Filmkritik: „Ravage“ (2019)

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RAVAGE

(SWING LOW)

Story

 
 
 

Eine Naturfotografin wird Zeuge eines Verbrechens und entfacht so einen blutigen Überlebenskampf.


 
 
 


 
 
 

RAVAGE – Kritik

 
 
 
Es gibt Filme im Horror-Genre, die lassen trotz immer gleichem Ablauf aufhorchen. Die Rede ist von sogenannten Rache- sowie Rape-and-Revenge-Filmen, die sich besonders seit dem Remake von I SPIT ON YOUR GRAVE unter Fans härterer Kinoware großer Beliebtheit erfreuen. Meist wird in dieser Art von Schockern den Protagonisten die Würde genommen. Die werden gequält, gefoltert oder missbraucht – und die Kamera hält darauf. Simple Gewalt-Rezepturen, die die niederen Instinkte des Zuschauers stimulieren sollen und ihren Ursprung im Drama DIE JUNGFERNQUELLE von 1960 fanden. Was jedoch damals schockierte, lockt heute kaum noch hinterm Ofen hervor. Die Zurschaustellung von Gewalt im Kino ist freizügiger geworden. Grenzen gibt es quasi nicht. Eine Tatsache, die auch der Horrorfilm RAVAGE für eigene Zwecke nutzt. Hier wird ebenfalls eine Frau zusammen mit einer handvoll Männer in einen Ring geworfen. Vergewaltigt wird zwar nicht. Dafür reichlich gerächt und das nicht gerade zimperlich. Regie-Newcomer TEDDY GRENNAN bedient sich ausgiebig beim Exploitationkino der 1970er. Es werden bekannte Klassiker dieser Zeit zitiert. Darunter Hoopers TEXAS CHAINSAW MASSACRE, Zarchis I SPUCK AUF DEIN GRAB sowie Boormanns BEIM STERBEN IST JEDER DER ERSTE. Herausgekommen ist ein ganz brauchbarer Schmuddelfilm im Stile der Exploitation-Schocker der 1970er, welcher sich das ländliche Amerika zunutze macht, wo sich die Menschen von der Regierung abgehängt fühlen und nach eigenen Regeln leben. Wenn das mal keine vielversprechenden Aussichten sind.
 
 
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Manchmal sollte man die Nase nicht in Dinge stecken, die einen nichts angehen. Eine Weisheit, die Harper Sykes (ANNABELLE DEXTER-JONES aus #HORROR und AVA’S POSSESSIONS) erst zu spät begreift. Sie ist Naturfotografin und wird Zeuge einer Folterung. Doch damit nicht genug. Zuschauen reicht nicht. Sie hält das Verbrechen mit ihrer Kamera fest und gerät so in einen Strudel von Umständen, der sie in Lebensgefahr bringt. Die Täter bekommen nämlich von der heimlichen Beobachterin Wind und heften sich an die Fersen der ängstlichen Harper, um der Mitwissenden nach dem Leben zu trachten. Doch die junge Frau lässt sich nicht unterkriegen. Sie entwickelt einen Plan, wie sich die Verfolger abschütteln lassen. Statt mit den Ganoven zu reden, macht die Verfolgte blutigen Prozess. Das gefällt zwar der FSK nicht unbedingt, macht aber Sinn. Die Täter sind nämlich skrupellos und unmenschlich dazu. Wer schön ähnliche Genre-Filme gesehen hat, der weiß: Eine andere Sprache kennt das Böse im Horrorfilm nicht.
 
 
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Willkommen zu einem weiteren Streifen aus der Rubrik: Wenn Frauen Rachegelüste entwickeln. Spätestens dann sollte sich das männliche Geschlecht in Sicherheit bringen – wie diese unabhängige Produktion beweist. RAVAGE – der übrigens anfangs noch SWING LOW hieß – ist ein typischer Vertreter der Gattung Survival-Horror in Kombi mit Rache. Ähnlich wie in BEIM STERBEN IST JEDER DER ERSTE muss sich hier ein Opfer durch die Wildnis arbeiten, um sich vor Verfolgern in Sicherheit zu bringen. Weil nur Flüchten auf Dauer eintönig wird, lässt Regisseur TEDDY GRENNAN seine Heldin zur Amazone werden. Die kombiniert schnell, dass Davonlaufen nichts nützt und dreht den Spieß einfach um. Damit macht es Grennan so Filmemachern wie CORALIE FARGEAT und STEVEN R. MONROE gleich. In deren Filmen standen auch starke Frauen im Mittelpunkt. Die mussten erst grausames über sich ergehen lassen, bis sie letztendlich über sich hinauswachsen konnten und den männlichen Gegenspielern den Marsch bliesen. Ein Martyrium, dass natürlich auch die Heldin in RAVAGE durchleben muss. Deren Charakterisierung ist rudimentär, was aber nicht unbedingt heißt, dass dieser Überlebens-Horror schlecht ist.
 
 
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Ganz im Gegenteil. Filmemacher TEDDY GRENNAN dosiert Schocks wohlüberlegt. Den ersten gibt es gleich zu Beginn des Streifens. Unüblich für diese Art von Filme nimmt man dem Zuschauer das Ende vorweg. So erfährt der Zuschauer direkt, dass die Hauptdarstellerin überleben wird. Die liegt übel zugerichtet im Krankenhaus und berichtet einem Polizisten in Etappen vom Überlebenskampf. In Rückblenden werden die Geschehnisse rekonstruiert und gefackelt wird nicht lang. Die erste Leiche ist schon nach wenigen Minuten zu beklagen. Dennoch ist Obacht gegeben. RAVAGE ist kein Splatterfeuerwerk. Gewalt wird reduziert eingesetzt. Kommt sie dann doch einmal, prasselt sie mit aller Härte auf das Publikum ein.
 
 
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Weitaus heimtückischer ist da der Ton des Films. Grennan schafft es als Newcomer ein permanentes Gefühl der Bedrohung entstehen zu lassen. So muss unsere Heldin stets auf der Hut sein, von ihren Peinigern nicht entdeckt zu werden. Dabei wird das unangenehme Treiben von aggressiven und plakativen Soundelementen begleitet. Der diktiert die ungeschönte Marschrichtung und lässt den Puls so einige Male schneller schlagen. Da übersieht man doch gern einmal, dass RAVAGE nur Schwarz und Weiß kennt. Regisseur TEDDY GRENNAN verharrt zu engstirnig in den klar definierten Formeln, welche Rache- und Überlebensfilmen zugrundeliegen. Es gibt nur Gut und Böse. Es gibt nur töten und getötet werden. Den Protagonisten werden keine Möglichkeiten für alternative Entscheidungen gegeben. So wird gemordet, gefoltert und geschrien bis der Abspann über die Mattscheibe flimmert. Fans dieser Film wird das egal sein. Die werden sich der bekannten Abläufe wegen trotzdem ganz wohlfühlen. Denen sei RAVAGE aber auch gegönnt.
 
 


 
 
 

RAVAGE – Fazit

 
 
7 Punkte Final
 
 
Eine Frau gegen eine Horde Männer. Blutiger Überlebenskampf im Stile von BEIM STERBEN IST JEDER DER ERSTE. RAVAGE ist ein Survival-Thriller mit Rache-Anteil, der trotz überschaubarer Gewaltausbrüche ganz gut geworden ist. Das Anfängerwerk beginnt brachial, arbeitet danach am Spannungsbogen und wird am Ende noch einmal heftig. Dazwischen gut dosiert Gewalteskapaden für die Fanboys. Viel geredet wird nicht – stattdessen lässt Regisseur TEDDY GRENNAN Bilder sprechen. Die wechseln sich ab. Neben idyllischen Landschaftsaufnahmen und fiesem Blutszenen wird auch schwül-schwitzige Spätsommeratmosphäre geboten, mit der auch Michael Bay im Remake zu TEXAS CHAINSAW MASSACRE Eindruck hinterließt. Komplettiert mit aggressiven Soundelementen wird der Exploitation-Festschmaus zum Festschmaus für Rachefilm-Fans. RAVAGE ist für ein Regiedebüt ganz ordentlich – zumal Regisseur TEDDY GRENNAN ein gutes Händchen für Spannung, Technik und Schocks besitzt. Kann man gucken, wenn man ein Faible für ungeschliffenen Indie-Horror hat.
 
 
 


 
 
 

RAVAGE – Zensur

 
 
 
RAVAGE hat einige blutige Momente zu bieten. Ein Protagonist wird geköpft, ein anderer von Gewehrmunition durchsiebst. Desweiteren wird eine Figur in einem Bullenkörper gesteckt. Danach wird der Kadaver zugenäht. Hierzulande dürfte es für RAVAGE wegen der Selbstjustiz-Thematik wohl eine Erwachsenenfreigabe geben.
 
 
 


 
 
 

RAVAGE – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Brainstorm Media)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Revenge (2017)
 
Blutrache – Blood Hunt (2017)
 
I’ll never die alone (2008)
 
Carnage Park (2016)
 

Filmkritik: „47 Meters Down: Uncaged“ (2019)

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47 METERS DOWN: UNCAGED

(47 METERS DOWN: THE NEXT CHAPTER)

Story

 
 
 

Gefräßige Killerhaie gehen auf ahnungslose Teenager los, die eigentlich nur etwas erleben wollen und zu einer versunkenen Mayastadt tauchen.

 
 
 


 
 
 

47 METERS DOWN: UNCAGED – Kritik

 
 
 
Ein Film kommt selten allein. Wenn ein Streifen im Kino weit mehr einspielt, als er Kosten verursacht hat, kann man mittlerweile fest davon ausgehen, dass mit gleicher Rezeptur noch einmal schnelles Geld gemacht wird. Leider entpuppt sich fast jede Fortsetzung lukrativer Kinohits als waschechte Enttäuschung, weil große Studios lieber den Vorgänger recyceln, statt ihn konsequent weiterzuerzählen. Da werden keine Risikos eingegangen und die bekannte Geschichte des Erstlings noch einmal aufgewärmt. Alles auf null – die Grundzutaten bleiben die gleichen, nur die Helden sind neu. Filmkenner nennen das Remake. Ehrliche Fortsetzungen sehen anders aus.
 
 
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Genau eine dieser dreisten Mogelpackungen nennt sich 47 METERS DOWN: UNCAGED und ist eine Pseudo-Fortsetzung des Überraschungshits von 2016. Letzterer hat knapp 5,3 Millionen US-Dollar gekostet und konnte über das Achtfache einspielen. Dass da eine Fortsetzung nicht ausbleibt, war abzusehen. Statt jedoch nahtlos an genannten Hai-Horror anzuknüpfen, folgte man der Fortsetzungsformel aus Hollywood. Das bedeutet: Einfach noch einmal von vorn anfangen und eine neue Geschichte erzählen, die dem Erstling ähnlich ist. Demzufolge steht das Sequel mit dem Titel 47 METERS DOWN: UNCAGED in keiner Verbindung zum erfolgreichen Vorgänger.
 
 
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47 METERS DOWN: UNCAGED erzählt die Geschichte der beiden Stiefschwestern Mia (SOPHIE NÉLISSE aus WAIT TILL HELEN COMES) und Sasha (CORINNE FOXX), die einfach nicht richtig zueinanderfinden wollen. Darum plant Vater Grant (JOHN CORBETT) eine Bootsfahrt in Mexiko für die Schwestern, bei der man durch den Boden eines Glasbootes weiße Haie beobachten kann. Wie es im Horrorfilm aber üblich ist, kommt alles ganz anders. Man verzichtet auf den gut gemeinten Ausflug und macht zusammen mit zwei Freundinnen sein eigenes Ding. Gemeinsam schleichen sich die Damen zu einem kleinen See im Dschungel, wo man nicht nur herrlich baden, sondern mit der richtigen Tauchausrüstung eine überflutete antike Stadt erkunden kann. Ein aufregendes Erlebnis, das die risikofreudigen Teenager ihr Lebtag nicht wieder vergessen werden. Die finden Tauchzubehör, binden es um und begeben sich in ein verzweigtes Höhlensystem. Was die Freundinnen aber nicht wissen: In diesem verzweigten Labyrinth haben es sich auch Haie gemütlich gemacht. Die sind über den unangemeldeten Besuch nicht sonderlich erfreut und veranstalten eine Jagd auf die menschliche Beute.
 
 
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Zwar erfolgreicher, aber nicht unbedingt besser. 47 METERS DOWN: UNCAGED war für alle Beteiligten lukrativ und schwemmt weit mehr Dollars in die Geldbörsen, als der erste Film. Das muss aber nicht zwangsläufig darauf hindeuten, dass das Sequel qualitativ in die gleichen Fußstapfen tritt, wie der Originalfilm von 2016. Zwar kamen keine der Darsteller aus dem Vorgänger zurück. Dafür aber Regisseur JOHANNES ROBERTS und Drehbuchautor ERNEST RIERA. Beide zeichneten erneut für Story und Regie verantwortlich. Was man aber dem Zuschauer mit der eigenständigen Fortsetzung zumutet, ist jenseits von Gut und Böse.
 
 
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47 METERS DOWN: UNCAGED hat ein großes Problem und das nennt sich Einfältigkeit. Wir folgen einer hanebüchenen Geschichte, wie man sie eigentlich so nur in einem Horrorfilm erzählen kann. Glaubwürdigkeit ist nicht die größte Stärke dieser Hai-Fortsetzung. So sehen wir gleich zu Beginn, wie unsere nicht cleveren Heldinnen hochwertiges Tauchequipment mitten im Nirgendwo finden, das für jeden zugänglich ausliegt. Wer geht derart leichtfertig mit seiner Ausrüstung um? Antworten sind Mangelware. Doch bei diesem Plotloch soll es nicht bleiben. Während eines riskanten Tauchtrips stoßen unsere Heldinnen auf monströse Riesenhaie, deren Augen sich aufgrund permanenter Dunkelheit in den Höhlen rückentwickelt haben. Wie kann das passieren, lag doch das Höhlensystem zur Hochzeit der Maya-Kultur trocken? Das indigene Volk war in Mittelamerika bis vor über 1000 Jahren noch weit verbreitet. Innerhalb von nicht mal einem Jahrtausend soll sich also eine ganze Spezies weiterentwickelt haben? Hier muss es sich wohl um eine Meisterleistung der Evolution handeln. Besser man schaltet das Hirn aus und konzentriert sich auf das Sterben.
 
 
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Wie es sich für jeden Hai-Schocker gehört müssen nacheinander alle ihr Leben lassen. Jene Formel folgt auch 47 METERS DOWN: UNCAGED, der viel miserables CGI und lautes Geschrei zeigt, aber es nicht so genau mit der Spannung nimmt. Enttäuschend – vor allem auch deshalb, weil der Streifen nicht viel aus seiner interessanten Grundidee macht. Statt die Protagonisten im klaustrophobischen Labyrinth gefangen zu halten, sie zu terrorisieren und so die Spannungsschraube allmählich bis ins Unerträgliche anzuziehen, verrennt sich 47 METERS DOWN: UNCAGED in nicht nachvollziehbaren Handlungen seiner dummen Figuren und quält mit allerhand totgefilmten Horrorklischees. Viel Trash, wenig Adrenalin. Eine würdige Fortsetzung sieht anderes aus.
 
 
 


 
 
 

47 METERS DOWN: UNCAGED – Fazit

 
 
5 Punkte Final
 
 
Wenn aus klaustrophobischen Survival-Horror ein flacher Teenie-Slasher wird. Die Fortsetzung 47 METERS DOWN: UNCAGED ist der neue Tiefpunk im Haifisch-Genre, denn er hat all das zu bieten, was man in einem guten Horrorfilm eigentlich nicht sehen möchte. Aufgetischt werden austauschbare Jungdarsteller, miserables Storytelling, schlechte Computereffekte und jede Menge Filmfehler. Während STEVEN SPIELBERG in den 1970ern mit seinem DER WEISSE HAI allen Räubern der Meere ein furchterregendes Image bescherte, macht Regisseur JOHANNES ROBERTS aus dem gefährlichen Flossentier eine Lachnummer. Statt Adrenalin und echten Horror zu zeigen, wirkt 47 METERS DOWN: UNCAGED trashig und teils unfreiwillig komisch. Schuld daran sind seltsame Handlungsverläufe und die dummen Figuren. Letztere verhalten sich oft derart dämlich, dass man sich fragt, ob beim Schreiben des Drehbuchs einen Clown gefrühstückt wurde. Immerhin konnte man einige Kids namhafter Schauspieler für die Rollen besetzen. Wir sehen CORINNE FOXX und SISTINE ROSE STALLONE in den Hauptrollen. Hierbei handelt es sich um den Nachwuchs von JAMIE FOXX und SYLVESTER STALLONE. Ob allen Beschäftigten beim Unterzeichnen des Arbeitsvertrags bewusst gewesen ist, dass sie sich für die Arbeit an einem Horrorstreifen auf THE ASYLUM-Niveau entschieden haben. Wir möchten es bezweifeln.
 
 
 


 
 
 

47 METERS DOWN: UNCAGED – Zensur

 
 
 
47 METERS DOWN: UNCAGED lief in zwei unterschiedlichen Fassungen im Kino: einmal in mit FSK16 in der Originalfassung. Einmal als gekürzte Filmfassung, die bereits für Zwölfjährige geeignet war. Auf der nun erhältlichen Heimkinofassung befindet sich natürlich die ungekürzte Fassung. Diese hat von der FSK eine Freigabe ab 16 Jahren erhalten.
 
 
 


 
 
 

47 METERS DOWN: UNCAGED – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) CONCORDE HOME ENTERTAINMENT

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: 47 Meters Down: Uncaged; Dominikanische Republik | Großbritannien | USA 2019

Genre: Horror, Abenteuer, Drama

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Deutsch DD 2.0, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.39:1 | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 90 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Kinotrailer, Audiokommentar von Regisseur Johannes Roberts, Produzent James Harris und Autor Ernest Riera, Featurette Diving Deeper: Uncaging 47 Meters Down

Release-Termin: 20.02.2020

 

47 Meters Down – Uncaged [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

47 METERS DOWN: UNCAGED – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen stammen von CONCORDE HOME ENTERTAINMENT)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
47 Meters Down (2016)
 
Bait 3D – Haie im Supermarkt (2012)
 
The Shallows – Gefahr aus der Tiefe (2016)
 
The Reef – Schwimm um dein Leben (2010)
 
Shark Night 3D (2011)
 

Filmkritik: „Sant Martí“ (2018)

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SANT MARTÍ

Story

 
 
 

Einige Durchreisende erleben im ländlichen Katalonien die Hölle auf Erden.

 
 
 


 
 
 

SANT MARTÍ – Kritik

 
 
 
Barcelona, Madrid und Malaga – moderne Vorzeigestädte mitten in Spanien, die jährlich Millionen Besucher anlocken, um Spaniens Kultur entdecken zu können. Doch im Hinterland geht es weniger zivilisiert zu. Dort wo Menschen in einfachsten Verhältnissen hausen müssen und sich von der spanischen Regierung in Stich gelassen fühlen, herrscht ein rauer Ton. Hier trauen sich keine Touristen hin. Wenn doch, werden diese gejagt, gefoltert und zerteilt – zumindest, wenn es nach den Filmemachern DAVID C. RUIZ und ALBERT VALÈNCIA geht. Die haben mit dem ersten Spielfilm Schubladendenken auf Zelluloid gebannt und wollen mit Backwood-Horror im Genre Fuß fassen. Damit wären sie nicht die Ersten. Mittlerweile hat sich der Horrorfilm etabliert und vielen Regie-Newcomern zu interessanten Arbeiten im Filmgeschäft verholfen. Ob das auch den oben genannten Newcomern mit SANT MARTÍ gelingt?
 
 
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Ein Rockfestival. Das ist das Ziel zweier Freunde. Die können es kaum erwarten das Wochenende über durchzufeiern. Unterwegs gabelt man zwei attraktive Anhalterinnen auf, die ebenfalls zur gleichen Veranstaltung wollen. Doch das Glück meint es nicht gut mit den jungen Leuten. Der Bus gibt den Geist auf und kommt in der Einöde zum Erliegen. Gott sei Dank bringt ein Einheimischer die Gestrandeten in einen kleinen Ort, der zurecht auf keiner Karte zu finden ist. Fluch oder Segen? Horrorfans wissen spätestens seit dem BLUTGERICHT IN TEXAS, dass mit verdorbenen Stadtmenschen in verschlafenen Ortschaften kurzer Prozess gemacht wird. In der Tat wartet der auch auf unsere Freunde. Die verhalten sich alles andere als ehrenwert und bringen sich so in große Gefahr.
 
 
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Atmosphärisch, düster und schmuddelig – aber weit hinter den Möglichkeiten. SANT MARTÍ ist der erste katalonische Backwood-Slasher überhaupt und orientiert sich in der Machart am Bay-Remake zum berüchtigten KETTENSÄGENMASSAKER von 2003. Das bedeutet: gammelige Häuser, dreckige Gassen und einfache Menschen, die fern der Zivilisation eigenen Gesetzen folgen. Eigentlich gute Voraussetzungen für ungemütliche Filmunterhaltung, zumal die Regisseure DAVID C. RUIZ und ALBERT VALÈNCIA penibel darauf achten, dass ihr Langfilmdebüt einen möglichst hochwertigen Eindruck hinterlässt. Leider folgt der ansprechend gefilmte Streifen zu verkrampft den vorhersehbaren Regeln des Hinterwäldler-Genres und lässt so kaum Raum für Neuerungen zu. Das bedeutet: hormongesteuerte Stadtmenschen geraten an ungebildete Leute vom Land, die natürlich im Hinterland nichts anderes kennen, als Durchreisende abzuschlachten. Ganz schön langweilig – vor allem auch deshalb, weil sich die Macher hinter SANT MARTÍ partout nichts einfallen lassen wollen, um irgendwie von bekannten Pfaden abzukommen. Die Folge: sattgesehene Verläufe, vorprogrammierte Klischees und austauschbare Stereotypen. Wer alle Teile der WRONG TURN-Serie und der TEXAS CHAINSAW MASSACRE-Reihe gesehen hat, dürfte sich schnell unterfordert fühlen.
 
 
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Worin SANT MARTÍ aber am meisten enttäuscht ist der Faktor Gewalt. Während in den letzten Filmen rund um Killer LEATHERFACE das Blut in Strömen floss und im Zuge der französischen Terrorwelle ein neues Kapitel in Sachen Filmgewalt aufgeschlagen wurden, macht SANT MARTÍ die sprichwörtliche Kehrtwende. Wer mit Backwood-Horror Aufmerksamkeit erregen möchte, sollte seine Figuren unmenschlich behandeln und möglichst lang leiden lassen. Da muss die Kamera allgegenwärtig sein und jede Grausamkeit detailliert festhalten. Regeln, die hätten dabei helfen können SANT MARTÍ zum neuen FRONTIER(S) zu machen. Doch die Macher DAVID C. RUIZ und ALBERT VALÈNCIA entscheiden sich – vermutlich auch des Budgets wegen – für eine seichtere Gangart. Das bedeutet, dass selten fiese Gewalteinlagen auf der Leinwand zelebriert werden. Stattdessen wird weggeblendet, wenn es ans Eingemachte geht. Eine Kamerafahrt über abgesägte Beine ist der Höhepunkt dieses spanischen Slasher-Flicks und macht den technisch souverän abhandelten SANT MARTÍ dann eher zu einem austauschbaren Horrorfilm über den Morgen schon niemand mehr sprechen wird. Schade!
 
 
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SANT MARTÍ – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Die katalonische Antwort auf Bays Remake zum legendären TEXAS CHAINSAW MASSACRE. SANT MARTÍ ist eine professionelle Produktion aus Spanien, die atmosphärisch gut vorlegt, aber inhaltlich nichts wagt. Das bedeutet, dass die Newcomer DAVID C. RUIZ und ALBERT VALÈNCIA weder frischen Wind in das mittlerweile angestaubte Backwood-Horror-Genre bringen, noch in Sachen Gewalt neue Maßstäbe setzen. Was folgt, ist Hinterwälder-Horror nach Schema F. Immerhin bringen einige überspitzte Anspielungen auf das ländliche Katalonien hin und wieder zum Schmunzeln. Muss man dennoch nicht unbedingt gesehen haben.
 
 
 


 
 
 

SANT MARTÍ – Zensur

 
 
 
SANT MARTÍ hält sich für einen Backwood-Slasher in Sachen Gewalt sehr zurück. Meist bekommt man nur das Resultat eines Mordes zu sehen oder die Kamera blendet weg, wenn es zu blutig wird. Das dürfte der hiesigen FSK gefallen. SANT MARTÍ hat in der ungeschnittenen Form einen roten FSK-Flatschen erhalten. Hierzulande hat sich das Label I-ON NEW MEDIA die Rechte für eine deutsche Auswertung gesichert.
 
 
 


 
 
 

SANT MARTÍ – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) I-ON NEW MEDIA (KeepCase Blu-ray)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Sant MartÍ; Spanien 2018

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 80 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Original Kinotrailer, weitere Trailer

Release-Termin: @23,976 Hz

 

Sant Martí [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

SANT MARTÍ – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Black Mandala | I-ON NEW MEDIA)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
What the Waters Left Behind (2017)
 
Escape from Cannibal Farm (2017)
 
Leatherface – The Source of Evil (2017)
 
Inbred (2011)
 

Filmkritik: „Prey“ (2019)

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PREY

Story

 
 
 

Kein Remake des niederländischen Löwen-Horrors PREY. In diesem Film nimmt ein Teenager an einem Therapieprogramm teil und muss drei Tage allein auf einer verlassenen Insel verharren. Dort bekommt er es nicht unberechtigt mit der Angst zu tun, weil plötzlich seltsame Dinge geschehen.

 
 
 


 
 
 

PREY – Kritik

 
 
 
Man nehme ein paar unverbrauchte Jungdarsteller, werfe diese in eine konventionelle Handlung, mixe das ganze mit etwas Blut und jage das alles durch einen Instagramfilter. Fertig ist aalglatte Horrorunterhaltung der US-amerikanische Filmproduktionsgesellschaft BLUMHOUSE PRODUCTIONS (THE PURGE, INSIDIOUS, SINISTER), die es sich seit dem Jahr 2000 zur Aufgabe gemacht hat, mit wenig finanziellen Mitteln möglichst gewinnbringende Horrorfilme zu produzieren. Knapp 4,5 Millionen US-Dollar stellt das Unternehmen im Schnitt für jede Produktion zur Verfügung. Kapital, das laut Unternehmensgründer JASON BLUM in der Regel wieder eingespielt wird. Ein Erfolgsplan, der sich bisher rentiert hat. Über vier Milliarden US-Dollar (Stand 2018) hat man an den weltweiten Kinokassen seit Unternehmensgründung erwirtschaftet. Doch Kino ist für genanntes Studio schon lange nicht mehr das einzige Standbein. BLUMHOUSE PRODUCTIONS verdient mittlerweile auch mit kleinen Videoproduktionen gutes Geld. Zu einer derer gehört der folgende PREY, der sich – wie hätte es anders sein sollen – mal wieder an eine jüngere Käuferschaft zwischen 16 und 30 richtet. Das Zielpublikum von Produzent JASON BLUM. Leichte Horrorunterhaltung ist somit garantiert.
 
 
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Manchmal ist es besser, wenn man das Smartphone zur Seite legt. Genau diese Erfahrung muss auch der Teenager Toby Burns (LOGAN MILLER aus ESCAPE ROOM und THE GOOD NEIGHBOR) machen. Weil der sich zu sehr auf sein Handy konzentriert, bekommt er gar nicht mit, dass der Vater vor dem Haus von Fremden ermordet wird. Wochen später hat der Jugendliche immer noch an den Geschehnissen zu knabbern und wird von Albträumen geplagt. Doch Toby soll erneut zu sich finden und das Trauma verarbeiten. Hierzu nimmt er an einem Therapieprogramm teil, bei dem er für drei Tage und drei Nächte auf eine verlassene Insel gebracht wird. Dort soll er wieder einen klaren Kopf bekommen. Aber so allein, wie vermutet ist der traumatisierte junge Mann nicht. Schnell macht er auf der vermeintlich menschenleeren Insel Bekanntschaft mit der gleichaltrigen Madeleine (KRISTINE FROSETH). Die lebt seit Jahren mit der Mutter im Dschungel und hat sich an das Leben in der Wildnis gewöhnt. Eigentlich eine gute Sache, um die langen Tage in der Natur nicht allein überstehen zu müssen. Doch Idylle schlägt bald in Angst um. Des Nachts wird es auf diesem Eiland gefährlich, denn da streifen unheimliche Schatten durch die Dunkelheit. Als nach drei Tagen auch noch Betreuer tot aufgefunden werden, die den Teenager eigentlich wieder zurück in die Zivilisation bringen sollen, wird es dem jungen Robinson Crusoe ganz anders.
 
 
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Lahmer Horror-Mix aus Survival-Horror, Mysterythriller und Kreaturen-Feature, der vor allem deshalb enttäuscht, weil eigentlich auf dem Regiestuhl jemand sitzt, der schon Ahnung von Horrorfilmen hat. Der Franzose FRANCK KHALFOUN hat von der französischen Terrorwelle zu Beginn der 2000er profitiert. Dort entstanden harte Vertreter, wie MARTYRS und HIGH TENSION. In Letzterem ergatterte er eine Hauptrolle und freundete sich während der Dreharbeiten mit Regisseur ALEXANDRE AJA an, der ihm so einige lukrative Arbeiten – darunter die Regie für P2 – SCHREIE IM PARKAUS – verschaffte. So bekam Khalfoun einen Fuß nach Hollywood und inszenierte Filme für größere Studios. Darunter: das Remake des Horrorklassikers MANIAC und AMITYVILLE: THE AWAKENING. Dass da natürlich die Erwartungen dementsprechend groß sind, liegt auf der Hand.
 
 
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Leider ist PREY keine Offenbarung. Der Streifen ist kein großes Los, obwohl er mit einer verlassenen Insel gute Voraussetzungen für einen ungewöhnlichen Horrorfilm mitbringt. PREY schwächelt an mangelnder Originalität. Die Abläufe wirken vertraut. So gilt es herauszufinden, was auf dieser Insel vor sich geht. Das erfolgt Schritt für Schritt, wobei man beinahe schon zwanghaft darum bestrebt ist, die Auflösung für mysteriöse Begebenheiten in diesem malerischen Paradies möglichst lang geheim zu halten. Da wird die Geduld des Zuschauers überstrapaziert, der natürlich nicht auf den Kopf gefallen ist. Falsch gelegte Fährten sollen für Verwirrung sorgen, führen jedoch zweifelsohne zur attraktiven Madeleine. Die halt verborgen, was niemand wissen darf. Überflüssige Geheimniskrämerei, denn die Auflösung ist – sagen wir mal so – haarsträubend und einfältig.
 
 
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Doch das ist nicht das eigentliche Problem dieses Genre-Mixes. PREY tut sich – trotz ungewöhnlichem Drehort – schwer damit Horror entstehen zu lassen. Das bedeutet für einen Genrefilm den Untergang. Gruselfaktor? Fehlanzeige! Wird es dann endlich einmal ernst, stört der zurückhaltende Einsatz von Gewalt. Offenbar wollte man auf Biegen und Brechen ein PG-13 kassieren. Böse Szenen sucht man daher vergebens. Die teils schlechten Computereffekte tun da ihr Übriges. Spätestens jetzt dürften die meisten Fans des düsteren Genres PREY von ihrer Filmliste gestrichen haben. Irgendwie verständlich.
 
 
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PREY – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Visuell makelloser 08/15-Horror von der Stange, der ganz solide beginnt aber schnell in die Belanglosigkeit abdriftet. PREY folgt der Standardformel für Horrorfilme und ist dabei nicht einmal richtig gut darin. Die generischen Abläufe sind das eine. Was mehr stört, ist der kaum vorhandene Gruselfaktor und die lahme Handlung. Letzteres ist für einen Film aus den BLUMHOUSE PRODUCTIONS ungewöhnlich. Normalerweise wird dort Horror produziert, der durch hektische Schnitte und schnelles Erzählen Epilepsie auslöst. Im Falle von PREY wollte man vermutlich etwas Neues ausprobieren. Das Resultat: Langeweile mit etwas CGI-Matsche. Lange geschieht nichts und wenn dann endlich mal etwas passiert ist es vorhersehbar. Mit diesem Mix verschiedener Horror-Subgenres hat sich der Regisseur von ALEXANDRE AJAS MANIAC keinen Gefallen getan.
 
 
 


 
 
 

PREY – Zensur

 
 
 
PREY hält sich in Sachen Gewalt zurück. Eine Protagonistin wird tot aus dem Wasser gefischt. Wie sie zu Tode gekommen ist, kann man nur erahnen. Weiterhin bohrt sich ein Pfahl in den Körper einer Filmfigur. Hierzulande dürfte das alles für eine FSK16 reichen. Eine Freigabe, die die meisten Filme aus den BLUMHOUSE PRODUCTIONS besitzen.
 
 
 


 
 
 

PREY – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Blumhouse Productions | GEM Entertainment | Cinedigm)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Jungle (2013)
 
Indigenous (2014)
 
Primal (2010)
 
Vinyan (2008)
 

Filmkritik: „Stay Out Stay Alive“ (2019)

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STAY OUT STAY ALIVE

Story

 
 
 

Fünf Freunde erleben in einer alten Mine einen Goldrausch und müssen dort um ihr Leben bangen.

 
 
 


 
 
 

STAY OUT STAY ALIVE – Kritik

 
 
 
Schilder auf denen ein „Betreten verboten“ vermerkt ist, sind im Horrorfilm immer so eine Sache. Grundsätzlich handelt es sich dabei um Dekoration, werden die darauf vermerkten Hinweise in der Regel missachtet. Die Einsicht kommt meistens zu spät. Weil die Warnung nicht ernst genommen werden, wird mit dem Tod bestraft. Protagonisten in Genrefilmen lernen eben nicht dazu. Genau diese Erfahrung müssen auch unsere neunmalklugen Helden in STAY OUT STAY ALIVE machen, die sich mal wieder über jedwede Verbote hinwegsetzen und am Ende die Konsequenz dafür erhalten. Die amerikanische Indie-Produktion über Naivität, Moral und Habgier geht auf das Konto von DEAN YURKE. Der zeichnete bisher für unzählige visuelle Effekte in vielen bekannten Hollywood-Streifen verantwortlich. Darunter: THE AVENGERS, diverse STAR WARS- und auch HARRY POTTER-Filme. Als Regisseur betritt er nun Neuland und ist damit nicht allein. Im Horrorfilm-Geschäft ist es mittlerweile keine Seltenheit mehr, dass Kreativlinge der Filmbranche auch in anderen Bereichen Erfahrungen sammeln.
 
 
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In diesem Film geht es um fünf junge Menschen, die sich zu einem Ausflug in einen amerikanischen Nationalpark begeben, um dort ein paar alte Minen zu erkunden. Die Gegend hat eine tragische Vergangenheit. Während der Zeit des Goldrausches in der Mitte des 19. Jahrhundert kam es hier zu Auseinandersetzungen zwischen amerikanischen Ureinwohnern und Minenarbeitern. Seither ist die Gegend verflucht. Doch das kümmert unsere Freunde nicht. Die setzen sich den Anweisungen von Park-Rangerin Susanna hinweg und erkunden trotz Warnungen das Naturschutzgebiet auf eigene Faust. Die Strafe folgt auf dem Fuß. Einer der Freunde verunglückt in einer der Minen. Doch der Unfall hat auch etwas Gutes. In diesem verlassenen Schacht gibt es Gold in Hülle und Fülle. Das spornt die Kumpels an, doch etwas länger zu verweilen. Das Wohl des verletzten Freundes ist schnell Nebensache. Viel wichtiger ist das Gold und vor allem das, was man damit anfangen kann. Ein verhängnisvolles Unterfangen, das den jungen Leuten das Leben kosten wird.
 
 
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STAY OUT STAY ALIVE beruht – so erklärt man im Vorspann – auf wahren Begebenheiten. Der Streifen wurde vom Mariposa-Indianerkrieg und einem daraus resultierenden Fluch inspiriert. Das ist zwar alles weit hergeholt, lässt sich aber besser verkaufen. Weitaus weniger dick aufgetragen ist die Botschaft des Films. Die handelt einmal mehr von der Bestie Mensch, die – sobald mit Extremsituationen konfrontiert – ihr wahres Gesicht offenbart. Genau das passiert auch in STAY OUT STAY ALIVE. Rasch ist man vom schnellen Reichtum fasziniert, der die Protagonisten verändert. Da ist sich bald jeder selbst der Nächste. Freundschaften oder gar ein Menschenleben haben auf einmal kaum noch Gewichtung. Dass das im Chaos enden wird, dürfte abzusehen sein.
 
 
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STAY OUT STAY ALIVE ist kein Horrorfilm im klassischen Sinne. Vielmehr verbirgt sich hinter dem reißerischen Titel ein Psychothriller, der den Zuschauer den Spiegel vor Augen halten will. Ein zynisches Lehrstück über menschliche Schwächen, das vor allem dank gut ausgewählten Jungdarstellern nachwirkt. Frische Gesichter, die dazu auch noch was können. Das ist normalerweise in Indie-Produktionen mit so einem kleinen Budget nicht die Regel. Die talentierten Akteure stemmen das kammerspielartig ausgelegte Survival-Stück allein auf ihren Schultern und bekommen kurz Unterstützung von Horrorikone BARBARA CRAMPTON. Die war in den 1980/90er in einige sehr bekannten Horrorfilmen zu sehen und scheint sich zu ihren Anfängen zurückzubegeben. Zuletzt sah man sie verstärkt in Genre-Produktionen. Darunter: dem gefeierten WE ARE STILL HERE – aber auch im hundsmiserablen Splatter-Trash DEATH HOUSE.
 
 
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STAY OUT STAY ALIVE – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Eine ungemütliche Parabel über Habgier, Neid und Raffsucht. Wenn fünf junge Leute alte Minen erkunden, erwartet man eigentlich so Filme wie THE DESCENT in denen boshafte Kreaturen nach dem Leben der Helden trachten. Dass sich Horror aber auch ohne Monster in Höhlen entfalten kann, beweist STAY OUT STAY ALIVE. Darin springen sich Freunde wegen gefundenem Gold an die Gurgel, weil niemand was abgeben möchte. Der Film kommt fast ohne Spezialeffekte aus und geht es weitaus psychologischer an. Regisseur DEAN YURKE streift menschliche Urängste, thematisiert aber auch die dunkle Seite des Menschen, welche in jedem von uns schlummert. Entstanden ist ein kleiner Indie-Beitrag, der vor allem von der Tatsache zerrt, wie und ob das hier alles gut enden wird. Der Film entfaltet eine bemerkenswerte Dynamik. Schnell kippt die Stimmung, es werden Konflikte geschnürt und es kommt zum unausweichlichen Showdown. Angesichts der Tatsache, dass das alles nur für etwas Gold passiert, schockiert – ist aber nicht weit hergeholt. STAY OUT STAY ALIVE ist eine zynische Geschichte, wie sie tagtäglich so ähnlich überall auf der Welt passiert. Da kommt mal wieder zum Vorschein, dass der Mensch für ein paar Taler mehr in der Tasche dem Teufel gern seine Seele verkauft.

 
 
 


 
 
 

STAY OUT STAY ALIVE – Zensur

 
 
 
STAY OUT STAY ALIVE hat eigentlich keine Gewalt zu bieten. Eine Spitzhacke wird in einen Körper gehauen und ein Gewehrschuss wird ausgelöst – das war’s. Ansonsten klemmt sich eine Protagonistin das Bein ein. Der Rest ertrinkt. Hierzulande ist definitiv eine FSK16 möglich. Vielleicht sogar auch eine FSK12. Insofern es der Überlebensthriller überhaupt nach Deutschland schafft.
 
 
 


 
 
 

STAY OUT STAY ALIVE – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Brainstorm Motion Pictures LLC)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Hole (2001)
 
Die Höhle – Überleben ist ein Instinkt, keine Wahl (2014)
 
Beneath – Abstieg in die Finsternis (2013)
 

Filmkritik: „The Furies“ (2019)

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THE FURIES

Story

 
 
 

Mehrere Frauen müssen sich an einem geheimen Ort gegen diverse Killer behaupten, die ihnen das Leben ausknipsen wollen.

 
 
 


 
 
 

THE FURIES – Kritik

 
 
 
Wo sind sie eigentlich hin? Die kompromisslosen Horrorfilme, die sich vor allem durch eines auszeichnen: Gewalt, Gewalt, Gewalt. In den 2000ern sah man sie so ziemlich oft auf der Leinwand. Mittlerweile muss man sie mit der Lupe suchen – aber es gibt sie noch. Einer dieser seltenen Vertreter ist der australische THE FURIES, der vermutlich bis vor einigen Jahren noch Probleme mit der FSK bekommen hätte, weil er so freizügig Gewalt zeigt, als wäre die im Film selbstverständlich. Darin wird mal wieder der Kampf zwischen den Geschlechtern zum Thema gemacht. Mann gegen Frau und Frau gegen Mann. Doch die Story ist nebensächlich. Stattdessen rückt Regie-Newcomer TONY D’AQUINO lieber Spezialeffekte in den Mittelpunkt. Blut, Gematsche und jede Menge Leichen. Gorehounds wirds freuen.
 
 
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THE FURIES erzählt die Geschichte der besten Freundinnen Kayla (AIRLIE DODDS) und Maddie (EBONY VAGULANS). Die geraten in Streit und werden mitten im Konflikt von Fremden überwältigt. Die verschleppen die Frauen zu einem mysteriösen Ort, wo ihnen niemand zur Hilfe eilen kann. Schnell stellt sich heraus, dass man hier nicht sicher ist. Maskierte Gesellen schleichen durch das Gebiet und gehen auf Beutefang. Sie töten sich entweder gegenseitig oder die vielen Frauen, die sich hier im Gebüsch verstecken. Doch was soll das ganze Theater? Wird hier nur zum Spaß getötet oder hat das gegenseitige Abmetzeln einen tieferen Sinn? Die Antwort darauf wird nach und nach gelüftet. Sonderlich plausibel oder glaubwürdig ist der Twist aber nicht.
 
 
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Handwerklich ganz solider Survival-Horror, der die niederen Instinkte des Zuschauers befriedigen möchte. THE FURIES ist definitiv nichts für Feingeister. Was anfangs noch eine erbarmungslose Menschenjagd im Stile von CARNAGE PARK, WOLF CREEK 2 oder 31 vermuten lässt, wird mit fortschreitender Laufzeit ganz schön haarsträubend. Da fallen plötzlich nicht mehr nur die Frauen zum Opfer. Auch die Killer müssen Federn lassen. Entweder deren Köpfe explodieren aus heiterem Himmel oder sie gehen sich gegenseitig an die Gurgel. Sind wir hier im Krieg? Man sollte sich nicht den Kopf zerbrechen, die Auflösung ist dumm, denn Plausibilität ist nicht unbedingt im Sinne von Regisseur TONY D’AQUINO. THE FURIES ist ein Horrorfilm, der sich ausschließlich an Hardcore-Horrorfilmfans richtet, die es etwas härter mögen. Die Spezialeffekte sind erste Sahne und zeigen mal wieder eindrucksvoll zu was talentierte Maskenbildner und Effektekünstler in der Lage sein können. Gesichter werden gespalten, Augen aus Augenhöhlen gezogen und Köpfe gespalten – da bekommen Liebhaber fürs Grobe feuchte Höschen. Leider ist die schonungslose Detailgenauigkeit von Gewalt auch schon der einzige Punkt mit dem THE FURIES glänzen kann. Der Rest ist Slasher-Standard.
 
 
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Die weiblichen Opfer bestehen aus Stereotypen und über die männlichen Gegenspieler erfährt man nichts. Die verhüllen ihre Gesichter unter Masken, für die man sich von klassischen Schlitzern wie HALLOWEEN, BRENNENDE RACHE, TEXAS CHAINSAW MASSACRE oder FREITAG DER 13. inspirieren lassen hat. Viel Substanz besitzt THE FURIES nicht. Aber die erwartet man auch nicht von einem Film, der bereits im Trailer die Gangart diktiert, mit welcher er um die Gunst des zahlenden Publikums buhlen möchte. Immerhin besitzt die Schlachtplatte kaum Leerlauf. Regisseur TONY D’AQUINO tritt im Spielfilmdebüt aufs Gaspedal, sodass kaum Längen entstehen. Sowas nennt man ehrliche Hausmannskost – mehr aber auch nicht.
 
 
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THE FURIES – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Die Splatter-Antwort auf DIE TRIBUTE VON PANEM. Dreckiges Splatter-Kino für Fans hausgemachter Gewaltmanschereien, das die niederen Instinkte des Publikums befriedigen möchte. THE FURIES macht in Sachen Gewalt keine Gefangenen. Der Ton ist rau und die Stimmung angespannt. Blut fließt reichlich und die Spezialeffekte sind aller erste Sahne. Das war’s dann aber auch schon. Der Rest ist Slasher-Standard. Frauen werden von Killern ausradiert, bis eine übrig bleibt, die sich als kühne Rächerin behaupten muss und allen Bösewichten den Marsch bläst. Die Handlung ist nebensächlich und die Auflösung dumm. Deshalb sollte man das Hirn ausschalten und sich einfach nur berieseln lassen – insofern man überhaupt etwas mit expliziten Filmen anfangen kann, in denen ausschließlich geschrien und getötet wird.
 
 
 


 
 
 

THE FURIES – Zensur

 
 
 
THE FURIES ist sehr blutig. Die Spezialeffekte werden detailliert und lang zelebriert. Dabei hält die Kamera stets darauf. Weil sich der Film auch selbst sehr ernst nimmt, hätte THE FURIES vermutlich vor einigen Jahren von der FSK keine Freigabe erhalten. Mittlerweile ist die aber humaner geworden. Daher hat die deutsche Kaufhausfassung von Anbieter SPLENDID FILM in ungeschnittener Form einen roten Freigabe-Flatschen erhalten. Es gibt aber einen Haken. Ganz so komplett ist diese Fassung nicht. Zwar handelt es sich hier um die reguläre ungeschnittene Kinoversion. Es existiert aber noch eine härtere Unrated-Fassung. Diese Filmfassung hat das Label NAMELESS MEDIA im Mediabook in deutscher Sprache veröffentlicht. Auch hier gibt es ein großes Problem. Das Mediabook ist schwer zu bekommen und eigentlich bereits überall ausverkauft.
 
 
 


 
 
 

THE FURIES – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Splendid Film (Kinofassung – KeepCase Blu-ray)

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(c) Nameless Media (Unrated Fassung – Blu-ray im Mediabook)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Furies; Australien | Vereinigte Arabische Emirate 2019

Genre: Thriller, Horror, Splatter

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Niederländisch

Bild: 1.85:1 (1080p) | @24 Hz

Laufzeit: ca. 83 Min.

FSK: keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Kinofassung im KeepCase) | ungeprüft (Unrated Fassung im Mediabook)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover | Mediabook

Extras: Trailer, Trailershow | zusätzlich im Mediabook: Unrated Fassung, Kinofassung, Booklet

Release-Termin: Mediabooks: 15.11.2019 | KeepCase: 31.01.2020

 

The Furies [Kinofassung – Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

The Furies [Unrated-Fassung im Mediabook – Cover A] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

The Furies [Unrated-Fassung im Mediabook – Cover B] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

The Furies [Unrated-Fassung im Mediabook – Cover C] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

The Furies [Unrated-Fassung im Mediabook – Cover D] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

THE FURIES – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei SPLENDID FILM)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Graf Zaroff – Genie des Bösen (1932)
 
Battle Royal (2000)
 
Wrong Turn (2003)
 
A Lonely Place to Die – Todesfalle Highlands (2011)
 
Raze – Fight or Die! (2013)
 

Filmkritik: „Rust Creek“ (2018)

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RUST CREEK

Story

 
 
 

Eine Studentin gerät an widerwärtige Hillbillies, die so gar keine Manieren kennen und der jungen Frau nach dem Leben trachten.

 
 
 


 
 
 

RUST CREEK – Kritik

 
 
 
Schöne Landschaft, aber skrupellose Leute: In manchen ländlichen Gegenden der USA herrscht ein rauer Ton – zumindest, wenn es nach so einigen Filmschaffenden geht. Dort leben gern mal jene, die sich von der Regierung vergessen fühlen und deshalb ihre eigenen Gesetzen schaffen. Das ist kassenträchtiger Stoff, den man gern für Horrorfilme nutzt. Darin wird der Zuschauer bevorzugt in ärmere Gegenden Amerikas entführt, wo deren sozial und finanziell schwachen Einwohner es nicht selten gut mit durchreisenden Städtern meinen. Letzteren schwant in dieser Art von Filmen Böses. Die geraten in die Fänge kompromissloser Hillbillies und müssen am Ende ums Überleben kämpfen, während der Rest der Gemeinde stillschweigend zusieht und nichts nach Außen dringen lässt.
 
 
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Terror hinter der Fassade idyllischer Provinz ist ein Thema, mit dem sich auch der Thriller RUST CREEK beschäftigt. Der Streifen ist zwar kein lupenreiner Horrorfilm, was aber nicht bedeuten soll, dass der Film nicht minder unangenehm ist. Darin muss eine College-Studentin eine Lektion in Sachen Überleben machen. Die hat ein wichtiges Vorstellungsgespräch und macht sich auf den Weg nach Washington D.C., um dort den nächsten Karrieresprung abzusichern. Doch die Straßen auf dem Highway sind nicht frei, weshalb Sawyer (HERMIONE CORFIELD) beschließt eine Abkürzung über die Dörfer Kentuckys zu nehmen. Keine gute Idee, denn bald hat sie das Interesse zweier Provinzler auf sich gelenkt, die der Durchreisenden ungefragt auf die Pelle rücken. Die kann sich verletzt in die Wälder flüchten und muss nun einen Weg zurück in die Zivilisation finden. Leider sind ihre Verfolger ziemlich hartnäckig. Die verfolgen die Flüchtige und entfachen dadurch einen Strudel von Umständen, der das Nervenkostüm des Publikums beanspruchen wird.
 
 
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Auf den Spuren von BEIM STERBEN IST JEDER DER ERSTE. RUST CREEK ist ein unabhängig produzierter Thriller, der wie ein weiterer Streifen der Marke Survival-Horror beginnt. In der Vergangenheit gab es da so einige unangenehme Vertreter im Heimkino zu sehen, in denen wehrlose Frauen von triebgesteuerten Alpha-Männern so lange missbraucht und erniedrigt wurden, bis ihnen die Sicherungen durchgebrannt sind. Ganz so krude geht Regisseurin JEN MCGOWAN mit seiner Filmheldin nicht ins Gericht. Die lenkt ihren Film dann doch ziemlich schnell in eine andere Richtung und macht es dabei Horror-Autor STEPHEN KING gleich. Letzterer ist dafür berüchtigt, dass er gern Geheimnisse verschlafener Kleinstädte ans Tageslicht bringt. Ein ähnliches Thema ist auch in RUST CREEK Programm. Statt explizite Gräueltaten vor der Kamera zu zelebrieren, will Filmemacherin JEN MCGOWAN dann lieber doch eher dunkle Machenschaften im amerikanischen Hinterland aufdecken. Die entfachen schnell eine Reihe von Umständen, welche am Ende den Bösewichten eine Lehre sein werden. Viel Backwood-Horror-Gematsche wird demnach nicht geboten. Wer’s deftig mag, wird mit diesem Film gar keinen Spaß haben.
 
 
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Starken Frauen, schwache Kerle. RUST CREEK wurde auf einschlägigen Festivals mit Preisen ausgezeichnet. Die sind nicht unberechtigt, denn der Thriller schafft es schnell den Zuschauer in seinen Bann zu ziehen. Ein wesentlicher Grund hierfür sind die hervorragenden Darsteller. Für Indie-Verhältnisse agieren die beachtlich souverän vor der Kamera, wobei vor allem die widerlichen Fieslinge Erwähnung finden sollten, von denen eine Aura permanenter Bedrohlichkeit ausgeht. Filmemacherin JEN MCGOWAN hat mit RUST CREEK einen kleinen und zurückhaltenden Thriller inszeniert, der keine ausufernden Gewaltexzesse benötigt, um im Gespräch bleiben zu können. Stattdessen kleistern Plot-Wendungen, Schauspiel und natürlich eine clevere Story den Zuschauer mindestens genauso fest an die Glotze.
 
 
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RUST CREEK – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Kleiner Indie-Thriller, der mindestens genauso viel Puls verursacht, wie die großen Produktionen aus Hollywood. RUST CREEK ist einer dieser unscheinbaren Thriller, denen zu Unrecht kaum Beachtung geschenkt wird, weil mit keinem bekannten Namen geworben werden kann. Das ist schade, denn gerade deswegen gehen den meisten Cineasten viele Filmperlen durch die Lappen. Zu einer dieser Überraschungen gehört RUST CREEK, der ziemlich konventionell als Survival-Horror im Schlage eines I SPIT ON YOUR GRAVE beginnt, aber dann doch die Kurve bekommt und in eine andere Richtung gelenkt wird. Zwar herrschen in diesem Thriller eher die leisen Töne – dennoch umschweift den Thriller die ganze Zeit über eine Aura merklicher Bedrohung. Thriller-Fans wird’s gefallen – vor allem auch deshalb, weil sich das psychologische Grauen schleichend den Weg durch die Handlung frisst. Spannend, wendungsreich und gut besetzt. Da sollte man mal einen Blick drauf werfen.
 
 
 


 
 
 

RUST CREEK – Zensur

 
 
 
Viel Gewalt hat RUST CREEK nicht zu bieten. Ein spitzer Gegenstand wird in Bein und Bauch gestoßen, eine Nase wird gebrochen und ein Gewehr kommt auch zum Einsatz. Weiterhin gibt es Verbrennung am menschlichen Körper zu sehen. Hierzulande dürfte RUST CREEK dafür eine FSK16 erhalten.
 
 
 


 
 
 

RUST CREEK – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei IFC FILMS | IFC MIDNIGHT)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Keeping Room (2014)
 
Autumn Blood (2012)
 

Filmkritik: „The Domestics“ (2018)

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THE DOMESTICS

Story

 
 
 

Ein Paar muss sich in einer dystopischen Zukunftsvision mit brutalen Banden auseinandersetzen, die Spaß daran haben, ahnungslose Menschen zu quälen.

 
 
 


 
 
 

THE DOMESTICS – Kritik

 
 
 
Postapokalyptische Szenarien sind seit Jahren schwer im Kommen. Was sich vor allem im Zombiefilm zu einem beliebten Thema entwickelt hat, ist mittlerweile auch genreübergreifend ein Garant für gute Zuschauerzahlen. So vergeht kein Monat in dem nicht mindestens ein Untergangsszenario in Lichtspielhaus oder Heimkino gebracht wird, um dem den Filmfan in eine finstere Zukunft zu entführen, wo vor allem Angst und Gewalt den Alltag beherrscht. Der Endzeit-Thriller THE DOMESTICS stellt hierbei keine Ausnahme dar. Auch dieser krude Horror-Schocker ist eine dystopische Filmvision, die es nicht gut mit der Menschheit meint und deren Untergang prophezeit. In aufgewühlten, instabilen Zeiten wie der unseren keine so abwegige Utopie mit der sich der Filmemacher MIKE P. NELSON auseinandersetzt. Der stellt sich in seiner zweiten Regiearbeit die Frage, was wäre, wenn die Menschheit ausgelöscht werden würde und nur noch wenige Menschen den Planeten bevölkern. Zusammenhalt oder Chaos? Erfahrene Filmkenner wissen, dass in diesem Falle vermutlich letzteres eintreffen wird. Und in der Tat: THE DOMESTICS rückt einmal mehr das Tier Mensch in den Mittelpunkt, das dem Überlebenswillen wegen über Leichen geht. Dennoch ist Gebotenes nicht sonderlich kritisch. Vielmehr wird mal wieder versucht mit Exploitation schnell Kasse zu machen. Wer es brutal mag, kommt daher auf seine Kosten. Feingeister werden hingegen das Weite suchen.
 
 
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Politische Konflikte, Rassenspannungen, Krankheiten, Armut, Verschuldung, Gewalt, Überbevölkerung und schwindende Ressourcen: Die Vereinigten Staaten von Amerika stehen vor dem Untergang. Für die Regierung Grund genug die Notbremse zu ziehen. Sie lässt mithilfe von Flugzeugen ein tödliches Gift verteilen, das die Mehrheit der Bevölkerung dahinrafft. Doch statt Besserung folgt Chaos. Einige Menschen konnten überleben. Doch die leben in ständiger Angst, weil nun mehrere Banden das Land beherrschen, die vor nichts und niemanden Gnade kennen. Kein gutes Omen für Mark (TYLER HOECHLIN) und Nina (KATE BOSWORTH). Die haben plötzlich keinen Kontakt mehr zu Verwandten, was das Paar dazu veranlasst nach dem Rechten zu sehen. Man setzt sich ins Auto und bahnt sich den Weg durch eine brutale, postapokalyptische Welt, die von grausamen Gangs und Stämmen regiert wird. Ob man heil am Ziel ankommen wird? Zimperlich geht es in THE DOMESTICS keinesfalls zu.
 
 
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Wenn Anarchie zum Alltag wird. THE DOMESTICS ist unabhängiges Überlebenskino, das sich vor allem durch eines auszeichnet: Gewalt. Der Thriller macht es so ungemütlichen Mainstream-Filmen wie THE PURGE oder THE STRANGERS gleich, die aus einer simplen Idee den maximalen Terror herauskitzeln. In diesen Schockern geraten gute Leute ganz unfreiwillig in den Fokus böser Menschen, die Spaß daran haben ihre ahnungslosen Opfer zu terrorisieren. THE DOMESTICS nutzt genau diese Erfolgszutat für 90 Minuten Schrecken aus, um seine Helden durch die Filmhölle gehen zu lassen. Überraschenderweise funktioniert das rudimentäre Prinzip des Menschenquälens tadellos und das, obwohl genau jener Handlungsablauf nach den vor einigen Jahren sehr lukrativen Rape-and-Revenge und Home-Invasion-Wellen so langsam mit Abnutzungserscheinungen zu kämpfen hat. Die alte Leier wird im Falle von THE DOMESTICS aber zum Glücksgriff. Der Grund: Regisseur MIKE P. NELSON beweist ein talentiertes Händchen im Heraufbeschwören von kompromissloser Terrorstimmung und meint es dabei nicht immer gut mit seinen Filmhelden. Die geraten auf ihrer gefährlichen Reise durchs ausgerottete Amerika an perverse Banden, die ähnlich wie in einem Videospiel erfinderisch ausradiert werden müssen. Kaum sind die einen Bösewichte hingerichtet, folgen die nächsten Unholde. Dabei wird eine nicht enden wollende Spirale der Gewalt entfacht, die erst im Schlussfight gegen den Endboss einen krönenden Abschluss findet. Da bekommt man direkt Lust auf eine Runde Prügel- und Balleraction auf der Spielkonsole.
 
 
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Dennoch, THE DOMESTIC ist keine Sternstunde des Überlebens-Horrors. Der krude Mix aus MAD MAX und THE PURGE wurde zwar temporeich inszeniert, hat aber ein ziemliches Problem mit der Glaubwürdigkeit. Vertraute werden – um mal wieder Horrorklischees zu bedienen – plötzlich zu Feinden und die bewaffnete Banden sind aus nicht erklärbaren Gründen unseren beiden Filmhelden immer unterlegen. Letztere müssen erstmal den Gebrauch von Schusswaffen erlernen, schießen aber im entscheidenden Moment genau ins Schwarze. Das mutet teils unfreiwillig komisch an, hat aber im Grunde genommen nur einen Sinn: die Blutgeilheit des Publikums zu befriedigen. Letzteres bekommt hier den ultimativen Baller-Overkill geboten. Es wird gemordet und geschossen, als gäbe es kein Morgen mehr. Der Bodycount ist ordentlich und Blut spritzt reichlich. Dass da die nicht uninteressante Handlung gern mal ins Abseits gerät, ist ärgerlich aber für den Fan härterer Filme nicht sonderlich tragisch. THE DOMESTICS ist ein kurzweiliger Blick in menschliche Abgründe. Eine ernstzunehmende Dystopie ist dieser Film aber keineswegs. Das ist irgendwie bedauerlich, denn Mord und Totschlag sieht man oft. Wirklich gesellschaftskritische Weltuntergangsszenarien hingegen leider zu selten.
 
 
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THE DOMESTICS – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Grausame Zukunftsvision: Wenn die Welt nach dem Supergau in einen Gewaltrausch verfällt. THE DOMESTICS ist ein dystopischer Horrorthriller, der aber nicht sonderlich kritisch mit seiner zugrundeliegenden Handlung ins Gericht geht. Vielmehr will der Film die niederen Instinkte des Publikums stimulieren. Das bedeutet weniger Weltuntergangsstimmung, dafür mehr Mord und Totschlag. Das ist zwar ab und an ganz okay, aber im Falle von THE DOMESTICS dann doch oftmals zu viel des Guten. Hier hetzen Horden böser Menschen hinter einem nicht kampferprobten Paar hinterher. Seltsamerweise ist letzteres immer ein Stück voraus und hat das Glück für sich gepachtet. Das ist nicht nur unglaubwürdig, sondern manchmal auch unfreiwillig komisch. Gewaltfans wird das kaum stören. THE DOMESTICS ist ein dreckiger Mix aus MAD MAX und THE PURGE fernab jeglicher Logik, dafür aber mit viel Kurzweil und böser Action. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.
 
 
 


 
 
 

THE DOMESTICS – Zensur

 
 
 
Die Freigabe ab 16 Jahren verwundert. Hier wird von Schusswaffen Gebrauch gemacht. Es gibt diverse Einschüsse zu sehen, ein Messer wird in ein Auge gerammt und einer Filmfigur wird der Kopf weggeschossen. Weiterhin kommt ein Bohrer zum Einsatz und viele weitere Gemeinheiten versüssen das Splatter-Fanherz. Manch anderer Film hätte da eine Erwachsenenfreigabe erhalten. Nicht THE DOMESTICS – der ist trotz FSK16 ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

THE DOMESTICS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) NEW KSM CINEMA (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Domestics; USA 2018

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch (DTS-HD MA 5.1), Englisch (DTS-HD MA 5.1)

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.40:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 95 Min.

FSK: FSK16

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Behind the Scenes, Deleted Scenes mit Audiokommentar vom Regisseur, Trailer, Bildergalerie

Release-Termin: 24.01.2019

 

The Domestics [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 
 


 
 

THE DOMESTICS – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei KINOSTAR FILMVERLEIH | NEW KSM CINEMA)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Immigration Game (2017)
 
The Purge – Die Säuberung (2013)
 
The Strangers (2008)
 
The Strangers 2 – Opfernacht (2018)
 
The Tournament (2009)
 
Mad Max: Fury Road (2015)
 
Wolves at the Door (2016)
 
The Road (2009)
 

Filmkritik: „Hostile“ (2017)

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HOSTILE

Story

 
 
 

Eine junge Frau muss in einem Unfall-Auto gegen menschenfressende Kreaturen kämpfen, um überleben zu können.

 
 
 


 
 
 

HOSTILE – Kritik

 
 
 
Ein Horrorfilm produziert vom Franzosen XAVIER GENS. Da stellt sich Vorfreude bei Fans härterer Filmgangart ein. Die ist nicht unbegründet, hat sich der Filmemacher vor allem durch Streifen einen Namen gemacht, die sich durch blutige Raffinessen in die Hirne brennen konnten. So entstanden unter Gens Fuchtel so fragwürdige Gewaltausbrüche wie THE DIVIDE oder FRONTIER(S). Letzterer gilt als einer der wichtigsten Beiträge zur französischen Terrorwelle, welche vor knapp zehn Jahren um den Globus ging. Umso mehr überrascht es, dass sich der französische Regisseur seit einiger Zeit den eher leiseren Tönen widmet. Die waren bereits in THE CRUCIFIXION Programm. Statt eimerweise Kunstblut auf der Leinwand zu verteilen, lag der Fokus auf atmosphärischen Bildern und subtiler Gruselstimmung. Anhänger des kontroversen Filmemachers gefiel das verständlicherweise so rein gar nicht. Genau jene Schiene folgt nun auch HOSTILE, für den Gens als Geldgeber fungierte. Statt selbst auf dem Regiestuhl Platz zu nehmen, überließ er das Regiezepter dem ambitionierten Neuling MATHIEU TURI. Der war zuletzt ausschließlich als Regieassistent für viele bekannte Hollywood-Produktionen tätig. Darunter so Filme wie R.E.D. 2, DIE SCHLÜMPFE 2 oder LUCY.
 
 
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HOSTILE verlegt seine Handlung in eine dystopische Welt. Die Menschen kämpfen in trostlosen Wüstenlandschaften ums Überleben, stets auf der Suche nach Nahrung und medizinischer Versorgung. Doch der Überlebenskampf ist nicht einfach. Neben der permanenten Suche nach Wasser und Essbarem, verbreiten furchterregende Kreaturen Angst und Schrecken. Dabei handelt es sich um ausgemergelte, menschenähnliche Wesen, die nur ein Ziel kennen: Menschenfleisch fressen. Mit genau jenen Monstern sieht sich nun auch die attraktive Juliette (BRITTANY ASHWORTH aus THE CRUCIFIXION) konfrontiert. Diese durchstreift die Gegend, um nach Vorräten zu suchen. Dabei versucht sie so viele dieser Kreaturen in die ewigen Jagdgründe zu befördern, wie nur möglich. Leider meint es das Schicksal nicht so gut mit der tapferen Einzelgängerin. Es kommt zu einem folgenschweren Autounfall, der Juliette vor unüberwindbare Probleme stellt. Das Fahrzeug überschlägt sich und bricht der taffen Kampfamazone das Bein. Nun ist guter Rat teuer, zumal es dunkel wird und es einer der Menschenfresser auf unsere verletzte Heldin abgesehen hat. Ein Kampf ums Überleben beginnt.
 
 
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Tragische Beziehungsgeschichte trifft auf postapokalyptisches Weltuntergangsszenario im Stile eines MAD MAX. HOSTILE lässt sich nicht so einfach in eine Schublade stecken. Der Film erzählt nämlich zwei unterschiedliche Handlungen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Während der Film in der Gegenwart beginnt und die Hauptdarstellerin bei ihren Überlebensstreifzügen durch karge Kulissen bekleidet, springt die Handlung regelmäßig zwischen dem Jetzt und der Vergangenheit. Letztere widmet sich der tragischen Vorgeschichte ihrer Heldin. Deren früheres Leben war nämlich nicht immer eitel Sonnenschein und von Drogen geprägt. Ein nicht minder attraktiver Retter nimmt sich der orientierungslosen Frau an und bringt sie zurück auf dem rechten Weg. Was folgt, ist das umfangreiche Protokoll einer durchwachsenen Romanze, die dann doch etwas sehr an Liebeskitsch wie PRETTY WOMAN erinnert. Doch die ausführliche Beziehungs-Analyse hat seinen Sinn. Sie dient für das Verständnis für den Ausgang der Geschichte. Im Finale fließen nämlich beide Handlungsstränge ineinander und münden in einem grimmigen wie kitschigen Twist, der dann doch etwas sehr unpassend gewählt wurde.
 
 
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Dennoch sollte man mit HOSTILE deswegen nicht zu streng ins Gericht gehen. Der Film erhielt auf einschlägigen Festivals Preise und das nicht ohne Grund. Klammert man das etwas sehr konstruierte Ende aus, auf welches Regisseur MATHIEU TURI hinausarbeitet, ist die erste eigene Regiearbeit doch sehr atmosphärischer Endzeit-Horror mit Hintergrund, in dem mal wieder das thematisiert wird, was alle Menschen über sich hinauswachsen lässt: die Liebe. Zwar bleibt weitestgehend ungeklärt, welche Ursachen dazu geführt haben, dass die Welt in Trümmern liegt. Dafür nimmt HOSTILE aber seine Figuren genauer unter die Lupe und analysiert diese sorgfältig. Entstanden ist so etwas anderer Endzeit-Horror, der sich nicht zwingend mit Mord- und Totschlag beschäftigen muss, um eine gescheite Geschichte zu erzählen.
 
 
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HOSTILE – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
MAD MAX trifft auf PRETTY WOMAN. Der französische Regisseur MATHIEU TURI ist in Experimentierlaune und spielt in HOSTILE mit unterschiedlichen Genres. So verbindet er Endzeit- und Survival-Horror mit tragischem Beziehungsschmalz in Form unterschiedlicher Handlungsstränge. Während der eine für die Analyse seiner Protagonisten vonnöten ist, sorgt der andere für Horror mit Adrenalinkick. Ein ungewöhnlicher Mix, der nicht jedem Horrorfan zusagen dürfte. Wem das aber bewusst ist und wer sich auf HOSTILE einlässt, dürfte positiv überrascht sein.
 
 
 


 
 
 

HOSTILE – Zensur

 
 
 
Viel Gewalt hat HOSTILE nicht zu bieten. Ein Mann verendet an einer Bauchverletzung, ein Gegenstand bohrt sich durch ein Bein, einem Protagonisten wird der Kopf eingetreten und einige der Kreaturen im Film werden mit einer Schusswaffe „bearbeitet“. Hierzulande gab es für den Endzeit-Horrorstreifen eine FSK16 in ungeschnittener Form. Wegen Bonusmaterial besitzt die erhältliche Scheibe aber einen roten FSK-Sticker.
 
 
 


 
 
 

HOSTILE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Hostile; Frankreich 2017

Genre: Horror, Thriller, Drama

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.40:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 88 Min.

FSK: Film: FSK16 (ungeschnittene Fassung) | Blu-ray wegen Bonusmaterial: Keine Jugendfreigabe

Verpackung: KeepCase mit Wendecover | limitiertes Steelbook

Extras: Trailer, Trailershow, Deleted Scenes, Making of

Release-Termin: 27.04.2018

 

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HOSTILE – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei SPLENDID FILM)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
It Stains the Sands Red (2016)
 
Vampire Nation (2010)
 
Vampire Nation 2: Badlands (2017)
 
Cujo (1983)
 

Filmkritik: „Desolation“ (2017)

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DESOLATION

Story

 
 
 
Eine Mutter muss sich mit ihrem Sohn gegen einen Psychopathen zur Wehr setzen, der ihnen in der Wildnis nach dem Leben trachtet.

 
 
 


 
 
 

DESOLATION – Kritik

 
 
 
Ein weiterer Horrorthriller, der zumindest in Amerika vom Label IFC MIDNIGHT vertrieben wird. Erfahrene Horrorkenner wissen, was sie da zu erwarten haben. Der amerikanische Filmverleih hat sich nämlich auf sehenswerte Genre-Produktionen aus dem Indie-Sektor spezialisiert, die auch gern mal auf einschlägigen Filmfestivals mit Preisen überschüttet werden. Diesmal hatte man aber leider kein Glück bei der Filmauswahl. DESOLATION wirbt zwar mit verheißungsvollem Retro-Poster, ist aber ein waschechter Rohrkrepierer, den man besser meidet, um sich nicht den Tag verderben zu lassen. Doch der Fehlschlag ist keine Überraschung. DESOLATION entpuppt sich nämlich als Debütwerk eines Regisseurs, der sich zuvor als Produktionsassistent an so Filmen wie THE CALL, THE PURGE oder THE DARKNESS verdient gemacht hat. Wer öfter FILMCHECKER liest weiß, dass die ersten Gehversuche ambitionierter Regisseure nur selten glücken. Das ist auch bei DESOLATION der Fall, der kaum Eigenständigkeit besitzt und Unerfahrenheit im Regiefach an den Tag legt. Vielleicht wird’s beim nächsten Film besser. DESOLATION zumindest ist schwach und kaum der Rede wert, denn hier wird der Begriff „Langsamkeit“ zu ernst genommen. Für Survival-Horror der Todesstoß.
 
 
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Manchmal ist es besser auf die eigenen Kinder zu hören, auch wenn sie erst 13 Jahre alt sind. Zumindest hat der kleine Sam das Gefühl, dass ihn seine Mutter gern mal wie ein kleines Kind behandelt. Beide wollen zusammen mit der besten Freundin der Mutter einen Ausflug in die Berge unternehmen, um dort die Asche des verstorbenen Vaters zu verstreuen. Doch der Ausflug wird für alle zur emotionalen aber auch gefährlichen Gratwanderung. Sie werden nämlich schon bald von einem mysteriösen Fremden mit Sonnenbrille verfolgt, der offenbar nichts Gutes im Schilde führt. Für die Frauen ein Albtraum. Die verfallen in Panik und werden zu leichter Beute. Gut, dass Sam einen kühlen Kopf bewahrt. Der weiß wie man sich in einer solchen Situation verhalten muss und nimmt es mit dem personifizierten Bösen auf.
 
 
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DESOLATION hat nicht viel, um das Interesse des Zuschauers für sich beanspruchen zu können. Die Geschichte ist schnell erzählt und deren Ausgang bereits früh ersichtlich. Drei Protagonisten irren im Wald umher und werden von einem Fremden terrorisiert. Das klingt nach einer weiteren Variation von BEIM STERBEN IST JEDER DER ERSTE, ist aber bei genauerer Betrachtung ein ermüdender Überlebenstrip auf den man getrost verzichten kann. Dabei hat der Mix aus Drama und Survival-Horror ein großes Problem: Er nimmt sich zu viel Zeit für Nebensächlichkeiten. So wird in DESOLATION zu viel über verletztes Seelenheil und Familienprobleme geschnattert, was dahingehend unnötig ist, weil die Figuren – trotz Entwicklung – dennoch fad und langweilig bleiben. Die eigentliche Überlebenshatz erhält daher nur wenig Aufmerksamkeit und wird in den letzten fünfzehn Minuten per Eiltempo abgehandelt. Dort erst gewinnt DESOLATION an Fahrt und erwacht aus seinem Dornröschenschlaf. Ob das aber Zuschauer interessieren wird, bleibt fraglich. Weil das Angebot an besseren Filmen riesig ist und der Horrorfilmmarkt weitaus deftigere Schocker bereithält, dürften die meisten Horrorfans bereits frühzeitig abgeschalten und einen anderen Horrorstreifen gestartet haben. Manch Filmemacher sollte daher Publikumswünsche genauer analysieren, um in Erfahrung bringen zu können, was Zuschauer denn von einem Horrorfilm erwarten. Mit langweilig inszenierten Gurken und den ewig gleichen und unoriginellen Geschichten macht man sich keine Freunde.
 
 
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DESOLATION – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Perfides Katz- und Mausspiel. DESOLATION ist trotz hinterlistiger Story nur ein weiterer, banaler Survival-Horror, der den Zuschauer müde macht, statt ihn zu schockieren. DESOLATION macht zwar mit reißerischem Poster neugierig, das an das Exploitationkino der 1970er erinnert. Doch von den harten Horrorthrillern dieser Zeit ist dieser Schnarcher weit entfernt. Wer daher Einschlafprobleme besitzt, sollte sich diesen Horrorthriller verschreiben lassen. Es muss nicht immer die Chemiekeule sein. Schlechte und langweilige Filme können ebenso Wunder bewirken. Wir wünschen friedliche Träume.
 
 
 


 
 
 

DESOLATION – Zensur

 
 
 
Sonderlich brutal ist DESOLATION nicht. Erst in den letzten 20 Minuten fließt etwas Lebenssaft. Zu sehen gibt es eine ausgeweidete Leiche, ein Taschenmesser wird in eine Ferse gestochen und ein Zahn gezogen. Hierzulande dürfte der Streifen ohne Probleme eine FSK erhalten.
 
 
 


 
 
 

DESOLATION – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei IFC Midnight)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Killing Ground (2016)
 
Carnage Park (2016)
 
The Mooring (2012)
 
Quarries (2016)
 
Preservation (2014)
 
Beim Sterben ist jeder der Erste (1972)