Filmkritik: „Friedhof der Kuscheltiere“ (2019)

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FRIEDHOF DER KUSCHELTIERE

FRIEDHOF DER KUSCHELTIERE – REMAKE | PET SEMATARY

Story

 
 
 
Im Remake zu Stephen Kings Klassiker „Friedhof der Kuscheltiere“ muss ein Familienvater feststellen, dass der Tod manchmal besser ist, als etwas Böses zu erwecken.

 
 
 


 
 
 

FRIEDHOF DER KUSCHELTIERE – Kritik

 
 
 
Seit den 70er Jahren ist der Horror-Stoff von Stephen King nicht nur in Romanform, sondern auch als Film sehr beliebt. Geändert hat sich daran innerhalb der letzten Jahrzehnte eigentlich kaum etwas, aber gerade nach dem Boom des Remakes von „Es“ werden nun viele alte Verfilmungen von King-Stoffen wieder auferleben. „Friedhof der Kuscheltiere“ ist eine davon. Das Original ist Kult und lebt von einer mächtigen Atmosphäre, die man eigentlich gar nicht kopieren kann. Es galt zu befürchten, dass sich diese Neuauflage im billigen Horror verliert, doch so schlimm ist es zum Glück nicht geworden. Kennt man das Original, hat man es hier mit einem ganz passablen Werk zu tun, kennt man es nicht, kann man sogar von einem relativ guten Film sprechen.
 
 
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Familie Creed zieht aus der Großstadt in ein kleines Örtchen, fernab vom großen Trubel. Auf dem Land ist es friedlich und einen netten Nachbarn hat man auch gleich noch dazu. Allerdings trügt der Schein und als eines Tages der Kater stirbt, soll der Horror so langsam seinen Lauf nehmen. Auf dem Grundstück der Creeds liegt ein versteckter Tierfriedhof im Wald. Mit diesem hat es aber scheinbar mehr auf sich, als man denken kann, denn der Friedhof ist weitläufig und birgt einen dunklen Fluch. Als der tote Kater dort begraben wurde, hat Vater Creed das Schicksal seiner Familie bereits beschlossen, ohne es auch nur zu ahnen.
 
 
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Mit Remakes ist das immer so eine Sache, denn nicht selten besitzen sie einfach wenig Daseinsberechtigung. Mittlerweile sind allerdings 30 Jahre seit dem Original vergangen und gegen eine Auffrischung des altmodischen, aber zeitlosen Stoffes gibt es überhaupt nichts einzuwenden. In der ersten Hälfte wirkt „Friedhof der Kuscheltiere“ dann nahezu wie eine 1:1 Kopie des Originals, bei dem immerhin sogar Stephen King selbst das Drehbuch schrieb. Wahrscheinlich bewegte sich auch gerade deshalb der Film von 1989 ziemlich nah am Roman. In der zweiten Hälfte häufen sich dann aber die Änderungen und das wird dann mit der Zeit schon ziemlich immens, so dass es sogar ein komplett anderes Ende zu sehen gibt. Wenn man offen dafür ist, dann sind manche Veränderungen eigentlich gar nicht mal so schlecht und dennoch rauben sie dem Werk etwas Atmosphäre. Das Ende ist an sich immer noch richtig schön unhappy und trotzdem besitzt es nicht diese finstere Tragik des Originals. Wem dieses Ende nicht schmeckt, der kann jedoch noch auf einen alternativen Schluss zugreifen, welcher insgesamt etwas stimmiger, etwas düsterer und auch etwas tragischer wirkt, wobei das Ende vom Original in beiden Fällen nicht erreicht wird. Immerhin kann man behaupten, dass sich die Drehbuchautoren Gedanken gemacht haben und nicht stumpf kopieren, aber alles in einem ist die Story im Roman und auch in der ersten Verfilmung stimmiger und düsterer.
 
 
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Ein kleiner Vorteil von „Friedhof der Kuscheltiere“ ist Anno 2019 eine leicht bessere Besetzung. Jason Clarke macht seine Sache nämlich schon sehr ordentlich und kann vollkommen überzeugen. Hinzu gesellt sich ein John Lithgow, mit dem man einfach nichts verkehrt machen kann und der auch bestens in diese Rolle passt. Amy Seimetz muss zwar den eher nervigen Part übernehmen, macht das jedoch solide und Jeté Laurence wird dann im weiteren Verlauf immer facettenreicher, was man anfangs noch nicht ahnen kann. Für ihr Alter ist das eine durchaus brauchbare Leistung. Die Charaktere wurden nicht großartig verändert und behalten auch ihre Hintergründe. An manchen Stellen wurde dieser etwas ausgebaut, an anderen aber auch etwas reduziert. Im Endeffekt nimmt sich das nichts und hier bleibt man dem Geist der Vorlagen doch relativ treu.
 
 
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Lobenswert ist an dieser Neuauflage auf jeden Fall, dass sich „Friedhof der Kuscheltiere“ nicht dem Trend der billigen Jump-Scares hingibt und sich, so wie das Original auch, der Atmosphäre widmet. Das Szenario wird langsam und ruhig aufgebaut und in der ersten Hälfte kommt das noch ohne den großen Horror aus. Danach häufen sich die Änderungen, was das Schauen zumindest interessanter macht, wenn man das Original schon gut kennt und zum Ende hin muss es dann obligatorisch noch etwas mehr zur Sache gehen, aber Action gibt es dennoch nur sehr wenig und plumpe Schockeffekte sucht man vergebens. Die Stimmung ist durchaus finster und wird niemals auch nur ansatzweise mit Humor aufgelockert. Nur so richtig gruselig oder unheimlich will das Ganze leider nur selten werden. Hier hat der Film von 1989 definitiv die Nase vorn. Dabei gibt es durchaus stimmungsvolle Bilder zu sehen. Allgemein ist die Optik hervorragend und ein paar Schauwerte sind vorhanden. Gewalt spielt dabei keine so große Rolle, wobei es zwei Szenen schon relativ in sich haben und die Effekte sehen sehr gelungen aus. Zum Schluss soll noch erwähnt werden, dass es eine schöne Entscheidung war, beim Abspann ein Cover zu Ramones‘ „Pet Sematary“ zu spielen, denn das war schon damals beim Original toll.
 
 


 
 
 

FRIEDHOF DER KUSCHELTIERE – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
„Friedhof der Kuscheltiere“ von 2019 ist eine etwas modernere, hinterher schon recht stark abgeänderte Variante des Klassiker-Romans von Stephen King, die den Fokus lobenswerterweise stark in Richtung Atmosphäre lenkt. Deshalb ist es fast schon bedauerlich, dass die Horror-Stimmung nie so ganz wirken möchte, obwohl man alles so düster und ohne Freude gehalten hat. Die ganzen Veränderungen im Verlauf der Geschichte sind daran aber sicher nicht gänzlich unschuldig. Dafür gibt es ordentliche Darsteller zu sehen und die Inszenierung ist auf jeden Fall gelungen. In der ersten Hälfte erinnert das oftmals an das Original und es lädt geradezu dazu ein, sich dieses mal wieder anzuschauen, in der zweiten Hälfte wird das eigenständiger und leider auch etwas konventioneller. Ein guter Versuch, der nicht langweilt und mit Qualität dienen kann, doch der Film von 1989 wird nicht erreicht und der Roman sowieso nicht!
 
 
 


 
 
 

FRIEDHOF DER KUSCHELTIERE – Zensur

 
 
 
„Friedhof der Kuscheltiere“ ist nicht sehr brutal. Es gibt ein entstelltes Gesicht zu sehen. Ansonsten werden die Gewaltszenen zum großen Teil im Off zelebriert. Hierzulande ist der Streifen ungeschnitten ab FSK16. Die Freigabe ist angemessen.
 
 
 


 
 
 

FRIEDHOF DER KUSCHELTIERE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Paramount Home Entertainment (KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Pet Sematary; USA | Kanada 2019

Genre: Horror, Mystery, Thriller

Ton: Deutsch DD 5.1, Englisch Dolby Atmos, Englisch Dolby TrueHD 7.1, Französisch DD 5.1, Kanadisches Französisch DD 5.1, Italienisch DD 5.1, Brasilianisches Portugiesisch DD 5.1, Spanisch DD 5.1, Lateinamerikanisches Spanisch DD 5.1

Untertitel: Deutsch, Dänisch, Englisch für Hörgeschädigte, Englisch, Finnisch, Französisch, Italienisch, Niederländisch, Norwegisch, Brasilianisches Portugiesisch, Schwedisch, Spanisch

Bild: 2.39:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 101 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase ohne Wendecover

Extras: All-New Alternate Ending, 7 Deleted/EXTENDED Scenes, Night Terrors, Family Haunting Visions

Release-Termin: 15.08.2019

 

Friedhof der Kuscheltiere – Remake [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

FRIEDHOF DER KUSCHELTIERE – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Paramount Home Entertainment)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Friedhof der Kuscheltiere (1989)
 
Friedhof der Kuscheltiere 2 (1992)
 
Kinder des Zorns 4 – Mörderischer Kult (1996)
 
Cujo (1983)
 

Filmkritik: „Stephen Kings Stark“ (1993)


 
 
 

STEPHEN KINGS STARK

(THE DARK HALF)

Story

 
 
 

Schöngeist Thad Beaumont verfasst Horror-Romane, deren blutrünstigste niedergeschriebene Aussetzer er unter dem Nome de plume George Stark veröffentlicht. Als ein schmieriger Neider Beaumont erpressen will, es geht um die Enttarnung des Pseudonyms, werfen wir einen Blick in die sonderbare medizinische Vergangenheit des ach so harmlosen Autoren und werden Zeugen einer gänzlich andersartigen Manifestation des Unholds Mr. Stark.

 
 
 


 
 
 

STEPHEN KINGS STARK – Kritik

 
 
 
Als erstes ist STARK, das sieht der sprichwörtliche Blinde mit dem Krückstock, Stephen Kings Variation einer der bekanntesten Horrorliteratur-Ideen überhaupt: Der böse Zwilling, der Doppelgänger, das andere Ich. Populärstes Exempel R.L. Stevensons Dr. Jekyll & Mr. Hyde. Direkter Einfluss der Ende des 19. Jahrhunderts aufkommenden Erfolgsgeschichte der Psychoanalyse Siegmund Freuds auf das Genre des Schauerromans. Unter dieser ersten, inhaltlichen Oberfläche bekommt es der Leser, hier besser gesagt und fortgesetzt: der Zuschauer, mit dem möglicherweise am stärksten autobiographisch gefärbten Stoff des Meisters aus Maine zu tun. Schreiben, Saufen, Schreiben, Saufen, Ohnmacht, Saufen, Schreiben. Heute weiß man, wie heftig die Todeskämpfe mit König Alkohol getobt haben müssen, der besonders in der ersten Lebenshälfte Kings mehr und mehr Kontrolle über seine Person und sein kreatives Ich gewinnen sollte. Mit ein paar Jahrzehnten Distanz spricht der im Zweifel wichtigste Horror-Romancier nicht nur der Gegenwart offen, ehrlich und sogar ironisch von jenen Jahren, in denen zwar unbestrittene Meisterwerke des Horrors wie CARRIE – DES SATANS JÜNGSTE TOCHTER entstanden, über die er jedoch vom herbeigesoffenen Filmriss bedingt keinerlei Erinnerung besitzt. Man kann sagen, Stephen King sind die misslichen Abenteuer seines Buchhelden Beaumont mit dem hemmungslosen Herrn Stark nur all zu bekannt. So lohnt sich mehrfaches Beschäftigen mit STARK ungemein, möchte man nicht nur hervorragend unterhalten werden, sondern auch noch intime Einblicke ins Unterbewusstsein seines Schöpfers gewinnen. Hier können jetzt Beaumont und King gemeint sein. Viele Häute hat die Zwiebel.
 
 
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Der erst jüngst – das wisst Ihr natürlich – abgetretene George A. Romero war nicht nur selbst langjähriger guter Freund der Whiskeyflasche, er teilte den Rausch auch regelmäßig mit seinem Bruder im Geiste King. Bei den Dreharbeiten zu CREEPSHOW etwa, waren beide nur mit vier Promille an Bord. Trotzdem oder gerade deswegen brachte die hochprozentige Zusammenarbeit der beiden Ostküsten-Spritmeister immer wieder schöne Ergebnisse mit sich. STARK ist ein Höhepunkt. Er funktioniert als Horror-Reißer und unterhält wirklich ganz prächtig. Dazu ist er einer der stärksten Filme, die Kings real life diabolischer Zwilling George abseits seiner ersten „…OF THE DEAD“- Zombie-Kultwerke hinbekommen würde, machen wir uns da mal nichts vor. Bei aller Verbundenheit zu Einkaufszentren in Pittsburgh.
 
 
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STEPHEN KINGS STARK – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Stephen Kings sehr persönlicher Stoff, verständnisvoll und doch effektiv von seinem echten Freund George A. Romero auf die Leinwand gebracht. Hier wurde tatsächlich mal alles richtig gemacht.
 
 
 


 
 
 

STEPHEN KINGS STARK – Zensur

 
 
 
STEPHEN KINGS STARK hatte es bisher in Deutschland nicht leicht. Wenige Monate nach der Veröffentlichung landete der Gruselstreifen im Jahr 1994 auf dem Index. Die Indizierung besteht bis heute. Neben der ungeschnittenen, indizierten Fassung wurde eine FSK-geprüfte Filmversion auf VHS veröffentlicht. Diese musste knapp sechs Minuten geschnitten werden, um eine Freigabe erhalten zu können. Im Jahr 2017 feierte der King-Klassiker seine HD-Premiere. OFDB FILMWORKS erwarb die Rechte und warf den Streifen in einer limitierten Sonderausgabe auf den Markt. Diese Filmversion ist ungeschnitten, ist aber wegen der Indizierung nur in einschlägigen Onlineshops erhältlich und darf nur an volljährige Filmfans verkauft werden. Weil sich Sehgewohnheiten geändert haben, ist die Indizierung jedoch ungerechtfertigt. Für heutige Verhältnisse befinden sich die Gewaltakte im Film aus FSK16-Niveau. Sollte die Indizierung irgendwann aufgehoben und STARK neu geprüft werden, ist eine Jugendfreigabe nicht unwahrscheinlich.
 
 
 


 
 
 

STEPHEN KINGS STARK – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) OFDB Filmworks (Digipack – Front)

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(c) OFDB Filmworks (Digipack – Rückseite)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Dark Half; USA 1993

Genre: Horror, Thriller, Klassiker

Ton: Deutsch (Linear PCM 2.0), Englisch (Linear PCM 2.0)

Untertitel: Film: Deutsch, Englisch | Extras: Deutsch

Bild: 1,85:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 121 Min.

FSK: Ungeprüfte Fassung – indiziert (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Digipack – limitiert auf 2000 Stück

Extras: Audiokommentar mit Regisseur George A. Romero (englisch), Audiokommentar von Kai Naumann & Marcus Stiglegger (deutsch), The Directors: George A. Romero – Dokumentation über den Regisseur, The Sparrows Are Flying Again – The Making of „The Dark Half“, Deleted Scenes, Behind The Scenes Footage: Special Effects, Behind The Scenes Footage: On The Set, Vintage Making of Featurette, Vintage Interviews, deutscher und englischer Kino-Trailer, TV-Spot, Booklet mit einem Text von Thorsten Hanisch

Veröffentlichung: Digipack: 07.07.2017

 
 
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Stephen Kings Stark [3-Disc Digipak mit DVD + Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

STEPHEN KINGS STARK – Trailer

 
 


 
 
 

Christian Ladewig

(Rechte für Grafiken liegen bei OFDB FILMWORKS)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Die Unzertrennlichen (1988)
 
Schwestern des Bösen (1973)
 

Filmkritik: „Big Driver“ (2014)

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BIG DRIVER – MORD IST KEIN EINSEITIGES GESCHÄFT

(BIG DRIVER)

Story

 
 
 
Eine vergewaltigte Schriftstellerin (Maria Bello) plant die Rache an ihrem Peiniger und deckt ganz nebenbei ein gut verborgenes Familiengeheimnis auf …

 
 
 


 
 
 

BIG DRIVER – Kritik

 
 
 
Das Verfilmen von Novellen, Romanen und Kurzgeschichten aus der Feder von STEPHEN KING scheint mal wieder schwer im Trend zu liegen, denn nachdem im Herbst 2014 bereits mit MERCY und A GOOD MARRIAGE zwei Filmumsetzungen bekannter King-Geschichten in die Heimkinos gebracht wurden, fand nun auch die Novelle BIG DRIVER ihren Weg ins US-TV. Der amerikanische Kabelsender LIFETIME ließ es sich nicht nehmen eine der vier Geschichten aus der Novellen-Sammlung ZWISCHEN NACHT UND DUNKEL fürs Fernsehen zu verfilmen und erntete von King persönlich viel Lob, der den Film als eine Offenbahrung für King-Fans und Suspense-Liebhaber bezeichnete. Ganz Unrecht hat er mit seiner überschwänglichen Wertung nicht, denn im Falle von BIG DRIVER fällt mal wieder auf, dass Fernsehfilme oft viel unterhaltsamer inszeniert werden, als viele Blockbuster und Indie-Produktionen, die tagtäglich in die Händlerregal gebracht werden.
 
 
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STEPHEN KING goes I SPIT ON YOUR GRAVE und ließ sich beim Schreiben der Geschichte vom Rache-Thriller DEATH WISH (1974) inspirieren, in dem CHARLES BRONSON das Gesetz in die Hand nimmt und die Mörder seiner Ehefrau jagt. Seinerzeit entfachte der Streifen eine Kontroverse über das Thema Selbstjustiz und sorgte vor allem bei Jugendschützern für schlaflose Nächte. Ganz so rabiat wie besagter Selbstjustiz-Schocker oder Rape’n Revenge-Movies neueren Datums ist BIG DRIVER natürlich nicht, schließlich handelt es sich hier um Thriller-Ware, die fürs Fernsehen gedreht wurde und den Zuschauer nicht verschrecken soll. Trotzdem, dem Horrorfan dürfte es überraschen, wie zeigefreudig man mittlerweile auch in TV-Produktionen mit dem Thema Gewalt umgeht, denn gänzlich ohne Mord und Totschlag kommt auch BIG DRIVER nicht aus.
 
 
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Im Film wird Schriftstellerin Tess Thorne (MARIA BELLO) durch die Hölle gejagt. Sie schreibt Kriminalromane und reist von Stadt zu Stadt, um dort Vorträge in Buchclubs zu halten. Für einen dieser Vorträge reist sie etwas weiter weg als sonst und hat auf dem Heimweg eine Panne, weil sie über mit Nägeln bespickte Bretter gefahren ist, die Tess wenig später auf der Fahrbahn vorfindet. Hilfe kommt schnell, denn ein Fremder (WILL HARRIS) erklärt sich bereit der in Not geratenen Autorin zu helfen. Doch die Hilfsaktion entpuppt sich als Falle, denn der hilfsbereite Riese hat Böses im Sinn. Er schlägt die Schriftstellerin nieder, vergewaltigt sie und versteckt ihren leblosen Körper in einem Bach. Doch Tess hat überlebt und hat nur noch eines im Sinn: Rache.
 
 
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Der vorwiegend für TV-Ware bekannte Regisseur MIKAEL SALOMO wurde die Ehre zuteil sich dem Rachestoff anzunehmen, denn immerhin konnte er bereits erste Erfahrungen mit Filmadaptionen bekannter King-Geschichten sammeln. Auf sein Konto gehen das TV-Remake zu BRENNEN MUSS SALEM (2004) sowie die Folge DAS ENDE VOM ENDE aus der Mini-Serie NIGHTMARES AND DREAMSCAPES (2006). Seine routinierte Fernseh-Erfahrung kommt BIG DRIVER zugute, denn Kings Horrorstoff wurde ansprechend umgesetzt, was man von vielen King-Filmadaptionen nicht behaupten kann. Überraschend hektisch geht es in BIG DRIVER zu. Schnell sind die fürs Rape-and-Revenge-Genre bekannten Etappen abgehakt und der Abspann flimmert über den Bildschirm. SALOMO hat sich für das schnelle Erzählen entschieden, denn üblicherweise sind King-Werke dafür bekannt, dass sich das Grauen langsam den Weg durch die Geschichte bahnt. In BIG DRIVER fällt er schon nach wenigen Minuten mit der Tür ins Haus und lässt seine Hauptdarstellerin für TV-Verhältnisse recht grafisch von ihrem Peiniger quälen. Schauspielerin MARIA BELLO ist bestrebt die zugeteilte Rolle glaubhaft zu verkörpern und entwickelt sich im Verlauf der Handlung zur unberechenbaren Killerin, die erst dann Befriedigung findet, wenn der Täter für sein Vergehen bestraft wurde. Dass mal wieder nicht der fürs Horror-Genre typische Überraschungs-Twist fehlen darf, ist zu verschmerzen und macht BIG DRIVER nicht schlechter. Ganz im Gegenteil; Dank souveräner Inszenierung, guten Darstellern und flottem Tempo gehört BIG DRIVER sogar zu den bisher besten King-Verfilmungen, die man in den letzten Jahren zu sehen bekommen hat. Dass es sich hier um eine für den Massenmarkt erstellte TV-Produktion handelt fällt gar nicht auf, weil sich der Streifen aufgrund des technisch hohen Standards und der kurzweilig-packenden Machart kaum von üblicher Indie-Ware unterscheidet. Wem daher all die ziemlich harten Vergewaltigungsfilme der letzten Jahre zu deftig waren, wird mit dem in Sachen Gewalt eher zurückhaltenden aber dennoch sehr spannenden BIG DRIVER angenehmes Thriller-Kino erleben.
 
 
 


 
 
 

BIG DRIVER – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
STEPHEN KING macht auf I SPIT ON YOUR GRAVE und schockiert zartbesaitete Zuschauer. Ähnlich wie genannter Rape-and-Revenge-Thriller befasst sich auch die TV-Verfilmung zur Novelle BIG DRIVER mit dem Thema Vergewaltigung und zeigt, welche Auswirkungen ein solches Verbrechen auf die Gefühlswelt und Psyche des Opfers haben kann. Schauspielerin MARIA BELLO verkörpert hier die Missbrauchte erschreckend glaubhaft und nimmt den Zuschauer mit auf einen Rachefeldzug, bei dem die Filmheldin das Gesetzt selbst in die Hand nimmt. Dass da die für King-Werke typischen Familiengeheimnisse gelüftet werden müssen, dürfte verständlich sein, denn auch in BIG DRIVER wird mal wieder hinter den Türen scheinbar friedliebender Familien geschnüffelt und Schockierendes zu Tage gebracht. Für TV-Verhältnisse ist das Gebotene ganz ansprechend inszeniert, denn anders als die vielen King-Verfilmungen zuvor hakt Regisseur MIKAEL SALOMO alle Etappen gängiger Rachefilme im Eiltempo ab und macht aus BIG DRIVER einen hektischen Suspense-Thriller, der trotz bekanntem Ablauf so ziemlich packend umgesetzt wurde. Trotz Fernsehproduktion aus der Mache des Kabelsenders LIFETIME (FLOWERS IN THE ATTIC und LIZZI BORDEN) bleibt der bittere TV-Beigeschmack aus, den man vermutlich von Filmen erwartet, die für die Glotze gemacht wurden, schließlich ist BIG DRIVER von üblichen Indie-Streifen nicht zu unterscheiden. Demzufolge sollten nicht nur Fans des Schriftstellers einen Blick wagen. Auch alle übrigen Horrorfilm-Liebhaber dürften mit diesem ungemütlichen Thriller nichts falsch machen.
 
 
 


 
 
 

BIG DRIVER – Zensur

 
 
 
In Amerika wurde der Streifen im TV bereits ab 14 Jahren freigegeben. So locker hat die hiesige FSK das Treiben im Film nicht gesehen. Hierzulande hat man aufgrund der heiklen Thematik von Selbstjustiz nach einer Vergewaltigung BIG DRIVER mit einer FSK16 freigegeben. Auch wenn der Film nicht sonderlich brutal ist und man mit Gewalt eher zaghaft umgeht, verstand die deutsche Zensurbehörde auch mit BIG DRIVER keinen Spaß. Immerhin bekommt der Gewaltfan etwas geboten. So gibt es eine Kastration mittels Gewehreinschuss zu sehen, verweste Leichen und ein vernageltes Brett bohrt sich in den Schädel eines Protagonisten. Außerdem bleibt da noch der unangenehme Vergewaltigungspart, der aber in Sachen Sadismus nicht die Härte eines I SPIT ON YOUR GRAVE 2 erreicht.
 
 
 


 
 
 

BIG DRIVER – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Concorde Home Entertainment

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Big Driver; USA 2014

Genre: Horror, Thriller

Ton:Deutsch DTS-HD MA 5.1, Deutsch DD 2.0, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte

Bild: 1.78:1 | @23,976 Hz (1080p)

Laufzeit: ca. 84 Min.

FSK: FSK 16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Deutscher Kinotrailer, Original-Kinotrailer

Release-Termin: 28.07.2017

 

Stephen King’s Big Driver [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

BIG DRIVER – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

(Rechte für Grafiken liegen bei Concorde Home Entertainment)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Hidden in the Woods (2012)
 
Savaged (2013)
 
Black Rock (2012)
 
Die Fremde in Dir (2007)
 
Death Wish (1974)
 
I Spit on your Grave (1978)
 
I Spit on your Grave – Remake (2010)
 

Filmkritik: „A Good Marriage“ (2014)

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A GOOD MARRIAGE

Story

 
 
 
Die glückliche Ehe zwischen Darcy und Bob Anderson geht in die Brüche, als die Gattin in der Garage eine erschreckende Entdeckung macht und vom Doppelleben ihres Mannes erfährt, das er 25 Jahre geheim halten konnte …

 
 
 


 
 
 

A GOOD MARRIAGE – Kritik

 
 
 
Mittlerweile ist die Umsetzung von Kings Kurzgeschichten für Filmemacher weitaus interessanter und vor allem lukrativer geworden, als Filmadaptionen ganzer Romane, die meist nur selten die Qualität der Buchvorlage erreichen und aufwändiger zu verfilmen sind. Lässt man einmal das missglückte CARRIE-Remake (2014) außen vor, ist es nun schon fast ein Jahrzehnt her, seit der letzte King-Beststeller erfolgreich verfilmt werden und sich im Kino zum Kassenschlager mausern konnte. Statt King’schen Roman-Horror wird bevorzugt der Kurzgeschichten-Schrecken des Autors fürs Kino oder TV aufbereitet, was den beliebten Schriftsteller dazu veranlasst hat die Verfilmung seiner Kurzgeschichten voranzutreiben. Nachdem wir bereits vor einiger Zeit von der Kinoaufbereitung des Kurzwerks GRAMMA (Titel des fertigen Films: MERCY) berichteten, geht der King-Horror mit A GOOD MARRIAGE in die nächste Runde – eine knappe Erzählung, die in der Novellensammlung ZWISCHEN NACHT UND DUNKEL veröffentlicht wurde. King zeichnete für das Drehbuch zur Filmumsetzung verantwortlich, das er selbst geschrieben hat, um anschließend Filmemacher finden zu können, die sich der Kinoadaption annehmen wollten. Lang suchen musste er nicht, denn PETER ASKIN und WILL BATTERSBY rissen sich den Stoff unter den Nagel und machten daraus typischen King-Horror, dem mal wieder das gewisse Fünkchen Originalität fehlt.
 
Die filmische Interpretation von A GOOD MARRIAGE hält sich ziemlich genau an Kings Vorlage und berichtet von „Geheimnissen“, die vermutlich jede gut funktionierende Ehe vor den neugierigen Nachbarn versteckt hält. Im Film sind es Darcy (JOAN ALLEN) und Bob Anderson (ANTHONY LAPAGLIA), die seit 25 Jahren zusammen ein glückliches Leben leben, einander lieben und vertrauen. Zumindest glaubt man einander zu kennen, bis Gattin Darcy in der Garage eine erschreckende Entdeckung macht, die die Ehe vor ungeahnte Schwierigkeiten stellt. Ehemann Bob entpuppt sich als gesuchter Frauenmörder, der seine Leidenschaft bisher gut zu vertuschen verstand. Für beide eine verzwickte Situation, die alles auf den Kopf stellt, woran das Paar geglaubt und für selbstverständlich erachtet hat. Laut eigenen Aussagen hat sich Stephen King für seine Novelle von den Kriminalfällen des BTK KILLERS inspirieren lassen – einem Serienmörder namens DENNIS RADER, der im US-Bundesstaat Kansas hauste und für die Morde an mehreren Frauen verantwortlich gemacht wird. Viele Einzelheiten über den ursprünglichen Fall und dem unmenschlichen Vorgehen des tatsächlich lebenden Frauenmörders haben es jedoch nicht in dem Film geschafft – reißerische Fakten, die der geradlinigen Geschichte vermutlich weitaus förderlicher gewesen wäre. Stattdessen wühlt King mal wieder im Privatleben amerikanischer Bürger und deckt auf, was heutzutage irgendwie niemanden mehr vom Hocker reißen will.
 
King scheint wie die meisten Alt-Regisseure so langsam in die Jahre zu kommen, denn wie auch schon bei ARGENTO, DANTE und Konsorten festgestellt, gehören die kreativsten Jahren bekannter Horror-Berühmtheiten längst zur Vergangenheit. A GOOD MARRIAGE ist unspektakulär; der Aufbau der überschaubaren Handlung derart langsam, dass Zuschauer ausgeschlafen sein sollten, wenn sie diesem behäbigen Rosenkrieg wach folgen wollen. Wie auch schon bei anderen Filmen, die auf den Kurzgeschichten des Autors beruhen, gehört auch A GOOD MARRIAGE zu jenen Werken, die einfach nicht dafür gemacht wurden, als Spielfilm über Kinoleinwände zu flimmern. King hat sein Drehbuch um unnötige Längen bereichert, damit der Streifen auf seine Laufzeit kommen kann. Das macht sich beim Spannungspegel bemerkbar, der nahezu nicht vorhanden ist, zumal der Film kaum nennenswerte Überraschungen parat hält. King-Fans dürften sich daran jedoch mittlerweile gewöhnt haben, denn A GOOD MARRIAGE ist nicht die erste Kurzgeschichten-Adaption des weltbekannten Schriftstellers, deren Stoff man unnötig auf Spielfilm-Niveau aufgeblasen hat, um daraus ein abendfüllendes Gesamtwerk machen zu können. Auch Geschichten zu Leinwandadaptionen wie ZIMMER 1408, MANCHMAL KOMMEN SIE WIEDER und KINDER DES ZORNS boten wenig Text, wurden aber immerhin um genug Neuerungen bereichert, die nicht in der Originalvorlage zu finden waren, damit aus 90 Minuten Film keine gefühlte Ewigkeit wird. Das hat sich zumindest bei früheren King-Adaptionen bezahlt gemacht, wie die erfolgreiche KINDER DES ZORNS-Reihe beweist. Die hat es bereits auf neun Verfilmungen gebracht und ist aus der Horrorlandschaft nicht mehr wegzudenken. Leider gehört A GOOD MARRIAGE zu den vermutlich schlechtesten Umsetzungen bekannter King-Stoffe und zeigt mehr als deutlich, dass nicht alles gesehen werden muss, wo auch „Stephen King“ draufsteht. Dass King auch noch das Drehbuch zum Ehe-Thriller gekritzelt hat, stößt bitter auf. Denn angesichts einer so misslungenen Filmumsetzung stellt sich die Frage, ob man sich darüber Gedanken machen muss, was da in Zukunft von King zu Papier gebracht wird.
 
 
 


 
 
 

A GOOD MARRIAGE – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Albtraumhafter Gruselnachschub für alle Stephen-King-Fans. Die dürften sich jedoch nach Sichtung von A GOOD MARRIAGE wehmütig an die früheren Jahre des erfolgreichen Horror-Schriftstellers zurückerinnern, wo King noch genug gruselige Ideen hatte, um Freunde gepflegter Horrorunterhaltung das Fürchten lehren zu können. Auch wenn schon lange nicht mehr keine ganzen Romane des Autors für die Leinwand aufbereitet wurden, finden sich immer noch genug interessierte Regisseure, die sich zumindest an Kings Kurzgeschichten ausprobieren wollen. Die Kinoadaption zur Novelle A GOOD MARRIAGE entpuppt sich da jedoch als waschechter Rohrkrepierer und das, obwohl King das Drehbuch zur Filmumsetzung eigenhändig verfasst hat. Für Liebhaber seiner Schriften und Filme ein Schlag ins Gesicht, denn irgendwie mag man das Gefühl nicht loswerden wollen, als käme King langsam in die Jahre. A GOOD MARRIAGE ist in Anbetracht des knappen Umfangs der Kurzgeschichte einfach viel zu lang geraten und quält mit einem derart langsamen Erzählfluss, dass Zuschauer ausgeschlafen sein sollten, um der überraschungsarmen Handlung folgen zu können. Der Film selbst protokolliert in nicht sonderlich bedrohlichen Bildern die Abwärtsspirale einer glücklichen Ehe und nimmt den Zuschauer mit auf eine Reise gähnender Langeweile. Da kann man nur hoffen, dass King demnächst mal wieder Horrorfilme schaut und aktuelle Horror-Trends wittert, denn mit Geschichten wie A GOOD MARRIAGE bereitet man heutzutage Gruselfans keine Freude mehr. Wir meinen: A GOOD MARRIAGE ist keine Geschichte, die hätte unbedingt verfilmt werden müssen. Demzufolge kann man sich die Sichtung getrost sparen.
 
 
 


 
 
 

A GOOD MARRIAGE – Zensur

 
 
 
Wie die meisten Stephen-King-Verfilmungen hält sich auch A GOOD MARRIAGE kaum mit der Zurschaustellung harter Horrorszenen auf. Im Film selbst gibt es bis auf einen Stoß von der Treppenbrüstung nichts Grausames zu sehen, was dem Streifen in Deutschland dennoch eine FSK16 beschert hat. Grund hierfür ist die Ausübung von Selbstjustiz. Bereits bei Filmen wie I SPIT ON YOU GRAVE 2 oder SAVAGED verstand die FSK bisher keinen Spaß mit der Ausübung von Lynchjustiz.
 
 
 


 
 
 

A GOOD MARRIAGE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Concorde Home Entertainment

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: A Good Marriage; USA 2014

Genre: Drama, Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte

Bild: 2.40:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 101 Min.

FSK: FSK 16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Entfallene und verpatzte Szenen

Release-Termin: 09.04.2015

 

Stephen King’s A Good Marriage [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

A GOOD MARRIAGE – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Schatten der Wahrheit (2000)
 
Der Feind in meinem Bett (1991)
 
Stepfather (1987)
 
Stepfather – Remake (2009)
 

Kritik: „Mercy – Der Teufel kennt keine Gnade“ (2014)

mercy-2014
 
 
 

MERCY

– DER TEUFEL KENNT KEINE GNADE –

Story

 
 
 
Als Oma vor den Augen der Familie am Festtagstisch zusammenbricht, ist nichts mehr so wie es mal war. Die beiden Brüder George (Chandler Riggs) und Buddy (Joel Courtney) müssen mit ansehen, wie sich der Gesundheitszustand der Großmutter rapide verschlechtert und ihr Körper von einer scheinbar fremden, bösen Macht übernommen wird …

 
 
 


 
 
 

MERCY – Kritik

 
 
 
Eine zögernde Veröffentlichungspolitik deutet meist darauf hin, dass Rechteinhaber nicht vollends von dem überzeugt sind, was sie letztendlich eingekauft oder in Produktion gegeben haben. Im Falle von MERCY vergingen knapp zwei Jahre, bis sich Horrorfans selbst von den Qualitäten der Stephen King-Verfilmung überzeugen konnten. Weltkonzern UNIVERSAL PICTURES sicherte sich die Ausstrahlungsrechte, verschob jedoch den Kinostart auf unbestimmte Zeit, was erfahrungsgemäß oft nichts Gutes zu bedeuten hat. Letztendlich erlitt MERCY das gleiche Schicksal, wie so viele Horror-Streifen zuvor, deren Kinostarts kurzerhand verschoben und am Ende gänzlich gestrichen wurden: Endstation Videomarkt.
 
Kings Kurzgeschichten scheinen immer wieder perfektes Gruselmaterial zu liefern, das sich gut fürs Multiplex aufbereiten lässt, um schreckhaften Angsthasen das Fürchten zu lehren. So lief die gerade einmal 20 Seiten umfassenden Erzählung CHILDREN OF THE CORN als eine der ersten King-Kurzgeschichten Anfang der 80er über deutsche Kinoleinwände und brachte es auf mittlerweile sieben Fortsetzungen und ein Remake. Weil sich mit knackigen King-Horror gut Geld verdienen lies, folgten weitere fürs Kino aufbereitete Kurzwerke des Autors, wobei DER WERWOLF VON TARKER MILLS (1985), RHEA M (1986) und RIDING THE BULLET (2004) zu den wohl bekanntesten Leinwandadaptionen gehören dürften, denen Kurzgeschichten des Romanschreibers zugrunde lagen. Auch Regisseur PETER CORNWELL konnte es nicht lassen und hat sich mit MERCY eine dieser knappen Angstmacher unter den Nagel gerissen, um dem Zuschauer das Einschlafen so schwierig wie möglich zu gestalten. MERCY basiert auf Kings Kurzgeschichte OMI (Originaltitel: GRAMMA), die neben anderen unheimlichen Erzählungen in der Sammlung BLUT zu finden ist und bereits im Jahr 1985 als Episode der damals beliebten TWILIGHT ZONE-Fernsehserie verfilmt wurde.
 
In CORNWELLS Version wird von den Brüdern George (CHANDLER RIGGS) und dem älteren Buddy (JOEL COURTNEY) berichtet, die sich dazu bereiterklären ihrer Mutter bei der Pflege der kranken Großmutter „Mercy“ unter die Arme zu greifen. Die ist seit geraumer Zeit nicht mehr die gleiche, denn sie grunzt und beißt wild um sich und bereitet der Familie mehr Sorgen als anfänglich vermutet. Als die Geschwister bei Ihren Streifzügen durch Omas Anwesen ein mysteriöses Buch voll mit schwarzer Magie entdecken, bringen sie ein düsteres Familiengeheimnis zu Tage, das bis dato nicht grundlos im Verborgenen bleiben sollte.
 
King-Verfilmungen sind immer so eine Sache. Entweder man liebt sie oder kann mit dem eher seichten Gruselzirkus nur wenig anfangen. Seit jeher richtet sich King mit seinen subtilen Schauergeschichten vornehmlich an eine Leserschaft, denen wohldosierte Schauer wichtiger sind, als literweise Blut und menschenverachtende Folterei. Leider ist es bisher nur wenigen Verfilmungen seiner Bücher gelungen, der guten Vorlage überhaupt gerecht werden zu können. Auch MERCY bildet da keine Ausnahme und erreicht nur selten die Qualität des morbiden Schauermärchens aus der Feder des weltbekannten Schriftstellers, was vermutlich auch einer der Gründe gewesen sein dürfte, weshalb UNIVERSAL PICTURES den angepeilten Kinostart rigoros streichen musste. An den schauspielerischen Leistungen dürfte es nicht gelegen haben, denn CHANDLER RIGGS (bekannt aus THE WALKING DEAD) spielt in MERCY beachtlich souverän einen tapferen kleinen Jungen, der am Ende einen nicht unblutigen Kampf gegen seine dämonisch besessenen Großmutter aufnehmen muss. Letztere gehört dank hervorragendem Make-up-Künsten zu den etwas anderen Filmbösewichten innerhalb des Horror-Genres, die in ihrer unberechenbaren Bösartigkeit hin und wieder sogar an die wild gewordenen Splatter-Omas in RABID GRANNIES (1988) erinnert – wenngleich sie auch weniger rabiat zur Sache geht, als ihrer gebrechlichen Rentner-Kolleginnen im belgischen Gewaltspaß.
 
Leider hat MERCY mal wieder mit diversen Längen zu kämpfen – etwas, was in King-Verfilmungen irgendwie zum Standard gehört, denn nicht wenige dieser Streifen (vor allem die fürs TV gemachten Mini-Serien) haben unter erheblichen Spannungsdefiziten zu leiden. Regisseur PETER CORNWELL hält die Tradition aufrecht, bereichert den Film aber immerhin um einige Verläufe, die so nicht in der Originalerzählung zu finden sind. Die waren auch dringend von Nöten, können aber nicht verschleiern, dass MERCY nun mal auf einer Kurzgeschichte basiert und trotz 79 Minuten Laufzeit immer noch viel zu lang geraten ist. CORNWELL versteht nicht, wie man Schrecken aufbaut. Trotz netter Gruseloptik, wollen sich keine Gänsehautmomente einstellen. Wird es dann doch einmal unheimlich, weil Oma nicht mehr in ihrem Bettchen schlummert, wird das wohlige Grauen durch plumpe Schreckmomente zunichte gemacht, damit der Regisseur geschwind zur nächsten Szene übergehen kann. Verschenktes Potenzial nennt man derart Vorgehen, denn die erfrischende und nicht unoriginale Grundlage hätte fürs Kino durchaus sehenswert aufbereitet werden können, wenn jemand am Steuer gesessen hätte, der mit King-Horror bewandert gewesen wäre. Bei einer so halbherzigen Umsetzung fragt man sich glatt, wie CORNWELL das Meisterstück gelungen ist und seinen DAS HAUS DER DÄMONEN (2009) zum Überraschungshit machen konnte.
 
 
 


 
 
 

MERCY – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Verschenktes Potenzial: MERCY hätte ordentlicher King-Horror werden können, wenn jemand auf dem Regiestuhl Platz genommen hätte, der nicht so lustlos und desinteressiert das gängige ABC des Horrorfilms abklappern würde. Zwar hat MERCY nicht mehr viel mit der eigentlichen Kurzgeschichte namens OMI gemein; aufgrund der Masse austauschbarer Horror-Ware aus letzter Zeit bietet die sehr freie Interpretation von Kings Kurzwerk immer noch so viel unverbrauchte Ideen, damit der Zuschauer solide unterhalten werden kann. MERCY ist keine Genre-Referenz, dazu fehlt es dem Streifen an Spannung und dem holprigen Drehbuch an Feinschliff. Atmosphärische Momente gibt es zu Genüge. Leider nutzt Regisseur PETER CORNWELL deren Potenzial nur selten aus. Stattdessen wird plump erschreckt – Gruselfaktor: Fehlanzeige. Da kann man nur hoffen, dass sich ein anderer Regisseur finden lässt, der sich CORNWELLS halbherzig inszeniertes King-Debakel noch einmal zur Brust nimmt und neu verfilmt. Kann nur besser werden!
 
 
 


 
 
 

MERCY – Zensur

 
 
 
MERCY hat von der FSK eine Jugendfreigabe erhalten. Demzufolge dürfen den Film bereits Jugendliche ab 16 Jahren sehen. Erfreulicherweise ist die deutsche Fassung ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

MERCY – Deutsche DVD

 
 
 
mercy-dvd-2014

(c) Universal Pictures Germany GmbH

(Der Film ist hierzulande aus nicht bekannten Gründen vorerst nur als DVD erhältlich)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Mercy; USA 2014

Genre: Horror

Ton: Deutsch Digital 5.1, Englisch Digital 5.1, Französisch Digital 5.1, Spanisch Digital 5.1, Italienisch Digital 5.1

Untertitel: Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch

Bild: 1.78:1 (16:9)

Laufzeit: ca. 76 Min.

FSK: FSK 16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: 09.07.2015

 

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MERCY – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Rabid Grannies (1988)
 
Hexenhaus – Blut für die Zombies (1991)
 
Evil Date – Verabredung mit dem Teufel (1995)