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Filmreview: „The Suffering“ (2016)

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THE SUFFERING

Story

 
 
 

Auf dem Grundstück eines älteren Herrn geht es nicht mit rechten Dingen zu. Das muss auch Nachlassbewerter Henry Dawles erfahren, der Dinge sieht, die ihm offenbar den Verstand rauben wollen.

 
 
 


 
 
 

THE SUFFERING – Kritik

 
 
 
Wenn regelmäßig schlechte Billigfilme über die Mattscheibe flimmern, wird selbst der geduldigste Filmkritiker allmählich müde, diese immer wieder nach Schema F gedrehten Low-Budget-Gurken zu rezensieren. Das hat zur Folge passiert, dass man mit der Zeit jede mit kleinem Geld gedrehte Produktion über einen Kamm schert, was leider all den Filmemachern gegenüber unfair ist, die mit viel Herzblut bei der Sache sind. Ganz ähnlich erging es uns mit THE SUFFERING. Nach Sichtung des Trailers vermuteten wir anspruchsloses Videofutter, das sich nur unwesentlich von den meisten semiprofessionellen Produktionen dieser Art zu unterscheiden schien. Deshalb blieb THE SUFFERING lange Zeit unbeachtet. Letztendlich ist der Film dann doch im Player gelandet und hat uns sogleich eines Besseren belehrt. Hinter diesem Genrefilm steckt nämlich weit mehr als nur herzlose Dutzendware. Schnell zieht einen der Streifen mit seiner mysteriösen Machart in den Bann und lässt so schnell nicht wieder los. Ein Geheimnis soll entschlüsselt werden und das entfacht schnell die Neugier des Zuschauers. Auf einer Farm geht es nicht mit rechten Dingen zu, was Regisseur ROBERT HAMILTON in viele unheimliche Bilder verpackt. Der Mann lässt bewusst lang Fragen offen und sorgt für ausreichend Verwirrung. Das zögert die Spannung hinaus und kommt dem Film zugute.
 
 
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Der Mix aus Gruseldrama, Psychothriller und Mysteryfilm berichtet vom Leidensweg des Henry Dawles (NICK APOSTOLIDES). Der wird vom betagten Mr. Remiel beauftragt dessen Nachlass zu bewerten, was sich aufgrund der Größe des Grundstücks bald als unterschätzte Herausforderung entpuppt. Weitaus herausfordernder als die antiken Gegenstände des älteren Herren zu bewerten, sind die seltsamen Vorkommnisse im Haus, die sich mit der Ankunft des attraktiven Mittdreißigers ereignen. Erst entdeckt Henry auf dem Dachboden des Gästehauses eine verweste Leiche. Später macht er schmerzhafte Bekanntschaft mit einer abgemagerten Kreatur, die ihn erst zu Boden schlägt und anschließend das Weite sucht. Leider schenkt der Hausherr dem Gast keinen Glauben und macht sich stattdessen Sorgen über dessen doch besorgniserregenden Geisteszustand. So Unrecht hat er mit seiner Feststellung nicht, denn Henry beginnt schon bald grausige Stimmen zu hören und scheint dem Wahnsinn nahe. Alles Einbildung oder doch Realität? Die Antwort darauf wird erst in den letzten Minuten gelüftet.
 
 
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Und das ist auch gut so. THE SUFFERING lebt von der Prämisse, dass der Zuschauer möglichst lang im Unklaren gelassen wird. Da ein paar Visionen, dort seltsame Kreaturen, die den Leidgeplagten durch ein Maisfeld jagen. Offensichtlich wollen die Ereignisse in THE SUFFERING keinen Sinn ergeben. Das ist so gewollt, denn Regisseur ROBERT HAMILTON zielt auf einen Überraschungstwist ab. Die Auflösung scheint absurd, aber genial zugleich, denn THE SUFFERING greift gegen Ende sogar auf religiöse Metapher zurück und macht den Streifen so zur runden Angelegenheit. Die Spannung wird konstant gehalten, denn in diesem Mysterythriller ist immer etwas los. Der Held wird mit allerhand seltsamen Ereignissen konfrontiert, die ihn an seinem Verstand zweifeln lassen. Weil man die Zusammenhänge verstehen will, fesselt der Streifen gerade deshalb vor den Fernsehapparat und belohnt mit schaurigen Kameraeinstellungen und düsterer Bildsprache. Daher werden Fans reißerisch gefilmter und hektisch geschnittener Kommerzware an dieser Stelle gewarnt. THE SUFFERING bringt langsam erzähltes und subtil inszeniertes Gruseln in die Heimkinos. Das bedeutet, dass sich Macher ROBERT HAMILTON mehr auf Aufbau von Unbehagen konzentriert, statt seine Geschichte mit oberflächlichen Schocks zu überfrachten oder gar im Blut zu ersäufen. Wer mit dieser Vorkenntnis an den Film herangeht, wird mit einer gut durchdachten Horrorgeschichte belohnt, die so einige Überraschung parat hält.
 
 
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THE SUFFERING – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Überraschend sehenswerter Horror-Indie mit unerwarteter Auflösung, die zur Abwechslung mal wirklich das Prädikat „originell“ tragen darf. Nein, THE SUFFERING ist keine weitere überflüssige Horrorverfilmung eines erfolgreichen Videospiels. Regie-Newcomer ROBERT HAMILTON macht was ganz Eigenes und hat nach ein paar Kurzfilmen den ersten Langfilm inszeniert, mit dem er genau ins Schwarze trifft. Er vermischt in THE SUFFERING psychologischen Schauer mit rätselhafter Mystery und verfeinert den Gänsehaut-Cocktail mit verstörenden Horror-Elementen, die es in sich haben. Entstanden ist ein außergewöhnlicher Gruselstreifen, der vor allem wegen der zermürbenden Atmosphäre und dem gut durchdachten Handlungsaufbau in Erinnerung bleibt. Das Sahnehäubchen bildet ein Plottwist mit Aha-Moment vom dem der SIXTH SENSE und THE VILLAGE-Macher M. NIGHT SHYAMALAN noch etwas lernen kann. Der ist ebenso für seine unerwarteten Überraschungs-Twiste berüchtigt. Leider wirken die mittlerweile derart konstruiert, dass er mit seinen haarsträubenden Filmenden schon länger keinen mehr hinterm Ofen hervorlocken kann. Wer was auf Horrorfilme hält, sollte sich demnach Macher ROBERT HAMILTON auf die Beobachtungsliste setzten. Hat man den cleveren THE SUFFERING gesehen, kann man es gar nicht mehr abwarten zu erfahren, was der Neuling als nächstes fabrizieren wird. Ist das von ähnlicher Qualität wie das Debüt, stehen uns vielversprechende Horrorfilmzeiten ins Haus. Die hat das immer müder werdende Horror-Genre auch dringend nötig.
 
 
 


 
 
 

THE SUFFERING – Zensur

 
 
 
Gewalt spielt im Film keine sonderlich große Rolle. THE SUFFERING ist eher subtiler Natur und lebt von unheimlichen Bildern und schauriger Stimmung. Dennoch gibt es einige kurze Schauwerte zu bestaunen. Eine verweste Leiche wird gefunden, Menschen mit entfernten Augen gibt es zu sehen und am Ende schießt sich eine Figur mit einem Schrotgewehr den Kopf weg. Hierzulande reicht das alles für eine FSK16.
 
 
 


 
 
 

THE SUFFERING – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Last Will and Testament of Rosalind Leigh (2012)
 
The Awakening (2011)
 
The Abandoned (2015)


Filmkritik: „The Remains“ (2016)

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THE REMAINS

Story

 
 
 

Eine Familie wird in ihrer neuen Bleibe von paranormalen Ereignissen gequält. Wetten hier spukt’s?


 
 
 


 
 
 

THE REMAINS – Kritik

 
 
 
Es gibt Genres innerhalb der Grenzen der Horrorfilmwelt, die wohl nie in Vergessenheit geraten werden. Besonders die Gattung der Spuk- und Geisterfilme will einfach nicht von der Bilderoberfläche verschwinden und erlebt Revival nach Revival – obwohl die meisten Werke dieser Art im Grunde genommen stets ähnlich gemustert konzipiert sind. Mittlerweile haben sich diese Streifen zu einer regelrechten Plage entwickelt, die gerade aufgrund der Erfolge von Film-Reihen wie THE CONJURING oder INSIDIOUS vor allem von kleinen Produktionsstudios in Auftrag gegeben werden. Die investieren meist nicht viel und hoffen auf maximalen Gewinn. Leider scheint die Rechnung oft aufzugehen. Anders lässt sich nicht erklären, warum der Videomarkt Jahre nach Hits wie THE AMITYVILLE HORROR oder POLTERGEIST immer noch regelmäßig von günstig gedrehtem Geisterquatsch geschändet wird. Auch der US-Reißer THE REMAINS orientiert sich beim Erschrecken an Klischees und Handlungsverläufen vieler bekannter Gruselfilme, die man in den letzten Jahrzehnten bis zum Erbrechen zu sehen bekommen hat. Ein altes Haus mit mysteriöser Vergangenheit macht den neuen Bewohnern das Leben schwer. Die Kinder sind empfänglich für die stattfindenden Spukaktivitäten und das Familienoberhaupt wittert flugs, dass die gesamte Familie in großer Gefahr schwebt. Vergleicht man THE REMAINS mit mindestens zehn weiteren aktuellen Spukfilmen, merkt man, dass sich die Geschichten der Hälfte dieser Streifen aufs Haar gleichen. Das kann mit Sicherheit kein Zufall sein.
 
 
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THE REMAINS zieht alle Register klassischen Spuks. Eine Familie hat hier ein viktorianisches Gebäude bezogen und hofft nach dem plötzlichen Tod der Mutter nur das Beste. Leider passieren bald merkwürdige Ereignisse. Türen fallen grundlos ins Schloss, seltsame Stimmen sind zu hören und plötzliches Chaos in der Wohnung wirft Fragen auf. Nein, an Spuk ist erstmal nicht zu denken, obwohl die Bewohner von schrecklichen Albträumen geplagt werden und in regelmäßigen Abständen schaurige Schatten durch die Wohnung wandeln sehen. Als man auf dem Dachboden Gegenstände aus dem letzten Jahrhundert entdeckt und ausmisten möchte, spitzt sich die Lage zu. Die Kinder werden krank und der Vater zieht schließlich in Betracht, dass mit der neuen Bleibe etwas nicht stimmt. Eine kurze Recherche im Internet gibt Aufschluss. Dieses Haus ist geprägt von seiner düsteren Vergangenheit, was nichts Gutes verheißt. Und so kommt, was kommen muss. Budenzauber wird entfacht und ein effektreiches Spukfinale soll knapp 90 Minuten vorhersehbare Langeweile ungeschehen machen. Leider vergebens.
 
 
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Eigentlich hat THE REMAINS all das, was ein Spuk -und Geisterfilm mitbringen sollte. Damit langweilt er leider auch schon wieder, weil sich der Streifen zu verkrampft am Gruselstandard orientiert und frische Ideen vermissen lässt. So macht Regisseur THOMAS DELLA BELLA den Fehler, dem Zuschauer bereits im Prolog die Spannung zu rauben. Während einer unachtsamen Geisterbeschwörung dringen böse Mächte in die Welt der Lebenden ein und haben sich in genau dem Haus manifestiert, das in THE REMAINS den Ort des unheimlichen Geschehens abgibt. Angesichts der Tatsache, dass das so in fast jedem Film dieser Art der Fall ist, besteht Verwechslungsgefahr. Nein, dieser Gruselschnarcher besitzt weder Eigenständigkeit noch Höhepunkte. Das einzige, was in Erinnerung bleibt, sind die fiesen Schockmomente. Hier waren die Tontechniker äußerst hinterlistig und haben die akustische Untermauerung der Schrecksequenzen besondern laut abgemischt. Dafür schmoren sie hoffentlich in der Hölle, denn die laute Abmischung reisst nicht nur einmal unsanft aus dem Tiefschlaf und sorgt so für Augenringe. Letztendlich ist THE REMAINS ein Gruselfilm der beliebigen Sorte. Das ist aufgrund der technischen Ausstattung ziemlich bedauerlich. Der Geisterfilm sieht alles andere als kostengünstig aus und verfügt zudem über manche atmosphärische Szene. Übrigens hat Regisseur THOMAS DELLA BELLA bereits an einigen Horrorproduktionen mitgewirkt. So war er als Produktionsassistent an THE DARKNESS beteiligt. Dabei handelt es sich um einem Film aus den kommerziell gar nicht mal so unerfolgreichen Blumhouse-Studios von Jason Blum – dem sogenannten Boxoffice-Guru Hollywoods. Besser hätte er sich von dem einige Tipps eingeholt. Dann wäre aus THE RAMAINS zumindest ein Film mit hohem Unterhaltungswert geworden.
 
 
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THE REMAINS – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Ein neuer THE AMITYVILLE HORROR? Nein, bloß irgendein anderer austauschbarer Film, über den morgen niemand mehr sprechen wird. Hier gilt: Kennste andere, kennste auch diesen. Wer schon einige Spuk- und Geisterfilme über alte Häuser gesehen hat, in denen es nicht mit rechten Dingen zugeht, dürfte die Handlung von THE REMAINS bereits kennen, ohne den Streifen überhaupt gesehen zu haben. Der Film bietet nämlich nichts Neues und klappert ganz belanglos die gängigen Klischees dieser Rubrik ab. An Überraschungen oder gar Neuerungen mangelt es und Schocks werden gezielt mit lauten Soundeinspielungen bewirkt. Das macht THE REMAINS austauschbar und langweilig, weil die meisten Handlungsverläufe vorhersehbar sind. Unterm Strich bleibt nichts, was Erwähnung finden könnte. Außer vielleicht die Tatsache, dass man Lebenszeit auch auf anderem Wege verschwenden kann als die gefühlt tausendste Kopie anzusehen.
 
 
 


 
 
 

THE REMAINS – Zensur

 
 
 
Gewalt gibt es hier eigentlich kaum zu sehen. Die hätte man von einem Spuk- und Geisterfilm wohl auch nicht erwartet. Der Vater schlägt in einer Vision mit einem Gegenstand auf ein schlafendes Familienmitglied ein bis der Kopf blutet. Am Ende bekommt er von seinen besessenen Kindern selbst eine Tracht Prügel. THE REMAINS dürfte ohne Probleme eine FSK16 erhalten und soll im Herbst 2016 von SPLENDID FILM ausgewertet werden.
 
 
 


 
 
 

THE REMAINS – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken und Packshot liegen bei SPLENDID FILM)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Amityville Horror (1979)

Haunt – Das Böse erwacht (2013)

The Conjuring (2013)

The Dead Room (2015)

Das Haus der Dämonen (USA 2009)

Amityville Horror – Eine wahre Geschichte (2005)


Filmkritik: „Paranormal Drive“ (2016)

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PARANORMAL DRIVE

(MARSHRUT POSTROEN)

Story

 
 
 

Psychothriller oder Geisterdrama? Niemand weiß es so genau. In PARANORMAL DRIVE stimmt was nicht mit dem neu gekauften BMW eines Ehepaares. In dem Wagen spielen sich plötzlich ganz seltsame Dinge ab.

 
 
 


 
 
 

PARANORMAL DRIVE – Kritik

 
 
 
Böse Autos, die mordend über Landstraßen fegen, gibt es im Horror-Genre immer wieder mal zu sehen. Der wohl bekannteste Film dieser Art dürfte die von JOHN CARPENTER inszenierte Stephen-King-Verfilmung CHRISTINE gewesen sein, in der ein gut polierter Oldtimer ein blutiges Eigenleben führt. Doch es geht noch weiter. Nach thematisch ähnlich gelagerten Streifen wie WRECKER, BLOOD CAR, HYBRID oder dem sehr speziellen Tschechoslowaken DER AUTOVAMPIR erweitert nun ausgerechnet Russland die faszinierende Riege unberechenbarer Killerautos im Film um einen weiteren Kandidaten. Der wurde im eigenen Land unter dem Titel MARSHRUT POSTROEN ins Multiplex gebracht und verschlang eine Million Russische Rubel an Produktionsbudget. Zieht man das Einspielergebnis zum Vergleich heran, kann MARSHRUT POSTROEN dann doch schon als finanzieller Erfolg bezeichnet werden. 58 Millionen Russische Rubel Gewinn erzielte der Streifen allein im Entstehungsland. Eine beachtliches Ergebnis, von dem manches Filmstudio in Hollywood nur träumen kann. Garantieren viele Kinogänger auch gleichzeitig einen guten Horrorfilm? Im Falle von PARANORMAL DRIVE (so der ebenso sympathische wie einfallsreiche internationale Titel) dürfte der eine oder andere russische Gruselfan enttäuscht das Kino verlassen haben. Der Grund liegt mal wieder an der Unentschlossenheit der Macher. OLEG ASSADULIN hatte sich vor einiger Zeit schon einmal im Horrorgenre ausprobiert. PHOBOS nannte sich der etwas holprig inszenierte Mysteryt-Triller in dem sich sieben Freunde versehentlich selbst in einem geheimnisvollen Bunker eingeschlossen hatten. Holprig und unüberlegt geht es auch im aktuellen Werk zu. Hier sind nicht die Schauspieler das Problem, sondern das Drehbuch. Die Handlung passt auf einen Bierdeckel, wurde aber mit Effekten und JumpScares auf Spielfilmlänge aufgeblasen. Nur Spuk- und Geisterfans mit Liebe für oberflächliche Schocks könnte das gefallen. Wer’s gut überlegt und atmosphärisch aufgebaut braucht, kommt hier leider zu kurz.
 
 
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Eigentlich will sich das Paar Andrey und Olga (scheinbar gibt es in Russland nur diesen einen Frauennamen) bloß den Wunsch vom neuen Auto erfüllen. Dass der Gatte beim Autohändler mit dem neuen Fahrzeug ein richtiges Schnäppchen macht, kommt natürlich gelegen, denn man will verreisen und benötigt jeden Rubel. Doch das neue Auto bereitet technische Probleme. Erst ist es ein elektrischer Schlag am Lautstärkeregler des Radios. Später kommen ominöse Geräusche und plötzlicher Benzinverlust dazu. Leider treten bald Zweifel auf, ob der Autokauf doch nicht zu übereilt abgeschlossen wurde. Hinzu kommt, dass sich das Paar in einer Ehekrise befindet und man in Erwähnung zieht, nicht doch die Scheidung einzureichen. So kommt, was unweigerlich kommen muss. Die Fahrt zum Flughafen wird zum blanken Horror. Etwas Böses scheint das Steuer übernommen zu haben und will die Beziehung der beiden auseinandertreiben. Was Andrey und Olga nicht wissen: Der Vorbesitzer des Fahrzeugs hat nach einem Ehekrach die Liebste ermordet und deren Einzelteile im Kofferraum durch die Gegend kutschiert. Da liegt der Verdacht nahe, dass es sich der Geist der Ermordeten auf dem Rücksitz gemütlich gemacht hat.
 
 
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Entscheiden Sie sich jetzt. Was Regisseur und Drehbuchautor OLEG ASSADULIN mit PARANORMAL DRIVE abliefert, ist weder Fisch noch Fleisch. Der Gute scheint sich irgendwie nicht so recht schlüssig darüber gewesen zu sein, was er denn nun für einen Film drehen wollte. Was anfänglich einen Geisterstreifen vermuten lässt, verwandelt sich in den letzten zehn Minuten zum Psychothriller. Da werden plötzlich Themen wie Schizophrenie und Wahnsinn gestreift und lassen den bis dato akribisch auf Spuk getrimmten Horrorfilm löchrig und vor allem unplausibel erscheinen. Seit dem Erfolg des Mystery-Thrillers THE SIXTH SENSE gehören unerwartete Filmauflösungen in Horrorstreifen wieder zum guten Ton. Das ist auch gut so, insofern Filmwendungen Hand und Fuß haben. Im Falle des russischen PARANORMAL DRIVE ist das leider nicht so, denn der plötzliche Twist verwirrt unnötig und wirft mehr Fragen auf, als dass er Antworten geben kann. Demzufolge sollte man doch besser einige Kilometer weiter gen Osten schauen. Dort liegt nämlich jenes Land von dem sich der russische Geister-Psycho-was-auch-immer-Streifen hat inspirieren lassen: Japan. Da werden zwar Geisterfilme en masse produziert – tragen aber dann auch wirklich das Prädikat: unheimlich. Meistens. Davon ist PARANORMAL DRIVE leider weit entfernt. Gruselig sind hier nur die ständigen Streitereien zweier Eheleute, deren Beziehung schon bessere Tage erlebt hat. Kann man aber auch günstiger haben. Einfach mal das Ohr an die Wohnungstür des Nachbars halten und aufmerksam lauschen. Spätestens dann ist man garantiert mittendrin statt nur dabei.
 
 
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PARANORMAL DRIVE – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Wenn die Fahrt zum Flughafen mit dem neuen Auto zum Albtraum wird. PARANORMAL DRIVE ist genauso einfallslos, wie die enervierend plumpe Titelkreation für den internationalen Filmmarkt. PARANORMAL DRIVE heißt im russischen Original eigentlich MARSHRUT POSTROEN. Weil das aber keiner versteht, musste etwas Auffälligeres her. „Paranormal“ heißt das Zauberwort, mit dem sich sichere Umsätze generieren lassen, denn seit PARANORMAL ACTIVITY vor fast zehn Jahren Traumsummen an den Kinokassen erwirtschaftete, geht in der Horrorwelt ohne als paranormal verkaufte Phänomene offensichtlich nur noch wenig. Leider verbirgt sich hinter PARANORMAL DRIVE eine Mogelpackung. Der Film beginnt wie jeder 08/15-Spukhausfilm, nur mit dem Unterschied, dass sich unerklärliche Ereignisse diesmal in einem Auto abspielen. Leider schlägt der Streifen in den letzten Filmminuten eine ganz andere Richtung ein und sorgt so für unangenehme Verwirrung. Nur Regisseur und Drehbuchautor OLEG ASSADULIN allein weiß, warum Protagonisten im Film handeln, wie sie handeln. Da funktionieren plötzlich Bremsen nicht mehr, ist Benzin aus unerklärlichen Gründen knapp und Fahrer schlafen am Steuer ein, fahren aber trotzdem weiter. Normalsterbliche Reisende hätten da wohl gleich den ADAC-Pannennotdienst gerufen oder ein Nickerchen am Rastplatz gemacht. Nicht in PARANORMAL DRIVE. Hier werden mysteriöse Ereignisse von genervten Eheleuten weggestritten. Was für ein Blödsinn.
 
 
 


 
 
 

PARANORMAL DRIVE – Zensur

 
 
 
PARANORMAL DRIVE bzw. MARSHRUT POSTROEN – wie er in Russland vermarktet wird – ist ziemlich harmlos. Es gibt Dutzende plakativ eingesetzte Schockmomente zu sehen. Die Grausamkeiten reduzieren sich auf eine Nagelschere, die einem Protagonisten in den Hals gerammt wird. Zudem wird einer Verkäuferin in den Kopf geschossen und die Heldin verletzt sich am Finger. PARANORMAL DRIVE ist ein sicherer FSK16-Kandidat.
 
 
 


 
 
 

PARANORMAL DRIVE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Christine (1983)
 
Hybrid 3D (2010)
 
The Car – Der Teufel auf Rädern (1977)
 
Der Autovampir (1981)
 
Blood Car (2007)


Filmkritik: „The Darkness“ (2016)

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THE DARKNESS

(6 MIRANDA DRIVE)

Story

 
 
 

Eine Familie bringt aus dem Urlaub am Grand Canyon ein ganz merkwürdiges Souvenir mit nach Hause. Dort passieren bald seltsame Dinge.

 
 
 


 
 
 

THE DARKNESS – Kritik

 
 
 
KEVIN BACON und RADHA MITCHELL (SILENT HILL und dessen Fortsetzung) in einem Horrorfilm von der Stange im Kaufhaus. Was die beiden Schauspieler geritten hat, in THE DARKNESS mitzuspielen, dürfte wohl auf ewig ein großes Rätsel bleiben oder sich auf den Bankkonten der beiden abgespielt haben. Mehr als 08/15-Gruselei wird hier nicht geboten. Abermals sagen BLUMHOUSE PRODUCTIONS (EXITUS, SINISTER und das MARTYRS-Remake) Horrorfans mit Hirn den Kampf an. Die Produktionsfirma ist berüchtigt, Genrefilme für den Massenmarkt zu produzieren und sich dabei auf bekannten Horrorpfaden zu bewegen. Auf dass der Kinozuschauer beim Gruseln nicht überfordert werden möge. Immerhin hatte man mit dieser stets gleichen Mixtur aus Schreck und Schauer oft Glück. Viele der hauseigenen Leinwand-Schocker wurden – gerade wegen der überraschungsarmen Gruseltaktik – zu Kassenhits, was vor allem für jene Regisseure bitter gewesen sein dürfte, die an ambitionierten Indie-Projekten tüfteln und den Horrorfans auch mal Unkonventionelles bieten.
 
 
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Von Unkonventionellem oder Unverbrauchtem ist THE DARKNESS weit entfernt. Regisseur GREG MCLEAN gab sich die Blöße und hat kommerzielles Popcorn-Kino inszeniert, in dem eher die Spezialeffekte in Erinnerung bleiben als Geschichte oder Schauspieler. Fernab seiner üblichen Handschrift bekleckert sich Macher GREG MCLEAN nicht mit Ruhm. Zuletzt hatte er wegen derber Gewaltdarstellungen in WOLF CREEK 2 für Furore gesorgt und kam damit beim Publikum gut an. Umso verwunderlicher, warum er der Linie nicht treu geblieben ist. Blutorgien gibt es diesmal nicht zu sehen. Der gewalterprobte Macher versucht sich im Geister-Einmaleins. Das bedeutet: weniger Explizites, dafür mehr subtiler Budenzauber. Ob sich der Australier diese Entscheidung gut überlegt hat?
 
 
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Von nervigen Kindern und nicht sonderlich schlauen Dämonen. THE DARKNESS begleitet eine Familie beim Urlaub am Grand Canyon. Dort entdeckt der autistisch veranlagte Sohnemann fünf seltsame Steine in einer geheimen Höhle und nimmt sie mit nach Hause. Daheim ereignen sich bald schaurige Dinge. Der Junge verhält sich schräg und plaudert mit einer unsichtbaren Freundin. Erst will er Großmutters Katze an den Kragen, später zündet er sein Kinderzimmer an. Die Eltern (BACON und MITCHELL) sind ratlos und recherchieren im Internet. Dort wird man schnell fündig. Bösartige Dämonen! Dunkelheit soll über die Menschen kommen und ihre Zerstörung bewirken. Weil die Schattenwesen versehentlich aus ihrem Gefängnis befreit wurden, haben sie nun leichtes Spiel. Doch natürlich kommt alles anders. Weil THE DARKNESS nun mal ein Hollywood-Film ist, siegen am Ende die Guten über das Böse. Gott sei Dank.
 
 
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Wer schon ein paar Gruselfilme aus der Traumfabrik auf dem Schirm hatte, wird sich hier reichlich unterfordert fühlen. THE DARKNESS erfindet das Rad nicht neu und orientiert sich beim Angstmachen lieber an Altbewährtem. Vergleicht man die Vorgehensweise des Streifens, sind Parallelen zu anderen Filmen aus dem Hause BLUMHOUSE nicht von der Hand zu weisen. Das Produktionsstudio scheint an Geistern, Dämonen und Spuk einen Narren gefressen zu haben und produziert paranormalen Hokuspokus am Fließband. Nach ständig ähnlicher Machart (siehe: DER KULT, INSIDIOUS: CHAPTER 3 und JESSABELLE) – vermutlich solange sich dafür noch Zuschauer begeistern lassen. Leider ist die altbewährte Gruselrezeptur in THE DARKNESS aufgrund ihrer Vorhersehbarkeit nicht gerade Spannungsgarant. So passieren erst unerklärliche Phänomene, die natürlich ergründet werden müssen. Ist man erst des Rätsels Lösung ein Stück näher gekommen, muss ein Geisterjäger her. Der scheucht im Finale das Böse auf, um es zurück dahin zu weisen, wo es hergekommen ist. Das ist nicht gerade das, wofür man im Kino Geld für ein Kinoticket ausgeben müsste, wenn man doch gleiche Schauergeschichten in jeder drittklassigen Vorabendserie oder günstig gedrehten Videoproduktion zu sehen bekommt. Immerhin werden Besitzer von Heimkinoanlagen kurze Gänsehautmomente bekommen. In den letzten zehn Minuten wird an lauten Spezialeffekten nicht gegeizt. So durften Effekte-Macher und Tontechniker zeigen, was sie können. Besser macht das THE DARKNESS leider keineswegs.
 
 
 


 
 
 

THE DARKNESS – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Einfallsloser dafür aber starbesetzter Gruselfilm, der sich recht unverfroren bei Klassikern wie POLTERGEIST oder THE AMITYVILLE HORROR bedient. Was jedoch dort seinerzeit für Gänsehaut gesorgt hat, ist in THE DARKNESS kalter Kaffee, weil der Film müde die ausgelutschten Etappen gängiger Geister- und Spukfilme abhakt. Das macht den kommerziellen Schnarcher vorhersehbar und verursacht Langeweile. Neue oder gar frische Ideen sind in diesem Gruselstreifen Mangelware. Übrigens stoßen zwei Schauspieler im Film erneut aufeinander. KEVIN BACON und JENNIFER MORRISON trafen sich bereits am Set zum Geisterthriller ECHOES – STIMMEN AUS DER ZWISCHENWELT. Leider scheinen alle Schauspieler im Film – wie das Drehbuch – ebenfalls gelangweilt und unterfordert zu sein. Zudem will man das Gefühl nicht loswerden, als wären KEVIN BACON und RADHA MITCHELL als leidgeplagte Eltern für die Rollen ungeeiget. Die wollen so rein gar nicht harmonieren und dürften die Arbeit an THE DARKNESS nur deshalb angenommen haben, weil es genug Zaster gab. THE DARKNESS ist eine Enttäuschung und mal wieder Beweis dafür, dass selbst bekannte Schauspieler einen Horrorfilm mit miserablem Drehbuch nicht besser machen können.
 
 
 


 
 
 

THE DARKNESS – Zensur

 
 
 
Gewalt gibt es im Film nicht zu sehen. Eines der Filmkinder wird von einem Hund gebissen. Am Ende werden einigen Protagonisten am Boden liegende Gegenstände entgegengeschleudert und verletzen die Haut. THE DARKNESS hat in Amerika eine PG13-Freigabe erhalten. Hierzulande wird es eine FSK16.
 
 
 


 
 
 

THE DARKNESS – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei: Universal Pictures | Blumhouse Productions)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Insidious (2010)
 
Poltergeist (1984)
 
The Dead Room (2015)
 


Filmkritik: „The Offering“ (2016)

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THE OFFERING

(THE FAITH OF ANNA WATERS)

Story

 
 
 
Eine junge Frau reist nach Singapur, um ihrer verstorbenen Schwester die letzte Ehre zu erweisen. Kaum angekommen, muss sie den Kampf gegen eine böse, höhere Macht aufnehmen.

 
 
 


 
 
 

THE OFFERING – Kritik

 
 
 
Liebe Kinder, es ist mal wieder Zeit für unheimlichen Kontakt mit dem Jenseits. Immerhin – haben wir doch über Geisterfilme schon mindestens fünf Tage nicht mehr berichten dürfen. Offensichtlich lässt sich damit immer noch ziemlich viel Geld verdienen, auch wenn sich in den letzten zehn Jahren grob jede zweite Horrorproduktion mit paranormalen Ereignissen beschäftigt hat. Schaurige Begegnungen mit Wesen von der anderen Seite sind auch im Mysterythriller THE OFFERING Programm, der in einigen Ländern auch als THE FAITH OF ANNA WATERS vermarktet wird und Freunde gepflegten Gruselns ansprechen soll. In diesem Durchgang wird der Zuschauer mit nach Asien genommen, wo Spuk in Singapur auf ihn wartet. Bewanderten Genrefans packt da das Grausen – nicht aber des Horrors wegen. Seit RINGU in den 1990ern weltweit einen asiatischen Geisterboom einläutete, sind bis heute unzählige Mädchen schleimhaarig und schon länger tot aus Brunnen oder TV-Geräten geklettert. Das bereitet nur noch wenig westlichen Zuschauern Gänsehaut. Es sei aber versichert, dass THE OFFERING nichts mit den typisch asiatischen Geisterfilmen am Hut hat – auch wenn die fernöstliche Kulisse Gegenteiliges vermuten lässt. Hier kreischen sich vornehmlich amerikanische Schauspieler um Kopf und Kragen. Die Handlung erfindet das Rad nicht neu und laute Jump Scares erinnern an jüngstes Gruselfutter, das zwar atmosphärisch aber nicht immer sonderlich intelligent die Multiplexe heimsucht. Regisseur KELVIN TONG geht konventionelle Wege und orientiert sich beim Spuken an amerikanischem Gruseleinerlei – auch wenn er eigentlich von dort kommt, wo sein selbst geschriebener Streifen spielt. Mit THE OFFERING hat er schreckliche wie schreckensreiche Horrorware inszeniert, wie man sie im amerikanischen Kino gerne sieht. So lassen sich weder Kurzweiligkeit, noch Professionalität so ganz von der Hand weisen. Dennoch mangelt es dem Streifen an Eigenständigkeit und Cleverness. Fans glattgebügelten Horror-Mainstreams wie THE CONJURING oder INSIDIOUS dürfte das nicht weiter stören. Für die wurde der Film gemacht.
 
 
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Im Film wird die Journalistin Jamie Waters (ELISABETH RICE) mit einer Familientragödie konfrontiert. Ihre Schwester hat sich wegen einer unheilbaren Erbkrankheit vor der Webcam das Leben genommen, weshalb Jamie nach Singapur reist, um der Verstorbenen ihre letzte Ehre zu erweisen. Kaum angekommen, wird die junge Frau mit einer weiteren Hiobsbotschaft konfrontiert. Auch bei der kleinen Nichte (ADINA HERZ) wurde eben dieses Huntington diagnostiziert – eine bis heute unheilbare Erbkrankheit des Gehirns, die unweigerlich zum Tod des Patienten führt. Doch das Mädchen lässt sich trotz des bitteren Schicksals nicht beirren und ist fest davon überzeugt, dass ihre Mutter nach sieben Tagen zurückkehren wird. Sie beginnt plötzlich Freundschaft mit einem unsichtbaren Wesen zu schließen, das im Haus ein und aus geht. Wer schon ein oder zwei Geisterfilme gesehen hat, dürfte den weiteren Verlauf der Handlung voraussagen können. Offensichtlich hat das kleine Mädchen einen guten Draht zu den früheren Eigentümern des Gebäudes, die nun rastlos durch die Räume wandeln und etwas mitteilen wollen. Doch der Spuk wird bald zum kleineren Problem. In THE OFFERING wird es nämlich in der Halbzeit ganz schön abstrus. Etwas Böses macht sich das Internet zu eigen und attackiert die Webseiten verschiedener Kirchen. Zudem sterben plötzlich Menschen auf grausame Weise vor den Webkameras ihrer Laptops. Die Polizei steht vor einem Rätsel, doch Journalistin Jamie ahnt Schlimmes. Sie findet bald Parallelen zwischen dem tragischen Selbstmord der Schwester und den merkwürdigen Begebenheiten, die die Gegend in Angst und Schrecken versetzen.
 
 
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Eigentlich hätte aus THE OFFERING ganz gute Spukunterhaltung werden können, wäre da nicht der seltsame Richtungswechsel, der die Geschichte zwanghaft versucht in die Dämonen-Schublade zu zwängen. Was eigentlich paranormal beginnt, driftet nämlich bald ins Okkulte ab. Die Spukerscheinungen in der ersten Hälfte sind nur Vorwand. Ein oller Dämon ist das Hauptproblem und versucht einen Weg in die Welt der Lebenden zu finden. Der macht nicht einmal vor moderner Technologie halt und nutzt sie für eigene Zwecke. Ob Emailpostfächer oder Webseiten – nichts ist vor dem sogenannten „Leviathan“ sicher, der eine gewisse Leidenschaft fürs Hacken von Webseiten besitzt und sich auch gerne mal in menschliche Körper einnistet. Das hört sich – mit seiner zugegebenermaßen innovativen Idee der Gleichsetzung von Mensch und Computer als besetzbarem Opfer – bescheuert an und ist’s auch: ziemlicher Käse. Scheinbar war KELVIN TONG um eine besonders außergewöhnliche Handlung bemüht, die man so wohl noch nicht gesehen hat. Leider wirkt das Gebräu, als mussten hier zwei Geschichten in einem Film untergebracht werden. Irgendwie fühlt sich der Übergang vom Geisterfilm- ins Okkultismusfach reichlich erzwungen an, was THE OFFERING natürlich nicht förderlich ist – vor allem wenn es um Logik geht.
 
 
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Wer diese Logik voraussetzt, um einen Horrorfilm genießen zu können, wird hier das kalte Grausen bekommen. Kein Wunder. Zufälligkeiten und Plotlücken geben sich die besessene Klinke in die Hand und stricken eine Handlung, die ziemlich unglaubwürdig ist. Nichtsdestotrotz funktioniert der haarsträubende Mix aus Geister- und Dämonenblödsinn zumindest auf der Spannungsebene. Regisseur KELVIN TONG beweist Geschick für Atmosphäre, Schocks und Kameraführung. Somit fesselt er den Zuschauer, der natürlich wissen möchte, wie THE OFFERING ausgeht. Weil’s jedoch ein amerikanischer Grusler herkömmlicher Rezeptur ist, dürfte jedem klar sein, dass ein Happy End nicht ausbleiben wird. Hinzu kommt, dass THE OFFERING offen endet, was bei konventionell gestrickten Horrorfilmen dieser Tage zum guten Ton gehört. Demzufolge kann der Film durchaus interessant sein, wenn man denn die eigenen Erwartungen herunterschraubt und den Kopf ausstellt. Wer allerdings sein Hirn beim Schauen von Horrorfilmen gebrauchen möchte, ist hier falsch.
 
 
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THE OFFERING – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Schauriger Gruselfilm mit ausreichend Schockmomenten, bei dem das Effekt-Team im Finale zeigen darf, was es kann. Leider hat THE OFFERING ein Problem. Der Streifen orientiert sich starr an amerikanischen Konventionen für Spuk- und Geisterfilme. Somit sind viele Szenenabläufe vorhersehbar. Weil Macher KELVIN TONG jedoch – ziemlich haarsträubend – Geister- und Okkultgenre verbindet, bleibt die Angelegenheit zumindest größtenteils spannend. Was in THE OFFERING passiert, ist schlussendlich Käse. Die Handlung trägt derart dick auf, dass sich erfahrene Zuschauer das Kopfschütteln nicht werden verkneifen können. So wird ein Tablet zum Ouija-Board umfunktioniert und Dämonen hacken sich in Webseiten ein. Unzählige Horrorelemente landen in einem Topf, sollen möglichst reißerisches Gruselvergnügen garantieren. Geister spuken durch Herrenhäuser, Dämonen sorgen für Chaos und der obligatorische Exorzismus darf auch nicht fehlen – Halleluja. Trotz Horror-Quatsch mit Soße beweist der Regisseur immerhin ein gutes Gespür für Spannungsaufbau und gut platzierte Schocks. Da geht sogar durch, dass im Film dreist Friedkins DER EXORZIST vergewaltigt und dessen berühmte Kopf-dreh-Szene kopiert wird. Wer Horror-Mainstream mag, kommt auf seine Kosten. Alte Horrorhasen, deren Herzen für nostalgische Geister- und Okkult-Klassiker der 1970er und 1980er schlagen, dürften sich aufgrund der einfältigen Zitate und der logikfreien Handlung schwerer mit THE OFFERING tun.
 
 
 


 
 
 

THE OFFERING – Zensur

 
 
 
Vor der Webcam bringen sich einige Protagonisten auf unterschiedliche Weise um. Zudem wird Unheil durch Spuk und Exorzismus heraufbeschworen. Hierzulande dürfte THE OFFERING ohne Probleme mit einer FSK16 erscheinen.
 
 
 


 
 
 

THE OFFERING – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Die Rechte aller verwendeten Bilder liegen bei MOMENTUM PICTURES)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Backtrack (2015)
 
Sensoria (2015)
 
The Entity (2015)
 
Demonic (2015)
 
The Atticus Institute (2015)
 


Filmkritik: „Backtrack“ (2015)

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BACKTRACK

Story

 
 
 

Der Psychologe Peter (ADRIAN BRODY aus SPLICE, GIALLO und WRECKED) sieht plötzlich tote Menschen und begibt sich auf eine Reise voller Rätsel und Geheimnisse, die ihn zurück in den Heimatort führt, wo er mit seiner tragischen Vergangenheit konfrontiert wird.

 
 
 


 
 
 

BACKTRACK – Kritik

 
 
 
Es ist schön, dass es sie doch noch gibt: Geisterfilme, die auch das halten, was man von ihnen erwartet. Seit der Videomarkt boomt und sich nahezu jeder Niemand darin versucht, mit möglichst wenigen Budget und einfältigen Schreckmomenten rasch Geld zu verdienen, hat das Spuk- und Geistergenre einen großen Teil seiner schaurigen Faszination verloren. Regisseur MICHAEL PETRONI versucht dagegen anzukämpfen und besinnt sich auf traditionelle Spukwerte zurück. Der hat bereits im Horrorbereich Erfahrung sammeln können und Drehbücher zu Filmen wie THE RITE oder KÖNIGIN DER VERDAMMTEN beigesteuert. Mit BACKTRACK nahm er sich die Freiheit, auch mal ein eigenes Schauskript selbst zu verfilmen und landet damit gleich einen Glückstreffer. Ihm gelingt das Meisterstück eine packende Geschichte herrlich schaurig zu erzählen, die von Anfang bis Ende konstant spannend bleibt. Freunde klassischer Spuksteifen sollten demnach gut zuhören, denn BACKTRACK beendet die Durststrecke nach sehenswerten Gruselfilmen. Das war auch bitter nötig.
 
 
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Bereits auf dem FANTASY FILMFEST 2015 konnten sich Besucher von der herausragenden Qualität des wendungsreichen Gruselstücks überzeugen. Das ist mit Oscar-Preisträger ADRIAN BRODY sowie SAM NEILL prominent besetzt und erzählt die Geschichte vom Psychologen Peter, der plötzlich Geister sieht und Gewissensbisse bekommt. Der tragische Tod der kleinen Tochter hat den gestandenen Mann aus der Bahn gerissen. Für den gibt er sich selbst die Schuld, weil er nur eine Minute unachtsam war. Eines Tages taucht in seiner Praxis ein kleines Mädchen auf, das mit ihrem seltsamen Verhalten Fragen aufwirft. Nach einigen Recherchen steht fest: die minderjährige Besucherin ist seit Jahren tot – genauso wie die übrigen Patienten, die sich seit Wochen den Kummer in der Praxis von der Seele reden. Selbstverständlich sind die Geistererscheinungen nicht grundlos. Die wollen dem von Sorgen zerfressenen Psychologen etwas mitteilen. Erfahrene Zuschauer wissen natürlich, dass sich dahinter meist ein schreckliches Schicksal verbirgt, das mit dem Filmheld in Verbindung steht.
 
 
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BACKTRACK besitzt alles, was man von hochwertigem Horrorkino erwartet. Ob unwohlig musikalischer Untermalung, virtuose Kameraführung oder wirkungsvolle Schreckmomente – die Symbiose aus Mysterythriller, Geisterfilm und Verlustdrama hat einiges zu bieten, nach dem sich Hobby-Geisterjäger zu Hause seit Jahren sehnen. Die finstere und atmosphärische Kopie von THE SIXTH SENSE ködert den Zuschauer mit stets kleinen Häppchen und verrät nie zu viel über eine Geschichte, die mit genug Twisten aufwartet, damit Spannungsschrauben konstant fester gedreht werden können. Erst nach und nach werden Details über die Hintergrundgeschichte preisgegeben, die mancherorts zwar etwas konstruiert erscheint, was aber dem Spannungsbogen keinen Abbruch tut. Mehr über die intelligent geschriebene Geschichte zu verraten wäre gemein. BACKTRACK entfaltet seinen gesamten Schrecken am besten, wenn man so wenig wie möglich über den Film weiß. Deshalb: Vorhänge zuziehen, Licht ausschalten und Heimkinoanlage auf Maximum drehen. Ein Gruselfest der Extraklasse ist somit garantiert.
 
 
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BACKTRACK – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Ein finsteres und sehr atmosphärisches Geisterdrama, das mancherorts THE SIXTH SENSE oder STIR OF ECHOES in Erinnerung ruft. Klassische Gruselware wird mit BACKTRACK geboten, die nicht ungesehen bleiben sollte. Ganz im Gegenteil. Der mit ADRIAN BRODY besetzte Geisterfilm ist ein Referenztitel und sorgt mit schauriger Stimmung und fiesen Jump Scares für reichlich Gänsehaut. Die Quintessenz dieses unheimlichen und packenden Genrefilms ist jedoch die clever geschriebene Geschichte. Die fesselt bis zum erlösenden Ende und hat einige Überraschungen zu bieten. Ganz nebenbei glänzt Brody mit beeindruckender Schauspielleistung. Der verkörpert in BACKTRACK eine zermürbte Figur, die an dem tragischen Tod der Tochter zu zerbrechen droht. Seine gekonnte Darbietung eines gequälten Mannes hinterlässt Eindruck und bestätigt noch einmal, warum der Schauspieler vor einigen Jahren mit einem Oscar (für DER PIANIST) ausgezeichnet wurde. BACKTRACK ist großartig inszenierter Geisterspuk, der niemanden kalt lässt. Unbedingt sehenswert.
 
 
 


 
 
 

BACKTRACK – Zensur

 
 
 
Gewalt spielt in BACKTRACK keine Rolle. Eigentlich bekommt der Zuschauer hier keine bösen Szenen zu sehen. Der Film verursacht Gänsehaut auf subtile Weise. Wegen ein paar Schocks und Schreckmomente sowie der düster gehaltenen Stimmung des Films dürfte es in Deutschland für BACKTRACK eine FSK16 geben.
 
 
 


 
 
 

BACKTRACK – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Echoes – Stimmen aus der Zwischenwelt (1999)

Schatten der Wahrheit (2000)

Echoes (2014)

Jessabelle (2014)

The Gift – Die dunkle Gabe (2000)


Filmkritik: „Bleed“ (2016)

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BLEED

Story

 
 
 

Sechs Freunde erleben den Horror ihres Lebens. Während einer kleinen Feier unter Freunden kommt man auf die Idee, unheimlichen Legenden eines verlassenen Gefängnisses genauer unter die Lupe zu nehmen. Wer schon einige Horrorfilme gesehen hat wird wissen, dass das kein gutes Ende nehmen wird.

 
 
 


 
 
 

BLEED – Kritik

 
 
 
Eigentlich hätte für Sarah (CHELSEY CRISP) und Ehemann Matt (MICHAEL STEGER) alles so schön werden können. Die beiden erwarten ein Baby und beziehen ein neues Haus irgendwo fernab der Großstadthektik, wo ein neues Leben für die noch junge Familie beginnen soll. Um den Anlass feiern zu können, werden Freunde und Sarahs Bruder Eric (RILEY SMITH aus GALLOWWALKERS) übers Wochenende ins neue Heim eingeladen. Letzterer ist ein Draufgänger und Frauenheld, der irgendwie nichts auf die Reihe bekommen will und sich bei der großen Schwester erstmal Geld leihen muss, um überhaupt über die Runden zu kommen. Wie es sich für einen Horrorfilm gehört, werden die Geschehnisse bald eine gruselige Wendung nehmen. Einer der Freunde berichtet von schaurigen Geschichten, die sich um die Gegend ranken. So soll sich in einem Gefängnis ganz in der Nähe Unheimliches ereignet haben. Serienkiller und Kannibale Kane (RAJINDER KALA) soll dort inhaftiert und bei einem Feuer ums Leben gekommen sein. Weil Neugierde größer ist als Verstand, macht sich die Gruppe auf, um den leerstehenden Gebäudekomplex genauer zu erforschen. Wie immer in solchen Filmen ein fataler Fehler, den die naiven Freunde mit dem Leben bezahlen müssen.
 
 
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Wenn sich Horrorfilme nicht ins Gedächtnis einbrennen wollen, hat der Regisseur wohl sein Ziel verfehlt. BLEED (Arbeitstitel war THE CIRCLE bzw. THE HARVESTING) ist einer dieser Filme, die krampfhaft darum bemüht sind anders zu sein, aber es letztendlich trotzdem nicht schaffen, das Interesse des Zuschauers für sich zu gewinnen. Regie-Newcomer TRIPP RHAME hat viele Ideen gesammelt. Das ist eigentlich löblich, denn Neuerungen werden gern in einem Genre gesehen, dem offensichtlich nichts Neues mehr einfallen möchte. Leider ist BLEED förmlich zugemüllt mit zahlreiche Nebenhandlungen und Gedankenblitzen, dass schnell der Überblick verloren geht. TRIPP RHAME erzählt im Spielfilmdebüt von unerklärlichen Phänomenen, einem übernatürlichen Mörder und ominösen Hinterwäldlern, die eine Leidenschaft fürs Okkulte besitzen. Das Fatale: BLEED ist für die Fülle an Informationen einfach zu kurz geraten, so dass kaum einer der diversen Handlungsstränge zufriedenstellend und plausibel abgehandelt werden kann. Das hat am Ende der Macher wohl selbst gemerkt und macht von Taschenspielertricks Gebrauch. Fiese Schreckmomenten und nicht immer überzeugende Spezialeffekte sollen von der konfusen Handlung ablenken und dafür sorgen, dass der Zuschauer keine unbequemen Fragen stellt. Das funktioniert anfangs ganz gut. Doch je näher sich BLEED dem Ende nähert, umso gravierender werden Logiklücken, die sich auch nicht mehr mit kostengünstigen CGI-Effekten verschleiern lassen.
 
 
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BLEED ist kein nennenswerter Horror-Indie. Der Streifen lässt mal wieder Figuren seltsame Dinge tun, an die kein normalsterblicher Mensch denken würde. So bleibt unverständlich, warum Erwachsene ausgerechnet in der Nacht ein verlassenes Gefängnis erkunden und darin sogar noch ein Schäferstündchen halten müssen. Außerdem unklar, wieso einer der Protagonisten die Geisterjagd fortsetzen möchte, nachdem er schwer verletzt wurde und dem Sensenmann noch einmal durch die Lappen gehen konnte. Möchte man in derart Situation nicht besser in einem Krankenhaus versorgt werden? In BLEED rauben ausgelutschte Horrorklischees den letzten Nerv. Das frustriert alteingesessene Horrorfans, die eigentlich Neuerungen im Horrorfilm suchen und sich mit dummen Charakteren und hanebüchenen Hokuspokus auseinandersetzen müssen. Doch das ist noch nicht alles, denn ein verworrener Mix der Subgenres vermasselt den Spannungsbogen, den man in BLEED ohnehin mit der Lupe suchen muss. Was bleibt sind eine Handvoll düstere Momente und ein schaurig geschminkter Bösewicht, der rastlos durch Gefängnisgänge spukt und immerhin für etwas Atmosphäre sorgt. Das allein macht aber noch keinen guten Horrorfilm, denn aufgrund billigem Indie-Looks (der Film hat gerade einmal 550.000 Dollar gekostet) verlieren die meisten gut gemeinten Schauer an Intensität. Demzufolge ist BLEED nur für Allesseher zu empfehlen, die auch jeden Horrorfilm schauen müssen, um mitreden zu können.
 
 
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BLEED – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Große Ziele doch viel zu kleines Budget. Regisseur TRIPP RHAME hat sich in BLEED wohl etwas verzettelt. Der wollte Großes erreichen und hat in seiner Euphorie viel vermasselt. Sein erster Spielfilm ist überladen mit Ideen. BLEED ist ein Mix aus diversen Subgenres und kommt aufgrund der vielen Handlungsstränge ins Taumeln, die leider nur angerissen und oberflächlich zu Ende gebracht werden. So lässt sich nicht so recht einordnen, was BLEED denn nun eigentlich für ein Film ist. Der Streifen streift Spuk, Okkult- und Serienkiller-Genre, macht von minderwertigen Spezialeffekten Gebrauch, verwirrt unnötig und hält den Zuschauer mit unglaubwürdig handelnden Protagonisten für dumm. Leider hat Macher TRIPP RHAM nicht mit der List des Publikums gerechnet. Das hat die Macht über die Fernbedienung und schaltet einfach ab, wenn es zu dämlich wird. Im Falle von BLEED wäre das wohl angebracht, denn der Film ist weder spannend, klug noch sonderlich gruselig. Keine guten Voraussetzungen für einen Horrorfilm.
 
 
 


 
 
 

BLEED – Zensur

 
 
 
Am Ende erwacht der Film aus seiner Lethargie und es gibt Mord und Totschlag zu sehen. Neben aufgehängten Körperteilen wird in Köpfe geschossen und Hälse mit spitzem Gegenstand aufgeschlitzt. Klingt brutal, ist es aber nicht sonderlich. Eine FSK16 dürfte ausreichen.
 
 
 


 
 
 

BLEED – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
666 – Paranormal Prison (2013)

Zellblock 11 (2014)

House of Dust (2013)

Driftwood (2006)


Filmkritik: „The House on Pine Street“ (2015)

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THE HOUSE ON PINE STREET

Story

 
 
 

Jennifer Branagan ist im siebten Monat schwanger und erlebt den Horror ihres Lebens. Im neuen Haus passieren unheimliche Dinge, die die werdende Mutter in den Wahnsinn treiben.

 
 
 


 
 
 

THE HOUSE ON PINE STREET – Kritik

 
 
 
Es wird wieder ruhiger im Horrorkino, denn nach dem Comeback brutaler Folterstreifen, grausamer Rachefilme und blutiger Schlachtwerke geht der Trend zum minimalistischen Horror über, der mit einfachen Mitteln möglichst viel Unbehagen bescheren soll. Das ist zuletzt mit dem außergewöhnlichen IT FOLLOWS und dem psychologischen THE BABADOOK gelungen. Letzterer wurde in Deutschland unglücklich vermarktet und lies enttäuschte Kinogänger zurück. Die hatten sich vom australischen Indie-Export schauriges Filmvergnügen versprochen, bekamen aber Psychoware vorgesetzt, die mit Horror nur wenig am Hut hatte. Trotz (berechtigter) Kritik avancierte der Psychothriller zum Geheimtipp – wohl auch deswegen, weil er bereits im Vorfeld viel Lob auf Festivals erhielt, zahlreiche Preise abräumte und so Horrorfans neugierig machen konnte. Positives Feedback und reichlich Gold gab es auch für den folgenden Film. Der schimpft sich THE HOUSE ON PINE STREET, kommt aus Amerika und wurde von zwei Brüdern gedreht, die bereits 2009 Horror in Eigenregie geschrieben, gedreht und produziert haben. Mit ihrem zweiten Spielfilm wurde subtiler Horror der zurückhaltenden Art fabriziert, der ähnlich wie genannter THE BABADOOK eher psychologisches Grauen zum Thema macht.
 
 
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THE HOUSE ON PINE STREET handelt vom psychischen Abstieg der Jennifer Branagan (vielschichtig verkörpert von EMILY GOSS), die im Verlauf des Films an ihrem Verstand zweifelt, weil seltsame Dinge passieren. Sie zieht mit ihrem Mann (TAYLOR BOTTLES) weg von Chicago in ein Haus zurück in den Ort ihrer Kindheit, wo die Geburt des Nachwuchses freudig herbeigesehnt wird. Doch die Freude am neuen Leben währt nicht lang, denn im neuen Heim geht’s nicht mit rechten Dingen zu. Die Kammer im Schlafzimmer steht immer offen und Gegenstände bewegen sich wie von Geisterhand. Ohne Frage, hier spukt’s – doch leider will der jungen Frau niemand Glauben schenken. Als die Leidgeplagte von einer unsichtbaren Kraft attackiert wird und ihr niemand helfen möchte, reicht’s. Die werdende Mutter will zurück nach Chicago. Doch da passiert das Unfassbare.
 
 
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Von strengen Müttern, beschäftigten Ehemännern und psychisch labilen Hausfrauen. THE HOUSE ON PINE STREET ist metaphernreiches und intelligentes Indie-Kino, das einmal mehr beweist, dass man für guten Horror nicht viel benötigt. So sind es oftmals kleine Geschichten fernab vom Mainstream, die den Zuschauer gebannt vor der Glotze verharren lassen. Statt plakativ zu Erschrecken und möglichst viel Schauer auf Zelluloid zu bannen, gehen es die Macher AARON und AUSTIN KEETING unkonventionell an. Sie nutzen Spuk nur als Vorwand, um eine tragische Geschichte über Isolation, Einsamkeit und ihre Folgen zu erzählen. Hauptfigur Jennifer wird im Film von einer unheimlichen Präsenz verfolgt. Deren Attacken scheinen mit fortlaufendem Schwangerschaftstress immer aggressiver zu werden. Leider zweifelt bald die Familie, ob die junge Frau noch klar bei Verstand ist. Das ist auch kein Wunder, denn weder Freunde noch Besucher können Geistererscheinungen wahrnehmen. Bald führt Verzweiflung zu Wutausbrüchen und Unzufriedenheit. Zorn wird freigesetzt. Der hat lang im Unterbewusstsein einer Frau geschlummert, die sich immer versucht hat unterzuordnen.
 
 
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AARON und AUSTIN KEETING überzeugen mit cleverem Verwirrspiel. Sie locken in THE HOUSE ON PINE STREET auf falsche Fährten und manipulieren souverän. Lang bleibt nämlich unklar, ob die Brüder hier einen Geisterfilm oder Psychothriller gedreht haben. So ahnungslos wie die Filmheldin bleibt auch der Zuschauer, der quasi auf Augenhöhe mit der Hauptfigur ein erschütterndes Martyrium durchlebt, bei dem lang undurchsichtig bleibt, ob die leidgeplagte Jennifer wirklich Geister sieht oder der Spuk nur Folge traumatisierender Erlebnisse ist. Letztendlich ist auch im Falle von THE HOUSE ON PINE STREET die Bezeichnung „Geheimtipp“ gerechtfertigt. Was hier mit wenig Budget und hervorragenden Schauspielern auf die Beine gestellt wurde, ist beachtlich. THE HOUSE ON PINE STREET bleibt gerade wegen der zurückhaltenden und minimalistischen Machart bis zum Ende spannend und pendelt mit nahezu unbeschwerter Leichtigkeit zwischen Genres. Wer gern im Horrorfilm miträtselt, sollte gut aufpassen, denn so einfach ist THE HOUSE ON PINE STREET nicht zu knacken.
 
 
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THE HOUSE ON PINE STREET – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Grandioser Geheimtipp für Liebhaber subtiler Schauer. THE HOUSE ON PINE STREET schwimmt auf gleicher Welle, wie THE BABADOOK und verwirrt den Zuschauer durch falsche Fährten. Spukt es im Film wirklich oder haben sich Geistererscheinungen nur im Kopf einer verzweifelten Frau manifestiert? Die Brüder AARON und AUSTIN KEETING gruseln unkonventionell und machen alles richtig. So richtet sich THE HOUSE ON PINE STREET an jenes Publikum, das auch im Horrorfilm nach Anspruch sucht. Das bekommt hier ein cleveres Drehbuch vorgesetzt, das sich viel Zeit für die Entwicklung der Filmheldin nimmt. Hinzukommt, dass alle Rollen mit unverbrauchten Gesichtern besetzt wurden, die zur Abwechslung auch mal was können. Wer viele Indie-Horrorfilme neueren Datum gesehen hat, dürfte wissen, dass talentierte Schauspielern oft Mangelware sind. Wir meinen: Zu Recht auf Filmfestivals gehypter Gruselstreifen – Unbedingt sehenswert.
 
 


 
 
 

THE HOUSE ON PINE STREET – Zensur

 
 
 
THE HOUSE ON PINE STREET ist subtiler Psycho-Horror, der keine Gewalt zeigt. Die reduziert sich auf einen Fenstersturz. Ansonsten gibt es einige verstörende Spukmomente zu sehen, die dem Streifen einen FSK16 einbringen dürften.
 
 
 


 
 
 

THE HOUSE ON PINE STREET – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 

Dark Circles (2013)

The Babadook (2014)

Rosemaries Baby (1968)

Delivery: The Beast Within (2013)


Kritik: „Der Kult – Die Toten kommen wieder“ (2016)

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Achtung: Diese Kritik beinhaltet Spoiler. Wer sich die Vorfreude auf den Film nicht verderben lassen möchte, sollte das Review nicht lesen.
 
 

DER KULT – DIE TOTEN KOMMEN WIEDER

(THE VEIL)

Story

 
 
 

Einige Dokumentarfilmer (darunter JESSICA ALBA) wollen einen Film über einen mysteriösen Massensuizid drehen, kehren zum Ort der Geschehnisse zurück und bekommen es mit bösen Kräften zu tun.

 
 
 


 
 
 

DER KULT – Kritik

 
 
 
JESSICA ALBA tut es wieder und verirrt sich nach MACHETE und THE EYE erneut ins Genre. Diesmal übernimmt sie im Sekten-Thriller DER KULT – DIE TOTEN KOMMEN WIEDER (Originaltitel: THE VEIL) die Hauptrolle, der mit finsterem Filmlook, reichlich Spuk und bitterbösem Ende schlaflose Nächte bereiten soll. Das gelingt ohne Probleme, denn hinter dem grausigen Ausflug ins Reich der Schatten und Geister steckt jemand, der Ahnung von Horrorfilmen hat. Kein geringerer als JASON BLUM zeichnet verantwortlich. Der hat in der Vergangenheit mit schnell und günstig produzierten Hochglanz-Schockern für Gesprächsstoff gesorgt – darunter bekannte Erfolgstitel und Filmreihen, wie PARANORMAL ACTIVITY, SINISTER und die INSIDIOUS-Filme. Leider scheint der fleißige Produzent in letzter Zeit immer weniger Glück mit der Veröffentlichungspolitik seiner hauseigenen Gruselstreifen zu haben, denn trotz Fließbandproduktion von Horrorfilmen schaffen es nur noch die wenigsten der zügig hergestellten Machwerke in die Multiplexe. So wurden viele Titel der BLUMHOUSE PRODUCTIONS direkt auf Blu-ray oder DVD ausgewertet und ohne Werbung in die Heimkinos verbannt. Der blühende VOD-Markt und illegale Stream- und Downloadangebote dürften wohl dazu beigetragen haben.
 
 
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Nach JESSABELLE, DARK SKIES oder PLAY wird nun mit DER KULT – DIE TOTEN KOMMEN WIEDER ein weiterer Streifen aus der Blumhouse-Schmiede veröffentlicht, dem gleiches Schicksal ereilt. Der kommt ohne Kinoauswertung (zumindest in Amerika) in die Wohnzimmer und enttäuscht jene Filmfans, die sich gern im Kino das Fürchten lehren lassen. Das ist dahin gehend bitter, weil DER KULT einer dieser Genre-Filme ist, der wohl erst auf großer Leinwand sein ganzes Grusel-Potenzial entfalten kann. Immerhin entschädigt der Auftritt von JESSICA ALBA. Die bezirzt einmal mehr männliche Zuschauer mit großen Augen, Schmollmund und Traumkörper – auch wenn davon hinter wetterfester Kleidung kaum noch etwas zu erkennen ist. Die smarte Schauspielerin verkörpert in DER KULT eine ambitionierte Regisseurin, die einen ungelösten Massensuizid neu aufrollt, um darüber eine Dokumentation drehen zu können. 25 Jahren sind vergangen, seit Anhänger einer Sekte kollektiven Selbstmord im Hinterland Kaliforniens begangen haben. Zu dem hatte Wunderheiler Jim Jacobs (THOMAS JANE aus dem PUNISHER-Remake) aufgerufen, der eine Methode fand, um den Geist vom Körper zu lösen. Keines der Mitglieder überlebte. Nur die kleine Sarah Hope konnte sich aus den Fängen des charismatischen Führers befreien und kehrt als erwachsene Frau (LILY RABE) zusammen mit Alba und Filmteam zum Ort der Geschehnisse zurück. Auf einer verlassenen Ranch will man nach Gründen des kollektiven Selbstmords suchen, denn auf alten Polizeifotos wurden Kameras entdeckt, die den Massensuizid aufgezeichnet haben sollen. Selbstverständlich findet man das Equipment und altes Filmmaterial, das protokolliert, was einst vorgefallen ist. Für die Dokumentarfilmer kein Grund zur Freunde, denn was sich auf den Filmbändern abspielt, lässt das Blut in den Adern gefrieren.
 
 
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Die Sekten-Horrorfilme sind wieder da. Seit einiger Zeit scheint das eher stiefmütterlich behandelte Subgenre neuen Zuspruch zu erhalten, so dass immer häufiger Horror-Thriller über okkultische, satanische oder einfach nur obskure Sekten entstehen, die dem Zuschauer Albträume bescheren wollen. Nach RITUAL, CHILDREN OF SORROW und zuletzt THE SACRAMENT beteiligt sich nun auch Hollywood mit am lukrativen Sekten-Markt und muss sich keinesfalls vor genannten Filmen verstecken. Angstkino in Reinform wird mit DER KULT – DIE TOTEN KOMMEN WIEDER geboten. Der will zwar mit konventioneller Machart und bekannter Hauptdarstellerin ein eher Mainstream verwöhntes Publikum ansprechen, versteht aber auch alteingesessene Horrorfans zu fesseln, weil Regisseur PHIL JOANOU (SPIEL AUF BEWÄHRUNG) versteht, wie man Spannungsschrauben festdrehen muss. Statt mit der Tür ins Haus zu fallen, hält sich DER KULT mit Erklärungen zurück. Stattdessen werden im Film Anhaltspunkte verteilt, die erst nach einer Stunde erahnen lassen, wohin die Reise führen wird. Was anfänglich mysteriös und sinnlos erscheint, wird im Verlauf der Handlung logisch erklärt. So rekonstruieren gefundene Filmbänder die erschreckende Tat eines fanatischen Sektengurus, der neunmalklugen Dokumentarfilmern 25 Jahre später vom Jenseits aus die Leviten liest.
 
 
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Hilfe, hier spukt’s! Regisseur PHIL JOANOU bleibt der Erfolgsformel treu, die vielen Blumhouse-Produktionen zum Kassen-Hit verholfen hat. Demzufolge müssen auch in DER KULT rastlose Seelen für Chaos sorgen, die den Lebenden nichts Gutes wollen. Die Geister aller Sektenmitglieder können nach dem Massenselbstmord nicht ruhen und nutzen die Gunst der Stunde, um nach Jahren ewigen Wartens in die Körpern unangemeldeter Besucher zu schlüpfen. Was folgt ist vorhersehbar, denn besessene Dokumentarfilmer ermorden Kollegen, damit sich ausgewählte Sektenanhänger den Körpern der Toten bemächtigen können. Leider ist die überraschende Verwandlung zum Geister-Slasher banal, denn sobald Bessenheits-Horror eingeläutet wird, verpufft der Spannungsbogen wegen bekannter Genre-Klischees und Logikfehler. Das hätte nicht sein müssen!
 
 
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Letztendlich ist DER KULT – DIE TOTEN KOMMEN WIEDER trotzdem empfehlenswert, was hauptsächlich der schaurigen Optik zu verdanken ist. Macher PHIL JOANOU raubt dem Film jeglichen Glanz, überzeugt dafür mit schmutziger Ästhetik und taucht den Sekten-Thriller in matte, kränkliche und dreckige Farben. Zudem wird geschickt mit Dunkelheit und Geräuschkulisse experimentiert, damit Schockmomente den Zuschauer unvorbereitet treffen können. Somit tröstet die schaurige Atmosphäre des Unbehagens über ein unbefriedigendes Finale hinweg, das im Vergleich zur ersten, packend inszenierten Stunde, dann doch eher beliebig und einfallslos über die Mattscheibe flimmert.
 
 
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DER KULT – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Stark und spannend erzählter Sekten-Horrorthriller aus der Feder von ROBERT BEN GARANT (HELL BABY), dem in den letzten 20 Minuten ein wenig die Puste ausgeht, weil Hochspannung gegen Horror-Klischees und Logikfehler ersetzt wird. Dennoch macht DER KULT – DIE TOTEN KOMMEN WIEDER mit finsterem Filmlook, schaurig schönem Sound und gut platzierten Schocksequenzen Vieles wieder gut, weil er gekonnt das Sekten-Genre mit Elementen aus Found-Footage, Geister- sowie Slasherfilmen verbindet. Leider bleiben die Schauspieler blass. Das ist aber nicht weiter schlimm, denn Geheimzutat von THE VEIL (so der Originaltitel) ist ohnehin der etwas andere Erzählstil, der durch das Abspielen von gefundenen Filmrollen und der Rekonstruktion längst vergangener Verbrechen ein wenig an Deodatos CANNIBAL HOLOCAUST erinnert. Wer demzufolge mit den bisher von JASON BLUM produzierten Horrorstreifen (INSIDIOUS 2+3, SINISTER) etwas anfangen konnte, wird auch DER KULT mögen. Der erfolgreiche Produzent bleibt seiner Richtung treu und hat Horror finanziert, der abermals von bösen Geistern erzählt, die nichts Gutes im Schilde führen. Nur schade, dass der vier Millionen teure DER KULT – DIE TOTEN KOMMEN WIEDER nicht ins Kino kommt. Erst dort kann er vermutlich sein ganzes Gruselpotenzial entfalten.
 
 


 
 
 

DER KULT – Zensur

 
 
 
Viel Mord und Totschlag gibt es in DER KULT – DIE TOTEN KOMMEN WIEDER nicht zu sehen. In der ersten Stunden werden kaum Schauwerte geboten. Nachdem sich der Sekten-Thriller zum Geister-Slasher entwickelt hat, gibt es ein paar Tote zu verzeichnen. Leider passieren die meisten Morde (wie ein kaltblütiger Hammermord) im Off oder die Kamera blendet weg, sobald es ernst wird. Demzufolge hat es für DER KULT eine FSK16 gegeben.
 
 
 


 
 
 

DER KULT – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Universal Pictures Home Entertainment Germany

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Veil; USA 2016

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 2.40:1 (1920 x 1080p)

Laufzeit: ca. 95 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Kein Bonusmaterial

Release-Termin: 21.04.2016

 

Der Kult – Die Toten kommen wieder [Blu-ray] ungeschniten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

DER KULT – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Universal Pictures Home Entertainment Germany)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Devil’s Hand (2014)
 
Der letzte Exorzismus (2010)
 
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Regression (2015)
 
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Filmkritik: „The Abandoned“ (2015)

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THE ABANDONED

(THE CONFINES)

Story

 
 
 
Eine junge Mutter erlebt den Horror ihres Lebens. Im neuen Job geht es nämlich nicht mit rechten Dingen zu. Als Wachfrau entdeckt sie im Keller eines unbewohnten Luxus-Gebäudes Unheimliches von dem der Arbeitgeber nichts erzählt hat.

 
 
 


 
 
 

THE ABANDONED – Kritik

 
 
 
Wer heutzutage mit einem Horrorfilm Erfolg verbuchen möchte, braucht nicht viel. So sind neben Blut und Gewalt vor allem Schreckmomente das Salz in der Suppe, von denen der Film THE ABANDONED jede Menge zu bieten hat. Ein Sammelsurium unerwarteter Schocks bildet hier das Fundament für 90 Minuten Unbehagen, die schreckhaften Gemütern einiges abverlangen. Die sollten Vorsicht walten lassen, denn laute Jump-Scares sorgen für schnellen Herzschlag – Besitzer von Heimkinoanlagen wird’s freuen. Regienewcomer EYTAN ROCKAWAY probiert sich im Angstmachen aus und versucht es auf dem subtilen Wege. Statt Mord- und Totschlag steht Spuk im Mittelpunkt, der sich in einem verlassenen Luxus-Apartment-Gebäude abspielt und durch die Unachtsamkeit von Filmfigur Streak (gespielt von LOUISA KRAUSE) ausgelöst wird.
 
 
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Die hat psychische Probleme und bekommt Schwierigkeiten mit dem Staat, weil der ihr das Sorgerecht für die kleine Tochter wegnehmen möchte. Um zu zeigen, dass in der von Sorgen geplagten Frau eine verantwortungsvolle Mutter steckt, nimmt sie eine letzte Chance wahr und sucht sich einen Job. Der ist schnell gefunden und führt zu einem 30-stöckigen Gebäudeblock, der seit Jahren leersteht. Dort soll sie als Wachfrau für Ordnung sorgen, damit sich Landstreicher, Junkies und Möchtegern-Hausbesetzer nicht ungefragt Zutritt verschaffen. Doch die einfache Arbeit wird zur Herausforderung, denn irgendwas Unheimliches geht im Keller des Hauses vor. Während ihrer regelmäßigen Kontrollgänge klopft es plötzlich hinter jahrelang verschlossenen Türen. Kollege und Griesgram Cooper (JASON PATRIC) beobachtet mittels Überwachungskameras, kann aber nichts Mysteriöses finden. Leider entbrennt in Filmfigur Streak die Neugier. Sie öffnet die verrostete Tür in den Katakomben des Gebäudes und befreit unwissend Geschöpfe, die jahrelang dahinter ihr Dasein fristen mussten.
 
 
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Gruselige Flure, endlose Korridore und dunkle Gänge – THE ABANDONED macht es auf klassischem Wege und beschert Gruselatmosphäre durch versiertes Zusammenspiel von Licht, Schatten und beunruhigenden Geräuschen. Statt plakative Gewalt zu zeigen, will der Streifen Angst durch altmodisches Handwerk bescheren und lässt Heldin Streak geduldig schlecht ausgeleuchtete Räume und finstere Katakomben erkunden, in denen der Zuschauer Schauriges vermutet. Leider gelingt es Regisseur-Neuling EYTAN ROCKAWAY nicht lang, des Pudels Kern geheim zu halten, denn das Mysterium jenen Gemäuers wird zu früh in Form deformierter Kindergeister auf die Leinwand gebracht, die nur eins wollen: spielen. Immerhin befindet sich der Gruselfaktor auf konstant hohem Niveau, denn der Macher beweist ein talentiertes Händchen für unwohlige Stimmung, perfektes Schock-Timing und klaustrophobische Atmosphäre. Wie wichtig Letztere für einen Horrorfilm ist, bewies bereits der kürzlich besprochene LAST SHIFT, in dem – ähnlich wie in THE ABANDONED – die Filmheldin durch ein menschenleeres Gebäude gejagt und mit bösen Mächten konfrontiert wird. Zwar ist die Auflösung in THE ABANDONED thematisch ein ganz anderer Schuh; trotzdem unterscheiden sich die beiden Filmen von der Machart nicht unwesentlich voneinander – außer vielleicht beim Blutgehalt.
 
 
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Regisseur EYTAN ROCKAWAY hält sich an Regeln gängigen Geisterkinos und macht das ganz gut. So wird munter erschreckt, damit die Spannung gehalten und des Zuschauers Nerven gekitzelt werden können. Seltsame Ereignisse werden mittels Überwachungskameras (etwas Found-Footage muss in Geisterfilmen immer sein!) zutage gebracht, die im gesamten Gebäude platziert wurden und Paranormales aufzeichnen. Dem geht die Filmheldin auf den Grund und lüftet ein Geheimnis, das – wie könnte es auch anders sein – durch klischeehaftes Finale inklusive Überraschungstwist an das Publikum gebracht werden muss. Leider wirkt die Auflösung des Spuks aufgesetzt, weil THE ABANDONED aufgrund zu weit hergeholter Erklärungsversuche auf Zwang in eine andere Schublade gepresst werden soll. So wird aus dem mysteriösen Geister-Thriller plötzlich ein metapherreiches Drama mit deprimierendem Ausgang, das all die zuvor protokollierten Geschehnisse in einem ganz anderen Licht erscheinen lässt. Eine verwirrende Angelegenheit für den Zuschauer und ein missratener Abschluss dazu. Trotzdem gehört THE ABANDONED (der übrigens anfangs THE CONFINES heißen sollte) zu den besseren Beiträgen innerhalb des Geister- und Spukgenres und sollte von Fans dieses Subgenres nicht ungesehen bleiben.
 
 
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THE ABANDONED – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Unheimliche Gruselware für schreckerprobte Gruselfans mit vielen, gelungenen Gruselmomenten. Regienewcomer EYTAN ROCKAWAY macht Horror der altmodischen Art und schwört Unheil mit klassischer Methodik herauf. Statt mit der Tür ins Haus zu fallen, erzählt er eine gemächliche Schauergeschichte, die sich Zeit für Atmosphäre und Figuren lässt. Als Salz in der Suppe erweisen sich deftige (Er)Schreckmomente, die selbst alteingesessene Kenner des Genres zusammenzucken lassen. Leider lässt der Macher den Zuschauer bereits nach 30 Minuten wissen, was hier für Ärger sorgt. Es sind deformierte und geistig behinderte Kinder, die einen grausamen Tod erlitten haben und nun rastlos durch Gänge geistern. Trotzdem; auch wenn das Mysterium im Film zu früh verraten wird, gruselt’s sich gut mit THE ABANDONED, weil Filmemacher EYTAN ROCKAWAY offensichtlich viele der alten Schauerklassiker genau studiert hat. So fällt talentiertes Spiel mit menschlichen Urängsten sowie souveräner Gebrauch von Licht, Schatten und unheilverkündenden Geräuschen positiv auf, mit dem die Spannung bis zum bitteren Ende gehalten werden kann und Gänsehautatmosphäre heraufbeschworen wird. Deutlich weniger gelungen ist dagegen das Finale. Das trägt mal wieder das Etikett „besonders kreativ“, weil es mit einem Überraschungstwist aufwartet (M.NIGHT SHYAMALAN lässt grüßen). Die Auflösung wirkt leider so deplatziert, überflüssig und erzwungen, dass der positive Gesamteindruck von THE ABANDONED Federn lassen muss. Daher am besten nach der Unterwasserszene kurz vorm Abspann abschalten, sonst ärgert man sich nur.
 
 
 


 
 
 

THE ABANDONED – Zensur

 
 
 
Gewalttechnisch wird auf Sparflamme geköchelt. Ein Obdachloser wird in einem schmierigen Bad von den Geistergören im Off etwas zu rabiat behandelt. Mehr böse Szenen gibt es nicht zu sehen. THE ABANDONED ist ein Geisterfilm mit Augenmerk auf subtile Angstmacherei. Demzufolge gibt es dafür hierzulande von der Prüfbehörden eine FSK16.
 
 
 


 
 
 

THE ABANDONED – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei IFC FILMS)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Fear Lives Here (2012)

Out of the Dark (2014)

The Awakening (2011)


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