Filmkritik: „Scarecrows“ (2017)

scarecrows-2017-poster
 
 
 

SCARECROWS

Story

 
 
 

Vier Freunde laufen beim Badeausflug dem personifizierten Bösen in die Arme.

 
 
 


 
 
 

SCARECROWS – Kritik

 
 
 
Was erwartet man eigentlich von einem Film mit dem Titel SCARECROWS? Vermutlich in erste Linie ein Creature-Feature, in denen boshafte Vogelscheuchen nach dem Leben ahnungsloser Menschen trachten. Manchmal kann aber so ein vielversprechender Titel auch ein gemeiner Blender sein, wie der vorliegende Film beweist. Der von STUART STONE inszenierte Streifen hat nämlich mit garstigen Strohpuppen, die im Horrorfilm meist nach Blut lechzend durch Maisfelder streifen, so rein gar nichts am Hut. Stattdessen verbirgt sich hinter dieser Produktion ein beliebiger Backwood-Slasher mit Folterelementen, der – zumindest in der deutschen Fassung – wegen seiner semiprofessionellen Synchronisation schwer zu ertragen ist. Fans von so echtem Vogelscheuchen-Horror wie DIE NACHT DER VOGELSCHEUCHE oder SCARECROW – DAS GRAUEN STIRBT NIE dürften da enttäuscht aus der Wäsche schauen. Denen sei aber versichert, dass genannte Filme weitaus besser sind, als dieser schnell für den Videomarkt produzierte aus Kanada.
 
 
scarecrows-2017-bild-3
 
 
Alles fängt wie immer an und endet auch wie gehabt: Vier junge Leute, die nicht sonderlich helle sind, wollen an einem See knutschen und fummeln. Doch so einfach ist das Gewässer nicht zu finden. Ein Maisfeld versperrt den Weg. Darin befinden sich unheimliche Vogelscheuchen, die das Blut in den Adern gefrieren lassen. Beinahe will man da meinen, die Puppen wären lebendig. Ganz Unrecht hat man da nicht. Unter den Sackmasken der Strohmänner verbergen sich ahnungslose Durchreisende, die vom Besitzer des Maisfelds entführt, gefoltert und anschließend als Vogelscheuche verkleidet ans Kreuz genagelt wurden. Genau jenes Schicksal ereilt nun auch unseren vier intelligenzfreien Hauptdarstellern. Die werden nacheinander in Vogelscheuchen umfunktioniert und machen in ihrer neuen Verkleidung gar keine so üble Figur.
 
 
scarecrows-2017-bild-2
 
 
Technisch okay, aber das wars dann auch. SCARECROWS ist nicht gerade das, was man sich unter einem gelungenen Horrorfilm vorstellt. Die Figuren sind nervig und verhalten sich unklug, die Geschichte verläuft nach Schema F und auch hinsichtlich gezeigter Brutalität ist SCARECROWS nicht gerade das Gelbe vom Ei. Gewalt wird nämlich kaum eingesetzt, was angesichts der Tatsache unbefriedigend ist, weil SCARECROWS dem Backwood-Horror-Fach zuzuordnen ist. Das hat sich vor allem wegen zeigefreudiger Boshaftigkeiten in den letzten Jahrzehnten einen Namen machen können und mit so Filmen wie WRONG TURN, TEXAS CHAINSAW MASSACRE oder WOLF CREEK Erfolge gefeiert. Genannten Filmen kann diese kanadische Produktion freilich nicht das Wasser reichen. Dem Film fehlt das gewisse Etwas, um im Gedächtnis bleiben zu können. Regisseur STUART STONE spult seinen zweiten Spielfilm nach konventionellem Ablauf ab und lässt so kaum Überraschungen zu. Da macht sich bei erfahrenen Zuschauern schnell Langeweile breit, weil SCARECROWS so vorhersehbar ist, dass man bereits zu Beginn weiß, wie es ausgehen wird. Filmemacher STUART STONE liefert mit diesem Horrorthriller sein Zweitwerk ab. Der ist eigentlich erfahrener Schauspieler und tingelt seit knapp 40 Jahren als Darsteller durch die TV-Landschaft. Offenbar wollte er mal die Seiten wechseln. Die ersten Gehversuche als Regisseur waren – man muss es wirklich mal sagen – bisher eher bescheiden.
 
 
scarecrows-2017-bild-1
 
 


 
 
 

SCARECROWS – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Beliebiger 08/15-Teen-Horror ohne Überraschungen. Ein paar Anleihen an TEXAS CHAINSAW MASSACRE hier, etwas dreckiger HOSTEL-Look da. SCARECROWS besteht aus Versatzstücken diverser Horrorfilme und entpuppt sich als beliebiger Backwood-Horrorfilm, der mit seinem Titel in der Irre führt. Hier gibt es keine mordenden Vogelscheuchen zu bestaunen. Der Killer im Film ist menschlicher Natur und hat es mal wieder auf Teenager abgesehen. Slasher-Fans kommen da auf ihre Kosten, sollten aber kein kaltschnäuziges Gewaltfeuerwerk erwarten. Wer sich von den rauen Szenenbildern blenden lässt, wird enttäuscht werden. SCARECROWS hat – bis auf ein paar zugenähte Münder – kaum Gewalt zu bieten. Ein fataler Fehler, hätte dieser Film zumindest mit derben Schauwerten aus der Masse hervorstechen können. Weil die Geschichte mit ihren mehr als dämlichen Figuren vollkommen austauschbar und vorhersehbar ist, werden die meisten Zuschauer schnell abgeschalten haben. Die semiprofessionelle Synchronisation tut da ihr Übriges.
 
 
 


 
 
 

SCARECROWS – Zensur

 
 
 
Die gute Nachricht: SCARECROWS ist ungeschnitten. Das ist aber auch kein Kunststück, denn im Film wird kaum Gewalt gezeigt. Es gibt einige zugenähte Münder zu sehen. Weiterhin werden als Vogelscheuche missbrauchte Menschen von Raben angeknabbert. Zudem schockieren abgeschnittene Finger und ein Protagonist reißt sich das Bein an einem Stacheldraht auf. Da fragt man sich doch glatt, was die FSK geritten und diesen Backwood-Slasher erst für Erwachsene freigegeben hat. Keine Jugendfreigabe.
 
 
 


 
 
 

SCARECROWS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
scarecrows-2017-bluray

(c) I-ON New Media GmbH (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Scarecrows; Kanada 2017

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 85 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: 27.04.2018

 

Scarecrows [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

SCARECROWS – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei I-ON New Media GmbH)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Escape from Cannibal Farm (2017)
 
Inner Demon (2014)
 
Scathing (2016)
 
Killbillies (2015)
 

Kritik: „Nightmare at Horror Castle“ (2015)

Nightmare-at-Horror-Castle-2015
 
 
 

NIGHTMARE AT HORROR CASTLE

(KANTEMIR)

Story

 
 
 
Eine Gruppe Schauspieler trifft sich zwecks Proben zu einem Theaterstück in einem abgeschiedenen Schloss. Das noch unbekannte Drehbuch von Regisseur Nicholas übt eine unheimliche Wirkung auf den Hauptdarsteller John (Robert Englund) aus und droht, ihm den Verstand zu rauben, als er von einem Mord berichtet, den ihm niemand glauben will.
 
 
 


 
 
 

NIGHTMARE AT HORROR CASTLE – Kritik

 
 
 
Ben Samuels, seines Zeichens Regisseur, Drehbuchschreiber, Schauspieler und Produzent vollkommen unbekannter Werke ist für diesen Alptraum im Horrorschloss verantwortlich…leider. Denn das, was Samuels dem Zuschauer hier in 84 Minuten vorsetzt, ist – gelinde gesagt – totaler Mumpitz. Dabei sind Samuels so ungefähr alle Fehler unterlaufen, die man als Regisseur so machen kann: Sich darauf verlassen, dass eine einstige Horrorfilm-Ikone, hier Robert „Freddy Krueger“ Englund, als Zugpferd ausreicht, obwohl dieser nur mit Fratzenmaske und Messerhandschuh gut war, und das vor über 30 Jahren. Nur Schauspieler-Darsteller zu engagieren, anstatt richtiger Schauspieler. Schlechte Drehbuchschreiber zu verpflichten. Billige Settings schlecht auszuleuchten. Und dann noch nicht mal zu merken, was für einen Mist man da abdreht und die Frechheit zu besitzen, diesem dem hoffnungsvollen Horrorfilm-Konsumenten vorzusetzen. Wunderbar. Wieder mal 84 Minuten Lebenszeit verschenkt.
 
 
Nightmare-at-Horror-Castle-Kantemir-Bild3
 
 
Also, zur „Handlung“: Der einstige Horror-„Star“ John (Robert Englund), dessen Ruhm längst verblasst ist, hat zugestimmt, im noch unbekannten Theaterstück von Regisseur Nicholas (Daniel Gadi) mitzuspielen. In einer kleinen Stadt trifft er in einem alten Schloss auf die restlichen Schauspieler, darunter, wie er mit Erstaunen feststellt, auch seine Ex-Frau Rebecca (Diana Cary). Der erst seit Kurzem trockene Alkoholiker ist weder davon begeistert noch von Regisseur Nicholas, der nur kryptische Andeutungen zu seinem Stück macht und den Beteiligten erstmal die Handys abnimmt, damit sie sich voll auf ihre noch unbekannten Rollen konzentrieren können. Als John dann aber eine der Schauspielerinnen tot im Wald findet, will ihm niemand glauben und John findet sich schon alsbald in einem seltsamen Psychoduell mit seinem Regisseur wieder. Als die Leichen aber nicht weniger werden und seine Kollegen zunehmend an Johns Verstand zweifeln, sieht dieser sich gezwungen, sich Nicholas mal zur Brust zu nehmen. Mit blutigem Ausgang…
 
 
Nightmare-at-Horror-Castle-Kantemir-Bild5
 
 
Tja, wo soll man anfangen? Vielleicht damit, dass die Blu-ray von extrem schlechter Qualität ist. Die Bilder sehen fast so aus, als würde man eine VHS-Kassette abspielen. Verwaschen, grobkörnig und weit entfernt vom auch nur durchschnittlichen Blu-ray-Standard. Dass sich auf der Scheibe dann außer dem Trailer auch keinerlei weiteren Extras finden, ist stimmig zur Qualität dieses Machwerks. Weiter geht es mit der für solche Billigproduktionen üblichen Porno-Synchro. Sämtliche Synchronsprecher wurden offensichtlich aus einem Heim für verbale Legastheniker gemopst und vor ein Mikro geschubst, nicht ohne ihnen vorher noch eine ordentliche Portion Valium in die Apfelschorle zu mischen. Im Original ist es leider auch nicht besser, die Schauspieler-Attrappen sprechen entweder total emotionslos oder sind total drüber. Darüber hinaus hat man bei der Übersetzung geschlampt, was Nicholas an einer Stelle im Film dazu zwingt zu sagen, es handele sich um einen „Manipulant“ anstatt um einen „Manipulator“. Grandios.
 
 
Nightmare-at-Horror-Castle-Kantemir-Bild2
 
 
Während des Ansehens hat man dann das immer wiederkehrende Gefühl, irgendwo auf dem Set, vermutlich an mehreren Stellen, wäre gerade ein Schwelbrand ausgebrochen. Die Settings sind fast permanent latent verräuchert. Also, entweder hat der Regisseur beim Drehen gekifft (was ob dieses dilettantischen Werkes kein Wunder wäre) oder irgendjemand von der Crew hat verzweifelt versucht, ein Feuer zu legen, um diesem Mistfilm ein vorzeitiges Ende zu bereiten. Wenn der Nebel sich allerdings mal lichtet, kommt man teilweise aus dem Lachen nicht mehr heraus. Zum Beispiel bei der Motorrad-Verfolgungsjagd, die Samuels im leicht beschleunigten Vorspulmodus gedreht hat, damit das Ganze rasanter aussieht, man aber nicht wirklich so schnell fahren muss, weil es den mittlerweile 68jährigen Robert Englund dann vermutlich vom Bike gehauen hätte. Ablenken kann man sich glücklicherweise mit so grandiosen Sätzen wie „Dein Trinken wird ihre Zufriedenheit zerstören“. Aha. Ein Schelm, wer meint, wenn man während dieses Murkses mit dem Trinken anfangen würde, würde dies sehr zur Zufriedenheit des Zuschauers beitragen. Man kann sich aber auch darüber kaputtlachen, dass die Darsteller mit vermutlich aus Fußleisten hergestellten Kinder-Holzschwertern im Wald rumfuchteln. Der Film ist durchaus variantenreich, wenn es darum geht, den Zuschauer zum Lachen zu bringen.
 
 
Nightmare-at-Horror-Castle-Kantemir-Bild1
 
 
Das ändert nur leider nichts daran, dass „Nightmare at Horror Castle“ kein guter Film ist. Denn.. die „Schauspieler“ nur durch Schloss und umliegende Wälder hampeln und Dünnsinn reden zu lassen, während John immer wieder von Visionen geplagt wird, die etwas mit der Geschichte in Nicholas‘ Drehbuch zu tun haben, reicht einfach nicht. Auch, wenn in diesen Visionen dann blöderweise immer einer ums Leben kommt, was John dem Wahnsinn Stück für Stück näherbringt, während seine „Schauspieler“-Kollegen zunehmend genervt auf das wirre Gefasel des alten Ex-Alkis reagieren…ähnlich wie der Zuschauer übrigens. Man kann es drehen und wenden, wie man will, Samuels hat hier schlicht und ergreifend versagt, und zwar auf ganzer Linie.
 
 
Nightmare-at-Horror-Castle-Kantemir-Bild4
 
 
 


 
 
 

NIGHTMARE AT HORROR CASTLE – Fazit

 
 
 
2 Punkte Final
 
 
 
Schlussendlich geht es in „Nightmare at Horror Castle“ darum, dass ein durchgeknallter Regisseur ständig mit seinem im Poesiealbum-Look gehaltenen Drehbuch durch die Gegend rennt und Blödsinn redet. Parallel dazu beginnt John, an seinem Verstand zu zweifeln, als sich Realität und die Geschichte aus dem komischen Script von Nicholas zu vermischen beginnen und es ein paar Opfer zu beklagen gibt. Dann kommt es zum mystisch-überraschungsarmen Showdown mit Kinder-Holzschwertern und dann ist man froh, diesen billigen Horror-Mumpf endlich hinter sich zu haben. Dank der unfreiwilligen Komik, dem absurden Overacting und einer Handvoll halbwegs blutiger Sequenzen gibt es für diesen Film gerade mal noch zwei von zehn Holzschwertern, mit denen man Regisseur Ben Samuels mal ordentlich eins auf die Omme zimmern sollte.
 
 
 


 
 
 

NIGHTMARE AT HORROR CASTLE – Zensur

 
 
 
„Nightmare at Horror Castle“ wurde von der FSK für Jugendliche ab 16 Jahren freigegeben. Weil mal wieder einige böse Trailer auf der Heimkinoassung enthalten sind, ziert die erhältliche DVD und Blu-ray der rote FSK-Flatschen.
 
 
 


 
 
 

NIGHTMARE AT HORROR CASTLE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
Nightmare-at-Horror-Castle-Kantemir-Bluray

(c) Maritim Pictures

 
 
 

TECHNISCHE DATEN

Originaltitel: Kantemir; USA 2015

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch (DTS-HD Master Audio 5.1), Deutsch (Dolby Digital 2.0 Surround), Englisch (DTS-HD Master Audio 5.1)

Untertitel: Keine

Bild: 2,35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 84 Min.

FSK: Film: FSK16 (ungeschnittene Fassung) | Aufgrund des Bonusmaterials: Keine Jugendfreigabe

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer

Release-Termin: 08.09.2015

 

Nightmare at Horror Castle [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

NIGHTMARE AT HORROR CASTLE – Trailer

 
 


 
 

MissVega

(Mehr Kritiken von MISSVEGA gibt es hier zu lesen)

Die Rechte für alle Grafiken liegen bei MARITIM PICTURES

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Killer Movie – Fürchte die Wahrheit (2008)
 
Midnight Movie (2008)
 
Cut (2000)