, was dem Zuschauer mit BLOOD FEST aufgetischt wird, bei dem vor allem eines im Vordergrund steht: Spaß. Mit letzterem machte sich die Produktionsfirma ROOSTER TEETH PRODUCTIONS einen Namen. Die Unternehmensgründer begannen vor über 15 Jahren damit mehr oder weniger gehaltvolle Videoclips zu drehen, die sie anschließend auf Youtube stellten. Offenbar kam der Quatsch gut an, den man regelmäßig für Nutzer der bekannten Videoplattform produzierte. Der gedrehte Irrsinn fand viele Zuschauer und spülte genug Geld in die Gründerkassen, um damit expandieren zu können. Diverse Web-Serien, Let’s Play-Videos, Podcasts und allerhand Youtube-Nonsens später, stieg man ins Spielfilmbusiness ein. Auch hier ging man nicht minder abgefahren zur Sache. Der Horror-Spaß BLOOD FEST zeigt’s eindrucksvoll.
 
 
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Viel Gehalt hat BLOOD FEST demnach nicht. Den erwartet man natürlich von einer Splatter-Komödie auch nicht. Dafür unterhält der Horror-Ulk. So schöpft man gleich zu Beginn aus den Vollen. Schweinemaskentragenden Killer packen ihre Kettensägen aus und sägen sich durch dutzende Horror-Fans, die plötzlich einen Kopf kürzer gemacht werden. Da werden Körper zerteilt und Hälse aufgeschlitzt. Endlich mal wieder Hausmannskost, die in gut dosierten Abständen eine Wiederholung findet. Regisseur und Drehbuchautor OWEN EGERTON hat mit BLOOD FEST einen waschechten Fan-Film gemacht. Der gibt gleich zu Beginn seines Fun-Splatters zu verstehen, was er von den Horrorfilmen neueren Datums hält. So erklärt Festivalorganisator Anthony Walsh während der Eröffnungsansprache im Film, dass Horrorfilme schon längst nicht mehr das sind, was sie mal waren. Gruselig oder furchteinflößend sind die schon lange nicht mehr. Da spricht er dem Zuschauer wohl aus der Seele. In Zeiten des inflationären Filmmarktes muss man Schocker mit der Lupe suchen, die den Schlaf rauben.
 
 
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Leider spuckt BLOOD FEST große Töne. Zwar wird das fehlende Schockpotenzial von Horrorfilmen kritisiert; BLOOD FEST selbst steigt aber in die gleichen Fußstapfen der Filme, die an den Pranger gestellt werden. Das bedeutet: Herzklopfen und Nervenkitzel haben Sendepause. Stattdessen wird viel gealbert und in der Klischee-Kiste für Horrorfilme gekramt. Nicht unbedingt die feine Art, zumal sich der Streifen oft durch zu lange Dialoge selbst ausbremst, aber Genre-Kenner immerhin versucht mit Anspielungen auf das Horror-Genre aus der Reserve zu locken. Zugegebenermaßen funktionieren einige Zitate auf bekannte Horrorfilme ganz gut. Mehr Gore und Schocks wäre den meisten Zuschauern aber wohl lieber gewesen. Kommen wir daher zurück zu den eigentlichen Stärken von BLOOD FEST. Die liegen nun mal im Unterhaltungswert. Der ist zweifelsohne vorhanden. Taffe Sprüche, nett getrickste Spezialeffekte und unverbrauchte Thematik sorgen für Kurzweil. Langweilig wird’s daher nicht, denn verschiedene Bösewichte bringen Abwechslung auf die Mattscheibe. So hat man vermutlich wegen fehlender Rechtslage – ähnlich wie in CABIN IN THE WOODS – kurzerhand eigene Filmmonster erschaffen, die regelmäßig vor der Linse ihr Unwesen treiben. Neben Seitenhiebe auf SAW und die unzähligen Slasher-Gurken, fehlen natürlich Zombies genauso wenig wie altbekannte Vampire. Dabei verirren sich unsere Filmhelden gern mal in verzwickte Situationen, vergessen aber trotz misslicher Lage ihren Humor nicht. Lustig wird’s allemal, auch wenn weder das Nervenkostüm noch die grauen Zellen gefördert werden. BLOOD FEST ist Fast-Food-Horror mit Spaß-Garantie und kleinen Schwächen. Für verregnete Herbsttage zweifelsohne eine Empfehlung.
 
 
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BLOOD FEST – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Unterhaltsamer Splatter-Spaß mit zynischen Seitenhieben auf das Horror-Genre. BLOOD FEST ist kurzweiliger Meta-Horror, der aus Versatzstücken des Horrorfilms besteht und die bekannten Klischees des Genres auf die Schippe nimmt. Das wird zwar nicht immer sonderlich clever umgesetzt und wirkt mancherorts etwas flach. Spaß macht der Streifen aber dennoch, weil er keinen Hehl daraus macht, dass er einfach nur unterhalten will. Zu flachen Humor und netten Zitaten gesellen sich Blut und Gewalt. Letztere hätte gern etwas intensiver zelebriert werden können. Dann hätte BLOOD FEST in einer Linie mit so Splatter-Komödien wie BAD TASTE, BRAINDEAD oder CABIN IN THE WOODS stehen können. Demzufolge einfach das Hirn abschalten und berieseln lassen.
 
 
 


 
 
 

BLOOD FEST – Zensur

 
 
 
Zu Beginn wird mächtig gesplattert. Es werden Körper gespalten und Kehlen aufgeschlitzt. Da schlägt das Herz eines jeden Splatterfilmfans schneller. Leider hält sich BLOOD FEST nach dem fulminanten Auftakt mit Schauwerten zurück. Das bedeutet natürlich nicht, dass sie nicht vorhanden wären. Sie werden nur wohldosiert eingesetzt. Man darf von einer Erwachsenenfreigabe ausgehen: keine Jugendfreigabe.
 
 
 


 
 
 

BLOOD FEST – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Rooster Teeth Productions)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Cabin in the Woods (2011)
 
Night of the Demons 2 (1994)
 
Demon Night (1997)
 
2001 Maniacs 2 – Es ist angerichtet (2010)
 
2001 Maniacs (2005)
 
Shaun of the Dead (2004)
 
Tucker and Dale vs Evil (2010)
 
Scream – Schrei! (1996)