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Beiträge mit Schlagwort “Spukfilme aus Asien

Filmkritik: „Make Me Shudder“ (2013)

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MAKE ME SHUDDER

(MO 6/5 PAK MA THA PHI)

Story

 
 
 
Eine Mutprobe mit Folgen: Einige Buben frönen ein besonderes Hobby. Sie schleichen sich des Nachts in verlassene Gebäude, um sich darin Gruselgeschichten zu erzählen und zu Tode zu erschrecken. Als man beliebtes Spiel in einer verlassenen Schule mit schrecklicher Vergangenheit veranstaltet, wird es für die Angsthasen ernst. Dort treiben nämlich zu Abwechslung wirklich Geister ihr Unwesen.
 
 
 


 
 
 

MAKE ME SHUDDER – Kritik

 
 
 
Neben Japan und Südkorea gehört Thailand zu jenen Ländern auf der Erde, in denen man am unermüdlichen Drehen von Geiserfilmen festhält. Die werden dort regelmäßig in die Multiplexe gebracht und schwemmen Jahre nach asiatischen Gruselerfolgen wie RING, JU-ON & Konsorten unaufhaltsam große Summen in die Kinokassen von denen manch amerikanisches Filmstudio nur träumen kann. Auch wenn hierzulande nur noch ein kleines Publikum bleich geschminkte Geister-Asiaten sehen möchten, sind diese Filme in Fernost ein Hit. Wie unbeliebt asiatische Geisterfilme jedoch in Deutschland sind, zeigt die beschränkte Auswahl an Streifen dieser Art, die in unseren Gefilden von mutigen Labels herausgebracht werden. Nur wenige von ihnen erreichen den deutschen Markt – meist lieblos ausgewertet und halbherzig synchronisiert. Bedauerlich, hat gerade der asiatische Horrormarkt manch Geheimtipp zu bieten von dem europäische Zuschauer erst dann erfahren, wenn amerikanische Remakes die Filmlandschaft verseuchen.
 
 
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MAKE ME SHUDDER (Originaltitel: MO 6/5 PAK MA THA PHI) macht’s auf gewohnt asiatische Weise und will in erster Linie subtile Schauer einjagen – freilich ohne Blutvergießen. Hinter dem Genre-Beitrag steckt POJ ARNON (พจน์ อานนท์), der in Thailand unter Horrorfans kein Unbekannter ist. Der war an manch thailändischem Horror-Erfolg beteiligt und zeichnete für Filme wie PHOBIA 2 (Regie), MEAT GRINDER (Produzent) oder STILL 2 (Regie) verantwortlich. Während mit genannten Schockern erwachsene Zuschauer angesprochen werden sollen, zielt es der bekannte Angstmacher mit MAKE ME SHUDDER auf ein eher jugendliches Publikum ab. Dem wird atmosphärische Gruselware geboten, die sich selbstironisch auf die Schippe nimmt. Leider wurde der Horroranteil zugunsten jugendkonformer Inszenierung herabgeschraubt, damit die Kids am Abend auch beruhigt einschlafen können. Dem volljährigen Filmfreund dürfte das gar nicht schmecken, quält der sich durch einen zu lang geratenen Kiddi-Grusler, in dem sich pubertierenden Buben verhalten wie verängstigte Mädchen.
 
 
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Andere Länder, andere Sitten. Das Sprichwort lässt sich natürlich auch auf die asiatische Filmindustrie übertragen, die sich auf Erzählmechanismen konzentriert, die dem europäischen Zuschauer nicht selten befremdlich erscheinen. MAKE ME SHUDDER macht da keine Ausnahme und dürfte wohl auch nur denen zusagen, die eine unbeschreibliche Leidenschaft für fernöstliche Geisterfilme besitzen. Zu sehen gibt es albern wirkendes Overacting, einen kaum vorhandenen Spannungsbogen, viel naives Kindergeschrei und ein kitschiges Finale. Immerhin sprechen plakative 3D-Effekte und eine Unheil verkündende Kulisse an, die zumindest weibliche Filmfans unter 14 Jahren Gänsehaut bescheren dürften. Letztere werden schnell Gefallen am knuddeligen Kindercast finden, der sich im Film vor Angst in die Unterhosen macht.
 
 
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MAKE ME SHUDDER ist kein gelungenes Spukstück. Trotz netter Optik bleibt nicht verborgen, dass inhaltlich auf Sparflamme geköchelt wird. Die knappe Geschichte bietet gerade einmal Stoff für einen Kurzfilm, was Regisseur POJ ARNON aber nicht davon abgehalten hat aus MAKE ME SHUDDER einen ganzen Film zu machen. Dem mussten zwei obligatorische Fortsetzungen folgen, die in der Machart gleichen Weg wie der Erstling gehen.
 
 
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MAKE ME SHUDDER – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
MAKE ME SHUDDER ist nett gefilmte Gruselware für Horrorfans unter 14 Jahren. Nach schockintensiver Erwachsenenunterhaltung konzentriert sich Regisseur POJ ARNON auf eine jüngere Zielgruppe und bannt viel Teenagergeschrei auf Zelluloid für das man gute Nerven benötigt. MAKE ME SHUDDER ist asiatisches Genrekino, das man entweder liebt oder hasst, denn auf westliche Konventionen wird gepfiffen. Vermutlich ist auch hier der Grund zu suchen, weshalb vielen Zuschauern MAKE ME SHUDDER nicht zusagen dürfte. Die Geschichte bewegt sich kaum vom Fleck und die Protagonisten bringen ihre Angst ziemlich aufdringlich zum Ausdruck. Das grenzt oftmals an Slapstick und wirkt unfeiwillig komisch – ist aber in vielen ernst gemeinten, asiatischen Filmproduktionen gang und gäbe. Auch wenn MAKE ME SHUDDER als Horrorkomödie konzipiert wurde, bleiben die richtig guten Lacher aus. Das sind keine guten Voraussetzungen!
 
 


 
 
 

MAKE ME SHUDDER – Zensur

 
 
 
MAKE ME HUDDER ist sehr handzahmes Gruselkino. Neben diversen Scheckmomenten gibt es ein paar blutig geschminkte Geister zu sehen. Die einzigen Gewalteffekte beschränken sich auf zwei Morde mit einem Dolch. MAKE ME HUDDER ist für jugendliche Kinogänger gemacht, die sich auch gern gruseln möchten. Insofern der Streifen je in Deutschland ausgewertet werden sollte, dürfte er ohne Probleme eine FSK16 erhalten.
 
 


 
 
 

MAKE ME SHUDDER – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Long Weekend – Thongsook 13 (2013)
 
Sadako 3D – Ring Originals (2012)
 
As the Gods Will (2014)

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Filmkritik: „Still 2 – Tai Hong Tai Hien“ (2014)

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STILL 2

(TAI HONG TAI HIEN)

Story

 
 
 
Eine weitere Kurzgeschichtensammlung aus Thailand: In vier unheimlichen Halbstündlern, wird von rachsüchtigen Geistern berichtet, die sich nicht grundlos an den Lebenden vergehen …
 
 
 


 
 
 

STILL 2 – Kritik

 
 
 
Die Thailänder produzieren fleißig Anthologien. Neben 4BIA (2007), dessen Fortsetzung PHOBIA 2 (2009) und dem vor einigen Jahren veröffentlichten TAI HONG (2010) folgt Letzterem nun auch ein Sequel, welches man für den internationalen Filmmarkt zum besseren Verständnis in STILL 2 (Originaltitel: TAI HONG TAI HIEN) umbenannt hat. Wie bereits im Vorgänger werden erneut vier Kurzgeschichten in den Fokus gerückt, die von tatsächlichen Schlagzeilen aus der thailändischen Presse inspiriert wurden und dem Zuschauer nun wohlverdiente Schauer in Form einer unheimlichen Gruselsammlung garantieren sollen. Mit knapp zwei Stunden ist die dann aber auch recht lang geraten, was nicht immer von Vorteil sein muss – vor allem dann nicht, wenn der Qualitätsgehalt der einzelnen Geschichten eher durchwachsen ist. Nach einem vielversprechenden und knackig inszenierten Einstieg geht STILL 2 nämlich erst einmal die Puste aus. Was folgt ist typisch asiatisches Geister-Einerlei dem es vor allem an einem mangelt: Originalität. Der Zuschauer bekommt die Wut zorniger Geister zu spüren, die selbstverständlich immer dann ganz unbemerkt vor die Kamera sausen, wenn es der Horror-Freund nicht erwartet hat. So dürfte das Nervenkostüm all jener reichlich strapaziert werden, die mit Asia-Horror bisher noch nicht so oft zu tun gehabt haben. Kennt man stattdessen die wichtigsten Geisterfilme aus Fernost, verlieren auch die wenigen Schreckmomente im Film an Wirkung, schließlich läuft das konventionelle Erschrecken hier nach bekanntem Schema ab und hat nicht selten mit Vorhersehbarkeit zu kämpfen. Immerhin hält man in dieser Horror-Anthologie Abstand von nervigen Gören, die aus Brunnen und TV-Apparaten krabbeln. Pitschnasse und stinkwütende Geisterplagen haben seit den RINGU-Erfolgen in den 90ern ziemlich oft für Chaos im asiatischen Horror-Kino gesorgt. Mittlerweile scheint der internationale Filmmarkt genug davon gesehen zu haben, so dass die Zahl jener Spukfilme rückläufig geworden ist. In STILL 2 wandeln die etwas anderen Geister durchs Heimkino, welche oftmals sogar mit Zombies gleichzusetzen sind, da sie hier in jener körperlichen Verfassung durch die Kulisse spuken, wie sie letztendlich den Tod gefunden haben. Bis auf die Optik hat sich aber auch in thailändischen Geisterfilmen nicht viel geändert. Nach wie vor beschränkt sich auch hier ihr körperloses Dasein auf das Rächen und Töten. Da den rastlosen Seelen zu Lebzeiten Schlimmes angetan wurde dürfte verständlich sein, dass nun Vergeltung ausgeübt werden muss, um endlich Ruhe finden zu können.
 
Interessanterweise haben die vier thailändischen Regisseure ihre ganz eigene Methode entwickelt, wie sie die vier Rachegeschichten an den Zuschauer bringen wollen. So macht es Regisseur THAMMANOON SAKULBUNTHANOM subtil, während es THANADOL NUALSUTH mit seinem Segment blutig bevorzugt. STILL 2 bietet die gewohnte Abwechslung, die Horror-Anthologien nun mal ausmachen – auch wenn die Grusel-Fortsetzung mit ihrem recht trägen und gemächlichen Tempo nicht unbedingt zu den Schnellsten dieser Gattung von Filmen gehört.
 
Los geht es mit dem subtilen und wohl besten Segment der gesamten Sammlung namens „14“. Das wurde von THAMMANOON SAKULBUNTHANOM solide aber spannend in Szene gesetzt und erzählt von der Büroangestellten Ant, die nach zig Überstunden entscheidet am späten Abend mit einem Sammel-Taxi nach Hause zu fahren, weil ihr betrügender Boy-Friend Pope mal wieder andere Frauen im Kopf hat, statt die eigene Freundin von der Arbeit abzuholen. Nachdem Ant im Taxi Platz genommen hat, entwickelt sich für sie die Heimfahrt zum Albtraum, schließlich folgt ihr ein rachsüchtiger Geist auf Schritt und Tritt mit dem nicht gut Kirschen essen ist.
 
Weiter geht es mit einem eher überzogenen und bewusst um Slapstick bereicherten Beitrag von ACHIRA NOKTHET. Der berichtet in seinem „16“ von drei pubertären Kids, die sich in einem mysteriösen Bordell mit „Nr. 16“ vergnügen wollen – einer attraktiven Dame, die wohl nicht ganz freiwillig hier Freiern ihre Dienste anbieten muss. Als die Teenager dem Mädchen zur Flucht verhelfen wollen, geht einiges schief.
 
Den leichten Lachern folgt die wohl zäheste Geschichte der Anthologie. Regisseur POJ ARNON begleitet in „15“ einem adretten Helden in ein Hotelzimmer mit gleicher Nummer. Dort geht es nicht mit rechten Dingen zu, denn in jüngster Vergangenheit hat sich hier Tragisches ereignet. Bald schon wird die Aufmerksamkeit eines ruhelosen Geistes auf den Plan gerufen, der in den Räumlichkeiten ein grausames Ende gefunden und mit dem neuen Hotelgast noch ein Hühnchen zu rupfen hat.
 
Nach klassischem Geiserspuk geht es ins Finale, wo STILL 2 noch einmal zu Hochtouren aufläuft. Hier kommen sogar Fans blutiger Metzelstreifen auf ihre Kosten, denn der abschließende „13“ geizt nicht mit unangenehmen Schauwerten. THANADOL NUALSUTH erzählt hier von der ermordeten Kin, die als Geistergestalt in die Welt der Lebenden zurückkommt, weil ihr Freund sie brutal getötet und in eine Kiste gequetscht hat. Da die Ermordete mit ihrem unfreiwilligen Ableben gar nicht einverstanden ist, macht sie genau das, was wohl jeder Geist in ihrer Situation tun würde: sie folgt ihrem mörderischen Freund auf Schritt und Tritt und quält ihn durch die Filmhölle, damit dieser die gleichen Qualen zu spüren bekommt, die sie selbst einst erdulden musste. Was folgt ist nichts für Zartbesaitete. Es werden Zähnen mit Hilfe eines Teppichmessers abgesägt, Arme gebrochen und Zungen zerfetzt – den Splatterfan freut es.
 
Vier Geschichten über Liebe, Hass, Enttäuschung und Tod. STILL 2 erzählt vom Schmerz der Liebe und rastlosen Seelen, die zwischen Dies- und Jenseits wandeln, um auch nach dem Tode dem Pfad der Liebe folgen zu können. Das Regie-Quartett schielt mit STILL 2 nach ähnlich gestrickter Ware wie V/H/S 2 oder THE ABC’S OF DEATH, die aus der Horrorfilmwelt mittlerweile nicht mehr wegzudenken sind. Im Unterschied zu den bekannten Anthologie-Erfolgen aus Übersee verblasst STILL 2 dagegen deutlich, denn dazu mangelt es dem Streifen einfach an richtigen guten Ideen und Tempo, um im Gedächtnis bleiben zu können. Auch wenn sich thailändische Mädchen an den sportlichen Knaben im Film vermutlich nicht sattsehen konnten (STILL 2 wurde offensichtlich für ein jüngeres Publikum gemacht), dürften hiesige Filmfans trotz blutigem Rot und einigen Schreckmomenten nur ein müdes Lächeln für diese Grusel-Anthologie übrig haben. STILL 2 ist verschenktes Potenzial und leider nur Durchschnittshorror.
 
 
 


 
 
 

STILL 2 – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Ein stimmiger Mix aus Blut, Schocks und Gänsehaut. Die Fortsetzung des thailändischen Horrorerfolgs TAI HONG (2010) ist typisch asiatisches Geisterkino, das vorwiegend vom subtilen Angstmachen lebt. In vier vollkommen unterschiedlichen Geschichten wird von rachsüchtigen Geistern berichtet, die mit der Liebe abgerechnet haben und nun Vergeltung für das fordern, was ihnen von den Partnern zu Lebzeiten angetan wurde. Wie in Anthologien üblich, unterscheiden sich die Segmente von der Machart, schließlich steckt hinter jedem Halbstündler ein anderer Regisseur. Die versuchen mit individueller Handschrift etwas Abwechslung in die Horror-Sammlung zu bringen. Gelungen ist ihnen das nur bedingt, denn das Erzähltempo ist teils ziemlich langsam, so dass STILL 2 vor allem in der Halbzeit mit einigen Längen zu kämpfen hat. Immerhin gibt es neben subtilen Gänsehautmachern auch deftige Hausmannskost zu bestaunen. Die letzte Geschichte geizt nämlich nicht mit unangenehmen Schauwerten. So bietet STILL 2 unterm Strich für jeden etwas, bleibt aber trotzdem nur Durchschnittsware, schließlich will man partout nicht das Gefühl loswerden wollen, dass man das hier Gebotene schon irgendwo mehrfach gesehen hat.
 
 
 


 
 
 

STILL 2 – Zensur

 
 
 
Geschichte Nummer vier reißt alles heraus. Hier werden ziemlich derbe Spezialeffekte gezeigt, die STILL 2 in der deutschen Fassung eine KJ-Freigabe bescheren dürften. Insofern sich ein Verleih daran wagt den Film hierzulande zu veröffentlichen (asiatische Horrorfilme finden bekanntlich immer seltener den Weg in deutsche Händlerregal), wird STILL 2 erst für ein erwachsenes Publikum freigegeben werden – ungeschnitten!
 
 
 


 
 
 

STILL 2 – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Tom Holland’s Twisted Tales (2013)
 
P.O.E. Project of Evil (2012)
 
The Penny Dreadful Picture Show (2013)
 
5 Senses of Fear (2013)
 


Filmreview: „Sadako 3D – Ring Originals“ (2012)

sadako 3D
 
 
 

SADAKO 3D – RING ORIGINALS

Story

 
 
 
SADAKO, das japanische Geistermädchen mit den dauernassen Haaren ist zurück. Diesmal spukt sie, kompatibel mit dem heute, durchs Internet und tötet mittels Videoclip statt oller VHS. Die junge Lehrerin Akane Ayukawa (Satomi Ishihara) will dem heimtückischen Geist Einhalt gebieten und beginnt ihren Kampf gegen die unbarmherzige Kreatur – und das sogar noch in 3D!
 
 
 


 
 
 

SADAKO 3D – Kritik

 
 
 
Kaum zu glauben, dass es nun bereits schon zwölf Jahre her ist, seit der letzte Original RINGU-Teil über die Mattscheiben geflimmert ist und zartbesaiteteren Filmfreunden reihenweise schlaflose Nächte bereitet hat. SADAKO, das Geisterkind mit den schwarzen Haaren hat nicht nur das asiatische Genrekino der 1990er mitgeprägt und sorgte bereits 1995 in der TV-Verfilmung RING: KANZEN-BAN das erste Mal für Angst und Schrecken. Es dauert nicht lang bis der Roman des RING-Erfinders KOJI SUZUKI seinen Weg auf die Leinwand fand und schließlich 1998 unter dem Titel RINGU in die japanischen Kinos kam. Der Erfolg kam überraschend und ging um den gesamten Globus. Es folgten weiter Ableger (RING 2, RING BIRTHDAY), TV-Serien (RASEN) und Remakes (THE RING VIRUS) wobei vermutlich die amerikanische Neuverfilmung RING aus dem Jahr 2002 die bis dato bekannteste Interpretation des Gruselstoffs sein dürfte. Grusel aus Fernost wurde zum Publikumsmagneten und schwemmte gesunde Profite in die Kassen der Studios – ganz zum Leidwesen des ausgezehrten Horrorfilmfans, der in jedem zweiten Gruselstreifen (u.a. THE GRUDGE) das Geistergör in abgewandelter Form zu Gesicht bekam. In Zeiten von SAW, HOSTEL und Co. scheint die Spukgestalt natürlich längst ein Fall fürs Altersheim zu sein. Umso verwunderlicher, dass die Japaner nun mit SADAKO 3D einen weiteren Ableger in die Wohnzimmer bringen und damit sogar versuchen, direkt an die Original-Trilogie anzuknüpfen. Das klassische RINGU-Thema vom Tod per Videoband wird hierbei in die Gegenwart verlagert, um es einer neuen, technisch aktuelleren Generation von Gruselfans schmackhaft zu machen, die so rein gar nichts mit VHS-Kassetten anzufangen weiß. Aus dem sperrigen Video-Fluch wird kurzum ein Youtube-Fluch, ist doch die heutige Jugend fast nur noch im Internet unterwegs. Zudem kommt Göre SADAKO im wahrsten Sinne des Wortes aus dem Rechner, wobei die miesen 3D-Effekte und die missratene CGI-Technik bei weitem gruseliger wirken, als der aktuelle Film selbst. TSUTOMU HANABASU hat sich der Verfilmung des neusten RINGU-Romans angenommen und zuvor leider nur Komödien verbrochen. Das erklärt vermutlich auch, warum SADAKO 3D zu keiner Zeit Gänsehaut erzeugen will, sondern mehr unfreiwillig komisch daherkommt. Von der düsteren Atmosphäre der alten RINGU-Teile ist im aktuellen Sequel kaum noch etwas zu spüren – ganz zu Schweigen von den subtilen Schockmomenten, die die Reihe so beliebt gemacht haben. Inhaltlich wird in SADAKO 3D kaum Neues geboten, wobei die ideenlose Geschichte vorwiegend als Mittel zum Zweck dient, die plakativ eingesetzten 3D-Szenen minutiös auf die Mattscheibe bringen zu können.
 
Im Mittelpunkt des neuen Ablegers steht die Lehrerin Akane Ayukawa (SATOMI ISHIHARA), die von einem mysteriösen Videoclip erfährt, der jedem Zuschauer den Tod bringen soll. Als eine ihrer Schülerinnen dem Spuk zum Opfer fällt und sich selbst umbringt, beginnt sie mit ihrem Freund Takanori Ando (KOJI SETO) Nachforschungen anzustellen und findet heraus, dass ein mysteriöses Geistermädchen namens SADAKO für die Vorfälle verantwortlich sein soll. Aufgrund ihrer übersinnlichen Kräfte wurde SADAKO vom eigenen Vater in einen Brunnen gestoßen und ertrank. Nun wandelt ihr Geist hasserfüllt und rastlos durch das Internet, stets auf der Suche nach einem Körper, dessen er sich bemächtigen kann, um erneut unter den Lebenden weilen können. Da kommt dem toten Mädchen Lehrerin Akane Ayukawa geradezu gelegen, die selbst über außergewöhnliche Kräfte verfügt.
 
Vielleicht wäre es besser gewesen, die einst angsteinflößende Titelheldin in ihrem feuchten Grab ruhen zu lassen. Scheinbar wurde die Kuh noch nicht gänzlich leergemolken, so dass SADAKO ein weiteres Mal erschreckend lustlos zurück auf die Leinwand krabbeln musste. Bei ihrer Reanimation ist jedoch so einiges schief gelaufen, denn bekanntes RINGU-Feeling will so gar nicht eintreten. Der unheimliche und düstere Grundton wurde durch technisierte und knallbunte Bilder ersetzt. SADAKO selbst kommt jetzt nicht mehr schwermütig aus TV-Apparaten gekrochen, sondern geistert im künstlich animierten Spinnengang durch die Szenarie. Das schaut bei Weitem nicht aus wie RINGU, sondern wirkt nicht selten, als hätte Regisseur TSUTOMU HANABASU ein wenig zu oft SILENT HILL auf seiner XBOX gedaddelt. Während die Spezialeffekte irgendwo zwischen grottig und miserabel zu verbuchen sind, ist auch inhaltlich kaum Nennenswertes zu verzeichnen. Das konfuse Drehbuch macht es schwer, der Handlung zu folgen und die unspektakulären Selbstmorde hat man so auch schon besser gesehen. Während die leidlich talentierten Schauspieler hilflos versuchen, der Geschichte so etwas wie Ernsthaftigkeit zu verleihen, treibt der dilettantische Gebrauch der Bluescreen-Technologie dem Zuschauer die Schamesröte ins Gesicht. Immerhin dürfte SADAKO 3D seine Daseinsberechtigung bei Besitzern von 3D-TV-Geräten erhalten. Die dreidimensionalen Effekte bestehen hauptsächlich aus Haaren, Händen und zerbrochenem Glas, die dem Filmfan um die Ohren sausen, jedoch in der „platten“ 2D-Version vollkommen an Reiz verlieren. Was bleibt ist ein weitere Fortsetzung auf TV-Niveau, die einzig durch die minderwertigen 3D-Szenen Bedeutung findet und Liebhaber der ersten RINGU-Teile durchweg enttäuschen dürfte.
 
 
 


 
 
 

SADAKO 3D – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Eine einst bedeutende Filmreihe wird mit ihrem neusten Ableger zu Grabe getragen. SADAKO 3D ist cineastischer Abfall, der nur von seinen plakativen 3D-Effekten zehrt. Das angsteinflößende Potenzial der Titelfigur, die hier fast ausschließlich via haarsträubender CGI in Erscheinung tritt, geht in diesem halbgaren und langatmigen Aufguss vollkommen unter. Fans der Reihe sollten SADAKO 3D möglichst meiden – ach, und alle anderen Filmfreunde eigentlich auch!
 
 
 


 
 
 

SADAKO 3D – Zensur

 
 
 
Gewalttechnisch geht es in der RING-Reihe bereits seit jeher eher subtil zugange. Auch der neuste Ableger macht da keine Ausnahme. Gewalt sucht man hier vergebens. Daher ist die deutsche Fassung mit dem blauen FSK16-Flatschen auch vollkommen ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

SADAKO 3D – Deutsche Blu-ray

 
 
 
Sadako-3D-3D-Blu-ray
 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Sadako; Japan 2012

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch und Japanisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 2.35:1 (1080i)

Laufzeit: ca. 96 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray ohne Wechselcover

Extras: Trailershow

 
 
 

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SADAKO 3D – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Ring: Kanzen-ban (1995)

Ring – Das Original (1998)

Ring 2 (1999)

Ring: Spiral (1998)

Ring Ø (2000)

Rasen (1999)

The Ring Virus – Kreaonisches Remake (1999)

Ring – Amerikanisches Remake (2002)

Ring 2 – Amerikanisches Remake (2005)