Filmkritik: „These Final Hours“ (2013)

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THESE FINAL HOURS

Story

 
 
 
Das Ende der Welt steht kurz bevor, bzw. es ist in vollem Gange. Nach einem verheerenden Meteoriteneinschlag bahnen sich die desaströsen Auswirkungen langsam aber sicher über den gesamten Erdball. In zwölf Stunden wird auch das australische Festland von diesen Auswirkungen erfasst. Genug Zeit für den selbstsüchtigen Lebemann James noch einmal die Sau raus zu lassen, sich zu besaufen und auf einer riesigen Weltuntergangsparty im Vollrausch ab zu treten. Auf dem Weg zu dieser besagten Party bemerkt er, wie zwei perverse Kinderschänder ein kleines Mädchen verschleppen. James befreit das Mädchen, und nimmt es unter seine Fittiche. Auf dem Weg zur Party lernt er die kleine Rose näher kennen. Sie wurde von ihrem Vater getrennt und bittet nun James darum sie zu ihm zurück zu bringen…

 
 
 


 
 
 

THESE FINAL HOURS – Kritik

 
 
 
Weltuntergangsszenarien werden im Kino meist als bombastische Effekt-Orgien in simples Unterhaltungskino verwandelt. Doch ein kleiner, australischer Film mit dem Titel „These Final Hours“ geht erfreulich andere Wege und konzentriert sich auf das menschliche Drama, die Tragödie die hinter diesem Szenario steckt und verpackt diese in einen zutiefst berührenden Road-Trip, der trotz aller Dramatik und Bitterkeit einen kleinen Funken Hoffnung, ja sogar eine zutiefst positive Botschaft für den Zuschauer parat hält.
 
 
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„These Final Hours“ gelingt das Kunststück in wenigen Filmminuten eine unglaubliche Intensität auf zu bauen. Schon das minimalistische Intro, das mit einer kurzen Camcorder-Einstellung den riesigen Feuerball am Himmel zeigt, begleitet von Mitschnitten diverser panisch geführter Telefonate lässt eine beklemmende Atmosphäre entstehen. Auch die Bildsprache trägt durch ihre erdige, orangefarbene Optik, die im weiteren Verlauf des Films immer kräftiger und dunkler wird zur Weltuntergangsstimmung bei. Kommentiert wird dieses Szenario in regelmäßigen Abständen von Funkradio-Einspielern, die vom drohenden Unheil berichten und sich wie ein Countdown über den Film verteilen. Beklemmend ist auch die Drastik mit der dieses apokalyptische Szenario hier bebildert wird. Aufgrund des nahenden Endes spielen Gesetze und Regeln sowie etwaige Gesellschaftsformen kaum eine Rolle mehr. So begibt sich der Protagonist James auf eine eindringliche Odyssee durch eine australische Kleinstadt, die nunmehr zum Schauplatz gewalttätiger Verbrechen, sinnloser Zerstörung, Selbstmorden oder religiös motivierter Massenhysterie wird. Und inmitten dieser chaotischen Rahmenbedingungen trifft er auf die kleine Rose. Die aufkeimende Beziehung der beiden ist zentraler Motor des übrigen Filmes und wird in unaufgeregte, nichtsdestotrotz enorm wirksame Bilder verpackt, die dem Zuschauer tief unter die Haut gehen. Wenn James seine Verwandtschaft per Selbstmord aus dem Leben geschieden vorfindet, im Garten drei kleine Kreuze entdeckt und die Kamera dann auf ein Foto mit drei kleinen Kindern zoomt, lässt das niemanden kalt.
 
 
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Die kleine Rose entwickelt sich mehr und mehr zum emotionalen Zentrum des Protagonisten. Aufgrund der Tatsache, dass das Drehbuch das kleine Mädchen erstaunlich normal agieren lässt und sie zu keiner Zeit in ein kreischendes Nervenbündel verwandelt, kann der Zuschauer die aufkeimenden Sympathien voll und ganz nachvollziehen. Und man ist als Zuschauer wahrlich über jeden Funken von Positivem in diesem Szenario dankbar. Die emotionale Reise die die beiden Protagonisten hier durchmachen überträgt sich nahtlos auf den Zuschauer. Man hat stellenweise sogar das Gefühl, dass der Film einem etwas zu nah auf die Pelle rückt und einem die unangenehme Frage aufdrängt „Was würdest DU in so einer Situation tun?“. Doch auch wenn der Film über weite Strecken äußerst bedrückend wirkt, es gibt immer wieder kleine Momente die zum Schmunzeln einladen und etwas durchblicken lassen das Hoffnung weckt. So ist es die kleine Rose, die mit unbeschwerten, kindlichen Kommentaren versucht, ihrem Begleiter emotionale Zusammenhänge auf simple Art zu erklären und die Tatsache, dass James in den letzten Stunden seines Lebens doch noch etwas richtig machen will. THESE FINAL HOURS ist tiefgründiges Weltuntergangskino und daher sehenswert!
 
 
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THESE FINAL HOURS – Fazit

 
 
 
9 Punkte Final
 
 
 
„These Final Hours“ ist ein mitreißendes Drama, dass den Zuschauer emotional herausfordert und ihn auf eine eindringliche, zutiefst bewegende Achterbahnfahrt der Gefühle mitnimmt, die trotz der bitteren Konsequenz mit der die Geschichte zu Ende erzählt wird eine positive, zutiefst humanistische Botschaft vermittelt: Es ist nie zu spät ein besserer Mensch zu werden !
 
 
 


 
 
 

THESE FINAL HOURS – Zensur

 
 
 
Der Film hat in Deutschland eine FSK 16 erhalten. Die ist dem Film angemessen, denn der THESE FINAL HOURS ist keine Gewaltorgie sondern dramenlastiges Endzeitkino.
 
 


 
 
 

THESE FINAL HOURS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Weltkino

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: These Final Hours; Australien 2013

Genre: Drama, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Deutsch DTS-HD MA 2.0, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.40:1 (1080p – @23,976 Hz)

Laufzeit: ca. 87 Min.

FSK: FSK 16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: 19.02.2015

 

These Final Hours [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

THESE FINAL HOURS – Trailer

 
 


 
 
 

Sebastian

Die Rechte aller für die Review verwendeten Bilder liegen bei Weltkino

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Road (2009)
 
The Stand (1994)
 
A Boy and his Dog (1975)
 

Filmreview: „Mindscape“ (2013)

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MINDSCAPE

Story

 
 
 
Anna (Taissa Farmiga) ist im Hungerstreik und John Washington muss analysieren warum. Er kann die Erinnerungen von Menschen lesen und soll die Erlebnisse der minderjährige Patientin scanen um herauszufinden, ob die 16-Jährige unter einem Trauma leitet oder eine Vollblut-Soziopathin ist …
 
 
 


 
 
 

MINDSCAPE – Kritik

 
 
 
Von gut situierten Mädchen wird im Öffentlich-Rechtlichen berichtet, von ungezogenen Gören liest man auf Filmchecker. Das personifizierte Böse im Körper eines unschuldig dreinschauenden Engels haben bereits unzählige Regisseure zum Thema ihrer Filme gemacht, wobei zu den wohl bekanntesten unter ihnen RICHARD DONNER gehört, der im Jahr 1976 mit dem Horrorfilm DAS OMEN die ganze Welt in Schrecken versetzte. Für drei Fortsetzungen und ein Remake hat der Furcht einflößende Stoff gereicht, der vermutlich nicht nur bei besorgten Eltern und selbsternannten Jugendschützern die Alarmglocken hat läuten lassen, weil im Film von einem Sechsjährigen erzählt wird, den alle für einen Nachkommen des Leibhaftigen halten. Nicht der Antichrist in Person, dafür ein Soziopath der ganz finsteren Sorte ist die 16-jährige ANNA (gespielt von TAISSA FARMIGA), die im Thriller MINDSCAPE mit allen Regeln der Kunst Menschen manipuliert und daran auch noch Gefallen findet. Der Spanier JORGE DORADO steckt hinter dem fiesen Ausflug in die Psyche einer gestörten Minderjährigen, der mit MINDSCAPE (international auch als ANNA vermarktet) seinen ersten Langfilm in die Kinos gebracht hat und mit einen wendungsreichen Hochglanz-Thriller überrascht, der besser ist, als es die magere Inhaltsangabe verspricht.
 
MINDSCAPE handelt von John Washington (MARK STRONG), der über eine besondere Gabe verfügt und in die Erinnerungen von Menschen eindringen kann, um Mordfälle lösen zu können. Leider erlitt er während einer der letzten Sitzungen einen Schlaganfall und hat zudem mit dem tragischen Selbstmord seiner Frau zu kämpfen. Damit er wieder auf die Beine kommt und nicht im Selbstmitleid zerfließt wird ihm der mysteriöse Fall der 16-jährigen Anna zugewiesen. Die lebt zusammen mit den wohlhabenden Eltern in einem riesigen Anwesen weit draußen auf dem Land und ist seit mehreren Tagen im Hungerstreik, weil die Eltern ihr Hausarrest verordnet haben. Ganz unbegründet ist deren Entscheidung jedoch nicht, vermutet Mutter Michelle (SASKIA REEVES), dass die eigene Tochter eine ernstzunehmende Gefahr für Andere darstellt, schließlich sind in der Vergangenheit seltsame Dinge passiert, in die Anna kurioserweise immer mit involviert gewesen ist. Erinnerungs-Detektiv John Washington wird beauftragt das Rätsel um den unschuldig dreinschauenden Teenager zu lösen. Er soll auf Anweisung seines Vorgesetzten Sebastian (BRIAN COX) herausfinden, ob die Mutter mit ihrer Vermutung richtig liegt und es sich bei der künstlerisch veranlagten Schülerin um eine unberechenbare Soziopathin handelt. Leider hat Washington nicht mit der Manipulationsgabe seiner kindlichen Patientin gerechnet. Die dreht ganz einfach den Spieß um und beginnt in Johns Erinnerungen zu stöbern.
 
Es muss nicht immer aufgeblasenes Effekte-Kino sein, um spannende Geschichten erzählen zu können, die fesseln. MINDSCAPE-Regisseur JORGE DORADO, der früher mit Leuten wie PEDRO ALMODOVAR (SPRICH MIT IHR) und GUILLEMEREO DEL TORROR (THE DEVIL’S BACKBONE) zusammengearbeitet hat, erreicht mit seinem Erstling fast ähnliches Niveau stilvoller Eleganz, wie die genannten Regisseure von denen er einiges lernen konnte. In seinem Debüt dominieren düstere Braun- und Grautöne, die bereits erahnen lassen, welch unerfreuliche Richtung der Streifen einschlagen wird und die dem Streifen einen ganz individuellen Look verleihen, der nicht selten an teures Mainstream-Kino erinnert. Unheilvoll geht es in MINDSCAPE zu, was vor allem an der unterkühlten Darbietung von ANNA-Schauspielerin TAISSA FARMIGA liegen mag, die Zuschauer und dem beauftragten Erinnerungs-Detektiv nach nur wenigen Minuten zu verstehen gibt, wer hier am längeren Hebel sitzt. Während sich Psychologe John in den Kopf seiner unberechenbaren Patientin beamt und noch einmal einschneidende Erlebnisse aus Annas Leben durch die Mangel nimmt, wittert der Filmfan schon recht früh, dass seine minderjährige Patientin keines dieser schwer traumatisierten Unschuldslämmchen ist. Die manipuliert rasch die eigenen Erinnerungen, damit ihr Gegenüber in Annas Kopf die heile Welt zu sehen bekommt. Aber auch außerhalb der Gedankenwelt wird für Verwirrung gestiftet. Die gute Anna scheint ein geschicktes Händchen für das Legen falscher Fährten zu besitzen und John ein ausgeprägtes Talent Selbige zu wittern. Am Ende sitzt der gutgläubige Therapeut in der Falle und sein Leben rauscht den Bach hinunter. Mit unerwarteten Wendungen jongliert Macher JORGE DORADO übrigens sehr selbstsicher, denn im letzten Teil der Handlung geht es drunter und drüber. Der clever verschachtelte Erinnerungs-Battle mündet in einem ziemlich hinterlistigen Finale, in dem der obligatorische Plottwist selbstverständlich auch nicht fehlen darf. Gut angelegt sind die klug inszenierten 90 Minuten Thrill auf jeden Fall, denn mit seinem Erstling beweist DORADO, dass er den meisten Suspense-Experten in nichts nachsteht. Sein Debüt MINDSCAPE überzeugt durch hervorragende Schauspielleistung und gut geschriebenem Drehbuch. Dass MINDSCAPE ein kleiner Geheimtipp geworden ist, dürfte aber auch an Produzent JAUME COLLET-SERRA gelegen haben, der vermutlich genug Potenzial im Script gesehen hat, um den Film mitzufinanzieren. Der gebürtige Spanier ist nämlich Profi in Sachen Suspense und hat neben UNKNOWN IDENTITY (2011) auch den Psycho-Schocker ORPHAN – DAS WAISENKIND (2009) gedreht. Vergleicht man den Letzteren mit MINDSCAPE dürfte man mit Sicherheit so einige Parallelen entdecken.
 
 
 


 
 
 

MINDSCAPE – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Willkommen in der schockierenden Gedankenwelt einer hinterlistigen 16-jährigen: MINDSCAPE ist ein fieser, wendungsreicher und clever geschriebener Hochspannungs-Thriller der Extraklasse, dem wir an dieser Stelle das Prädikat „Geheimtipp“ verleihen wollen. Der Spanier JORGE DORADO hat für sein Erstwerk mit TAISSA FARMIGA eine hervorragende Soziopathin gewinnen können, die auch ohne Blutvergießen reichlich Angst und Schrecken verbreitet. MARK STRONG als kahlköpfiger Erinnerungs-Detektiv ist zwar ebenso ambitioniert bei der Sache, kann jedoch seiner Schauspielkollegin (wie sein Charakter im Film) nicht das Handtuch reichen. Unterm Strich wird dem Fan verzwickter Supense-Thriller einen wirklich sehenswerten Genrefilm geboten, der mal wieder klarstellen möchte, dass sich selbst hinter der Fassade kindlicher Naivität das unberechenbar Böse verstecken kann.
 
 
 


 
 
 

MINDSCAPE – Zensur

 
 
 
In MINDSCAPE regiert Thrill und Suspense. Blut gibt es hier eigentlich gar nicht zu sehen, Gewalt ebenso wenig. Aufgrund des düsteren Inhalts wurde der Film von der FSK erst ab 16 Jahren freigegeben.
 
 
 


 
 
 

MINDSCAPE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Studiocanal

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Mindscape; Frankreich, Spanien, USA 2013

Genre: Drama, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 @24 Hz (1080p)

Laufzeit: ca. 99 Min.

FSK: FSK 16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Interview mit Taissa Farmiga und Mark Strong, Making of, Geschnittene Szenen, Trailer, TV-Spots

Release-Termin: 20.11.2014

 

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MINDSCAPE – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Inception (2010)
 
The Cell (2001)

Filmreview: „In Fear“ (2013)

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IN FEAR

Story

 
 
 
Tom und Lucy daten sich seit einiger Zeit und sind bis über beide Ohren ineinander verschossen. Leider erleitet die zuckersüße Turtelei einen herben Niederschlag, als sich die beiden in der ländlichen Einöde Irlands verfahren und anfangen zu streiten. Als dann das Paar auch noch von einem maskierten Irren verfolgt wird, steht die frische Beziehung vor einer harten Bewährungsprobe …
 
 
 


 
 
 

IN FEAR – Kritik

 
 
 
Auch wenn die neuste Elektronik das Leben oft erheblich erleichtert, ist es manchmal besser sich nicht allzu sehr auf den hochmodernen Kram zu verlassen. Im Horrorfilm zum Beispiel passiert es nämlich ständig, dass just in Momenten der Gefahr Telefon und Internet versagen und das Opfer dumm aus der Wäsche schaut, weil es keine Hilfe anfordern kann. Unsere beiden Protagonisten im Gruselfilm IN FEAR haben mit dem ganzen Hightech-Schnickschnack ebenso wenig Glück. Die hatten gerade in einem Pub mit ein paar Einheimischen Ärger und befinden sich nun auf dem Weg zu einem irländischen Musikfestival, wo sie sich mit guten Freunden treffen wollen. Lucy (ALICE ENGLERT) ist schon ganz aufgeregt, aber Freund Tom (IAIN DE CAESTECKER) hat vorerst andere Pläne, schließlich gilt es das zweiwöchige (!) Bestehen der noch frischen Beziehung zu feiern. Ein kuscheliges Zimmer in einem Hotel fernab der Straße soll das Ereignis besonders machen. Doch der Weg dahin will sich einfach nicht finden lassen. Eine Karte hat man nicht eingepackt und das Navigationssystem fällt in der trostlosen Einöde ganz unerwartet aus. Schon bald stellen die Frischverliebten fest, dass hier irgendetwas nicht mit rechten Dingen zugeht. Die Fahrt hat kein Ziel, weil man immer nur im Kreis düst und ein maskierter Mann scheint Gefallen daran gefunden zu haben, ahnungslose Städter zu Tode zu ängstigen. Als dann auch noch das Benzin knapp wird, ist guter Rat teuer.
 
(Er)Schrecken am laufendem Band: Filmfans, die ohnehin schon ihre Problemchen mit der Pumpe besitzen, sollten den vorliegenden IN FEAR möglichst meiden, denn in diesem finsteren Horrortrip werden die Helden nahezu minutiös von unerwarteten Überraschungen aus dem Dunkel der Nacht heimgesucht. Wie der Titel bereits verrät, hat sich der TV-erprobte JEREMY LOVERING der Angst verschrieben. Die Inspiration zum Film kam dem Regisseur bei Dreharbeiten zu einer Dokumentation in Sligo (nördliches Irland), wo er von den Einheimischen an der Nase herumgeführt wurde. Die hatten die Beschilderung des Ortes verändert, so dass LOVERING immer wieder zu einem nahe liegenden Pub gelotst wurde und kurz davor war den Verstand zu verlieren. Geschwind kam ihm die Idee von der Urangst-Problematik in den Sinn – der Angst vor Dunkelheit und der damit verbundenen Orientierungslosigkeit. Die erleben IAIN DE CAESTECKER und ALICE ENGLERT auf ziemlich authentische Weise, denn den Schauspielern wurde bei den Dreharbeiten so einiges abverlangt. Ein Drehbuch gab es für die beiden nicht. Sie erhielten lediglich Anweisungen am Tag des Drehs. Das bescherte maximales Adrenalin und authentische Angstschreie, da die Schauspieler nie wussten, was ihnen am aktuellen Drehtag blühen wird. Schaut man im Film etwas genauer hin, wird das mehr als einmal deutlich. Viele der gut platzierten Schocks kommen ganz unerhofft und zerren am Nervengerüst – nicht nur beim Zuschauer. Leider findet die anfänglich gute Vorangehensweise mal wieder eine unerwartete Wendung. Wie es im Horrorfilm nämlich üblich ist, muss ein obligatorischer Twist her. Aus unheimlichem Mystery wird bedrückendes Terrorkino, das sich vorwiegend in der zunehmend klaustrophobischen Enge von Toms Auto abspielt. Das verliebte Paar gabelt einen verletzten Fremden auf einer kaum befahrbaren Landstraße auf, der sich selbstverständlich wenig später als kranker Psychopath entpuppt und es nur auf das möglichst hinterlistige Ermorden der ahnungslosen Durchreisenden abgesehen hat. LOVERING selbst gibt zu zuvor Streifen wie FUNNY GAMES, THE HITCHER und BURIED studiert zu haben, um seinen Erstling möglichst intensiv angsteinflößend und unangenehm klaustrophobisch in Szene setzen zu können. Der Ideenklau hat gut funktioniert, denn den spielerischen Umgang mit den Konventionen des modernen Horrorfilms beherrscht der Filmemacher ziemlich souverän. Das Spielfilmdebüt glänzt mit anhaltend bedrohlicher Atmosphäre und ziemlich gemeinen Schocks, die den Genrefan einmal mehr spüren lassen, warum sich der Horrorfilm immer noch großer Beliebtheit erfreut. Zwar ist IN FEAR nicht sonderlich brutal; ertönt dann jedoch erst einmal der aggressiv-pumpende Bass während die Protagonisten in Panik durch den Wald flitzen, ist das weitaus verstörender als literweise Filmblut und Kunstgedärm.
 
 
 


 
 
 

IN FEAR – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
BLAIR WITCH PROJECT meets THE HITCHER. Schlichter, aber hochgradig verstörender Schocker, der dem Zuschauer mal wieder vor Augen hält, dass Genre-Werke nicht immer zwangsläufig nur in Blut ersoffen werden müssen. Loverings IN FEAR führt den Filmfreund zu den Wurzeln des Horrorfilms zurück. Seit nämlich ultra-harte Gewaltgurken unentwegt in den Heimkinos rotieren, ist das eigentlich Ziel von Horrorfilmen in Vergessenheit geraten. Regisseur JEREMY LOVERING holt die angestaubten Tugenden des Horrorfilms zurück auf die Leinwand und versucht es mal wieder mit der altmodischen Art: Dem Angst einjagen. Er macht die menschlichen Urängste zum Thema seines Streifens und ist dabei sogar noch recht gut darin. Zwar gibt’s trotzdem den obligatorischen Twist kurz vor Ende, bis dahin dreht LOVERING ziemlich geschickt an der Schock- und Spannungsschraube – ganz so wie einst die Altmeister des modernen Genrefilms. Gut gemacht!
 
 
 


 
 
 

IN FEAR – Zensur

 
 
 
IN FEAR setzt vermehrt auf Angst und Schocks, hält sich aber mit Gewalt weitestgehend zurück. Das hat dem Horrorfilm hierzulande eine ungeschnittene FSK 16 eingebracht.
 
 
 


 
 
 

IN FEAR – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Studiocanal

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: In Fear; Großbritannien (2013)

Genre: Horror, Mystery, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1920x1080p)

Laufzeit: ca. 85 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: 21.08.2014

 
 
 

In Fear [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZOn kaufen

 
 
 


 
 
 

IN FEAR – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Hitcher (1986)
 
Blair Witch Project (1999)
 
Funny Games (1997)
 
Joyride – Spritztour (2001)
 
Jeepers Creepers (2001)
 

Kritik: „Die Tribute von Panem – Catching Fire“ (2013)

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DIE TRIBUTE VON PANEM – CATCHING FIRE

Story

 
 
 
Katniss (Jennifer Lawrence) und Peeta (Josh Hutcherson) haben die 74ten Hungerspiele überlebt. Doch viel mehr: Sie haben dem mächtigen Kapitol die Stirn geboten. Ihr Beispiel ermutigt die unterdrückte Bevölkerung der Distrikte zur Rebellion gegen das Regime. Doch dann ändert Präsident Snow kurzerhand die Spielregeln und wählt die neuen Tribute für das Jubel-Jubiläum der Hungerspiele aus den bisherigen Siegern, um gegeneinander anzutreten. Auch Katniss und Peeta werden erneut in die Arena geschickt und müssen sich dem Kampf ums Überleben stellen. Und langsam wird ihnen klar, dass sie in Wirklichkeit Teil eines viel größeren Plans sind …
 
 
 


 
 
 

DIE TRIBUTE VON PANEM: CATCHING FIRE – Kritik

 
 
 
Der erste Teil DIE TRIBUTE VON PANEM – THE HUNGER GAMES war weltweit ein durchbrechender Erfolg und verspricht eine ähnlich erfolgreiche Saga zu werden wie der Zauberspaß um HARRY POTTER oder das Vampirdrama TWILIGHT. Mit der Verfilmung des zweiten Teils der Panem-Trilogie, CATCHING FIRE, verspricht Regisseur FRANCIS LAWRENCE, die Erfolgsgeschichte des ersten Teils fortzusetzen. Und er hält sich an seine Worte. Imposante Schauplätze, große Emotionen, mitreißende Actionszenen, dafür aber auch eine eher durchwachsene Story, machen den 146 Minuten langen Film zu einem aufregenden Hollywood-Blockbuster.
 
Nachdem im Vorgänger der primäre Fokus auf den Gladiatorenkämpfen ähnlichen Hungerspielen lag, dreht sich die Handlung in der Fortsetzung vor allem um die aufkeimende Revolution im Land und die Versuche des machthungrigen Kapitols, diese zu unterdrücken. Die größte Zeit folgt man im Sequel der Protagonistin, Katniss Everdeen (JENNIFER LAWRENCE). Hatte die unfreiwillige Heldin nach den Geschehnissen im ersten Teil nur den Wunsch, einfach nur nach Hause zu gehen, wird ihr in DIE TRIBUTE VON PANEM – CATCHING FIRE jene Illusion schnell wieder genommen. So muss sie doch die vorgespielte Romanze zwischen ihr und Peeta Mellark (JOSH HUTCHERSON) fortsetzen um die Schaulust des entertainmentgeilen Kapitols zu befriedigen. In der ersten Hälfte des Films spielt die sich andeutende Rebellion und die wachsende und ungewollte Verantwortung unserer Protagonistin die größte Rolle. Bei Actionfans dürfte der eher ruhig erzählte Einstieg einen etwas zähen Nachgeschmack hinterlassen, ist er dennoch für den Spannungsaufbau und den weiteren Verlauf der Gesamthandlung von entscheidender Bedeutung. In der zweiten Hälfte müssen die Protagonisten erneut in die tödliche Arena aus der nur ein Teilnehmer als Sieger hervorgehen kann. Ab hier sollte es zur Sache gehen. Wohlgemerkt, sollte!
 
Zwar gibt es einige schnelle Finishes zu sehen und die Protagonisten müssen sich diversen Fallen stellen, ein Herzinfaktrisiko besteht jedoch bei weitem nicht. Spätestens hier merkt man, dass die Fortsetzung die Gewichtung anders legt als ihr Vorgänger. Es geht nicht mehr nur ums Überleben; hier nehmen die Gefühlswelt der Heldin und die sozialen Probleme der Panem-Gesellschaft einen höheren Stellenwert ein. Actionfans oder Liebhaber seichter Unterhaltung könnte diese Kehrtwende zuwider sein aber gerade gesellschaftskritische Kinobesucher und Leser der Buchvorlage dürften sich an der engen Filmumsetzung stark erfreuen. So ist CATCHING FIRE keineswegs eintönig, wie ähnlich groß angekündigte Blockbuster diesen Jahres, die mit schönen Bildern und großen Namen warben, dann jedoch mit flachen und absehbaren Handlungen enttäuschten. Das Leinwandabenteuer bietet sowohl emotionsgeladene, ruhige Abschnitte aber auch einige schnelle Kampfszenen. Zudem gefallen eindrucksvolle Bilder als auch das glaubhafte Schauspiel. Der Verlauf ist glücklicherweise nicht allzu absehbar und erfreut mit einigen überraschenden Auflösungen sowohl am Ende als auch zwischendurch. Auf eine klischeehafte abgedroschene Hollywoodromanze wurde erfreulicherweise verzichtet und das obwohl die Emotionen der Protagonisten eine große Rolle spielen. Deren Dosierung ist übrigens auch für abgehärtete Zuschauer erträglich. Sie sind keinesfalls eindimensional.
 
So wird Ms. Everdeen nicht nur von schweren Schuldgefühlen und schlafraubenden Alpträumen geplagt, sondern ist auch stetig hin und her gerissen zwischen aufgezwungener Heldenrolle und quälendem Heimweh, zwischen ihren unausgesprochenen Gefühlen gegenüber ihrem Kindheitsfreund Gale (LIAM HEMSWORTH) und der zunächst vorgetäuschten Beziehung zu ihrem Überlebenspartner Peeta, zwischen wachsendem Verantwortungsgefühl für diejenigen, die abhängig von ihr sind und Abscheu gegen die Marionettenspieler hinter dem Geschehen. So verkörpert JENNIFER LAWRENCE keine furchtlose Heldin, die sich selbstlos für das Gute einsetzt, sondern durchaus ein glaubhaft wirkendes 16jähriges Mädchen, das ungewollt in die Rolle der Heldin gezwängt wurde und deren Psyche durch die erlittenen Strapazen leidet.
 
Die Actionseite des Films ist kürzer gehalten als im Vorgänger, blutfrei und weniger spektakulär. Das tut jedoch nicht unbedingt einen Abbruch, schließlich liegt im Mittelteil der Panem-Saga der Fokus auf der Gesellschafskritik, auf die Ungerechtigkeit und den Machtmissbrauch durch das System und dessen Intrigen sowie die Ausbeutung und Unterdrückung des Volkes – auch in Bezug auf die Realität. So stellt Panem das fiktive zukünftige Nordamerika dar welches sich nach einem Atomkrieg neu geordnet hat. Die Interpretation der ausschließlich schwarzen Besatzung des Distrikts 11, der für Obstanbau auf Plantagen verantwortlich ist dürfte nicht allzu schwer fallen. Natürlich wird auch das Auge ausreichend bedient. Und das nicht zu knapp. Die neuen extrem hochauflösenden IMAX-Aufnahmen sorgen immer wieder für staunen. Sei es im prunkvollen Kapitol mit seinen dekadenten Bewohnern, im HighTech-Trainingscenter der Tribute oder im üppig bewachsenen Dschungel der neuen Arena. Die Macher haben keine Mühen gescheut staunenswerte Spielorte zu kreieren. Spielorte die mit detailierten und echtwirkenden Special Effects bespickt sind. Seien es aggressive Affen, futuristische Hovercrafts, lebendig wirkender giftiger Nebel oder eins der vielen anderen Produkte aus der Animationsschmiede – sie alle sind realistisch und mit Liebe zum Detail umgesetzt. Aber auch die Kostüme sind für nicht modeaffine Zuschauer einen zweiten Blick wert. Vor allem die extrovertierte Effie Trinket (Elizabeth Banks) begeistert mit ihren originellen Outfits. So ist DIE TRIBUTE VON PANEM – CATCHING FIRE eine gelungene und werksgetreue Umsetzung des Romans von Suzanne Collins, die auch kritische Leser erfreuen dürfte und die extrem Lust auf den Abschluss der Serie, DIE TRIBUTE VON PANEM – MOCKINGJAY macht.
 
 
 


 
 
 

DIE TRIBUTE VON PANEM: CATCHING FIRE – Fazit

 
 
 
9 Punkte Final
 
 
 
Spannend, Glaubhaft, Mitreißend, Beeindruckend jedoch ruhiger und actionärmer als der Vorgänger. Wie die Altersfreigabe ab 12 schon vermuten lässt werden Liebhaber stumpfer und blutreicher Horrorstreifen wohl nicht auf ihre Kosten kommen. Für alle anderen ist CATCHING FIRE auf jeden Fall sehenswert. Wegen den beeindruckenden IMAX Bildern, die nur auf großer Leinwand wirklich zu Geltung kommen können ist der Gang ins Kino sogar sehr empfehlenswert.
 
 
 


 
 
 

DIE TRIBUTE VON PANEM: CATCHING FIRE – Zensur

 
 
 
Wie im Teil zuvor DIE TRIBUTE VON PANEM – THE HUNGER GAMES ist es ebenso erstaunlich, wie auch die Fortsetzung unbeschnitten bereits für 12-jährige freigegeben werden konnte. Hier ist wieder einmal offensichtlich, dass die Wege der FSK oft nicht nachzuvollziehen sind. Den minderjährigen Fan des Franchise dürfte es freuen, dem hiesigen Rechteinhaber ebenso!
 
 
 


 
 
 

DIE TRIBUTE VON PANEM: CATCHING FIRE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Studiocanal

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Hunger Games: Catching Fire; USA 2013

Genre: Thriller, Drama, Abenteuer, Action

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.40:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 146 Min. (uncut)

FSK: FSK12 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Digipack, FSK-Logo ist nicht aufgedruckt

Extras: Neunteiliges Making of über die Dreharbeiten, Audiokommentar von Regisseur Francis Lawrence und Produzentin Nina Jacobson, Geschnittene Szenen, Featurettes: „Die Vision“, „Rückkehr der Verbündeten“ (Die Besetzung), „Freund oder Feind“ (Die neuen Darsteller), Easter Egg, 5 Trailer, Booklet, Poster

Release-Termin: 27.03.2014

 
 
 

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DIE TRIBUTE VON PANEM: CATCHING FIRE – Trailer

 
 
 


 
 

Sören C.

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Tribute von Panem – The Hunger Games (2012)
 
Battle Royale (2000)
 
Insel der Verdammten (1981)
 

Filmreview: „Der letzte Exorzismus 2“ (2013)

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DER LETZTE EXORZISMUS 2

Story

 
 
 
Nell (Ashley Bell), die Farmerstochter aus dem ersten Teil, hat die Dämonenbeschwörungen überlebt, kann sich aber an die mysteriösen Vorfälle nicht mehr erinnern. In einem Wald wird das verstörte Mädchen aufgefunden und wenig später in ein Frauenhaus gebracht, wo es unter der Obhut des Therapeuten Frank Merle (Muse Watson) lernen soll, ein geregeltes Leben zu führen. Das gelingt anfänglich auch mit erstaunlicher Selbstsicherheit. Die 17-jährige Waise beginnt Kontakte zu gleichaltrigen Zimmergenossinnen zu knüpfen, verliebt sich in Chris (Spencer Treat Clark) und findet als Zimmermädchen in einem Hotel Arbeit. Doch der vermeintlich besiegte Dämon Abalam scheint nicht endgültig vernichtet zu sein. Immer wieder verspürt Nell die unheilvolle Präsenz der bösartigen Kreatur und wird von seltsamen Visionen geplagt. Bald schon muss sie erkennen, dass der Dämon aus der Vergangenheit allgegenwärtig ist und nichts Gutes im Schilde führt …
 
 
 


 
 
 

DER LETZTE EXORZISMUS 2 – Kritik

 
 
 
Drei Jahre ist es nun schon her, dass das lukrative Found-Footage-Prinzip im Exorzistenfilmgenre Einzug hielt. Von ELI ROTH (HOSTEL, 2002) produziert, entwickelte sich DER LETZTE EXORZISMUS (2010) zum Publikumsliebling. Der vom Hamburger Regisseur DANIEL DAMM inszenierte Gruseltrip kostete magere zwei Millionen Dollar und konnte weltweit über 70 Millionen in die Kassen spülen. Bei einem solchen Erfolg ließ eine Fortsetzung natürlich nicht auf sich warten. DER LETZTE EXORZISMUS 2 (2012) knüpft nahtlos an die Geschehnisse des Vorgängers an, verzichtet dabei aber vollkommen auf dessen dokumentarisch protokollierte Wackelkameraperspektive. Stattdessen werden die Geschehnisse mit den Mitteln eines Erzählfilmes geschildert, was bei Gegnern der Found-Footage-Werke sicherlich Zuspruch findet. Trotzdem; ob dieser abrupte stilistische Wandel der Filmreihe dienlich sein wird, bleibt abzuwarten. Bereits in der Vergangenheit hat sich gezeigt, dass derart mutige Entscheidungen oftmals auf wenig Gegenliebe stoßen. So wurde die Fortsetzung zum erfolgreichsten Indie-Film aller Zeiten THE BLAIR WITCH PROJECT (1999) zu einem überraschenden Flop und konnte mit ihren düsteren Hochglanzbildern nicht einmal annähernd an den Erfolg anknüpfen, den kurze Zeit zuvor das verwackelte, amateurhafte Original verbuchen konnte.
 
Gleiches Schicksal dürfte nun auch DER LETZTE EXORZISMUS 2 erleiden. Denn so wirklich innovativ, reißerisch und effekthascherisch wie der drei Jahre zuvor abgedrehte Erstling kommt die Fortsetzung leider nicht daher. Stattdessen haben sich die Macher des Sequels dazu entschlossen, aus dem doch sehr spannenden Wackelcam-Schocker ein eher ruhig erzähltes Drama werden zu lassen, das mit einigen mystischen Elementen bereichert wurde. So wird die Geschichte aus der Sicht der Farmerstochter Nell geschildert, die nach den schrecklichen Erlebnissen des ersten Teils versucht, sich ein neues Leben aufzubauen. Lobenswerterweise hat man sich für die Besetzung erneut für die ASHLEY BELL (THE DAY, 2010) entschieden, der nun deutlich mehr Spielfläche eingeräumt wird und die in der Fortsetzung auf allzu gelenkige Körperverdrehungen verzichten darf. Dass BELL, trotz mangelnder Filmerfahrung, eine durch und durch hervorragende Schauspielerin ist, wird auch in der DER LETZTE EXORZISMUS 2 deutlich. Ihr Leiden wirkt echt und markerschütternd, ihre Unsicherheit stets authentisch. Parallelen zur von SISSY SPACEK gegebenen Rolle der CARRIE (1976) sind unverkennbar, wobei man sich als Zuschauer bei derart talentreicher Schauspielkunst eigentlich fragt, warum ASHLEY BELL nicht direkt für die Titelrolle der amoklaufenden Außenseiterin im anstehenden CARRIE-Remakes besetzt wurde.
 
Wie bereits bei den zahlreichen Exorzismus-Filmen der letzten Jahre steht auch in DER LETZTE EXORZISMUS 2 ein Mädchen im Mittelpunkt, das sich mit allerlei seltsamen Vorkommnissen konfrontiert sieht und sich am Ende durch eine graphische Teufelsaustreibung quälen muss, wobei dem Film die wirklich hervorstechenden Ideen fehlen. Da donnern Krähen als Vorbote des Unheils gegen die Fenster einer Kirche, unsympathische Figuren erleiden unvorhersehbare Epilepsieanfälle und gemeine Visionen spielen der Titelheldin bitterböse Streiche. Hat man alles bereits unzählige Male in diversen Vertretern dieses Subgenres gesehen und entlockt auch hier dem Zuschauer nur ein müdes Lächeln. Während der kanadische Regisseur ED GASS-DONNELLY in der ersten Hälfte des Öfteren ein durchaus geschicktes Gefühl für spekulative Schockeffekte an den Tag legt und der Protagonistin eine zugängliche und dennoch spannende Entwicklung widmet, ist ihm wenig später vermutlich die Muse abhanden gekommen und der Film tritt auf der Stelle. Was folgt, sind die altbekannten Klischees, die das Exorzisten-Genre seit jeher so berüchtigt gemacht haben. Allerdings wird der Filmfreund das Gefühl nicht los, man hätte krampfhaft wahllos hanebüchene Szenen aneinandergefügt, um überhaupt auf Spielfilmlaufzeit zu kommen.
 
Als würdige Fortsetzung lässt sich DER LETZTE EXORZISMUS 2 nicht betiteln. Der gute Beginn geht aufgrund des ideenlosen Plots flöten. Das Sequel tritt so in die Fußstapfen unzähliger uninspirierter Fortsetzungen. Warum man jedoch die Fans des Erstlings dadurch vergrault, sich gegen eine Weiterführung des Found-Footage-Stils zu entschließen, dürfte wohl auf ewig unergründet bleiben. Das Resultat schaut zwar durchweg hochwertiger aus als die Vorlage; inhaltlich ist der Film trotzdem so leer, wie eine aufgefutterte Tüte Chips! Da hilft es dem Horror-Drama letztendlich auch nicht, dass DER LETZTE EXORZISMUS 2 in den letzten wenigen Minuten vor Ende noch einmal so richtig böse sein will und den Turbo anwirft.
 
 
 


 
 
 

DER LETZTE EXORZISMUS 2 – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Schockgefülltes Exorzistenfilmchen mit guter Besetzung. Leider mangelt es der Inszenierung an frischen Ideen, so dass DER LETZTE EXORZISMUS 2 so unnötig ist wie eine Grippe im Sommer!
 
 
 


 
 
 

DER LETZTE EXORZISMUS 2 – Zensur

 
 
 
Bis auf einen Kehlenschnitt gibt es hier keine nennenswerten Gewaltakte zu sehen. Deshalb ist DER LETZTE EXORZISMUS – THE NEXT CHAPTER frei ab 16 Jahren.
 
 
 


 
 
 

DER LETZTE EXORZISMUS 2 – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Last Exorcism 2: The Beginning of the End; USA 2013

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch und Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.40:1 (1920x1080p)

Laufzeit: ca. 89 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Interview mit Produzent Eli Roth, Interview mit Ashley Bell, Trailer, Trailershow

 
 
 
Dass DER LETZTE EXORZISMUS: THE NEXT CHAPTER an den Kinokassen nicht so der Reißer gewesen sein muss, macht sich vor allem an der etwas knausrigen Blu-ray-Umsetzung bemerkbar. Zwar findet sich Bild und Ton auf einem beachtlich hochwertigen Niveau; bei den Extras sieht es jedoch etwas mau aus. Es wird gerade einmal ein Interview mit ELI ROTH (11:14 min) geboten, der munter über die Realisierung des Sequels plaudert und erklärt, dass er für diesen Film als Produzent tätig gewesen ist. Ebenso bekommt der Zuschauer ein Interview mit der Hauptdarstellerin ASHLEY BELL (12:25 min) zu sehen, die mit beachtlicher Intensität Protagonistin Nell Sweezer im Film verkörpert. Dass mit Filmschnipseln unterlegtem Hauptmenü schaut zwar durchaus stimmig aus, weitere nennenswerte Extras findet der Filmfreund hier nicht. Immerhin darf sich der Filmfreund an weiteren Trailern erfreuen. Neben dem Trailer zum Hauptfilm (01:02 min), betreibt Rechteinhaber STUDIOCANAL noch etwas Eigenwerbung mit fünf weiteren Trailern aus dem eigenen Filmfundus. Alles Extras liegend in hoher Auflösung vor und wurden zudem mit deutschen Untertiteln versehen. Zudem darf sich der Sammler über ein Wendecover freuen. Wer wissen mag, wie die Geschichte rund um Heldin Nell weitergesponnen wird, sollte DER LETZTE EXORZISMUS: THE NEXT CHAPTER vielleicht vorher erst einmal leihen. Denn ein wirkliches Must-Have ist die vorliegende Heimkinoauswertung des Streifens leider nicht.
 
 

Der letzte Exorzismus – The Next Chapter [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

DER LETZTE EXORZISMUS 2 – Trailer

 
 


 
 

Hellraiser80/ Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Possession – Das Dunkle in Dir (2012)

Besessen – Der Teufel in Mir (2012)

Apartment 143 (2011)

Der Exorzismus von Emily Rose (2005)

The Rite – Das Ritual (2011)

Der Exorzist (1973)

Filmreview: „Possession – Das Dunkle in Dir“ (2012)

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Possession – Das Dunkle in Dir

Story

 
 
 
Auf einem kleinen Hausflohmarkt kauft Emily eine geheimnissvolle Kiste. Schon bald hört sie Stimmen, es geschehen unerklärliche Dinge und sie entfremdet sich mehr und mehr von ihrer Umwelt. Zuerst nur vom Vater bemerkt, scheint es so, als würde sie auf die Trennung der Eltern reagieren. Nachdem sich die Lage immer mehr zuspitzt und Emily von einer Freundin in der Box spricht, findet der Vater heraus, dass es sich um eine sogennante Dibbuk Box handelt. Laut jüdischem Glauben werden darin böse Dämonen und Geister eingeschlossen. Er sucht Rat bei jüdischen Gelehrten, da er in ihr immer häufiger besessene Wesenszüge erkennt. Von den älteren Gelehrten abgewiesen, macht er sich zusammen mit einem jüngeren Rabbi auf den Weg um einen Exorzismus durchzuführen. Dieser endet in einem Katz und Mausspiel, in dem der Dämon „Abisu“ letztendlich besitz vom Vater ergreift, dann aber doch in die Box zurückkehrt. Doch die Gefahr scheint noch nicht gebannt …
 
 
 


 
 
 

Possession – Kritik

 
 
 
Die Welt des Paranormalen erfreut sich nicht erst seit kurzem regem Zuspruch beim heutigen Filmpublikum. Gruselschocker wie INSIDIOUS oder PARANORMAL ACTIVITY sind in voller Munde. Hierbei fällt auf, das manche Filme das Label „Beruht auf wahren Begebenheiten“ tragen. Durchforstet man also das Internet nach näheren Informationen zur Geschichte von POSSESSION – DAS DUNKLE IN DIR, wird man überraschender Weise fündig.
 
Im großen und ganzen geht es hier um eine Weinkiste, die Ende des zweiten Weltkrieges von einer Polin mit nach Amerika gebracht wurde. Nach dem Tod der alten Dame kauft ein Antiquitätenhändler diese auf einem Nachlassverkauf in Portland, Oregon. Mit der Zeit geschehen unerklärliche Dinge innerhalb der Familie und dem Umfeld des Händlers. In der Zeit, in der dieser die Box besaß, teilte ihm eine Angestellte seines Ladens per Handy mit, dass jemand im Keller sei, der alle Ein und Ausgänge blockiert, seine Mutter erleidete einen plötzlichen Schlaganfall und die Familie wird von schrecklichen Alpträumen heimgesucht. Er entschloss sich, die Weinkiste bei Ebay zu verkaufen. Ein Student aus Missouri erwarb die geheimnisvolle Weinkiste. Nachdem auch dieser von unerklärlichem heimgesucht wurde, verkaufte er die Weinkiste erneut an einen dritten. Dieser informierte sich über beide Besitzer und hat noch heute Kontakt zu diesen. Er stelle Nachforschungen an und fand heraus, dass es sich um eine sogenannte „Dibbuk Box“ handelt, die im jüdischen Glauben als Gefängniss für böse Dämonen oder Geister angefertigt wird. Noch heute befindet sich diese im Besitz des dritten Käufers und wird von ihm streng unter Verschluss gehalten.
 
Ob nun wahre Geschichte oder pure Erfindung: Es war sehr interessant, mehr über den Hintergrund des Filmes zu erfahren. Dieser Umstand macht den Film in meinen Augen zu einem wahren Erlebnis. Abwechselnd gaben sich kurze Gänsehaut, als auch berechtigte Schauer die Klinke in die Hand. Technisch als auch visuell wurde hier von Regisseur Ole Bornedal und Kultproduzent Sam Raimi ein kleines Meisterwerk erschaffen. Der Film verliert in keiner Sekunde seine düster gehaltene Stimmung in Verbindung mit perfekt platzierten Schockmomenten. Jungschauspielerin Natascha Calis (Emily) spielt zudem sehr authentisch und realistisch das besessene, kleine Mädchen, dass sich langsam verändert. Gerade die Szenen, in denen Emily deutlich vom Dämonen besessen ist, trieben den Puls extrem nach oben und ließen mich an William Friedkins Meilenstein DER EXORZIST denken. Das Ende des Films lässt außerdem alles offen und lässt auf eine eventuelle Fortsetzung hoffen.
 
 
 


 
 
 

Possession – Fazit

 
 
 
9 Punkte Final
 
 
 
Großartiger Film, der nur weiterempfohlen werden kann. Gerade Fans des wirklich schon ausgenommen Genres werden einen heiden Spaß an Story und verlauf des Filmes haben. Hier wurde definitiv geklotzt, nicht gekleckert. Neben DRAG ME TO HELL und natürlich TANZ DER TEUFEL einer der nächsten Meilensteine im Filmportfolio des Sam Raimi.
 
 
 


 
 
 

Possession – Zensur

 
 
 
Die deutsche Heimkinofassung beinhaltet die Unrated-Version des Grusel-Schockers und ist auf Blu-ray und DVD ungeschnitten ab 18 Jahren freigegeben.
 
 
 


 
 
 

Possession – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Possession; USA 2012

Genre: Thriller, Horror

Ton: Deutsch + Engl. DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2,40:1 (1080/24p) Full HD

Laufzeit: ca. 119 Min.

FSK: FSK 18 – Keine Jugendfreigabe

Verpackung: Schwarze Amaray mit Wendecover

Extras:Featurette „Die wahre Geschichte der Dibbuk-Box“, Audiokommentar von Ole Bornedal, TV-Spot, Trailer

 
 
 
Bei POSSESSION – DAS DUNKLE IN DIR hat Label STUDIOCANAL eine anständige Veröffentlichung auf die Beine gestellt, über die sich Filmfreunde nicht beschweren können. Aus einem düsteren und durchaus gruseligen Menü heraus, kann der Filmfreund zwischen Film und Extras wählen. Das Bild dieses Gruselschockers fällt hierbei durchaus hochwertig ins Gewicht. Das Bild ist unglaublich scharf, die kühlen und farblosen Bilder unterstreichen den unheimlichen Grundton des Filmes erheblich trefflich. Was wäre ein Horrorfilm ohne einen anständigen Sound, der den Zuschauer hin und wieder gehörig zusammenzucken lässt? Ganz dieser Devise präsentiert sich die akustische Untermalung von POSSESSION – DAS DUNKLE IN DIR. In den bedrohlichen Szenen raddert der Subwoofer und der Score sorgt hin und wieder für wohlverdienten Schauer. Bei den Extras jedoch gibt sich POSSESSION erstaunlicherweise sehr züchtig. Es findet sich ein Audiokommentar des Regisseurs (dt. UT) auf der Scheibe, den Trailer in Deutsch und Englisch, einen TV-Spot sowie die filmbegleitende Dokumentation „Die wahre Geschichte der Dibbuk-Box“ (13 min mit UT). Das war es dann leider aber auch schon. Sechs Trailer zu weiteren Highlights aus dem Hause STUDIOCANAL runden das Paket ab. Alle Extras sind Deutsch untertitelt. Zudem gibt es deutsche UT für den Hauptfilm. Ein Wendecover wurde dem Film ebenfalls spendiert. Filmfreunde werden sich über die edle, schwarze Amaray freuen, die sogar im 3D-Schuber daherkommt; vermutlich jedoch nur in der Erstauflage!
 
 

Possession – Das Dunkle in dir (Uncut Edition) [Blu-ray]

 
 


 
 
 

Possession – Trailer

 
 


 
 

Dominik S.

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Besessen – Der Teufel in Mir (2012)

Apartment 143 (2011)

Der Exorzist (1973)

Der Letzte Exorzismus (2010)

The Rite – Das Ritual (2011)

Devil Inside (2012)

Filmreview: „Rosewood Lane“ (2011)

"Rosewood Lane" (2011) Filmreview auf Filmcheck , Horrorfilm, Review
 
 
 

Rosewood Lane

Story

 
 
 
Nach dem mysteriösen Tod ihres Vaters zieht es die bekannte Radio-Psychologin und Moderatorin SONNY BLAKE zurück in die Heimat, wo sie als Kind gutbürgerlich heranwuchs.
Da das Elternhaus über ein Jahr leer gestanden hat, sie es aber bisher nicht übers Herz bringen konnte, es zu verkaufen, entschließt sie sich letztendlich dazu, das vertraute elterliche Heim auf der ROSEWOOD LANE selbst zu beziehen. Doch kaum eingezogen erhält sie recht aufdringlichen Besuch von einem der örtlichen Zeitungsjungen, der ihr ein Abo der lokalen Tageszeitung verkaufen möchte. Aufgrund seiner recht direkten und unhöflichen Vorgehensweise weist sie den Jungen jedoch zurück und bittet ihn sie in Zukunft nicht mehr zu belästigen. Ein fataler Fehler, denn der Bursche lässt nicht locker und beginnt die junge Frau auf arg dreiste Art zu terrorisieren …

 
 
 


 
 
 

Rosewood Lane – Kritik

 
 
 
Fast 11 Jahre ist es nun bereits her, dass Regisseur und Drehbuchautor VICTOR SALVA mit seinem JEEPERS CREEPERS weltweit Erfolge verbuchen und sich zurück in die Liga nennenswerter Horrorfilmregisseure katapultieren konnte. Kein einfacher Weg, den er bis dato zu bestreiten hatte.
Denn während seines Debüt-Horrorwerkes CLOWNHOUSE (1989) vergriff er sich mehrfach sexuell an dem damals noch 12-jährigen Hauptdarsteller des Films (NATHAN FORREST WINTERS) und wurde aufgrund seines Vergehens zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt. Seine Rückkehr in die Welt des Films verlief demnach alles andere als rosig, denn aufgrund einer Hetzkampagne, die 1994 zum Filmstart seinen Films POWDER durch Ex-Darsteller WINTERS ins Leben gerufen wurde, floppt sein Comeback an den Kinokassen gewaltig und sorgte dafür, dass ihm wichtige Filmaufträge ausblieben. Erst fünf Jahre später gelang dem Regisseur mit dem Horrorfilm JEEPRES CREEPERS eine überraschendes Comeback und zugleich der weltweit Durchbruch. Aufgrund der überzeugenden Einspielergebnisse war es nur eine Frage der Zeit bis dem Erstling ein Sequel spendiert wurde, dass dabei nahtlos an den grandiosen ersten Teil anschloss, jedoch nicht einmal annähernd den gleichen Erfolg verbuchen konnte, wie das zuvor abgedreht Original.
 
Mit ROSEWOOD LANE hat es SALVA vorerst einmal geschafft wieder von sich hören zu lassen. Sein aktueller Horrorfilm geht hierbei recht traditionelle Wege und setzt mehr auf Suspense und Spannung, als auf schaufreudiges Gematsche mit dem Holzhammer, wie man es wohl nach all den kontroversen Extrem-Folterschinken der letzten Jahre erwartet hätte.
Das kommt dem vorliegenden Thriller recht gelegen, denn das arg seltsame Verhalten des pubertären Milchreisbubis gestaltet sich als durchaus kreativ, erfrischend und ziemlich makaber, sodass die Geschichte mit Sicherheit Potenzial für mindestens eine Fortsetzung gehabt hätte. Hierbei lässt sich offensichtlich nicht bestreiten, dass SALVA sein virtuoses Talent in der Aneinanderreihung herrlich gemeiner Schocks nicht verlernt zu haben scheint, denn dass arg „unartige“ Vorgehen des Möchtegern-Casanovas lässt den interessierte Filmfan nicht nur einmal derbe Zusammenzucken. Sein forsches und vor allem unerwartetes Erscheinen dürfte vor allem zartbesaiteten Zuschauern mächtig den Puls in die Höhe treiben und für einige durchweg schlaflose Nächste sorgen.
 
In ROSEWOOD LANE ist nichts so, wie es auf den ersten Blick scheint. Hinter dem Antlitz des unschuldigen Jungen, versteckt sich das zutiefst Böse, dass den Bewohnern der Straße mächtig Angst einzujagen versucht. SALVA gelingt es auf gekonnte Weise, nicht nur die Protagonisten des Films mit den fragwürdigen Handlungen des Burschen zu verwirren, sondern auch den Zuschauer mit den reichlich diabolischen Interaktionen des Bösewichts zu manipulieren. Die Beweggründe des Nachwuchspsychopathen bleiben weitestgehend ungeklärt und sein Handeln wirkt durch die Bank weg befremdlich, sodass einzig darauf schließen lässt, dass der „Paperboy“ mit dem Teufel im Bunde stehen muss. Bis zur letzten Filmminute bleibt das Handeln dieses ominösen Zeitgenossen ungeklärt. Erst in den letzten Sekunden bringt Regisseur VICTOR SALVA Licht ins Dunkel und verblüfft mit einem haarsträubenden Twist, den der Filmfreund vermutlich in derart obskuren Art nicht erwartet hätte. Zwar gestaltet sich die Auflösung als simpel; trotzdem dürfte man sich als Zuschauer doch etwas hinter das Licht geführt fühlen, mit derart grotesken Wendung konfrontiert zu werden.
 
 
 
Mit ROSEWOOD LANE hat es VICTOR SALVA geschafft, mittels überzeugenden Beitrag erneut von sich hören zu lassen. Sein aktueller Genre-Ausflug ist ein ziemlich gemeines Stück Zelluloid, dass den Zuschauer rund 90 Minuten kurzweilig zu unterhalten versteht. Zwar gibt es gerade ab Filmmitte einige Handlungs- und Spannungsdefizite und auch mit der Logik hapert es des Öfteren; dennoch hat er mit seinem ROSEWOOD LANE einen ganz schön gemeinen Schocker gebastelt, der Filmfans durchaus in Erinnerung bleiben dürfte.
 
 
 


 
 
 

Rosewood Lane – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Kleiner, ziemlich böser Film. Der überraschende Plottwist ist so verblüffend, wie simpel und dürfte vor allem die letzten unglaublich dummen und vor allem schlechten Filme eines M. NIGHT SHYAMALAN alt ausschauen lassen.
 
 
 


 
 
 

Rosewood Lane – Zensur

 
 
 
Die deutsche Heimkinofassung ist ungeschnitten ab FSK16 freigegeben – nicht wirklich verwunderlich, gibt es im Film keine ausufernden Todesszenen!
 
 
 


 
 
 

Rosewood Lane – Deutsche Blu-ray

 
 
 
Rosewood Lane Blu-ray
 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Rosewood Lane; USA 2011

Genre: Thriller, Horror

Ton: Deutsch + Engl. DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1; (1920x1080p) Full HD

Laufzeit: ca. 96 Min.

FSK: FSK 16

Verpackung: Schwarze Amaray mit Wendecover

Extras: Making of, Trailer

 
 
 
Der kleine Überraschungs-Hit ROSEWOOD LANE bekommt von PLANET MEDIA HOME ENTERTAINMEMT eine zwar etwas dürftige Ausstattung spendiert, wobei jedoch in punkto Technik nicht gemeckert werden kann. Das Bild und der Ton befinden sich auf einem durchweg hohen Niveau. Die Schärfe bleibt im mittelstarken Wert, ebenso Kontrast und Schwarzwert. Oftmals wirken die Farben etwas kühl, was aber den durchweg gruseligen Unterton des Filmes verstärkt. Der Ton wurde gut abgemischt und wirkt hin und wieder sehr dynamisch. Zudem wurde der Film mit einer sehr angenehmen Synchronisation beschenkt, was aktuell ja nicht von allem Low Budget-Werken behauptet werden kann. Zu den Extras gesellen sich gerade einmal der Trailer zum Film in Deutsch und Englisch, sowie ein ca. 29-minütiges Making of, dass leider wie üblich von PLANET MEDIA nicht untertitelt wurde. Somit lohnt sich der Bonusbereich hauptsächlich für alle jene Filmfans, die der englischen Sprache vertraut sind. Bleibt zu erwähnen, dass der Vertrieb noch mit drei Werbefilmchen zu kommenden Veröffentlichungen etwas Eigenwerbung betreibt und die ROSEWOOD LANE Blu-ray mit einem Wechselcover ausstattet. Interessanterweise ist die Amaray-Hülle nicht Blau, sondern in edlem Schwarz gehalten, sodass die Auswertung dadurch hübsch aufgewertet wird.
 
 

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Rosewood Lane – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
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„The Last Exorcism“ -Fortsetzung kommt

Nachdem „The Last Exorcism“ mit nichtmal 2 Mio Dollar Produktionskosten 40 Mio Dollar allein in den amerikanischen Kinos einspielen konnte, war es nur eine Frage der Zeit bis das Studio Canal das „Okay“ für eine weiter  günstig produzierten Fortsetzung des Überraschungshits geben würde. Wann die Forsetzung starten soll ist bisher noch nicht bekannt.

 

Hellraiser80