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Beiträge mit Schlagwort “Survival-Horror

Filmkritik: „Hostile“ (2017)

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HOSTILE

Story

 
 
 

Eine junge Frau muss in einem Unfall-Auto gegen menschenfressende Kreaturen kämpfen, um überleben zu können.

 
 
 


 
 
 

HOSTILE – Kritik

 
 
 
Ein Horrorfilm produziert vom Franzosen XAVIER GENS. Da stellt sich Vorfreude bei Fans härterer Filmgangart ein. Die ist nicht unbegründet, hat sich der Filmemacher vor allem durch Streifen einen Namen gemacht, die sich durch blutige Raffinessen in die Hirne brennen konnten. So entstanden unter Gens Fuchtel so fragwürdige Gewaltausbrüche wie THE DIVIDE oder FRONTIER(S). Letzterer gilt als einer der wichtigsten Beiträge zur französischen Terrorwelle, welche vor knapp zehn Jahren um den Globus ging. Umso mehr überrascht es, dass sich der französische Regisseur seit einiger Zeit den eher leiseren Tönen widmet. Die waren bereits in THE CRUCIFIXION Programm. Statt eimerweise Kunstblut auf der Leinwand zu verteilen, lag der Fokus auf atmosphärischen Bildern und subtiler Gruselstimmung. Anhänger des kontroversen Filmemachers gefiel das verständlicherweise so rein gar nicht. Genau jene Schiene folgt nun auch HOSTILE, für den Gens als Geldgeber fungierte. Statt selbst auf dem Regiestuhl Platz zu nehmen, überließ er das Regiezepter dem ambitionierten Neuling MATHIEU TURI. Der war zuletzt ausschließlich als Regieassistent für viele bekannte Hollywood-Produktionen tätig. Darunter so Filme wie R.E.D. 2, DIE SCHLÜMPFE 2 oder LUCY.
 
 
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HOSTILE verlegt seine Handlung in eine dystopische Welt. Die Menschen kämpfen in trostlosen Wüstenlandschaften ums Überleben, stets auf der Suche nach Nahrung und medizinischer Versorgung. Doch der Überlebenskampf ist nicht einfach. Neben der permanenten Suche nach Wasser und Essbarem, verbreiten furchterregende Kreaturen Angst und Schrecken. Dabei handelt es sich um ausgemergelte, menschenähnliche Wesen, die nur ein Ziel kennen: Menschenfleisch fressen. Mit genau jenen Monstern sieht sich nun auch die attraktive Juliette (BRITTANY ASHWORTH aus THE CRUCIFIXION) konfrontiert. Diese durchstreift die Gegend, um nach Vorräten zu suchen. Dabei versucht sie so viele dieser Kreaturen in die ewigen Jagdgründe zu befördern, wie nur möglich. Leider meint es das Schicksal nicht so gut mit der tapferen Einzelgängerin. Es kommt zu einem folgenschweren Autounfall, der Juliette vor unüberwindbare Probleme stellt. Das Fahrzeug überschlägt sich und bricht der taffen Kampfamazone das Bein. Nun ist guter Rat teuer, zumal es dunkel wird und es einer der Menschenfresser auf unsere verletzte Heldin abgesehen hat. Ein Kampf ums Überleben beginnt.
 
 
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Tragische Beziehungsgeschichte trifft auf postapokalyptisches Weltuntergangsszenario im Stile eines MAD MAX. HOSTILE lässt sich nicht so einfach in eine Schublade stecken. Der Film erzählt nämlich zwei unterschiedliche Handlungen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Während der Film in der Gegenwart beginnt und die Hauptdarstellerin bei ihren Überlebensstreifzügen durch karge Kulissen bekleidet, springt die Handlung regelmäßig zwischen dem Jetzt und der Vergangenheit. Letztere widmet sich der tragischen Vorgeschichte ihrer Heldin. Deren früheres Leben war nämlich nicht immer eitel Sonnenschein und von Drogen geprägt. Ein nicht minder attraktiver Retter nimmt sich der orientierungslosen Frau an und bringt sie zurück auf dem rechten Weg. Was folgt, ist das umfangreiche Protokoll einer durchwachsenen Romanze, die dann doch etwas sehr an Liebeskitsch wie PRETTY WOMAN erinnert. Doch die ausführliche Beziehungs-Analyse hat seinen Sinn. Sie dient für das Verständnis für den Ausgang der Geschichte. Im Finale fließen nämlich beide Handlungsstränge ineinander und münden in einem grimmigen wie kitschigen Twist, der dann doch etwas sehr unpassend gewählt wurde.
 
 
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Dennoch sollte man mit HOSTILE deswegen nicht zu streng ins Gericht gehen. Der Film erhielt auf einschlägigen Festivals Preise und das nicht ohne Grund. Klammert man das etwas sehr konstruierte Ende aus, auf welches Regisseur MATHIEU TURI hinausarbeitet, ist die erste eigene Regiearbeit doch sehr atmosphärischer Endzeit-Horror mit Hintergrund, in dem mal wieder das thematisiert wird, was alle Menschen über sich hinauswachsen lässt: die Liebe. Zwar bleibt weitestgehend ungeklärt, welche Ursachen dazu geführt haben, dass die Welt in Trümmern liegt. Dafür nimmt HOSTILE aber seine Figuren genauer unter die Lupe und analysiert diese sorgfältig. Entstanden ist so etwas anderer Endzeit-Horror, der sich nicht zwingend mit Mord- und Totschlag beschäftigen muss, um eine gescheite Geschichte zu erzählen.
 
 
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HOSTILE – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
MAD MAX trifft auf PRETTY WOMAN. Der französische Regisseur MATHIEU TURI ist in Experimentierlaune und spielt in HOSTILE mit unterschiedlichen Genres. So verbindet er Endzeit- und Survival-Horror mit tragischem Beziehungsschmalz in Form unterschiedlicher Handlungsstränge. Während der eine für die Analyse seiner Protagonisten vonnöten ist, sorgt der andere für Horror mit Adrenalinkick. Ein ungewöhnlicher Mix, der nicht jedem Horrorfan zusagen dürfte. Wem das aber bewusst ist und wer sich auf HOSTILE einlässt, dürfte positiv überrascht sein.
 
 
 


 
 
 

HOSTILE – Zensur

 
 
 
Viel Gewalt hat HOSTILE nicht zu bieten. Ein Mann verendet an einer Bauchverletzung, ein Gegenstand bohrt sich durch ein Bein, einem Protagonisten wird der Kopf eingetreten und einige der Kreaturen im Film werden mit einer Schusswaffe „bearbeitet“. Hierzulande gab es für den Endzeit-Horrorstreifen eine FSK16 in ungeschnittener Form. Wegen Bonusmaterial besitzt die erhältliche Scheibe aber einen roten FSK-Sticker.
 
 
 


 
 
 

HOSTILE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) SPLENDID FILM (Blu-ray im KeepCase)

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TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Hostile; Frankreich 2017

Genre: Horror, Thriller, Drama

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.40:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 88 Min.

FSK: Film: FSK16 (ungeschnittene Fassung) | Blu-ray wegen Bonusmaterial: Keine Jugendfreigabe

Verpackung: KeepCase mit Wendecover | limitiertes Steelbook

Extras: Trailer, Trailershow, Deleted Scenes, Making of

Release-Termin: 27.04.2018

 

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HOSTILE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei SPLENDID FILM)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
It Stains the Sands Red (2016)
 
Vampire Nation (2010)
 
Vampire Nation 2: Badlands (2017)
 
Cujo (1983)
 

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Filmkritik: „Desolation“ (2017)

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DESOLATION

Story

 
 
 
Eine Mutter muss sich mit ihrem Sohn gegen einen Psychopathen zur Wehr setzen, der ihnen in der Wildnis nach dem Leben trachtet.

 
 
 


 
 
 

DESOLATION – Kritik

 
 
 
Ein weiterer Horrorthriller, der zumindest in Amerika vom Label IFC MIDNIGHT vertrieben wird. Erfahrene Horrorkenner wissen, was sie da zu erwarten haben. Der amerikanische Filmverleih hat sich nämlich auf sehenswerte Genre-Produktionen aus dem Indie-Sektor spezialisiert, die auch gern mal auf einschlägigen Filmfestivals mit Preisen überschüttet werden. Diesmal hatte man aber leider kein Glück bei der Filmauswahl. DESOLATION wirbt zwar mit verheißungsvollem Retro-Poster, ist aber ein waschechter Rohrkrepierer, den man besser meidet, um sich nicht den Tag verderben zu lassen. Doch der Fehlschlag ist keine Überraschung. DESOLATION entpuppt sich nämlich als Debütwerk eines Regisseurs, der sich zuvor als Produktionsassistent an so Filmen wie THE CALL, THE PURGE oder THE DARKNESS verdient gemacht hat. Wer öfter FILMCHECKER liest weiß, dass die ersten Gehversuche ambitionierter Regisseure nur selten glücken. Das ist auch bei DESOLATION der Fall, der kaum Eigenständigkeit besitzt und Unerfahrenheit im Regiefach an den Tag legt. Vielleicht wird’s beim nächsten Film besser. DESOLATION zumindest ist schwach und kaum der Rede wert, denn hier wird der Begriff „Langsamkeit“ zu ernst genommen. Für Survival-Horror der Todesstoß.
 
 
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Manchmal ist es besser auf die eigenen Kinder zu hören, auch wenn sie erst 13 Jahre alt sind. Zumindest hat der kleine Sam das Gefühl, dass ihn seine Mutter gern mal wie ein kleines Kind behandelt. Beide wollen zusammen mit der besten Freundin der Mutter einen Ausflug in die Berge unternehmen, um dort die Asche des verstorbenen Vaters zu verstreuen. Doch der Ausflug wird für alle zur emotionalen aber auch gefährlichen Gratwanderung. Sie werden nämlich schon bald von einem mysteriösen Fremden mit Sonnenbrille verfolgt, der offenbar nichts Gutes im Schilde führt. Für die Frauen ein Albtraum. Die verfallen in Panik und werden zu leichter Beute. Gut, dass Sam einen kühlen Kopf bewahrt. Der weiß wie man sich in einer solchen Situation verhalten muss und nimmt es mit dem personifizierten Bösen auf.
 
 
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DESOLATION hat nicht viel, um das Interesse des Zuschauers für sich beanspruchen zu können. Die Geschichte ist schnell erzählt und deren Ausgang bereits früh ersichtlich. Drei Protagonisten irren im Wald umher und werden von einem Fremden terrorisiert. Das klingt nach einer weiteren Variation von BEIM STERBEN IST JEDER DER ERSTE, ist aber bei genauerer Betrachtung ein ermüdender Überlebenstrip auf den man getrost verzichten kann. Dabei hat der Mix aus Drama und Survival-Horror ein großes Problem: Er nimmt sich zu viel Zeit für Nebensächlichkeiten. So wird in DESOLATION zu viel über verletztes Seelenheil und Familienprobleme geschnattert, was dahingehend unnötig ist, weil die Figuren – trotz Entwicklung – dennoch fad und langweilig bleiben. Die eigentliche Überlebenshatz erhält daher nur wenig Aufmerksamkeit und wird in den letzten fünfzehn Minuten per Eiltempo abgehandelt. Dort erst gewinnt DESOLATION an Fahrt und erwacht aus seinem Dornröschenschlaf. Ob das aber Zuschauer interessieren wird, bleibt fraglich. Weil das Angebot an besseren Filmen riesig ist und der Horrorfilmmarkt weitaus deftigere Schocker bereithält, dürften die meisten Horrorfans bereits frühzeitig abgeschalten und einen anderen Horrorstreifen gestartet haben. Manch Filmemacher sollte daher Publikumswünsche genauer analysieren, um in Erfahrung bringen zu können, was Zuschauer denn von einem Horrorfilm erwarten. Mit langweilig inszenierten Gurken und den ewig gleichen und unoriginellen Geschichten macht man sich keine Freunde.
 
 
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DESOLATION – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Perfides Katz- und Mausspiel. DESOLATION ist trotz hinterlistiger Story nur ein weiterer, banaler Survival-Horror, der den Zuschauer müde macht, statt ihn zu schockieren. DESOLATION macht zwar mit reißerischem Poster neugierig, das an das Exploitationkino der 1970er erinnert. Doch von den harten Horrorthrillern dieser Zeit ist dieser Schnarcher weit entfernt. Wer daher Einschlafprobleme besitzt, sollte sich diesen Horrorthriller verschreiben lassen. Es muss nicht immer die Chemiekeule sein. Schlechte und langweilige Filme können ebenso Wunder bewirken. Wir wünschen friedliche Träume.
 
 
 


 
 
 

DESOLATION – Zensur

 
 
 
Sonderlich brutal ist DESOLATION nicht. Erst in den letzten 20 Minuten fließt etwas Lebenssaft. Zu sehen gibt es eine ausgeweidete Leiche, ein Taschenmesser wird in eine Ferse gestochen und ein Zahn gezogen. Hierzulande dürfte der Streifen ohne Probleme eine FSK erhalten.
 
 
 


 
 
 

DESOLATION – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei IFC Midnight)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Killing Ground (2016)
 
Carnage Park (2016)
 
The Mooring (2012)
 
Quarries (2016)
 
Preservation (2014)
 
Beim Sterben ist jeder der Erste (1972)
 


Kritik: „Wolf Creek – Staffel 2“ (2017)

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WOLF CREEK: STAFFEL 2

Story

 
 
 
Berge von Leichen und viele vermisste Personen. Leider interessiert das kaum noch überschaubare Verschwinden von Touristen im WOLF-CREEK-Universum niemanden. Deshalb hat der unberechenbare Touristen-Mörder Mick Taylor hier leichtes Spiel. Der hat Lust einen Reisebus zu entführen und die Gäste bis in den Tod zu terrorisieren. Die Gegend um den Meteoritenkrater am WOLF CREEK ist eben ein heißes Pflaster.

 
 
 


 
 
 

WOLF CREEK: STAFFEL 2 – Kritik

 
 
 
Das Seriengeschäft boomt – nicht nur bei Streaming-Plattformen, wie NETFLIX, AMAZON und SKY. Auch weniger bekannte Portale ringen mit aktuellen Serien-Highlights um Abonnenten und drehen exklusives Zeug, das man nur dann sehen kann, wenn man Geld für ein Abo locker macht. So geschehen im Falle von WOLF CREEK – einem derben Slasher, dessen Fortsetzung sich sogar bis an die Spitze der australischen Kinocharts vorarbeiten konnte. Ein Grund für den australischen Streaming-Anbieter STAN sich die Rechte zu sichern und die kompromisslose Backwood-Slasher-Reihe in Serie gehen zu lassen. Leider blieb der erste Serienanlauf hinter Erwartungen zurück. Vielen Fans fehlten die detailreichen Grausamkeiten der Kinofilme. Die werden jetzt nachgereicht. Der Streaming-Anbieter STAN ließ weitere Folgen produzieren und hat diese nun als WOLF CREEK – STAFFEL 2 für zahlende Kunden zur Verfügung gestellt. Das Konzept ist das gleiche, wie bei den Kinofilmen und auch WOLF-CREEK-Schöpfer und Regisseur GREG MCLEAN ließ es sich nicht nehmen, für die ersten beiden Folgen der zweiten Season noch einmal selbst auf dem Regiestuhl Platz zu nehmen. Der verkündete in Interviews stolz, dass man weiter auf die „Psyche eingehen und den Schockfaktor in bislang ungekannte Höhen schrauben“ wolle. Viel irreführendes Marketing-Geschwätz. Auch die zweite Staffel der WOLF CREEK-Serie ist kein Burner. Die Grausamkeiten sind zwar da, verteilen sich aber überschaubar auf knapp sechs Stunden Laufzeit. Dazwischen wird viel geweint, gequasselt und planlos durchs Outback gelaufen. Etwas mehr Drive, Fokus auf das Wesentliche und kürzere Folgen hätten der Serie gut getan.
 
 
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Alles auf Anfang. WOLF CREEK – STAFFEL 2 hat nichts mit den Filmen und der vorhergehenden Season am Hut. Die Serie ist eine Anthologie-Serie, was bedeutet, dass jede Staffel eine eigenständige und abgeschlossene Geschichte erzählt und nur mit Filmkiller Mick Taylor Gemeinsamkeiten zu den übrigen Produktionen des WOLF CREEK-Franchise besitzt. Diesmal muss eine Gruppe Reisender ums Überleben bangen. Die unternimmt mit einem Reisebus eine Spritztour durch Zentralaustralien, um das Outback besser kennenzulernen. Das findet auch WOLF CREEK-Killer Mick interessant. Der ermordet kurzerhand den ortskundigen Reiseführer und nimmt den Platz des Busfahrers ein. Den Urlaubern wundert der plötzliche Fahreraustausch wenig. Doch die naive Gutgläubigkeit schlägt bald in Panik um. Outback-Killer Mick betäubt nämlich die Reisegruppe, lässt den Bus tief in der Wildnis stehen und verschwindet mit Satellitentelefon und Busbatterie. Für die gestrandeten Touristen der Horror. Die haben nämlich bald nicht nur mit Wasserknappheit und Nahrungsmangel zu kämpfen. Weitaus schlimmer ist die Tatsache, dass sie in der freien Wildbahn leichte Zielscheiben für die Schießübungen des skrupellosen Touristen-Jägers sind. So zeichnet sich schnell ab, mit was sich WOLF CREEK – STAFFEL 2 beschäftigen wird. Im Mittelpunkt steht der gnadenlose Überlebenskampf verschiedener Menschen, die sich mit einem Feind konfrontiert sehen, der weder Erbarmen noch Gnade kennt. Natürlich erweist sich eines der Opfer als taff genug, um am Ende dem Killer die Stirn bieten zu können. Ob das Filmfigur Mick Taylor beeindrucken wird? Nach sechs (zu) langen Folgen wird man schlauer sein.
 
 
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Killer Mick Taylor wird zur australischen Nervensäge. Bisher hat das Konzept vom unberechenbaren Killer gut funktioniert, der im australischen Outback Urlauber jagt und anschließend blutig um die Ecke bringt. In Staffel 2 der WOLF CEEK-Serie machen sich aber langsam Abnutzungserscheinungen bemerkbar. Der Antiheld entwickelt sich nämlich nicht weiter, sondern verfolgt wie eh und je gleiche Pläne, um gerecht werden zu können, was Fans des Franchises erwarten. So stiefelt der Outback-Mörder weiterhin ziellos durch karges Hinterland, um Menschen aufzulauern, die er dann abschlachtet. Angesichts der langen Laufzeit ein Geduldsspiel. Auch Staffel 2 besitzt Stoff, der gerade einmal für einen Spielfilm reicht. Dennoch wurde er auf sechs Einzelfolgen verteilt, damit man daraus eine Season machen konnte. Da bleibt Platz für viel Leerlauf, der sich nicht gerade förderlich auf die Spannungskurve auswirkt. Immerhin bekommt der Zuschauer im Unterschied zur Vorgängerstaffel den Filmbösewicht öfters vor die Linse. Dieser glänzt mal wieder mit zynischen Humor und macht das was er am besten kann: töten. Mehr verlangt das Drehbuch nicht von Schauspieler JOHN JARRED, der diesmal zwar mehr morden darf, dafür aber langsam zum nervtötenden Störfaktor avanciert. Im Gegensatz zu seinen Opfern scheint der – trotz Alter – mit übermenschlicher Intelligenz, abnormaler Vitalität und Bärenkräften gesegnet zu sein. Egal wo sich Opfer in den Weiten australischer Natur verstecken, sie werden von Mick Taylor gefunden. Ein fairer Überlebenskampf wird da zunichte gemacht, zumal das Prinzip vom Davonlaufen, Gefundenwerden und Abschlachten in knapp sechs Stunden Laufzeit so oft wiederholt wird, dass man müde vom Zuschauen wird. Da fragt man sich doch glatt, was sich Drehbuchautoren einfallen lassen, um eine weitere Season rechtfertigen zu können. Als hätte man es geahnt, überlebt Killer Mick am Ende der Staffel den Blutrausch und kann sich in Sicherheit bringen. Weil dem Franchise keine Neuerungen einverleibt wurden, macht sich langsam ein Sättigungsgefühl bemerkbar. Demzufolge macht eine weitere Serienstaffel wenig Sinn. Aber wie heißt es so oft: Die Kuh muss gemolken werden, bis sie keine Milch mehr gibt. Habt Erbarmen mit uns Horrorfilmfans.
 
 
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WOLF CREEK: STAFFEL 2 – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Nun ist aber gut. Mit Staffel 2 der WOLF CREEK-Serie wird die beliebte Reihe um einen furchtlosen Outback-Killer gleichzeitig zu Grabe getragen. Das Konzept, welches dem Franchise Daseinsberechtigung gibt, wird hier bis zum Erbrechen ausgereizt. Unterm Strich bedeutet das, dass verängstigte Reisende orientierungslos durch das australische Outback laufen und sich vor den Attacken besagten Mörders in Sicherheit bringen müssen. Doch egal, was sie zum Schutze tun, es nützt letztendlich nichts. Psychopath Mick Taylor ist immer einen Schritt voraus und seine Opfer nicht die hellsten Kerzen auf der Torte. Der unfaire Überlebenskampf hat zwar vor allem dann seine Höhepunkte, wenn die Blutkeule geschwungen wird. Klammert man aber die Gewaltmomente aus, beginnt der Antiheld spätestens in der Halbzeit zu nerven, weil er offenbar mehr Leben besitzt, als zehn Katzen zusammen. Vielleicht wäre es besser gewesen, man hätte auf die Serie zum Horror-Hit verzichtet und stattdessen zwei eigenständige Spielfilme gedreht. Staffel 2 ist nämlich über weite Strecken träge und dürfte dafür sorgen, dass Zuschauer zur Fernbedienung greifen, um Kapitel überspringen zu können. Da nützen auch Fan-Wünsche nichts. Im Gegensatz zur Vorgänger-Season, orientiert sich Staffel 2 nämlich mehr an der Machart der Filme und bietet zudem mehr Screentime für den eigentlichen Star des Franchise: Killer Mick Taylor. Leider entwickelt der sich nicht weiter, sondern verharrt in der ihm auferlegten Rolle. Sinnfreies Morden ohne Konsequenzen und rastloses Umherirren in der australischen Einöde kann eben auch irgendwann mal langweilig werden. WOLF CREEK – STAFFEL 2 ist bis auf die letzten zwei Folgen eine eher ermüdende Angelegenheit. Das müssen sich auch eingefleischte Fans eingestehen.
 
 
 


 
 
 

WOLF CREEK: STAFFEL 2 – Zensur

 
 
 
Im direkten Vergleich zum splattrigen WOLF CREEK 2 ist die zweite Season der Serie Kinderfasching. Zwar wurde im Gegensatz zur ersten Staffel der Gewaltpegel erhöht. Dennoch dürfte der Fans der Reihe enttäuschen. Fast alle der 13 Urlauber des Reisebusses und einige Nebenfiguren sterben. Dabei wird auf gute alte Handarbeit zurückgegriffen. Zu sehen gibt es Verbrennungen, Kopf- und Gesichtsschüsse, Messerstiche in Bauch oder Hals, Erdrosselungen und anderer Splatterkram. Hierzulande reicht das dennoch für eine Erwachsenenfreigabe. Man darf mit einer ungeschnittenen Freigabe mit rotem FSK-Flatschen rechnen.
 
 
 


 
 
 

WOLF CREEK: STAFFEL 2 – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Stan Australia)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Wolf Creek: Die Serie – Staffel 1 (2016)
 
Wolf Creek (2005)
 
Wolf Creek 2 (2013)
 
Outback – Tödliche jagd (2011)
 
Crawl (2011)
 
Drifter (2016)
 


Filmkritik: „Compulsión“ (2017)

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COMPULSIÓN

Story

 
 
 

Eine Ehefrau findet heraus, dass der eigene Gatte ein brutales Doppelleben führt.

 
 
 


 
 
 

COMPULSIÓN – Kritik

 
 
 
ÁLEX DE LA IGLESIA, JAUME BALAGUERÓ und PACO PLAZA – alles namhafte Größen im spanischen Horror-Genre, die wegen herausragendem Gruselfutter auch außerhalb der Landesgrenzen Fans gefunden haben und auch gern mal Filme drehen, die sich nicht zwingend an Konventionen modernen Horrorkinos orientieren. Zu jener Gruppe einflussreicher Filmemacher gesellt sich nun ein weiterer ambitionierter Regisseur dessen Karriere man unbedingt im Auge behalten sollte. Der Grund hierfür: COMPULSIÓN. Mit seinem nicht zimperlichen Spielfilmdebüt hat ÁNGEL GONZÁLEZ MARTÍNEZ gleich mal ins Schwarze getroffen und einen Geheimtipp gedreht, der auf den wenigen Festivals gut ankam, auf denen er bisher gezeigt wurde. So lobten Publikum wie Kritiker den wortkargen Inszenierungsstil und die dadurch resultierende Hochspannung mit der es der spanischen Indie-Produktion gelingt den Zuschauer in den Bann zu ziehen. Das können wir von FILMCHECKER bestätigen. Viel gesprochen wird in COMPULSIÓN freilich nicht. Der Thriller lebt von seinen ungemütlichen Bildern und von der Ungewissheit seiner Hauptdarstellerin. Die bleibt – übrigens wie der Zuschauer – lang im Ungewissen darüber, was in COMPULSIÓN wirklich im Argen liegt. ÁNGEL GONZÁLEZ MARTÍNEZ dreht an der Spannungsschraube und steuert auf ein ungemütliches Finale zu, in dem mal wieder der Geschlechterkampf zum Thema gemacht wird. Der kürzlich hier besprochene HOUNDS OF LOVE lässt grüßen.
 
 
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Die Filmheldin (MARINA ESTEVE) von COMPULSIÓN hat schon seit längerer Zeit Albträume. Die sind nicht unbegründet, quält schon seit Tagen ein Verdacht, der die Beziehung der Eheleute ins Wanken bringt. Gatte Robert (PACO MANZANEDO) ist nämlich verdächtig viel unterwegs, kommt meist spät von der Arbeit und führt des Öfteren geheimnisvolle Telefonate, die Misstrauen schüren. Ist hier etwa ein Ehebrecher am Werk? Um das herauszufinden wird die Liebste zur Privatdetektivin und stellt dem Mann nach. Recherchen führen zu einem abgelegenen Haus, in dem schlimme Dinge passieren. Offenbar frönt Robert perversen Neigungen von denen niemand wissen darf. Kein guter Tag für die besorgte Ehefrau. Die erlebt einen der schlimmsten Tage ihres Lebens und zweifelt bald daran ihren Gatten je gekannt zu haben.
 
 
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Das hier soll Low-Budget sein? Der gerade einmal in zehn Tagen gedrehte COMPULSIÓN schaut für Indie-Verhältnisse bemerkenswert professionell aus und wurde von der Produktionsfirma SCHOCK FILMS produziert, die Regisseur ÁNGEL GONZÁLEZ MARTÍNEZ zusammen mit JOSÉ PASTOR gegründet hat. Der erste Spielfilm aus genannter Produktionsschmiede hält sich nicht lang mit Nebensächlichkeiten oder gar Hintergründe auf. Stattdessen wird der Zuschauer gleich ins Geschehen geworfen und direkt mit dem Holzhammer konfrontiert. Lang gefackelt wird nicht. Ungemütliche Stimmung und Schockwirkung wird über ungeschönte Bilder transportiert, die wegen Dialogarmut gern mal an alte Stummfilme erinnern und den Zuschauer schnell da treffen, wo es besonders wehtut. Doch der raue visuelle Einschlag kommt nicht von ungefähr. Schenkt man Informationen im Internet Glauben, zählen koreanische Thriller und klassische Terrorfilme zu den Haupteinflüssen der Arbeit des spanischen Regie-Newcomers. Letztere haben definitiv Spuren hinterlassen, erinnert COMPULSIÓN doch gern mal an das harte Exploitation-Kino der 1970er, in dem es weder Tabus noch Grenzen gab. Filmemacher ÁNGEL GONZÁLEZ MARTÍNEZ hat scheinbar viele Vertreter genannten Subgenres studiert. Mit einfachen Mitteln bewirkt er schnell eine Atmosphäre schonungslosen Unbehagens und zeigt mit fiesen Gewaltakten, dass er die raue Sprache genannter Filmgattung tadellos beherrscht. COMPULSIÓN fordert nicht nur Figuren im Film psychisch. Auch dem Zuschauer gehen bald die Geschehnisse durch Mark und Bein. Das ist aufgrund des überschaubaren Budgets eine Glanzleistung vor der man seinen Hut ziehen sollte. Deshalb darf man gespannt darauf sein, was der Spanier in Zukunft fabrizieren wird. Im Horrorgenre zumindest fühlt sich ÁNGEL GONZÁLEZ MARTÍNEZ offensichtlich wohl. Weitere Horrorstreifen sind nämlich schon in Planung. Ob die dann auch das Nervenkostüm des Zuschauers überstrapazieren werden? Man kann es nur hoffen.
 
 
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COMPULSIÓN – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Wenn der Gatte ein blutiges Doppelleben führt, wird es ultraspannend, kompromisslos und hart. COMPULSIÓN ist ein kleines Horror-Juwel aus Spanien, der aus wenig viel macht. Mit überschaubaren Mitteln hat hier Regisseur ÁNGEL GONZÁLEZ MARTÍNEZ eine ungemütliche Geschichte verfilmt, die an schonungslose Exploitation-Kracher der 1970er erinnert. Trotz Spielfilmdebüt beweist der spanische Newcomer ein talentiertes Händchen für Spannungsbau und Schockwirkung. Grundvoraussetzung für Horror, der im Gedächtnis bleibt. COMPULSIÓN ist ein Survival-Thriller, der vermutlich auch wegen seiner kurzen Laufzeit kaum Längen besitzt. Das Resultat kann sich sehen lassen. Der spanische Genre-Beitrag ist packend, hart und gut gespielt. Ob da jemand in die gleichen Fußstapfen treten wird, wie mach bekannter Filmemacher aus Frankreich? Einige derer haben in den 2000ern harte Terrorfilme gemacht und drehen seither erfolgreich Schocker für den amerikanischen Filmmarkt. Auch ÁNGEL GONZÁLEZ MARTÍNEZ besitzt gute Voraussetzungen, um bald mit mehr Geld krude Horrorfilme drehen zu können. Der nicht minder kontroverse COMPULSIÓN ist zumindest schon mal ein überzeugender Anfang.
 
 
 


 
 
 

COMPULSIÓN – Zensur

 
 
 
Die Gewaltmomente in COMPULSIÓN sind verstörend. Dennoch wird häufig weggeblendet und man bekommt in späteren Einstellungen das Resultat der Gewaltausbrüche zu sehen. Höhepunkt ist zweifelsohne eine Szene in der ein Schwangerschaftstest in ein Auge gestochen wird. Hierzulande reicht der gebotene Gewaltrausch für eine FSK16 – insofern man COMPULSIÓN hierzulande veröffentlichen wird.

 
 
 


 
 
 

COMPULSIÓN – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen liegen bei Schock Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Hounds of Love (2016)
 
A Good Marriage (2014)
 
Stepfather (2009)
 
The Stepfather (1987)
 
The Stepfather 2 (1989)
 


Filmkritik: „Happy Hunting“ (2017)

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HAPPY HUNTING

Story

 
 
 

Alkoholiker (MARTIN DINGLE WALL) verirrt sich bei seiner Reise nach Mexiko in das Jagdgebiet gewissenloser Landeier, die gern mal auf Menschenhatz gehen.

 
 
 


 
 
 

HAPPY HUNTING – Kritik

 
 
 
Eigentlich wollte der alkoholabhängige Warren nur nach Mexiko reisen, um dort einem ominösen Telefonanruf nachzugehen. Eine Mexikanerin hat kurz vor ihrem Tod erklärt, dass der Herumtreiber der Vater ihres Kindes sei. Deshalb will Waren die lange Reise aufnehmen, um seinen Sohn kennenzulernen. Leider entpuppt sich die Fahrt dorthin als Horrortrip. Der Alkoholiker verirrt sich in das kleine Städtchen Bedford Flats irgendwo in der Wüste an der mexikanischen Grenze, wo nach anderen Regeln gelebt wird. Hier wird alljährlich ein Fest der Superlative gefeiert bei dem unschuldige Menschen gejagt werden. Leider stolpert Warren genau während der Festvorbereitungen in den Ort und wird so zum unfreiwilligen Opfer einer Menschenjagd, die mit nichts und niemand Gnade kennt.
 
 
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HAPPY HANUTING ist kein einfach zu verdauender Horrorthriller, denn die kaltschnäuzigen Bilder sind nicht für jedermann bestimmt. Inmitten flirrender Wüstenhitze wird hier eine kompromisslose Menschenjagd veranstaltet. In ihrer derben Zurschaustellung erinnert die nicht selten an das harte Exploitationkino der 1970er, wo so Survival-Horror wie BEIM STERBEN IST JEDER DER ERSTE oder der reißerische Mutanten-Schocker THE HILLS HAVE EYES für Furore gesorgt haben. Doch das Duell zwischen Mensch und Mensch ist nicht nur brutal und zeigefreudig. Im Unterschied zu vielen ähnlich gelagerten Streifen in denen Menschen gejagt, gefoltert und ermordet werden, mangelt es HAPPY HAUNTING nicht an gesellschaftspolitischer Kritik. So prangern die beiden Regisseure JOE DIETSCHS und LOUIE GIBSON nicht nur die lapidaren Waffengesetze in den Vereinigten Staaten an, wo das Recht Waffen zu besitzen, verfassungsrechtlich geschützt ist. Auch die politisch vergessenen Teile Amerikas werden kritisch beäugt, wo offenbar an eigenen Traditionen und Bräuchen festgehalten wird, weil man sich von der Politik im Stich gelassen fühlt.
 
 
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Unterm Strich also kein belangloses Gewaltspektakel, sondern Horror mit Hirn, der durchaus kurzweilig über die Leinwand flimmert und – der Titel lässt es erahnen – gern auch mal von schwarzhumorigen Untertönen Gebrauch macht. Übrigens ist LOUIE GIBSON kein Niemand. Hier handelt es sich um einen der Söhne von Schauspieler MEL GIBSION. Letzterer probiert sich seit einigen Jahren auch gern mal als Regisseur aus. Offenbar hat dessen Sohnemann auch Gefallen am Drehen von Filmen gefunden. Mit HAPPY HUNTING feiert der Nachwuchs nämlich sein Spielfilm-Regiedebüt. Angesichts der schnörkelfreien Inszenierung darf man gespannt auf das sein, was da noch kommen wird. Talent hat der Gibson-Spross definitiv.
 
 
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HAPPY HUNTING – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Kompromisslose Mischung aus Actionfilm, Survival-Thriller und Neo-Western, der an das harte Exploitationkino der 1970er erinnert. Der Film überzeugt mit versiertem Umgang der Kamera, atemberaubenden Bildern sowie spannender Erzählweise und beweist einmal mehr, dass visuell überzeugende Filme nicht immer nur aus Hollywood kommen müssen. Als i-Tüpfelchen gibt es neben viel Gewalt und zynischer Note auch noch jede Menge Bezüge und Seitenhiebe auf die aktuelle Politik des DONALD TRUMP. Dessen Vision einer Mauer an der Grenze zu Mexiko wird in HAPPY HUNTING Wirklichkeit. Ganz zum Leidwesen von Filmheld Warren. Der muss vor einer Meute schießwütiger Amerikaner nach Mexiko flüchten, kommt aber nicht auf die andere Seite, weil eine Mauer an der Grenze gebaut wurde. Was für ein makabres Unterfangen. HAPPY HUNTING ist intelligent, brutal und sehenswert. Demzufolge ein Fest für anspruchsvolle Horrorfans.
 
 
 


 
 
 

HAPPY HUNTING – Zensur

 
 
 
HAPPY HUNTING ist ziemlich hart und die Gewaltszenen sehr zeigefreudig. Vor allem unerwartete Einschüsse in menschliche Körper lassen zusammenzucken und sind nichts für empfindsame Gemüter. Sollte HAPPY HUNTING in Deutschland erscheinen, könnte es Probleme mit der FSK geben. Dennoch gehen wir von einer ungeschnittenen Erwachsenenfreigabe mit rotem Freigabesticker aus.

 
 
 


 
 
 

HAPPY HUNTING – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen liegen bei Selective Collective | Waterstone Entertainment)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Reach – In der Schusslinie (2014)
 
Desierto – Tödliche Hetzjagd (2015)
 
King of the Hill (2007)
 


Filmkritik: „Open Water 3 – Cage Dive“ (2017)

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OPEN WATER 3 – CAGE DIVE

(CAGE DIVE)

Story

 
 
 

Drei junge Leute tauchen in einem Käfig ins Meer, um darin Haie in freier Wildbahn filmen zu können. Leider hat deren Vorhaben ein tragisches Ende.

 
 
 


 
 
 

OPEN WATER 3 – Kritik

 
 
 
Es gibt Horrorfilme, die werden am laufenden Band fortgeführt aber niemand weiß so recht wieso. Während beliebte Kultkiller wie Jason Voorhees, Michael Meyers oder Freddy Krueger schon Jahre auf eine Kino-Rückkehr warten, verfallen andere Horrorstreifen in einen regelrechten Fortsetzungsrausch. Aktuelles Beispiel: OPEN WATER 3 – CAGE DIVE. Das bereits zweite Sequel eines minimalistischen Hai-Horrors von 2003 gehört zu einem dieser Filme mit dem wohl keiner gerechnet hat. Der Grund hierfür dürfte auf der Hand liegen. OPEN WATER und OPEN WATER 2 waren nicht sonderlich sehenswert und wurden von Kritikern verrissen. Demzufolge mutet es seltsam an, dass ausgerechnet jene Filmreihe um einen weiteren Ableger bereichert wurde, obwohl bereits der Vorgänger kaum Aufmerksamkeit erhielt. Doch die Pläne geldgieriger Produzenten sind in diesem Falle durchschaubar. Weil Hai-Horror seit den Kinoerfolgen von THE SHALLOWS und IN THE DEEP wieder groß im Kommen ist, musste auch jenes Horror-Franchise aus der Versenkung gezogen werden, damit im Zugwasser der wieder reanimierten Hai-Horror-Welle noch schnell etwas Zaster verdienen werden kann. Fans dieser Sorte Film sollten aber Vorsicht walten lassen. OPEN WATER 3 – CAGE DIVE tritt in die Fußstapfen seiner beiden Vorgänger und quält den Zuschauer mit schlechter Charakterzeichnung, flacher Dramaturgie und spannungsarmer Erzählweise. Zudem ist auch der nervige Found-Footage-Stil wieder mit an Bord. Spätestens jetzt dürfte bei den meisten Horrorfans das Interesse schwinden.
 
 
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OPEN WATER 3 – CAGE DIVE macht es besagtem IN THE DEEP gleich. Wie der Titel des bereits zweiten Ablegers vermuten lässt, kommen diesmal Käfige ins Spiel. Drei junge Leute aus Kalifornien wollen Haien besonders nah kommen. Sie düsen daher nach Australien, um dort den absoluten Kick zu erleben. Ein Tauchgang auf dem Meer soll den bescheren. Dabei werden die Adrenalinjunkies in einen Käfig gesteckt, der anschließend ins Wasser abgesetzt wird. Doch das Vorhaben hat Hintergrund. Man will das riskante Vergnügen auf Film festhalten, um sich mit dem Videomaterial bei einer Reality-Show bewerben zu können. Wer die anderen OPEN WATER-Filme gesehen hat, dürfte vermutlich schon erahnen, dass dieser Ausflug tragisch enden wird. In der Tat geht einiges schief. Kaum im Wasser werden die drei Hauptdarsteller von einer Monsterwelle überrascht. Die zerstört das Boot und reisst die übrige Crew in den Tod. Nun ist guter Rat teuer, denn die drei Tauch-Amateure sitzen im Wasser fest und hoffen auf Hilfe. Leider machen Haie das Leben schwer. Die haben kein Mitleid mit gestrandeten Käfigtauchern und beginnen ein makabres Spiel mit ihrer Beute zu veranstalten. Haie sind eben keine Kuscheltiere.
 
 
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Alles wie gehabt. Viele Neuerungen hat OPEN WATER 3 nicht zu bieten. Der Film erzählt zwar eine eigenständige Geschichte, orientiert sich aber in der Machart an den Vorgängerfilmen. Das bedeutet, dass auch der dritte Teil krampfhaft versucht authentisch zu wirken, indem er Geschehnisse aus der Egoperspektive protokolliert und damit Schwindelgefühle beim Zuschauer auslöst. Abermals werden Ereignisse aus gefundenem Bildmaterial rekonstruiert, das aus einer Kamera stammt, welche einer der Helden bei sich getragen hat. Das ist auch schon das eigentliche Problem des Überlebensthrillers, denn die Found-Footage Zutat erschwert das Folgen. Trotz überschaubarer Handlung und wenigen Figuren ist nicht immer klar, wer gerade jammert und was vor der Linse passiert. Hinzukommt, dass sich OPEN WATER 3 in Unglaubwürdigkeiten verläuft. Die drei Hilfesuchenden beginnen im Überlebenskampf zwischenmenschliche Diskrepanzen zu klären. Es ist mal wieder Eifersucht, die aus Menschen Einzelkämpfer macht und für haarsträubendes Chaos sorgt, das OPEN WATER 3 ins Absurdum treibt. So fängt ein Rettungsboot plötzlich Feuer, weil im Streit eine Seenot-Fackel versehentlich aktiviert wird. Zudem leidet einer der Anwesenden an Herzproblemen, die mit Medikamenten behandelt werden müssen. Zufälle gibt’s, die gibt es gar nicht. Immerhin wurde OPEN WATER 3 etwas deftiger gewürzt. Zwar halten sich die Gewaltmomente in Grenzen. Im Gegensatz zu den beiden Vorgängerfilmen ist aber eine Steigerung hinsichtlich Schauwerte zu verzeichnen. Ob das OPEN WATER 3 – CAGE DIVE jedoch besser macht, dürfte fraglich bleiben. Aufgrund unsympathischer Figuren, nervtötender Zickereien und oftmals kaum ertragbarer Wackeloptik schießt sich der dritte Ausflug in offene Gewässer früh selbst ins Aus und ist daher nur jenen zum empfehlen, die auch jeden Horrorthriller sehen müssen, um mitreden zu können.
 
 
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OPEN WATER 3 – Fazit

 
 
 

5 Punkte Final

 
 
 
Ein mittelprächtiger Überlebenskampf von Regie-Neuling GERALD RASCIONATO inszeniert. OPEN WATER 3 – CAGE DIVE hat eigentlich nichts mit dem Low-Budget-Horror von 2003 am Hut. Bei gerade einmal 130.000 Dollar Produktionskosten spielte der Überlebensschocker weltweit fast 55 Millionen Dollar ein. Was danach folgte, war keine offizielle Fortsetzung, sondern wurde vom Filmstudio nur OPEN WATER 2 genant, um den Film an die bekannte Marke binden zu können. Ähnlich erging es auch OPEN WATER 3. Der hieß anfangs noch CAGE DIVE, wurde aber letztendlich umgetauft, um das Projekt lukrativer vermarkten zu können. Unterm Strich logisch, weil OPEN WATER 3 – CAGE DIVE bei genauerer Betrachtung das gleiche Prinzip wiederholt, welches bereits vor knapp 15 Jahren in OPEN WATER Verwendung fand. Zu sehen gibt es zu viel Found-Footage, hungrige Haie und dumme Menschen. Ersteres hat mittlerweile ausgedient und macht den neusten Ableger der Hai-Horror-Serie zum Geduldsspiel. Nach zu häufigem Gebrauch von verwackeltem Bildmaterial, das möglichst viel Realismus und Authentizität reflektieren soll, hat man sich am Found-Footage-Stilmittel über die Jahre sattgesehen. Das wird im Falle von OPEN WATER 3 zum Problem. Der Film beginnt rasant und hektisch. Sind die Helden im Wasser und geraten in Panik, erschwert der Wackellook und die nicht konstante Kamera das Folgen. Die nervtötenden Figuren tun da ihr Übriges. OPEN WATER 3 ist ein mehr als anstrengendes Filmerlebnis – in zweierlei Hinsicht. Deshalb ist der dritte Ableger auch nur denen zu empfehlen, die mit der bisherigen Reihe und ihrem eigensinnigen Filmstil kein Problem hatten. Der Rest wird auch an diesem Sequel – trotz Haiallarm – keine Freude haben.
 
 
 


 
 
 

OPEN WATER 3 – Zensur

 
 
 
Die Gewaltmomente in OPEN WATER 3 halten sich in Grenzen und sind rar gesät. Ein zerfetztes Gesicht wird gezeigt, kurze Haiattacken und einige Körperwunden. Die härteste Szene ist die in der ein Rettungsboot versehentlich angezündet wird und eine bewusstlose Frau darin bei lebendigem Leib verbrennt. Hierzulande hat OPEN WATER 3 eine FSK16 erhalten – ungeschnitten ist er auch.
 
 
 


 
 
 

OPEN WATER 3 – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Splendid Film (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Open Water 3: Cage Dive; Australien 2017

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.78:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 80 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Making of „Open Water: Cage Dive“, Trailer, Trailershow

Release-Termin: 27.10.2017

 

Open Water – Cage Dive [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

OPEN WATER 3 – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte führ Grafiken liegen bei Splendid Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Open Water (2003)
 
Open Water 2 (2006)
 
The Reef – Schwimm um dein Leben (2010)
 


Filmkritik: „It Stains the Sands Red“ (2016)

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IT STAINS THE SANDS RED

Story

 
 
 

Eine junge Frau irrt orientierungslos durch die Wüste von Nevada während ihr ein Zombie auf Schritt und Tritt folgt.

 
 
 


 
 
 

IT STAINS THE SANDS RED – Kritik

 
 
 
Zombies, Zombies und irgendwie kein Ende. Seit GEORGE A. ROMERO mit NIGHT OF THE LIVING DEAD den Grundstein für moderne Zombiefilme gelegt hat, wurden über die Jahrzehnte so viele ähnlich gestrickte Filme von ambitionierten Regisseuren gedreht, dass wohl eigentlich niemand weiß wie viele es unterm Strich wirklich sind. Leider haben sich über die Jahre Abnutzungserscheinungen bemerkbar gemacht. Weil die meisten Zombiefilme nach immer gleichem Schema gezimmert wurden und oft mit minimalem Budget zu kämpfen hatten, genoss der Zombiefilm vor allem in den letzten Jahren keinen guten Ruf. Dem wirkten aber kreative Filmemacher mit innovativen Ideen entgegen. Dank Frischzellentherapie entstanden zuletzt Streifen wie WARM BODIES, THE GIRL WITH ALL THE GIFTS oder DEAD SNOW 2, die dem angestaubten Zombie-Genre frischen Wind einverleibten und es so wieder bei gelangweilten Horrorfans interessant machen konnten. Auch Regisseur COLIN MINIHAN weicht mit IT STAINS THE SANDS RED vom üblichen Zombie-Einerlei ab. Der ist eigentlich Teil der in Horrorkreisen bekannten VICIOUS BROTHERS und zeichnet zusammen mit Kollegen STUART ORTIZ für Horrorware wie EXTRATERRESTRIAL, GRAVE ENTCOUNTERS sowie der nicht mehr ganz so gelungenen Fortsetzung GRAVE ENCOUNTERS 2 verantwortlich. Mit einem etwas anderen Zombiefilm geht VICIOUS BROTHERS-Mitglied COLIN MINIHAN aber erstmals eigene Wege und legt ungewöhnlichen Horrorstoff ab, der nicht ohne Grund auf Filmfestivals gelobt wurde.
 
 
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Auch dem IT STAINS THE SANDS RED liegt ein postapokalyptisches Weltuntergangsszenario zugrunde. Das ist aber hier eher Nebensache, denn warum und weshalb sich im Film plötzlich Menschen in Zombies verwandeln, bleibt weitestgehend ungeklärt. Im Mittelpunkt steht Stripperin Molly (BRITTANY ALLEN aus FARHOPE TOWER), die mit dem zwielichtigen Lover Nick durch die Wüste von Nevada düst, um auf einem kleinen Flugplatz vor der unaufhaltsamen Zombie-Seuche fliehen zu können. Leider erleidet der Wagen unterwegs eine Panne, was eine Reihe ominöser Umstände entfacht. Das Paar wird plötzlich von einem Zombie (JUAN RIEDINGER) attackiert. Minuten später ist Kleinganove Nick tot und Koksliebhaberin Molly auf der Flucht. Die irrt durch staubige Wüstenlandschaft und hofft auf Hilfe. Doch der hungrige Untote von der Landstraße folgt ihr auf Schritt und Tritt. Da ist guter Rat teuer, denn die wandelnde Leiche ist bald das kleinere Problem. Hier draußen herrschen andere Gesetze und auch Mutter Natur kennt kein Erbarmen mit drogenabhängigen Clubtänzerinnen. So muss sich die erschöpfte Molly in Richtung Zivilisation durchkämpfen und unzumutbare Temperaturen erdulden. Ob es dieser Film mit seiner Heldin am Ende gut meint?
 
 
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Wenn sich aus Flucht eine ungewöhnliche Freundschaft entwickelt. IT STAINS THE SANDS RED geht das Thema Zombieapokalypse etwas anders an. Statt Rudel von infizierten Personen fressgeil durch Hauptstädte zu jagen, fokussiert sich dieser Streifen auf eine Person, die auch nur von einem Zombie verfolgt wird. Das hört sich auf den ersten Blick langweilig an, ist es aber keineswegs. IT STAINS THE SANDS RED bietet Abwechslung und vermischt Versatzstücke unterschiedlicher Genres miteinander, was dazu führt, dass sich der Streifen in keine Schublade pressen lässt. So streift der Film Komödie, Zombie- aber auch Wüsten-Horror und macht sogar einen kurzen Abstecher ins Rape-and-Revenge-Fach. Regisseur COLIN MINIHAN verzichtet weitestgehend auf klassische Zombie-Klischees. Stattdessen führen im Film Hitze, Wassermangel und Orientierungslosigkeit zu viel größeren Problemen. Heldin Molly gehen nämlich schon bald Kippen, Koks und Alkohol aus. Das sorgt für ein Desaster, denn so wird die Protagonistin von der Realität eingeholt, die leider alles andere als rosig aussieht. Offenbar hat Molly in der Vergangenheit Tragisches erlebt. Weil Drogen nun nicht mehr den Verstand vernebeln, münden traumartigen Erinnerungsszenen zunehmend in eine Identitätsfindung. Da kommt ihr verwesender Verfolger gerade recht. Der verwandelt sich plötzlich vom gefräßigen Nimmersatt in einen verständnisvollen Begleiter und hilft der desorientierten Filmfigur aus so manch heikler Situation. Letztere erkennt schon bald, dass im toten Körper immer noch Menschlichkeit schlummert und dankt dem neuen Zombiefreund zunehmend mit Respekt und Achtung. Erfahrenen Horrorfans dürfte beschriebene Thematik nicht unbekannt sein. Bereits Zombievater GEORGE A. ROMERO gab in DAY OF THE DEAD zu verstehen, dass Zombies – trotz primitiver Instinkte – immer noch Menschen sind. Ein interessanter Ansatz den Regisseur COLIN MINIHAN daher verfolgt. Der lässt IT STAINS THE SANDS RED aus der verstaubten Zombie-Ecke hervorstechen und hebt den Streifen über den Durchschnitt. Wer daher im Zombie-Genre nach Neuerungen sucht, dürfte mit diesem unkonventionellen Horrordrama gut beraten sein.
 
 
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IT STAINS THE SANDS RED – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Einer der ungewöhnlichsten Zombiefilme, die bisher über die Mattscheibe geflimmert sind. Der Film mit der ungewöhnlichen Titelkreation dürfte vermutlich falsche Erwartungen schüren. IT STAINS THE SANDS RED ist keine Zombie-Fress-und-Gewalt-Granate wie man es bei einem derart reißerischen Titel vermuten würde. Im Genre-Mix wird viel gelaufen, getrunken und gekokst. Gefressen und gesplattert dafür umso weniger. IT STAINS THE SANDS RED schwankt zwischen grotesk und humorvoll. Da wird ein blutgetränkter Tampon als Zombie-Köder benutzt oder ein Schlauchboot an einen Zombie gebunden, damit die Hauptdarstellerin im Film ihr Gepäck nicht selbst durch die Wüste tragen muss. An absurden Einfällen wird nicht gespart. Das macht IT STAINS THE SANDS RED interessant, der aber vermutlich nicht bei allen Zombiefans gut ankommen dürfte. Der Film lässt sich nämlich viel Zeit und sonderlich viel passiert auch nicht. Wer sich dessen bewusst und offen für Neuerungen im Zombie-Genre ist, könnte hier aber dennoch gut unterhalten werden. Der Grund: IT STAINS THE SANDS RED geht nicht gleichen Weg, wie die gefühlt letzten 1000 Streifen gleicher Art. Da sieht man gern über Länge hinweg, schließlich bekommt man nicht alle Tage Zombiefilme vor die Linse, in denen lebende Leichen plötzlich jene beschützen, die sie eigentlich verspeisen würden.
 
 
 


 
 
 

IT STAINS THE SANDS RED – Zensur

 
 
 
Für einen Zombiefilm ist IT STAINS THE SANDS RED nicht sehr brutal. Es gibt wenige kurze Fressszenen zu sehen. Darin knabbert der untote Antiheld an Hälsen und zieht Gedärme aus den Körpern seiner Opfer. Am Ende greift auch Hauptfigur Molly zum Mordwerkzeug und macht einigen Zombies den Garaus. Gezeigtes wäre eigentlich FSK16-tauglich. Dennoch gab es von der FSK für diesen ungewöhnlichen Zombiefilm eine Erwachsenenfreigabe: Keine Jugendfreigabe.
 
 
 


 
 
 

IT STAINS THE SANDS RED – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Eurovideo Medien (Blu-ray KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: It Stains the Sands Red; USA 2016

Genre: Horror, Thriller, Drama

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.40:1 (1080p) | @24 Hz

Laufzeit: ca. 92 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wechselcover

Extras: Behind the Scenes, On the Set, Trailer

Veröffentlichung: KeepCase: 06.10.2017

 
 

It Stains the Sands Red [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

IT STAINS THE SANDS RED – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Eurovideo Medien GmbH)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Fido (2006)
 
Warm Bodies (2013)
 
Die Nacht der lebenden Loser (2004)
 


Filmkritik: „Killing Ground“ (2016)

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KILLING GROUND

Story

 
 
 

Von Soziopathen und Campern. In der australischen Wildnis lauert das Böse in Menschengestalt und meint es nicht gut mit jenen, die in friedlicher Natur nach Entspannung suchen.

 
 
 


 
 
 

KILLING GROUND – Kritik

 
 
 
Im australischen Outback weht ein rauer Wind. Die Erkenntnis ist nicht sonderlich neu. Vor allem Horrorfilmkenner wissen von den Gemeinheiten, die in abgeschieden Teilen Australiens auf ausländische Reisende lauern. Down Under überrascht neuerdings positiv ins Sachen Genrekino, wie Leser vermutlich mitbekommen haben, die regelmäßig Filmvorstellungen auf unserer Webseite lesen. Nahezu jeder Horrorschocker vom fünften Kontinent, den wir in den letzten Wochen hier vorgestellt haben, hat prägenden Eindruck hinterlassen und Bestnoten erhalten. Da macht auch der folgende Thriller keine Ausnahme, der mit Hochspannung fesselt und beweist, dass Kopfkino bei weitem fieser ist, als bluttriefende Gewaltexzesse mit der Schlachtkeule. KILLING GROUND schimpft sich der Geheimtipp aus Australien, der des Zuschauers Nerven strapazieren möchte. Der zeigt schonungslos offen, wie hinterlistig, respektlos und gemeingefährlich die Spezies Mensch mit den eigenen Artgenossen umgehend kann. Die scheint zu jeder Schandtat bereit und sei sie auch noch so bestialisch. Das macht KILLING GROUND so unberechenbar, der harmlos beginnt und sich bis zum Finale zu einem der anstrengendsten Überlebenstrips entwickelt, die man seit langem im Kino zu sehen bekommen hat. Wer diesen Thriller gesehen hat, wird wissen was wir damit meinen. Sogar der Begriff „Die Zigarette danach“ erhält nach Sichtung eine gänzlich neue Bedeutung.
 
 
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Trügerische Naturidylle: Im Horrorfilm können sich schnell traumhafte Landschaften in bluttriefende Albträume verwandeln. Ebensolche Erkenntnis durchleben auch der erfolgreiche Arzt Ian Smith (IAN MEADOWS aus SCARE CAMPAIGN) und dessen Verlobte Samantha Shaw (HARRIET DYER). Die wollten im Australischen Outback eigentlich campen und in abgeschiedener Wildnis das neue Jahr begrüßen. Doch wie immer hat der Drehbuchschreiber andere Pläne mit seinen ahnungslosen Protagonisten. Das verliebte Paar stößt nämlich auf ein verlassenes Zelt und entwickelt ein mulmiges Gefühl. Doch leerstehende Camperbehausungen sind noch das kleinere Übel. Wenige Meter entfernt findet man ein hilfloses Kleinkind, das orientierungslos durch den Wald irrt. Seltsamerweise ist von dessen Eltern weit und breit keine Spur. Leider hat der eigene Wagen eine Panne, weshalb man nicht zurück in die Stadt fahren kann, um Hilfe anzufordern. Da ertönen Motorgeräusche und ein Einheimischer (AARON GLENANE) macht Halt. Der scheint offenbar zu wissen, was hier im Argen liegt und entpuppt sich als abgebrühter Menschenjäger, der zusammen mit seinem nicht minder kaltschnäuzigen Kumpanen (beängstigend: AARON PEDERSEN) Spaß am Töten von Campern besitzt. Kein guter Tag für die Liebenden. Die müssen im Outback den Kampf gegen böse Männer aufnehmen, die vor nichts und niemand Gnade kennen. Ein mörderisches Katz- und Mausspiel beginnt, das am Ende nur einen Sieger kennt.
 
 
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Die australische Horrorfilmindustrie hat den Bogen raus. KILLING GROUND reiht sich siegessicher in die Reihe von derbem Überlebens-Horror wie WOLF CREEK oder zuletzt BLOOD HUNT ein. Die wurden ebenso im Land der Kängurus gedreht, um Freunde der blutigen Bildsprache Adrenalinkicks zu bescheren. Letztere bleiben auch in KILLING GROUND nicht aus, der ungemütlichen Überlebenskampf in menschenleerer Wildnis zeigt und vom Publikum einiges abverlangt. Überraschenderweise bleibt bluttriefendes Gewaltspektakel aus. Regisseur und Newcomer DAMIEN POWER zeigt wenig und deutet nur an. Das mag sich harmlos anhören – ist es aber keineswegs. Die Bösewichte im Film spielen mit ihren wehrlosen Opfern und strapazieren so das Nervenkostüm des Zuschauers. Das verstört und lässt schnell ein Gefühl der Hilflosigkeit entstehen, das bald in blanken Psycho-Horror umschlägt. Damit macht es KILLING GROUND dem Horrorthriller EDEN LAKE von 2008 gleich. Im direkten Vergleich spulen nämlich beide Filme die gleiche Geschichte ab und scheuen weder Kompromisse noch Auswege. So werden Opfer bis zur Erschöpfung terrorisiert bis ihnen am Ende die Lebenslichter ausgehen. Übrigens bedient sich Filmemacher DAMIEN POWER unkonventioneller Erzählmethoden. KILLING GROUND beginnt mit zwei unterschiedlichen Handlungssträngen, die in der Halbzeit ineinander laufen. Während der eine die romantische Silvesterfeier besagten Pärchens dokumentiert, welches später ums Überleben kämpfen muss, handelt der andere von einer Familie, die Stunden zuvor bereits von den skrupellosen Soziopathen um die Ecke gebracht wurde. Das stiftet anfangs für Verwirrung, tut der kaum auszuhaltenden Spannung aber keinen Abbruch. Trotz Kopf-Kino kein Film für Weicheier und Zartbesaitete. KILLING GROUND ist für Fans von Überlebensschockern Pflichtprogramm, da hier Spannungsschrauben minütlich fester gezogen werden und kaum Zeit zum Verschnaufen geboten wird. Angesichts der Tatsache, dass hier Debütware aufgetischt wird, eine bemerkenswert runde Sache, die unbedingt Erwähnung finden sollte.
 
 
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KILLING GROUND – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Intensiv, kompromisslos und unerbittlich. Grausamer Campingausflug für Nervenstarke. Harter Survival-Schocker aus Australien, der eher auf psychischem Wege Horror entstehen lässt. Hier werden ahnungslose Camper von Menschenjägern durch Wälder gehetzt, die alles tun, um irgendwie zu überleben. KILLING GROUND baut schnell eine unbequeme Atmosphäre auf und setzt am Ende auf Tempo, das das Herz des Zuschauers schneller schlagen lässt. Wieder einmal hat sich ein Neuling in Sachen Regie ausprobiert und gleich einen Volltreffer gelandet. Tiefgründigkeit ist Nebensache. Dafür wird mal wieder die Bestie Mensch in all ihren Facetten in den Mittelpunkt gerückt. Regisseur DAMIEN POWER setzt da an, wo Filmemacher wie JOHN BOORMAN mit BEIM STERBEN IST JEDER DER ERSTE oder zuletzt MICKEY KEATING mit CARNAGE PARK vorgelegt haben. In Sachen Kaltschnäuzigkeit ist KILLING GROUND genannten Werken ebenbürtig, denn an unmenschlicher Grausamkeit wird nicht gespart – auch wenn man sich mit Schauwerten stark zurückhält. Das ist im Falle von KILLING GROUND nicht weiter tragisch. Gebotenes ist dennoch hart anzusehen. Wer demnach eine Vorliebe für Survival-Horror hegt, ist hier an der richtigen Adresse. Da überlegt man sich doch glatt beim nächsten Urlaub in Australien ein Hotel in der Großstadt zu mieten. Naturausflüge sind dort offenbar nicht sicher.
 
 
 


 
 
 

KILLING GROUND – Zensur

 
 
 
Die Gewaltszenen in KILLING GROUND halten sich in Grenzen. Es wird in Köpfe und Körper geschossen. Zudem wird ein Kleinkind unsanft auf den Boden geworfen. Meist blendet die Kamera weg, wenn es zu heftig wird. Trotzdem oder vielleicht auch deswegen geht Gezeigtes durch Mark und Bein. Die FSK hat eine Freigabe für Erwachsene vergeben: Keine Jugendfreigabe in der ungeschnittenen Fassung.
 
 
 


 
 
 

KILLING GROUND – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) BUSCH MEDIA GROUP (Blu-ray im Keepcase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Killing Ground; Australien 2016

Genre: Horror, Thriller Drama

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 88 Min.

FSK: Keien Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailershow

Release-Termin: 10.11.2017

 

Killing Ground [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

KILLING GROUND – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei BUSCH MEDIA GROUP)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Beim Sterben ist jeder der Erste (1972)
 
Eden Lake (2008)
 
Carnage Park (2016)
 
The Mooring (2012)
 
Quarries (2016)
 
Timber Falls (2007)
 
Storm Warning (2007)
 
Manhunt – Backwood Massacre (2008)
 
King of the Hill (2007)
 
Preservation (2014)


Filmkritik: „Beacon Point“ (2016)

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BEACON POINT

Story

 
 
 

Einige Wanderer kommen bei einem Zehntagemarsch in den Appalachen vom rechten Weg ab und bekommen es wegen mysteriöser Ereignisse mit der Angst zu tun.

 
 
 


 
 
 

BEACON POINT – Kritik

 
 
 
Offenbar geht ohne Crowdfunding seit einigen Jahren gar nichts mehr. In Zeiten in denen es immer schwieriger wird, für interessante Filmprojekte Geldgeber zu finden, muss der Zuschauer eben selbst ran. Fremdfinanzierung durch Filmfans heißt eine neue Art des Geldeintreibens, bei der das Publikum quasi zum Produzenten wird. So zahlt der Kinofan auf Internetplattformen wie KICKSTARTER oder INDIEGOGOP für spannende Projekte einen Betrag nach Wunsch, damit die dann von ambitionierten Filmemachern umgesetzt werden können. Eine gute Sache, die mittlerweile Schule macht und mutige (Heim)Kinoexperimente hervorbringt, die sonst hätten nie verwirklicht werden können. Auch der Science-Fiction-Horror BEACON POINT ist einer jener Kandidaten dessen Startkapital von Horrorfans aufgebracht wurde. Die haben hier knapp 24.000 US-Dollar in 45 Tagen auf KICKSTARTER gespendet, damit Regisseur ERIC BLUE seinen ersten Langfilm inszenieren köonnte. Schenkt man dem Newcomer Glauben, beruht der Film auf Erlebnissen, die er im Jahr 1994 gemacht haben soll. Zu genau jener Zeit war der Regisseur mit seiner Freundin auf einem Campingtrip in den Great Smoky Mountains unweit des Appalachen-Wegs. Des Nachts bemerkte er, wie er von etwas Unbekannten beobachtet wurde. Als dann auch noch Vögel ohne Grund aufgeregt zu zwitschern begannen, bekam es das Paar mit der Angst zu tun. Genau jene Erlebnisse bilden das Fundament zum Horrorthriller BEACON POINT.
 
 
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Auf in die Natur. Das will auch Zoe (RAE OLIVIER), die mit anderen Teilnehmern an einem Wandertrip teilnimmt, um in den Appalachen den Kopf frei zu bekommen. Doch die Wanderung steht unter keinen guten Stern. Ausgerechnet der vorbestrafte Drake (JOHN BRIDDELL) übernimmt die Führung der Gruppe. Der wurde eigentlich vom Chef gekündigt, weil er in Stresssituationen gern mal die Fassung verliert. Doch das hält das Alphamännchen nicht davon ab, noch einmal in seinem alten Job aufzuleben. Leider passieren bald seltsame Dinge. Übel zugerichtete Menschenkörper und Tierkadaver verunsichern zwar, hält aber die Gruppe nicht davon ab, die Wälder genauer zu erkunden. Ein fataler Fehler – wie sich bald herausstellen wird. Erst verliert man die Orientierung und verläuft sich in den Appalachen. Später findet man ominöse Steine und fühlt sich verfolgt. Vor allem die taffe Zoe wird bald von Albträumen geplagt und ahnt, dass etwas Schlimmes passieren wird. So ganz Unrecht hat sie mit ihrer Vermutung nicht. Einer der Anwesenden klagt über merkwürdige Beschwerden und in der Nacht schleichen dunkle Schatten um die Zelte. Ob die ahnungslosen Wanderer wieder heil zurück finden werden? Man kann es nur hoffen.
 
 
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BEACON POINT spielt mit der Angst vor dem Unbekannten, die sich wie ein roter Faden durch den gesamten Film zieht. Was verfolgt die ahnungslosen Wanderer in den Wäldern? Sind es hungrige Tiere, fiese Waldwesen oder vielleicht doch höhere Mächte? Regisseur und Drehbuchautor ERIC BLUE macht nicht Nägel mit Köpfen, sondern zögert hinaus. Damit baut er Spannung auf und verursacht Unbehagen, das durch Isolation und Orientierungslosigkeit zusätzlich verstärkt wird. Nur kurze Flashbacks, die Filmheldin Zoe hin und wieder plagen, lassen Vermutungen aufstellen, dass hier offenbar höhere Mächte am Werk sein müssen. Trotzdem wird bis kurz vorm Finale nicht zu viel verraten, was BEACON POINT zu solider Genre-Unterhaltung macht, die für Low-Budget-Verhältnisse beachtlich temporeich abgehandelt wird. Handwerklich kann man nicht meckern. BEACON POINT glänzt durch stimmungsvolle Naturaufnahmen und guten Kamerafahrten. Nur bei den Figuren fehlt es am Feinschliff – etwas, dass im Horrorfilm ohnehin gang und gäbe ist. Die wenigen Protagonisten verhalten sich nicht immer klug und entsprechen den gängigen Stereotypen, die man in nahezu jedem Horrorstreifen zu sehen bekommt. Das ist aber nicht weiter tragisch, sind die Filmfiguren ohnehin nur dazu da, um im Verlauf der Handlung das Zeitliche zu segnen. Auch wenn von den immerhin gut gewählten Schauspielern nicht sonderlich viel abverlangt wird, kann sich BEACON POINT für ein Horror-Debüt durchaus sehen lassen. Der Streifen besitzt kaum Längen und macht aus harmlosem Waldcamping unterhaltsamen Überlebenskampf mit Ecken und Kanten. Angesichts der souveränen Inszenierung darf man gespannt sein, was Filmemacher ERIC BLUE als nächstes fabrizieren wird. Dessen erster Spielfilm ist trotz kleinem Budget kein Rohrkrepierer. In Anbetracht dessen, was andere Regie-Newcomer dem Zuschauer regelmäßig zumuten, sollte man das an dieser Stelle mal lobend erwähnen.
 
 
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BEACON POINT – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Tief in den Wäldern hört dich niemand schreien. Handwerklich souverän inszenierter Science-Fiction-Horror mit Ecken und Kanten. Für ein Horror-Debüt kann sich BEACON POINT sehen lassen, das mit einfachen Mittel maximales Grauen heraufbeschwört. Hier werden einige Camper mit einer unheimlichen Bedrohung konfrontiert, die einen Wanderausflug zum Albtraum werden lässt. Was den ahnungslosen Wanderern auf der Lauer liegt, sei an dieser Stelle nicht verraten. Die Auflösung ist nämlich die Quintessenz genannten B-Movies, das für schmales Budget Horror in die Wohnzimmer bringt, der spannend und kurzweilig unterhält. Regisseur ERIC BLUE spricht im Erstling Themen wie Paranoia, Isolation, Orientierungslosigkeit und Angst vor dem Unbekannten an. Damit beschwört er in Windeseile ein ungutes Gefühl herauf, das sich wie ein roter Faden durch den gesamten Film zieht. Eine beachtliche Leistung – vor allem auch deshalb, weil er das Böse nur andeutet und nie wirklich zeigt. Damit verursacht er Kopfkino, das bekanntermaßen furchterregender ist, als unerträgliche Gewalt und literweise Kunstblut. Das eigene Hirn spielt eben immer noch die unheimlichsten Filme ab.
 
 
 


 
 
 

BEACON POINT – Zensur

 
 
 
Es gibt im Film kaum nennenswerte Gewalt zu sehen. Man findet eine übel zugerichtete Leiche im Wald und ebenso Tiere, die in Stücke zerfetzt wurden. Weiterhin werden Protagonisten die Augen herausgerissen und ein Hirschgeweih bohrt sich durch einen Kopf. BEACON POINT ist ein sicherer FSK16-Kandidat.
 
 
 


 
 
 

BEACON POINT – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Blue Lantern Films | Uncork’d Entertainment)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Devil in the Dark (2017)
 
It’s in the Blood (2012)
 
Arbor Demon (2016)
 
Feed the Gods (2013)
 
Willow Creek (2013)
 


Filmkritik: „Quarries“ (2016)

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QUARRIES

Story

 
 
 

Einige Frauen werden bei einem Wanderausflug von Hinterwäldlern attackiert, die ihnen nichts Gutes wollen.

 
 
 


 
 
 

QUARRIES – Kritik

 
 
 
Quäle nie eine Frau zum Scherz, denn die Rache des weiblichen Geschlechts kann gern auch mal tödlich sein. Dass Frauen in Horrorfilmen gern mal über sich hinauswachsen und sich nicht immer nur ihrem Schicksal ergeben wollen, ist auch im Genrefilm längst keine Seltenheit mehr. Auch Frauen lassen sich mittlerweile nicht mehr alles gefallen und bestrafen ebenso kaltblütig, wie ihre männlichen Filmkollegen – wenn es unbedingt sein muss. Zuletzt reißerisch und unnötig hart in der Neuauflage des Schmuddel-Klassikers I SPIT ON YOUR GRAVE zelebriert. Darin rechnete eine traumatisierte Autorin mit der Männerwelt ab und bewies dabei jede Menge Einfallsreichtum, damit jene Männer leiden mussten, die ihr nichts Gutes wollten. Wer meint, dass das aber schon alles gewesen ist, hat den folgenden Streifen noch nicht gesehen. Hier platzt nicht nur einer seelisch gequälten Frau der Geduldspfaden, sondern gleich einer ganzen Gruppe junger Damen. QUARRIES nennt sich der Rache-Horror in dem – ungewöhnlich taff – Frauenpower gezeigt wird, der von stumpfsinnigen Blondinen-Klischees, unnötigen Intrigenspielen und nervigen Zickereien Abstand hält. Eine lobende Alternative, die unbedingt Schule machen sollte. Nur ob das den hier besprochenen Film auch gleichzeitig besser macht?
 
 
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Eigentlich sollte sich das Leben für Kat (NICOLE MARIE JOHNSON – hat übrigens auch mit am Drehbuch geschrieben) nun zum Besseren wenden. Die hat sich erst kürzlich von den Ketten ihrer schrecklichen Beziehung befreit in der sie regelmäßig vom Ex-Partner misshandelt wurde. Eine Rucksack-Wandertour mit anderen Frauen durch tiefe Wälder soll die tapfere Frau wieder auf richtige Gedanken bringen. Leider muss wegen wütender Waldbrände eine andere Route genommen werden, die einigen Teilnehmerinnen das Leben kosten wird. Im Schutze der Wildnis treiben hier nämlich gewissenlose Hinterwäldler ein bitterböses Spiel. Die lauern ahnungslosen Wanderern auf und bringen diese kaltblütig um die Ecke. Doch der Spaß am Morden wird den Hobbykillern bald vergehen. Die haben nämlich nicht mit der Schlagfertigkeit jener Frauen gerechnet, an deren Fersen sie sich geheftet haben. Die sind über die stillen Verfolger alles andere als erfreut. Nachdem man erste Verluste beklagt, drehen die Frauen den Spieß einfach um. Was folgt ist nicht sonderlich neu – wurde aber solide inszeniert. Tapfere Frauen werden zu Kampfamazonen und verteidigen ihr Leben – koste es was es wolle. Die greifen zu spitzen Mordwerkzeugen und zahlen es der blutgeilen Bande heim. Männer gegen Frauen und umgekehrt. Wer wird den Überlebenskampf überstehen?
 
 
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Kennst Du noch BEIM STERBEN IST JEDER DER ERSTE oder DELIVERANCE – so wie sich der Survival-Thriller im Original schimpft? Wenn ja, dann dürfte QUARRIES wohl ein alter Hut sein, denn im Grunde genommen spult Regisseur NILS TAYLOR hier mit dem zweiten Spielfilm gleichen Inhalt ab, den auch schon JOHN BOORMAN zuvor in den 1970ern schockierend auf der Kinoleinwand gebracht hat. Wilderer jagen ahnungslosen Menschen, die in der Natur Erholung vom stressigen Alltag suchen. Das hört sich grausam an und ist es auch, weil man auch in QUARRIES mit der Unwissenheit nichtsahnender Wanderer spielt, die plötzlich aus dem Nichts beschossen werden und sich vor einem offenbar unsichtbaren Gegner in Sicherheit bringen müssen. Auch wenn die Ausgangssituation reichlich perfide anmutet, verpufft ein Großteil der psychischen Härte wegen Vorhersehbarkeiten. Wer hier sterben und überleben wird, steht bereits in den ersten Minuten fest, denn auch QUARRIES macht sich zu sehr von den Regeln des Genres abhängig. So verwandelt sich die zu Beginn noch eher als zurückhaltend beschriebene Kat im Film zum weiblichen Rambo, die sich nicht minder kaltblütig gegen ihre Gegenspieler zu wehren weiß und Aggressionen freien Lauf lässt, die sich während ihrer gewalttätigen Beziehung angestaut haben. Bis im Film jedoch ausgiebig gerächt, geschrien und getötet wird, wird Geduld vorausgesetzt. QUARRIES braucht nämlich etwas bis er seine Richtung gefunden hat und an Tempo zulegt. So vergeudet Macher NILS TAYLOR unnötig Zeit mit der Charakterisierung und einer Geschichte, die lange braucht bis sie endlich zum Punkt kommt. In Anbetracht der Tatsache, dass QUARRIES letztendlich nur ein weiterer Film übers Töten ist vergeudeter Aufwand, der in Längen ausartet. Trotzdem will man gnädig sein. Nach vierzig Minuten geht der Überlebenskampf endlich los. Spätestens dann wird kurzweiliges Spannungskino geboten, dem es ab und an sogar gelingt am Nervenkostüm des Zuschauers zu zerren. Bemerkenswerte Suspense-Arbeit sieht aber definitiv anders aus. Dazu fehlt NILS TAYLOR noch nötige Fingerfertigkeit und das richtige Gespür für schnörkellosen Thrill.
 
 
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QUARRIES – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
DELIVERANCE mit Frauen. In QUARRIES hat das weibliche Geschlecht zur Abwechslung mal die Hosen an, denn Frauen können im Horrorfilm auch anders. Statt sich wie in THE DESCENT mit aufbrausendem Zickenkrieg selbst in die ewigen Jagdgründe zu befördern oder sich ihrem Schicksal – wie so oft im Horror-Genre – tatenlos zu fügen, krempeln die Damen in QUARRIES die Ärmel hoch. Die geben nicht so schnell auf und kämpfen gegen Widersacher, die sich ihrer Sache zu sichern sind. QUARRIES ist ein weiterer Thriller übers Töten, der nicht sonderlich viel Substanz besitzt und einzig auf schnelle Schocks aus ist. Die Protagonisten verhalten sich nicht immer helle und auch mit der Vorhersehbarkeit hat dieser Überlebens-Horror so seine Probleme. Weil sich Regisseur NILS TAYLOR auch noch unnötig viel Zeit nimmt, bis die Überlebens-Achterbahn in die Gänge kommt, werden wohl viele Zuschauer schon frühzeitig den Ausschalter ihres Abspielgerätes drücken. Zu eigentlicher Größe wächst QUARRIES erst in den letzten dreißig Minuten heran. Dann zumindest geht es Schlag auf Schlag und die Figuren im Film sterben wie Fliegen. Wer Geduld besitzt wird entschädigt. Ein sonderlich herausragender Horrorthriller ist QUARRIES aber nicht.
 
 
 


 
 
 

QUARRIES – Zensur

 
 
 
Vergleicht man die Gewalt im Film mit ähnlichen Vertretern der Gattung Survival-Horror ist Gebotenes nicht sonderlich hart anzuschauen. Protagonisten werden angeschossen oder mit Messern bearbeitet. Oftmals blendet die Kamera weg oder Gewalttaten werden im Off zelebriert. Eigentlich wäre QUARRIES demnach ein sicherer FSK16-Kandidat, wäre da nicht die heikle Thematik. Hier wird das Töten als einziger Ausweg beschrieben, um das eigene Leben retten zu können. Statt leise durchs Gebüsch zu schleichen und so einen Weg hinaus aus dem Wald zu finden, wird Selbstjustiz ausgeübt. Mit sowas versteht die FSK keinen Spass. Es würde demnach nicht wundern, wenn QUARRIES mit rotem FSK-Flatschen ins Händlerregal kommt.
 
 
 


 
 
 

QUARRIES – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Beim Sterben ist jeder der Erste (1972)
 
Carnage Park (2016)
 
Downhill (2016)
 
King of the Hill (2007)
 
Outback – Tödliche Jagd (2011)
 
Tower Block (2012)
 
Preservation (2014)
 
Autumn Blood – Zeit der Rache (2013)
 
The Mooring (2012)