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Beiträge mit Schlagwort “Spukfilm 2015

Filmkritik: „Farhope Tower“ (2015)

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FARHOPE TOWER

Story

 
 
 

Wo sind THE REAL GHOSTBUSTERS, wenn man sie braucht. Ein TV-Team erkundet ein geschlossenes Hochhaus mit schrecklicher Vergangenheit und sitzt bald in der Falle, weil das Gebäude ein mysteriöses Eigenleben führt.

 
 
 


 
 
 

FARHOPE TOWER – Kritik

 
 
 
Gruselfilme sind auch nicht mehr das, was sie mal waren. Was früher schlaflose Nächte bereitet hat, verursacht immer häufiger das Gegenteil. So sind Filme mit Spukhäusern und Geisterwesen mittlerweile zu echten Spannungskillern verkommen, weil sie nur selten neue Geschichten erzählen und sich deshalb kaum noch voneinander unterscheiden. Was geht eigentlich in Köpfen von Filmemachern vor, die am Fließband drehen, was eigentlich niemand mehr sehen will? Eine Frage, die wohl auch nicht Regisseurin APRIL MULLEN beantworten kann. Die macht nämlich genau das, was allmählich den Spaß am unheimlichen Genre nimmt und hat mit FARHOPE TOWER austauschbaren Unsinn fabriziert, der gemeingefährlich Lebenszeit raubt. Dabei ist Mullen kein unbeschriebenes Blatt vor und hinter der Kamera. Die attraktive Brünette hat schon bei unwichtigen Low-Budget-Streifen und bekannten TV-Serien Regie geführt. Aber auch als Schauspielerin ist das Multitalent gern mal unterwegs. So hat APRIL MULLEN in FARHOPE TOWER nicht nur das Regiezepter übernommen. Im Film ist sie zudem als kreischende Heldin zu sehen, die sich gegen unsichtbare Kräfte zur Wehr setzen muss. Vor der Kamera ist sie definitiv besser aufgehoben.
 
 
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Another Geisterfilm, der mit bekanntem Muster irgendwie vergebens versucht, das Interesse des Zuschauers für sich zu gewinnen. Diesmal wagen sich einige Hobbygeisterjäger in ein leeres Hochhaus, in dem es nicht mit rechten Dingen zugehen soll. Der Mehrstöcker ist seit Jahren geschlossen und das nicht ohne Grund. Darin sollen sich schreckliche Selbstmorde ereignet haben, die sich niemand erklären kann. Für ein Filmteam ein gefundenes Fressen. Das erkundet regelmäßig Spukorte mit der Kamera und stellt gedrehtes Filmmaterial ins Internet. Als plötzlich ein großer TV-Deal zustande kommen soll, sind die Geisterexperten Feuer und Flamme. Trotz Skepsis begibt man sich in das schaurige Gebäude und nimmt für Erfolg sogar Risiken in Kauf. Eine lebensgefährliche Entscheidung, wie sich bald herausstellen wird. Das Hochhaus führt nämlich ein mysteriöses Eigenleben und bringt die Crew gegeneinander auf. Die gehen sich bald selbst an die Gurgel und radieren sich gegenseitig aus. Offenbar sind zwar alle im Filmteam leidenschaftliche Geisterjäger, haben aber vermutlich noch nie einen Spukfilm gesehen. Hätten sie ihre Hausaufgaben mit Verstand gelöst, wüssten sie vermutlich, dass man Häuser mit schockierender Vergangenheit besser nicht betritt. Leider kommt die Lehre im Falle von FARHOPE TOWER zu spät. Bald fließt Blut und man versucht zu überleben. Doch das Haus ist nicht dumm. Einmal drinnen, kommt man nicht mehr nach draußen. HAUNTED HILL lässt grüßen.
 
 
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Nicht Neues aus der Geisterbahn. Auch FARHOPE TOWER erfindet das Rad nicht neu. Der Film folgt gleichem Ablauf wie die meisten Streifen der Gattung Spuk- und Geisterfilm. Abermals verirren sich wenig intelligente Protagonisten in ein Spukhaus und bekommen es dort mit bösen Mächten zu tun. Dabei kommt die austauschbare Handlung dem Spannungsaufbau in die Quere. Letzterer gerät wegen Vorhersehbarkeiten nur sehr schleppend in Gang, weil FARHOPE TOWER so überraschungsarm dem Ziel entgegenfiebert, dass man schnell das Interesse am Fortgang der Handlung verliert. Der Grund ist im inflationären Filmmarkt zu suchen. Dort wurden in letzter Zeit so viele Spuk- und Geisterfilme nach Schema F gedreht, weshalb sie mittlerweile kaum noch Gänsehaut bereiten. FARHOPE TOWER hat weder eigene Ideen, noch nennenswerte Höhepunkte. Das macht den Film nicht nur beliebig, sondern auch unbeschreiblich langweilig. Deshalb empfehlen wir diesen Gruselausflug nur denen, die auch wirklich jeden Gruselflop sehen müssen, um mitreden zu können. Der Rest wartet besser auf neues Gruselfutter aus der Werkstatt von JAMES WAN. Genannter Regisseur beweist seit Jahren ein talentiertes Händchen fürs Angsmachen und zeichnet für Kinohits wie CONJURING oder INSIDIOUS verantwortlich. Davon ist FARHOPE TOWER Lichtjahre entfernt.
 
 


 
 
 

FARHOPE TOWER – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Für Fans, die vom Grusel-Genre nicht genug bekommen können. Unheimliches Flüstern, etwas Gewalt, schaurige Flashbacks und Türen, die sich wie von Geisterhand öffnen. FARHOPE TOWER hakt all das lustlos ab, was eigentlich zum Standard eines jeden Geisterfilms gehört. Das ist auch schon das eigentliche Problem dieses Gruselstreifens, der versucht Spannung nach bekannter Mixtur aufzubauen. FARHOPE TOWER schaut gut aus und hat auch halbwegs begabte Schauspieler in petto. Trotzdem will keine Spannung entstehen. Offenbar ist man in Zeiten des Horror-Überflusses schlichtweg satt von Geisterfilmen nach Schema F. Gesucht werden originelle und gute Ideen. Mit Gruselgeschichten und Schockmomenten von der Stange gewinnt man heute leider keinen Blumentopf mehr. Selbst unerfahrene Neulinge dürften mit FARHOPE TOWER deshalb nicht so recht warm werden. Der Grund: Alles so ähnlich schon mal gesehen – und oftmals sogar besser.
 
 
 


 
 
 

FARHOPE TOWER – Zensur

 
 
 
FARHOPE TOWER hat kaum Schauwerte zu bieten. Der Film wird mit einem recht kaltblütigen Mord eingeläutet. Danach wird hinsichtlich Gewalt zurückgefahren. Ein Knochenbruch hier, ein Stick in einen Hals dort. Das Gezeigte befindet sich auf FSK16-Niveau.
 
 
 


 
 
 

FARHOPE TOWER – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Grave Encounters (2011)
 
Grave Encounters 2 (2012)
 
The Entity (2015)
 
Zellblock 11 (2014)
 
Hollows Grove (2014)
 

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Filmkritik: „The Unspoken“ (2015)

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THE UNSPOKEN

Story

 
 
 
Eine alleinerziehende Mutter zieht mit ihrem Sohn in ein unheimliches Haus, in dem viele Jahre zuvor eine Familie aus unerklärlichen Gründen verschwand. Kaum eingezogen, passieren – wer hätte das gedacht – wieder merkwürdige Dinge.

 
 
 


 
 
 

THE UNSPOKEN – Kritik

 
 
 
Nicht alle Kinderstars können sich auch als Erwachsene im Filmbusiness behaupten. Viele der kleinen Promis geben für den frühen Ruhm viel auf – vor allem ihre Kindheit. Demzufolge ist es heute keine Seltenheit mehr, dass viele von ihnen vom rechten Weg abkommen und im Alkohol- oder Drogensumpf landen. Seit es Filme gibt und seit darin Kinder zu sehen sind, haben sich so drei Arten von Kinderstars herauskristallisiert. Da gibt es die, von denen man nie wieder etwas hört, die von denen man nur durch Skandale in den Medien erfährt und die, die auch im Erwachsenenalter erfolgreich in Filmen vertreten sind. Zu letzterer Kategorie gehört JODELLE FERLAND. Die war als Kind in so einigen Horrorfilmen zu sehen und dürfte vielen Genrefans noch durch Rollen in SILENT HILL, SEED und FALL 39 in Erinnerung geblieben sein. Mittlerweile ist das bleiche Gör von damals zu einer attraktiven Schauspielerin herangewachsen, die sich nicht minder erfolgreich durchs Kino und Fernsehen arbeitet. Offensichtlich scheint die kanadische Schauspielerin eine Leidenschaft fürs Phantastische zu haben. Nach Auftritten im Quotenhit SUPERNATURAL, THE TALL MAN oder CABIN IN THE WOODS ist die Mittzwanzigerin erneut in einem Genrefilm zu sehen. Leider ist es diesmal kein herausragender, sondern eher phantasieloser Gruselschauer nach üblichem Muster.
 
 
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Die alleinerziehende Mutter Jeanie (PASCALE HUTTON) und ihr neunjähriger Sohn Adrian (SUNNY SULJIC) ziehen in ein Haus, von dem die Bewohner eines kleinen Städtchens berichten, dass es darin nicht mit rechten Dingen zugeht. Die kleine Familie versucht nach dem plötzlichen Tod des Vaters wieder zurück ins Leben zu finden und wagt mit dem Wohnortwechsel einen Neuanfang. Da kommt der Umzug ins Gruselheim gerade recht, zumal es in idyllischer Lage liegt und wenig gekostet hat. Leider traut sich hier niemand hin, weshalb die Suche nach einem Kindermädchen zum großen Problem wird. Adrian ist nach dem tragischen Tod des Familienoberhaupts verstummt und braucht Betreuung. Da fällt der jungen Mutter ein Stein vom Herzen, als sich die zurückhaltende aber gut erzogene Angela (JODELLA FERLAND) zur Verfügung stellt. Die braucht das Geld und begibt sich in die Höhle des Löwen. Doch weil THE UNSPOKEN nun mal ein Spukfilm ist, dauert es nicht lang, bis der Budenzauber losgeht. Gegenstände verschieben sich wie von Geisterhand und unheimliche Visionen machen der Teenagerin zu schaffen. Doch das unerschrockene Mädchen lässt sich nicht einschüchtern. Sie stellt sich ihren Ängsten und stößt auf ein düsteres Geheimnis.
 
 
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Und noch ein weiterer Spukstreifen unter mittlerweile doch so vielen. THE UNSPOKEN ist Gruselunterhaltung von der Stange mit bekannten Gesichtern (darunter LOCHLYN MUNRO aus SCARY MOVIE oder FREDDY VS. JASON) und technisch versierter Machart. Leider ist das aber auch schon das einzige, was hervorzuheben wäre, um THE UNSPOKEN beim Zuschauer interessant machen zu können. Der Rest ist wie gehabt. Das bedeutet: zu viele Klischees, permanente Vorhersehbarkeit und unüberwindbare Müdigkeitserscheinungen. Von der plötzlich durchs Bild springenden Katze bis hin zu permanent zuschlagenden Türen ist alles dabei, was man in mehr oder weniger schlechten Spuk- und Geisterfilmen zu sehen bekommt. Dazwischen wird die Geschichte einer unsicheren Teenagerin erzählt, die sich aufgrund ihrer sexuellen Orientierung mit garstigen Schikanen homophober Landeier konfrontiert sieht und den Spuk-Erscheinungen den Kampf ansagt. Dank der hervorragenden Leistungen von JODELLE FERLAND ist der wenig kreative Spukfilm immerhin halbwegs erträglich. Sie ist gleichzeitig Identifikationsfigur fürs Publikum und gewinnt den Zuschauer wegen der CARRIE-gleichen Warmherzigkeit schnell für sich. Dennoch schwächelt die bekannte Geschichte aufgrund ihrer Ideenarmut und der Unglaubwürdigkeit. Protagonisten handeln wenig nachvollziehbar und ein nicht minder hanebüchener Filmtwist klärt auf, dass THE UNSPOKEN eigentlich gar kein Spukstreifen ist. Hier hat wohl ein findiger Drehbuchautor (SHELDON WILSON) gedacht, besonders einfallsreich sein zu müssen. Der versucht mit haarsträubender Wendung in die gleichen Fußstapfen zu treten, wie so jeder Gruselfilm seit THE SIXTH SENSE. Mit dieser Masche macht das Gruseln eindeutig keinen Spaß mehr. Trotzdem wird das viele Filmemacher nicht davon abhalten, weiteren Spuk- und Geister-Trash nach Schema F zu drehen und dem Zuschauer so Zeit zu rauben.
 
 
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THE UNSPOKEN – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Seelenloser und ideenarmer Gruselstreifen mit unerwarteter Wendung. Der Kanadier SHELDON WILSON hat hier geschrieben und gedreht. Auf seinem Mist ist das hanebüchene und löchrige Drehbuch gewachsen, das erst in den letzten Minuten zur Hochform aufläuft und den Zuschauer mit einer haarsträubenden Auflösung vor den Kopf stößt. THE UNSPOKEN ist kein sonderlich erwähnenswerter Gruselbeitrag. Im Vergleich zu dem, was der Filmemacher aber bisher verbrochen hat (darunter viel TV-Trash wie SCARECROW – DAS GRAUEN STIRBT NIE) ist dieser Film eine regelrechte Offenbarung. Trotzdem sollte man sich nicht vom stimmungsvollen Filmplakat blenden lassen. Auch wenn das Grusel und Gänsehaut vermuten lässt, wurmt in diesem wenig ambitionierten Horrorfilm so einiges. Dazu wird zu oft bei anderen Filmen kopiert. Das gelangweilte Abhaken von Gruselklischees nervt ohnehin sehr schnell. Schade um die guten Leistungen von JODELLE FERLAND. Die verkauft sich hier unter Wert. Hoffentlich hat sie wenigstens gute Bezahlung erhalten.
 
 
 


 
 
 

THE UNSPOKEN – Zensur

 
 
 
Einem Mann wird der Unterkiefer abgerissen. Ein anderer fällt in Nägel, die aus dem Fußboden herausragen. Zudem verbrüht sich ein Protagonist in einer Wanne mit heißem Wasser und Einschüsse gibt es auch zu sehen. THE UNSPOKEN ist ein sicherer FSK16-Kandidat.
 
 
 


 
 
 

THE UNSPOKEN – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Das Haus der Dämonen 2 (2013)
 
The Remains – Evil Comes to Play (2016)
 
Amityville Horror – Eine wahre Geschichte (2005)
 


Filmkritik: „Backtrack“ (2015)

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BACKTRACK – TOTE VERGESSEN NICHT

Story

 
 
 

Der Psychologe Peter (ADRIAN BRODY aus SPLICE, GIALLO und WRECKED) sieht plötzlich tote Menschen und begibt sich auf eine Reise voller Rätsel und Geheimnisse, die ihn zurück in den Heimatort führt, wo er mit seiner tragischen Vergangenheit konfrontiert wird.

 
 
 


 
 
 

BACKTRACK – Kritik

 
 
 
Es ist schön, dass es sie doch noch gibt: Geisterfilme, die auch das halten, was man von ihnen erwartet. Seit der Videomarkt boomt und sich nahezu jeder Niemand darin versucht, mit möglichst wenigen Budget und einfältigen Schreckmomenten rasch Geld zu verdienen, hat das Spuk- und Geistergenre einen großen Teil seiner schaurigen Faszination verloren. Regisseur MICHAEL PETRONI versucht dagegen anzukämpfen und besinnt sich auf traditionelle Spukwerte zurück. Der hat bereits im Horrorbereich Erfahrung sammeln können und Drehbücher zu Filmen wie THE RITE oder KÖNIGIN DER VERDAMMTEN beigesteuert. Mit BACKTRACK – TOTE VERGESSEN NICHT nahm er sich die Freiheit, auch mal ein eigenes Schauskript selbst zu verfilmen und landet damit gleich einen Glückstreffer. Ihm gelingt das Meisterstück eine packende Geschichte herrlich schaurig zu erzählen, die von Anfang bis Ende konstant spannend bleibt. Freunde klassischer Spuksteifen sollten demnach gut zuhören, denn BACKTRACK beendet die Durststrecke nach sehenswerten Gruselfilmen. Das war auch bitter nötig.
 
 
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Bereits auf dem FANTASY FILMFEST 2015 konnten sich Besucher von der herausragenden Qualität des wendungsreichen Gruselstücks überzeugen. Das ist mit Oscar-Preisträger ADRIAN BRODY sowie SAM NEILL prominent besetzt und erzählt die Geschichte vom Psychologen Peter, der plötzlich Geister sieht und Gewissensbisse bekommt. Der tragische Tod der kleinen Tochter hat den gestandenen Mann aus der Bahn gerissen. Für den gibt er sich selbst die Schuld, weil er nur eine Minute unachtsam war. Eines Tages taucht in seiner Praxis ein kleines Mädchen auf, das mit ihrem seltsamen Verhalten Fragen aufwirft. Nach einigen Recherchen steht fest: die minderjährige Besucherin ist seit Jahren tot – genauso wie die übrigen Patienten, die sich seit Wochen den Kummer in der Praxis von der Seele reden. Selbstverständlich sind die Geistererscheinungen nicht grundlos. Die wollen dem von Sorgen zerfressenen Psychologen etwas mitteilen. Erfahrene Zuschauer wissen natürlich, dass sich dahinter meist ein schreckliches Schicksal verbirgt, das mit dem Filmheld in Verbindung steht.
 
 
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BACKTRACK besitzt alles, was man von hochwertigem Horrorkino erwartet. Ob unwohlig musikalischer Untermalung, virtuose Kameraführung oder wirkungsvolle Schreckmomente – die Symbiose aus Mysterythriller, Geisterfilm und Verlustdrama hat einiges zu bieten, nach dem sich Hobby-Geisterjäger zu Hause seit Jahren sehnen. Die finstere und atmosphärische Kopie von THE SIXTH SENSE ködert den Zuschauer mit stets kleinen Häppchen und verrät nie zu viel über eine Geschichte, die mit genug Twisten aufwartet, damit Spannungsschrauben konstant fester gedreht werden können. Erst nach und nach werden Details über die Hintergrundgeschichte preisgegeben, die mancherorts zwar etwas konstruiert erscheint, was aber dem Spannungsbogen keinen Abbruch tut. Mehr über die intelligent geschriebene Geschichte zu verraten wäre gemein. BACKTRACK entfaltet seinen gesamten Schrecken am besten, wenn man so wenig wie möglich über den Film weiß. Deshalb: Vorhänge zuziehen, Licht ausschalten und Heimkinoanlage auf Maximum drehen. Ein Gruselfest der Extraklasse ist somit garantiert.
 
 
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BACKTRACK – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Ein finsteres und sehr atmosphärisches Geisterdrama, das mancherorts THE SIXTH SENSE oder STIR OF ECHOES in Erinnerung ruft. Klassische Gruselware wird mit BACKTRACK – TOTE VERGESSEN NICHT geboten, die nicht ungesehen bleiben sollte. Ganz im Gegenteil. Der mit ADRIAN BRODY besetzte Geisterfilm ist ein Referenztitel und sorgt mit schauriger Stimmung und fiesen Jump Scares für reichlich Gänsehaut. Die Quintessenz dieses unheimlichen und packenden Genrefilms ist jedoch die clever geschriebene Geschichte. Die fesselt bis zum erlösenden Ende und hat einige Überraschungen zu bieten. Ganz nebenbei glänzt Brody mit beeindruckender Schauspielleistung. Der verkörpert in BACKTRACK eine zermürbte Figur, die an dem tragischen Tod der Tochter zu zerbrechen droht. Seine gekonnte Darbietung eines gequälten Mannes hinterlässt Eindruck und bestätigt noch einmal, warum der Schauspieler vor einigen Jahren mit einem Oscar (für DER PIANIST) ausgezeichnet wurde. BACKTRACK ist großartig inszenierter Geisterspuk, der niemanden kalt lässt. Unbedingt sehenswert.
 
 
 


 
 
 

BACKTRACK – Zensur

 
 
 
Gewalt spielt in BACKTRACK – TOTE VERGESSEN NICHT keine Rolle. Eigentlich bekommt der Zuschauer hier keine bösen Szenen zu sehen. Der Film verursacht Gänsehaut auf subtile Weise. Wegen ein paar Schocks und Schreckmomente sowie der düster gehaltenen Stimmung des Films hat es in Deutschland für BACKTRACK eine FSK16 gegeben.
 
 
 


 
 
 

BACKTRACK – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) EUROVIDEO MEDIEN (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Backtrack; Australien 2015

Genre: Horror, Thriller, Mystery

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 2.40:1 | @24 Hz (1080p)

Laufzeit: ca. 90 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailershow, Originaltrailer

Release-Termin: 10.11.2016

 

Backtrack – Tote vergessen nicht [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

BACKTRACK – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken & Packshot liegen bei EUROVIDEO MEDIEN)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Echoes – Stimmen aus der Zwischenwelt (1999)

Schatten der Wahrheit (2000)

Echoes (2014)

Jessabelle (2014)

The Gift – Die dunkle Gabe (2000)


Filmkritik: „The House on Pine Street“ (2015)

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THE HOUSE ON PINE STREET

Story

 
 
 

Jennifer Branagan ist im siebten Monat schwanger und erlebt den Horror ihres Lebens. Im neuen Haus passieren unheimliche Dinge, die die werdende Mutter in den Wahnsinn treiben.

 
 
 


 
 
 

THE HOUSE ON PINE STREET – Kritik

 
 
 
Es wird wieder ruhiger im Horrorkino, denn nach dem Comeback brutaler Folterstreifen, grausamer Rachefilme und blutiger Schlachtwerke geht der Trend zum minimalistischen Horror über, der mit einfachen Mitteln möglichst viel Unbehagen bescheren soll. Das ist zuletzt mit dem außergewöhnlichen IT FOLLOWS und dem psychologischen THE BABADOOK gelungen. Letzterer wurde in Deutschland unglücklich vermarktet und lies enttäuschte Kinogänger zurück. Die hatten sich vom australischen Indie-Export schauriges Filmvergnügen versprochen, bekamen aber Psychoware vorgesetzt, die mit Horror nur wenig am Hut hatte. Trotz (berechtigter) Kritik avancierte der Psychothriller zum Geheimtipp – wohl auch deswegen, weil er bereits im Vorfeld viel Lob auf Festivals erhielt, zahlreiche Preise abräumte und so Horrorfans neugierig machen konnte. Positives Feedback und reichlich Gold gab es auch für den folgenden Film. Der schimpft sich THE HOUSE ON PINE STREET, kommt aus Amerika und wurde von zwei Brüdern gedreht, die bereits 2009 Horror in Eigenregie geschrieben, gedreht und produziert haben. Mit ihrem zweiten Spielfilm wurde subtiler Horror der zurückhaltenden Art fabriziert, der ähnlich wie genannter THE BABADOOK eher psychologisches Grauen zum Thema macht.
 
 
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THE HOUSE ON PINE STREET handelt vom psychischen Abstieg der Jennifer Branagan (vielschichtig verkörpert von EMILY GOSS), die im Verlauf des Films an ihrem Verstand zweifelt, weil seltsame Dinge passieren. Sie zieht mit ihrem Mann (TAYLOR BOTTLES) weg von Chicago in ein Haus zurück in den Ort ihrer Kindheit, wo die Geburt des Nachwuchses freudig herbeigesehnt wird. Doch die Freude am neuen Leben währt nicht lang, denn im neuen Heim geht’s nicht mit rechten Dingen zu. Die Kammer im Schlafzimmer steht immer offen und Gegenstände bewegen sich wie von Geisterhand. Ohne Frage, hier spukt’s – doch leider will der jungen Frau niemand Glauben schenken. Als die Leidgeplagte von einer unsichtbaren Kraft attackiert wird und ihr niemand helfen möchte, reicht’s. Die werdende Mutter will zurück nach Chicago. Doch da passiert das Unfassbare.
 
 
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Von strengen Müttern, beschäftigten Ehemännern und psychisch labilen Hausfrauen. THE HOUSE ON PINE STREET ist metaphernreiches und intelligentes Indie-Kino, das einmal mehr beweist, dass man für guten Horror nicht viel benötigt. So sind es oftmals kleine Geschichten fernab vom Mainstream, die den Zuschauer gebannt vor der Glotze verharren lassen. Statt plakativ zu Erschrecken und möglichst viel Schauer auf Zelluloid zu bannen, gehen es die Macher AARON und AUSTIN KEETING unkonventionell an. Sie nutzen Spuk nur als Vorwand, um eine tragische Geschichte über Isolation, Einsamkeit und ihre Folgen zu erzählen. Hauptfigur Jennifer wird im Film von einer unheimlichen Präsenz verfolgt. Deren Attacken scheinen mit fortlaufendem Schwangerschaftstress immer aggressiver zu werden. Leider zweifelt bald die Familie, ob die junge Frau noch klar bei Verstand ist. Das ist auch kein Wunder, denn weder Freunde noch Besucher können Geistererscheinungen wahrnehmen. Bald führt Verzweiflung zu Wutausbrüchen und Unzufriedenheit. Zorn wird freigesetzt. Der hat lang im Unterbewusstsein einer Frau geschlummert, die sich immer versucht hat unterzuordnen.
 
 
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AARON und AUSTIN KEETING überzeugen mit cleverem Verwirrspiel. Sie locken in THE HOUSE ON PINE STREET auf falsche Fährten und manipulieren souverän. Lang bleibt nämlich unklar, ob die Brüder hier einen Geisterfilm oder Psychothriller gedreht haben. So ahnungslos wie die Filmheldin bleibt auch der Zuschauer, der quasi auf Augenhöhe mit der Hauptfigur ein erschütterndes Martyrium durchlebt, bei dem lang undurchsichtig bleibt, ob die leidgeplagte Jennifer wirklich Geister sieht oder der Spuk nur Folge traumatisierender Erlebnisse ist. Letztendlich ist auch im Falle von THE HOUSE ON PINE STREET die Bezeichnung „Geheimtipp“ gerechtfertigt. Was hier mit wenig Budget und hervorragenden Schauspielern auf die Beine gestellt wurde, ist beachtlich. THE HOUSE ON PINE STREET bleibt gerade wegen der zurückhaltenden und minimalistischen Machart bis zum Ende spannend und pendelt mit nahezu unbeschwerter Leichtigkeit zwischen Genres. Wer gern im Horrorfilm miträtselt, sollte gut aufpassen, denn so einfach ist THE HOUSE ON PINE STREET nicht zu knacken.
 
 
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THE HOUSE ON PINE STREET – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Grandioser Geheimtipp für Liebhaber subtiler Schauer. THE HOUSE ON PINE STREET schwimmt auf gleicher Welle, wie THE BABADOOK und verwirrt den Zuschauer durch falsche Fährten. Spukt es im Film wirklich oder haben sich Geistererscheinungen nur im Kopf einer verzweifelten Frau manifestiert? Die Brüder AARON und AUSTIN KEETING gruseln unkonventionell und machen alles richtig. So richtet sich THE HOUSE ON PINE STREET an jenes Publikum, das auch im Horrorfilm nach Anspruch sucht. Das bekommt hier ein cleveres Drehbuch vorgesetzt, das sich viel Zeit für die Entwicklung der Filmheldin nimmt. Hinzukommt, dass alle Rollen mit unverbrauchten Gesichtern besetzt wurden, die zur Abwechslung auch mal was können. Wer viele Indie-Horrorfilme neueren Datum gesehen hat, dürfte wissen, dass talentierte Schauspielern oft Mangelware sind. Wir meinen: Zu Recht auf Filmfestivals gehypter Gruselstreifen – Unbedingt sehenswert.
 
 


 
 
 

THE HOUSE ON PINE STREET – Zensur

 
 
 
THE HOUSE ON PINE STREET ist subtiler Psycho-Horror, der keine Gewalt zeigt. Die reduziert sich auf einen Fenstersturz. Ansonsten gibt es einige verstörende Spukmomente zu sehen, die dem Streifen einen FSK16 einbringen dürften.
 
 
 


 
 
 

THE HOUSE ON PINE STREET – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 

Dark Circles (2013)

The Babadook (2014)

Rosemaries Baby (1968)

Delivery: The Beast Within (2013)


Filmkritik: „The Abandoned“ (2015)

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THE ABANDONED

(THE CONFINES)

Story

 
 
 
Eine junge Mutter erlebt den Horror ihres Lebens. Im neuen Job geht es nämlich nicht mit rechten Dingen zu. Als Wachfrau entdeckt sie im Keller eines unbewohnten Luxus-Gebäudes Unheimliches von dem der Arbeitgeber nichts erzählt hat.

 
 
 


 
 
 

THE ABANDONED – Kritik

 
 
 
Wer heutzutage mit einem Horrorfilm Erfolg verbuchen möchte, braucht nicht viel. So sind neben Blut und Gewalt vor allem Schreckmomente das Salz in der Suppe, von denen der Film THE ABANDONED jede Menge zu bieten hat. Ein Sammelsurium unerwarteter Schocks bildet hier das Fundament für 90 Minuten Unbehagen, die schreckhaften Gemütern einiges abverlangen. Die sollten Vorsicht walten lassen, denn laute Jump-Scares sorgen für schnellen Herzschlag – Besitzer von Heimkinoanlagen wird’s freuen. Regienewcomer EYTAN ROCKAWAY probiert sich im Angstmachen aus und versucht es auf dem subtilen Wege. Statt Mord- und Totschlag steht Spuk im Mittelpunkt, der sich in einem verlassenen Luxus-Apartment-Gebäude abspielt und durch die Unachtsamkeit von Filmfigur Streak (gespielt von LOUISA KRAUSE) ausgelöst wird.
 
 
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Die hat psychische Probleme und bekommt Schwierigkeiten mit dem Staat, weil der ihr das Sorgerecht für die kleine Tochter wegnehmen möchte. Um zu zeigen, dass in der von Sorgen geplagten Frau eine verantwortungsvolle Mutter steckt, nimmt sie eine letzte Chance wahr und sucht sich einen Job. Der ist schnell gefunden und führt zu einem 30-stöckigen Gebäudeblock, der seit Jahren leersteht. Dort soll sie als Wachfrau für Ordnung sorgen, damit sich Landstreicher, Junkies und Möchtegern-Hausbesetzer nicht ungefragt Zutritt verschaffen. Doch die einfache Arbeit wird zur Herausforderung, denn irgendwas Unheimliches geht im Keller des Hauses vor. Während ihrer regelmäßigen Kontrollgänge klopft es plötzlich hinter jahrelang verschlossenen Türen. Kollege und Griesgram Cooper (JASON PATRIC) beobachtet mittels Überwachungskameras, kann aber nichts Mysteriöses finden. Leider entbrennt in Filmfigur Streak die Neugier. Sie öffnet die verrostete Tür in den Katakomben des Gebäudes und befreit unwissend Geschöpfe, die jahrelang dahinter ihr Dasein fristen mussten.
 
 
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Gruselige Flure, endlose Korridore und dunkle Gänge – THE ABANDONED macht es auf klassischem Wege und beschert Gruselatmosphäre durch versiertes Zusammenspiel von Licht, Schatten und beunruhigenden Geräuschen. Statt plakative Gewalt zu zeigen, will der Streifen Angst durch altmodisches Handwerk bescheren und lässt Heldin Streak geduldig schlecht ausgeleuchtete Räume und finstere Katakomben erkunden, in denen der Zuschauer Schauriges vermutet. Leider gelingt es Regisseur-Neuling EYTAN ROCKAWAY nicht lang, des Pudels Kern geheim zu halten, denn das Mysterium jenen Gemäuers wird zu früh in Form deformierter Kindergeister auf die Leinwand gebracht, die nur eins wollen: spielen. Immerhin befindet sich der Gruselfaktor auf konstant hohem Niveau, denn der Macher beweist ein talentiertes Händchen für unwohlige Stimmung, perfektes Schock-Timing und klaustrophobische Atmosphäre. Wie wichtig Letztere für einen Horrorfilm ist, bewies bereits der kürzlich besprochene LAST SHIFT, in dem – ähnlich wie in THE ABANDONED – die Filmheldin durch ein menschenleeres Gebäude gejagt und mit bösen Mächten konfrontiert wird. Zwar ist die Auflösung in THE ABANDONED thematisch ein ganz anderer Schuh; trotzdem unterscheiden sich die beiden Filmen von der Machart nicht unwesentlich voneinander – außer vielleicht beim Blutgehalt.
 
 
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Regisseur EYTAN ROCKAWAY hält sich an Regeln gängigen Geisterkinos und macht das ganz gut. So wird munter erschreckt, damit die Spannung gehalten und des Zuschauers Nerven gekitzelt werden können. Seltsame Ereignisse werden mittels Überwachungskameras (etwas Found-Footage muss in Geisterfilmen immer sein!) zutage gebracht, die im gesamten Gebäude platziert wurden und Paranormales aufzeichnen. Dem geht die Filmheldin auf den Grund und lüftet ein Geheimnis, das – wie könnte es auch anders sein – durch klischeehaftes Finale inklusive Überraschungstwist an das Publikum gebracht werden muss. Leider wirkt die Auflösung des Spuks aufgesetzt, weil THE ABANDONED aufgrund zu weit hergeholter Erklärungsversuche auf Zwang in eine andere Schublade gepresst werden soll. So wird aus dem mysteriösen Geister-Thriller plötzlich ein metapherreiches Drama mit deprimierendem Ausgang, das all die zuvor protokollierten Geschehnisse in einem ganz anderen Licht erscheinen lässt. Eine verwirrende Angelegenheit für den Zuschauer und ein missratener Abschluss dazu. Trotzdem gehört THE ABANDONED (der übrigens anfangs THE CONFINES heißen sollte) zu den besseren Beiträgen innerhalb des Geister- und Spukgenres und sollte von Fans dieses Subgenres nicht ungesehen bleiben.
 
 
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THE ABANDONED – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Unheimliche Gruselware für schreckerprobte Gruselfans mit vielen, gelungenen Gruselmomenten. Regienewcomer EYTAN ROCKAWAY macht Horror der altmodischen Art und schwört Unheil mit klassischer Methodik herauf. Statt mit der Tür ins Haus zu fallen, erzählt er eine gemächliche Schauergeschichte, die sich Zeit für Atmosphäre und Figuren lässt. Als Salz in der Suppe erweisen sich deftige (Er)Schreckmomente, die selbst alteingesessene Kenner des Genres zusammenzucken lassen. Leider lässt der Macher den Zuschauer bereits nach 30 Minuten wissen, was hier für Ärger sorgt. Es sind deformierte und geistig behinderte Kinder, die einen grausamen Tod erlitten haben und nun rastlos durch Gänge geistern. Trotzdem; auch wenn das Mysterium im Film zu früh verraten wird, gruselt’s sich gut mit THE ABANDONED, weil Filmemacher EYTAN ROCKAWAY offensichtlich viele der alten Schauerklassiker genau studiert hat. So fällt talentiertes Spiel mit menschlichen Urängsten sowie souveräner Gebrauch von Licht, Schatten und unheilverkündenden Geräuschen positiv auf, mit dem die Spannung bis zum bitteren Ende gehalten werden kann und Gänsehautatmosphäre heraufbeschworen wird. Deutlich weniger gelungen ist dagegen das Finale. Das trägt mal wieder das Etikett „besonders kreativ“, weil es mit einem Überraschungstwist aufwartet (M.NIGHT SHYAMALAN lässt grüßen). Die Auflösung wirkt leider so deplatziert, überflüssig und erzwungen, dass der positive Gesamteindruck von THE ABANDONED Federn lassen muss. Daher am besten nach der Unterwasserszene kurz vorm Abspann abschalten, sonst ärgert man sich nur.
 
 
 


 
 
 

THE ABANDONED – Zensur

 
 
 
Gewalttechnisch wird auf Sparflamme geköchelt. Ein Obdachloser wird in einem schmierigen Bad von den Geistergören im Off etwas zu rabiat behandelt. Mehr böse Szenen gibt es nicht zu sehen. THE ABANDONED ist ein Geisterfilm mit Augenmerk auf subtile Angstmacherei. Demzufolge gibt es dafür hierzulande von der Prüfbehörden eine FSK16.
 
 
 


 
 
 

THE ABANDONED – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei IFC FILMS)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Fear Lives Here (2012)

Out of the Dark (2014)

The Awakening (2011)


Filmkritik: „The Entity“ (2015)

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THE ENTITY

(LA ENTIDAD)

Story

 
 
 
Einige Filmstudenten bekommen es mit einem tödlichen Fluch zu tun. Eine zu Unrecht hingerichtete Frau ging vor ihrem Tod einen dämonischen Pakt ein und fordert Vergeltung für ihr viel zu frühes Ableben.

 
 
 


 
 
 

THE ENTITY – Kritik

 
 
 
Besser spät, als nie – doch so ganz ohne eigene Ideen? Jahre nach dem Found-Footage-Boom hat man jetzt auch in Peru den polarisierenden Wackelfilmstil für sich entdeckt und spring etwas lustlos auf dem Schüttelkamera-Zug auf, solange sich damit noch Geld verdienen lässt. Entstanden ist konventionell geratener und nach Schema F zusammengesetzter Wackel-Schlamassel, der vor allem Gegner dieser Sorte Filme darin bestätigen dürfte, dass die Erfolgsära der Found-Footage-Streifen bereits Jahre zurückliegt. Skurrilerweise zeichnet mit EDUARDO SCHULDT jemand verantwortlich, der bisher in einem ganz anderen Genre beheimatet gewesen ist. Animationsstreifen für Kinder gehen auf das Konto des Filmemachers, der wohl nach der Zeichentrickumsetzung des bekannten Romans DER TRÄUMENDE DELPHIN von SERGIO BAMBAREN etwas Neues ausprobieren wollte und nun Horror macht. Auch wenn der Titel ein Remake des Geisterspuks THE ENTITY aus dem Jahre 1982 vermuten lässt, geht der peruanische Gruselbeitrag andere Wege und erzählt von einer Gruppe Filmstudenten, die es mit dämonischen Kräften zu tun bekommen.
 
 
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Es sind mal wieder paranormale Aktivitäten, die für Chaos sorgen. Im Mittelpunkt stehen Studenten, die mit einem ganz besonderen Dokumentarfilm bei der Filmhochschule Eindruck hinterlassen wollen. Die durchforsten das Internet und suchen nach Filmschnipseln von Menschen, die sich dabei filmen, wie sie schockierende Dinge sehen. Schnell ist ein Videoclip von drei Jugendlichen gefunden, die offensichtlich Furchtbares gesehen haben müssen und darüber befragt werden sollen, was sie denn da erschauern lassen hat. Ominös: Keiner der Teenager ist mehr am Leben, weshalb die Studenten weitere Recherchen anstellen, um die Gründe ihres mysteriösen Ablebens in Erfahrung bringen zu können. Der Stiefbruder einer der plötzlich Verstorbenen weiß mehr und führt die Studenten zu einem Friedhof. Dort wartet eine mysteriöse Filmrolle auf die Dokumentarfilmer, die nach dem Abspielen eine Kette unheimlicher Vorkommnisse in Gang setzt. Ein Fluch ist dafür Schuld, dass jeder der dieses Filmmaterial gesehen hat einen furchtbaren Tod sterben muss. So auch die Studenten – die bald einsehen müssen, dass sie dieses Filmprojekt keinesfalls lebend beenden werden.
 
 
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Camcorder-Aufnahmen von Menschen, die des Nachts über Friedhöfe flitzen und dabei in Panik geraten. THE ENTITY macht dem Found-Footage-Genre alle Ehre, denn SERGIO BAMBAREN spult übliche Regeln jener Filmgattung ab, die so Filme wie PARANORMAL ACTIVITY oder THE BLAIR WITCH PROJECT zum Erfolg verholfen haben. LA ENTIDAD (so der Originaltitel) wurde nicht sonderlich einfallsreich oder gar klug inszeniert. Wieder einmal soll mit Handys und Videokameras festgehaltenes Filmmaterial maximalen Nervenkitzel bescheren, dem das Pseudo-Echtheitszertifikat aufgezwungen wurde, damit zartbesaitete Gemüter nach Sichtung nicht schlafen können. Das mag zumindest für wenige Zuschauer zutreffen, die bisher noch nicht so viele dieser immer wieder ähnlich gedrehten Machwerke gesehen haben, denn dank dämonisch guter Soundkulisse entsteht zumindest ab und an etwas Gruselstimmung. Leider mangelt es dem offensichtlich vom japanischen Export-Schlager RINGU inspirierten Horrorfilm an frischen Ideen, die auch jene fesseln können und mitfiebern lassen, die leider viel zu viele dieser Found-Footage-Streifen in der Vergangenheit gesehen haben. Für die wird der dünne Plot schnell zur langweiligen Schlafnummer, da sich Verläufe und Schreckmomente vorausahnen lassen, weil THE ENTITY kaum Überraschungen parat hält. Immerhin gibt’s für drei Millionen Dollar Produktionsbudget wenige (blutige) Spezialeffekte zu sehen, die kurz den Puls erhöhen. Trotzdem bleibt es beim Durchschnittsgruseln, weil Regisseur EDUARDO SCHULDT lieber Altbewährtes aufwärmt und keine Experimente wagt.
 
 
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THE ENTITY – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Mit leichter Verspätung: Die peruanische Antwort auf BLAIR WITCH PROJEKT und PARANORMAL ACTIVITY im populären aber auch polarisierenden Wackelkamera-Stil. Abermals spukt es auf heimischen Flachbildschirmen, denn in THE ENTITY sind die Lebenden den Toten so nah wie noch nie. Auf einem Friedhof spielt sich Merkwürdiges ab, denn hier spielt eine garstige Präsenz tödliche Spiele mit neugierigen Studenten. Leider versinkt das gebotene Horrorspektakel in der Mittelmäßigkeit, denn im Zuge der erfolgreichen Found-Footage-Welle ist THE ENTITY nur ein weiterer Film mit Schüttelgimmick unter vielen. THE ENTITY ist souverän gemacht, was wohl auch das größtes Problem dieses Schauerwerks ist, denn Macher EDUARDO SCHULDT hält zu krampfhaft an der Found-Footage-Erfolgsformel fest, dass er dabei nicht an Neuerungen denkt, die in einem Subgenre benötigt werden, in dem seit Jahren verängstigte Protagonisten durch schlecht ausgeleuchtete Kulissen laufen und sich dabei filmen. Was in THE ENTITY gezeigt wird, ist nicht wirklich originell. Geübte Horrorkenner dürften vom dünnen Plot schnell gelangweilt sein, weil der Streifen kaum Überraschungen zu bieten hat. Einzig Geräuschkulisse (Besitzer einer Heimkinoanlage dürfen sich über schauriges Stöhnen freuen) und Szenarie ernten Pluspunkte, machen aber aus THE ENTITY keinen Horrorfilm, den man unbedingt gesehen haben muss. Alles schon einmal gesehen – wenngleich auch schlechter.
 
 
 


 
 
 

THE ENTITY – Zensur

 
 
 
Die Studenten werden von einer unsichtbaren Kraft in die Luft gezerrt und erdrosselt. Anderen wird der Kopf zermatscht. Hart ist das nicht anzuschauen, auch wenn es viele blutige Verletzungen auf den Gesichtern der Opfer zu sehen gibt. Hierzulande hat es für den Film wohl dem Gewaltgrad angemessen eine FSK16 gegeben. Wegen Bonusmaterial auf der Heimkinofassung ist diese jedoch erst für Erwachsene geeignet (keine Jugendfreigabe).
 
 
 


 
 
 

THE ENTITY – Deutsche Blu-ray

 
 
 
the-entity-bluray

(c) Maritim Pictures

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: La Entidad; Peru 2015

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DD 2.0, Deutsch DD 5.1, Englisch DD 2.0, Englisch DD 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 80 Min.

FSK: Film: FSK16 (ungeschnittene Fassung) | Heimkinoveröffentlichung wegen Bonusmaterial: Keine Jugendfreigabe

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailershow, Originaltrailer

Release-Termin: 29.04.2016

 

The Entity (Blu-Ray) ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

THE ENTITY – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken/Packshot liegen bei Maritim Pictures)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Katakomben (2014)
 
Grave Encounters 2 (2012)
 
Nightlight (2015)
 


Filmkritik: „Anguish – Gequälte Seele“ (2015)

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ANGUISH – GEQUÄLTE SEELE

(ANGUISH)

Story

 
 
 
Der introvertierte Teenager Tess (Ryan Simpkins) erlebt nach dem Umzug ins neue Zuhause die Hölle auf Erden, denn in den neuen vier Wänden scheint etwas nicht mit rechten Dingen zuzugehen.

 
 
 


 
 
 

ANGUISH – Kritik

 
 
 
Bevor Unruhe entsteht, klären wir kurz auf. Der nun vorgestellte Streifen ist keine Neuverfilmung des bereits 1987 entstandenen Psychothriller ANGUISH, der hierzulande unter dem Titel IM AUGENBLICK DER ANGST vermarktet wurde. Produzent SONNY MALLHI geht andere Wege und versucht nicht mit Nervenkitzel und Psychospielchen zu unterhalten, sondern will gruseln und Gänsehaut verursachen. Dafür nimmt der Geldgeber diverser Genrefilme (darunter CRUSH, THE STRANGERS oder HOUSE AT THE END OF THE STREET) sogar selbst auf dem Regiestuhl platz und läutet mit ANGUISH gewissermaßen seine Regie-Karriere ein. Ungewohnt unkonventionell geht es in seinem Regiedebüt zugange, denn anders als die meisten seiner bisher produzierten Werke ist ANGUISH kein einfallsloser Mainstream-Streifen mit plakativer Effekthascherei. Vielmehr orientiert sich der Regieneuling am mutigen Independent-Kino der letzten Jahre (siehe: IT FOLLOWS), das sich einen Deut darum schert, sich den platten Regeln massentauglicher Horrorfilme zu unterwerfen. Stattdessen wird mit neuen Ideen und ungewohnter Inszenierung ein unwohles Bauchgefühl beschert – etwas, was man in vielen Schauerstreifen neueren Datums schmerzlich vermisst.
 
 
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Tess, ein junger Teenager ist psychisch instabil und leidet – so die Ärzte – seit Jahren an einer Identitätsstörung. Um den Alltag erträglich zu gestalten, schluckt die deshalb Pillen und bezieht mit der Mutter ein neues Zuhause, damit die kleine Familie Erlebtes hinter sich lassen und neu beginnen kann. Doch mit dem Umzug verschlimmern sich die Probleme. Das Mädchen beginnt plötzlich Stimmen zu hören und wird von unsichtbaren Kräften attackiert. Leider scheinen die Medikamente gegen die psychische Erkrankung nicht mehr zu wirken und das Verhalten des introvertierten Teenagers beginnt sich zu verändern. Sind da etwa höhere Mächte am Werk?
 
 
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ANGUISH ist nichts für Freunde hektisch geschnittener und rasant gefilmter Genrefilme. Regieanfänger SONNY MALLHI nimmt sich viel Zeit mit dem Erzählen seiner Geschichte und konzentriert sich ausschließlich auf seine verwirrte Filmheldin, die im Verlauf der Handlung von ruhelosen Kreaturen des Jenseits – um mal wieder zum Sinn des Filmtitels zurückzukommen – „gequält“ wird. Anders als anfänglich vermutet, leidet die geplagte Tess nicht unter psychischen Störungen, sondern wird von ruhelosen Geistern als Marionette benutzt, damit die weiterhin unter den Lebenden wandeln können. Die missbrauchen den Körper des Mädchens, um noch einmal von geliebten Menschen in den Arm genommen zu werden. Weil ANGUISH trotzdem immer noch im Horrorfach beheimatet ist, dürfte klar sein, dass nicht jeder Geist guter Dinge ist und auch böse Seelen die Gelegenheit nutzen, um im Diesseits Unfug treiben zu können.
 
 
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In ANGUISH wird der Begriff Langsamkeit im Horrorfilm neu definiert. Viel gesprochen wird nicht. Stattdessen lässt Macher SONNY MALLHI in erster Linie Bilder für sich sprechen und fängt diese mit gemächlichen Kamerafahrten ein. So sind oft lange statische Einstellungen von Gesichtern oder Situationen zu sehen, die es dem Zuschauer nicht nur erleichtern sich mit den verängstigten Figuren des Film zu identifizieren. Deprimierende Schicksale und Ängste der Protagonisten haben Vorrang und lassen ANGUSIH gerade der zermürbenden Atmosphäre wegen mehr nach beunruhigendem Drama erscheinen, statt furchteinflößendem Spukstreifen. Demzufolge ist Geisterthematik nur Nebensache, denn schnell leuchtet in diesem Regiedebüt ein, dass nicht rastlose Spukgestalten im Mittelpunkt stehen, sondern die Angst einer Mutter das eigene Kind zu verlieren – unter welchen Umständen auch immer.
 
 
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ANGUISH – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Außergewöhnliches Gruselkino für Zuschauer, denen es wichtig ist, dass sich Horrorfilme vom üblichen Genre-Brei abheben. Im unheimlichen ANGUISH (übersetzt: Qual) sucht man effekthascherische Momente vergebens. Regisseur SONNY MALLHI – der Produzent vieler massentauglicher Horrorstreifen – wollte einem Film ganz nach eigenem Geschmack und individuellen Vorstellungen drehen. Um alle Zügel selbst in der Hand halten zu können, fungierte er nicht nur als Produzent und Regisseur. Auch das Drehbuch wuchs auf seinem Mist und bringt das zum Ausdruck, vor was sich der Macher des Films am meisten fürchtet. ANGUISH überzeugt mit ungewohntem Inszenierungsstil, der vermutlich allen Mainstream-verwöhnten Horrorfans zu langsam sein dürfte. Statt reißerischen Budenzauber zu zelebrieren, geht es in ANGUISH eher gemächlich und depressiv zu. Der Fokus liegt in erster Linie auf Ängste und Emotionen der Filmfiguren. So geht jede der Protagonisten in ANGUISH durch die eigene Filmhölle. Mütter fürchten den Verlust ihrer Kinder und Heldin Tess hat Angst vor sich selbst und ihrem Umfeld. Entstanden ist mutiges und unkonventionelles Horrorkino mit Tiefgang, für das man Regisseur SONNY MALLHI an dieser Stelle dankbar sein sollte, schließlich muss man intelligentes und metapherreiches Horrorkino mittlerweile mit der Lupe suchen.
 
 
 


 
 
 

ANGUISH – Zensur

 
 
 
ANGUISH besitzt keine Schauwerte für Gore- und Splatterfans. Es gibt weder Gewalt noch Blut zu sehen. Eigentlich könnte der Streifen so demnach bereits für Zwölfjährige freigegeben werden. Aufgrund einiger verstörender Spukmomente hat der Streifen aber eine FSK16 erhalten.
 
 


 
 
 

ANGUISH – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Studio Hamburg Enterprises

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Anguish; USA 2015

Genre: Thriller, Horror, Drama

Ton: Deutsch DD 2.0, Englisch DD 2.0

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.78:1 (1080i)

Laufzeit: ca. 87 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Keepcase mit Wechselcover und Schuber

Extras: Originaltrailer, Trailershow

Release-Termin: 08.05.2017

 

Anguish [Blu-ray] auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

ANGUISH – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken und Packshot liegen bei Studio Hamburg Enterprises)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
At the Devil’s Door (2014)
 
Echoes (2014)
 
The Entity (1982)
 


Filmkritik: „Robert the Doll“ (2015)

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ROBERT – DIE PUPPE DES TEUFELS

(ROBERT THE DOLL)

Story

 
 
 
Eine besessene Holzpuppe macht der nichtsahnenden Familie Otto das Leben schwer.

 
 
 


 
 
 

ROBERT THE DOLL – Kritik

 
 
 
Wer erfolgreiche Horrorfilme in Lichtspielhäuser bringt, muss damit rechnen, dass sich auch andere am Erfolg bereichern möchten. So ist es in Horrorkreisen nicht unüblich, dass vor allem kleine Produktionen mehr schlecht als recht millionenschweren Blockbustern nacheifern, die viel Geld in leere Kinokassen geschwemmt haben. Diesmal traf es das CONJURING-Spin-off ANNABELLE. Das wurde zwar von Fans und Kritikern gnadenlos zerrissen, konnte aber immerhin so viel Umsatz generieren, dass an einer Fortsetzung gearbeitet werden musste. Der Indie-Horror ROBERT THE DOLL will da natürlich mitverdienen und versucht im Fahrtwasser des bekannten Puppen-Franchise selbst flink Kasse zu machen. Ganz zum Leidwesen aller Liebhaber gruseliger Puppenfilme, die im Falle des hier besprochenen Streifens hinterhältig um ihr Geld gebracht werden, weil keiner von denen ahnt, dass hinter dem Low-Budget-Werk ein Regisseur steckt, der in der Vergangenheit schon reichlich Quatsch verbrochen hat.
 
 
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Der Spaßverderber nennt sich ANDREW JONES und hat bereits Filme wie THE LAST HOUSE ON CEMETERY LANE oder THE NESTING 2 in die Wohnzimmer gebracht, die vor allem durch schlechte Machart in Erinnerung geblieben sind. Umso mehr sollte der Horrorfan in Zukunft Vorsicht walten lassen, wenn der Name des Regisseurs vom Filmcover blitzt, denn Jones scheint es sich zur Lebensaufgabe gemacht zu haben, die Gehirne der Zuschauer mit schlechten Horrorfilmen zu vernebeln. In ROBERT THE DOLL wendet er sich dämonischem Kinderspielzeug zu. Darin wird von einer Familie berichtet, die eine hässliche Holzpuppe geschenkt bekommt und fortan merkwürdige Dinge erlebt. So gerät Sohnemann Gene (FLYNN ALLEN) in den Fokus, denn der beginnt plötzlich hinter verschlossenen Türen mit unsichtbaren Freunden zu plaudern. Als die neue Haushälterin zum Putzen kommt, gehen die Probleme richtig los. Die wird aus unerklärlichen Gründen von Holzpuppe Robert die Treppe hinabgestoßen und stirbt in Folge ihrer Verletzungen. Aber auch ein Nachbarskind muss die Launen des Holzgnoms mit dem Leben bezahlen. Für Mutter Jenny (SUZIE FRANCES GARTON) eindeutig zu viel des Guten. Die beginnt stutzig zu werden und untersucht das grausige Spielzeug genauer. Familienoberhaupt Paul (LEE BANE) glaubt seine Frau sei von Sinnen, bis er selbst mit eigenen Augen sieht, dass sich der Leibhaftige im Körper der Puppe versteckt hält.
 
 
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ROBERT THE DOLL brüstet sich damit, auf wahren Begebenheiten zu beruhen. Das ist diesmal kein hinterlistiger Werbetrick, sondern wirklich der Fall. Der Film spielt zwar in der Moderne, greift aber Ereignisse auf, die sich 1898 in Keywest (Florida) zugetragen haben sollen. Dort trieb die von einem Dämon besessene Puppe eine gutbetuchte Familie in den Wahnsinn, die ihnen von einem unzufriedenen Haushälter überlassen wurde. Schnell schloss der Sohnemann Freundschaft mit dem Spielzeug und begann mit der Puppe zu sprechen. Die entwickelte ein Eigenleben und brachte der Familie Unglück. Heute kann die von Holzwürmern bewohnte Antiquität im Key West Martello Museum bestaunt werden, wo sie in einer Vitrine sitzend Besuchern Streiche spielen soll. So mag es die Puppe angeblich überhaupt nicht, wenn man sie ungefragt ablichtet. Die Folge sollen defekte Kameras und verschwommene Aufnahmen sein.
 
 
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Die Puppe, die jedem den Spaß verdirbt. ROBERT THE DOLL ist günstig zusammengeschusterter Recycling-Horror, der sich einfältig bei bekannter Horrorware wie ANNABELLE und CHUCKY bedient. Von den Qualitäten genannter Streifen ist dieser filmische Unsinn natürlich weit entfernt. In Zeiten moderner Tricktechnik bei der aus Kostengründen immer häufiger auf Computereffekte zurückgegriffen werden muss, sind Verbrechen wie ROBERT THE DOLL schon fast als Farce zu betiteln. Wer hier meint, dass im Finale eine animierte Puppe mit allerhand Mordwerkzeug zur Tat schreitet, irrt gewaltig. Der titelgebende Bösewicht scheint kamerascheu zu sein und immer nur steif den Kopf bewegen zu wollen, wenn er sich dem Zuschauer zeigen soll. Derart Gruseleffekte entsprechen keineswegs dem aktuellen Horrorstandard und wirken in erster Linie antiquiert, aber keinesfalls unheimlich. Da war selbst Regisseurin MARIA LEASE vor 25 Jahren weiter. Die hatte während der Killerpuppen-Ära in den 1990ern auch kaum Geld zur Verfügung, lies aber in den letzten Minuten von DOLLY DEAREST mit tricktechnisch überzeugenden Puppenanimationen die Katze aus dem Sack.
 
 
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Spannung, wo bist du? In ROBERT THE DOLL werden all jene Klischees angehandelt, die man in dieser Art von Horrorfilmen nun mal zu sehen bekommt. So fällt der Verdacht anfangs auf Sohn Gene, der für bitterböse Streiche verantwortlich gemacht wird. Puppe Robert tötet Störenfriede, schleicht nachts durchs Haus und gibt sich am Ende als böser Geist zu erkennen, der eine unbändige Lust am Töten besitzt. Der vorhersehbare Plot entpuppt sich als Spannungsbremse, denn nach neuen Ideen sucht man in diesem CHUCKY-Plagiat vergebens. Die Geschichte verläuft nach bekanntem Schema für Puppen-Grusler ab und hat für die Gewaltfraktion nicht einmal Schauwerte zu bieten. So sei jedem Horrorfan nur geraten, sich möglichst gut das Cover der Heimkinofassung einzuprägen, von dem er möglichst Abstand halten sollte. Darauf werden zwar bekannte Horrorfilme genannt; der Film selbst ist aber narkotisierender Zelluloidabfall, der nicht einmal annähernd gleiches Niveau jener Filme erreicht, mit denen er auf dem Poster genannt wird. Umso mehr stellt sich die Frage, was Regisseur ANDREW JONES dazu bewegt haben muss, eine Fortsetzung seines Puppen-Schnarchers in Auftrag zu geben? Unter dem Titel THE CURSE OF ROBERT THE DOLL sollen die Taten des mordenden Holz-Kaspers fortgesetzt werden. Fragt sich nur, wer den Film freiwillig sehen will, wenn es doch die Mehrheit der Zuschauer nicht einmal bis zum Abspann des Erstlings wach schaffen werden.

 
 
 


 
 
 

ROBERT THE DOLL – Fazit

 
 
 
3 Punkte Final
 
 
 
Die britische Antwort auf CHUCKY und ANNABELLE. Was jedoch verlockend klingt, ist keineswegs mit genannten Filmen vergleichbar. Schief singende Kinderchöre warnen im Film vor dem Desaster, das dem Zuschauer den Verstand rauben wird. Mit einfachsten Mitteln hat Low-Budget-Regisseur ANDREW JONES sein eigenes Drehbuch verfilmt, das mit unbeschreiblicher Langeweile schockieren möchte. Zwar macht es der Macher mieser Horrorfilm auf subtile Art. Letztendlich bleibt aber die Frage unbeantwortet, warum für einen Film wie ROBERT THE DOLL überhaupt ein Drehbuch geschrieben werden musste, wenn Geschichte und Dialoge doch ebenso auf einem Bierdeckel gepasst hätten. Das behäbig inszenierte Machwerk stibitzt fleißig beim Vorbild CHILD’S PLAY, kann jedoch nicht ansatzweise die Qualität des bekannten Kultklassikers erreichen. Weitaus schlimmer als dreister Ideendiebstahl sind jedoch die einfältigen Puppeneffekte im Film. Die reduzieren sich ausschließlich auf das steife Bewegen eines Puppenkopfes. In Zeiten, in denen oft der Computer Kreaturen animieren muss, lockt man mit solch faulen Gruseleffekten keinen Horrorfan mehr vorm Ofen hervor. ROBERT THE DOLL ist ein ermüdender Zeiträuber ohne eigene Ideen, der sogar einen Fortsetzung spendiert bekommen hat. Auf die hat vermutlich jeder Fan des düsteren Genres gewartet.
 
 
 


 
 
 

ROBERT THE DOLL – Zensur

 
 
 
Im Film ROBERT THE DOLL wird an allem gespart. Ebenso mit dem Einsatz von Gewalt. Eine Frau fällt die Treppe herunter und ein Mord wird am Ende im Off zelebriert. Zudem gibt es ein mit Blut verschmiertes Kind zu sehen, das zum Killer umfunktioniert wurde. Alle sehr harmlos und daher auch FSK16-tauglich.
 
 
 


 
 
 

ROBERT THE DOLL – Deutsche Blu-ray

 
 
 
robert-the-doll-bluray

(c) White Pearl | Daredo Distribution | Soulfood Entertainment

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Robert the Doll; USA 2015

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1920x1080p)

Laufzeit: ca. 95 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Original Trailer, Trailershow

Release-Termin: 27.05.2016

 
 
 

Robert – Die Puppe des Teufels (Uncut) [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZOn bestellen

 
 
 


 
 
 

ROBERT THE DOLL – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken / Packshot liegen bei White Pearl | Daredo Distribution | Soulfood Entertainment)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Curse of Chucky (2013)
 
Magic – Die Puppe des Grauens (1978)
 
Pinocchio – Puppe des Todes (1996)
 
Dolly Dearest (1992)
 
Annabelle (2014)
 


Filmkritik: „Paranormal Transmission“ (2015)

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PARANORMAL TRANSMISSION – BOTSCHAFT AUS DER HÖLLE

(TRACE)

Story

 
 
 
Einige Mittzwanziger rufen die Geister und werden sie nicht mehr los. Ein Dämon heftet sich an ihre Fersen und holt sie nacheinander in die Welt der Toten.
 
 
 


 
 
 

PARANORMAL TRANSMISSION – Kritik

 
 
 
EVP (auch als Electronic Voice Phenomenona betitelt) schimpft sich eine Art der Kommunikation, mit der man Kontakt zur Geisterwelt aufnehmen kann. Dabei handelt es sich um Aufnahmen von Stimmen und Geräuschen, die das menschliche Ohr nicht hören kann. Meist werden diese Signale erst nach dem Abhören der Aufnahmen erkannt. Dank moderner Technik können daraus Stimmen und Botschaften gefiltert werden, von denen Parapsychologen glauben, dass sie der Welt der Geister zuzuordnen sind. Bereits im Jahr 2005 brachte man das beunruhigende Phänomen auf die große Leinwand. In WHITE NOISE experimentierte MICHAEL KEATON mit dieser unheimlichen Methode des Kommunizierens und erhielt von seiner toten Frau mysteriöse Nachrichten aus dem Jenseits. Leider wurde ihm schnell klar, dass auch böse Geister gern plaudern wollen und sah sich mit einer Bedrohung konfrontiert, die ihm am Ende das Leben kostete. Ganz ähnlich läuft es auch in TRANCE ab – schnell für den Videomarkt gedrehter Spuk-Blödsinn, der nicht der Rede wert ist, weil er vorhersehbare Gruselklischees spannungsarm aneinanderreiht.
 
 
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Darin haben Mittzwanziger einen Mordsgaudi mit EVP und nehmen dummerweise planlos Kontakt mit den Toten auf. Leider ist der Gesprächspartner aus dem Jenseits keiner von den guten Seelen. Statt freundlicher Begrüßung spricht ein Dämon eine Totenliste auf Band und erklärt, in welcher Reihenfolge die Freunde bald sterben werden. Was anfänglich noch als makabrer Scherz gehalten wird, entpuppt sich als ernstzunehmende Bedrohung. Nacheinander segnen die Kumpel das Zeitliche. Die, die noch am Leben sind, versuchen dem Bösen zu entkommen. Doch der unberechenbare Dämon hat kein Erbarmen. Der setzt seine Mordgier fort und klärt den Zuschauer auf, dass es besser wäre nicht unachtsam mit EVP zu experimentieren.
 
 
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PARANORMAL TRANSMISSION – der im Original eigentlich TRACE heißt – hat nichts, was man eigentlich von Gruselfilmen erwarten würde. Der Film ist weder beängstigend oder schaurig. Zudem mangelt es dem Streifen an Nervenkitzel, Atmosphäre und einer unheimlichen Geschichte, die den Zuschauer in den Bann ziehen könnte. Was bleibt ist triviale Genre-Unterhaltung auf TV-Niveau, die nicht einmal Lebenssaft für jene zeigt, die sich am blutigen Horror-Handwerk erfreuen können. All das sind keine guten Voraussetzungen, um dem Publikum den Schlaf zu rauben. Auch wenn sich Macher RYAN BROOKHART bisher im Hintergrund an so manch günstiger Horror-Produktion beteiligt hat (u.a. PUPET MASTER X: AXIS RISING), muss er in Sachen Horror noch viele Erfahrungen sammeln. So gehört PARANORMAL TRANSMISSION zu jener Sorte Gruselfilm, die nicht einmal ansatzweise gruselig sind. Unterm Strich erweist sich dieser fade Gruselgähner als enttäuschendes Regiedebüt eines ambitionierten Regisseurs, der mit seinem ersten Spielfilm großes Angstkino inszenieren wollte. Das hat leider nicht geklappt, denn statt Gänsehaut zu bescheren, dürfte dem Zuschauer nach nur wenigen Minuten bereits die Augen schwer werden. Das ist kein gutes Zeugnis für einen Regisseur, der mit Drehen von Horrorfilmen Geld verdienen möchte.
 
 
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PARANORMAL TRANSMISSION – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
08/15-Gruselmurks von der Stange mit teils miesen Spezialeffekten. PARANORMAL TRANSMISSION (Originaltitel: TRACE) ist ein Schauerstreifen, der nicht einmal ansatzweise schaurig ist. Zudem gibt es weder Schreckmomente oder atmosphärische Bilder zu sehen, die man eigentlich von Spukfilmen erwarten würde. Regisseur RYAN BROOKHART hat mit seinem Filmdebüt eindeutig das Ziel verfehlt und spannungsarmen Billig-Horror inszeniert, der keine Höhepunkte zu bieten hat. Originelle Ideen sind Fehlanzeige, ein gutes Drehbuch ebenso. Letzteres hat der Regisseur gleich selbst geschrieben und darin Klischee an Klischee gereiht, die den Film derart vorhersehbar gestalten, dass schnell das Interesse an der ohnehin langweiligen Geschichte verloren geht. Was in diesem überflüssigen Gruselfilm passiert hat man einfach zu oft gesehen. Wir meinen: PARANORMAL TRANSMISSION ist eine Schlafnummer – daher unbedingt meiden.
 
 


 
 
 

PARANORMAL TRANSMISSION – Zensur

 
 
 
PARANORMAL TRANSMISSION bzw. TRACE ist ein harmloser Horrorfilm, der keine Schauwerte zu bieten hat. Die meisten Morde passieren im Off. Demzufolge hat dieser Film in Deutschland eine Freigabe ab 16 Jahren erhalten. Wegen einigen Trailern anderer Filme im Bonusmaterial der Blu-ray / DVD befindet sich auf der Heimkinoveröffentlichung von PARANORMAL TRANSMISSION ein roter FSK-Flatschen.
 
 
 


 
 
 

PARANORMAL TRANSMISSION – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Maritim Pictures (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Trace; USA 2015

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 90 Min.

FSK: Film: FSK16 (ungeschnittene Fassung) | Heimkinoveröffentlichung wegen Bonusmaterial: Keine Jugendfreigabe

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailershow, Originaltrailer

Release-Termin: 04.10.2016

 

Paranormal Transmission [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

PARANORMAL TRANSMISSION – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken und Packshot: MARITIM PICTURES)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
White Noise (2005)
 
White Noise 2: The Light (2007)
 


Filmkritik: „Pay the Ghost“ (2015)

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PAY THE GHOST

Story

 
 
 
Auf der Suche nach dem verschwundenen Sohn, stößt Universitätsprofessor Mike Lawford auf den Geist einer wütenden Frau, die im 17. Jahrhundert als Hexe verbrannt wurde
 
 
 


 
 
 

PAY THE GHOST – Kritik

 
 
 
Verkehrte Welt: NICOLAS CAGE kämpft an der Seite von VERONICA FERRES gegen zornige Geisterfrau. Das mag dahingegen ungewöhnlich erscheinen, weil sich der bekannte Filmstar üblicherweise in Actionfilmen aus Hollywood blicken lässt. Von pompös ausgestatteter Hochglanzware ist PAY THE GHOST weit entfernt, denn dieser Gruselfilm musste mit kleinem Budget auskommen. Für Cage kein Problem. Nachdem in den Medien von finanziellen Schwierigkeiten berichtet wurde, nimmt der Altstar scheinbar alles an, um seine Schulden begleichen zu können. Dennoch kein Grund zur Sorge, denn das man auch mit geringem Kapital gutes Schreckmaterial herstellen kann, haben in der Vergangenheit viele Indie-Horrorfilme bewiesen. Weitaus mehr Sorgen bereitet stattdessen der Mann auf dem Regiestuhl. Der deutsche Fernseh- und Film-Regisseur ULI EDEL besitzt nur wenig Erfahrung im Drehen von Horrorfilmen und lieferte 1981 mit CHRISTIANE F. – WIR KINDER VOM BAHNHOF ZOO den wohl wichtigsten Film seiner bisherigen Karriere ab. Immerhin arbeitete er schon einmal an einer Folge GESCHICHTEN AUS DER GRUFT mit und konnte so erstmals Schauerluft schnuppern. Doch hat die kurze Exkursion ins Genre ausgereicht, um Jahrzehnte später einen guten Gruselstreifen zu drehen?
 
 
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Die anfänglichen Bedenken sind unbegründet. Regisseur ULI EDEL hat alles im Griff, gruselt nicht überragend – dafür solide. NICOLAS CAGE spielt hier Universitätsprofessor Mike Lawford, welcher der Karriere wegen des Öfteren mal wichtige Verabredungen mit dem Sohnemann verschwitzt. An Halloween soll alles anders werden. Ein Besuch auf dem Jahrmarkt soll die Beziehung zwischen Vater und Sohn auffrischen. Leider endet der Tag anders als erhofft. Sohn Charlie verschwindet spurlos und die Suche nach dem vermissten Kind treibt das Familienoberhaupt in Depressionen und Selbstzweifel. Doch Mike gibt die Hoffnung nicht auf. Er beginnt Nachforschungen anzustellen und findet heraus, dass in den letzten Jahren mehrere Kinder unter mysteriösen Umständen an Halloween verschwunden sind. Auf der Suche nach Antworten stößt er auf ein schreckliches Geheimnis, das ihm beinahe das Leben kosten wird.
 
 
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Eigentlich war anfänglich DENNIS ILIADIS (bekannt geworden mit dem Remake zu THE LAST HOUSE ON THE LEFT) für die Regie im Gespräch. Letztendlich überließ man das Zepter jedoch doch dem deutschen ULI EDEL. Der hat mit dem übernatürlichen Thriller nichts Besonderes geschaffen, unterhält aber immerhin kurzweilig. Der gebotene Horrorstoff ist nicht sonderlich originell. Alteingesessene dürften die Fährte relativ schnell widern, denn PAY THE GHOST orientiert sich in seiner Machart an Filmen wie WENN DIE GONDELN TRAUER TRAGEN, MAMA oder DAS WAISENHAUS. Natürlich sind genannte Filme diesem Gruselausflug haushoch überlegen, denn sonderlich clever ist PAY THE GHOST nicht geschrieben. Was passieren wird, lässt sich relativ früh erahnen. So verläuft die Reise in die Welt der Schattenwesen nach bekanntem Muster für Geisterfilme, das zuletzt relativ erfolgreich im Remake zu POLTERGEIST oder INSIDIOUS Verwendung fand.
 
 
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NICOLAS CAGE reist aus Sorge in die Welt der Geister, um den Sohnemann zurückzuholen. Das passiert mit unausgereifter Computertechnik, die im Finale etwas unbeholfen über die Leinwand fegt, weil Kapital knapp gewesen war. Nötig wäre CGI mit Sicherheit nicht gewesen, denn PAY THE GHOST hätte auch gut ohne Pixel-Blödsinn funktioniert. So konzentriert sich Filmemacher ULI EDEL in der ersten Stunde gänzlich auf eine verzweifelte Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Die wurde Dank erfahrenen Leistungen von NICOLAUS CAGE bei weitem runder und glaubwürdiger in Szene gesetzt, als die effekthascherische Computerbrühe der letzten halbe Stunde. Dort hielt man es für nötig selbst Vögel computeranimieren zu müssen und „Superweib“ VERONICA FERRES als Besessene von den Toden auferstehen zu lassen. Trotz gut gemeinter Absichten wirkt’s leider unfreiwillig komisch.
 
 
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PAY THE GHOST – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
MAMA trifft auf INSIDIOUS – Unheimlicher und mysteriöser Ausflug in die Welt der Schatten und Geister. Wenn Väter in die Zwischenwelt reisen müssen, um ihr Kinder zurück nach Hause zu holen, klingt das verdächtig nach POLTERGEIST oder INSIDIOUS. PAY THE GHOST wurde nach ähnlichem Schema inszeniert und ist über weite Strecken mehr Drama statt Horror. Erst in der letzten halben Stunde wird Gänsehaut verursacht. Dann nämlich kommen vermehrt Computereffekte zum Einsatz, die des knappen Geldes wegen nicht sonderlich professionell anzuschauen sind. Immerhin unterhält dieser B-Grusler solide, was vor allem Superstar NICOLAS CAGE zu verdanken ist. Der muss den Zuschauer fast gänzlich allein durch eine dünne und austauschbare Geschichte führen, die trotz Vorhersehbarkeiten Dank erfahrenem Schauspiel solide unterhalten kann. PAY THE GHOST ist nichts, was lange im Gedächtnis bleibt. Schlecht ist der Film deswegen nicht unbedingt, weil Regisseur ULI EDEL weiß, wie man Spannung stetig steigern muss, um die Aufmerksamkeit der Zuschauer für sich beanspruchen zu können. Wer eine Schwäche für Geisterfilme besitzt, ist demnach hier gut aufgehoben.
 
 


 
 
 

PAY THE GHOST – Zensur

 
 
 
Gewalt gibt es IN PAY THE GHOST kaum zu sehen. Ein Medium wird durch den Raum geschleudert und später in der Pathologie untersucht. Zudem bekommt man kurz vor Abspann Schauspielerin VERONICA FERRES von Stangen durchbohrt zu sehen. Ansonsten wird vornehmlich vom subtilen Angstmachen Gebrauch gemacht. Demzufolge hat PAY THE GHOST in Deutschland berechtigterweise nur eine FSK16 erhalten – selbstverständlich ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

PAY THE GHOST – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) NEW KSM (Blu-ray im KeepCase)

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(c) NEW KSM (Mediabook)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Pay the Ghost; USA 2015

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch (DTS-HD MA 5.1), Englisch (DTS-HD MA 5.1)

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.40:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 94 Min.

FSK: FSK16

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover | limitiertes Mediabook

Extras: Pay the Ghost – Behind the Scenes, Trailer, Bildergalerie | im Mediabook zusätzlich ein Booklet und eine zusätzliche DVD mit dem Film

Release-Termin: 28.04.2016

 

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PAY THE GHOST – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

Die Rechte aller Grafiken in dieser Kritik liegen bei New KSM

 
 
 
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