Filmkritik: „The Funhouse Massacre“ (2015)

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THE FUNHOUSE MASSACRE

Story

 
 
 

Sechs der meistberüchtigten Serienkiller übernehmen eine dieser Spukattraktionen, die sich während der Halloween-Saison in Amerika großer Beliebtheit erfreuen und richten dort ein Massaker an. Das wird ein blutiger Spaß.

 
 
 


 
 
 

THE FUNHOUSE MASSACRE – Kritik

 
 
 
Nach all den ultraharten Folterfilmen, konsequent-kaltschnäuzig durchgezogenen Rachestreifen und kaum noch zu ertragenden Found-Footage-Schnarchern ist es schön zu sehen, dass man sich um Horrorfans sorgt und sie ab und an mit leichter Kost versorgt, für die das Hirnkästchen mal eine Runde ausgeschaltet bleiben kann. Zu einer dieser Kandidaten gehört der Spass-Horror THE FUNHOUSE MASSACRE, der keinen Hehl daraus macht, dass er nur gedreht wurde, um den Genreliebhaber zu unterhalten. Rasanter Splatter-Trash mit hohem Unterhaltungswert wird hier geboten, der sich zu keiner Minute ernst nimmt und somit auf gleicher Welle schwimmt, wie bereits das von TIM SULLIVAN im Jahr 2005 inszenierte Remake des Horrorklassikers TWO THOUSAND MANIACS. Unter dem Titel 2001 MANIACS kam die Neuverfilmung vor allem wegen der ironisch-übertriebenen Zurschaustellung von Gewalt bei horrorbegeisterten Zuschauern gut an und natürlich, weil Genre-Ikone ROBERT ENGLUND in einer weiteren Paraderolle zu sehen war – Jahre nachdem er das letzte Mal als Meuchelmörder FREDDY KRUEGER auf der Leinwand Bewohner der Elm Street mit fiesen Sprüchen und scharfen Handschuh-Klauen um den Schlaf brachte. Zwar keinesfalls böse, aber dennoch humorvoll darf der mittlerweile nicht mehr ganz so frische Altstar auch in THE FUNHOUSE MASSACRE auftreten. In dieser Horror-Comedy wechselt er ausnahmsweise die Fronten und ist diesmal einer von den Guten. Englund-Fans dürfte das Wiedersehen feuchte Höschen bescheren. Doch die Freude ist nur von kurzer Dauer, denn der beliebte Schauspieler hat leider nur einen kurzen Gastauftritt im Film. Nach gerade mal zehn Minuten muss er auf unsanfte Weise das Zeitliche segnen. Da stellt sich prompt die Frage, ob es eine gute Entscheidung gewesen ist, den Kultstar zu früh von der Bühne zu nehmen. Im Falle von THE FUNHOUSE MASSACRE kann Entwarnung gegeben werden, denn auch wenn Englund nicht lang zu sehen ist, hat der Streifen jede Menge Überraschungen zu bieten – und darauf kommt’s doch letztendlich an, oder?
 
 
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Eigentlich sollte es nur eine Reportage über sechs der meistgefürchteten Verbrecher unseres Planeten werden. Doch die Reporterin hat anderes im Sinn. Statt den Leiter einer Haftanstalt (ROBERT ENGLUND) zu interviewen und Bilder von den Häftlingen zu schießen, gibt sie sich als Tochter einer der Inhaftierten zu erkennen und tötet alles und jeden. Ihr Ziel: die Bösewichte aus ihren Käfigen lassen, damit sie in Freiheit weiteres Unheil anrichten können. Selbstverständlich können die Fieslinge entkommen und flüchten zu einer dieser leicht kitschigen Spukattraktionen, die in Amerika Hochkonjunktur haben, wenn Halloween ist. So werden die Angestellten besagten Horrorhauses um die Ecke gebracht, damit die Psychopathen deren Plätze einnehmen können. Was folgt, kann sich der Zuschauer ausmalen. Ein blutiges Exempel wird statuiert. Die Besucher werden blutig ermordet und als Requisiten missbraucht. Doch eine Gruppe Freunde weiß sich zu wehren. Sie nehmen den Kampf gegen das Böse auf, um den Verbrechern ein Denkzettel zu verpassen. Liebhaber grober Schlachtszenarien wird’s freuen
 
 
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Nichts ist schlimmer als langweilige Horrorfilme, die Zeit und Nerven rauben. Wühlt man sich durch den ganzen Low-Budget-Kram, der tagtäglich in den Handel gebracht wird, muss man sich der erschreckenden Erkenntnis hingeben, dass wohl den meisten Genre-Regisseuren nicht bewusst ist, was Horrorfans eigentlich wollen. Nach guter und unterhaltsamer Abendunterhaltung dürstet es den Meisten, welche man schon lange nicht mehr von Produktionen neueren Datums erwarten kann. Dort findet eher die Formel schnellen Geldes Verwendung. Nach straffem Zeitplan und mit überschaubaren Budget werden dilettantische Drehbücher verfilmt, die von lustlosen und unerfahrenen Autoren geschrieben werden. Das Nachsehen hat oft der Zuschauer, dem langsam der Spaß am Schauen von Genrefilmen vergeht, weil Quantität vor Qualität geht. Weg vom schlechten No-Budget-Müll, hin zu erwähnenswerten Horrorfilmen, die Spaß bereiten. THE FUNHOUSE MASSACRE ist so ein Fall, dessen Handlung so schwachsinnig ist, dass man den Film allein schon deshalb nur mögen kann. Regisseur ANDY PALMER nimmt sich eines Themas an, an dem sich vor einiger Zeit der Found-Footage-Thriller HOUSES OF TERROR die Zähne ausgebissen hat: Serienmörder und Geisterbahnen. Anders als im bierernsten Wackelchaos von 2014 versucht es Palmer mit selbstironischem Humor. In THE FUNHOUSE MASSACRE haben Spaßbremsen und Moralapostel Sendepause. Hier verhalten sich alle Beteiligten derart schräg, dass kein Auge trocken bleibt. In einer Geisterbahn treten sechs skurrile Gestalten gegen grünschnäblige Jungdarsteller an, die selbstverständlich alles dafür tun, möglichst schnell über die Klinge zu springen. Im Zehn-kleine-Negerlein-Prinzip geht’s voran – selbstverständlich blutig und abwechslungsreich. Nacheinander müssen alle Hauptfiguren kreativ sterben. Von zerquetschten Köpfen bis hin zur grotesken Zahnoperation gibt es allerhand absurdes Zeug zu sehen, das jedoch so überzogen zelebriert wird, dass die Lacher dem Ekel den Rang ablaufen. Höhepunkt ist das im Titel angedeutete Massaker in dem wahllos Gäste der Horrorattraktion irgendwie um die Ecke gebracht werden. Die Kamera hält drauf, der Zuschauer ist glücklich. Weil abwechslungs- und temporeich geschlitzt, gehackt und gesäbelt wird, kommen kaum Längen auf. Ein gewisser Unterhaltungswert lässt sich da nicht streitig machen – vor allem auch deshalb, weil die Grenzen zur Slasher-Persiflage fließend sind. Manchmal tut leichte Kost Not. THE FUNHOUSE MASSACRE ist ein gutes Beispiel dafür, dass doof nicht gleichzeitig schlecht bedeuten muss. Dieser Film ist zwar nicht sonderlich helle, dafür handwerklich gelungen und rasant inszeniert. Der hohe Splatterfaktor tut sein Übriges. Dieser ist übrigens ROBERT KURTZMAN und dessen kreativem Team zu verdanken. Die haben schon einige Blutbäder in bekannten Horrorfilmen angerichtet. Darunter: FROM DUSK TILL DAWN, TEXAS CHAINSAW 3D und TANZ DER TEUFEL 2 um nur einige zu nennen. Zurück zum Massaker – Fortsetzung erwünscht!
 
 
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THE FUNHOUSE MASSACRE – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Disneyland für Erwachsene. Kunterbuntes Splatterfeuerwerk mit hohem Fun-Faktor, das sich zu keiner Minute ernst nimmt. Wer Filme wie 2001 MANIACS, HATCHET oder das Remake zu NIGHT OF THE DEMONS mochte, wird diesen Film garantiert ins Herz schließen. THE FUNHOUSE MASSACRE punktet mit jeder Menge hirnfreiem Charme, trashigen Splattereffekten und einem absurdem Szenario, dass am Ende so ziemlich ins Nirwana der Absurdität vorstößt. Sechs unaufhaltsame Psychopathen – darunter ein Zahnarzt, ein Kannibale, ein Sektenguru, ein Leichenfledderer, ein Clown und eine Lolita – metzeln sich durch eine Geisterbahn und richten dabei ein lupenreines Massaker an. Mit handgemachten Splatterexzessen, Prothesen und Blutkonserven hat man nicht gegeizt. Das Interesse ausgehungerter Gore-Freunden wird damit geweckt, die sich am blutroten Metzelreigen kaum satt sehen können. Trotz hohem Blutzoll besticht THE FUNHOUSE MASSACRE durch enormen Unterhaltungswert. Hier ist immer was los und viel gequasselt wird nicht. Im Fokus stehen möglichst abgefahrene Todesarten. Darin ist der Film Weltmeister. Löblicherweise lässt sich FEDDY KRUEGER-Darsteller ROBERT ENGLUND kurz blicken und schaut nach dem Rechten. Der hatte zuletzt immer Pech bei der Auswahl seiner Rollen in drittklassigen Horrorfilmen. THE FUNHOUSE MASSACRE macht da eine Ausnahme. Der bereitet nämlich jede Menge Laune – auch wenn Englund zeitig sein Leben lassen muss. Als Partyfilm mit Bier und Freunden macht diese Splatter-Comedy definitiv eine gute Figur. Daher Hirn abschalten und genießen.
 
 
 


 
 
 

THE FUNHOUSE MASSACRE – Zensur

 
 
 
THE FUNHOUSE MASSACRE zelebriert – wie es bereits der Titel vermuten lässt – Gewalt zum Selbstzweck. Hier gibt es allerhand krudes Zeug zu sehen, dass aber durch den humoristischen Unterton nicht so hart wirkt, wie man es vermuten würde. Es werden Köpfe abgeschlagen, Zähne herausgerissen und Kehlen durchgeschnitten. Das ist aber noch längst nicht alles. Es würde wohl den Rahmen sprengen, wenn hier jede Todesart genannt werden würde. Vergleicht man THE FUNHOUSE MASSACRE mit Filmen wie HATCHET kann man sich in etwa ein Bild machen, wohin die Reise gehen wird. Mit viel Glück gibt es für den Streifen eine ungeschnittene Freigabe für Erwachsene (keine Jugendfreigabe). Aber die Wege der FSK sind auch heute noch unergründlich.
 
 
 


 
 
 

THE FUNHOUSE MASSACRE – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Hatchet (2006)
 
Hatchet 2 (2010)
 
Hatchet 3 (2013)
 
2001 Maniacs (2005)
 
2001 Maniacs 2 – Es ist angerichtet (2010)
 

Filmkritik: „Casting des Todes“ (2015)

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CASTING DES TODES

(CASTING OF DEATH)

Story

 
 
 
Das Casting für eine sexy Cocktail-Show läuft aus dem Ruder, weil die Kamera Dinge aufzeichnet, die sich mit bloßem Auge nicht erkennen lassen.

 
 
 


 
 
 

CASTING DES TODES – Kritik

 
 
 
Seit den Anfängen von FILMCHECKER liegen nicht nur regelmäßig Blu-rays und Screener bekannter deutsche Filmunternehmen und Vertriebe mit Horrormaterial im Briefkasten, das wir in Form von umfangreichen Kritiken auf dem Blog vorstellen. Auch deutsche Nachwuchsfilmemacher und immer häufiger ambitionierte Regisseure aus dem Ausland senden selbstständig Ansichtsmaterialien zu, mit der Bitte darüber zu berichten. Leider können wir aus Zeitgründen nur wenige dieser Projekte berücksichtigen, da sich hinter vielen der teils in Eigenregie produzierten Genrefilme ohnehin nur semiprofessioneller Amateurquatsch verbirgt, der besser im Privatarchiv schlummern sollte, statt ihn deutschen Horrorfans zuzumuten. Dass es auch anders geht, beweist CASTING DES TODES – ein blutiger Kurzfilm aus Deutschland, der beinahe ungesehen blieb, weil dahinter eine weitere Selfmade-Produktion vermutet wurde. Gott sei Dank ist der Fünfzehnminüter dann doch im Player gelandet, sonst wäre wohl die Erkenntnis nie gekommen, dass auch im deutschen Untergrund gute Horrorfilme gedreht werden.
 
 
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Splatter, Spaß und viel nackte Haut – Zutaten, die Horrorfanherzen schneller schlagen lassen. Das war wohl auch Regisseur EZRA TSEGAYE bewusst, der CASTING DES TODES um jede Menge Schauwerte bereichert hat, die Liebhaber von Horrorware nun mal erwarten. Ein ungewöhnliches Casting bietet Stoff für amüsant-trashigen Filmirrsinn, in dem der Zuschauer – laut Aussage von Hauptdarstellerin MICAELA SCHÄFER – die brutalsten Nacktszenen zu sehen bekommt, die der selbsternannte Reality-Star bisher gedreht hat. Model, Moderatorin und Schauspielerin MICAELA SCHÄFER wird in diesem Kurzfilm von zwei erfolglosen Filmemachern zu einem Vorsprechen geladen, bei dem sie für einen neue TV-Show textilfrei Cocktails mixen soll. Doch die Crew ist nicht sonderlich am Können der künftigen Moderatorin interessiert. Das Zielpublikum soll in erster Linie mit optischen Reizen verwöhnt werden, was die Bewerberin natürlich versteht. Sie streift die Kleider ab und hält zwei schlagkräftige Talente in die Kamera. Weil CASTING DES TODES jedoch ein Horrorfilm ist, dürfte klar sein, dass die Geschehnisse eine unerwartet blutige Wendung nehmen werden. Der Kameramann entdeckt Unheimliches. Sein neues Arbeitsutensil filmt nicht das, was sich vor der Linse ereignet. Stattdessen hält es Mord und Totschlag auf Video fest – mit fatalen Folgen.
 
 
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Will man Aufmerksamkeit erregen, muss man polarisieren und provozieren. Das gelingt vor allem dann, wenn man Filmrollen mit C-Prominenz besetzt, über die regelmäßig in der Boulevardpresse berichtet wird. Im Falle des Kurzfilms CASTING DES TODES dürfte die Wahl auf TV-Phänomen MICAELA SCHÄFER das Beste gewesen sein, was dieser Indie-Produktion passieren konnte. Mit Schäfer als Zugpferd hat der Film nämlich reichlich Aufmerksamkeit ernten können und wurde sogar auf diversen Festivals mit Lob überschüttet. So auch auf der LOS ANGELES HORROR COMPETITION, wo die ehemalige GERMANY’S NEXT TOP MODEL-Teilnehmerin als beste Schauspielerin nominiert wurde – und sogar gewann. Das mag tatsächlich begabte Künstler zu Recht deprimieren; trotzdem muss man lobenswerterweise hinzufügend erwähnen, dass Schäfers Auftritt in CASTING DES TODES die bisher überzeugendste Leistung ist, die man von der gebürtigen Leipzigerin zu sehen bekommen hat. Die hat zwar im Film nicht viel zu sagen – dafür sprechen nackte Tatsachen für sich. Den männlichen Fan des Genres dürfte das freuen.
 
 
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Produzent, Drehbuchautor und Regisseur EZRA TSEGAYE erklärte im Interview, dass er schon immer ein Fan fantastischer Filme gewesen ist. So prägte der Science-Fiction-Klassiker FUTUREWORLD – DAS LAND VON ÜBERMORGEN nachhaltig, den er sich im stolzen Alter von fünf Jahren allein angesehen hat, ohne dass die Mutter davon wusste. Doch damit nicht genug. Auch die Mystery-Serie TWILIGHT ZONE und Horror-Klassiker, wie DIE KÖRPERFESSER KOMMEN oder ROSEMARIES BABY verstärkten die Leidenschaft zum Film. So folgten nach Comics für die Schülerzeitung und Kurz-Trickfilmen, erste Filmversuche mit einer Super-8-Kamera, in denen er Realfilm mit Comic-Elementen verknüpfte. Gleiche Kombination findet auch in CASTING DES TODES Verwendung. Tsegaye vermischt Zeichentrick mit Realfilm, zeigt abgenutztes Videomaterial, das man sonst oft in Found-Footage-Machwerken zu sehen bekommt und garniert das kurzweilige Trash-Gebräu mit Sex, Blut und Rock ’n‘ Roll. Dank abwechslungsreicher Kameraperspektiven, chaotischen Schnitten und frechem Filmsong aus der Feder von STEFAN DITTRICH (der übrigens nicht mehr aus dem Ohr geht) bleibt CASTING des TODES länger im Gedächtnis, als manch andere Amateur-Katastrophe aus den Hinterhofgaragen von ITTENBACH, SCHNAAS & Co. Bleibt zu erwähnen, dass diesem Kurzfilm aufgrund professioneller Machart kaum noch Amateurstatus anhaftet. Umso erfreulicher, dass EZRA TSEGAYE die Idee seinen Splatter-Kurztrips ausbauen und auf die große Leinwand bringen möchte. Mit DER TEUFEL IN MIR wird das Casting des Grauens fortgesetzt – größer, blutiger, besser. Dank Crowdfunding und spendablen Geldgebern soll das Projekt mit mehr Budget, internationalen Schauspielern und natürlich MICAELA SCHÄFER für den weltweiten Filmmarkt umgesetzt werden. Ob sich bereits Hollywood die Remake-Rechte gesichert hat? Man darf spekulieren.
 
 
 


 
 
 

CASTING DES TODES – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Warum MICAELA SCHÄFER nach ihrem missratenen Auftritt in SEED 2 wieder vor die Linse darf? Ganz einfach, weil sie die neue (deutsche?) B-Movie-Ikone unserer Zeit ist. Zumindest behauptet das Produzent, Drehbuchautor und Regisseur EZRA TSEGAYE, der von der attraktiven aber auch provokanten Erscheinung der gebürtigen Leipzigerin so überzeugt gewesen ist, dass er sie für die Rolle einer naiven Castingteilnehmerin verpflichten lies. CASTING DES TODES lässt die 1980er und 90er wieder aufleben, denn die Trash-Komödie verbeugt sich mit makabren Humor und blutigen Momenten vor jenen Horror-Splatterfilme genannter Jahrzehnte. Für eine Amateur-Produktion ist Gebotenes beachtlich, denn der Low-Budget-Splatterulk hinterlässt einen guten Eindruck und schaut alles andere als billig aus. Gute Schauspieler (ja auch die Schäfer überzeugt), souveräne Inszenierung und ein Ohrwurm im Abspann garantieren 15 kurzweilige Minuten mit Appetit auf mehr. Trash-Fans sollten daher jetzt gut zuhören, denn CASTING DES TODES ist amüsant-trashiger Filmirrsinn mit hohem Fun-Faktor, der übrigens hier für kleines Geld gesehen werden kann, schließlich ist noch keine kaufbare Heimkinofassung auf physischem Medium erschienen.
 
 
 


 
 
 

CASTING DES TODES – Zensur

 
 
 
CASTING DES TODES (internationaler Titel CASTING OF DEATH) ist Splatter-Quatsch der ironischen Sorte. Die Gewaltmomente werden derart übertrieben dargestellt, dass der Kurzfilm problemlos eine FSK16 erhalten könnte.
 
 
 


 
 
 

CASTING DES TODES – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Botchco Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Staplerfahrer Klaus – Der erste Arbeitstag (2000)
 
Treevenge (2008)
 
Fist of Jesus (2012)
 

Filmkritik: „Turbo Kid“ (2015)

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TURBO KID

Story

 
 
 
Für die meisten von uns war 1997 das Jahr, in dem die Spice Girls Radio sowie Musiksender bevölkerten und auf erstaunlich robusten Mobiltelefonen Snake gespielt wurde. Für den jungen Comic-Fan, der nur als „The Kid“ (Munro Chambers) bekannt ist, besteht 1997 hauptsächlich aus Fahrradtouren durch eine Welt, die von nuklearem Krieg verwüstet wurde. Zusammen mit der merkwürdigen Apple (Laurence Leboeuf) und dem Cowboy Frederic (Aaron Jeffery) durchstreift er die Weiten der zerstörten Gegend auf der Suche nach Schrott, Spielzeugen, Waffen und anderem illustrem Gut. Der apokalyptische Alltag wird unterbrochen, als die Gruppe ihren Weg mit dem von Zeus (Michael Ironside) kreuzt, der als despotischer Herrscher Gladiatorenkämpfe veranstaltet und allerlei fiese Verbrechen begeht. Selbstverständlich muss Zeus gestoppt werden. Mit dem Superhelden-Kostüm, das das zukünftige „Turbo Kid“ in einem abgestürzten Flugzeug entdeckt, sollte das Duell sogar zu gewinnen sein.
 
 
 


 
 
 

TURBO KID – Kritik

 
 
 
Schon während des Vorspanns fliegt dem geneigten Zuschauer eine große Menge an Nostalgie entgegen. Mit einem stimmigen Soundtrack aus Synthesizer-Sounds und feinstem Power-Rock flitzt Turbo Kid auf seinem BMX durch die nukleare Wüste, so dass man sich sofort in die Popkultur der 80er und 90er Jahre zurückversetzt fühlt. Natürlich dürfen auch Referenzen an beliebte Filme der Ära (beispielsweise „Armee der Finsternis“) nicht fehlen. Abgerundet wird die spaßige Hommage an vergangene Zeiten mit dem Auftritt von Michael Ironside, der durch Auftritte in „Total Recall“ oder „Starship Troopers“ zu einem der denkwürdigsten Retro-Leinwandschurken avanciert ist. In der knallbunten Ausstattung des Films spiegelt sich der nostalgische Geist von „Turbo Kid“ ebenso gut wie in der passenden musikalischen Untermalung wieder.
 
 
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Angereichert wird der Ritt durch die 80er und 90er von einem Festival aus kreativem Splatter und Gore, das nicht zuletzt von Zeus Handlanger Skeletron verursacht wird. Wenn Turbo Kid mit seinem Turbo-Handschuh reihenweise Schurken zum Explodieren bringt und Heldin Apple mit ihrem Gnome-Stick (ein Waffe bestehend aus einem Stock und einem Gartenzwerg) Köpfe einschlägt, verdient sich „Turbo Kid“ herzhaftes Jubeln und lautes Gelächter. Bei einem solchem Spaß verlassen sich die Autoren des Films nicht nur auf Referenzen an vergangene Publikumshits, sondern liefern auch eigene Ideen, wie zum Beispiel das etwas andere Geheimnis, das Turbo Kids Gefährtin Apple verbirgt.
 
 
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Etwas ärgerlich ist die Tatsache, dass der Protagonist des Films zwischen den Nebencharakteren verblasst. Die exzentrisch-freundliche Apple, der Endzeit-Cowboy Frederic und natürlich der große Bösewicht Zeus sind allesamt interessanter und passen besser in das schräge Universum des Films als der eher dröge und langweilige Junge, der das Ziel der altmodischen Rache verfolgt.
 
 
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TURBO KID – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Blutiges und witziges Retro-Spektakel mit abgefahrenen Ideen und deftigen Schauwerten, die das Herz jedes Horrorfans schneller schlagen lassen. „Turbo Kid“ ist eine liebevolle Hommage an die Action- und Splatterfilme der B-Kategorie, von der die 80er und 90er so zahlreiche Beispiele hervorgebracht haben. Mit kreativen, handgemachten und vor allem lustigen Splattereffekten und einem stimmigen Soundtrack sorgt der etwas andere postapokalyptische Film für jede Menge kurzweiligen Spaß und ist gleichermaßen ein Tipp für Fans von Comics als auch Splatterfreunde.
 
 


 
 
 

TURBO KID – Zensur

 
 
 
Der Film punktet mit großzügigem Einsatz von Kunstblut, Prothesen und brutalen Spitzen. Zu jeder Zeit schwingt jedoch eine Menge Humor mit, so dass „Turbo Kid“ sogar von der FSK bereits für Sechsehnjährige freigegeben wurde. Alle Heimkino-Medien des Films sind ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

TURBO KID – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) LFG (KeepCase)

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(c) LFG (Mediabook Cover A – limitiert auf 3000 Stück)

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(c) LFG (Mediabook Cover B – limitiert auf 500 Stück)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Turbo Kid; Kanada / Neuseeland 2015

Genre: Komödie, Horror, Action, Science Fiction

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1, Deutsch Stereo 2.0

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 93 Min.

FSK: FSK 16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Amaray: Bildergalerie, Trailer | Mediabook: zusätzlich 20-seitiges Booklet mit Texten von Dr. Marcus Stiglegger, Making Of, Bonusfilm: „T is for Turbo“ (englisch), RKSS (Road Kill Superstars) Kurzfilme (englisch), RKSS Faketrailer

Release-Termin: Amaray: 13.11.2015 | Mediabook: 13.11.2015

 

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TURBO KID – Trailer

 
 


 
 

Timo Löhndorf

Mehr Kritiken von Timo gibt es auf dasnapalmduo.de zu lesen

Die Rechte aller Grafiken in dieser Review liegen bei Ledick Filmhandel

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Deathgasm (2015)
 
Army of Darkness – Armee der Finsternis (1992)
 
Bad Taste (1987)
 

Filmkritik: „Raining Blood“ (2014)

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RAINING BLOOD

(LIVE / RAIVU)

Story

 
 
 
Einige Auserwählte müssen in einem Todesmarathon um das Überleben geliebter Angehöriger laufen. So auch Pechvogel Naoto Tamura (YAMADA YUKI). Der wurde vor einiger Zeit von der Mutter vor die Tür gesetzt und versucht in Tokio allein seinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Als er ein seltsames Paket erhält und darin ein mysteriöses Buch findet, ändert sich sein bis dato chaotisches Leben auf tragische Weise.

 
 
 


 
 
 

RAINING BLOOD – Kritik

 
 
 
Abgedrehter Splatter-Quatsch, wie er wohl nur aus dem Land der untergehenden Sonne kommen kann. In Japan scheut man sich schon lange nicht mehr davor sinnfreie Horrorfilme zu drehen, die mit einer Mischung aus Blut, Humor und abgefahrenen Ideen vor allem Freunde trashiger Zelluloidware ansprechen sollen. Was dort jedoch treue Fans findet, wird in der westlichen Welt nicht immer wohlwollend angenommen, schließlich wirkt der sonderbare Humor in japanischen Splatter-Orgien für den westlichen Zuschauer meist ziemlich befremdlich. Plumpe Albereien und übertriebenes Overacting kommen auch in RAINING BLOOD zum Einsatz – ein Fun-Splatterer, der nun auch auf das deutsche Horrorpublikum losgelassen wird und das sogar ungeschnitten. Po-Liebhaber NOBORU IGUCHI steckt hinter dem Irrsinn. Der hat bereits mit seinem Trash-Nonsens ZOMBIE ASS sowie dem Furz-Beitrag in THE ABC’S OF DEATH der Welt mitteilen müssen, dass er eine ganz besondere Beziehung zu weiblichen Hinterteilen und deren Ausscheidungen pflegt. Auch in seiner neuen Regiearbeit frönt er jenem eigensinnigen Fetisch und bannt Kehrseiten leicht bekleideter Damen auf Film, die er in ein blutiges Szenario verfrachtet, um damit bevorzugt männlichen Zuschauer feuchte Träume bescheren zu können.
 
 
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RAINING BLOOD (Titel für den internationalen Filmmarkt: LIVE) ist die überdrehte Version des im vergangenen Jahr veröffentlichten THE HUMAN RACE. Darin müssen einige ausgewählte Menschen in einem Wettrennen um das Überleben vertrauter Menschen laufen. So auch Naoto, dessen Mutter von einer ominösen Organisation festgehalten wird und die Todesspritze erhalten soll, insofern der Sohnemann nicht als erster die Ziellinie erreicht. Doch das Rennen stellt die unfreiwilligen Teilnehmer vor große Herausforderungen. Nicht nur, dass sich Profikiller unter die Läufer geschlichen haben und ihre Mordwerkzeuge sprechen lassen; auch mit einigen Wettkampfverweigerern wird kurzer Prozess veranstaltet, so dass bald dutzende Leichen die Laufbahn pflastern. Ein Teilnehmer nach dem nächsten verliert auf blutige Weise sein Leben. Nur wer wird gewinnen und als erster die Zielgerade überqueren?
 
 
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Bereits nach Sichtung des Trailers dürfte schnell klar sein, dass man die in RAINING BLOOD gezeigten Absurditäten keinesfalls ernst nehmen sollte. Hier haben alle Schauspieler derart viel Freude richtig schlecht zu schauspielern, dass man den Beteiligten für den unfassbaren zusammengeflickten Schwachsinn gar nicht böse sein kann. Die comicgleiche Inszenierung nimmt sich stets selbst auf die Schippe und spart keinesfalls mit überzogenen Blutmomenten. Es werden Köpfe von Fitnessgeräten zerquetscht, Arme mit Kettensägen abgetrennt und nichtsahnende Besucher eines Einkaufszentrums im plötzlichen Schusshagel um die Ecke gebracht. An Gewalt mangelt es in RAINING BLOOD nicht, wenngleich die Effekte vorwiegend am Rechner entstanden sind und nicht gerade glaubhaft in Szene gesetzt werden. Dem Trash-Charme dieser nicht immer politisch korrekten Splatter-Parodie dürften die technisch unzureichenden Spezialeffekte jedoch keinen Abbruch tun, schließlich bekommen Freunde des schlechten Geschmacks immer noch genug schwachsinnige Momente und gehaltlose Dialoge vor die Linse, um darüber herzlich lachen zu können.
 
 
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Ist RAINING BLOOD denn nun eigentlich sehenswert? Wir meinen: nein. Es sei denn, man besitzt eine Schwäche für Filme, deren Drehbücher nach dem Verzehr von drei Kästen Bier zu Papier gebracht wurden. Durch übertriebenes Schauspiel beginnen die vielen und vor allem gesichtslosen Laufteilnehmer rasch zu nerven, werden aber immerhin nach bekanntem 10-Jägerlein-Prinzip ausradiert. Die Filmtode sind das Salz in der Suppe und geben dem Film seine Daseinberechtigung, schließlich hält sich RAINING BLOOD über Wasser, in dem er seine unwichtigen Figuren kreativ in den Filmhimmel jagt. Nach filmischem Blödsinn wie THE MACHINE GIRL oder ROBOGEISHA ergänzt NOBORU IGUCHI seine lange Liste haarsträubender Splatter-Orgien um einen weiteren Streifen, auf den wohl niemand außerhalb Japans gewartet hat. Da kann man nur von Glück reden, dass sich Rechteinhaber MAD DIMENSION dazu entschieden hat RAINING BLOOD für kleines Geld in den Handel zu bringen. Andere Label im deutschsprachigen Ausland hätten wohl auch hier keine Skrupel gehabt und diesen überflüssigen Schnellschuss im überteuerten Mediabook veröffentlicht. RAINING BLOOD ist Fast-Food-Gematsche ohne Logik und Verstand: anschauen, mit dem Kopf schütteln und wieder vergessen.
 
 
 


 
 
 

RAINING BLOOD – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Filmischer Splatter-Irrsinn fernab von Logik und Verstand. Dass so ein Film wie RAINING BLOOD nur aus dem fernen Japan kommen kann, verwundert nach Blödsinn wie ZOMBIE ASS oder THE MACHINE GIRL mittlerweile wohl niemanden mehr. Der japanische Regisseur NOBORU IGUCHI bleibt seiner Erfolgsformel treu und mixt haarsträubende Gewaltexzesse mit leicht bekleideten Frauen, die mit Kettensägen und scharfer Munition hirnlos durch einen Film sausen, in dem sich alles und jeder selbst auf die Schippe nimmt. Zu sehen gibt es kindische Witzeleien, peinliche Dialoge, schlecht animierte Spezialeffekte und permanentes Gealbere, für das man allein schon Nerven wie Drahtseile mitbringen sollte. RAINING BLOOD ist Horror-Quatsch jenseits des guten Geschmacks. Freunde mit einer Vorliebe sinnbefreiter Trash-Movies kommen da natürlich auf ihre Kosten. Ob eine derart überzogene Inszenierung vom Autor Yûsuke Yamada jemals gewollt gewesen ist, dürfte fraglich sein. Der hat nämlich bereits 2005 jenes Buch geschrieben, auf dem der Film basiert und dürfte nach Erstsichtung der Romanumsetzung reichlich enttäuscht gewesen sein. Wer RAINING BLOOD gesehen hat, wird auch verstehen warum.
 
 
 


 
 
 

RAINING BLOOD – Zensur

 
 
 
Wie es sich für einen Splatterfilm gehört gibt es allerhand Gewaltmomente zu sehen. Die Todesarten werden aber derart übertrieben, teils schon humoristisch dargestellt, dass die FSK RAINING BLOOD ungeschnitten mit FSK16 freigegeben hat. Weil auf der Veröffentlichung einige „böse“ Trailer zu sehen sind, befindet sich auf der Heimkinoveröffentlichung der rote 18er-Flatschen.
 
 
 


 
 
 

RAINING BLOOD – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Mad Dimension

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Raivu; Japan 2014

Genre: Horror, Komödie

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Japanisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 101 Min.

FSK: Film: FSK 16 / Blu-ray jedoch aufgrund der Extras: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Schwarze KeepCase mit Wendecover

Extras: Trailer zum Film, Trailershow

Release-Termin: 24.04.2015

 

Raining Blood [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

RAINING BLOOD – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

Die Rechte aller für die Review verwendeten Bilder liegen bei MAD DIMENSION

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Human Race (2013)
 
Battle Royale (2000)
 
Running Man (1987)