Filmreview: „Bela Kiss: Prologue“ (2013)

Bela-Kiss-Prologue
 
 
 

BELA KISS: PROLOGUE

Story

 
 
 
Fünf Jugendliche geraten nach einem Bankraub ins Visier des sagenumwobenen Serienkillers Béla Kiss, der zu Beginn des letzten Jahrhunderts mehrere Frauen ermordet hat, aber nie gefasst wurde. Bisher blieb sein Verbleib ungeklärt, doch aus irgendeinem Grund weilt er auch über 100 Jahre später immer noch unter den Lebenden …
 
 
 


 
 
 

BELA KISS: PROLOGUE – Kritik

 
 
 
Wenn Horror aus Deutschland auf dem Programm steht, bekommen viele Filmfans das kalte Grausen. Verwunderlich ist das natürlich nicht, gehört doch das Horrorgenre in der Bundesrepublik zu einer bedrohten Filmspezies und findet, wenn überhaupt, nur im Amateursektor (ITTENBACH, WALZ und Co. lassen grüßen) Erwähnung. Dennoch werden neben anstrengenden Arthouse-Gurken und schmalzigen Tragikomödien auch ab und an ungeförderte Schauerwerke produziert, die dann still und leise in die Videotheken wandern, damit das Kinopublikum nicht merkt, wie desaströs angestaubt und zwanghaft sozialkritisch der deutsche Film ist. Dass das aber auch anders geht, haben einige wenige nationale Produktionen bewiesen. Filme, wie ANATOMIE und ZIMMER 205 – TRAUST DU DICH REIN (wir berichteten) haben sich von den biederen Konventionen des deutschen Spielfilms verabschiedet und sich stattdessen ein Beispiel am internationalen Treiben genommen. So kam es, dass im Jahr 2010 der vom ZDF mitfinanzierte RAMMBOCK nicht nur ausreichend Lob und Preise abstauben konnte; Deutschlands Antwort auf die beliebte Zombieproblematik wurde sogar gewinnbringend ins Ausland verkauft und dort mit natürlich weitaus reißerischem Namen in den Handel gebracht. Auch BELA KISS: PROLOGUE ist einer jener ambitionierten Streifen, der vermutlich im Ausland mehr Aufmerksamkeit erhaschen wird, als es im eigenen Land der Fall sein dürfte. Hierzulande wurde das Debütwerk bisher etwas sehr stiefmütterlich behandelt, erhielt aber Anfang 2013 immerhin einen limitierten Leinwandausflug. Mitbekommen haben das vermutlich nur die wenigsten Horrorfans, so dass jetzt ein Jahr später die Heimkinofassung ins Haus steht, damit sich Liebhaber des grausigen Meuchelns von der beachtlichen Qualität dieses Schauermärchens überzeugen können. Hinter dem Gruselausflug steckt das Team von MIRROR MAZE, bestehend aus den vier ehemaligen Filmstudenten LUCIEN FÖRSTNER, SYLVIA GÜNTHER, STEVEN WEBER und ERIC KAZAK. Die hatten die Idee aus der Biografie des berüchtigten Serienmörders BELA KISS ein Diplomprojekt zu machen. Viel Geld war nicht vorhanden und eine Förderung nicht möglich, da die Macher zum Zeitpunkt des Projektstarts noch Studenten waren, was eine Filmförderung ausschließt. So wurde viel improvisiert und hauptsächlich selbst finanziert, was dem fertigen Streifen aber zu keinem Zeitpunkt anzusehen ist.
 
BELA KISS: PROLOGUE handelt vom mysteriösen Treiben des geheimnisumrankten ungarischen Serienmörders Béla Kiss, der um die Zeit des Ersten Weltkriegs mindestens 23 jungen Frauen ermordet und deren Leichen (darunter auch seine Frau) in großen Metallbehältern auf seinem Grundstück gebunkert haben soll. Gefasst wurde er nie und dass, obwohl er im Verlauf seines Lebens an verschieden Plätzen rund um den Globus gesichtet wurde. In BELA KISS: PROLOGUE wird der Mythos des geisteskranken Mörders fiktiv weitergesponnen und aus dem berüchtigten Irren ein blutgeiler Schlächter gemacht, der sich durch den Lebenssaft seiner Opfer am Leben erhält. Seine treusorgende Sippschaft führt im 21. Jahrhundert irgendwo in einem Wald nahe Budapest (wo auch sonst) ein verstecktes Stundenhotel. Dorthin flüchten ein paar Kleinkriminelle, die nach einem Bankraub einen sicheren Unterschlupf für sich suchen. Fast angekommen, vermiest ihnen ein besorgter Jäger die Freude am schnellen Geld. Der wird jedoch kurzerhand in die ewigen Jagdgründe befördert, und die Stimmung der Gruppe ist im Keller. Kaum im Hotel eingecheckt, geht der Streit erst richtig los. Die Freunde beginnen, einander zu misstrauen und Konflikte werden geschürt. Da verschwindet plötzlich einer nach dem anderen auf mysteriöse Weise und wird im Keller seines Lebenssaftes beraubt.
 
Wie bereits der Titel erahnen lässt, möchten die Macher des Films, dass deren neu kreiertes Franchise in Serie gehen soll. Ob das jedoch gelingen wird, bleibt abzuwarten, wünschenswert wäre es zumindest, gab es nach ANATOMIE (2000) und ANATOMIE 2 (2003) keine deutsche Horror-Reihe mehr im Kino zu sehen, die Lust auf mehr gemacht hätte. Den Anfang macht aber nun erst einmal BELA KISS: PROLOGUE, der für ein günstig gedrehtes Debütstück erstaunlich hochwertig anzuschauen ist und sich offensichtlich an den Regeln des amerikanischen Hochglanz-Horrorkinos orientiert. Für den Fan deutscher Filme eine etwas gewöhnungsbedürftige Angelegenheit, schaut BELA KISS: PROLOGUE nicht im Geringsten nach dem aus, was dem Gebührenzahler sonst so im Öffentlich Rechtlichen TV angedreht wird. Der Zuschauer erlebt verspielte Kamerafahrten, die fast schon künstlerisch um die Protagonisten schweben und ein detailverliebtes Ausstattung, bei der man stets spürt, dass hier enorm Herzblut investiert wurde (das Team hat bereits ein Jahr vor Drehbeginn Möbel aus Haushaltsauflösungen gesammelt, um Geld zu sparen). Zudem erfreut eine permanent unheimliche Atmosphäre, die anfänglich nicht so wirklich ahnen lässt, worauf der Film nun eigentlich hinauslaufen soll. Natürlich steht die titelgebende Hauptfigur im Mittelpunkt, die am Ende nach Haus zurückkehrt, um ihr krankes Hobby fortführen zu können: hübschen Frauen aufzulauern, um sie anschließend kaltblütig zu töten. Ungewöhnlicherweise fällt BELA KISS: PROLOGUE nicht mit der Tür ins Haus, denn der Antagonist findet hier nur in kurzen Rückblenden Erwähnung, in denen noch einmal die Etappen seines bisherigen Daseins beleuchtet werden. Der Film selbst konzentriert sich in erster Linie um KISS‘ Komplizen, die sich in einem Hotel niedergelassen haben und nun sehnsüchtig auf die Ankunft des „Meisters“ warten. Damit ihnen ohne dessen Anwesenheit nicht allzu langweilig wird, kommen ihnen einige neugierige Gäste gerade recht. Die stellen viele komische Fragen, spionieren auf dem Anwesen umher und finden sogar jene Metallbehälter, in denen KISS‘ seine ermordeten Opfer versteckt hält. Dass soviel unverfrorene Schnüffelei bestraft werden muss, merken die fünf Bankräuber recht schnell. Denn noch bevor die Freunde hinter das Geheimnis des gruseligen Hotels kommen, finden sie sich bereits im Keller wieder, wo sie kopfüber zum Ausbluten über Schüsseln aufgehangen werden. Auch wenn man sich bis dahin etwas sehr viel Zeit lässt, gefällt, wie rabiat es für deutsche Verhältnisse zur Sache geht. Das Team rund um LUCIEN FÖRSTNER hat die Hausaufgaben perfekt erledigt und BELA KISS: PROLOGUE entwickelt sich souverän zu einer blutigen Mixtur aus Vampirfilm, MICHAEL BAY’S TEXAS CHAINSAW MASSACRE (2003) und ELI ROTHS kontroversem HOSTEL (2005).
 
Ob BELA KISS: PROLOGUE fortgeführt wird, wird sich zeigen. Der Film wurde auf Englisch gedreht, was es erleichtert, den Streifen auch im Ausland zu verkaufen. Da kann man nur hoffen, dass man dort auf den Geschmack deutscher Blutwurst kommt und möglichst schnell ein Sequel gedreht wird. Bleibt die Produktion auf ähnlich technischem Niveau und hält an derartig schroffer Bildsprache fest, könnte deutscher Horror nach Frankreich und Spanien ebenso international Kasse machen.
 
 
 


 
 
 

BELA KISS: PROLOGUE – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Lecker Blutwurst aus Deutschland. Ungewohnt blutig und rabiat geht es für deutsche Verhältnisse in BELA KISS: PROLOGUE zu. Wer Filme wie TEXAS CHAINSAW MASSACRE und HOSTEL mag, sollte definitiv einen Blick riskieren und die Scheibe kaufen, damit möglichst schnell eine Fortsetzung nachgeschoben wird.
 
 
 


 
 
 

BELA KISS: PROLOGUE – Zensur

 
 
 
BELA KISS: PROLOGUE ist auf Blu-ray und DVD ungeschnitten zu haben. Zu Beginn und am Ende kommt das Special Effect-Make up reichlich oft zum Einsatz und verfehlt seine Wirkung nicht. Daher hat es bei der FSK auch für eine KJ-Freigabe gereicht.
 
 
 


 
 
 

BELA KISS: PROLOGUE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
bela kiss prologue blu-ray
 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Bela Kiss: Prologue; Deutschland 2013

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 2.35:1 (1920x1080p)

Laufzeit: ca. 106 Min.

FSK: FSK 18 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: 2 Making Ofs, 2 Audiokommentare, B-Roll, Deleted Scenes, Special zur Deutschlandpremiere, Original 35mm-Aufnahmen, Bildergalerie, Storyboard-Vergleich, 2 Trailer

 
 
 
BELA KISS: PROLOGUE ist nun auf Blu-ray erschienen und glänzt mit einer prunkvollen Ausstattung und einem phänomenal hochwertigen Bild. Das kann für ein deutsches Indie-Projekt fast schon als Glanzstück betiteln werden, wenn man bedenkt, dass BELA KISS von unerfahrenen Filmstudenten umgesetzt wurde. Die Schärfe ist beachtlich und der Kontrast unglaublich satt. Hier lassen sich sogar Falten und Poren auf Händen und Gesichter erkennen; selbst die Tannennadeln der Bäume des Waldes lassen sich zählen, insofern man sich die Arbeit machen möchte. Leider gab es zu Beginn auch einen Bildfehler, der vermutlich so nicht gewollt gewesen ist. Während einer Flugszene über den Wald (00:13:15) werden die Bilder einige Sekunden lang verzehrt und unscharf dargestellt. Das verschandelt zwar die hübsche Naturaufnahme, ist aber zu verschmerzen. Auch beim Ton überzeugt der Streifen. Der Score ist kraftvoll und lässt die Boxen arbeiten, die Stimmen sind stets gut zu verstehen und eine dezent eingesetzte Geräuschkulisse bewirkt eine angenehme und stimmige Räumlichkeit. Wer sich nach dem Film noch über BELA KISS: PROLOGUE informieren möchte, kann in einer umfangreichen Auswahl an Bonusmaterial stöbern. Da es sich hier um einen deutschen Genrefilm handelt, sind demzufolge auch die meisten Extras in deutscher Sprache vorzufinden. Es gibt zwei Audiokommentare der Macher (in deutscher Sprache), ein Making of in Deutsch (14 Minuten, HD) und eins in Englisch (ca. 23 Minuten, HD, feste dt. Untertitel) sowie ein dreiminütiges Special zur Deutschlandpremiere des Streifens (in deutscher Sprache, HD). Weiter geht’s mit gelöschten Szenen, die es nicht in den fertigen Film geschafft haben (rund 8 Minuten, unbearbeitet Filmmaterial ohne Musik) und interessante Storyboard-Vergleiche (rund 8 Minuten) in denen man zwei Szenen parallel in Skizzen betrachten darf. Hinter dem Menüpunkt „B-Roll“ verstecken sich Filmaufnahmen vom Set, die von den Machern per Voice-over kommentiert werden (in deutscher Sprache, rund 15 Minuten). Außerdem haben es noch einige Original 35-mm-Aufnahmen auf die Scheibe geschafft, die das Leben von BELA KISS in Rückblenden schildern (rund 3 Minuten) sowie eine animierte Bildergalerie mit Fotos aus dem Film (rund 2 Minuten, mit Musik unterlegt). Der Trailer in deutscher und englischer Sprache darf natürlich nicht fehlen.
 
Die Blu-ray von BELA KISS: PROLOGUE ist ein Traum. Nicht nur das die Technik stimmt; ein derart dickes Bonuspaket hat man auf einer Horror-Blu-ray eines deutschen Horrorfilms vermutlich noch nie gesehen. Wir können diese Veröffentlichung nur empfehlen, denn hier stimmt das Preis/Leistungsverhältnis, auch wenn es leider keine deutsche Untertitlung für den Hauptfilm gibt.
 
 

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BELA KISS: PROLOGUE – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Michael Bay’s Texas Chainsaw Massacre (2003)
 
Texas Chainsaw Massacre: The Beginning (2006)

Wrong Turn 5 (2012)

Filmreview: „Cabin Massacre“ (2008)

farmhouse 2008
 
 
 

CABIN MASSACRE

(FARM HOUSE MASSACRE)

Story

 
 
 
Chad und Scarlet wollen nach dem Tod ihres Kindes ein neues Leben beginnen, geraten jedoch an ein schrecklich heimtückisches Winzer-Pärchen, dass eine unbeschreibliche Leidenschaft für die grausamen Seiten des Lebens hegt. …
 
 
 


 
 
 

CABIN MASSACRE – Kritik

 
 
 
Es ist jedesmal ärgerlich, wenn ein Cover mit einem „Massacre“ lockt und das blutrote Matschfest dann leider auf sich warten lässt. Für kleine Labels wie SCHRÖDER MEDIA, EDEL FILM, SAVOY und Co. scheint es in letzter Zeit zu einer – lukrativen natürlich – Selbstverständlichkeit geworden zu sein, kleine unbedeutende Filme mit brutalstmöglich plakativen Titeln neu zu veröffentlichen. Die klingen nicht selten nach berüchtigten Klassikern aus den 80ern oder erfolgreichen Horrorserien der Neuzeit und führen den Filmfan ganz schön unverschämt hinters Licht. Da wird aus dem interessanten Western-Wurm-Flick THE BORROWERS kackendreist DAWN OF THE UNDEAD und der finnische DARK FLOORS erhält mit DEMONIC POSSESSION einen weitaus reißerischen Namen. Auch der Titel des hier besprochenen Terrorfilms FARMHOUSE war Rechteinhaber SAVOY FILM scheinbar etwas zu lasch, so dass einmal mehr die unkreative Titelmaschinerie angekurbelt und FARMHOUSE kurzum in CABIN MASSACRE umbenannt wurde. Für den Käufer eine erheblich irreführende Prozedur, verbirgt sich hinter dem gekauften Film nicht selten das, was er so eigentlich gar nicht sehen wollte. CABIN MASSACRE macht da natürlich keine Ausnahme, steckt doch in diesem Film soviel CABIN und MASSACRE wie Essig oder Kochschinken in Schokolade. Der Leidtragende ist natürlich der ahnungslose Kunde, der durch diese krumm wirtschaftlich motivierten Neuschöpfungen hinterlistig um sein hart verdientes Geld gebracht und sich zukünftig genauer über die Veröffentlichungen jener Labels informieren wird. Auch wenn Horrorjüngern eine derart unverfrorene Veröffentlichungspolitik irgendwann die Lust am Sammeln von Filmen verderben dürfte, sei an dieser Stelle versichert, dass CABIN MASSACRE trotz irreführende Titel-Eigenkreation kein wirklich schlechtes Kino ist. Der Streifen wurde bereits 2008 von GEORGE BESSUDO abgedreht, der ein Jahr zuvor mit dem eher bescheidenen LAKE DEAD einen Beitrag zum berüchtigten AFTER DARK HORRORFILMFEST beisteuern durfte, aber damit ungnädig untergegangen ist. Umso erfreulicher, dass BESSUDO mit der darauffolgenden (und seiner bisher letzten) Regiearbeit beweisen konnte, dass es sich bei seinem Erstling einfach nur um einen Ausrutscher gehandelt hat und er auch gute Filme drehen kann. Merklich vom Erfolg des in Genre-Kreisen lobgepriesenen STORM WARNING (2007) inspiriert, fühlt sich CABIN MASSACRE auch so an, als würde dem Zuschauer hier die Light-Variante des australischen Backwood-Slashers geboten.
 
 
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Die Geschichte dreht sich um die von Schmerz gezeichneten Eltern Scarlet (JAMIE ANNE ALLMAN) und Chad (WILLIAM LEE SCOTT), die ihr altes Leben nach dem tragischen Tod ihres neugeborenen Sohnes hinter sich lassen und nun in Seattle einen Neuanfang wagen wollen. Doch die Reise dorthin ist nicht frei vor Gefahren. Nicht nur dass Chad nach achtstündiger Autofahrt am Steuer einschläft und den Wagen sprichwörtlich in den Sand setzt; auch ein naheliegendes Weingut, in welchem das Paar auf Hilfe hofft, entpuppt sich praktisch als Vorhof zur Hölle. Dort haust Winzer Samael (STEVEN WEBER) und seine liebreizende Gattin Lilith (KELLY HU), die die beiden Leidtragenden herzlich zum Abendbrot einladen. Doch hinter dem gastfreundlichen Pärchen versteckt sich das abgrundtiefe Böse. Kaum bricht die Nacht herein, werden Chad und Scarlet von den Gastgebern überwältigt und im ersten Stock ihres Hauses zu Folteropfern.
 
 
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Mit fünf Jahren Verspätung trudelt CABIN MASSACRE nun auch in Deutschland ein. Wobei sich dieser Torture Flick perfekt in die Reihe der weitaus härteren Genrevertreter einzureihen versteht. Hier wird eine Käsereibe zweckentfremdet und Augen mit einem scharfen Küchenmesser ausgestochen. Die gemeinen Gewaltexzesse sind zwar rar gesät, verfehlen die übertragene Schmerzwirkung beim Zuschauer keineswegs. Lobenswerterweise ist CABIN MASSACRE dennoch keiner dieser unerträglichen Gewaltpornos geworden, die sich einzig darum bemüht sehen, möglichst ganz viele Ekelszenen aneinander zu reihen, um die Nerven der Horrorfans zu strapazieren. BESSUDO findet den Spagat zwischen stimmiger Inszenierung und wohldosierten Grausamkeiten, die CABIN MASSACRE zu einer kurzweiligen und vor allem spannenden Angelegenheit machen. Hier steht vor allem das Schicksal der gebeutelten Hauptdarsteller im Mittelpunkt, die mit ihrer tragischen Vergangenheit gehörig zu kämpfen haben. Allen voran der labile Chad, der etwas arg fragil von WILLIAM LEE SCOTT verkörpert wird. Der ist zwar mit Herz und Seele dabei seinem Charakter so etwas wie Glaubwürdigkeit einzuverleiben; die Rolle des von Gewissensbissen geplagten Ehemanns nimmt man ihm jedoch zu keiner Minute ab. Geschickter beim Agieren sind da die beiden Bösewichte des Films, die herrlich zynisch von STEVEN WEBER und KELLY HU verkörpert werden. Gerade Erstgenannter glänzte ja bereits in der King-TV-Verfilung THE SININING als psychotischer Familienvater und schafft es auch in CABIN MASSACRE einen herrlich abgedrehten, dennoch zutiefst bösen Schlitzer zu mimen. Dass das Aufeinandertreffen der beiden Familien nicht von ungefähr kommt, hebt CABIN MASSACRE vom üblichen Foltersud ab. Denn der Zuschauer erfährt durch eingestreute Rückblenden, dass Scarlet und Chad eine Menge dummes Zeug veranstaltet haben, um letztendlich aus gutem Grund von Winzer Samuel und dessen Frau gerichtet zu werden. Während die teils wirren Flashbacks anfänglich noch kaum Sinn ergeben wollen, tritt die überraschende Auflösung am Ende den Zuschauer in die Magengegend. Was bleibt ist ein stimmig und düster erzählter Horrorfilm, dem es trotz bekannter Versatzstücke gelingt, eine merklich unangenehme Atmosphäre zu erzeugen, die 90 Minuten gut unterhält und den Filmfreund schnell vergessen lässt, dass er Filme wie CABIN MASSACRE eigentlich schon unzählige Male auf der Mattscheibe hatte.
 
 
 


 
 
 

CABIN MASSACRE – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Zwar nicht neu, dafür aber geschickt inszeniert: Kleiner, düsterer Terror-Slasher mit Foltereinlagen, die es ganz schön in sich haben. Trotz B-Movie-Charakter ist Regisseur GEORGE BESSUDO das Kunststück gelungen, einen durchweg spannenden Schocker zu produzieren, der sich nicht bloß mit dem Abhandeln der obligatorischen Ekligkeiten beschäftigt.
 
 
 


 
 
 

CABIN MASSACRE – Zensur

 
 
 
CABIN MASSACRE ist in Deutschland vollkommen ungeschnitten erschienen. Die DVD und Blu-ray ist mit der KEINE JUGENDFREIGABE-Kennzeichnung ab sofort im Handel erhältlich.
 
 
 


 
 
 

CABIN MASSACRE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
cabin massacre blu-ray
 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Farmhouse; USA 2008

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 1.78:1 (1920x1080p)

Laufzeit: ca. 99 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: ohne Bonusmaterial

 
 
 

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CABIN MASSACRE – WEITERE VERÖFFENTLICHUNGEN

 
 
 
Neben der herkömmlichen Blu-ray erschien der Film auch als Teil eines umfangreichen Horrorfilm-Pakets mit sechs Filmen auf 2 DVDs. Auf diesem Heimkinomedium, das als PAIN & TORTURE 6 MOVIE PACK in den Handel gebracht wurde, ist der Streifen ebenso ungeschnitten enthalten, wie auf der bereits erhältlichen Einzel-Blu-ray.
 
 
 
Pain & Torture Collection

(c) Schröder Media Handels GmbH

 
 
 

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Weiterhin wurde der Film unter dem alternativen Filmtitel FARM HOUSE MASSACRE im Jahr 2017 noch einmal auf DVD von WGF / SCHRÖDER MEDIA veröffentlicht. Auch dieser Release ist komplett ungeschnitten. Das veränderte Cover und der alternative Titel suggerieren einen anderen Film. Dem ist aber nicht so. Auch in dieser DVD-Hülle schlummert der Horrorthriller CABIN MASSACRE von 2008.
 
 
farm-house-massacre-dvd

(c) WGF | Schröder Media Handels GmbH

 
 

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CABIN MASSACRE – Trailer

 
 
 


 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
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