Filmkritik: „The Silence“ (2019)

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THE SILENCE

Story

 
 
 
In „The Silence“ wird die Menschheit von einer unbekannten Parasitenart überfallen, die ein enorm gutes Gehör besitzt. Es gilt also: Nur, wer sich absolut still verhalten kann, hat auch Chancen zu überleben.

 
 
 


 
 
 

THE SILENCE – Kritik

 
 
Die Story von „The Silence“ mag denen, die „A Quiet Place“ gesehen haben ziemlich bekannt vorkommen. Da dieser 2018 einer der größten Überraschungs-Hits war, liegt der Verdacht nahe, dass man es hier mit einer Kopie zu tun hat, weil andere auch etwas vom Kuchen abhaben wollten. Das wäre jedoch unfair, weil die Dreharbeiten zu „The Silence“ bereits 2017 begannen, außerdem basiert das Ganze auch noch auf einem Roman. Trotzdem sind Vergleiche natürlich nicht zu verhindern, da sich die Szenarien sehr ähneln. Man hat aus der Geschichte jedoch eine sehr eigenständige Variante gemacht, die äußerst kurzweilig daherkommt.
 
 
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In einem Höhlensystem wird eine bislang unbekannte Parasitenart entdeckt, die sich rasch verbreitet und schon bald ganz oben in der Nahrungskette steht. Diese Spezies, welches „Wespe“ genannt wird, ist blind, kann aber äußerst gut hören. Deshalb muss sich jeder enorm still verhalten, wenn er überleben möchte. Nun bekommt der Zuschauer den Überlebenskampf vom Familie Andrews zu sehen, die schon bald nach der Nachricht, was in der Welt vor sich geht, aufbricht, um irgendwie irgendwo bestehen zu können. Wie auch bei „A Quiet Place“ ist ein taubes Familienmitglied vorhanden, Gebärdensprache kommt vor, dominiert das Geschehen jedoch nicht so stark und geflüstert wird ebenfalls reichlich. Viele Elemente sind gleich, doch kopiert wirkt das dennoch niemals, denn dafür sind die Herangehensweisen zu unterschiedlich. Die Parasiten, welche die Prämisse erst möglich machen, sind nicht gerade ein kreativer Höhepunkt, dienen aber sowieso nur als Mittel zum Zweck. Im letzten Drittel schlägt man nämlich überraschend einen doch noch ganz anderen Weg ein. Gerade hier distanziert man sich sehr von „A Quiet Place“. Genügend Eigenständigkeit ist also vorhanden und somit weiß das Drehbuch zu überzeugen.
 
 
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Anfangs gibt es noch ganz normale Dialoge zu hören, denn da ist die Welt noch in Ordnung. Es dauert nicht lange, bis die Wesen angreifen und mit fortschreitender Laufzeit wird immer weniger gesprochen. Hinterher wird oftmals geflüstert oder man verständigt sich über Gebärdensprache. Man muss als Zuschauer also schon mal desöfteren Untertitel lesen, doch allgemein sind die Dialoge, ob nun gesprochen oder in Textform, gar nicht so interessant. Viel packender ist es immer dann, wenn absolute Stille das Treiben beherrscht und man versuchen muss, diese aufrecht zu erhalten. Hieraus schöpft „The Silence“ ein paar spannende Momente, die zwar leider meistens recht flott wieder gelöst werden, aber dennoch für Kurzweil sorgen. Die 90 Minuten Laufzeit sind wirklich zügig vorbei und besitzen keinerlei Längen. Das offene Ende ist fast etwas zu happy geraten, doch allgemein ist die Atmosphäre schön düster und ein wenig postapokalyptisches Feeling kommt mit simplen Mitteln ebenfalls zustande. Das wurde handwerklich schon souverän gestaltet. Die Schauplätze wechseln einige Male und das Tempo ist sehr hoch. Zeitgleich werden viele Szenen aber von dieser Ruhe beherrscht – Ein schöner Gegensatz, der das Geschehen nur noch unterhaltsamer macht. Über die Effekte kann man sich ebenfalls nicht beklagen. Zwar sieht man, dass die Parasiten aus dem Computer stammen und ihr Aussehen ist nicht höchst originell, aber solide ist das durchaus. Zudem gibt es ein paar recht brutale Szenen, die schon weh tun können.
 
 
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Die Darsteller wissen zu überzeugen. Allen voran ist Stanley Tucci absolut souverän in seiner Rolle. Er strahlt eine tolle Ruhe aus, aber auch Kiernan Shipka ist als seine taube Filmtochter gut und die Beiden geben auf jeden Fall die eindringlichsten Leistungen von sich. Vom Rest wird weniger verlangt, doch enttäuscht wird man hier ebenfalls nicht. So viele Darsteller gibt es übrigens gar nicht zu sehen, was im Falle von „The Silence“ gut so ist. Die Figurenzeichnung ist ziemlich normal und zweckdienlich. Viel erfährt man über die Charaktere nicht und wirklich viel erzählen, dürfen sie ja auch gar nicht. Trotzdem sind genügend Sympathien vorhanden, um mit Familie Andrews mitfiebern zu können. Schön ist nebenbei, dass das Verhalten der Protagonisten recht logisch ist und nebenbei bekommt man noch einen unaufdringlichen Score zu hören, der die Atmosphäre gut unterstützt.
 
 
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THE SILENCE – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Mit „The Silence“ bekommt der Sinnes-Horror einen weiteren, gelungenen Beitrag spendiert. Der Film erinnert zwar schon sehr an „A Quiet Place“, stellt jedoch keine reine Kopie dar und macht einige Dinge sogar besser. Auf jeden Fall ist er dynamischer und kurzweiliger. Aus der simplen Grundprämisse hat man mit guten Ideen eine ganze Menge gemacht und selbst wenn die Logik manchmal minimal schwächelt, ist das Szenario authentisch umgesetzt. Außerdem gibt es gute Darsteller zu sehen, die handwerkliche Arbeit überzeugt und manche Szenen besitzen eine ordentliche Portion Spannung. Leider kommt das Ende ziemlich abrupt und manche Momente hätten noch deutlich mehr Potenzial gehabt, aber Fans von „A Quiet Place“ sollten sich diese Variante keineswegs entgehen lassen. Unterhaltsam!
 
 
 


 
 
 

THE SILENCE – Zensur

 
 
 
„The Silence“ hat von der FSK eine Freigabe ab 16 Jahren erhalten. Die Fassung ist ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

THE SILENCE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Constantin Film (KeepCase Blu-ray)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Silence; Deutschland | USA 2019

Genre: Thriller, Horror, Mystery

Ton: Deutsch DTS-HD HR 5.1, Deutsch DD 2.0, Englisch DTS-HD HR 5.1

Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte

Bild: 2.39:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 91 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: 07.11.2019

 

The Silence [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

THE SILENCE – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Constantin Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
A Quiet Place (2018)
 
Bird Box – Schließe deine Augen (2018)
 

Filmkritik: „Patient Zero“ (2018)

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PATIENT ZERO

Story

 
 
 

Der, der mit den Zombies spricht: Ein ehemals Infizierter kann Zombies verstehen und versucht mithilfe seiner Gabe ein Heilmittel gegen die Zombie-Plage zu finden.

 
 
 


 
 
 

PATIENT ZERO – Kritik

 
 
 
Na Hallelulja: Ein Virusausbruch mit Starbesetzung. Der hat Menschen in tollwütige Monster verwandelt, die von Aggressionen getrieben nur ein Ziel kennen: Nichtinfizierte ebenfalls in mörderische Bestien umzufunktionieren. Doch einige Wissenschaftler haben Hoffnung. Sie versuchen in einer Forschungsstation ein Heilmittel zu finden. Dafür benötigen sie aber Patient Zero. Dabei handelt es sich um jene Person, mit der die Seuche ihren Anfang gefunden hat. Leider gestaltet sich die Suche nach den Indexpatienten alles andere als einfach. Die infizierten Kreaturen sind nicht sonderlich gesprächig und mögliche Informationen über die Wurzel allen Übels hat man nicht. Das rückt ein mögliches Heilmittel in weite Ferne. Doch man hat mit Morgan (MATT SMITH) ein As im Ärmel. Der wurde einst selbst infiziert, litt aber unter keinerlei Symptomen. Statt ebenfalls tollwütig zu werden, entwickelte er eine Gabe, die es ihm ermöglicht mit den Infizierten zu kommunizieren. Ein erster Lichtblick, der den Weg zu Patient Zero ebnen soll.
 
 
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Horror von jemandem, der mit Horror in Deutschland Erfolge feierte. Regisseur STEFAN RUZOWITZKY war mit ANATOMIE in den 2000ern ziemlich erolgreich unterwegs. Die deutsche Antwort auf das Revival des amerikanischen Teen-Slashers lockte allein in Deutschland über zwei Millionen Besucher in die Kinos und zog mit ANATOMIE 2 eine nicht mehr ganz so erfolgreiche Fortsetzung nachsich, für die Ruzowitzky abermals mit Regie und Drehbuch verantwortlich zeichnete. Nun hat er sich mit PATIENT ZERO wieder Horrorstoff vorgenommen, der vor einigen Jahren hoch gehandelt wurde und 2013 auf der Blacklist der besten unverfilmten Ideen Hollywoods landete. Nunja, seither sind mehrere Jahre vergangen und das Thema Virusepidemie und Zombiedasein gefühlt tausende Male verfilmt worden. Sonderlich frisch ist die Handlung von PATIENT ZERO demzufolge nicht mehr, was vermutlich auch Rechteinhaber SONY PICTURES GERMANY erkannt haben muss. Anders als in Amerika folgte in Deutschland die direkte Vermarktung auf Blu-ray, DVD und über VOD. Die ist auch gerechtfertigt, denn PATIENT ZERO ist kein Film, der das Horror-Genre revolutioniert – auch wenn der Film vielversprechend beginnt und Wissenschaftler in der ersten halben Stunde unkonventionell nach einem Gegenmittel forschen lässt.
 
 
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Das große Problem: Dieser Zombiethriller kommt reichlich zu spät und wandert viel zu schnell auf den ihm vordiktierten Bahnen. Jahre nach dem letzten Teil der Romeroschen Zombie-Saga und kaum noch zählbaren Plagiaten, will keiner mehr Untote beim Mittagessen sehen. Demzufolge sind auch apokalyptische Zombieszenarien nicht mehr halb so furchteinflößend, wie sie es in den 1980ern noch waren. Der Grund: Man hat sich sattgesehen. Die sinkenden Einschaltquoten des Quotenhits THE WALKING DEAD geben Aufschluß darüber, dass die Zeit der Untoten allmählich ein Ende findet. Demzufolge ein schweres Erbe für PATIENT ZERO, der vehement dagegen ankämpft anders zu sein, als der übliche Zombie-Trash auf den Wühltischen der Elektronikfachmärkte. Bei genauerer Betrachtung eine Fehleinschätzung. PATIENT ZERO ist nämlich aus einem ähnlichen Holz geschnitzt, wie der jüngst besprochene B-Horror DAY OF THE DEAD – BLOODLINE und die vielen vergleichbar konzipierten Zombie-Gurken, die Dank Low-Budget beinahe täglich auf den Käufer losgelassen werden. Alles wie gehabt lautet demnach die Devise, auch wenn PATIENT ZERO versucht mit Zombie-Flüster-Thematik zu neuen Ufern zu schwimmen. Leider sind die wenigen Neuerungen zu marginal, um dem Zombie-Genre frischen Wind einverleiben zu können. Sieht man nämlich von der Tatsache ab, dass hier ein Mann Hirnwäsche an Zombies betreiben möchte, ist PATIENT ZERO nur ein weiterer Versuche mit ausgelutschten Klischees und althergebrachten Verläufen den Zuschauer um sein Geld zu bringen. So kommt, was kommen muss. Nach einigen Kommunikationsversuchen mit tollwütigen Menschen, finden selbige einen Weg in die Forschungsstation und sorgen für Chaos. Aggressive Zombies überfallen Menschen, die sich dann ebenso in tollwütige Furien verwandeln. Viel Geschrei, Zombieattacken, Ballerei und schnell geschnittene Actionszenen. Handlungstechnisch ist PATIENT ZERO leider keine Sternstunde des Zombiefilms und kopiert unverfrohren bei weitaus besseren Vertretern dieser Gattung Film. Auch wenn es der deutsche Regisseur STEFAN RUZOWITZKY mit diesem Horrorthriller mal wieder bis nach Amerika geschafft hat. Sonderlich stolz kann er auf diesen Zombiestreifen leider so gar nicht sein, denn PATIENT ZERO ist herzloser Zombie-Horror von der Stange.
 
 
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PATIENT ZERO – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Kennste einen, kennste alle. PATIENT ZERO ist Edel-Horror-Trash nach bekanntem Schema, der mal wieder eine Zombie-Seuche zum Thema macht, während der sich friedliche Menschen in tollwütige Bestien verwandeln. Zwar wird nicht lange gefakelt und man ist gleich mittendrin; aber der Streifen ist einfach zu beliebig, um aus der Masse an kaum noch zählbaren Zombiethrillern hervorstechen zu können. Es gibt Zombies, Bösewichte und Helden – an Klischees wird nicht gespart. Zudem fehlen die obligatorischen Zombie-Attacken ebensowenig, wie infizierte Menschen, die just dann aus ihrem Delirium erwachen, wenn genug Beute in der Nähe ist. Neuerungen sind rar, wobei die Tatsache eher unfreiwillig komisch wirkt, dass hier ein Mann mit Zombies quasselt und er diese dann auch noch verstehen kann. Immerhin ist man spätestens dann beim Trash angekommen, als eine mit Tollwut infizierte Ratte aus einer Forschungsstation entkommen kann und in einem Luftschacht auf Menschenjagd geht. Echt jetzt? PATIENT ZERO ist ein typischer Zombie-Heuler nach altbekannten Konzept für den Massenmark. Das bedeutet: makellose und deshalb auch austauschbare Charaktere, hektische Schnitte, Hochglanzbilder und konventioneller Ablauf. Eben Survival-Horror ohne Anspruch für Generation Netflix, der teils unfreillig komisch ist. Man verpasst nichts, wenn man diesen Film nicht gesehen hat.
 
 
 


 
 
 

PATIENT ZERO – Zensur

 
 
 
PATIENT ZERO ist für einen Horrorfilm ungewöhnlich züchtig, was die Schauwerte angeht. Die für das Genre bekannten Fresse- und Make-up-Effekte sind kaum vorhanden. Horror wird hier in erster Linie durch Panik und Hektik bewirkt. Das bedeutet, dass die Infizierten ähnlich wie im Remake von DAWN OF THE DEAD ziellos durch die Gegend hetzen und wahllos Menschen attackieren, die sich ihnen in den Weg stellen. Ein paar schnell geschnittene Beiß- und Schussszenen runden das B-Movie ab. Hierzulande hat der Streifen eine FSK16 erhalten.
 
 
 


 
 
 

PATIENT ZERO – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) SONY PICTURES ENTERTAINMENT

 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Patient Zero; USA 2018

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1, Französisch DTS-HD MA 5.1, Spanisch DD 5.1, Ungarisch DD 5.1

Untertitel: Deutsch, Englisch, Arabisch, Bulgarisch, Chinesisch (traditionell), Finnisch, Griechisch, Koreanisch, Kroatisch, Norwegisch, Polnisch, Portugiesisch, Schwedisch, Serbisch, Slowakisch, Slowenisch, Spanisch, Tschechisch, Ungarisch, Französisch, Dänisch, Hebräisch, Niederländisch, Isländisch, Rumänisch, Thailändisch, Türkisch

Bild: 2.39:1 | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 87 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase

Extras: Trailershow, Trailer

Release-Termin: 25.10.2018

 

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PATIENT ZERO – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei SONY PICTURES ENTERTAINMENT)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Cabin Fever 3: Patient Zero (2013)
 
Toxin (2015)
 
Attack of the Undead (2010)
 
28 Days Later (2002)
 

Kritik: „Die Tribute von Panem – Catching Fire“ (2013)

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DIE TRIBUTE VON PANEM – CATCHING FIRE

Story

 
 
 
Katniss (Jennifer Lawrence) und Peeta (Josh Hutcherson) haben die 74ten Hungerspiele überlebt. Doch viel mehr: Sie haben dem mächtigen Kapitol die Stirn geboten. Ihr Beispiel ermutigt die unterdrückte Bevölkerung der Distrikte zur Rebellion gegen das Regime. Doch dann ändert Präsident Snow kurzerhand die Spielregeln und wählt die neuen Tribute für das Jubel-Jubiläum der Hungerspiele aus den bisherigen Siegern, um gegeneinander anzutreten. Auch Katniss und Peeta werden erneut in die Arena geschickt und müssen sich dem Kampf ums Überleben stellen. Und langsam wird ihnen klar, dass sie in Wirklichkeit Teil eines viel größeren Plans sind …
 
 
 


 
 
 

DIE TRIBUTE VON PANEM: CATCHING FIRE – Kritik

 
 
 
Der erste Teil DIE TRIBUTE VON PANEM – THE HUNGER GAMES war weltweit ein durchbrechender Erfolg und verspricht eine ähnlich erfolgreiche Saga zu werden wie der Zauberspaß um HARRY POTTER oder das Vampirdrama TWILIGHT. Mit der Verfilmung des zweiten Teils der Panem-Trilogie, CATCHING FIRE, verspricht Regisseur FRANCIS LAWRENCE, die Erfolgsgeschichte des ersten Teils fortzusetzen. Und er hält sich an seine Worte. Imposante Schauplätze, große Emotionen, mitreißende Actionszenen, dafür aber auch eine eher durchwachsene Story, machen den 146 Minuten langen Film zu einem aufregenden Hollywood-Blockbuster.
 
Nachdem im Vorgänger der primäre Fokus auf den Gladiatorenkämpfen ähnlichen Hungerspielen lag, dreht sich die Handlung in der Fortsetzung vor allem um die aufkeimende Revolution im Land und die Versuche des machthungrigen Kapitols, diese zu unterdrücken. Die größte Zeit folgt man im Sequel der Protagonistin, Katniss Everdeen (JENNIFER LAWRENCE). Hatte die unfreiwillige Heldin nach den Geschehnissen im ersten Teil nur den Wunsch, einfach nur nach Hause zu gehen, wird ihr in DIE TRIBUTE VON PANEM – CATCHING FIRE jene Illusion schnell wieder genommen. So muss sie doch die vorgespielte Romanze zwischen ihr und Peeta Mellark (JOSH HUTCHERSON) fortsetzen um die Schaulust des entertainmentgeilen Kapitols zu befriedigen. In der ersten Hälfte des Films spielt die sich andeutende Rebellion und die wachsende und ungewollte Verantwortung unserer Protagonistin die größte Rolle. Bei Actionfans dürfte der eher ruhig erzählte Einstieg einen etwas zähen Nachgeschmack hinterlassen, ist er dennoch für den Spannungsaufbau und den weiteren Verlauf der Gesamthandlung von entscheidender Bedeutung. In der zweiten Hälfte müssen die Protagonisten erneut in die tödliche Arena aus der nur ein Teilnehmer als Sieger hervorgehen kann. Ab hier sollte es zur Sache gehen. Wohlgemerkt, sollte!
 
Zwar gibt es einige schnelle Finishes zu sehen und die Protagonisten müssen sich diversen Fallen stellen, ein Herzinfaktrisiko besteht jedoch bei weitem nicht. Spätestens hier merkt man, dass die Fortsetzung die Gewichtung anders legt als ihr Vorgänger. Es geht nicht mehr nur ums Überleben; hier nehmen die Gefühlswelt der Heldin und die sozialen Probleme der Panem-Gesellschaft einen höheren Stellenwert ein. Actionfans oder Liebhaber seichter Unterhaltung könnte diese Kehrtwende zuwider sein aber gerade gesellschaftskritische Kinobesucher und Leser der Buchvorlage dürften sich an der engen Filmumsetzung stark erfreuen. So ist CATCHING FIRE keineswegs eintönig, wie ähnlich groß angekündigte Blockbuster diesen Jahres, die mit schönen Bildern und großen Namen warben, dann jedoch mit flachen und absehbaren Handlungen enttäuschten. Das Leinwandabenteuer bietet sowohl emotionsgeladene, ruhige Abschnitte aber auch einige schnelle Kampfszenen. Zudem gefallen eindrucksvolle Bilder als auch das glaubhafte Schauspiel. Der Verlauf ist glücklicherweise nicht allzu absehbar und erfreut mit einigen überraschenden Auflösungen sowohl am Ende als auch zwischendurch. Auf eine klischeehafte abgedroschene Hollywoodromanze wurde erfreulicherweise verzichtet und das obwohl die Emotionen der Protagonisten eine große Rolle spielen. Deren Dosierung ist übrigens auch für abgehärtete Zuschauer erträglich. Sie sind keinesfalls eindimensional.
 
So wird Ms. Everdeen nicht nur von schweren Schuldgefühlen und schlafraubenden Alpträumen geplagt, sondern ist auch stetig hin und her gerissen zwischen aufgezwungener Heldenrolle und quälendem Heimweh, zwischen ihren unausgesprochenen Gefühlen gegenüber ihrem Kindheitsfreund Gale (LIAM HEMSWORTH) und der zunächst vorgetäuschten Beziehung zu ihrem Überlebenspartner Peeta, zwischen wachsendem Verantwortungsgefühl für diejenigen, die abhängig von ihr sind und Abscheu gegen die Marionettenspieler hinter dem Geschehen. So verkörpert JENNIFER LAWRENCE keine furchtlose Heldin, die sich selbstlos für das Gute einsetzt, sondern durchaus ein glaubhaft wirkendes 16jähriges Mädchen, das ungewollt in die Rolle der Heldin gezwängt wurde und deren Psyche durch die erlittenen Strapazen leidet.
 
Die Actionseite des Films ist kürzer gehalten als im Vorgänger, blutfrei und weniger spektakulär. Das tut jedoch nicht unbedingt einen Abbruch, schließlich liegt im Mittelteil der Panem-Saga der Fokus auf der Gesellschafskritik, auf die Ungerechtigkeit und den Machtmissbrauch durch das System und dessen Intrigen sowie die Ausbeutung und Unterdrückung des Volkes – auch in Bezug auf die Realität. So stellt Panem das fiktive zukünftige Nordamerika dar welches sich nach einem Atomkrieg neu geordnet hat. Die Interpretation der ausschließlich schwarzen Besatzung des Distrikts 11, der für Obstanbau auf Plantagen verantwortlich ist dürfte nicht allzu schwer fallen. Natürlich wird auch das Auge ausreichend bedient. Und das nicht zu knapp. Die neuen extrem hochauflösenden IMAX-Aufnahmen sorgen immer wieder für staunen. Sei es im prunkvollen Kapitol mit seinen dekadenten Bewohnern, im HighTech-Trainingscenter der Tribute oder im üppig bewachsenen Dschungel der neuen Arena. Die Macher haben keine Mühen gescheut staunenswerte Spielorte zu kreieren. Spielorte die mit detailierten und echtwirkenden Special Effects bespickt sind. Seien es aggressive Affen, futuristische Hovercrafts, lebendig wirkender giftiger Nebel oder eins der vielen anderen Produkte aus der Animationsschmiede – sie alle sind realistisch und mit Liebe zum Detail umgesetzt. Aber auch die Kostüme sind für nicht modeaffine Zuschauer einen zweiten Blick wert. Vor allem die extrovertierte Effie Trinket (Elizabeth Banks) begeistert mit ihren originellen Outfits. So ist DIE TRIBUTE VON PANEM – CATCHING FIRE eine gelungene und werksgetreue Umsetzung des Romans von Suzanne Collins, die auch kritische Leser erfreuen dürfte und die extrem Lust auf den Abschluss der Serie, DIE TRIBUTE VON PANEM – MOCKINGJAY macht.
 
 
 


 
 
 

DIE TRIBUTE VON PANEM: CATCHING FIRE – Fazit

 
 
 
9 Punkte Final
 
 
 
Spannend, Glaubhaft, Mitreißend, Beeindruckend jedoch ruhiger und actionärmer als der Vorgänger. Wie die Altersfreigabe ab 12 schon vermuten lässt werden Liebhaber stumpfer und blutreicher Horrorstreifen wohl nicht auf ihre Kosten kommen. Für alle anderen ist CATCHING FIRE auf jeden Fall sehenswert. Wegen den beeindruckenden IMAX Bildern, die nur auf großer Leinwand wirklich zu Geltung kommen können ist der Gang ins Kino sogar sehr empfehlenswert.
 
 
 


 
 
 

DIE TRIBUTE VON PANEM: CATCHING FIRE – Zensur

 
 
 
Wie im Teil zuvor DIE TRIBUTE VON PANEM – THE HUNGER GAMES ist es ebenso erstaunlich, wie auch die Fortsetzung unbeschnitten bereits für 12-jährige freigegeben werden konnte. Hier ist wieder einmal offensichtlich, dass die Wege der FSK oft nicht nachzuvollziehen sind. Den minderjährigen Fan des Franchise dürfte es freuen, dem hiesigen Rechteinhaber ebenso!
 
 
 


 
 
 

DIE TRIBUTE VON PANEM: CATCHING FIRE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Studiocanal

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Hunger Games: Catching Fire; USA 2013

Genre: Thriller, Drama, Abenteuer, Action

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.40:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 146 Min. (uncut)

FSK: FSK12 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Digipack, FSK-Logo ist nicht aufgedruckt

Extras: Neunteiliges Making of über die Dreharbeiten, Audiokommentar von Regisseur Francis Lawrence und Produzentin Nina Jacobson, Geschnittene Szenen, Featurettes: „Die Vision“, „Rückkehr der Verbündeten“ (Die Besetzung), „Freund oder Feind“ (Die neuen Darsteller), Easter Egg, 5 Trailer, Booklet, Poster

Release-Termin: 27.03.2014

 
 
 

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DIE TRIBUTE VON PANEM: CATCHING FIRE – Trailer

 
 
 


 
 

Sören C.

 
 
 
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