Die neusten Horrorfilme getestet: Slasher, Folterfilme, Thriller, Splatterfilme, Gruselfilme. ☣☣☣ Wir stellen Euch die besten Horrorfilme vor ☠☠☠.

Beiträge mit Schlagwort “Survival-Horrorfilme 2015

Filmkritik: „Man Vs.“ (2015)

man-vs-2015-poster
 
 
 

MAN VS.

Story

 
 
 

Fünf Tage allein in der Wildnis. Ein TV-Star dreht nur mit einer Kamera ausgerüstet eine Reality-Show in den kanadischen Wäldern. Leider bekommt er dort unerwarteten Besuch, der ihn das Fürchten lehren wird.

 
 
 


 
 
 

MAN VS. – Kritik

 
 
 
Wenn Menschen in die Wildnis reisen, um dort das Abenteuer zu suchen, wissen erfahrene Horrorfilmfans bereits, dass der Ausflug kein gutes Ende nehmen wird. Die Filmwelt hat gelehrt, dass man besser nicht unerforschtes Land betritt oder jenseits der Wanderwege auf Entdeckungsreise geht, denn oftmals lauern in unberührter Natur Gefahren, mit denen man besser nicht konfrontiert werden möchte. So gab es in der Vergangenheit schon manch unerfreuliches Aufeinandertreffen zwischen Mensch und Horrorgestalt in der Natur zu begutachten, das – zur Freude des Zuschauers – nicht immer unblutig zelebriert wurde. Ob mordgierige Teenager in PRESERVATION, aggressiver Bär in BACKOUNTRY oder zornige Waldgeister in EVIL DEAD – dunkle Wälder und verwachsene Wildnis sind im Horrorfilm immer wieder gern verwendete Kulissen, damit maximales Unbehagen bewirkt werden kann. Das hat auch Regisseur ADAM MASSEY erkannt. Der hat im Jahr 2015 erstmalig Horrorluft geschnuppert und offensichtlich Blut geleckt, weshalb er nach DIE EINDRINGLINGE einen weiteren Genrefilm gedreht hat, der unter dem skurrilen Titel MAN VS. veröffentlicht wurde. Schlaue Füchse bemerken, dass in der Titelkreation etwas fehlt. So wird nicht erwähnt, gegen wen oder was der männliche Hauptdarsteller kämpfen wird. Das ist gewollt, denn MAN VS. lässt den Zuschauer im Dunkeln tappen und rückt erst so ziemlich am Ende mit der Sprache heraus, um was für einen Gegenspieler es sich handelt. Ein geschickter Schachzug, um die Spannung halten zu können.
 
 
man-vs-2015-bild-3
 
 
In MAN VS. verirrt sich der Moderator eines sehr erfolgreichen Serienformats in ein einsames Waldstück irgendwo in den Wäldern Nordkanadas, wo er fünf Tage lang nur mit dem Nötigsten ausgerüstet den Zuschauern beweisen möchte, dass der Mensch auch ohne Zelt, Proviant und Wechselkleidung überleben kann. Die Natur gibt all das her, was man benötigt, um fernab der Zivilisation bestehen zu können. So werden Kaninchen gefangen, um den Hunger zu stillen und über einem Feuer geschmort, das mit Hilfe einer Getränkedose gemacht wurde. Leider passieren bald seltsame Dinge. Das Funktelefon verschwindet unter mysteriösen Umständen und an Bäumen aufgehängte Verpflegung ist am nächsten Morgen nicht mehr an Ort und Stelle. Offensichtlich ist Moderator Doug (CHRIS DIAMANTOULOS) nicht allein. Irgendjemand scheint ihn zu beobachten und auf Schritt und Tritt zu verfolgen. Nur wer ist der gemeine Übeltäter, der dem Serienstar nichts Gutes will?
 
 
man-vs-2015-bild-2
 
 
Fieser Survival-Horror mit einer Priese Found-Footage. Keine Sorge, auch wenn im vorhergehenden Satz jenes Subgenre genannt wird, das mittlerweile lautet Stöhnen beim Horrorpublikum verursacht, hält sich der Anteil verwackelter Bilder in Grenzen. So wechselt der Streifen immer dann in die Found-Footage-Ansicht, sobald Filmheld Doug sich selbst mit einer Kamera filmt, um den Zuschauern seiner TV-Show wertvolle Überlebenstipps mit auf dem Weg zu geben. Der Großteil des Überlebens-Thrillers behält die herkömmliche Filmansicht bei und erzählt von der beunruhigenden Verwandlung eines unerschrockenen Pfadfinders, der es plötzlich mit der zu tun Angst bekommt. Dabei erweist sich Schauspieler CHRIS DIAMANTOULOS als Glücksgriff, der bis zum bitteren Ende sympathisch bleibt und den gesamten Film auf seinen Schultern tragen muss, ohne Zuschauer zu langweilen. Die Ein-Mann-Show macht von der Prämisse Gebrauch, dass Antworten möglichst lang hinausgezögert werden. Regisseur ADAM MASSEY vermeidet bewusst Hinweise und spielt mit Held und Publikum ein gemeines Spiel, dessen Auflösung aber nicht sonderlich einfallsreich ist. Während der Spannungsbogen bis kurz vor Ende gehalten werden kann, trübt kurz vor der Zielgeraden das magere Budget den positiven Gesamteindruck. Nicht sonderlich professionelle Computereffekte deuten daraufhin, dass ein Sparkurs gefahren werden musste. Unausgereiftes CGI nimmt Illusionen und raubt dem Streifen die unbequeme Anziehungskraft, welche sich zuvor wie ein roter Faden durch MAN VS. geschlängelt hat. So verliert eine makabre Schlusspointe an Gewichtung, die den Überlebensthriller versucht in eine andere Richtung zu drängen, um einer möglichen Fortsetzung die Tür offen zu halten. Das ist dahingegen bedauerlich, weil der Streifen hätte mit mehr Kapital ein Horror-Hit werden können.
 
 
man-vs-2015-bild-1
 
 
 


 
 
 

MAN VS. – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Packendes Überlebenstraining mit unerwartetem Ausgang. MAN VS. ist eigentlich ein sehenswerter Horrorfilm. Wären am Ende nicht die bescheidenen Computereffekte, die den Streifen in die Knie zwingen. Sicherlich ist der Survival-Thriller immer noch Längen von dem entfernt, was so Filmabfall-Schmieden wie THE ASYLUM oder SYFY mit ihren bewusst missratenen Spezialeffekten dem Publikum zumuten. Weil MAN VS. eigentlich weit entfernt von Trash ist, verursacht die Tatsache Magenschmerzen, dass der kanadische Regisseur ADAM MASSEY mehr wollte aber nicht konnte. Geld kann manchmal ein Arschloch sein. Im Falle von MAN VS. hätten ein paar kanadische Dollar mehr wahre Wunder bewirken und dem Streifen zum Hit verhelfen können. Bedauer- und ärgerlich!
 
 
 


 
 
 

MAN VS. – Zensur

 
 
 
Viele Schauwerte hat MAN VS. nicht zu bieten. Gleich zu Beginn gibt es einen verletzten Finger in Großaufnahme zu sehen und ein Kaninchen wird nach dem Fangen vor der Kamera geschlachtet. Weiterhin gibt es übel zugerichtete Tiere und einige gehäutete Leichen zu sehen. Man darf mit einer ungeschnittenen FSK16 rechnen.
 
 
 


 
 
 

MAN VS. – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Entertainment One)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Predator (1987)
 
Predator 2 (1990)
 
Dark Angel (1990)
 
Split Second (1992)
 

Advertisements

Filmkritik: „Starve“ (2014)

starve-2014
 
 
 

STARVE

Story

 
 
 
Drei Mittzwanziger geraten in einer Geisterstadt auf der Suche nach urbanen Legenden in die Hände eines gelangweilten Psychopathen, der mit Durchreisenden abartige Hungerspiele spielt.
 
 
 


 
 
 

STARVE – Kritik

 
 
 
Mit STARVE (zu Deutsch: verhungern) folgt ein Film, der all jene glücklich machen dürfte, die die Qualität von Horrorfilmen an ihrem Blutgehalt und den gezeigten Abartigkeiten festmachen. Die Urangst des Verhungerns muss diesmal als Alibi herhalten, damit sich Menschen gegenseitig töten, um überleben zu können. Das ist Stoff aus dem Horrorfanträume sind – insofern man sich am Leid verzweifelter Protagonisten erfreuen kann und kein Problem damit besitzt, wenn sich Menschen des eigenen Überlebenswillen wegen in Raubtiere verwandeln. Hinter der Kamera hat jemand Platz genommen, der sich mit dem Machen von Horrorfilmen und dem Einsatz blutiger Spezialeffekte auskennt. Multitalent GRUFF FURST ist Schauspieler, Drehbuchautor, Produzent aber auch Regisseur und war schon an viel Horrorschlamassel beteiligt. Seine umfangreiche Vita umfasst Filme wie DEMONIC (Schauspieler), MASK MAKER (Drehbuch/Regie) oder die unnötige Fortsetzung LAKE PLACID 3 (Regie). Letztgenannter Streifen feierte auf dem amerikanischen Sender SYFY Premiere – kein gutes Omen.
 
 
starve-bild-1
 
 
Im Low-Budget-Horror STARVE geht es zwei Brüdern samt Freundin an den Kragen. Eine urbane Legende führt die drei in eine unheimliche Geisterstadt. Erzählungen von wilden Kannibalenkindern machen hier die Runde und sollen als Inspiration für einen Comic dienen. Doch es kommt alles anders. Als man in einem verlassenen Haus auf Entdeckungsreise geht, gerät man in die Fänge eines gewissenlosen Schurken, der mit neugierigen Durchreisenden abartige Spiele spielt. Die werden in eine leerstehenden Schule gebracht, dort in Zellen gesperrt und auf Diät gesetzt, damit sie sich dann im Hungerwahn gegenseitig an die Gurgel gehen, wenn herzhafte Zwischenmahlzeiten kredenzt werden. Auch unsere Helden bekommen es bald mit dem Hunger zu tun. Der Verstand schaltet sich aus und man wird vor die Wahl gestellt: gegeneinander kämpfen und töten oder sich ergeben und verhungern.
 
 
starve-bild-4
 
 
Mit Video- und TV-Produktionen ist FURST vertraut, schließlich wurden viele seiner bisherigen Regiearbeiten direkt fürs Fernsehen oder den Heimkinomarkt gemacht. Dennoch, Fursts ausgeprägtes Gespür für schnell abgedrehte Dutzendware bekommt STARVE negativ zu spüren. Der Überlebensschocker erweckt kostengünstigen Eindruck und lässt Schlimmes befürchten. Schmuddelige TV- und Videooptik dominiert. Die unterstreicht aber immerhin den perversen Ton der nicht immer nachvollziehbaren Geschehnisse. Trotzdem, inhaltlich wird kaum Substanz geboten. STARVE folgt dem Einmaleins austauschbarer Horrorfilme, in denen vornehmlich geschrieen und gestorben wird. Logik kommt da nur selten zum Einsatz, Opfer und Täter handeln willkürlich nach Drehbuch – nicht nach Menschenverstand. So häufen sich im Finale Ungereimtheiten und Filmfehler, weil sich Gut und Böse den Gesetzen des Genres unterwerfen müssen. Das frustriert, vor allem deshalb, weil STARVE nicht sonderlich einfallsreich geschrieben wurde und vorhersehbar ist.
 
 
starve-bild-2
 
 
Die Hungerspiele sind eröffnet: Regisseur GRIFF FURST konfrontiert in STARVE mit der Frage, wie weit Menschen gehen würden, wenn der Magen knurrt. Eine durchaus interessante Thematik, die aber in STARVE zum plakativen Gewaltrausch umfunktioniert wird. Eine ernsthafte Auseinandersetzung mit menschlichen Urängsten gibt es nicht. Stattdessen müssen sich die Protagonisten mit abwechslungsreichem Waffenarsenal die Rübe einschlagen, damit das Publikum – RAZE lässt grüßen – blutige Erwachsenenunterhaltung zu sehen bekommt. Auch wenn es manch böse Momente zu sehen gibt; die reißerische Zurschaustellung von hungrigen Menschen, die alles dafür tun, um etwas essen zu können, langweilt schnell. Wie im genannten RAZE folgen die immer gleichen Szenenverläufe, in denen Menschen gegeneinander antreten müssen, um sich gegenseitig auszulöschen. Wer nicht genug vom stumpfsinnigen Morden bekommen kann, dürfte wohl trotz Logiklöcher auch mit STARVE gut unterhalten werden. All jene, die hungrig nach guten Horrorfilmen sind, sollten stattdessen auf FILMCHECKER nach sehenswerten Horrorperlen mit Hirn Ausschau halten, schließlich macht STARVE nicht hungrig, sondern verdirbt den Magen.
 
 
starve-bild-3
 
 


 
 
 

STARVE – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Hungerst du noch, oder kämpfst du schon? STARVE ist die Erwachsenenversion von DIE TRIBUTE VON PANEM. In diesem Überlebensfilm werden ahnungslose Menschen auf Diät gesetzt und müssen sich für Essen gegenseitig auslöschen. Originalität? Fehlanzeige! STARVE wurde für die Filmfraktion gemacht, die von Horrorfilmen nicht viel erwartet. So liegt der Fokus auf blutigen Spezialeffekten und reißerischen Überlebenskämpfen – Filmfehler inklusive. STARVE ist beliebiges Horrorfutter, das nach Schema F gefertigt wurde. Wer mehr erwartet, ist selber schuld.
 
 


 
 
 

STARVE – Zensur

 
 
 
Einige böse Szene gibt es in STARVE zu sehen. Ein Protagonist verstümmelt sich selbst und reißt sich die gebrochene Hand eigenständig vom Arm. Außerdem bekommt eine Protagonistin einen Elektroschocker in den Hals gerammt. Körper werden zermatscht und Blut gibt es auch zu sehen. Keine Gewaltgranate. Trotzdem gibt es für STARVE in Deutschland wohl die rote FSK-Plakette. Vermutlich immerhin ungeschnitten.
 
 


 
 
 

STARVE – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Hunger (2009)
 
Raze – Fight or Die! (2013)
 
The Hole (2001)
 


Filmkritik: „Backcountry – Gnadenlose Wildnis“ (2014)

backcountry-2014
 
 
 

BACKCOUNTRY – GNADENLOSE WILDNIS

Story

 
 
 
Glückliches Pärchen gerät beim Campen in das Jagdgebiet eines hungrigen Schwarzbären und muss ums Überleben bangen …
 
 
 


 
 
 

BACKCOUNTRY – Kritik

 
 
 
Ernstzunehmende Tier-Horrorfilme sind mittlerweile ziemlich rar im Kino geworden. Entweder werden die am Fließband von selbsternannten Trash-Studios wie THE ASYLUM produziert oder wollen dem Zuschauer im nicht mehr ganz so frischen Found-Footage-Stil auf den Wecker gehen. Lang ist es her seit Spielberg mit seinem DER WEISSE HAI einen regelrechten Boom des Tier-Horrors einläutete und eine ganze Flut sehenswerte Tier-Schocker folgen lies, von denen wohl in den letzten Jahren nur Ajas dreidimensionales PIRANHA-Remake (2010) und der packende Tiger-Schocker BURNING BRIGHT (2010) bleibenden Eindruck hinterlassen konnten. Nach viel unterirdischem Trash der letzten Zeit scheinen aber dennoch Regisseure darin bestrebt zu sein, dem Tier-Horror wieder die nötige Ernsthaftigkeit zurückgeben zu wollen, die das Subgenre auch verdient hat. Einer dieser ambitionierten Filmemacher ist ADAM MACDONALD. Der versucht mit dem unbequemen Bären-Terror namens BACKCOUNTRY klarzustellen, dass er nicht nur vor der Kamera eine gute Figur machen kann. Nach kleinen Rollen in Streifen wie WOLVES oder HOME SWEET HOME war es für ihn an der Zeit, auch sein Können als Drehbuchschreiber und Regisseur unter Beweis zu stellen. So drehte er mit wenig finanziellen Mitteln einen hochgradig verstörenden Film, in welchem dem Menschen mal wieder die Unberechenbarkeit von Mutter Natur vor Augen geführt werden muss – wenn auch mit kleinen Fehlern.
 
 
backcountry-bild1
 
 
MACDONALD beschreibt sein Leinwand-Debüt als eine Art OPEN WATER in den Wäldern für das er sich von wahren Begebenheiten inspirieren lies. Während den ersten Recherchen zum Drehbuch kam er mit Campern und Wanderern ins Gespräch, die bereits unfreiwillig Bekanntschaft mit Schwarzbären im Hinterland Nordontarios gemacht hatten. Schnell stieß er so auf die tragische Geschichte eines jungen Pärchens, das während einer Bärenattacke tödlich verwundet wurde. MACDONALDS war von dem Vorfall derart erschütterte, dass er darin die Idee zum Film sah, in dem ebenfall ein Paar in den Wäldern Kanadas ums Überleben bangen muss. MISSY PEREGRYM und JEFF ROOP spielen in BACKCOUNTRY Jenn und Alex, die es in die kanadische Wildnis zum Campen zieht. Doch Alex hat anderes im Sinn, als die Natur zu genießen. An einem idyllischen See will er der Liebsten einen Antrag machen und verzichtet absichtlich auf Karte und Kompass, weil er den Weg dahin aus dem Gedächtnis kennt. Natürlich verläuft die Wanderung nicht nach Plan. Nach drei Tagen Fußmarsch ist kein Ziel in Sicht. Die Vorräte sind aufgebraucht und das Paar muss sich eingestehen, vom rechten Weg abkommen zu sein. Nun ist guter Rat teuer, denn ohne Karte und Telefon erweist sich die Rückkehr als unmöglich. Schlimmer als die Einsicht sich verirrt zu haben ist jedoch die Tatsache, dass sich Alex und Jenn in das Territorium eines hungrigen Schwarzbären verirrt haben, der sich mit leeren Magen an die Fersen des Liebenden heftet. Rasch entbrennt ein grausamer Kampf zwischen Mensch und Tier, der am Ende nur einen Sieger kennt: Mutter Natur.
 
 
backcountry-bild3
 
 
Macher ADAM MACDONALD outete sich in einem Interview als großer Fan des Schaffens von ROB ZOMBIE (HALLOWEEN, LORDS OF SALEM) und DEREK CIANFRANCE (THE PLACE BEYOND THE PINES) bei deren Filmen er reichlich Ideeninput für sein Erstlingswerk sammeln konnte. Entstanden ist ein sehenswerter Überlebens-Thriller, der sich authentisch mit den Urängsten der Menschheit auseinandersetzt und belehrend aufzeigt, wie sehr der Mensch die Gefahren der Natur unterschätzt. Nahezu unvernünftig handeln die beiden Helden im Film. Dass deren Torheit bitter bestraft werden muss, ist im Falle von BACKCOUNTRY kein Genre-Gesetz, sondern bittere Realität. In ungeschönten Bildern protokolliert MACDONALD den Überlebenskampf zwischen Mensch und Tier, wobei sich der Regieneuling als guter Erzähler erweist und ein geschicktes Gefühl für Spannung und Atmosphäre an den Tag legt. Langsam bahnt sich die bevorstehende Bedrohung ihren Weg durch den Film und schlägt in den letzten 30 Minuten mit gnadeloser Härte zu. Hier gerät dann auch das ruhige Erzähltempo aus den geregelten Bahnen und aus dem netten Naturfilm mit falschen Fährten entsteht knüppelharter Tier-Terror mit unappetitlichen Szenen. Durch den Einsatz hektischer Kameraschwenks wird Panik bewirkt, die leider auch den logischen Menschenverstand der Protagonisten ausschaltet. Nach einer gefährlichen Bärenattacke verhalten die sich reichlich sonderbar und handeln im Schockzustand nur selten nachvollziehbar. Immerhin hielt man für den Film Abstand von Getier aus dem Rechner. Für BACKCOUNTRY kamen lobenswerterweise zwei echte Bären vor die Kamera – vermutlich auch deshalb, weil MACDONALD seinen Erstling so realistisch wie möglich inszenieren wollte. Geglückt ist sein Vorhaben allemal, denn auch wenn am Ende vor gekünstelter Hektik nicht immer alles logisch scheint, gehört BACKCOUNTRY ohne Zweifel zu den besseren Tier-Horrorfilmen, die das Subgenre bis dato hervorgebracht hat.
 
 
backcountry-bild2
 
 
 


 
 
 

BACKCOUNTRY – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
OPEN WATER nur in den Wäldern. Erschütternder Überlebenskampf vor traumhafter Naturkulisse mit fiesen Spezialeffekten und pulstreibendem Finale. ADAM MACDONALD ist noch unerfahren im Filmemachen und hat mit seinem Leinwanddebüt gleich was wirklich Sehenswertes hervorgebracht. In BACKCOUNTRY wird die Unberechenbarkeit der Natur auf recht unangenehme Weise zum Thema gemacht, welche den törichten Menschen mal wieder in seine Schranken weisen muss. Nach einem gemächlichen Einstieg zieht Drehbuchautor und Regisseur ADAM MACDONALD die Spannungsschrauben minutiös fester und tritt den Zuschauer mit einer derart gemeinen Wendung in die Magengrube, wie man sie schon lange nicht mehr im Subgenre der Tier-Horrorfilme zu sehen bekommen hat. Erschütternd und gerade deswegen sehenswert, auch wenn die Protagonisten am Ende vor lauter Panik fernab des rationalen Menschverstandes handeln.
 
 
 


 
 
 

BACKCOUNTRY – Zensur

 
 
 
Es gibt im Finale einige reichlich ungemütliche Szenen zu sehen, in denen jedoch die Kamera derart hektisch wackelt, dass die wenigen Gewaltmomente nicht so schnell zu durchschauen sind. Ein Protagonist wird von einem Bären zerfleischt. Hierbei geht es nicht zimperlich zur Sache. In einer anderen Szene werden Arme und Beine von der Bärenpranke verletzt. Zwar blutig, da die Gewalt hier jedoch von Tieren ausgeht, wurde der Film von der FSK für Zuschauer ab 16 Jahren freigegeben.
 
 
 


 
 
 

BACKCOUNTRY – Deutsche Blu-ray

 
 
 
backcountry-bluray

(c) Pandastorm Pictures

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Backcountry; Kanada 2014

Genre: Drama, Horror, Thriller

Ton: Deutsch (DTS-HD Master Audio 5.1), Englisch (DTS-HD Master Audio 5.1)

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 92 Min.

FSK: FSK 16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Originaltrailer, Trailershow

Release-Termin: 10.07.2015

 

Backcountry – Gnadenlose Wildnis [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

BACKCOUNTRY – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

Die Rechte aller Grafiken in dieser Review liegen bei Pandastorm Pictures

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Claws (1977)
 
Red Machine (2014)
 
Grizzly (1976)
 
Grizzly Park (2007)