Filmkritik: „ExitUs – Play it Backwards“ (2015)

ExitUs-2015
 
 
 

EXITUS

(THE ASYLUM / BACKMASK / EXETER)

Story

 
 
 
Einige Kids werden in einer heruntergekommenen Psychiatrie – wie hätte es auch anders sein sollen – mit dem Bösen konfrontiert und müssen um ihr Leben bangen.
 
 
 


 
 
 

EXITUS – Kritik

 
 
 
Herr Nispel ist wieder am Start. Der deutsche Regisseur konnte sich in Hollywood mit Remakes bekannter Action- und Horrorfilme einen Namen machen. Leider blieb die letzte Regiearbeit weit hinter den Erwartungen zurück. Seine Neuinterpretation von CONAN DER BARBAR fand nach niederschmetternden Kritiken auch bei Zuschauern wenig Anklang. Der Film floppte und konnte seine Produktionskosten von 90 Millionen Dollar nicht wieder einspielen. Vermutlich einer der vielen Gründe, weshalb MARCUS NISPEL nun wieder kleine Brötchen bäckt und versucht mit günstigem Horrorquatsch an die einstigen Kassenerfolge anzuknüpfen. Weil ihm Horror bisher das meiste Lob eingebracht hat, ist die aktuelle Arbeit natürlich auch wieder im Genre angesiedelt und nennt sich vielversprechend EXITUS – PLAY IT BACKWARDS (in Amerika auch unter EXETER bekannt). Ein gute Entscheidung, konnte doch Nispel mit seiner gelungenen Neuauflage zu THE TEXAS CHAINSAW MASSACRE unter Beweis stellen, dass er weit mehr kann, als nur ansprechende Musikvideos für bekannte Künstler zu drehen.
 
 
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BACKMASK – so wie EXITUS – PLAY IT BACKWARDS anfangs noch heißen sollte – rückt mal wieder unartige Kids in den Mittelpunkt, die in einer leerstehenden Psychiatrie die Party ihres Lebens feiern wollen. In dem Gebäude fanden einst beunruhigende Dinge statt. Patienten wurden darin wie Gefangene behandelt und mussten fragwürdige Experimente über sich ergehen lassen. Ein großes Feuer machte dem unmenschlichen Treiben ein Ende und die Einrichtung zur Ruine. Jahre nach den Vorfällen will Gemeindepfarrer Conway (STEPHEN LANG aus A GOOD MARRIAGE) die Anstalt wiedereröffnen und sucht Hilfe für sein Vorhaben bei Investoren und Gemeindemitgliedern. Teenager Patrick (KELLY BLATZ) stellt sich für den Wiederaufbau zur Verfügung und nutzt die Gelegenheit, um die ehemalige Klinik zum Feiertempel umfunktionieren. Bei Drogen und Alkohol wird Musik rückwärts abgespielt, weil darin satanische Botschaften zu hören sein sollen. Letztendlich keine gute Idee, wird durch die Naivität der Halbstarken das Böse freigesetzt. Plötzlich sind Ausgänge verschlossen und Freunde verwandeln sich in aggressiven Furien, weil sie von einer fremden Macht kontrolliert werden, die kein Erbarmen mit neunmalklugen Kids besitzt.
 
 
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Da macht Herr Nispel nun schon etwas Eigenes und versemmelt es auch noch. Statt bereits Dagewesenes erneut aufzuwärmen, zeichnet er diesmal selbst fürs Drehbuch verantwortlich und kann das Kopieren trotzdem nicht lassen. Bei genauerem Hinsehen ist EXITUS – PLAY IT BACKWARDS nämlich nichts anderes, als eine hektisch geschnittene Aneinanderreihung bekannter Szenen aus beliebten Horrorklassikern, denen die unverkennbare Handschrift des Regisseurs aufgedrückt wurde. Schaut man sich die bisherigen Werke Nispels an bedeutet das mal wieder „Style over Substance“, denn statt sich mit Figuren und Geschichte zu beschäftigen, gibt es durchgestylte Bilder am Fließband zu sehen, die in ihrer Hochglanzästhetik dann doch mehr an aktuelle Musikclips erinnern. Bei einem so ausgeprägten Gespür fürs Visuelle kommen Story und Charaktere leider zu kurz. Letztere geben sich derart arrogant, nervtötend und unzugänglich, dass man ihnen ein schnelles Ablebend wünscht, damit die Nerven des Zuschauers geschont werden.
 
 
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Wenn aus besessenen Freunden lechzende Monster werden, die man sich nur durch möglichst kreatives Töten vom Hals halten kann, ist EVIL DEAD nicht weit. Raimis EVIL DEAD und Friedkins DER EXORZIST mussten wie so oft im Horrorfilm Pate stehen. MARCUS NISPEL vermischt Exorzismus- mit Besessenheitsthematik und bereichert EXITUS – PLAY IT BACKWARDS um Splatter-Exzesse, durch die bereits der erste EVIL DEAD Anfang der 1980er zu Bekanntheit gekommen ist. Vor allem für Gorefans eine gute Nachricht, bekommen die hier ein paar deftige Filmtode zu sehen, die makaber und unerwartet ihren Lauf nehmen. Leider ist das aber auch das Einzige, was zu erwähnen wäre, denn sonderlich gehaltreich ist Nispels neuer Streich leider nicht. Zwar gefallen einige Zitate aus genannten Filmen (es gibt den bekannten Spiderwalk aus dem EXORZIST zu sehen); dem Streifen mangelt es aber an Einzigartigkeit, um im Gedächtnis bleiben zu können. Bleibt zu erwähnen, dass die Pechsträhne Nispels auch mit EXITUS fortgeführt wird. Da kann man dem Regisseur nur nahelegen, dass er sich endlich mal dazu durchringen sollte, nicht immer Remakes und Plagiate bereits erfolgreicher Hits zu fabrizieren. In einer Zeit in der Horrorfans immer kritischer die filmischen Vergewaltigung liebgewonnener Klassiker beobachten, sollte man sich dreimal überlegen, ob man sich die Fanmeute zum Feind machen möchte – schließlich sind das die, die letztendlich die Filme kaufen sollen.
 
 
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EXITUS – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
EVIL DEAD meets THE EXORZIST – Eine visuell beeindruckende und rasant inszenierte Splatter-Geisterbahn mit deftigem Blutzoll. Dennoch gilt im Falle von EXITUS – PLAY IT BACKWARDS die Devise: außen hui, inner pfui. Statt wahllos alte Kultfilme neu aufzulegen, macht der Frankfurter Regisseur MARCUS NISPEL was Neues. Er nimmt sich einfach zwei bekannter Horrorklassiker, beraubt ihnen der besten Szenen und macht daraus ein Machwerk, in dem EVIL DEAD den EXORZISTEN trifft. Kopieren und nacheifern scheint Nispels Leidenschaft zu sein, was ihm so langsam leider nicht mehr so recht gelingen möchte. Nach dem CONAN-Remake-Flop ist THE ASYULM nämlich der nächste Streifen aus der Mache des für Musikvideos bekannten Regisseurs, an den sich in zehn Jahren keiner mehr erinnern wird. Nach einem starken Einstieg wird es eintönig und der Film konzentriert sich ausschließlich auf das Ausradieren seiner stereotypen und unsympathischen Figuren. Fans fürs grobe Handwerk dürfte das vermutlich kaum stören, dürften die mit den abwechslungsreichen Todesszenen ihre Freude haben. Klammert man jedoch die makabren Gewaltmomente aus, bleibt nur noch Hochglanzästhetik und sonderbarer Humor, der zu keiner Minute zünden möchte. Demzufolge sollte man nach der gelungenen Neuverfilmung des Terrorklassikers THE TEXAS CHAINSAW MASSACRE (2003) die Erwartungen herabschrauben. Auch wenn EXITUS visuell an den Terrorausflug erinnert; zwischen den beiden Filmen liegen Welten. Übrigens, die Titelschmiede verwirrt. EXITUS – PLAY IT BACKWARDS wird auch als BACKMASK und EXETER vermarktet. Wenn man da nicht durcheinander kommt.
 
 
 


 
 
 

EXITUS – Zensur

 
 
 
Ähnlich wie in EVIL DEAD werden hier aus Freunden besessene Furien, die nur eines im Sinn haben: töten. Die Kids wissen sich aber zur Wehr zu setzen und gehen nicht zimperlich gegen die besessenen Freunde vor. Es werden Zahnbürsten in Augen gerammt, ein Kronleuchter zerquetscht Körper und spitzes Mordwerkzeug kommt ebenfalls zum Einsatz. Schnell Schnitte sorgen dafür, dass sich die Effekte nicht so schnell entlarven lassen. Blutig geht es allemal zu, so dass EXITUS – PLAY IT BACKWARDS oder EXETER – so wie er in Amerika heißt – in Deutschland mit dem roten Freigabesticker in den Handel gekommen ist.
 
 
 


 
 
 

EXITUS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
ExitUS-bluray-cover

(c) EuroVideo Medien GmbH

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Backmask; USA 2015

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.78:1 (@24 Hz)

Laufzeit: ca. 91 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Erstauflage im Steelbook

Extras: Trailer, Making-of „Behind the Blood“ (OmU)

Release-Termin: 27.08.2015

 

ExitUs – Play it Backwards – [Blu-ray Steelbook] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

EXITUS – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth

Die Rechte aller für die Review verwendeten Bilder liegen bei EuroVideo Medien GmbH

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Gallows Hills (2013)
 
Evil Dead (2013)
 
Besessen – Der Teufel in Mir (2012)
 
Speak No Evil (2013)
 
Beneath (2013)
 
The Quiet Ones (2014)
 
Here Comes the Devil (2012)
 
Evil Dead (1981)
 
Der Exorzist (1973)
 

Filmkritik: „A Good Marriage“ (2014)

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A GOOD MARRIAGE

Story

 
 
 
Die glückliche Ehe zwischen Darcy und Bob Anderson geht in die Brüche, als die Gattin in der Garage eine erschreckende Entdeckung macht und vom Doppelleben ihres Mannes erfährt, das er 25 Jahre geheim halten konnte …

 
 
 


 
 
 

A GOOD MARRIAGE – Kritik

 
 
 
Mittlerweile ist die Umsetzung von Kings Kurzgeschichten für Filmemacher weitaus interessanter und vor allem lukrativer geworden, als Filmadaptionen ganzer Romane, die meist nur selten die Qualität der Buchvorlage erreichen und aufwändiger zu verfilmen sind. Lässt man einmal das missglückte CARRIE-Remake (2014) außen vor, ist es nun schon fast ein Jahrzehnt her, seit der letzte King-Beststeller erfolgreich verfilmt werden und sich im Kino zum Kassenschlager mausern konnte. Statt King’schen Roman-Horror wird bevorzugt der Kurzgeschichten-Schrecken des Autors fürs Kino oder TV aufbereitet, was den beliebten Schriftsteller dazu veranlasst hat die Verfilmung seiner Kurzgeschichten voranzutreiben. Nachdem wir bereits vor einiger Zeit von der Kinoaufbereitung des Kurzwerks GRAMMA (Titel des fertigen Films: MERCY) berichteten, geht der King-Horror mit A GOOD MARRIAGE in die nächste Runde – eine knappe Erzählung, die in der Novellensammlung ZWISCHEN NACHT UND DUNKEL veröffentlicht wurde. King zeichnete für das Drehbuch zur Filmumsetzung verantwortlich, das er selbst geschrieben hat, um anschließend Filmemacher finden zu können, die sich der Kinoadaption annehmen wollten. Lang suchen musste er nicht, denn PETER ASKIN und WILL BATTERSBY rissen sich den Stoff unter den Nagel und machten daraus typischen King-Horror, dem mal wieder das gewisse Fünkchen Originalität fehlt.
 
Die filmische Interpretation von A GOOD MARRIAGE hält sich ziemlich genau an Kings Vorlage und berichtet von „Geheimnissen“, die vermutlich jede gut funktionierende Ehe vor den neugierigen Nachbarn versteckt hält. Im Film sind es Darcy (JOAN ALLEN) und Bob Anderson (ANTHONY LAPAGLIA), die seit 25 Jahren zusammen ein glückliches Leben leben, einander lieben und vertrauen. Zumindest glaubt man einander zu kennen, bis Gattin Darcy in der Garage eine erschreckende Entdeckung macht, die die Ehe vor ungeahnte Schwierigkeiten stellt. Ehemann Bob entpuppt sich als gesuchter Frauenmörder, der seine Leidenschaft bisher gut zu vertuschen verstand. Für beide eine verzwickte Situation, die alles auf den Kopf stellt, woran das Paar geglaubt und für selbstverständlich erachtet hat. Laut eigenen Aussagen hat sich Stephen King für seine Novelle von den Kriminalfällen des BTK KILLERS inspirieren lassen – einem Serienmörder namens DENNIS RADER, der im US-Bundesstaat Kansas hauste und für die Morde an mehreren Frauen verantwortlich gemacht wird. Viele Einzelheiten über den ursprünglichen Fall und dem unmenschlichen Vorgehen des tatsächlich lebenden Frauenmörders haben es jedoch nicht in dem Film geschafft – reißerische Fakten, die der geradlinigen Geschichte vermutlich weitaus förderlicher gewesen wäre. Stattdessen wühlt King mal wieder im Privatleben amerikanischer Bürger und deckt auf, was heutzutage irgendwie niemanden mehr vom Hocker reißen will.
 
King scheint wie die meisten Alt-Regisseure so langsam in die Jahre zu kommen, denn wie auch schon bei ARGENTO, DANTE und Konsorten festgestellt, gehören die kreativsten Jahren bekannter Horror-Berühmtheiten längst zur Vergangenheit. A GOOD MARRIAGE ist unspektakulär; der Aufbau der überschaubaren Handlung derart langsam, dass Zuschauer ausgeschlafen sein sollten, wenn sie diesem behäbigen Rosenkrieg wach folgen wollen. Wie auch schon bei anderen Filmen, die auf den Kurzgeschichten des Autors beruhen, gehört auch A GOOD MARRIAGE zu jenen Werken, die einfach nicht dafür gemacht wurden, als Spielfilm über Kinoleinwände zu flimmern. King hat sein Drehbuch um unnötige Längen bereichert, damit der Streifen auf seine Laufzeit kommen kann. Das macht sich beim Spannungspegel bemerkbar, der nahezu nicht vorhanden ist, zumal der Film kaum nennenswerte Überraschungen parat hält. King-Fans dürften sich daran jedoch mittlerweile gewöhnt haben, denn A GOOD MARRIAGE ist nicht die erste Kurzgeschichten-Adaption des weltbekannten Schriftstellers, deren Stoff man unnötig auf Spielfilm-Niveau aufgeblasen hat, um daraus ein abendfüllendes Gesamtwerk machen zu können. Auch Geschichten zu Leinwandadaptionen wie ZIMMER 1408, MANCHMAL KOMMEN SIE WIEDER und KINDER DES ZORNS boten wenig Text, wurden aber immerhin um genug Neuerungen bereichert, die nicht in der Originalvorlage zu finden waren, damit aus 90 Minuten Film keine gefühlte Ewigkeit wird. Das hat sich zumindest bei früheren King-Adaptionen bezahlt gemacht, wie die erfolgreiche KINDER DES ZORNS-Reihe beweist. Die hat es bereits auf neun Verfilmungen gebracht und ist aus der Horrorlandschaft nicht mehr wegzudenken. Leider gehört A GOOD MARRIAGE zu den vermutlich schlechtesten Umsetzungen bekannter King-Stoffe und zeigt mehr als deutlich, dass nicht alles gesehen werden muss, wo auch „Stephen King“ draufsteht. Dass King auch noch das Drehbuch zum Ehe-Thriller gekritzelt hat, stößt bitter auf. Denn angesichts einer so misslungenen Filmumsetzung stellt sich die Frage, ob man sich darüber Gedanken machen muss, was da in Zukunft von King zu Papier gebracht wird.
 
 
 


 
 
 

A GOOD MARRIAGE – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Albtraumhafter Gruselnachschub für alle Stephen-King-Fans. Die dürften sich jedoch nach Sichtung von A GOOD MARRIAGE wehmütig an die früheren Jahre des erfolgreichen Horror-Schriftstellers zurückerinnern, wo King noch genug gruselige Ideen hatte, um Freunde gepflegter Horrorunterhaltung das Fürchten lehren zu können. Auch wenn schon lange nicht mehr keine ganzen Romane des Autors für die Leinwand aufbereitet wurden, finden sich immer noch genug interessierte Regisseure, die sich zumindest an Kings Kurzgeschichten ausprobieren wollen. Die Kinoadaption zur Novelle A GOOD MARRIAGE entpuppt sich da jedoch als waschechter Rohrkrepierer und das, obwohl King das Drehbuch zur Filmumsetzung eigenhändig verfasst hat. Für Liebhaber seiner Schriften und Filme ein Schlag ins Gesicht, denn irgendwie mag man das Gefühl nicht loswerden wollen, als käme King langsam in die Jahre. A GOOD MARRIAGE ist in Anbetracht des knappen Umfangs der Kurzgeschichte einfach viel zu lang geraten und quält mit einem derart langsamen Erzählfluss, dass Zuschauer ausgeschlafen sein sollten, um der überraschungsarmen Handlung folgen zu können. Der Film selbst protokolliert in nicht sonderlich bedrohlichen Bildern die Abwärtsspirale einer glücklichen Ehe und nimmt den Zuschauer mit auf eine Reise gähnender Langeweile. Da kann man nur hoffen, dass King demnächst mal wieder Horrorfilme schaut und aktuelle Horror-Trends wittert, denn mit Geschichten wie A GOOD MARRIAGE bereitet man heutzutage Gruselfans keine Freude mehr. Wir meinen: A GOOD MARRIAGE ist keine Geschichte, die hätte unbedingt verfilmt werden müssen. Demzufolge kann man sich die Sichtung getrost sparen.
 
 
 


 
 
 

A GOOD MARRIAGE – Zensur

 
 
 
Wie die meisten Stephen-King-Verfilmungen hält sich auch A GOOD MARRIAGE kaum mit der Zurschaustellung harter Horrorszenen auf. Im Film selbst gibt es bis auf einen Stoß von der Treppenbrüstung nichts Grausames zu sehen, was dem Streifen in Deutschland dennoch eine FSK16 beschert hat. Grund hierfür ist die Ausübung von Selbstjustiz. Bereits bei Filmen wie I SPIT ON YOU GRAVE 2 oder SAVAGED verstand die FSK bisher keinen Spaß mit der Ausübung von Lynchjustiz.
 
 
 


 
 
 

A GOOD MARRIAGE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Concorde Home Entertainment

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: A Good Marriage; USA 2014

Genre: Drama, Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte

Bild: 2.40:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 101 Min.

FSK: FSK 16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Entfallene und verpatzte Szenen

Release-Termin: 09.04.2015

 

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A GOOD MARRIAGE – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Schatten der Wahrheit (2000)
 
Der Feind in meinem Bett (1991)
 
Stepfather (1987)
 
Stepfather – Remake (2009)
 

Filmreview: „The Monkey’s Paw“ (2013)

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THE MONKEY´S PAW

Story

 
 
 
Eine mysteriöse Affenpfote bringt das Leben von Jake Tilton aus den Fugen. Sie soll ihm nämlich drei Wünsche erfüllen. Doch der Traum von mehr Glück im Leben verpufft schneller als gedacht, als das Wunsch-Relikt nicht den Nutzen bringt, den Jake sich erhofft hat …
 
 
 


 
 
 

THE MONKEY´S PAW – Kritik

 
 
 
Nach dem prähistorischen Riesenfischhorror BENEATH (2013), dem Spukgrusler DEAD SOULS (2012) und der Zombiehatz REMAINS OF THE WALKING DEAD (2011) ist der amerikanische TV-Sender CHILLER unermüdlich dabei, unter dem Banner CHILLER FILMS fleißig kleine Genreproduktionen zu drehen. Im direkten Vergleich mit den eigens produzierten Werken des SYFY-Channels, der in den letzten Jahren durch seine trashigen Inszenierungen zu passablem Ruhm gekommen ist, schaut das Schaffen aus der CHILLER FILMS Produktionswerkstatt bei weitem professioneller aus, als die meist schlecht getricksten Filme des Science-Fiction-Senders. Pünktlich zum kommenden Halloweenfest hat es der Spartensender mit dem vielversprechenden Slogan „Scary as Hell“ wieder getan und beglückt den Horrorfilmfan mit einem weiteren Streifen. Diesmal hat man sich einer Erzählung des englischen Autoren W.W.Jacobs (1863-1943) angenommen, der sich vor allem durch seine makabren Kurzgeschichten und Romane einen Ruf machen konnte. Zu einer seiner wohl bekanntesten Geschichten gehört die Kurzerzählung DIE AFFENPFOTE, die im Kurzgeschichtenband THE LADY OF THE BARGE, 1902, veröffentlicht wurde und nun zu einer etwas sehr freien, filmischen Neuinterpretation gekommen ist. Für den Gruselspaß verantwortlich zeichnet der Amerikaner BRETT SIMMONS, der im Genre schon etwas Luft schnuppern konnte. Auf seine Kappe geht der kurzweiligen Vogelscheuchenschocker HUSK (2011), der unter dem Banner AFTER DARK ORIGINALS vom beliebten AFTER DARK FILMFEST produziert und vor geraumer Zeit bereits ausgewertet wurde. Dass SIMMONS weiß, wie man solide Genrefilme dreht wird auch in seinem neusten Streifen THE MONKEY`S PAW deutlich. Der gar nicht mal so üble Mix aus WISHMASTER (1997) und FRIEDHOF DER KUSCHELTIERE (1989) kann sich durchaus sehen lassen, was vermutlich auch an der besonderen Thematik liegen mag, die neben all den verrückten Serienkillern und kranken Perverslingen der letzten Zeit immer noch genug erfrischendes Potenzial bietet, um dem Zuschauer rund 90 Minuten bei Laune zu halten.
 
In THE MONKEY`S PAW geht es um Jake Tilton (C.J. THOMASON), dem scheinbar so rein gar kein Glück im Leben widerfährt. Erst verliert er Freundin Olivia (MICHELLE PIERCE) an seinen schleimigen Chef Kevin, dann wirft ihn dieser sogar noch eigenhändig aus der Firma. Immerhin hat Jake einige Arbeitskollegen, die sich als echte Kumpels entpuppen und stets hinter ihm stehen. So vertraut ihm Freund Gillespie (DANIEL HUGH KELLY) eine mysteriöse Affenpfote an, die dem Besitzer angeblich drei Wünsche erfüllen soll. Der erste Wunsch wird testhalber im Suff ausgesprochen und in der Tat staunen Tilton und Kumpel Tony Cobb (STEPHEN LANG) nicht schlecht, als die beiden plötzlich vor einem teuren Flitzer stehen und betrunken eine kurze Spritztour unternehmen. Die endet natürlich im Fiasko, denn der Wagen kommt von der Fahrbahn ab und donnert direkt gegen einen Baum. Beifahrer Tony erliegt am Unfallort seinen Verletzungen, was den verwirrten Jake dazu bringt, seinen zweiten Wunsch auszusprechen. Prompt erwacht Tony von den Toten, scheint jedoch nicht mehr ganz der Alte zu sein. Eine unbarmherzige Mordlust brodelt in ihm, kein Wunder hat er mit seiner Rückkehr in das Reich der Lebenden auch seine Seele zurückgelassen. So beginnt er sich durchs Leben zu meucheln, findet jedoch keinerlei Befriedigung in seinem skrupellosen Tun. Grund genug Jake um seinen letzten Wunsch zu bitten. Der hat sich jedoch dem verfluchten Wunschutensil schon lang entledigt, was dem verzweifelten Tony so gar nicht gefallen will.
 
THE MONKEY’S PAW ist wie bereits die hauseigenen CHILLER FILMS-Produktionen zuvor ein zweischneidiges Schwert. Hier bekommen wir keinen innovativ ausgeklügelten Blockbuster auf die Mattscheibe. Die kurze Erzählung wird künstlich auf Spielfilmlänge gedehnt, was für einigen Längen sorgt. Vermutlich wäre der gar nicht mal so dumme Grusler besser als Segment in einer Anthologie aufgehoben gewesen, zumal die kleine Geschichte sich ohnehin wie eine Episode der TWILIGHT ZONE anfühlt. Immerhin wurde das Märchen vom mysteriösen Relikt schön düster und unheimlich umgesetzt, so dass man als Zuschauer gar nicht glauben möchte, dass THE MONKEY’S PAW direkt fürs Fernsehen gedreht wurde. Wie die anderen Filme aus der CHILLER FILMS-Schmiede auch, kommt der Affenpfoten-Horror mit hohem technischen Standard daher. Von billiger TV-Unterhaltung ist hier trotz Low-Budget-Status kaum etwas zu verzeichnen. Anders als die Kollegen von SYFY unternimmt man bei CHILLER immer noch die Anstrengung, erzählerisch ein gewisses Niveau beizubehalten. Die bisher umgesetzten Geschichten sind durch die Bank weg stimmig und solide abgehandelt, auch wenn sie vielleicht nicht immer einen durchweg perfekten Eindruck hinterlassen. THE MONKEY’S PAW macht da natürlich auch keine Ausnahme, jedoch besitzt die altmodische Inszenierung ihren ganz eigenen Charme und lässt unweigerlich einige makabere Episoden der TALES FROM THE CRYPT-Reihe ins Gedächtnis zurückkehren. Verwunderlich ist das natürlich nicht, entpuppt sich THE MONKEY’S PAW am Ende doch als ziemlich gemeine Fabel über Habgier und Geltungssucht und dürfte vermutlich all jene Horrorfans hellhörig machen, die an Wünsche-Horror á la LEPRECHAUN (1993), TÖTET KATIE MALONE (2010) und 999 – FINAL DESTINATION DEATH (2002) ihre Freude gehabt haben.
 
 
 


 
 
 

THE MONKEY´S PAW – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Ein makabrer und düsterer Mix aus FRIEDHOF DER KUSCHELTIERE und WISHMASTER, der vor allem all denen schauderhafte Unterhaltung bieten dürfte, die sich an der GESCHICHTEN AUS DER GRUFT-Reihe nicht sattsehen konnten.
 
 
 


 
 
 

THE MONKEY´S PAW – Zensur

 
 
 
Schaufreudiges Gemetzel oder blutiges Geschlachte sucht man in THE MONKEY´S PAW vergebens. Hierzulande dürfte der altmodische Gruselfilm unbeschadet mit einer 16er-Freigabe durch die FSK wandern.
 
 
 


 
 
 

THE MONKEY´S PAW – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:

Husk (2011)

Friedhof der Kuscheltiere (1989)

Wishmaster (1997)